16. März 2017 – Goin‘ California

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und bemerke beim Blick auf den Wandkalender, dass Gräfin Gloria von Rudnik heute ihr Wiegenfest feiert. Selbstverständlich greife ich prompt zum Telefon und rufe in der alten Heimat an. Natürlich nimmt ihr hochnäsiger Sekretär das Gespräch entgegen und lässt mich wissen, dass die Dame am Abend Gäste auf Schloss Baienbach bewirten wird und nicht ans Telefon kommen kann. Erst nach langem Hin und Her reicht der Knecht den Hörer weiter und ich habe das Vergnügen, mit Gloria höchstpersönlich plaudern zu können. Wie es sich gehört, übermittle ich ihr die besten Glückwünsche und bringe heraus, dass sie in der kommenden Woche nach Saint Tropez ausfliegen wird, um sich mit Prinzessin Nora von Liechtenstein zu treffen – das ist phantastisch.


Alles Gute zum Geburtstag

08.30 Uhr Laut seufzend verfrachte ich den Hörer auf die Gabel und nehme mir das Recht heraus, meine eingerosteten Glieder auf der Terrasse zu lockern. Hund Dixon verabschiedet sich währenddessen zum künstlich angelegten Teich und stattet der handzahmen Echse Billy einen Besuch ab.
09.00 Uhr Während ich mich bei einem löblichen Wirbelbad entspanne, schrillt das Telefon plötzlich laut los. Diesmal habe ich Edelbert dran und vernehme, dass er mittlerweile mit Dr. Satesh bezüglich unserer geplanten Reise nach Berkeley gesprochen hat. Der Professor gibt sich deprimiert und sagt, dass der indische Wissenschaftler nur wenig Zeit hat und uns leider nicht in den Traubenstaat begleiten kann. Ich zucke mit den Schultern und gebe meinem Bekannten zu verstehen, dass wir auch alleine viel Spass im Goldenen Westen haben werden. Darüber hinaus beauftrage ich den Professor, augenblicklich loszufahren und in den Willoughby Drive zu kommen.


Mein Zuhause unter Palmen

10.00 Uhr Nachdem ich meine Haut mit einer Pflegelotion eingecremt habe, nehme ich die DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb und fülle Dixons Napf mit Wasser auf. Kurze Zeit später trifft Edelbert in meinem kultivierten Zuhause ein und überrascht mich mit Sandwiches aus der Satreales Metzgerei – wie schön.
10.30 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, setzt mich der Professor darüber in Kenntnis, dass wir die Möglichkeit haben, auf dem Campus der „Berkeley University“ zu übernachten. Mein Tischnachbar schmunzelt in einer Tour und erinnert, dass er seit 35 Jahren der „Alpha Gamma Omega“ Studentenverbindung angehört und jederzeit im Gästehaus pennen kann – wie aufregend.


Edelbert ist Mitglied einer Studentenverbindung

11.00 Uhr Um nicht weiter um den heissen Brei herumzureden, nehmen wir am Schreibtisch Platz. Ruckzuck segeln wir auf die Heimseite von EXPEDIA und suchen nach preisgünstigen Flügen. In Windeseile haben wir eine Direktverbindung nach San Franzisko ausgespäht und ringen uns dazu durch, am 14. Mai abzufliegen.
11.30 Uhr Letztendlich betätigen wir den „BOOKING“ (löblich: Buchen) Knopf und freuen uns, pro Flug nur 280 Dollars bezahlen zu müssen. Edelbert ist begeistert und verspricht, am Abend seine Freunde in Kalifornien über unseren siebentägigen Aufenthalt in Kenntnis zu setzen.
12.00 Uhr Weil Hund Dixon seit Stunden verschwunden ist, schnappen wir uns zwei Flaschen Budweiser aus dem Eiskasten und eilen in den Garten, um nach dem Vierbeiner Ausschau zu halten. Wir treffen den Rüden im Garten von Familie Crane an und werden Zeugen, wie er mit Nachbarshund Joey spielt. Weil etwas Bewegung nicht schaden kann, leinen wir den Rüden kurzerhand an und brechen zu einer lustigen Wanderung auf. Wir schlendern entspannt durchs Wohngebiet und finden uns bald vor der einladenden „Pelican Larry’s Raw Bar & Grill“ Gastwirtschaft wieder. Da mein Magen knurrt, lotse ich Edelbert in die Gaststube und bitte den Kellner, zwei Biere zu zapfen und uns mit vitaminreichen Cheeseburgern (löblich: Käseburgern) zu verwöhnen.
12.45 Uhr Während wir uns die Mahlzeit schmecken lassen, klingelt die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry). Zu meiner Freude meldet sich Georg und erzählt, dass er sich mittlerweile von seiner Grippe erholt hat und Anfang April nach Florida kommen wird – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.


Prost Edelbert

13.30 Uhr Nachdem wir die Zeche in Bar bezahlt und Herrn Larry einen schönen Nachmittag gewünscht haben, kehren wir beschwingt nach Hause zurück. Mit einem lustigen Lied auf den Lippen überqueren wir die Immokalee Road und sehen uns genötigt, einem zu schnell fahrenden TOYOTA Fahrer den Vogel zu zeigen – wo soll das noch hinführen.
14.15 Uhr Ich verabschiede mich von Edelbert und ziehe es vor, auf dem Kanapee Platz zu nehmen. Bald döse ich ein und träume von meinem wunderschönen Aufenthalt in der Hauptstadt Washington – das war eine Gaudi.
15.15 Uhr Redlichst ausgeruht schwinge ich mich vom Sofa und schalte den Heimrechner ein. Diesmal mache ich mich über die Stadt Berkeley schlau und spiele mit der Idee, nicht nur San Franzisko, sondern auch die schöne Stadt Oakland zu besuchen.


Hurra, wir reisen nach Kalifornien

16.15 Uhr Als der Minutenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf Viertel nach Vier deutet, gehe ich von der Leine und trinke auf der Terrasse eine kühle Hopfenkaltschale. Zudem stelle ich den Rasensprenkler an und lese spannende Berichte in der „Naples Daily News“ (löblich: Naples tägliche Nachrichten).
17.00 Uhr Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, begebe ich mich in die Küche und schalte den Herd an. Fachmännisch schütte ich etwas Olivenöl in eine teflonbeschichtete Pfanne und brate ein vitaminreiches T-Knochen Schnitzel (unlöblich: T Bone Steak) heraus. Dazu gibt es rösche Kartoffelstäbe sowie einen farbenfrohen Beilagensalat – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach dem Abendessen gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über und schaue mir die Nachrichten sowie eine Ruf-Herein-Schau (unlöblich: Call-In Show) auf FOX an.
19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, wechsle ich zeitnah auf „Showtime“, um weiteren Episoden der preisgekrönten Serie „Billions“ zu frönen.
21.00 Uhr Nach zwei Stunden beende ich den Fernsehabend und unternehme mit dem Haustier einen kleinen Rundgang durch den Garten. Danach reguliere ich die Klimaanlage und gehe zu Bett. Gute Nacht.

15. März 2017 – Berkeley und ein Schneesturm

08.00 Uhr Auch heute brennt die Sonne vom Himmel und lässt die Thermometeranzeige auf schwindelerregende 82°F (28°C) ansteigen. Um nicht aus den bequemen JOSEF SEIBEL Hausschuhen zu kippen, verzichte ich ausnahmsweise auf die Morgengymnastik. Stattdessen verabschiede ich mich ins Bad und nehme mit einem Wirbelbad Vorlieb – da kommt Freude auf.
08.45 Uhr Während meine alten Knochen vom Sprudelwasser umspült werden, studiere ich auf dem iPad die heutige Anschnurausgabe der „Naples Daily News“ und bringe heraus, dass im Norden ein Schneesturm gewütet und den Grossen Apfel (unlöblich: Big Apple) in ein Winterwunderland verwandelt hat. Wenig später schellt das Telefon und Edelbert wünscht mir einen guten Morgen. Der Professor berichtet von seinem gestrigen Treffen mit Dr. Satesh und merkt an, dass der Wissenschaftler viel um die Ohren hat und sich unserer geplanten Reise zur weltbekannten Berkeley Universität womöglich nicht anschliessen kann. Ich nicke eifrig und entgegne, dass wir unter diesen Umständen eben alleine nach Kalifornien ausfliegen werden. Mein Bekannter freut sich und meint, dass wir zeitnah buchen sollten – wie aufregend.


Wir wollen nach Berkeley ausreisen

09.45 Uhr Nach dem Badespass setze ich mich an den Frühstückstisch und verzehre in Dixons Beisein ein leckeres Frühstück. Nebenbei navigiere ich durchs Internetz und lerne, dass „American Airlines“ preisgünstige Verbindungen an die amerikanische Westküste feilbietet. Ich mache grosse Augen und lese, dass ein Direktflug von Miami nach San Francisco mit lediglich 277 Dollars zu Buche schlägt – das ist phantastisch.
10.30 Uhr Just als Frau Gomez die Haustüre aufstösst, kontaktiere ich erneut den Professor und erzähle, dass es eine Gaudi wäre, im April nach San Francisco zu fliegen. Als ich auf den spottbilligen Preis verweise, schnalzt Edelbert mit der Zunge und verspricht, noch einmal mit Dr. Satesh zu sprechen – wie schön.
11.15 Uhr Nachdem ich die mexikanische Putzperle gebeten habe, den Küchenboden zu wischen, schnappe ich mir den Einkaufskorb vom Küchenschrank und scheuche den Vierbeiner zum Auto. Dummerweise treffe ich auf der Einfahrt auf Frau Pontecorvo und erfahre, dass die Dame ebenfalls zum PUBLIX Supermarkt fahren möchte. Ich zucke mit den Schultern und biete der kleinen Frau an, dass sie mich gerne begleiten kann.


Wir schoppen ab

11.45 Uhr Nach einer Hochgeschwindigkeitsfahrt kommen wir mit quietschenden Bremsen vor der Markthalle zum Stehen. Frau Pontecorvo hüpft ausgelassen aus dem PS-strotzenden SUV und sagt, dass sie sich gestern Rabattmarken aus einem PUBLIX Reklameheftchen ausgeschnitten hat. Meine Begleiterin strahlt wie ein Honigkuchenpferd und rechnet vor, dass sie beim heutigen Einkauf gut und gerne 20 % einsparen wird.
12.30 Uhr Nachdem wir einer störrischen Kundin einen Einkaufswagen streitig gemacht haben, schlendern wir durch die breiten Gänge und laden allerhand Lebensmittel ein. Darüber hinaus verrate ich meiner Nachbarin, dass ich bald nach Kalifornien fliegen und die Berkeley Universität besuchen werde. Um der kleinen Frau einen genauen Einblick zu geben, komme ich auf Edelbert zu sprechen und lege anschaulich dar, dass der schlaue Mann viele Jahre an dieser Eliteuniversität gelehrt und auch geforscht hat.


Ein Erdinger Weissbier schmeckt prima

13.00 Uhr Um insgesamt 87 Dollars erleichtert, steuern wir „Bob’s Liquor Store“ an und erwerben süffiges Erdinger Weissbier, vitaminreiches Budweiser sowie mehrere Flaschen Schaumwein. Währenddessen plaudere ich angeregt mit Frau Pontecorvo und ermutige sie, uns in den goldenen Westen zu begleiten. Leider lehnt die Alte ab und meint, dass sie lieber in Florida bleiben will – das ist wieder typisch.
14.00 Uhr Völlig verschwitzt treffen wir wieder im Willoughby Drive ein. Ich verabschiede Frau Pontecorvo per Handkuss und mache es mir dann zur Aufgabe, die Einkäufe im Eiskasten zu verstauen. Danach fülle ich Dixons Napf mit Trockenfutter auf und falle erschöpft aufs Kanapee.
15.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und nutze die Nachmittagsstunden, um an die Leine (unlöblich: online) zu gehen. Unter anderem arbeite ich Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher ab und mache mich auf Wikipedia über die Berkeley Universität schlau. Unter anderem erfahre ich, dass die Hochschule anno 1868 gegründet wurde und zu den renommiertesten Bildungseinrichtungen der USA zählt – das ist phantastisch.


Die Berkeley Universität ist weltbekannt

16.00 Uhr Nachdem ich die neuen Einträge im Gästebuch überflogen habe, leine ich den Vierbeiner an und breche zu einem Spaziergang auf. Zu meiner Freude treffe ich bald auf Fernsehkoch Wayne Gregor und vernehme, dass der Prominente im Mai ein neues Buch auf den Markt bringen und auch wieder landesweit im Fernsehen eine Kochschau präsentieren wird – wie schön.
17.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, beschalle ich die Wohnstube mit stimmungsvoller George Strait Musik und bereite das Abendessen vor. Weil ich keine Lust verspüre, stundenlang am heissen Herd zu stehen, koche ich kurzerhand italienische Langnudeln auf und verfeinere sie mit Pesto aus dem Glas – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Zu guter Letzt sorge ich in die Küche für Sauberkeit und gehe dann zum gemütlichen Teil über. Um auf den neuesten Stand zu kommen, schaue ich mir die FOX Nachrichten an und mache mich über das Wirken des amerikanischen Präsidenten Donald Trump schlau.

19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechsle ich auf „Showtime“, um mir die ersten beiden Folgen des Serienerfolgs „Billions“ anzuschauen. Das zehnteilige Fernsehspiel ist in der New Yorker Finanzwelt angesiedelt und erzählt von den Ermittlungen des Richters Chuck Rhoades gegen den skrupellosen Menetscher Bobby Axelrod – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Ein nervenaufreibender Fernsehabend geht zu Ende und ich drücke beherzt auf den „OFF“ (löblich: AUS) Knopf der Fernbedienung. Danach rufe ich Dixon ins Haus und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

3. März 2017 – Ein Ausflug nach Berkeley

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und greife als erstes zum Telefon, um bei meiner lieben Familie im Toronto anzurufen. Im Handumdrehen habe ich meinen hustenden Bruder an der Strippe und lasse es mir nicht nehmen, ihm die besten Glückwünsche zu seinem Geburtstag zu übermitteln. Georg kommt aus dem Jammern gar nicht mehr heraus und lässt mich wissen, dass er seit zwei Wochen mit einer schweren Grippe zu kämpfen hat. Ich spende dem guten Mann Trost und ermutige ihn, positiv in die Zukunft zu blicken. Mein Bruder gibt mir Recht und meint, dass er bald wieder auf den Beinen sein und dann mit seiner Ehefrau nach Florida ausfliegen wird – das ist phantastisch.


Georg und Maria müssen nach Florida kommen

08.30 Uhr Nachdem ich verraten habe, dass bald mein Geschenk ankommen wird, beende ich das Telefonat und eile mit Dixon im Schlepptau auf die Terrasse. Wie es sich gehört, ertüchtige ich mich mit der Morgengymnastik und lockere meine eingerosteten Glieder redlichst – da kommt besonders grosse Freude auf.
09.00 Uhr Bevor ich das Frühstück einnehme, entspanne ich mich bei einem prima Wirbelbad. Ferner rufe ich bei Prof. Kuhn an und fordere ihn auf, der Biscotti Farrugia Bäckerei einen Besuch abzustatten und lustige Cannolis für ein gemeinsames Frühstück zu besorgen. Der schlaue Mann ist hellauf begeistert und verspricht, in einer Stunde im Willoughby Drive zu sein.
10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner Wanduhr auf 10 zugeht, beende ich das Badevergnügen und mache mich unter den fordernden Blicken des Haustieres in der Küche zu schaffen. Unter anderem stelle ich die DeLonghi Kaffeemaschine ein und vergesse auch nicht, gesunde Wurstwaren auf einem Porzellanteller anzurichten. Zudem decke ich den Terrassentisch und beschalle die kleine Villa mit wunderschöner George Strait Musik.
10.30 Uhr Wenig später kann ich den Professor recht herzlich in der kleinen Villa begrüssen. Der gute Mann präsentiert eine Tüte voller Schmankerl und sagt, dass er nicht nur Cannolis, sondern auch neapolitanische Sfogliatelles mitgebracht hat. Wie es sich gehört, lotse ich den Gast auf die Terrasse und serviere brühfrischen Kaffee sowie zwei Gläser Veuve Clicquot Schaumwein – das schmeckt.
11.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, kommt Edelbert auf den Anruf meiner Schwester zu sprechen und erkundigt sich, ob ich wirklich mit dem Gedanken spiele, Guido zu treffen. Selbstverständlich schüttle ich angewidert den Kopf und entgegne, dass ich dem Verbrecher unter keinen Umständen gegenüber treten werde. Prof. Kuhn atmet tief durch und meint, dass ich noch einmal mit Elsbeth sprechen und ihr klar machen muss, dass Guido in Naples unerwünscht ist – wie wahr.
12.00 Uhr Zur Mittagszeit wische ich mir den Mund an der Serviette ab und schlage vor, dass wir nun einen Spaziergang zum „La Playa“ Golfplatz unternehmen sollten. Edelbert reibt sich die Hände und pfeift auf den Fingern nach Dixon. Der Rüde lässt nicht lange auf sich warten und folgt uns kläffend zur Haustüre.


Ein kühles Bier tut gut

12.30 Uhr Nach dreissig Minuten stehen wir vor der Golfanlage und fassen den Entschluss, kurzerhand in die Vereinsgaststätte einzukehren und ein kühles Bier zu trinken. Unterdessen plaudere ich angeregt mit Edelbert und erfahre, dass mein Bekannter noch immer mit der Idee spielt, zusammen mit Herrn Dr. Satesh ins kalifornische Berkeley zu reisen, um an der örtlichen Universität befreundete Wissenschaftler zu treffen. Ich nicke eifrig und stelle klar, dass ich jederzeit bereit bin, mich diesem Ausflug anzuschliessen.


Bald besuchen wir die Universität von Berkeley

13.30 Uhr Weil man auf einem Bein bekanntlich nicht stehen kann, ordern wir einen weiteren Pitcher (löblich: Krug) und bestellen dazu vitaminreiche Cheeseburger (löblich: Käseburger) mit Fritten und Salat. Da Dixon ohne Unterlass fiept, lasse ich ihn kurzerhand vom Käseburger abbeissen und stecke ihm ausserdem einen Kartoffelstab ins Maul – das macht Spass.
14.15 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, nach Hause zurückzukehren. Mit leichter Schlagseite machen wir uns auf den Heimweg und kommen zu dem Schluss, dass das schwülwarme Wetter sogar den stärksten Rentner aus der Bahn wirft. Trotz alledem lassen wir uns die gute Laune nicht verderben und spülen unsere trockenen Kehlen auf der schattigen Terrasse mit süffigem Bourbon durch.
15.00 Uhr Als Edelbert endlich das Weite gesucht hat, falle ich erschöpft aufs Kanapee und entspanne mich von den Strapazen des Vormittages. Ich döse schnell ein und sehe mich im Traum nach Kanada versetzt.
16.00 Uhr Um nicht bis zum Abend auf der faulen Haut zu liegen, hüpfe ich vom Sofa und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Während aus dem ECHO Lautsprecher wunderschöne Alan Jackson Musik dröhnt, rufe ich Depeschen besorgter Eltern ab und stelle fest, dass es die Jugend immer bunter treibt – wie schrecklich.
16.45 Uhr Zum Abschluss der Anschnursitzung überprüfe ich die Einträge im Gästebuch und nehme auch noch den Warenbestand im beliebten Andenkenladen in Augenschein.
17.15 Uhr Ich beende mein Werk und laufe in die Küche, um köstliche Langnudeln aufzukochen. Dazu gibt es ein duftendes Pesto Sösschen sowie einen lustigen Beilagensalat und perfekt aufgeschnittene Zwiebelringen – das Auge isst bekanntlich immer mit.
18.00 Uhr Ein anstrengender Tag neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Ich nehme die leistungsstarke Geschirrspülmaschine knopfdrückend in Betrieb und schalte dann die Glotze ein.

19.00 Uhr Nachdem ich die Nachrichten gesehen habe, wechsle ich auf HBO, um mir die seichte Komödie „Maggies Plan“ anzuschauen. Der Film handelt von einer quirligen Dame, die einem selbstverliebten Universitätsprofessor verfällt und mit ihm den Bund der Ehe eingeht – das ist wieder typisch.
21.00 Uhr Als der Abspann über die Mattscheibe flimmert, beende ich den heiteren Fernsehabend und lösche die Lichter. Im Anschluss streichle ich Dixon über den Kopf und falle übermüdet ins Bett. Gute Nacht.