31. März und 1. April 2018 – Ostern

Hallo Freunde der Nacht,

das diesjährige Osterfest feiere ich zuhause.
Meine Mitbewohnerin ist zu ihren Eltern gefahren und ich habe das ganze Haus für mich alleine. Aber auf die faule Haut werde ich mich ganz bestimmt nicht legen. Stattdessen habe ich gestern damit begonnen, die Wände im Wohnzimmer sowie im Schlafzimmer zu streichen. Ausserdem will ich morgen neue Bilder aufhängen und die Gardinen wechseln 🙂

Als Farbe habe eine geruchsneutrale und schnelltrocknende Latexwandfarbe ausgewählt. Latexfarben sind sehr umweltfreundlich sorgen für eine bessere Raumhygiene. Zudem ist der wasserlösliche Anstrich amtungsaktiv und schützt das Mauerwerk vor Schimmel und Fäulnis.

Die neuen Bilder habe ich bei Amazon bestellt.
Da ich ein Rockfan bin, habe ich mich für ein Vintage Led Zeppelin und ein Bruce Springsteen Wandbild entschieden. Die Poster sind auf Leinwänden aufgezogen und wurden natürlich auch gerahmt 🙂


Die Katzen nerven …

Nur die Katzen nerven mich. Wie ihr euch denken könnt, rennen mir die Stubentiger ständig vor die Füsse und tapsen auch noch in Farbklekse. Deswegen werde ich die Viecher jetzt in die Küche sperren und erst dann weiterarbeiten …

Ich wünsche euch ein tolles und warmes Osterfest!
Eure Sandra

30. März 2018 – Karfreitag

karfreitag

Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

wie jedes Kind weiss, erinnert der Karfreitag an den Tod unseres Messias Jesus Christus. Der Karfreitag wird auch als “stiller Freitag” bezeichnet und ist im katholischen Glauben ein strenger Fasten- und Abstinenztag. Darüber hinaus herrscht just heute in meiner bayerischen Heimat ein striktes Tanzverbot. Ausserdem ist es gesetzlich untersagt, in Schankbetrieben, Diskotheken und/oder Wirtschaften laute Hartfelsenmusik zu spielen.

In den Vereinigten Staaten trägt der Karfreitag den Namen “Good Friday”.
Obgleich die meisten Geschäfte geöffnet sind, besuchen viele Menschen die Gottesdienste in den Kirchen. Anschliessend versammeln sich die Mitglieder evangelischer und katholischer Kirchengemeinden in festlich geschmückten Pfarrsälen, um sich mit Liedern, Gesprächen und/oder Gebeten auf das anstehende Osterfest einzustimmen.

Ich werde den Feiertag zum Anlass nehmen, um mit Prof. Kuhn einen ausgedehnten Stadtspaziergang zu unternehmen. Anschliessend werden wir in “Julies Restaurant” einkehren und ein opulentes Mittagessen verzehren – da kommt besonders grosse Freude auf.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und friedliches Osterfest.
Reinhard Pfaffenberg

12. März 2018 – Commonwealth Day

08.30 Uhr Weil der gestrige Theaterbesuch länger gedauert hat, hüpfe ich heute erst kurz vor halb 9 aus den Federn. Voller Tatendrang wische ich mir den Schlaf aus den Augen und nehme mir das Recht heraus, die Jalousien im Gästezimmer nach oben gleiten zu lassen und in den verschneiten Vorgarten zu spähen – das macht Spass.
09.00 Uhr Nach dem Frühsport erhebe ich den Zeigefinger und animiere Hund Dixon, nach unten zu laufen und Maria zu besuchen. Währenddessen verabschiede ich mich in die Nasszelle, um den jungen Tag mit einem Schaumbad zu beginnen. Nebenher navigiere ich mit dem iPad durch das weltweite Internetz und bringe heraus, dass heute in Kanada der sogenannte “Commonwealth Day” gefeiert wird. Ich reibe mir die Nase und lese weiter, dass dieser Gedenktag alljährlich am 12. März stattfindet und an den Zusammenschluss der ehemaligen britischen Kolonien erinnern soll – da kommt besonders grosse Freude auf.


Heute wird der Commonwealth Day gefeiert

10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 10 deutet, rutsche ich auf dem Treppengeländer ins Parterre und stelle fest, dass meine Verwandten bereits am Frühstückstisch Platz genommen haben. Ich geselle mich spornstreichs dazu und höre, dass Edelbert mit dem Vierbeiner zur “Centerpoint Mall” marschiert ist, um eine Zeitung zu kaufen. Ich zucke mit den Schultern und beisse kraftvoll in ein französisches Hörnchen (unlöblich: Croissant). Darüber hinaus bringe ich einen Ausflug ins Zentrum zur Sprache und stelle klar, dass es eine Gaudi wäre, den CN Tower (löblich: CN Turm) zu besuchen. Georg nimmt mir jedoch den Wind aus den Segeln und meint, dass es angesichts der vielen Touristen schlauer wäre, zur Dundas Street zu krusen – wie aufregend.


Der CN Turm

10.30 Uhr Während ich meine Kehle mit brühfrischen Bohnentrunk spüle, stösst der Professor die Haustüre auf und präsentiert die aktuelle Ausgabe des “Toronto Stars” sowie die landesweit erscheinende Tageszeitung “National Post”. Ferner schimpft der schlaue Mann über das kalte Wetter und mutmasst, dass es bald wieder schneien wird. Ich begrüsse den Professor per Handschlag und lasse ihn wissen, dass wir gleich “Little Portugal” erkunden werden. Edelbert reibt sich die Hände und genehmigt sich vor der Abfahrt ebenfalls ein Heissgetränk – wie schön.
11.00 Uhr Während es Maria vorzieht, zuhause in der guten Stube zu bleiben, scheuchen wir Dixon nach draussen und helfen ihm mit vereinten Kräften in den PS-strotzenden Geländewagen. Danach zwänge ich mich auf den Beifahrersitz und ermutige Georg, das Gaspedal bis zum Anschlag durchzudrücken. Natürlich meldet Edelbert prompt Bedenken an und verweist auf die rutschigen Strassen – papperlapapp.
11.30 Uhr Während der kurzweiligen Reise plappert Georg ohne Unterlass und beteuert, dass die Dundas Strasse durch das beliebte Immigrantenviertel “Little Portugal” (löblich: Klein Portugal) führt. Ich schlage in die gleiche Kerbe und merke an, dass ich das besagte Viertel schon einige Male besucht und mich dort sehr wohl gefühlt habe.


Saint Anne’s Anglican Church / Bild: SimonP / CC BY-SA 3.0

12.00 Uhr Pünktlich zum Mittagsleuten erreichen wir unser Ziel und können das Auto am Lisgar Park abstellen. Wie es sich gehört, nehme ich den Rüden an die Leine und folge meinen Begleitern zur Queen Street, an der sich viele Läden und einladende Delikatessengeschäfte angesiedelt haben. Während der erquickenden Wanderung kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und stellen plötzlich fest, dass unsere Mägen zu knurren anfangen.
12.30 Uhr Um nicht vom Fleisch zu fallen, kehren wir alsbald ins “El Almacen” Restaurant ein, wo wir köstliche “Sardinhas Assadas” (löblich: Sardinen vom Grill) mit gekochten Kartoffeln und Salat verzehren. Dazu trinken wir süffigen portugiesischen Rotwein und kommen überein, dass der Labrusco ganz vorzüglich mundet. Edelbert ist bestens informiert und setzt uns darüber in Kenntnis, dass diese Rebensorte ausschliesslich in der nordportugiesischen Region Douro angebaut wird – das soll mir auch Recht sein.


Der Rebentrunk schmeckt prima

13.30 Uhr Nachdem wir die Mahlzeit mit portugiesischem Gebäck und Schaumkaffees abgerundet haben, stecken wir dem gestriegelten Kellner ein stattliches Trinkgeld zu. Im Anschluss vertreten wir uns weiter die Beine und bescheren Dixon auf dem beliebten “Oyster Playground” an der Humbert Street etwas Auslauf. Edelbert und Georg paffen unterdessen Zigarren und tratschen angeregt über den Eishockeysport. Mein Bruder gibt sich uns als Anhänger der “Maple Leafs” zu erkennen und kündigt grossspurig an, dass seine Lieblingsmannschaft am kommenden Mittwoch gegen die “Dallas Stars” im örtlichen “Air Canada Centre” antreten werden – wie langweilig.
14.30 Uhr Schlussendlich sehen wir uns in einem Andenkenladen um und ich ringe mich dazu durch, für vierzehn Dollars ein schönes T-Hemd mit “Toronto” Aufdruck für Frau Pontecorvo zu erwerben. Edelbert folgt meinem Beispiel und investiert etliche Scheine in lustige Salz- und Pfefferstreuer – da kommt Freude auf.
15.15 Uhr Wenig später stehen wir am Auto und klopfen uns den Schnee von den Stiefeln. Danach treten wir die Heimreise an und frönen dem Programm des beliebten Radiosenders KX96. Unter anderem haben wir das Vergnügen, stimmungsvolle Lieder von Keith Urban und Rosanne Cash zu hören – was kann es schöneres geben.
16.15 Uhr Zuhause angekommen, werden wir von Maria herzlich begrüsst. Die Perle lotst uns zuvorkommend ins Esszimmer und meint, dass sie das Abendessen in wenigen Minuten auftischen wird. Wir lecken uns die Lippen und nutzen die Wartezeit, um einen rauchigen Whiskey zu trinken.


Auch der Whiskey schmeckt prima

17.00 Uhr Während das Feuer im Kamin knistert, serviert meine Schwägerin einen köstlichen Schweinebraten mit Kartoffelknödel und ermutigt uns, auch vom Krautsalat zu kosten – das ist doch eine Selbstverständlichkeit
18.00 Uhr Mit vollen Mägen setzten wir uns ins Wohnzimmer und beschliessen den Tag mit einem gepflegten Fernsehabend. Um auf den neuesten Stand zu kommen, sehen wir uns die Nachrichten an und lernen, dass der kanadische Premierminister Justin Trudeau anlässlich des heutigen Feiertages ein Fernsehinterview gegeben hat.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wählen wir den Premiumsender HBO aus und erfreuen uns an der britischen Dokumentation “Elstree 1976”. Der abendfüllende Bericht erzählt aus den Leben einiger Laiendarsteller, die Mitte der 1970er Jahre das grosse Glück hatten, als Komparsen beim wegweisenden Zukunftsfilm “Krieg der Sterne” mitzuwirken – da kommt Spannung auf.
20.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung reiche ich die Fernbedienung an Georg weiter und unternehme mit Dixon einen letzten Gassigang durchs Wohngebiet.
20.30 Uhr Nachdem ich mich von Prof. Kuhn und meiner Familie verabschiedet habe, ziehe ich mich ins Gästezimmer zurück und lege mich gähnend ins Bett. Gute Nacht.

19. Februar 2018 – President’s Day

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Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

heute wird in den Vereinigten Staaten von Amerika ein immens wichtiger Feiertag begangen. Die freiheitsliebenden Bürger feiern den 286. Geburtstag des Gründers der Nation. Wie jedes Kind weiss, war George Washington ein hervorragender Staatsmann, der es schaffte, die zerstrittenen Kolonien unter einen Hut zu bringen und den garstigen Besatzern aus dem fernen Europa die Stirn zu bieten.

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Portrait of George Washington, Gilbert Stuart

Washington erblickte am 22. Februar 1732 das Licht der Welt und wuchs auf einer beschaulichen Plantage in Virginia auf. Seine Eltern Augustine und Mary stammten aus England und verdienten sich ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau von Obst und Getreide. Da die Familie über ein beachtliches Vermögen verfügte, war es ihr möglich, den kleinen George auf eine Schule in Williamsburg, VA zu schicken. Der Bube übte sich in Mathematik und fand mit 17 Jahren eine Anstellung als Vermesser im Shenandoah Tal, wo es ihm gelang, sich wichtige Grundkenntnisse in der Menschenführung anzueignen.

Der stellvertretende Gouverneur von Virginia, Robert Dinwiddie, betraute Washington im Jahre 1753 mit der Aufgabe, die Franzosen, die westlich der Allegheny Mountains zwei Stellungen errichtet hatten, zu vertreiben. Daraufhin zog Washington mit einer Miliz aus Freiwilligen in die Schlacht. Ein Jahr später quittierte er den Dienst und trat den englischen Streitkräften bei, um die Westgrenze Virginias gegen einbrechende Feinde zu verteidigen. Während dieser Zeit hatte er ausserdem den Vorsitz der staatlichen Bürgerversammlung inne und erkannte, dass das englische Königshaus den Amerikanern viel zu hohe Steuern abverlangte. Um diesen Missstand abzuschaffen, schloss er sich der Unabhängigkeitsbewegung an und machte es sich zur Lebensaufgabe, für Freiheit und Gerechtigkeit auf dem nordamerikanischen Kontinent einzutreten.

Bei Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges wurde Washington zum Befehlshaber der amerikanischen Armee befördert. Ein erster Sieg gegen die Briten gelang ihm im Dezember 1776 bei Trenton, NJ. Am 19.Oktober 1781 konnte seine Kolonialarmee mit Unterstützung französischer und hessischer Truppen die Engländer in der Schlacht von Yorktown, VA entscheidend schwächen und zur Kapitulation zwingen – das ist

Der schlaue Mann trug in der Folgezeit wesentlich dazu bei, dass eine neue Verfassung ratifiziert und ein unabhängiges Parlament zusammengestellt wurde. Er wurde als erster Präsident vereidigt und trat dafür ein, dass ehemalige Mitstreiter wie Thomas Jefferson und Alexander Hamilton wichtige Posten einnahmen. George Washington regierte das Land von 1789 bis 1797 und zog sich dann aus der aktiven Politik zurück, um seinen Lebensabend auf dem Landgut Mount Vernon in Virginia zu verbringen.

Nach seinem Tod im Jahre 1799 wurde Mount Vernon zur nationalen Gedenkstätte ausgebaut und lockt Jahr für Jahr Hunderttausende Touristen aus allen Teilen der Welt an.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Presidents Day
Reinhard Pfaffenberg

14. Februar 2018 – Aschermittwoch

Sehr verehrte Damen und Herren,

in meiner bayerischen Heimat wird heute der Aschermittwoch gefeiert. Der Tag, an dem das unlöbliche Faschingstreiben sein Ende findet, markiert zugleich den Beginn der Fastenzeit. Das österliche Fasten endet nach 40 Tagen in der Karwoche und soll an die schwere Zeit erinnern, die Jesus einst in der Wüste verbringen musste.

Viele Gläubige pilgern am heutigen Mittwoch in die festlich geschmückten Kirchen, um sich eine Aschekreuz auf die Stirn zeichnen zu lassen. Obgleich der Aschermittwoch in Bayern kein offizieller Feiertag ist, müssen die Arbeitgeber ihren Angestellten den Besuch der heiligen Messe ermöglichen und sie für diese Zeit von der Arbeit freistellen – wie schön.

In den Vereinigten Staaten ist Aschermittwoch (unlöblich: Ash Wednesday) nur wenigen Menschen bekannt. Trotzdem werde ich heute mit Prof. Kuhn und Frau Pontecorvo den Gottesdienst in der Kirche besuchen, um redlichst zu beten und schöne Lieder zu singen.

Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, werde ich die lieben Leute im Anschluss in “Julies Restaurant” ausführen. Danach steht ein ausgedehnter Strandspaziergang auf den Plan – das wird spannend.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg