25. Juli 2014 – Grillvergnügen

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08.00 Uhr Ein neuer Tag im Sonnenscheinstaat beginnt und aus dem Radio erklingt ein Lied des aufstrebenden Landmusiksängers Corb Lund. Beschwingt stehe ich auf und bemerke, dass mein Rücken kaum noch schmerzt.
08.30 Uhr Nachdem ich meine eingerosteten Muskeln auf der Terrasse gestählt habe, eile ich in die Nasszelle und erfrische mich bei einem lustigen Wirbelbad – was kann es schöneres geben.
09.30 Uhr Nach einer Stunde beende ich den Badespass und freue mich auf einen ruhigen Tag in der kleinen Villa. Leider wird die himmlische Stille bald durch aggressives Telefonschellen gestört. Als ich zur Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) greife und auf die Taste mit dem grünen Telefonhörer drücke, meldet sich Amanda und gibt zu Protokoll, dass am Abend im Lowbank Drive eine Grillfeier stattfinden wird. Die Maid geht noch weiter und kündigt an, dass James gerade zum „Farmers Market“ gefahren ist, um Biofisch und Salsicces Würste zu besorgen. Ferner vernehme ich, dass ich gegen 17 Uhr im Lowbank Drive erwartet werde – das ist phantastisch.

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Meine praktische Schwarzbeere

10.15 Uhr Im Anschluss nehme ich das Frühstück ein und rufe kurzerhand bei Edelbert an. Der Professor nimmt das Gespräch prompt an und sagt, dass er von Amanda ebenfalls eingeladen wurde und uns am Abend Photografien aus Japan zeigen wird – wie aufregend.
11.00 Uhr Nachdem ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb genommen habe, scheuche ich Dixon zum Auto und lasse ihn wissen, dass wir jetzt „Bob’s Liquor Store“ ansteuern und Getränke einkaufen werden. Der Vierbeiner hüpft kläffend auf den Rücksitz des PS-strotzenden SUV und macht es sich während der Reise zur Aufgabe, die Seitenscheiben zu verschmieren – wie unlöblich.
11.30 Uhr Kurze Zeit später finde ich mich im Alkoholgeschäft meines Vertrauens wieder und werde vom Inhaber per Handschlag begrüsst. Ich wische mir über die nasse Stirn und erkläre Herrn Bob, dass ich am Abend eingeladen bin und einen spritzigen Wein benötige. Der gute Mann überlegt nicht lange und animiert mich, zu Fisch- und Fleischgerichten einen leichten Sauvignon zu servieren. Bevor ich Worte findet, hält mir der Fachmann ein Fläschchen „Hanna Russian River Valley“ unter die Nase. Ich fackle nicht lange und lade neben dem Rebentrunk auch eine Kiste Paulaner Helles in den Einkaufswagen.
12.15 Uhr Zur Mittagszeit begleiche ich die Rechnung in Bar und kehre in die benachbarte „Burger & Fries“ Schnellessgaststätte ein. Mit Hund Dixon im Schlepptau schlendere ich zur Essensausgabe und ordere einen vitaminreichen Cheeseburger (löblich: Käseburger) mit Fritten. Anschliessend setze ich mich an einen mit Ketchup verschmierten Tisch und registriere in meiner Funktion als Feinschmecker, dass dieser Burger echt spitze ist.

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Sehr vitaminreich: Käseburger

13.15 Uhr Endlich bin ich wieder zu Hause und kann aus den Kuhjungenstiefeln (unlöblich: Cowboyboots) steigen. Um am Abend in Form zu sein, lege ich auf dem Wohnzimmerkanapee die Beine hoch und schliesse die Augen.
14.15 Uhr Just als ich von meinem letzten Aufenthalt am Lake Simcoe träume, stupst mich Dixon mit seiner nassen Schnauze an. Ich komme gähnend in die Gänge und sehe, dass Nachbarsrüde Joey am Teich spielt.
15.00 Uhr Während sich die Hunde im Garten amüsieren, gehe ich Anschnur und studiere Hilferufe besorgter Erziehungsberechtigter. Darüber hinaus nehme ich die neuen Einträge im Gästebuch in Augenschein und sehe mich gezwungen, eine Morddrohung ans Bundeskriminalamt nach Wiesbaden weiterzuleiten.
16.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, von der Leine zu gehen und zum Lowbank Drive zu fahren. Ich kämme mir die Haare und flitze dann zum Auto, um mit quietschenden Pneus aus dem Wohngebiet zu brettern.
16.45 Uhr Überpünktlich werde ich im Eigenheim meiner Verwandten vorstellig und freue mich, James am Grill anzutreffen. Der junge Mann fuchtelt mit einer Grillzange vor meinem Gesicht herum und plappert, dass Maria in der Küche beschäftigt ist und einen Kartoffelsalat zaubert. Ich lecke mir die Lippen und lasse es mir nicht nehmen, ins Haus zu gehen und der Guten über die Schulter zu schauen. Ferner bekomme ich von Georg ein kühles Bud Light (löblich: Leicht) kredenzt und bringe heraus, dass wir in einer Stunde essen können.

Salsiccia © Enzian44

Salsiccia © Enzian44 / CC BY 3.0 

17.30 Uhr Als James die köstlichen Salsicces auf den zischenden Rost wirft, kommt Edelberts schneeweisser JEEP auf der Einfahrt zum Stehen. Ich tippe auf meine goldene schweizer Armbanduhr und mache den schlauen Mann auf den Umstand aufmerksam, dass er sich verspätet hat. Um nicht verhungern zu müssen, lasse ich mich neben David am Terrassentisch nieder und staune nicht schlecht, als James die gegrillten Schmankerl endlich auftischt.
18.30 Uhr Wir beissen kraftvoll zu und laben uns an gegrillten Garnelen, italienischen Rindsbratwürsten und T Bone Steaks (löblich: T Knochen Schnitzel). Unterdessen präsentiert Edelbert Photos aus Japan und zögert nicht, Reiseanekdoten preiszugeben. Mein Bruder schwärmt ebenfalls in den höchsten Tönen und legt mir nahe, im nächsten Jahr auch nach Tokio zu fliegen – das wäre zu schön.

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Edelbert und Georg waren in Tokio

19.30 Uhr Als Nachspeise verwöhnt uns Amanda mit lustigen Eisbechern. Ich lehne mich entspannt zurück und höre, dass die Kinder am kommenden Mittwoch nach Toronto zurückfliegen müssen. Ich kneife David in die Wange und mutmasse, dass er mich vermissen wird. Der 8jährige schüttelt jedoch den Kopf und meint, dass er dann wieder mit seinem besten Freund Jayden spielen kann – wie unlöblich.
20.00 Uhr Im weiteren Verlauf des Abends planen wir das Wochenende und verabreden, dass wir morgen nach Fort Myers fahren und Minigolf spielen werden. Ich lobe mich selbst über den Schellenkönig und erkläre den Leuten, dass ich ein begnadeter Minigolfer bin.
21.00 Uhr Weil David müde ist, trinke ich einen letzten Schluck Rebensaft und bedanke ich mich für das Essen. Danach kruse ich in Richtung Willoughby Drive davon und setze zu waghalsigen Überholmanövern an.
21.30 Uhr Daheim angekommen, trinke ich noch ein Glas Milch und putze mir die Zähne. Letztendlich lösche ich sämtliche Lichter und gehe zufrieden ins Bett. Gute Nacht.

23. Juli 2014 – Hershey’s oder Nutella?

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08.30 Uhr Ich schwinge mich aus dem Wasserbett und bemerke, dass der Radiowecker nicht angesprungen ist. Nörgelnd öffne ich die Terrassentüre und erkläre dem Vierbeiner, dass ich nach dem Badevergnügen zum Einkaufen fahren muss. Der Rüde wedelt mit der Rute und entschliesst sich, bis dahin im Garten zu spielen.

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Mein praktischer Radiowecker

09.00 Uhr Während ich die Seele bei einem löblichen Wirbelbad baumeln lasse, telefoniere ich mit Edelbert und erzähle ihm, dass mich jemand in den Supermarkt meines Vertrauens begleiten muss. Der Professor windet sich jedoch aus der Verantwortung und behauptet, dass er um 10 Uhr bei Familie Satesh eingeladen ist.
10.00 Uhr Nachdem ich mit meinem Bruder gesprochen und in Erfahrung gebracht habe, dass er mit den Kindern ans Meer fahren wird, beende ich die Morgenwäsche.
10.30 Uhr Als ich mir die Haare aufsteile, rufe ich mir Dr. Rognatellis Worte in den Sinn und komme zu dem Schluss, dass ich unmöglich die schweren Einkaufstüten schleppen kann. Seufzend sprühe ich RP LOB auf meine Haut und eile dann zum Nachbarhaus, um Frau Pontecorvo zum Schoppingvergnügen einzuladen. Die Dame winkt mich lächelnd herein und beteuert, dass sie natürlich mitkommen und mir helfen wird – wie schön.
11.00 Uhr Erleichtert kehre ich in die kleine Villa zurück und freue mich, Frau Gomez in der guten Stube anzutreffen. Die Reinigungsfachfrau begrüsst mich herzlich und erkundigt sich, wie mein Japanurlaub war. Ich blicke traurig drein und verrate, dass ich die Reise kurzfristig absagen musste. Bei dieser Gelegenheit komme ich auf meine schwere Bandscheibenoperation zu sprechen und lege anschaulich dar, dass ich dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen bin. Als Frau Gomez grosse Augen bekommt, mache ich kehrt und nehme in der Küche ein kleines Frühstück ein – schmeckt nicht schlecht.

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Bandscheibenvorfall

11.30 Uhr Wenig später schellt Frau Pontecorvo an der Haustüre und wir können endlich zum PUBLIX Supermarkt aufbrechen. Ruckzuck scheuche ich Dixon zum Chevrolet und schicke mich an, mit durchdrehenden Pneus vom Grundstück zu brettern. Nebenbei klage ich über Rückenschmerzen und lasse meine Begleiterin wissen, dass ich nicht einmal ein Pfund Mehl heben kann.
12.00 Uhr Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, machen wir einer unterbelichteten Rentnerin (92) einen Einkaufswagen streitig. Danach laufen wir plaudernd durch die breiten Gänge und laden allerhand Produkte des täglichen Bedarfs ein. Weil Frau Pontecorvo günstige Lebensmittel bevorzugt, erhebe ich den Zeigefinger und belehre, das ich auf Qualität grössten Wert lege. Um meinen Aussagen Nachdruck zu verleihen, stelle ich den „Hershey’s“ Schokoladenbrotaufstich ins Regal zurück und wähle stattdessen ein Glas Nutella.

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Nutella ist sehr gesund
Bild: Rainer Zenz at de.wikipedia / CC-BY-SA-3.0-de

13.00 Uhr Im Anschluss schlendern wir zur Kasse und sehen uns genötigt, knapp 70 Dollars bezahlen zu müssen. Ich schlage die Hände über dem Kopf zusammen und gebe meiner Bekannten zu verstehen, dass ich bald im Schuldenturm landen werde. Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und händige der übergewichtigen Kassiererin meine praktische Meisterkarte (unlöblich: Master Card) aus.
13.30 Uhr Nach einer nervenaufreibenden Hochgeschwindigkeitsfahrt treffe ich im Willoughby Drive ein und beauftrage Frau Pontecorvo, die Tüten ins Haus zu schleppen. Unterdessen genehmige ich mir ein süffiges Bier aus dem Eiskasten und animiere meine Zugehfrau, die verstaubten Teppiche im Garten auszuklopfen.
14.30 Uhr Nachdem die Frauenzimmer das Weite gesucht haben, verzehre ich ein Wurstbrot und falle dann völlig erschöpft aufs Kanapee. Ich schlafe prompt ein und sehe mich im Traum nach Disney World versetzt – wie schön.
15.30 Uhr Leider wird mein Nickerchen bald durch aggressives Schellen unterbrochen. Ich schleppe mich gähnend zur Haustüre und bin überrascht, meine Verwandten anzutreffen. Natürlich winke ich die lieben Leute herein und mache es mir zur Aufgabe, die DeLonghi Kaffeemaschine einzustellen. Nebenher plaudere ich mit Georg und höre, dass der „Barefoot Beach“ (löblich: Barfussstrand) von Touristen überlaufen war – das ist wieder typisch.
16.15 Uhr Während wir es uns im Wohnzimmer bequem machen, erzählt Maria vom gestrigen Lichtspielhausbesuch und legt mir nahe, ebenfalls den neuen Michael Douglas Film „And So It Goes“ anzuschauen. Ich schüttle den Kopf und erkläre meiner Schwägerin, dass ich einen Beamer besitze und auf eine stattliche Filmsammlung zurückgreifen kann. Georg nickt eifrig und schlägt vor, dass wir uns am Abend einen Spielfilm anschauen könnten – das ist gar keine schlechte Idee.

17.00 Uhr Just als ich mit James eine geeignete Hollywoodproduktion aussuche, machen sich die Frauen in der Küche nützlich. Die Damen kochen vitaminreiche Langnudeln und plappern, dass wir gegen 18 Uhr essen können. Ich reibe mir den Bauch und unterbreite, dass es eine Gaudi wäre, einen Krimi zu sehen. Mein Neffe winkt jedoch ab und vertritt die Meinung, dass „Der Pate“ nicht für seinen 8jährigen Sohn geeignet ist – papperlapapp.
17.30 Uhr Schlussendlich verfrachten wir die Komödie „Ruby Sparks“ in den Beamer und nehmen uns das Recht heraus, den Terrassentisch mit dem besten Geschirr einzudecken. Maria lässt nicht lange auf sich warten und serviert italienische Teigwaren mit Fleischbällchen – wie das duftet.


Auch für die junge Generation geeignet: Ruby Sparks

18.30 Uhr Nachdem wir uns gestärkt haben, beginnt der Filmabend. Ich betätige den „ON“ (löblich: AN) Knopf und werfe bewegte Bilder auf die Leinwand. Anschliessend nehme ich David auf meinen Schoss und werde Zeuge, wie ein gefeierter Literat in eine Lebenskrise gerät und sich seine Sorgen von der Seele schreibt – wie langweilig.
20.30 Uhr Nach zweistündiger Eintönigkeit flimmert der Abspann über die Plastikwand. Ich wecke David auf und fülle Georgs Glas mit süffigem Sprudelsekt auf. Mein Bruder prostet mir redlichst zu und bringt für morgen einen Strandspaziergang ins Gespräch.
21.00 Uhr Zum Abschluss des Tages begleite ich meine Verwandten zum Auto und kann es kaum noch erwarten, endlich ins Bett zu gehen. Ich rufe Dixon ins Haus und lösche sämtliche Lichter. Gute Nacht.

21. Juli 2014 – Brunch im Lowbank Drive

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08.00 Uhr Ich öffne die Augen und fühle mich wie erschlagen. Weil auch mein Rücken schmerzt, nehme ich drei ASPIRIN Tabletten ein und verzichte auf den Frühsport – immerhin hat mir Dr. Rognatelli viel Ruhe verordnet.
08.30 Uhr Just als ich die futuristische DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb nehme, schellt das Festnetztelefon besonders aggressiv. Zu meiner Freude meldet sich Amanda und lädt mich zum Frühstück ein. James Ehefrau plappert ohne Unterlass und fordert mich auf, auch Frau Pontecorvo mitzubringen – wie schön.
09.00 Uhr Nachdem ich das Telefonat beendet und meiner Nachbarin Bescheid gegeben habe, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück, um mich bei einem löblichen Wirbelbad zu entspannen. Ich wasche mir die Haare und vergesse auch nicht, die Operationsnarbe im Spiegel zu begutachten. Da die Wunde rot geworden ist, nehme ich besorgt die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) zur Hand und rufe beim Arzt meines Vertrauens an. Dr. Rognatelli meldet sich prompt und behauptet, dass ich mir keine Sorgen machen muss – wie beruhigend.

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Das Ferienhaus meiner Verwandten

10.00 Uhr Im Anschluss schlüpfe ich in legere Freizeitkleidung und lasse Hund Dixon wissen, dass wir nun zum Ferienhaus im Lowbank Drive krusen werden. Anstatt brav zu sein, flitzt der Rüde bellend in den Garten und hüpft in den Teich. Ich schimpfe wie ein Bierkutscher und mache es mir zur Aufgabe, den Vierbeiner mit einem Handtuch trocken zu reiben.
10.30 Uhr Nach getaner Arbeit lotse ich Dixon zum Chevrolet und klingle erneut an Frau Pontecorvos Haustüre. Die Dame öffnet schwungvoll die Pforte und unterbreitet, dass sie sich noch die Haare kämmen muss – wie unlöblich.
10.45 Uhr Kurz vor dem Elfuhrläuten können wir endlich losfahren. Ich presche hupend aus dem Wohngebiet und lausche während der kurzweiligen Reise dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY – wie schön.
11.15 Uhr Mit fünfundvierzigminütiger Verspätung sind wir endlich am Ziel und werden von David stürmisch begrüsst. Ich kneife dem Buben in die Wange und bin überrascht, auch Edelbert anzutreffen. Natürlich setze ich mich dazu und komme in den Genuss, Urlaubsanekdoten zu hören. Besonders mein Bruder kommt aus dem Tratschen gar nicht mehr heraus und verkündet, dass er diese Japanreise so schnell nicht vergessen wird.

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Georg und Edelbert lassen mich an ihrer Japanreise teilhaben

11.30 Uhr Unterdessen schmiere ich gesalzene Butter auf eine Scheibe Olivenbrot (unlöblich: Focaccia) und bringe in Erfahrung, dass Edelbert, Georg und Admiral a.D. Bürstenbinder sogar mit der Eisenbahn nach Chiba gefahren sind, um das „Disneyland Tokyo“ zu besuchen – das ist ja allerhand.
12.00 Uhr Nachdem Georg seinen Monolog beendet hat, wende ich mich dem Professor zu und lote aus, ob es Friedbert im „Land der aufgehenden Sonne“ ebenfalls gefallen hat. Edelbert nickt eifrig und gibt zu Protokoll, dass der ehemalige Seefahrer Friedbert jeden Abend das luxuriöse Hotel verlassen hat, um sich mit „leichten Mädchen“ in einschlägigen Wirtschaften zu amüsieren – wie unlöblich.
12.45 Uhr Als Maria eine weitere Portion Rühreier auftischt, wechsle ich das Thema und bringe meine Operation zur Sprache. Selbstverständlich lobe bei dieser Gelegenheit Dr. Rognatelli über den Schellenkönig und stelle klar, dass mir der Facharzt das Leben gerettet hat. Amanda klopft sich schmunzelnd auf die Schenkel und wirft ein, dass der medizinische Eingriff eine Routinesache war – papperlapapp.

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Kaputte Bandscheibe

13.30 Uhr Während wir es uns im schattigen Garten bequem machen, schlägt James einen Ausflug vor. Ich nehme David (8) ins Visier und entgegne, dass wir morgen nach Fort Myers fahren und meinem Grossneffen im „Miromar Outlet Store“ (löblich: Miromar Auslassgeschäft) ein kleines Geschenk kaufen könnten.
14.00 Uhr Weil Georg und Edelbert vom Tschedleg geplagt sind, entschliesse ich mich, nach Hause zu fahren. Frau Pontecorvo verabschiedet sich händeschüttelnd und kündigt an, dass sie am Abend mit einer Freundin ins Lichtspielhaus gehen wird. Maria wird augenblicklich hellhörig und sagt, dass sie gerne mitkommen und den neuen Michael Douglas Film „And So It Goes“ (löblich: Und so ist es) sehen möchte.
14.30 Uhr Nachdem meine Nachbarin versprochen hat, Maria gegen 17 Uhr abzuholen, eilen wir zum Auto und treten die Heimfahrt an. Ich gleite in Richtung Norden davon und freue mich auf ruhige Stunden in der kleinen Villa.
15.00 Uhr Zuhause angekommen, falle ich erschöpft aufs Kanapee und strecke die Beine aus. Nach wenigen Sekunden döse ich ein und träume vom meiner spannenden Forschungsreise nach San Franzisko im Jahre 2003.
16.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 4 deutet, schwinge ich mich vom Sofa und widme mich der Anschnurseelsorge. Unter anderem rate ich einer alleinerziehenden Mutter aus Colmar, ihrer 17jährigen Tochter einen Badeurlaub in Kroatien zu verbieten – wo kämen wir denn da hin.
17.00 Uhr Da Dixon langsam unruhig wird, schalte ich den Heimrechner aus und breche zu einem entspannten Gassigang durchs Wohngebiet auf. Ich begleite den Vierbeiner zum La Playa Golfplatz und halte im hohen Gras nach verloren gegangenen Golfbällen Ausschau – da kommt Freude auf.
18.00 Uhr Nach einer Stunde bin ich wieder daheim und schalte die Klimaanlage etwas höher. Danach serviere ich Dixon eine Portion Trockenfutter und nehme selbst mit belegten Broten Vorlieb – das schmeckt.

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Sehr lecker: Wurstbrote

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit mache ich es mir in der guten Stube gemütlich und folge auf FOX einigen Episoden der spannenden Gruselserie „American Horror Story“. Während ich mich in eine Irrenanstalt versetzt sehe und in das Leben einer Krankenschwester eintauche, lerne ich per Einblendung, dass ab Herbst die vierte Staffel dieses preisgekrönten Fernsehspiels anlaufen wird – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung beende ich den Fernsehabend und lasse Dixon noch einmal in den Garten hinaus. Anschliessend lösche ich sämtliche Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.

18. Juli 2014 – Besuch bei Dr. Rognatelli

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08.00 Uhr Der Wecker springt an und mir bleibt nichts anderes übrig, als mich aus dem Bett zu rollen. Missmutig stapfe ich ins Bad und erkläre Dixon, dass ich gegen 10 Uhr in der Klinik sein muss. Als der Rüde den Kopf schieflegt, atme ich tief durch und gebe zu Protokoll, dass Dr. Rognatelli lediglich die Operationswunde begutachten muss.
08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik absolviert habe, entspanne ich mich bei einem löblichen Wirbelbad. Unterdessen bestaune ich Photografien, die Edelbert in Tokio geknipst hat. Beeindruckt bediene ich die Whats App Telefonweichware und registriere, dass Prof. Kuhn, Georg und Admiral a.D. Bürstenbinder nicht nur die Sehenswürdigkeiten der Millionenmetropole besichtigen, sondern auch einschlägige Gaststätten im Vergnügungsviertel Roppongi besuchen. Ich seufze laut und denke daran, wie schön es doch gewesen wäre, gemeinsam mit Edelbert die japanische Hauptstadt zu erkunden – leider kann man im Leben nicht alles haben.

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Edelbert tummelt sich in Tokio

09.30 Uhr Bevor ich zum Krankenhaus fahre, fresse ich eine Banane und vergesse auch nicht, den Vierbeiner zum Nachbarhaus zu scheuchen. Frau Pontecorvo freut sich über meinen Besuch und verspricht, zur Mittagszeit eine saubere Mahlzeit aufzutischen. Ich streiche Dixon zum Abschied über den Kopf und entgegne, dass mir bereits jetzt das Wasser im Munde zusammenläuft. Danach mache ich kehrt und hüpfe winkend in den Chevrolet Suburban.
10.00 Uhr Pünktlich auf die Minute finde ich mich im zweiten Stock des „Naples Community Hospital“ wieder und kann dem Rückenspezialisten die Hand reichen. Dr. Rognatelli lotst mich ins Behandlungszimmer und macht es sich zur Aufgabe, die OP Narbe in Augenschein zu nehmen. Darüber hinaus zieht der Heini an den Fäden und sagt, dass die Wunde perfekt verheilen und kaum Narben hinterlassen wird – wie schön.
10.30 Uhr Nach kurzer Zeit kann ich mein Hemd auch schon wieder anziehen. Der Doktor schenkt mir ein Lächeln und überreicht mir ein Röhrchen mit etlichen Tabletten. Als ich genauer nachfrage, beruhigt mich der Arzt und beteuert, dass es sich hierbei um ein Breitbandantibiotikum handelt. Dr. Rognatelli erhebt den Zeigefinger und legt mir nahe, täglich zwei Pillen einzunehmen und keine schweren Lasten zu schleppen.

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Mein Bandscheibenvorfall

11.15 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten verlasse ich die Klinik und bemerke, dass es heute besonders schwül ist. Weil im Kühlschrank kaum noch Getränke vorhanden sind, steuere ich den PS-strotzenden SUV zu kurzerhand „Bob’s Liquor Store“ an der Vanderbilt Beach Road.
11.45 Uhr Im Alkoholgeschäft meines Vertrauens angekommen, werde ich von Herrn Bob freundlich begrüsst. Der Geschäftsmann begleitet mich durch den Laden und erzählt, dass derzeit sein unterbelichteter Neffe im Geschäft mithilft. Herr Bob deutet lachend in Richtung eines hageren Halbstarken und plappert davon, dass es der Einundzwanzigjährige bisher zu nichts gebracht hat. Ich zucke mit den Schultern und lade zwei Sechserpacks Budweiser, eine Kiste Erdinger Weissbier sowie ein Fläschchen Jack Daniels Whiskey in den Einkaufswagen.

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Erdinger Weissbier – schmeckt prima

12.30 Uhr Wenig später treffe ich im Willoughby Drive ein und bin überrascht, den schwarzen JEEP meiner Verwandten vor der kleinen Villa zu sehen. Als ich aus dem Auto aussteige, kommt David (8) mit Hund Dixon dahergelaufen und berichtet, dass wir bei Frau Pontecorvo zum Mittagessen eingeladen sind. Ich klopfe mir auf die Wampe und folge dem Buben spornstreichs ins Nachbarhaus.
13.00 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse und meine Kehle öle, kommt Maria auf die Tokioreise ihres Ehemanns zu sprechen und erinnert, dass der gute Mann am Sonntag gegen 13 Uhr in Miami landen wird. Ich reibe mir die Hände und stelle klar, dass ich es mir nicht nehmen lassen werde, an die Ostküste zu krusen und die Reisegruppe abzuholen. Amanda wird augenblicklich hellhörig und meint, dass wir in aller Frühe aufbrechen und den Vormittag in der „Sawgrass Mills Mall“ verbringen könnten – papperlapapp.
14.00 Uhr Nachdem wir das Mittagessen beendet haben, verabschieden sich meine Verwandten und laden mich für den Abend ins Lichtspielhaus ein. Natürlich winde ich mich geschickt aus der Verantwortung und gebe vor, wegen meines Rückens nicht lange sitzen zu können.
14.30 Uhr Letztendlich bedanke ich mich bei Frau Pontecorvo für das feine Essen und kehre nach Hause zurück. Da ich nicht mehr der Jüngste bin, falle ich stöhnend aufs Kanapee und döse schnell ein.
15.30 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und nehme am Schreibtisch platz. Auch heute kümmere ich mich um die Anschnurseelsorge und rate einer verzweifelten Lehrerin (57) aus Berlin, sich nicht von der vorlauten Jugend ärgern zu lassen – wo kämen wir denn da hin.
16.30 Uhr Nach einer Stunde beende ich die Arbeit und nehme die neuen Einträge im Gästebuch in Augenschein. Im Anschluss schalte ich das Arbeitsgerät aus und gönne mir ein Weissbier auf der schattigen Terrasse – das tut gut.
17.30 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf halb Sechs zugeht, mache ich mich in der Küche nützlich und zaubere unter den fordernden Blicken meines Haustieres ein feines Abendessen. Gekonnt koche ich Langnudeln und bereite eine deftige Thunfischsauce zu – wie gut das duftet.

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Eine prima Jause: Landnudeln mit Thunfisch

18.30 Uhr Ganz nach dem alten Sprichwort „Nach dem Essen sollst du Ruh’n oder Tausend Schritte tun“ mache ich es mir im Wohnzimmer gemütlich. Ich schalte die Klimaanlage höher und fröne auf FOX den Abendnachrichten.
19.00 Uhr Weil keine brechenden Neuigkeiten (unlöblich: Breaking News) vorliegen, wähle ich zeitnah den Bezahlsender HBO aus, wo just im Moment der Gruselfilm „Haunt“ anläuft. Ich reisse eine Packung Lay’s Kartoffelchips auf und tauche in das Leben einer Familie ein, die in ein Spukhaus einzieht. HEUREKA – diesen Unsinn muss man gesehen haben.
21.00 Uhr Der Abspann flimmert über die Mattscheibe und ich betätige gähnend den „OFF“ (löblich: AUS) Knopf. Danach begleite ich Dixon in den Garten und ermögliche dem Vierbeiner noch etwas Auslauf. Anschliessend verschliesse ich die Haustüre besonders sicher und gehe zu Bett. Gute Nacht.

10. Juli 2014 – Eine furchtbare Diagnose

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08.15 Uhr Ein neuer Tag beginnt und ich verspüre noch immer höllische Rückenschmerzen. Darüber hinaus habe ich auch noch grosse Probleme, mich aus dem Wasserbett zu rollen – wie unlöblich.
08.45 Uhr Als ich nach dreissig Minuten endlich im Badezimmer stehe, bemerke ich ausserdem, dass mein rechtes Bein unangenehm kribbelt. Ich fluche wie ein Bauarbeiter und entschliesse mich, Frau Pontecorvo anzurufen.
09.15 Uhr Wenig später steht die Dame vor der Haustüre und überreicht mir ECOTRIN Tabletten. Ich nehme die Schachtel argwöhnisch in Augenschein und informiere, dass ich ein stärkeres Medikament benötige.

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Eine Tasse Kaffee / Bild: Nevit Dilmen / CC BY-SA 3.0

09.45 Uhr Nachdem ich Bohnentrunk aufgebrüht und mich mit letzter Kraft ins Wohnzimmer geschleppt habe, nehme ich die Medizin ein und lasse meinen Gast wissen, dass ich übermorgen nach Tokio ausfliegen muss. Frau Pontecorvo überlegt ganz genau und sagt, dass es angebracht wäre, vorher einen Arzt aufzusuchen. Bevor ich Widerworte finde, nimmt die gute Seele das Telefon zur Hand und ruft bei Edelbert an. Der schlaue Mann macht sich die grössten Sorgen und sichert zu, in einer halben Stunde im Willoughby Drive zu sein – wie schön.
10.30 Uhr Als der Minutenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf halb 11 deutet, klingelt es an der Türe und wir können den Professor begrüssen. Mein Bekannter reibt sich nachdenklich die Nase und unkt, dass ich mir gestern womöglich eine Zerrung zugezogen habe.

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Mein goldener Chronograh

11.00 Uhr Da die Schmerzen trotz weiterer ECOTRIN Dragees nicht abklingen wollen, zückt Edelbert sein strahlendes Handtelefon und macht es sich zur Aufgabe, Georg und Maria über meinen verheerenden Zustand in Kenntnis zu setzen. Mein Bruder gibt sich besorgt und rät, zum „Community Hospital“ zu fahren. Ich rolle mit den Augen und bin mir sicher, dass der Arztbesuch ein Vermögen kosten wird.
11.45 Uhr Nach kurzem Überlegen willige ich ein und krieche auf allen Vieren in die Nasszelle, um mich frisch zu machen. Anschliessend zwänge ich mich in legere Kleidung und bitte Frau Pontecorvo, auf Hund Dixon aufzupassen.
12.30 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit quäle ich mich auf den Beifahrersitz des schneeweissen JEEPS und fordere Edelbert mit erhobenem Zeigefinger auf, umsichtig zu fahren. Prof. Kuhn nickt eifrig und gleitet hupend aus dem Wohngebiet. Bei dieser Gelegenheit redet der Mann ohne Unterlass auf mich ein und beteuert, dass ich im Krankenhaus eine Spritze bekommen und spätestens in zwei Stunden Schmerzfrei sein werde – das will ich doch hoffen.
13.00 Uhr Am Ziel angekommen, hilft mir Edelbert aus dem Auto und begleitet mich zum Empfang. Dort heisst uns eine freundliche Afroamerikanerin herzlich Willkommen und erkundigt sich nach dem Rechten. Ich schildere der kleinen Frau meine Probleme und gebe zu Protokoll, dass ich grosse Schmerzen habe und kaum Laufen kann. Die Krankenhausmitarbeiterin fackelt nicht lange und unterbreitet, dass mit Rückenschmerzen nicht zu Spassen ist. Anschliessend greift die Gute zum Telefonhörer und kontaktiert einen muskelbepackten Pfleger, der mich in einen Rollstuhl verfrachtet und ins zweite Obergeschoss bringt.
14.00 Uhr Nach fünfundvierzig Minuten kommt Facharzt Dr. Rognatelli dazu und lässt sich mein Leiden ganz genau schildern. Während ich aus dem Plappern gar nicht mehr herauskomme, macht sich der Heini Notizen und kommt zu dem Ergebnis, dass höchstwahrscheinlich ein Bandscheibenvorfall (auf englisch: Herniated Disc) vorliegt.
14.45 Uhr Schlussendlich händigt uns der Mediziner Unterlagen für meine Krankenversicherung aus und führt uns in das nächste Behandlungszimmer, wo eine Computertomographie vorgenommen werden soll.
15.30 Uhr Während es sich Edelbert zeitungslesend im Wartezimmer bequem macht, werde ich von einer wortkargen Krankenschwester animiert, mich auf den Untersuchungstisch zu legen. Ich komme dem Aufruf anstandslos nach und registriere, wie die Pritsche automatisch in den futuristischen Röntgenapparat fährt. Die Maschine macht merkwürdige Geräusche und schon bald habe ich die Gewissheit, dass ich tatsächlich an einem Bandscheibenvorfall leide. Ich mache grosse Augen und gebe Dr. Rognatelli zu verstehen, dass ich morgen nach Japan ausfliegen wollte. Der Italoamerikaner schüttelt seufzend den Kopf und weist mich auf die Tatsache hin, dass ich innerhalb der nächsten 48 Stunden operiert werden muss – nun habe ich den Salat.

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Ich habe einen Bandscheibenvorfall

16.30 Uhr Stinksauer kehre ich ins Wartezimmer zurück und berichte dem Professor, dass ich die Reise vergessen und stattdessen mein Testament machen kann. Dr. Rognatelli wiegelt jedoch ab und informiert, dass eine minimalinvasive Operationsmethode angewandt wird, die es mir ermöglicht, das Krankenhaus nach zwei oder drei Tagen wieder zu verlassen. Wie nicht anders zu erwarten, kommt auch Prof. Kuhn auf unsere Forschungsreise zu sprechen und lotet aus, ob man einen Bandscheibenvorfall nicht mit Medikamenten heilen kann. Dr. Rognatelli nimmt Edelbert augenblicklich den Wind aus den Segeln und sagt, dass ich um eine zeitnahe Operation nicht herumkommen werde.
17.15 Uhr Letztendlich finden wir uns im Büro des Facharztes wieder und vereinbaren, dass am Samstag der Eingriff erfolgen soll. Ich blicke traurig drein und höre, dass morgen eine allgemeinen Untersuchung ansteht.

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Ich muss meine Japanreise leider absagen

18.00 Uhr Nachdem mir der Arzt eine schmerzstillende Spritze verabreicht und mich gebeten hat, am Freitag Nachmittag wiederzukommen, folge ich Edelbert zum Aufzug. Mein Bekannter gibt sich deprimiert und kündigt an, die Japanreise stornieren zu wollen. Ich winke jedoch ab und ermutige den schlauen Mann, sich die Vorfreude nicht nehmen zu lassen und ohne mich ins „Land des Lächelns“ zu reisen.
18.45 Uhr Zuhause angekommen, werden wir von Maria und Georg sehnlichst erwartet. Die lieben Leute haben es sich mit Frau Pontecorvo auf der Terrasse gemütlich gemacht und staunen nicht schlecht, als ich ihnen von der Untersuchung erzähle. Anstatt in Tränen auszubrechen, wird mein Bruder hellhörig und meint, dass es ein Vergnügen wäre, für mich einzuspringen und Edelbert nach Japan zu begleiten.
19.30 Uhr Während die beiden die AIR CANADA Heissleine (unlöblich: Hotline) anrufen und die Flug- bzw. Hotelumbuchung in die Wege leiten, humple ich in die Küche und fülle Dixons Napf mit Trockenfutter auf. Maria leistet mir Gesellschaft und bereitet währenddessen Wurstbrote zu.

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Ich beisse kraftvoll zu

20.30 Uhr Als ich kraftvoll zubeisse, kommt mein Bruder freudestrahlend dazu und sagt, dass er mittlerweile Nägel mit Köpfen gemacht und Prof. Kuhn nach Japan begleiten wird. HEUREKA – das ist ja allerhand. Meine Schwägerin ist begeistert und sagt, dass sie noch heute Wäsche waschen und Georgs Koffer packen wird.
21.15 Uhr Nachdem meine Verwandten Lebewohl gesagt haben, trinke ich mit Frau Pontecorvo und Edelbert noch einen Schluck Wein. Nebenher streichle ich dem Vierbeiner über den Kopf und erzähle ihm, dass er in den nächsten Tagen ohne mich auskommen muss. Meine Nachbarin greift nach meiner Hand und verspricht, Dixon während meines Krankenhausaufenthalts in Pflege zu nehmen – wie schön.
22.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, die lieben Menschen zu verabschieden und mich schlafen zu legen. Völlig erschöpft quäle ich mich ins Schlafzimmer und bette mich zur Ruhe. Gute Nacht.