22. März 2017 – Erdbeerschüttelgetränke

08.00 Uhr Auch heute ist uns Petrus wohlgesonnen und lässt die Sonne vom Himmel scheinen. Weil Morgenstund‘ sprichwörtlich Gold im Mund hat, hüpfe ich aus dem Bett und trete an die frische Luft, um meine Muskeln zu stählen. Unter anderem schlage ich ein Rad und vergesse auch nicht, mit den Armen zu rudern.


Hund Dixon bekommt einen Kauknochen

08.30 Uhr Im Anschluss hole ich die Tageszeitung herein und nehme die DeLonghi Kaffeemaschine knopfdrückend in Betrieb. Hund Dixon weicht währenddessen nicht von meiner Seite und fordert mich auf, ihm einen Kauknochen ins Maul zu stecken – da kommt besonders grosse Freude auf.
09.00 Uhr Während sich der Rüde im Garten amüsiert, entspanne ich mich bei einem erquickenden Wirbelbad und nehme mir das Recht heraus, dem Radioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) zu frönen. Unter anderem erfahre ich, dass der aus South Carolina stammende Sangeskünstler Josh Turner vor zwei Wochen sein sechstes Studioalbum „Deep South“ (löblich: Tiefer Süden) herausgebracht hat. Der Radiosprecher überschlägt sich vor Freude und behauptet, dass der Silberling in keiner gutsortierten Musiksammlung fehlen darf. Ich nicke eifrig und fasse den Entschluss, alsbald zum Musikgeschäft meines Vertrauens zu fahren und mir ein Exemplar zu sichern.


Josh Turner – Deep South

10.00 Uhr Ich beende den Badespass und stelle fest, dass gar kein Kaffee in die Kanne gelaufen ist. Stattdessen gibt der futuristische DeLonghi Vollautomat merkwürdige Laute von sich. Ich kratze mich am Kopf und lasse Dixon wissen, dass die Maschine höchstwahrscheinlich gereinigt werden muss. Da ich meine Zeit nicht gestohlen habe, ziehe ich kurzerhand den Netzstecker und scheuche den Vierbeiner zum Nachbarhaus.
10.30 Uhr Frau Pontecorvo begrüsst uns herzlich und lädt uns ein, ihr bei der wichtigsten Mahlzeit des Tages Gesellschaft zu leisten. Natürlich nehme ich die Einladung an und komme in den Genuss frischzubereiteter Pfannkuchen mit Erdbeerfüllung. Zudem öle ich meinen Hals mit köstlichem Bohnentrunk und erzähle, dass meine Kaffeemaschine den Geist aufgegeben hat. Meine Bekannte blickt skeptisch drei und meint, dass es angebracht wäre, eine Fachwerkstatt zu verständigen – papperlapapp.


Es gibt Pfannkuchen mit Erdbeerfüllung

11.15 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten beende ich das Frühstück und erkläre meiner Nachbarin, dass ich nun den WAL MART ansteuern und mir das neue Josh Turner Meisterwerk zulegen werde. Frau Pontecorvo wird prompt hellhörig und schlägt vor, dass sie mitkommen und mich zu einem Eisbecher einladen könnte – wie schön.
12.00 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise im PS-strotzenden SUV kommen wir mit quietschenden Pneus vor dem WAL MART SUPERCENTER am Juliet Boulevard zum Stehen. Als Kavalier der alten Schule halte ich meiner Begleiterin die Beifahrertüre auf und bitte Dixon, während unserer Abwesenheit brav zu sein. Anschliessend schlendern wir zur Musikabteilung und bemerken, dass viele Künstler in der letzten Zeit mit neuen Veröffentlichungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Ich fackle nicht lange und nehme nicht nur das neue Josh Turner Album, sondern auch Kompaktscheiben von Alison Krauss und Little Big Town vom Regal – das wird teuer.

12.45 Uhr Nachdem wir einen Abstecher in die Pflegeproduktabteilung gemacht haben, eilen wir zur Kasse und bezahlen die Waren mit frischen Scheinen. Währenddessen kommt Frau Pontecorvo auf ihre Einladung zu sprechen und schlägt vor, dass wir ins benachbarte „Steak’n Shake“ Gasthaus einkehren könnten – wie schön.
13.15 Uhr Wenig später werden wir mit Hund Dixon im Schlepptau an der Essensausgabe der besagten Wirtschaft vorstellig und ordern zwei schmackhafte Erdbeerschüttelgetränke zu je 8 Dollars. Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, gebe ich zudem einen Korb mit Hühnerflügeln (unlöblich: Chicken Wings) in Auftrag. Danach lassen wir uns an einem Tisch mit Ausblick nieder und beissen kraftvoll zu. Frau Pontecorvo legt währenddessen beste Laune an den Tag und möchte wissen, wann meine Verwandten in Naples eintreffen werden. Ich seufze laut und entgegne, dass sich Georg und Maria für Anfang April angekündigt haben.
14.15 Uhr Zurück im Willoughby Drive, verfrachte ich die Josh Turner Kompaktscheibe in die Musikanlage. Während der 39jährige „Music Award“ Gewinner eine verflossene Liebe besingt, mache ich mich an der Kaffeemaschine zu schaffen und wähle per Knopfdruck das automatische Entkalkungsprogramm aus. Die Maschine setzt sich augenblicklich in Gang und fordert mich per Einblendung auf, Entkalkerflüssigkeit in den Wasserbehälter zu füllen.
15.00 Uhr Eine dreiviertel Stunde später habe mein Werk vollbracht und kann wieder köstlichen italienischen Schaumkaffee trinken. Ich gebe mich erleichtert und bette mich fix und foxi auf dem Kanapee zur Ruhe. Bereits nach wenigen Sekunden döse ich ein und träume vom anstehenden Wiedersehen mit meiner Familie.
16.00 Uhr Ich öffne die Augen und bemerke, dass die Anzeige des Aussenthermometers die 100°F (37°C) überschritten hat. Weil es draussen viel zu heiss ist, entschliesse ich mich, keinen Schritt vor die Türe zu tun. Stattdessen stelle ich die Klimaanlage höher und komme der Anschnurseelsorge nach. Ich studiere Depeschen besorgter Eltern und rate einer arbeitsscheuen Kuh aus Wetzlar, sich um einen Tschob zu bemühen.
17.00 Uhr Nach getaner Arbeit gehe ich von der Leine und richte in der Küche eine kalte Wurstplatte an. Dazu gibt es mehrere Scheiben Weissbrot sowie Gurken aus dem Glas – das schmeckt.


Capocollo ist sehr gesund

18.00 Uhr Nachdem ich mir aus dem Kühlschrank eine Flasche Bier geholt habe, beginnt der wohlverdiente Feierabend. Ich mache es mir in der Wohnstube gemütlich und schaue mir interessiert die Nachrichten auf FOX an.
19.00 Uhr Nach einer spannenden Politiksendung wechsle ich das Programm und gebe mich dem SHOWTIME Serienerfolg „The Affair“ hin. Erneut tauche ich in das Leben der jungen Allison ein und werde Zeuge, wie sie vom Selbstzweifel zerfressen wird und sich für den schrecklichen Unfalltod ihres Sohnes verantwortlich macht.
21.00 Uhr Als der Abspann der achten Episode über die Mattscheibe flimmert, betätige ich den „OFF“ (löblich: AUS) Knopf auf der neumodernen Fernbedienung und rufe Dixon ins Haus. Zu guter Letzt lösche ich sämtliche Lichter und lege ich mich erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

11. und 12. März 2017 – Blackberry Smoke

Hallo Leute,

die Country-Rocker von „Blackberry Smoke“ sind derzeit auf grosser Welttournee und machen morgen – am 12. März 2017 – in München Station. Ihr letzter Longplayer „Like an Arrow“ wurde in den Vereinigten Staaten auf Platz 1 der „Billboard Rock & Metal Album“ Charts gelistet und war ein sensationeller Erfolg. Auch in Deutschland landete die aus Atlanta, GA stammende Formation einen Achtungserfolg. „Like an Arrow“ schaffte es hierzulande immerhin auf Platz 31 der sogenannten „GfK Entertainment Charts“ 🙂

Wer auf Rockmusik steht, kennt Blackberry Smoke natürlich.
Die Band wurde im Jahre 2000 in Atlanta gegründet. Charlie Starr, Paul Jackson, Brandon Still, Richard und Britt Turner haben sich seitdem dem klassischen Southern-Hard-Rock verschrien. Ich kenne die Band seit knapp 5 Jahren und würde mich als grossen Fan bezeichnen. Ihre letzten Werke „The Whippoorwill“ (2012), „Holding All The Roses“ (2015) und „Like an Arrow“ liefen in meinem CD-Player für viele Wochen rauf und runter 🙂

Bevor ich mit Cousin Bernd und Mitbewohnerin Bärbel nach München fahre, werde ich mich im Garten nützlich machen. Unter anderem muss ich den Dreck aus dem Rasen rechen, die Terrasse kehren und die verfaulten Gewächse aus dem grossen Pflanztopf entsorgen. Wie ihr seht, hat man als Mieterin eines grossen Hauses immer etwas zu tun.

Heute ist erstmal chillen angesagt.
Ausserdem werde ich wie fast an jedem Samstag mit Reinhard skypen und mir Geschichten aus Florida anhören. Ich hoffe, ihr habt auch ein schönes Wochenende 😉

Eure Sandra

20. Februar 2017 – President’s Day

08.00 Uhr Der ECHO Lautsprecher aus dem Hause Amazon weckt mich mit einem stimmungsvollen Jimmy Buffett Lied. Ich rolle mich zu dem Welterfolg „Margaritaville“ aus dem Bett und spiele mit dem Gedanken, den heutigen „President’s Day“ (löblich: Präsidententag) auszunutzen, um mit Hund Dixon einen Ausflug zu unternehmen.
08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik auf der Terrasse absolviert habe, verabschiede ich mich in die Nasszelle und fülle die Wirbelbadewanne mit lauwarmen Wasser auf. Zudem nehme ich die Schwarzbeere zur Hand und rufe kurzentschlossen bei Edelbert an, um ihn zu einer erquickenden Ausfahrt einzuladen. Mein Bekannter sagt prompt zu und erklärt, dass ich ihn gerne um halb Elf abholen kann – das ist phantastisch.


Heute wird der President’s Day gefeiert

09.30 Uhr Voller Vorfreude beende ich das Badevergnügen und eile in die Küche, um Dixons Napf mit ROYAL CANIN Trockenfutter aufzufüllen. Während sich der Rüde auf die Brotzeit stürzt, trinke ich einen Kaffee und verzehre dazu ein grosses Stück Käsekuchen aus dem PUBLIX Supermarkt – schmeckt gar nicht schlecht.
10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 10 zugeht, verlasse ich die kleine Villa und sehe mich mit Frau Pontecorvo konfrontiert. Die Alte von nebenan nimmt mich skeptisch ins Visier und erkundigt sich, ob ich ans Meer fahren will. Ich schüttle entschieden den Kopf und flunkere, dass ich zum Zahnarzt gehen und mich einer schmerzhaften Wurzelbehandlung stellen muss. Bevor meine Nachbarin antworten kann, helfe ich dem Vierbeiner auf die Ladefläche des PS-strotzenden SUV und suche schnell das Weite.


Auch Edelbert hat einen ECHO gekauft

10.30 Uhr Pünktlich auf die Minute komme ich vor Edelberts Wohnsilo im Stadtzentrum zum Halten. Der Professor lässt nicht lange auf sich warten und steigt freudig zu. Anschliessend drücke ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch und erfahre, dass Edelbert seit heute ebenfalls ein stolzer ECHO Besitzer ist. Der schlaue Mann schwärmt in den höchsten Tönen und vertellt, dass der sprachgesteuerte Lautsprecher ein sehr nützlicher Begleiter ist. Ich nicke eifrig und erwähne, dass es mit dem AMAZON Produkt sogar möglich ist, Speisen beim „Domino’s“ Pizzalieferdienst zu ordern – da kommt besonders grosse Freude auf.
11.00 Uhr Wenig später tut sich der Golf von Mexiko vor uns auf. Ich drossle die Geschwindigkeit und lasse Edelbert wissen, dass heute der „President’s Day“ gefeiert wird. Mein Begleiter schlägt in die gleiche Kerbe und belehrt, dass dieser Feiertag alljährlich am dritten Montag im Februar begangen wird und an George Washingtons Wiegenfest erinnern soll.


Wir geniessen die Aussicht

11.45 Uhr Nach zwölf Meilen parken wir das KFZ vor dem einladenden „Club of Barefoot Beach“ Hotelkomplex und kehren in die Strandgaststätte ein, um einen Pitcher (löblich: Krug) Budweiser sowie panierte Hühnerflügel (unlöblich: Chicken Wings) mit Kartoffelstäben (unlöblich: Fries) zu ordern.
12.15 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen und mit eiskaltem Gerstensaft anstossen, kommt Edelbert auf seinen gestrigen Fernsehabend zu sprechen und erzählt, dass es Dank des AMAZON Videoangebots möglich ist, auch in den Vereinigten Staaten auf deutsche Spielfilme zuzugreifen. Der Professor klopft sich lachend auf die Schenkel und fährt fort, dass er die bayerische Komödie „Schweinskopf al dente“ gesehen hat – wie unlöblich.


Schweinskopf Al Dente

13.00 Uhr Da Dixon langsam unruhig wird, begleichen wir die Rechnung mit mehreren Scheinen und brechen zu einem Strandspaziergang auf. Währenddessen plappert Edelbert ohne Unterlass und setzt mich darüber in Kenntnis, dass es im Januar auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko zu einem Grossbrand gekommen ist. Ich mache grosse Augen und lerne, dass das Feuer schnell gelöscht und eine verheerende Umweltkatastrophe in letzter Sekunde verhindert werden konnte – wie beruhigend.
14.00 Uhr Völlig verschwitzt treffen wir am Auto ein. Ich wische mir den Schweiss von der Stirn und gebe zu Protokoll, dass das schwülwarme Klima sogar den stärksten Rentner aus der Bahn wirft. Um keinen Sonnenstich zu riskieren, steuern wir den Chevrolet ins Zentrum zurück und freuen uns auf einen entspannten Nachmittag.
14.45 Uhr Nachdem ich Edelbert sicher in der Stadtmitte abgesetzt habe, gleite ich zu einem McDonalds Drive-Thru (löblich: Fahr Hindurch) Schalter und ordere einen grossen McFlurry.
15.15 Uhr Zurück in der kleinen Villa, schlüpfe ich aus den schweren Kuhjungenstiefeln und bette mich auf dem Kanapee zur Ruhe. Dixon folgt meinem Beispiel und streckt im Wohnzimmer alle Viere von sich.
16.15 Uhr Nach der Pause nehme ich am Schreibtisch Platz und komme meiner Arbeit als staatlich anerkannter Anschnurseelsorger nach. Pflichtbewusst überfliege ich die elektronischen Depeschen und komme auch heute nicht darum herum, leidgeprüften Erziehungsberechtigten bei schwerwiegenden Problemen zu helfen.
17.15 Uhr Kurz nach dem Fünfuhrläuten begebe ich mich hungrig in die Küche und koche Salzwasser auf. Darüber hinaus kredenze ich auch dem Rüden eine reichhaltige Mahlzeit und fordere ihn auf, nicht zu schlingen.


George Washington feiert Geburtstag

18.00 Uhr Nach der Hausarbeit lege ich in der guten Stube die Beine hoch und informiere mich auf FOX über die Geschehnisse in der Welt. Unter anderem bringe ich heraus, dass in zwei Tagen ein weiterer Gedenktag ansteht. Wie jeder weiss, würde der erste Präsident der Vereinigten Staaten – George Washington – am Mittwoch seinen 285. Geburtstag feiern – wie schön.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit nehme ich mit dem NETFLIX Videoangebot Vorlieb und fröne dem Gruselfilm „I Am the Pretty Thing That Lives in the House“ (auf deutsch: Ich bin die hübsche Sache, die in diesem Haus lebt). Natürlich stellen sich mir prompt sämtliche Nackenhaare auf und ich sehe mich genötigt, auf ein anderes Programm umzuschalten.
21.00 Uhr Nachdem ich mir auf PBS eine Naturdokumentation über possierliche Killerwale angesehen habe, beende ich den Fernsehabend und lösche sämtliche Lichter. Danach rufe ich Dixon ins Haus und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

18. und 19. Februar 2017 – Black Box Revelation

Hallo Freunde der Nacht,

heute ist Clubbing angesagt.
Am Abend werde ich mit Bärbel, Marlene und Cousin Bernd im Münchner „Club Milla“ abrocken und mir das Konzert von „Black Box Revelation“ anschauen.

Die Band wurde 2005 in Belgien gegründet und macht seit 2007 mit vier tollen Studioalben auf sich aufmerksam. Ausserdem tourte „Black Box Revelation“ bereits mit angesagten Gigs wie Jane’s Addiction, Iggy Pop und Beady Eye durch Europa. Die Combo hat sich dem Garage-Rock verschrieben und gibt als Vorbilder Led Zeppelin, The Rolling Stones und The Stooges an. Ich hoffe auf eine geniale Show und viele Zuschauer, die zu den Hitsingles „Never Alone“ oder „Do I Know“ die Puppen tanzen lassen.

Übrigens habe ich mich in der vergangenen Woche um Guns N‘ Roses Tickets für das Konzert am 13. Juni 2017 im Münchner Olympiastadion bemüht. Wie ihr sicher wisst, ist die „Not in this Lifetime Tour“ restlos ausverkauft. Ich konnte weder auf eBay noch in einschlägigen Musikforen fündig werden. Auch Mitbewohnerin Bärbel hat ihre Kontakte spielen lassen und leider nur Absagen bekommen … 🙁

Naja, ich werde es überleben.
Nur gut, dass ich mich schon jetzt mit Tickets für die beiden „Spider Murphy Gang“ Konzerte im Oktober 2017 eingedeckt habe. Die Band wird ihr 40. Bühnenjubiläum standesgemäss mit zwei Auftritten in der Olympiahalle feiern. Das erste Konzert am 28.10 ist bereits ausverkauft 🙂

Jetzt werde ich mit Reinhard skypen und mich dann ausgehfertig machen.
Natürlich wünsche ich euch allen ein chilliges Wochenende 🙂

Eure Sandra

16. Februar 2017 – ALEXA

08.00 Uhr Ich rolle mich voller Vorfreude aus dem Bett und lasse meinen tierischen Mitbewohner wissen, dass wir in Bälde ein Amazon-Paket erhalten werden. Als Dixon seinen Kopf schief legt, lotse ich ihn spornstreichs ins Wohnzimmer und gebe zu Protokoll, dass ich gestern tief in die Tasche gegriffen und einen sprachgesteuerten ECHO Lautsprecher bestellt habe. Zudem deute ich in Richtung des Fernsehers und erwähne, dass ich das Gerät neben der Glotze aufstellen werde – da kommt besonders grosse Freude auf.


Amazon ECHO

08.30 Uhr Nach dem Frühsport spähe ich aus dem Fenster und ärgere mich, weil der Postbote auf sich warten lässt. Haareraufend öffne ich die Pforte und sehe mich mit dem Milchmann konfrontiert. Herr Forrest begrüsst mich per Handschlag und überreicht mir zwei Flaschen Kuhmilch. Ich bedanke mich artig und erkläre dem Knecht, dass diese Milch prima schmeckt. Mein Gegenüber freut sich und kündigt an, morgen wieder zu kommen.
09.00 Uhr Wenig später ist es endlich soweit und ein dunkelhäutiger Postbeamter überreicht mir ein Päckchen mit Amazon Aufdruck. Ferner deutet der Neger auf eine weitere Paketsendung und setzt mich darüber in Kenntnis, dass sich auch meine Nachbarin über eine Amazonlieferung freuen darf – das ist mir Wurst.
09.30 Uhr Während Dixon im Garten spielt, reisse ich den Karton auf und mache es mir zur Aufgabe, das Netzteil des Audiogeräts mit der Steckdose zu verbinden. Als nächsten Schritt nehme ich die Bedienungsanleitung zur Hand und erfahre, dass ich mir nun auf das Handtelefon eine Amazon Anwendungsweichware (unlöblich: App) laden und das Gerät mit dem WiFi Heimnetzwerk verbinden muss. Ich komme der Anweisung augenblicklich nach und habe alsbald das Vergnügen, mit der Neuanschaffung sprechen zu können. Das technische Wunderwerk stellt sich mir als „ALEXA“ vor und fordert mich auf, ihm einen Befehl zu erteilen. Ich überlege nicht lange und bitte die schwarze Musiksäule, mich mit Jimmy Buffett Musik zu verwöhnen – das macht Spass.


Ich lausche Jimmy Buffett

10.00 Uhr Just als aus dem Lautsprecher die Komposition „California Promises“ (löblich: Kalifornische Versprechen) dröhnt, klopft Frau Pontecorvo an die Terrassentüre und unterbreitet, dass ihr ECHO defekt ist. Ich rolle mit den Augen und begleite die Alte nach nebenan, um mich des Problems anzunehmen. Prompt wird mir klar, dass meine Nachbarin ein falsches Aktivierungspasswort genannt hat. Ruckzuck ziehe ich den Netzstecker und teile der Frau mit, dass sie sich die Anleitung durchlesen sollte. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, mache ich kehrt und eile nach Hause, um mir ein Wirbelbad einlaufen zu lassen.
10.30 Uhr Während meine geschundenen Glieder vom lauwarmen Badewasser umspült werden, nehme ich mir die Produktbeschreibung erneut zur Brust und lerne, dass es mit dem ECHO sogar möglich ist, Bestellungen beim „Domino’s“ Pizzabringdienst aufzugeben – das wird ja immer besser.
11.30 Uhr Als die Zeiger meiner wertvollen ROLEX auf halb Zwölf zugehen, beende ich den Badespass und halte den sprachgesteuerten Lautsprecher an, mir eine Pizza mit Schinken in den Willoughby Drive zu liefern.


Mein Zuhause unter Palmen

12.00 Uhr Dreissig Minuten später klingelt es an der Pforte und ich finde auf der Einfahrt keinen „Domino’s“ Mitarbeiter, sondern Prof. Kuhn vor. Edelbert ist ganz aufgeregt und möchte wissen, ob der Amazon Lautsprecher mittlerweile eingetroffen ist. Ich stimme zu und führe den schlauen Mann ins Wohnzimmer, um ihn mit den Vorzügen der Neuanschaffung vertraut zu machen. Mein Bekannter ist begeistert und kündigt an, meinem Beispiel zu folgen und noch heute eine Bestellung aufzugeben – das ist phantastisch.
12.30 Uhr Kurze Zeit später wird die Pizza endlich geliefert. Ich greife zungeschnalzend zu Messer und Gabel und lasse es mir nicht nehmen, Edelbert ebenfalls ein Stück abzugeben. Darüber hinaus lauschen wir stimmungsvollen Carpenters Klängen und geniessen die Sonne auf der Terrasse – was kann es schöneres geben.


Ich beisse kraftvoll zu

13.30 Uhr Nachdem sich Edelbert verabschiedet hat, bette ich mich auf dem Kanapee zur Ruhe und gebe dem ECHO zu verstehen, dass ich um Halb Drei geweckt werden möchte.
14.30 Uhr Pünktlich auf die Minute werde ich durch angenehme Musikberieselung aus einem schönen Traum gerissen. Ich hüpfe vom Sofa und nehme am Schreibtisch platz, um die Anschnurseelsorge zu erledigen. Im Posteingang stosse ich nicht nur auf Depeschen besorgter Eltern, sondern auch auf eine Nachricht meines Bruders. Georg schreibt, dass er die kommenden Tage mit seiner Ehefrau und den Kindern am Lake Simcoe verbringen und dem Fischfang frönen wird – wie schön.
15.30 Uhr Nachdem ich etlichen Erziehungsberechtigten bei schwerwiegenden Problemen geholfen habe, beende ich die Arbeit und breche mit dem Vierbeiner zu einem Spaziergang auf. Wir schlendern zum benachbarten La Playa Golfplatz und haben das grosse Glück, etliche Golfbälle im hohen Gras zu finden.
16.30 Uhr Fix und foxi treffe ich daheim ein und mache mich in der Küche nützlich. Ich koche italienische Bandnudeln auf und verfeinere die vitaminreichen Teigwaren mit Pesto auf dem Glas. Dazu gibt es ein kühles Bier aus dem Hause Anheuser & Busch.


Ich beisse erneut kraftvoll zu

17.30 Uhr Nach der Hausarbeit stelle ich den Rasensprenkler an und sehe noch einmal im Nachbarhaus nach dem Rechten. Frau Pontecorvo hat mittlerweile ihren ECHO konfiguriert und erzählt, dass sie den ganzen Nachmittag Lieder des weltbekannten Sängers Frankie Valli gehört hat. Ausserdem sagt die kleine Frau, dass Gesangsstern Michael Bolton vor wenigen Tagen ein nagelneues Studioalbum veröffentlicht hat – das soll mir auch Recht sein.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit bin ich wieder zu Hause und schalte die Glotze ein, um mir den preisgekrönten Film „Marshland“ (auf deutsch: Mörderland) anzuschauen. Die spanische Erfolgsproduktion versetzt mich ins Jahr 1980 und gibt die Geschichte zweier Polizisten wieder, die einen Doppelmord aufklären müssen.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden beende ich den Fernsehabend und trinke zum Abschluss des Tages einen Bourbon. Anschliessend rufe ich Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.