20. Juli 2017 – Die amerikanische Hitparade feiert Geburtstag

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 1. November 1894 wurde in Cincinnati, OH die Fachzeitschrift „The Billboard“ von William H. Donaldson und James Hennegan ins Leben gerufen. Das Magazin beschäftigte sich in seinen Anfängen hauptsächlich mit Karnevalsveranstaltung in den Millionenmetropolen entlang der amerikanischen Ostküste. Das Blatt erfreute sich grösster Beliebtheit und berichtete schon bald über angesagte Musiker und hörenswerte Schellackplatten.

hitparade

46 Jahre später – am 20. Juli 1940 – veröffentlichte die Zeitung zum ersten Mal eine Aufstellung der beliebtesten Lieder. Auch viele Radiostationen berichtete ausgiebig über die sogenannten „Popularity Charts“ und nannte die monatlich erscheinende Hitparade kurzerhand „Billboard Hot 100“.

Heute vor 77 Jahren stand der aus Shenandoah in Pennsylvania stammende Musikvirtuose Tommy Dorsey auf Platz 1 der besagten Hitparade. Gemeinsam mit Frank Sinatra sang der damals 35jährige Musikant die Ruth Lowe Komposition „I’ll Never Smile Again“ (auf deutsch: Ich werde niemals mehr lächeln) ein und feierte landesweit einen Sensationserfolg.

Bis heute gilt die Billboard Hitparade als Gradmesser des amerikanischen und internationalen Musikgeschmacks. In den Vereinigten Staaten werden wöchentlich relevante Daten aus Laden- und Anschnurverkäufen sowie das Abspielen bestimmter Lieder im Hörfunk und/oder Fernsehen erhoben. An jedem Donnerstag wird dann die „Billboard Hot 100“ Hitparade im Internetz publiziert – da kommt besonders grosse Freude auf.

In Deutschland wurde die Hitparade erst im Juli 1959 eingeführt.
Der „Musikmarkt“ – das Fachorgan der deutschen Musikindustrie – druckte in seiner ersten Ausgabe am 15. Juli 1959 eine auf dreissig Plätze begrenzte Auflistung der populärsten deutschen Musiktitel ab. Damals war Freddy Quinn mit seinem stimmungsvollen Lied „Die Gitarre und das Meer“ auf dem ersten Platz zu finden.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

18. Juli 2017 – Guido kommt am Wochenende!

08.00 Uhr Ich werde durch das Ruby Force Lied „Tender“ (löblich: Zärtlich) geweckt und erfahre, dass die Interpretin vor wenigen Tagen ihr Debütalbum „Evolutionary War“ (löblich: Evolutionskrieg) herausgebracht hat. Anerkennend schnalze ich mit der Zunge und erkläre Hund Dixon, dass die Polka prima ist. Danach rolle ich mich aus dem Wasserbett und ertüchtige mich auf der Terrasse – Morgenstund hat bekanntlich Gold im Mund.


Ruby Force – Evolutionary War

08.30 Uhr Just als ich ins Haus zurückkehre, bimmelt das Telefon besonders laut. Ich halte mir den Hörer ans Ohr und staune nicht schlecht, als sich ein vorlautes Frauenzimmer meldet. Die Dame gibt unverständliches Kauderwelsch von sich und legt mir nahe, einen neuen Internetzvertrag abzuschliessen. Natürlich lehne ich dankend ab und ermutige den Trampel, andere Leute auf die Nerven zu gehen – gleich platzt mir der Kragen.
09.15 Uhr Wie es sich gehört, entspanne ich mich nach dem Frühsport bei einem Wirbelbad und nehme mir das Recht heraus, in der Zeitung zu blättern. Unter anderem erfahre ich, dass das Gesundheitsamt die Empfehlung ausgegeben hat, nicht am „Naples Pier“ zu baden. Ich mache grosse Augen und lerne, dass städtische Angestellte eine hohe bakterielle Verschmutzung an der beliebten Anlegestelle festgestellt haben – wo soll das noch hinführen.
10.15 Uhr Nachdenklich steige ich aus der Wanne und kehre in die Küche zurück, um die wichtigste Mahlzeit des Tages vorzubereiten. Während ich fünf Eier aufschlage und die Hüften zum Phil Vassar Schlag „American Soul“ (löblich: amerikanische Seele) kreisen lasse, fährt plötzlich Edelberts JEEP vor. Ich winke meinen Bekannten sogleich herein und lasse es mir nicht nehmen, ihn zum Frühstück einzuladen. Der schlaue Mann reibt sich die Hände und erkundigt sich, ob ich eine Flasche A1 Sauce im Küchenschrank aufbewahre. Ich deute in Richtung der linken Anrichte und schmecke die Rühreier mit etwas Salz ab – wie gut das duftet.
10.45 Uhr Schlussendlich verfrachte ich zwei stattliche Portionen auf die Teller und wünsche Edelbert einen guten Appetit. Mein Tischnachbar greift zungeschnalzend zum Besteck und meint, dass die Jause hervorragend mundet. Ausserdem möchte der gute Mann wissen, ob ich den Jack Kerouacs Roman „On the Road“ (löblich: Auf der Strasse) bereits gelesen habe. Ich nicke eifrig und setze Edelbert darüber in Kenntnis, dass es grossen Spass bereitet, die Hauptfiguren bei ihrer spannenden Reise von New York bis nach Mexiko zu begleiten. Ferner merke ich an, dass der Kerouacs Schreibstil stark an Mark Twain erinnert. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und informiert, dass der Schriftsteller viele Jahre in St. Petersburg, FL gelebt hat und auch dort gestorben ist – jaja.


Dixon muss Gassi gehen

11.30 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten schenke ich meinem Hausgast Kaffee nach und stelle klar, dass wir nun mit Dixon Gassi gehen sollten. Edelbert zeigt sich prompt einverstanden und folgt mir plaudernd zum Golfplatz.
12.15 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, kehren wir ins Vereinsheim der „La Playa“ Golfanlage ein und ordern zwei süffige Hopfenkaltschalen sowie köstliche Thunfisch Sandwiches. Der Ober streichelt dem hechelnden Rüden über den Kopf und zögert nicht, auch eine Schüssel Wasser bereitzustellen – wie aufmerksam.
13.00 Uhr Wenig später surrt mein Handtelefon und ich habe das Vergnügen, mit meiner Schwester sprechen zu können. Elsbeth begrüsst mich herzlich und berichtet, dass sie gerade damit beschäftigt ist, ihren Reisekoffer zu packen. Als ich genauer nachfrage, rückt die Perle mit der Wahrheit heraus und beteuert, dass sie am Freitag mit ihrem verlotterten Sohn über den grossen Teich fliegen und mir einen Besuch abstatten wird. Bevor ich Worte finde, fährt meine Schwester fort, dass es langsam Zeit wird, mich mit Guido zu versöhnen – wie unlöblich.


Guido kommt mir nicht ins Haus!

13.30 Uhr Nachdem ich das Telefonat beendet habe, greife ich mit zitternder Hand zum Bierglas und gebe dem Professor zu verstehen, dass ich kurz vor einer Ohnmacht stehe. Zudem lasse ich das Gespräch Revue passieren und merke an, dass ich dem schwarzen Schaf der Familie ganz bestimmt nicht gegenüber treten werde.
14.15 Uhr Während des Heimweges machen wir uns eigene Gedanken und kommen überein, dass die Leute am Freitag Abend in Miami eintreffen und Tags darauf in Naples sein werden. Edelbert kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und unterbreitet, dass es angebracht wäre, unsere Zelte in Florida abzubrechen.
15.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, rufe ich augenblicklich in Kanada an und lasse meinen Bruder wissen, dass sich Guido angekündigt hat. Georg lacht laut auf und animiert mich, kurzerhand nach Kanada auszufliegen und die Seele am Lake Simcoe baumeln zu lassen – das ist gar keine schlechte Idee.


Ich verlasse die Vereinigten Staaten in Richtung Kanada

15.30 Uhr Entnervt werfe ich den Hörer auf die Basisstation und nehme einen kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche. Danach setze ich mich an den Heimrechner und halte auf Expedia.com nach preiswerten Flügen Ausschau. Da die Preise kaum erschwinglich sind, wende ich mich dem Professor zu und schlage vor, dass wir mit Georgs Winnebago verreisen sollten. Edelbert ist begeistert und sagt, dass wir der Küste bis nach Savannah folgen und dann quer durchs Land bis nach Cleveland in Ohio krusen könnten – das hört sich verlockend an.
16.15 Uhr Nachdem sich mein Bekannter verabschiedet hat, lasse ich mich seufzend auf dem Kanapee nieder und versuche mich zu entspannen – leider ohne Erfolg.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 5 zugeht, fülle ich nörgelnd Trockenfutter in Dixons Napf und verzehre eine mit Capocollo und Käse belegte Stulle. Nebenher lege ich meine Stirn in Falten und spiele mit der Idee, bei Scherriff Bradfort ein Kontaktverbot gegen Guido zu erwirken.


Ich ertränke meine Sorgen in Alkohol

18.00 Uhr Deprimiert stelle ich die Geschirrspülmaschine an und ziehe es vor, noch einmal mit Elsbeth zu telefonieren. Als ich der Dame meine Bedenken schildere, fällt sie mir ins Wort und meint, dass ich keine Angst vor ihrem Sohn haben muss. Meine Schwester wirkt beruhigend auf mich ein und behauptet, dass Guido längst auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt ist und bald seine langjährige Freundin Melanie heiraten wird.
19.00 Uhr Nach einer Stunde breche ich das Gespräch ab und giesse mir zwei weitere Biere hinter die Binde. Ausserdem laufe ich in der guten Stube auf und ab und ärgere mich masslos über Guidos Frechheiten.
21.00 Uhr Weil ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, rufe ich Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.

16. Juni 2017 – Kein Rabatt für Prominente

08.00 Uhr Dixon stürmt ans Bett und animiert mich, endlich aufzustehen. Ich rolle mich sportlich aus dem Wasserbett und trete auf ein quietschendes Hundespielzeug. Natürlich erhebe ich sogleich den Zeigefinger und halte den Rüden an, seine Sachen nicht im ganzen Haus zu verteilen. Danach öffne ich die Terrassentüre und bemerke, dass auch heute die Sonne vom Himmel brennt und für Rekordtemperaturen sorgt. Ich wische mir über die Stirn und entschliesse mich, die Morgengymnastik ausnahmsweise sausen zu lassen.


Meine Schwarzbeere

08.30 Uhr Als ich die Seele bei einem erfrischenden Wirbelbad baumeln lasse, greife ich kurzentschlossen zur Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und rufe bei meinen Verwandten an. Weil sich keiner meldet, tippe ich spornstreichs die Handtelefonnummer meines Bruders ins Tastenfeld ein und bringe heraus, dass die lieben Menschen ein Spa (löblich: Schönheitsfarm) im Norden der Stadt besuchen. Meine Schwägerin ist ganz aus dem Häuschen und kündigt an, dass sie den Tag in einem Whirlpool (löblich: Wirbelbecken) verbringen wird.
09.30 Uhr Achselzuckend betätige ich den „Anruf beenden“ Knopf und nehme mir das Recht heraus, aus der Wanne zu steigen und das Frühstück einzunehmen. Währenddessen spiele ich mit der Idee, zum Supermarkt zu krusen und Getränke zu besuchen. Da irgendwer die schweren Einkaufstüten schleppen muss, kontaktiere ich den Professor und merke an, dass ich gegen 11 Uhr im „Publix“ sein werde. Der schlaue Mann freut sich und verspricht, zur besagten Zeit vor Ort zu sein – das hört man gerne.
10.15 Uhr Nachdem ich Dixon gefüttert und die Geschirrspülmaschine in Betrieb genommen habe, scheuche ich den Vierbeiner zum Auto, um zur fünf Meilen entfernten Markthalle zu rasen – wie aufregend.
11.00 Uhr Am Ziel angekommen, schüttle ich Edelberts Hand und mache es mir zur Aufgabe, einer tattrigen Seniorin einen Einkaufswagen streitig. Anschliessend schlendern wir lachend durch die breiten Gänge und kommen überein, dass die alte Schachtel zu Hause bleiben sollte. Edelbert legt beste Laune an den Tag und verfrachtet neben Hackfleisch, Schokoladenplätzchen und frischem Obst, ausserdem etliche Sechserpacks Budweiser sowie zwei Kartons „Cinnamon Flakes“ (löblich: Zimt Flocken) in den Wagen. Darüber hinaus verrät Edelbert, dass die Frühstückszerealien sehr vitaminreich sind – das hört man gerne.


Zimt Flocken schmecken prima

12.00 Uhr Nach einer Stunde streben wir zum Ausgang und werden von einer besonders unfreundlichen Kassiererin angehalten, insgesamt 97 Dollars für die Lebensmittel zu bezahlen. Ich zwinkere der Marktmitarbeiterin zu und verrate, dass ich ein Prominenter bin und 50% Rabatt haben möchte. Leider glaubt mir die übergewichtige Dame kein Wort und animiert mich, die Rechnung per Kreditkarte oder in Bar zu bezahlen – wie unlöblich.
12.30 Uhr Nachdem Edelbert die schweren Tüten zu den Autos geschleppt hat, kehren wir mit Hund Dixon im Schlepptau in die benachbarte „Dairy Queen“ (löblich: Molkerei Königin) Gaststätte ein. Fix und foxi werden wir an der Essensausgabe vorstellig und order zwei XXL Becher Diät Cola sowie schmackhafte Käseburger – das tut gut.


Die Beatles – Seargant Pepper

13.15 Uhr Mit vollem Magen verlasse ich die Wirtschaft und wünsche dem Professor einen angenehmen Nachmittag. Im Anschluss hüpfe ich winkend in den PS-strotzenden SUV und gleite radiohörend in Richtung Willoughby Drive davon. Unter anderem lausche ich einem Schlag (unlöblich: Hit) der Beatles und lerne, dass das Studioalbum „Seargant Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ vor mittlerweile 50 Jahren veröffentlicht wurde. Ich kratze mich nachdenklich an der Schläfe und erinnere mich, dass das Lied „When I’m Sixty-Four“ (löblich: Wenn ich 64 bin) in Deutschland ein ganz grosser Erfolg war – wie schön.

14.00 Uhr Wieder zurück in der kleinen Villa, räume ich die Lebensmittel in den Kühlschrank und bette mich dann auf dem Wohnzimmerkanapee zur Ruhe. Schon bald döse ich ein und sehe mich im Traum in den goldenen Westen versetzt – die Reise nach Berkeley werde ich so schnell nicht vergessen.
15.00 Uhr Um keine Wurzeln zu schlagen, setze ich mich nach dem Päuschen an den Schreibtisch und rufe Hilferufe besorgter Erziehungsberechtigter ab. Unter anderem klagt mir ein alleinerziehender Vater aus Nürnberg sein Leid und berichtet, dass sein Sohn Finn (14) Heimrechnerspielen verfallen ist und sich seine Freizeit mit dem virtuellen Mörderspiel „Pac Man“ vertreibt. Ich mache grosse Augen und rate Herrn F., schnellstmöglich mit dem Jugendamt in Kontakt zu treten – wo kämen wir denn da hin.
16.00 Uhr Vogelzeigend gehe ich von der Leine und eile mit Dixon in den Garten, um etwas Ball zu spielen. Leider wird die Ruhe bald durch Frau Pontecorvo gestört. Die Perle plappert ohne Unterlass und sagt, dass sie gleich Freundinnen in der Stadt treffen wird. Zu allem Überfluss lädt mich die Dame auch noch ins Lichtspielhaus ein. Selbstverständlich lehne ich dankend ab und gebe vor, einen wichtigen Termin im Kalender stehen zu haben.


Die Petersilie wächst

17.00 Uhr Nachdem ich die hochgewachsene Petersilie mit Wasser versorgt habe, rufe ich noch einmal im Ferienhaus an und registriere, dass meine Verwandten immer noch nicht zurück sind. Ich seufze laut und begebe mich in die Küche, um italienische Langnudeln mit Tomatensauce vorzubereiten. Ausserdem verzehre ich zum Abendessen einen Beilagensalat mit Fetakäse und Oliven – das schmeckt.
18.00 Uhr Nach dem Nachmahl lasse ich im Wohnzimmer die Seele baumeln und gebe mich den Nachrichten auf FOX hin. Ich informiere mich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt und bringe heraus, dass strenggläubige Muslime nun auch auf den Philippinen mobil machen und die Regierung stürzen wollen – wie schrecklich.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechsle ich auf den Bezahlkanal HBO und fröne der aufschlussreichen Dokumentation „Exit Through The Gift Shop“ (löblich: Ausgang durch den Andenkenladen), der auf amüsante Art und Weise das Treiben zwielichtiger Künstler beleuchtet.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Fernsehvergnügen schalte ich den neumodernen Flachbildschirm aus und lösche sämtliche Lichter. Danach wünsche ich Dixon angenehme Träume und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

14. Juni 2017 – Moraya Bay Beach Tower

08.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und läute den vierzehnten Tag des Brachmonats Juni mit der Morgengymnastik ein. Als ich den Hampelmann absolviere und das Lied „Halleluja“ des weltbekannten Sängers Jeff Buckley lausche, kommt Frau Pontecorvo daher und klagt über Bauchschmerzen. Ich mustere die Perle skeptisch und bringe heraus, dass sie gestern mit Freundinnen ein indisches Lokal besucht hat. Selbstverständlich schlage ich sogleich die Hände über dem Kopf zusammen und informiere, dass die Turbanträger mit ranzigem Fett kochen. Darüber hinaus rate ich meiner Nachbarin, sich schleunigst ins Bett zu verkriechen.

08.30 Uhr Nachdem sich die kleine Frau verabschiedet hat, kehre ich ins klimatisierte Haus zurück und freue mich, als plötzlich Frau Gomez die Haustüre aufstösst. Ich begrüsse die mexikanische Putzfrau überschwänglich und bitte sie, Staub zu wischen und Wäsche zu waschen – immerhin kann ich mich nicht um alles kümmern.
09.00 Uhr Anschliessend stecke ich Hund Dixon einen Kauknochen ins Maul und ziehe mich ins Bad zurück, um die Wirbelwanne mit lauwarmen Wasser volllaufen zu lassen – da kommt besonders grosse Freude auf.
10.00 Uhr Nach dem Badespass werfe ich mich in Schale und nehme mir das Recht heraus, die wichtigste Mahlzeit des Tages auf der schattigen Terrasse einzunehmen. Ausserdem blättere ich wissbegierig in der Tageszeitung und erfahre, dass am gestrigen Abend der berüchtigte amerikanische Krawallmusiker Ted Nugent im örtlichen „Southwest Florida Performing Arts Center“ aufgespielt hat – wie unlöblich.
10.30 Uhr Just als ich die „Naples Daily News“ (löblich: Naples tägliche Nachrichten) beiseite lege, fährt der JEEP meiner Verwandten vor. Georg und Maria legen beste Laune an den Tag und fordern mich auf, mit an den Strand zu kommen. Ich fackle nicht lange und entgegne, dass es ein Vergnügen werden wird, unsere Füsse im kühlen Nass zu baden. Bevor ich jedoch aufbreche, bürste ich Dixons krauses Fell und vergesse auch nicht, Frau Gomes etwas Kleingeld für ihre Dienste zuzustecken.
11.15 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten lotse ich den Vierbeiner zum JEEP und vernehme, dass wir zum Delnor Wiggins Park rasen und das Mittagessen im Restaurant des „Moraya Bay Beach Towers“ einnehmen werden. Ich schnalze zufrieden mit der Zunge und lasse es mir nicht nehmen, Dixon auf die Ladefläche zu helfen. Im Anschluss preschen wir mit quietschenden Pneus von dannen und lauschen dem Qualitätsradioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) – das macht Spass.


Katze Land – der beste Radiosender

12.00 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, treffen wir am Ziel ein und schicken uns an, einen erquickenden Spaziergang entlang des azurblauen Wassers zu unternehmen. Da Dixon ganz unruhig ist, lasse ich ihn von der Leine und animiere ihn, die kreischenden Möwen zu verjagen.

12.45 Uhr Fünfundvierzig Minuten später stehen wir vor dem neugebauten „Moraya Bay Beach Tower“ und erfahren beim Blick auf eine Informationstafel, dass in diesem Turm 72 luxuriöse Appartements, zwei Spitzenlokale sowie diverse Geschäfte untergebracht sind. Georg nimmt den Prachtbau beeindruckt in Augenschein und mutmasst, dass die Wohnungen nicht unter einer Million veräussert wurden. Ich wische mir die Schweissperlen von der Stirn und folge meinen Verwandten spornstreichs in das einladende Restaurant mit Meerblick, wo wir von einer freundlichen Kellnerin mit süffigem Tafelwasser begrüsst werden – wie schön.
13.15 Uhr Weil unsere Mägen knurren, nehmen wir die Tageskarten in Augenschein und entschliessen uns, vitaminreiche „Red Snapper“ (löblich: Rote Schnapper) Menüs mit Saisongemüse, Kartoffeln und Salate zu ordern. Dazu gibt es frischgepressten Orangensaft mit einem Schuss Aperol – schmeckt gar nicht schlecht.
13.30 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen und unsere Kehlen ölen, kommt Georg auf morgen zu sprechen und erinnert, dass am Donnerstag Fronleichnam gefeiert wird. Ich schlage in die gleiche Kerbe und antworte, dass wir nach dem Frühstück die Kirche besuchen und anschliessend in den Zoo gehen sollten. Maria ist hellauf begeistert und stibitzt sich eine Karotte von meinem Teller – was muss ich denn noch alles ertragen.


Wir beissen kraftvoll zu

14.30 Uhr Nachdem wir die Mahlzeit mit Apfelkuchen abgerundet haben, laufen wir zum Auto zurück. Währenddessen werfe ich Dixon ein Stöckchen zu und telefoniere mit Edelbert. Selbstverständlich lade ich meinen Bekannten für Morgen in die Kirche ein und lasse ihn wissen, dass wir anschliessend in den Zoo gehen werden.
15.15 Uhr Fix und foxi hüpfe ich auf den Rücksitz des nachtschwarzen Geländewagens und bitte meinen Bruder, mich schnellstmöglich in den Willoughby Drive zurück zu bringen.
16.00 Uhr Zuhause angekommen, schlüpfe ich schnaufend aus den Flip Flops und fülle Dixons Näpfe mit Trockenfutter sowie Wasser auf. Danach falle ich erschöpft aufs Kanapee und döse schnell ein.
17.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und schenke mir ein kühles Bier ein. Ferner mache ich mich in der Küche nützlich und bereite das Nachtmahl vor. Um nicht stundenlang am heissen Herd stehen zu müssen, nehme ich mit mehreren Wurstbroten sowie Gewürzgurken aus dem Glas Vorlieb.
18.00 Uhr Nach der Stärkung schalte ich die Glotze ein und mache mich auf FOX über die tagesaktuellen Geschehnisse in der Welt schlau. Unter anderem wird über den Konföderations-Pokal berichtet und ich lerne, dass sich die Deutsche Fussballnationalmannschaft vom 17. Juni bis zum 2. Juli mit Australien, Chile, Mexiko, Neuseeland, Portugal, Kamerun und dem Gastgeber Russland messen wird – wie langweilig.

19.00 Uhr Da keine weiteren brechenden Neuigkeiten (unlöblich: Breaking News) vorliegen, versüsse ich mir den Abend mit dem NETFLIX Programm und gebe mich der Komödie „War Machine“ (löblich: Kriegsmaschine) hin. Ich lache lauthals los und werde Zeuge, wie ein hochdekorierter General nach Afghanistan entsandt wird, um das Kommando über die amerikanischen Truppen zu übernehmen.
21.00 Uhr Zwei Stunden später flimmert der Abspann über die Mattscheibe und ich fische mir den letzten Kartoffelchip aus der Tüte. Anschliessend verschliesse ich die Haustüre sorgsam und lege mich schlafen. Gute Nacht.

3. April 2017 – Bald kommen die Verwandten

08.00 Uhr Ich werde durch prima Alison Krauss Musik geweckt habe das Titellied ihres aktuellen Studioalbums im Ohr. Der WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Moderator überschlägt sich vor Freude und animiert die Zuhörer, augenblicklich die Musikgeschäfte zu stürmen und „Windy City“ (löblich: Windige Stadt) zu kaufen – jaja.


Alison Krauss – Windy City

08.30 Uhr Nach dem Frühsport scheuche ich Hund Dixon in die kleine Villa und informiere, dass Georg und Maria bald nach Miami ausfliegen werden. Um einen genaueren Überblick zu bekommen, greife ich spornstreichs zum Telefon und rufe im hohen Norden an. Mein Bruder meldet sich prompt und gibt zu Protokoll, dass zeitnah James vorbeikommen und meine Verwandten zum Flughafen kutschieren wird. Darüber hinaus bringe ich heraus, dass die lieben Leute am frühen Nachmittag in Floridas grösster Stadt eintreffen und den Tag ausnutzen werden, um hemmungslos zu schoppen. Georg kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und verspricht, dass wir uns Morgen endlich wieder in die Arme schliessen werden – das wird ein Spass.
09.00 Uhr Bevor ich mich an den Frühstückstisch setze, entspanne ich mich bei einem Wirbelbad. Nebenbei kontaktiere ich Frau Pontecorvo und vernehme, dass sich die Perle in Jacksonville sehr wohl fühlt. Meine Nachbarin plappert ohne Unterlass und beteuert, dass sie sich am Samstag Abend bei der Bühnenschau „Price is Right“ im 1.500 Zuschauer fassenden „Times-Union Center“ köstlich amüsiert und sogar einen Einkaufsgutschein gewonnen hat – das soll mir Recht sein.
10.00 Uhr Herausgewaschen nehme ich am Küchentisch platz und führe mir zu stimmungsvollen WCKT CAT COUNTRY Klängen die wichtigste Mahlzeit des Tages zu Gemüte. Dazu trinke ich brühfrischen Bohnentrunk und lasse den Vierbeiner wissen, dass wir im Anschluss zum Ferienhaus meiner Verwandten rasen werden.


Ich kruse mit dem BRONCO durch die Gegend

10.45 Uhr Kurz vor dem Elfuhrläuten lotse ich Dixon in die Garage und fasse den Entschluss, wegen des sonnigen Wetters den Chevrolet stehen zu lassen und mit dem FORD Bronco in den Lowbank Drive zu fahren. Voller Elan nehme ich das Sonnendeck ab und animiere meinen tierischen Begleiter, es sich auf der Ladefläche bequem zu machen. Danach presche ich hupend von dannen und steuere als erstes den „Circle K“ Supermarkt am Piper Boulevard an, um frisches Obst, Softdrinks (löblich: Weichgetränke) sowie köstliches Budweiser einzukaufen.
11.30 Uhr Nach dem Bezahlvorgang setze ich meine Reise fort und lasse mir den Fahrtwind durchs Haar wehen. Hund Dixon folgt meinem Beispiel und steckt seine Nase in die kühle Brise – das macht Spass.
12.00 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit erreiche ich mein Ziel und stelle fest, dass Herrn Wangs schnittiger BMW auf den Nachbargrundstück parkt. Bevor ich meinen Pflichten nachkomme, statte ich dem Motelbesitzer einen Besuch ab. Der Chinese freut sich sehr und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er sich heute einen Ruhetag gönnt. Bevor ich mich versehe, winkt mich der gute Mann in sein schmuckes Zuhause und versorgt mich mit einer Flasche Budweiser. Ausserdem macht sich Herr Wang in der Küche nützlich und plappert, dass er sich nicht lumpen lassen und mich mit lustigen Thunfischsandwiches verwöhnen wird – das hört man gerne.


Das Ferienhaus meiner Verwandten

12.30 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, komme ich auf die anstehende Ankunft meines Bruders zu sprechen und lege anschaulich dar, dass Familie Pfaffenberg in Bälde in Miami ankommen wird. Zudem erzähle ich, dass Georg und Maria die Nacht in einem Hotel verbringen und im Laufe des morgigen Tages nach Naples fahren werden. Mein Tischnachbar nickt eifrig und mutmasst, dass die netten Menschen ihren Aufenthalt nutzen werden, um mit dem WINNEBAGO TRAVATO Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten in Florida zu unternehmen. Ich gebe Herrn Wang Recht und verrate, dass Georg und Maria mit dem Gedanken spielen, nach Key West zu krusen.
13.30 Uhr Nach der Brotzeit reiche ich Herrn Wang die Hand und eile mit Dixon an meiner Seite zum Ferienhaus. Da das Thermometer auf schwindelerregende 80°F (26°C) angestiegen ist, schalte ich die Klimaanlage ein und verfrachte ausserdem das Obst in eine Schale. Anschliessend nehme ich den Kühlschrank in Betrieb und bestücke die Eisfächer mit den mitgebrachten Getränkeflaschen – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.
14.00 Uhr Nachdem ich den Küchenboden gewischt und im Schlafzimmer nach dem Rechten gesehen habe, werfe ich die Pforte ins Schloss und trete die Heimreise an. Kurzerhand mache ich jedoch bei einer Eisdiele halt und gönne mir nach der harten Arbeit einen grossen Eisbecher mit Sahne – schmeckt gar nicht schlecht.


Mein Zuhause unter Palmen

14.45 Uhr Endlich bin ich wieder zu Hause falle erschöpft aufs Kanapee – das tut gut.
15.45 Uhr Nach der Pause beschalle ich mein Zuhause mit Jason Isbell Musik und rufe bei meinem Bruder an. Georg nimmt den Anruf nach dem dritten Tuten an und verrät, dass er gerade in Miami gelandet ist. Ferner erzählt der gute Mann, dass er nun mit einem Taxi zum „Mandarin“ Hotel fahren und sich dort für eine Nacht einmieten wird.
16.15 Uhr Nachdem ich meinem Bruder alles Gute gewünscht habe, beende ich das Telefonat und sehe im Garten nach Dixon. Nach kurzer Suche treffe ich den Rüden im Garten von Familie Crane an. Zu allem Überfluss treffe ich auch auf die Frau des Hauses und höre, dass die Hunde eine Eidechse im Gestrüpp aufgeschreckt haben. Ich lache laut und halte Dixon an, mir nach Hause zu folgen.


Ein kühles Budweiser – das tut gut

17.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa hole ich eine Pfanne hervor und brate vitaminreiche Gemüsestäbe heraus. Dazu gibt es im Ofen aufgebackene Kartoffelstäbe sowie ein süffiges Busweiser – das schmeckt.
18.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Ich sorge in der Küche für Ordnung und setze mich dann in die gute Stube, um in Dixons Beisein die Abendnachrichten auf FOX zu verfolgen.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit greife ich auf das Qualitätsprogramm von HBO zurück und schaue mir den Gruselfilm „Last Shift“ (löblich: Letzte Schicht) an. Die zwielichtige Produktion erzählt von einer Polizistin, die für eine Nacht eine verlassene Polizeistation in einer amerikanischen Kleinstadt bewachen muss – so ein Schmarrn.
21.00 Uhr Kopfschüttelnd beende ich den Fernsehabend und begleite den Vierbeiner noch einmal in den Garten. Zu guter Letzt reguliere ich die Klimaanlage und gehe zu Bett. Gute Nacht.