3. und 4. Februar 2018 – A-HA

Hallo Leute,

Mitbewohnerin Bärbel hat kurzfristig zwei Tickets für das heutige A-HA Konzert in der Münchner Olympiahalle ergattert. 1985 machte die norwegische Pop-Band mit ihrem Debütalbum “Hunting High and Low” erstmals auf sich aufmerksam. Die ausgekoppelte Single “Take On Me” wurde nicht nur wegen seines sensationellen Videos ein Welterfolg. Der Titel erreichte in 36 Ländern Platz 1 der Hitparaden und stand auf in den amerikanischen Billboard Charts ganz oben.

Bis heute konnten die Musiker von A-HA weit über 80 Millionen Tonträger weltweit veräussern. 2010 entschlossen sich Morten Harket, Pål Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen, ein letztes Konzert in Oslo zu spielen und die Band dann aufzulösen. Das Ende von A-HA hielt aber nicht lange an. Mittlerweile ist die Band wieder on Tour und lädt am heutigen Abend zu einem Unplugged Konzert in die ausverkaufte Oly-Halle ein.

Ich bin schon richtig gespannt und hoffe, dass die drei Norwegen neben “Take On Me” auch ihre anderen grossen Hits wie “The Sun Always Shines on TV”, “Crying in the Rain” und natürlich auch “Stay on These Roads” performen werden.


Anschliessend gehts in die 089 Bar

Nach dem Konzert werden wir unseren München-Besuch in der “089 Bar” bei Bier und Cocktails ausklingen lassen.

Ich wünsche euch nun ein schönes Wochenende mit viel Fun.
Eure Sandra

31. Januar 2018 – Mario Lanza

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 31. Januar 1921 erblickte Alfred Arnold Cocozza in Philadelphia, PA das Licht der Welt. Der Sohn italienischer Einwanderer wuchs mit den Schallplattenaufnahmen Enrico Carusos auf und war schon in jungen Jahren davon überzeugt, ein berühmter Tenor zu werden.

Die Mutter unterstützte den Buben bei seinem Vorhaben und gab ihm die Möglichkeit, seine Stimme in einer Musikschule ausbilden zu lassen. Zeitgleich arbeitete Alfred Cocozza im Gemüseladen seines Grossvaters und verdiente sich als Aushilfsfahrer ein kleines Taschengeld.

Anno 1942 bekam er ein Stipendium am Musikcenter von Tanglewood in Massachusetts und trat erstmals als Sänger im Musikstück “Die lustigen Weiber von Windsor” in Erscheinung. Während einer Tournee entlang der Ostküste nahm er den Künstlernamen Mario Lanza an und begeisterte die Massen mit seiner wunderschönen Stimme.

Mario Lanza stieg schnell zu einem beliebten Opernsänger auf und packte die Gelegenheit am Schopfe, auch in Hollywood Karriere zu machen. Zwischen 1949 und 1952 brillierte er in den Lichtspielhauserfolgen “Ein Kuss nach Mitternacht”, “Der Fischer von Louisiana” sowie “Der grosse Caruso” und wurde mit viel Lob überschüttet. Mario Lanza verfiel in dieser Zeit dem Alkohol und konsumierte unentwegt Schmerztabletten. In Folge dessen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und er erlag am 7. Oktober 1959 im Alter von erst 38 Jahren einem schweren Herzinfarkt.

Obgleich seit Mario Lanzas überraschendem Ableben mittlerweile 57 Jahre ins Land gezogen sind, erfreuen sich seine Schallplatten in den Vereinigten Staaten immer noch grösster Beliebtheit. Unter anderem fand sich die Veröffentlichung “Greatest Operatic Recordings” aus dem Jahre 2015 auf Platz 23 der amerikanischen Billboard Hitparade wieder – wie aufregend.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

19. Januar 2018 – Bob Rauschenberg Gallery

08.00 Uhr Ich rolle mich zufrieden aus dem bequemen Wasserbett und bemerke beim Blick aus dem Fenster, dass uns Petrus heute gar nicht wohlgesonnen ist. Anstatt mit Sonnenschein zu verwöhnen, beschert uns der Hüter der Himmelspforte stetigen Regen und sehr kühle Temperaturen – wo soll das noch hinführen.
08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik in der trocknen Stube absolviert habe, bitte ich die AMAZON Echo Musiksäule, stimmungsvolle Jimmy Buffett Klänge anzustimmen. Das technische Wunderwerk setzt meinen Befehl prompt in die Tat um und beschallt die kleine Villa mit dem Gassenhauer “Margaritaville” aus dem Jahre 1977.


Hallo Alexa

09.00 Uhr Während ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln lasse, telefoniere ich mit Georg und vernehme, dass meine Verwandten bald nach Fort Myers krusen und die “Bob Rauschenberg Gallery” besuchen wollen. Ich lache laut und mutmasse, dass Maria ein Vermögen in eine lächerliche Vase investieren möchte. Mein Bruder belehrt mich jedoch eines Besseren und unterbreitet, dass in der Galerie lediglich Kunstwerke ausgestellt werden. Da ich nichts besseres zu tun habe, fordere ich den guten Mann auf, gegen 10 Uhr vorbeizukommen und mich abzuholen.
09.45 Uhr Wenig später steige ich aus der Wanne und nehme mir das Recht heraus, eine frischaufgebügelte Tschiens sowie einen Pullover mit Rentieraufdruck anzuziehen. Danach fülle ich gesundes Trockenfutter in Dixons Napf und nehme selbst mit einem Apfel sowie einem reichbelegten Schinkenbrot Vorlieb – das schmeckt.


Ich beisse kraftvoll zu

10.15 Uhr Just als ich das Geschirr in die Spüle stelle und mir Gedanken bezüglich des Mittagessens mache, kommt der JEEP meiner Verwandten hupend vor dem Eigenheim zum stehen. Natürlich fackle ich nicht lange und scheuche den Vierbeiner nach draussen, um die lieben Leute herzlich zu begrüssen. Georg tippt entnervt auf seine BREITLING Armbanduhr und ermutigt mich, schnell zuzusteigen und mich anzuschnallen – jaja.
10.45 Uhr Während der kurzweiligen Reise kommt meine Schwägerin auf ihre bevorstehende Abreise zu sprechen und beteuert, dass sie am Mittwoch nach Toronto ausfliegen wird. Ferner lädt mich die Perle ein, anlässlich Georgs Geburtstag im März nach Kanada zu kommen – das hört sich verlockend an.
11.00 Uhr Nach einer Stunde kommen wir vor der Kunsthalle zum halten und registrieren, dass das “Bob Rauschenberg Museum” dem “South Western State College” angeschlossen ist. Wie es sich gehört, nehme ich Dixon an die Leine und folge meinen Verwandten zum Eingang, um dem übergewichtigen Pförtner klarzumachen, dass ich erblindet bin und auf meinen tierischen Begleiter nicht verzichten kann. Der Knecht nickt eifrig und wünscht uns viel Vergnügen – das werden wir erst noch sehen.
11.30 Uhr Während Dixon aus dem Schnüffeln gar nicht mehr herauskommt, nehmen wir die Schmierereien in Augenschein und finden uns prompt vor einem Werk der aus Tokio stammenden Kunstschaffenden Yoko Ono wieder. Georg ist bestens informiert und setzt mich darüber in Kenntnis, dass die Frau viele Jahre mit dem Musikanten John Lennon liiert war. Ich winke demonstrativ ab und entgegne, dass ich mich mit dem Begriff “Kunst” sehr schwer tue. Maria gibt mir Recht und schlägt vor, dass wir ganz schnell weitergehen sollten – wie wahr.
12.15 Uhr Kurz nach der Mittagszeit finden wir uns vor einer Erinnerungstafel ein und lernen, dass Robert Rauschenberg anno 1925 in Texas das Licht der Welt erblickt hat und einer der Wegbereiter der sogenannten Pop Art (löblich: Populären Kunst) war. Darüber hinaus erfahren wir, dass der Heini den Siebdruck revolutioniert hat und auch als Photograph grosse Erfolge feiern konnte – das soll mir auch Recht sein.


Eine Stärkung darf nicht fehlen

13.00 Uhr Nachdem wir alles gesehen haben, verlassen wir die Galerie und schicken uns an, in die benachbarte “Dunkin’ Donuts” Filiale einzukehren. Bei Kaffee und Schokoladenkringel lassen wir den Museumsbesuch Revue passieren und vereinbaren ausserdem, dass wir am Wochenende eine Abschiedsfeier im Lowbank Drive veranstalten sollten. Georg ist hellauf begeistert und verspricht, nicht nur Herrn Wongler und Herrn Wang, sondern auch Prof. Kuhn sowie Frau Pontecorvo einzuladen – wie schön.
13.30 Uhr Redlichst gestärkt treten wir die Heimreise an und entschliessen uns, am Meer entlang nach Naples zurückzufahren. Während der Ausfahrt krusen wir auf dem Estero Boulevard auf die vorgelagerte Insel und haben sogar das Vergnügen, lustige Delphine im azurblauen Ozean zu sehen – das macht Spass.
14.15 Uhr Wieder zurück im Willoughby Drive, genehmige ich mir ein Glas selbstzubereitete Cola und falle dann aufs Kanapee. Nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von schönen Stunden auf dem Appalachian Trail.


Ich träume vom Appalachian Trail

15.15 Uhr Ich erwache ausgeruht und fülle meine Hahn und Henne Tasse mit echtem Bohnenkaffee auf. Danach setze ich mich an den Schreibtisch und komme meinen Pflichten als staatlich anerkannter Anschnurseelsorger nach. Während der Regen gegen die Fensterscheiben hämmert, rufe ich elektronische Depeschen ab und helfe verzweifelten Menschen bei schwerwiegenden Problemen.
16.30 Uhr Nachdem ich die Arbeit beendet habe, lösche ich meinen Durst mit einem Budweiser und rufe Dixon auf, selbständig Gassi zu gehen. Unterdessen nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und lausche handgemachter Landmusik auf der Frequenz von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) – wie aufregend.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 5 zugeht, begebe ich mich fingerschnippend in die Küche und schiebe eine Thunfischpizza in den Backofen. Dazu gibt es einen vitaminreichen Tomatensalat mit Oliven und perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen – das keusche Auge isst bekanntlich stets mit.
17.45 Uhr Nach der Brotzeit telefoniere ich mit dem Professor und merke an, dass ich mich heute der Kunst hingegeben und ein Museum in Fort Myers besucht habe. Ferner verrate ich, dass Georg und Maria am Sonntag zu einer zünftigen Grillfeier einladen werde. Der schlaue Mann schnalzt mit der Zunge und verspricht, etliche Flaschen Schaumwein beizusteuern – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.


Ich fröne den Abendnachrichten auf FOX

18.15 Uhr Endlich kann ich es mir in der klimatisierten Stube bequem machen und den Abendnachrichten frönen. Der gestriegelte Moderator versorgt mich mit wissenswerten Fakten und meldet, dass Morgen mit wärmeren Temperaturen zu rechnen ist – wie beruhigend.
19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, nehme ich zur besten Sendezeit mit dem NETFLIX Programm Vorlieb und schaue mir die Eigenproduktion “Bright” an, die von einer Welt erzählt, in der Elfen, Feen und Orks gemeinsam an der Seite von Menschen leben – wie lächerlich.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Langeweile schalte ich die Glotz aus und unternehme mit Dixon einen kleinen Spaziergang durch den Garten. Zu guter Letzt verriegle ich die Haustüre und lege mich ins Bett. Gute Nacht.

8. Dezember 2017 – Imagine

pfaffenbergkl

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, wurde der angesehene Musikant John Lennon just heute vor 37 Jahren vor dem Dakota Gebäude in der Millionenmetropole New York erschossen.

Obgleich ich kein Anhänger neumoderner Felsenmusik bin, muss ich anerkennen, dass Herr Lennon zeitlebens ein herausragender Komponist und Autor war. Der gute Mann wuchs in den 1940er Jahren als Sohn eines Matrosen und einer Hausfrau in Liverpool auf. Bereits in jungen Jahren interessierte er sich für Musik und gründete mit Freunden eine Combo namens “The Quarrymen”. Aus dieser Bande sollten im Jahre 1960 die Beatles hervorgehen.

Die Beatles stiegen bald zu der einflussreichen Musikgruppe des Rock’n Roll auf. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr feierten nicht nur in Europa, sondern auch in Asien und den Vereinigten Staaten grosse Erfolge und schafften es, mit über einer Milliarde verkaufter Tonträger, zur kommerziell erfolgreichsten Bande auf diesem Planeten aufzusteigen. Schon damals schrieb John Lennon Gedichte und überzeugte einen Verleger, seine Schriften zu veröffentlichen. Darüber hinaus versuchte er sich als Schauspieler und Solokünstler. Dann lernte er die aus Tokio stammende Künstlerin Yoko Ono kennen und fasste den Entschluss, die Beatles zu verlassen und sein Glück in New York zu finden.

In den 1970er Jahren engagierte er sich politisch und schloss sich der Friedensbewegung an. Ferner veröffentlichte er mit Yoko Ono erfolgreiche Schallplatten, auf denen die Ohrwürmer “Give Peace a Chance” (löblich: Gib Frieden eine Chance), “Imagine” (löblich: Vorstellung) oder “X Mas – The War is Over” (löblich: Weihnachten – Der Krieg ist aus) hervorgingen.

Am 8. Dezember 1980 wurde John Lennon vor seinem Wohnhaus im grossen Apfel (unlöblich: Big Apple) von einem verwirrten Täter ermordet. Obwohl seitdem mehr als drei Jahrzehnte vergangen sind, ist sein Andenken noch heute allgegenwärtig. Unter anderem wurde ein Teil des New Yorker Central Parks nach einem seiner Lieder benannt. Zudem trägt der Flughafen von Liverpool seit 2002 den Namen “Liverpool John Lennon Airport” – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

4. Dezember 2017 – Italienische Spezialitäten und Gartenarbeit

08.00 Uhr Die 49. Woche des Jahres beginnt und ich läute den sonnigen Morgen mit dem Frühsport auf der Terrasse ein. Während Hund Dixon mit einem Tennisball spielt, schlage ich ein Rad und vergesse auch nicht, meine Glieder mit dem Hampelmann zu lockern – was kann es schöneres geben.


Hund Dixon spielt mit einem Tennisball

08.30 Uhr Anschliessend entspanne ich mich bei einem Wirbelbad und nutze die Zeit, um Sandras Tagebucheinträge der letzten Tage zu studieren. Ich mache grosse Augen und bringe heraus, dass das unterbelichtete Kind gestern ein Konzert in der bayerischen Landeshauptstadt besucht hat. Weil ich den Interpreten nicht kenne, recherchiere ich spornstreichs im Internetz und lerne, dass Herr Little Steven (löblich: Kleiner Stefan) seit vielen Jahren Gitarre in Bruce Springsteins Begleitcombo spielt – wo soll das noch hinführen.
09.30 Uhr Nach dem Badespass setze ich mich kopfschüttelnd an den Frühstückstisch und lasse mir die wichtigste Mahlzeit des Tages schmecken. Ferner telefoniere ich mit Georg und vernehme, dass meine Verwandten gleich zum “Sun-N-Fun Lagoon” Spassbad krusen und schöne Stunden im örtlichen Wasserpark erleben werden. Als mich Maria aufruft, über meinen Schatten zu springen und kurzerhand mitzukommen, winke ich prompt ab und gebe vor, wichtigen Verpflichtungen in der Stadt nachkommen zu müssen – was muss ich denn noch alles ertragen.


Im Sun-N-Fun Park gibt es Wasserrutschen

10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meines goldenen Chronographens auf 10 zugeht, stelle ich die gesalzene Butter in den Eiskasten zurück und freue mich, als der verrostete Kleinwagen meines Gärtners vorfährt. Wie es sich gehört, begrüsse ich Herrn Leonardo herzlich und erkundige mich, welchen Tätigkeiten er heute nachkommen wird. Der braungebrannte Knecht deutet in Richtung der hochgewachsenen Mangroven und beteuert, dass er zuerst die Sträucher stutzen und anschliessend den Rasen mähen wird. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich währenddessen die Erde im Petersilienbeet auflockern und Unkraut jäten werde – das wird ein Spass.
10.30 Uhr Bei 73°F (23°C) schwinge ich die Gartenkralle und sorge dafür, dass der Mutterboden gelockert wird. Zudem halte ich das Haustier an, brav zu sein und mit dem Tennisball am Teich zu spielen. Der Rüde folgt mir aufs Wort und flitzt mit der Filzkugel zum Wasser, um nach der handzahmen Echse Ausschau zu halten.
11.00 Uhr Wenig später gesellt sich Frau Pontecorvo zu uns und serviert brühfrischen Bohnentrunk sowie schmackhaften Marmorkuchen. Ich bedanke mich artig und frage nach, ob es zum Kuchen auch Sahne gibt. Meine Nachbarin wirft mir skeptische Blicke zu und erinnert , dass Schlagobers sehr ungesund ist. Trotz allem lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und spüle meinen trocknen Hals mit kräftigen Schlucken durch – das tut gut.
11.30 Uhr Just als ich mich wieder an die Arbeit mache und mit dem Gartenwerkzeug einen Regenwurm malträtiere, kommt Edelberts schneeweisser JEEP mit quietschenden Bremsen vor der kleinen Villa zum halten. Ich wünsche dem Professor einen angenehmen Morgen und bemerke, dass er eine Tüte mit Spezialitäten aus der Satreales Metzgerei mitgebracht hat. Edelbert schenkt mir ein Lächeln und unterbreitet, dass er etliche mit Bendajola belegte Semmeln mitgebracht hat. Ich werde augenblicklich hellhörig und lade meinem Bekannten ein, mir auf der schattigen Terrasse Gesellschaft zu leisten – wie aufregend.


Ich nehme einen kräftigen Schluck

12.00 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit kredenze ich eiskaltes Budweiser und lerne, dass es sich bei Bendajola um einen geräucherten Schinken handelt, der aus Schweinefleisch hergestellt und mit Wacholderbeeren, Muskat und Zucker gewürzt ist. Ich staune nicht schlecht und lasse es mir nicht nehmen, kraftvoll in eine Semmel zu beissen.
13.00 Uhr Nachdem sich der Gärtner verabschiedet hat, tippe ich auf meine wertvolle ROLEX und merke an, dass die Wurstsemmeln meinen Appetit angeregt haben. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und macht es sich zur Aufgabe, beim “Dominos” Pizzabringdienst anzurufen – wie schön.
13.30 Uhr Dreissig Minuten später bimmelt es an der Pforte und ich finde auf der Einfahrt einen gelangweilt dreinblickenden “Domino’s” Mitarbeiter vor, der mir wortlos zwei Pizzakartons überreicht. Ferner hält mir der Depp eine Rechnung unter die Nase und fordert 22 Dollars heraus – was muss ich denn noch alles ertragen.


Wir beissen kraftvoll zu

14.00 Uhr Während wir uns das mit Pilzen und Schinken belegte Backbrot munden lassen, kommt Edelbert auf Weihnachten zu sprechen und informiert, dass er seinem Sohn in diesem Jahr ein “Spiegel” Jahresabo schenken wird. Ich winke entnervt ab und antworte, dass mir das nötige Kleingeld fehlt, um kostspielige Präsente zu ordern.
15.00 Uhr Schlussendlich wünscht mir Edelbert einen schönen Nachmittag und zieht es vor, die Heimfahrt ins Stadtzentrum anzutreten. Ich werfe die Pforte krachend ins Schloss und bette mich auf dem Kanapee zur Ruhe.
16.00 Uhr Weil es für das Abendessen noch zu früh ist, setze ich mich an den Schreibtisch und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Im Posteingang stosse ich auf Dutzende Depeschen besorgter Heimseitenbesucher und sehe mich gezwungen, Ratschläge zum Umgang mit frechen Jugendlichen zu geben.
17.00 Uhr Nach der Arbeit gönne ich mir ein kühles Bier aus dem Hause Anheuser & Busch und bereite das Nachtmahl vor. Unter den stimmungsvollen Klängen einer Dean Martin Weihnachtskompaktscheibe koche ich italienische Bandnudeln auf und verfeinere die vitaminreichen Teigwaren mit Pesto auf dem Glas.


Da kommt Stimmung auf …

18.00 Uhr Redlichst gestärkt verabschiede ich mich in den Feierabend und fröne den Nachrichten auf FOX. Unter anderem lerne ich, dass am kommenden Freitag mit “Immaculate Conception” (löblich: Mariä Empfängnis) ein wichtiges Hochfest im diesjährigen Kirchenjahr ansteht – wie aufregend.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechsle ich auf HBO, wo gerade der spannende Neuwestern “Hell Or High Water” (löblich: Hölle oder Hochwasser) anläuft. Ich kippe mir eine weitere Hopfenkaltschale hinter die Binde und werde Zeuge, wie zwei Ganoven im West-Texas Banken überfallen – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden beende ich den Fernsehabend und trinke zum Abschluss des Tages einen rauchigen Bourbon. Zu guter Letzt rufe ich Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.