13. September 2017 – Aufräumarbeiten

08.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und bin glücklich, am gestrigen Abend wohlbehalten in Naples eingetroffen zu sein. Weil es viel zu tun gibt, rolle ich mich aus dem Bett und scheuche Hund Dixon auf die verschmutzte Terrasse.
08.30 Uhr Während sich die letzten dunklen Regenwolken nach Norden verziehen und die Mangroven im Wind wehen, lockere ich meine Glieder und registriere, dass etliche Palmen am künstlich angelegten Teich vom Hurrikan entwurzelt wurden. Ich kratze mich nachdenklich an der Schläfe und greife zum Besen, um den Schlamm von der Terrasse zu fegen. Unterdessen stattet mir Frau Pontecorvo einen Besuch ab und gibt sich erleichtert, weil Hurrikan Irma im Stadtgebiet nur geringen Schaden angerichtet hat. Ich blicke deprimiert drein und erinnere, dass die Menschen an der Küste leider nicht so glimpflich davon gekommen sind. In diesen Zusammenhang verweise ich auf den Stadtteil Naples-Manor und erörtere, dass dort zahlreiche Gebäude und Brücken zerstört und viele Grundstücke überflutet wurden. Frau Pontecorvo nickt eifrig und bittet mich, ihr beim Frühstück Gesellschaft zu leisten – das ist doch eine Selbstverständlichkeit.


Ich sorge auf der Terrasse für Ordnung

09.00 Uhr Zuvor lasse ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln und bemerke, dass aus dem Hahn kaum heisses Wasser fliesst – wie unlöblich.
10.00 Uhr Als ich nach dem Badespass in die Garage eile und den Heisswasserboiler in Augenschein nehme, fällt mir auf, dass die Steuereinheit durchgeschmort ist. Ich lege meine Stirn in Falten und bin mir sicher, dass ein Überdruck in der Wasserzuleitung den Schaden verursacht hat – gleich platzt mir der Kragen.
10.30 Uhr Trotz aller Nackenschläge lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und statt Frau Pontecorvo einen Besuch ab. Die Dame überrascht mich mit Pfannkuchen und gibt Anekdoten von ihrem Aufenthalt im Schutzraum der örtlichen Schule preis. Ich winke demonstrativ ab und lasse die kleine Frau wissen, dass ich einen Installateur verständigen muss. Meine Nachbarin überreicht mir die Gelben Seiten (unlöblich: Yellow Pages) und informiert, dass ich unter dem Begriff „Plumber“ bestimmt fündig werde. Ich fackle nicht lange und rufe kurzentschlossen bei „Bob Hill Plumbing“ an, um zu erfahren, dass sämtliche Mitarbeiter ausser Haus sind. Die Telefonistin seufzt laut und entgegnet, dass sie erst in zwei bis drei Wochen einen Handwerker in den Willoughby Drive schicken kann.
11.15 Uhr Missmutig beende ich das Gespräch und erkläre meiner Tischnachbarin, dass ich ein begnadeter Heimwerker bin und nun zu „Home Depot“ krusen werde. Frau Pontecorvo wünscht mir viel Vergnügen und kündigt an, währenddessen im Garten zu arbeiten und die Sturmschäden zu beseitigen – jaja.
11.45 Uhr Während der Reise zum Baumarkt meines Vertrauens, telefoniere ich mit Prof. Kuhn und erzähle, dass ich während der Nachmittagsstunden einen neuen Boiler installieren werde. Edelbert wird augenblicklich hellhörig und verspricht, zuerst die Fenster zu putzen und dann in den Willoughby Drive zu kommen.


Im Home Depot Baumarkt

12.15 Uhr Zur Mittagszeit betrete ich den überlaufenen Flachbau an der Airport Pulling Road und zögere nicht, an der Information vorstellig zu werden und mich nach den Boilern zu erkundigen. Ein dunkelhäutige Servicemitarbeiter wünscht mir einen schönen Tag und legt mir nahe, dem Hauptgang bis zum Ende des Gebäudes zu folgen. Ohne Umschweife komme ich dem Ratschlag nach und stelle fest, dass neben althergebrachten Speicheröfen auch neumoderne Durchlauferhitzer feilgeboten werden.
13.00 Uhr Fünfundvierzig Minuten später fälle ich eine Entscheidung und ringe mich dazu durch, ein Gerät aus dem Hause „Stiebel Eltron“ für 629 Dollars zu erwerben. Ein Marktmitarbeiter beglückwünscht mich zu meiner Wahl und animiert mich, die Rechnung an der Kasse zu begleichen – das hat gerade noch gefehlt.
13.30 Uhr Nach dem Bezahlvorgang presche ich mit durchdrehenden Pneus von dannen und passiere während der Heimreise umgestürzte Bäume, im Mitleidenschaft gezogene Wohnhäuser und sogar ein abgebranntes Delikatessengeschäft – wie schrecklich.
14.15 Uhr Wieder zurück im Willoughby Drive, treffe ich den Professor auf der Terrasse an. Der gute Mann deutet in Richtung einer fetttriefenden Tüte und sagt, dass er Hamburger mitgebracht hat. Ich stibitze mir eine belegte Semmel aus dem Beutel und flitze dann in die Garage, um den Hauptwasserhahn abzudrehen.


Ich beisse kraftvoll zu

15.00 Uhr Während Dixon durch den überschwemmten Garten streift und mit einer verendeten Möwe spielt, löse ich unter Edelberts skeptischen Blicken die Verschraubungen des Wasserzulaufs. Anschliessend hieve ich den in die Jahre gekommenen Boiler von der Wand und komme zu dem Ergebnis, dass nicht nur die elektronische Steuereinheit durchgeschmort, sondern auch der Wassertank verrostet ist. Unter Edelberts Mithilfe schleppen wir den Tand vor die kleine Villa und dübeln dann das Neugerät an die Wand – das soll uns erst mal einer nachmachen.
16.00 Uhr Zu guter Letzt stelle ich den Stromanschluss her und vergesse auch nicht, den Erhitzer mit dem Wasserzulauf zu verbinden – da kommt besonders grosse Freude auf.
16.45 Uhr Nach getaner Arbeit drehe ich den Hauptwasserhahn auf und lotse Edelbert in die Küche, um die Mischbatterie an der Spüle zu betätigen. Im Handumdrehen schiesst kochend heisses H²O aus dem Hahn und ich berichte meinem Bekannten, dass man nicht immer eine Fachfirma verständigen muss. Der Professor schlägt in die gleiche Kerbe und kredenzt mir ein eiskaltes Budweiser aus dem Kühlschrank – das schmeckt.


Ich ertränke meinen Ärger im Alkohol

17.30 Uhr Schlussendlich räume ich bei einsetzendem Regen das Werkzeug beiseite und mache es mir zur Aufgabe, abgebrochene Palmwedel, zerdepperte Dachschindeln sowie anderes Geröll von der Einfahrt zu fegen. Bei dieser Gelegenheit spähe ich zum Hausdach und gebe zu Protokoll, dass es schlau wäre, die Leiter hervorzuholen. Ruckzuck setze ich meine Idee in die Tat um und stelle mit grosser Erleichterung fest, dass Hurrikan Irma keine Schäden am Giebel angerichtet hat – wie beruhigend
18.30 Uhr Nachdem der Professor das Weite gesucht hat, kehre ich ins Haus zurück und richte mir eine Wurstplatte an. Während des Nachtmahls lausche ich dem Programm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und lerne, dass gemeinnützige Organisationen dazu aufgerufen haben, den Menschen finanziell beizustehen, die vom Tropensturm Irma um Haus und Hof gebracht wurden. Da ich nicht auf den Taler achten muss, setze ich mich sogleich an den Heimrechner und spende einen hohen einstelligen Betrag für hilfsbedürftige Familien.

19.00 Uhr Im Anschluss nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und verabschiede mich in den Feierabend. Wie es sich gehört, fröne ich den Nachrichten und informiere mich über die verheerenden Schäden, die der Hurrikan in der Karibik und in Florida verursacht hat. Zudem rufe ich bei meinen Verwandten im fernen Kanada an und erzähle, dass ich gestern Abend sicher in Naples eingetroffen bin. Selbstverständlich bringe ich auch das Ferienhaus ins Spiel und lege anschaulich dar, dass Irma im Lowbank Drive kaum gewütet hat. Mein Bruder atmet tief durch und wünsche mir alles Gute – wie schön.
20.30 Uhr Weil mir langsam die Augen zufallen, beende ich den Fernsehabend und ziehe mich gähnend ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.

5. September 2017 – Von Nashville, TN nach Birmingham, AL

08.00 Uhr Weil wir am Samstag das „Live On the Green“ Freiluftkonzert am „Public Square Park“ besucht und uns auch gestern in einschlägigen Musikkneipen in Nashville, TN vergnügt haben, fällt mir heute das Aufstehen besonders schwer. Erst nach kurzem Zögern werfe ich die Bettdecke beiseite und schleppe mich seufzend ins Bad.


Nashville muss man gesehen haben

09.00 Uhr Nachdem ich mich kalt abgeduscht und meinen trocknen Hals mit 7 UP Limonade gespült habe, werfe ich meine Habseligkeiten in die Reisetasche und gebe Hund Dixon zu verstehen, dass wir Nashville bald Lebewohl sagen werden. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, eile ich mit dem Gepäck zum WINNEBAGO und mache es mir anschliessend zur Aufgabe, mit der Faust gegen Edelberts Moteltüre zu hämmern. Der Professor öffnet spornstreichs die Pforte und beteuert, dass er in dreissig Minuten abfahrtbereit sein wird.
09.30 Uhr Da in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Super 8 Motel“ ein Wohngebiet angrenzt, nehme ich Dixon an die Leine und schlendere an lustigen Einfamilienhäusern vorbei, die mit wehenden Fahnen geschmückt sind. Nebenher rufe ich bei Sandra an und erfahre, dass das Kind noch immer im Kreisverwaltungsreferat schuften muss. Meine Mieterin gibt sich deprimiert und erzählt, dass sie unzählige Genehmigungen für das Oktoberfest ausstellen muss und fast in Minutentakt von Anrufern terrorisiert wird. Ich zucke mit den Schultern und lasse die Maid wissen, dass das Wochenende nicht mehr lange auf sich warten lässt. Sandra nickt eifrig und berichtet, dass sie sich entschlossen hat, im Oktober nach Florida auszufliegen – gleich platzt mir der Kragen.


Sandra möchte nach Florida ausfliegen

10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten stehe ich wieder auf dem Motelparkplatz und werde Zeuge, wie Edelbert seinen Rollkoffer ins Wohnmobil hievt. Der schlaue Mann schnauft wie ein Walross und sagt, dass nun ein reichhaltiges Frühstück nicht schaden kann. Ich schlage in die gleiche Kerbe und steuere ruckzuck eine „Waffle House“ Schnellgaststätte an der Trinity Lane an. Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, ordern wir zwei „Texas Bacon Breakfasts“ mit Kaffee und frischgepresstem Orangensaft – schmeckt gar nicht schlecht.
11.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 11 zugeht, hüpfen wir in den WINNEBAGO und vereinbaren, dass uns die heutige Tagesetappe nach Birmingham in Alabama führen soll. Voller Vorfreude fahren wir auf die Interstate 65 auf und preschen radiohörend nach Süden. Nebenbei lassen wir die letzten Tage Revue passieren und kommen überein, dass es immer wieder ein grosser Spass ist, durch Nashville zu flanieren und angesagte Bars zu besuchen – wie aufregend.


Wir folgen der Interstate 65 nach Süden

12.00 Uhr Während wir Cornersville passieren und der Grenze zum Nachbarstaat Alabama immer näher kommen, erfahre ich vom Professor, dass sich die I-65 von Chicago bis nach Mobile am Golf von Mexiko schlängelt. Ich schnalze anerkennend mit der Zunge und trete das Gaspedal bis zum Anschlag durch – da kommt Freude auf.
13.00 Uhr Eine Stunde später erreichen wir Decatur am Tennessee River und fassen den Entschluss, eine kleine Pause einzulegen. Wir parken den TRAVATO vor „Milo’s Hamburger Restaurant“ und nehmen uns das Recht heraus, saftige Hamburger mit gekringelten Kartoffelstäben zu bestellen.
13.30 Uhr Als ich kraftvoll zubeisse, kommt Edelbert auf das östlich gelegene Huntsville zu sprechen und belehrt, dass dort in den frühen 1960er Jahre ein wichtiges NASA Testgelände beheimatet war. Ich mache grosse Augen und lerne weiter, dass die Einrichtung unter Wernher von Brauns Leitung stand – das ist ja allerhand.

14.15 Uhr Um keine Wurzeln zu schlagen, bezahlen wir die Zeche in Bar und verschaffen Dixon etwas Auslauf. Danach setzen wir unsere Reise fort und erfreuen uns an der üppigen Vegetation des wunderschönen Staates. Nebenbei frönen wir dem Programm eines lokalen Nachrichtensenders und bringen heraus, dass sich in der Karibik ein verheerender Tropensturm zusammenbraut. Laut aktuellen Messungen hat Hurrikan Irma während der letzten Stunden dramatisch an Kraft gewonnen und scheint sich zu dem stärksten Sturm entwickeln, der jemals auf dem offenen Atlantik gemessen wurde – wie furchtbar.


Der Hurrikan Irma wütet in der Karibik

15.15 Uhr Nach 200 Meilen endet unsere Reise vor einer einladenden „Days Inn“ Herberge an der Arkadelphia Road in Birmingham. Hund Dixon springt kläffend aus dem Wohnmobil und lässt es sich nicht nehmen, die begrünte Umgebung zu inspizieren. Währenddessen werden wir am Empfang vorstellig und mieten zwei Zimmer im dritten Obergeschoss zu je 85 Dollars an.
16.00 Uhr Nachdem ich nach Dixon gerufen habe, fahren wir mit dem Aufzug nach oben und sind von den Räumlichkeiten sehr angetan. Um etwas Ruhe zu bekommen, schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle erschöpft aufs Bett. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meiner lieben Familie im fernen Kanada.


Ich schlüpfe aus den Flip Flops

17.00 Uhr Kurze Zeit später pocht Edelbert an die Türe und sagt, dass er die Spendierhosen angezogen hat und mich ins benachbarte „Popeye’s“ Restaurant einladen wird. Als ich demonstrativ abwinke und klarstelle, dass ich keinen Spinat esse, klopft sich der Professor lachend auf die Schenkel und informiert, dass in besagtem Restaurant köstliche Hähnchen serviert werden – das hört sich verlockend an.
18.00 Uhr Während wir frittierte Hühnerklumpen mit frischen Bohnen und Softdrinks (löblich: Weichgetränke) geniessen, planen wir die kommenden Tage und beschliessen, dass wir Morgen bis nach Greenville in Alabama vorstossen werden – das wird ein Spass.
19.00 Uhr Nach der reichhaltigen Jause vertreten wir uns die Beine und statten einer CHEVRON Tankstelle einen Besuch ab, um mehrere Dosen Budweiser einzukaufen. Im Anschluss spazieren wir zum Motel zurück und ölen unsere staubtrocknen Kehlen am hauseigenem Schwimmbecken – das tut gut.
20.00 Uhr Ein langer und nervenaufreibender Tag neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Ich verabschiede mich vom Professor und serviere dem Vierbeiner zu guter Letzt eine stattliche Portion ROYAL CANIN Trockenfutter. Anschliessend dusche ich mich kalt ab und lege mich schlafen. Gute Nacht.

23. August 2017 – Regenwetter

07.45 Uhr Weil ein donnernder Regenschauer niedergeht, stehe ich etwas früher auf und ziehe mich spornstreichs ins Badezimmer zurück. Während sich Dixon mit einem quietschenden Spielzeug beschäftigt, brause ich mich kalt ab und komme zu dem Schluss, dass man bei diesem Sauwetter kaum einen Schritt vor die Türe wagen kann.
08.45 Uhr Sechzig Minuten später pocht Edelbert an die Pforte und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er sich auch frisch machen möchte. Ich schlüpfe seufzend in modische Freizeitkleidung und lasse meinen Bekannten wissen, dass ich auf Hygiene besonders grossen Wert lege. Danach setze ich mir die NY YANKEES Kappe auf und flitze mit dem Vierbeiner im Schlepptau zum Haupthaus, um meine Familie herzlich zu begrüssen. Maria schenkt mir ein Lächeln und beteuert, dass das schlechte Wetter zu einer Partie Monopoly einlädt. Da ich Brettspiele nicht ausstehen kann, schüttle ich den Kopf und stelle klar, dass ich ganz bestimmt nicht mitspielen werde. James schlägt in die gleiche Kerbe und kündigt an, dass er gleich nach Toronto rasen wird, um seinen Gitarristen zu treffen. Als ich genauer nachfrage, rückt mein Neffe mit der ganzen Wahrheit heraus und erzählt, dass Sam Dietz über das Wochenende an neuen Liedern gefeilt hat – das hört man gerne.


Schlechtes Wetter am Lake Simcoe

09.30 Uhr Wenig später kommt der Professor dazu und lässt sich ebenfalls die wichtigste Mahlzeit des Tages munden. Als ich meinen trocknen Hals durchspüle und verträumt nach draussen spähe, kommt der gute Mann auf unsere Heimreise zu sprechen und unterbreitet, dass wir am Dienstag dem Lake Simcoe Lebewohl sagen sollten. Ich nicke eifrig und erwähne, dass es eine Gaudi wäre, am Erie See entlang zu krusen und einen Zwischenstopp in Detroit einzulegen. Edelbert macht grosse Augen und zögert nicht, den RAND MCNALLY Atlas hervorzuholen und sich über die Wegstrecke schlau zu machen. Unterdessen wende ich mich dem kleinen David zu und bringe heraus, dass er am 5. September wieder zur Schule gehen und für das Leben lernen muss.
10.30 Uhr Nachdem sich James verabschiedet hat, baut Maria das Monopoly Brett auf und animiert uns, am Spiel teilzunehmen. Ich lehne dankend ab und merke an, dass ich die Vormittagsstunden ausnutzen werde, um den WINNEBAGO TRAVATO aufzutanken. Edelbert reibt sich die Hände und sagt, dass er mich begleiten wird.


Wir müssen tanken – was das wieder kostet

11.15 Uhr Wenig später sitzen wir im Wohnmobil und schlittern bei stetigem Regen auf dem schlammigen Schotterweg in Richtung Gilford Beach. Weil in diesem Nest keine Tankstelle angesiedelt ist, sehen wir uns genötigt, auf der Staatsstrasse 39 nach Innisfil weiterzufahren. Nebenher plaudere ich angeregt mit dem Professor und unke, dass wir für unsere Heimreise mindestens acht Tage einplanen müssen. Prof. Kuhn gibt mir Recht und sagt, dass er es kaum noch erwarten kann, die Stadt Detroit zu sehen – das wird eine Gaudi.
11.45 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten fahre ich auf den Hof einer ESSO Tankstelle auf. Während ich Treibstoff in den Tank einlaufen lasse, nimmt Edelbert die Spannungsanzeige der Batterie in Augenschein und erinnert, dass wir den Akkumulator vor unserer Abfahrt aufladen sollten – jaja.
12.30 Uhr Nach dem Bezahlvorgang hüpfen wir wieder ins Auto und gleiten durch Innisfil, um nach einer einladenden Gaststätte Ausschau zu halten. Bald kommen wir vor der „Beach Bar“ (löblich: Strand Bar) an der Beach Road zum stehen und ringen uns dazu durch, in dieser Wirtschaft ein kleines Päuschen einzulegen. Natürlich begrüsst uns der Wirt überschwänglich und berichtet, dass wir heute die ersten Gäste sind. Wir fackeln nicht lange und bitten den Heini, zwei vitaminreiche Caesar Salads sowie gesunde Nachos aufzutischen.


Bier ist sehr gesund

13.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen und unsere Kehlen mit süffigem Hopfentrunk ölen, bringt mein Tischnachbar erneut unsere Heimreise ins Spiel und informiert, dass es angebracht wäre, von Detroit nach Indianapolis zu rasen. Ich lege meine Stirn in Falten und stelle mit grosser Freude fest, dass wir bereits Mitte der kommenden Woche in Nashville, TN sein könnten – da kommt besonders grosse Freude auf.
14.00 Uhr Nachdem wir die Zeche beglichen haben, torkeln wir zum Wohnmobil zurück und fahren gemächlich in Richtung Lake Simcoe davon. Zudem lauschen wir dem Radioprogramm einer örtlichen Sendeanstalt und haben das Vergnügen, ein schönes Lied aus Alan Jacksons Feder zu hören.

14.45 Uhr Endlich sind wir wieder zuhause und können uns von den Strapazen des Vormittags entspannen. Ich lege in der Wohnstube die Beine hoch und döse prompt ein – das tut gut.
15.45 Uhr Leider wird die Ruhe bald durch Maria gestört. Meine Schwägerin hantiert in der Küche mit den Töpfen und meint, dass sie am Abend eine herzhafte Nudelsuppe auf den Tisch bringen wird. Ich lecke mir die Lippen und nehme mir das Recht heraus, mich zu David, Edelbert und Georg auf die Terrasse zu gesellen. Missmutig nehme ich auf der Sitzbank platz und lasse die anderen wissen, dass das trübe Wetter sehr auf meine Stimmung drückt. Mein Bruder beruhigt mich sofort und sichert zu, dass Morgen ganz bestimmt wieder die Sonne vom Himmel lachen wird.
16.30 Uhr Kurze Zeit später kehrt James von seinem Stadtausflug zurück. Während David auf und ab hüpft, hievt der gute Junge eine Plastiktüte aus dem Kofferraum und plappert, dass er Knabbereien mitgebracht hat. Ausserdem präsentiert James eine Filmscheibe und sagt, dass wir uns den Abend mit dem Welterfolg „Alien: Covenant“ versüssen werden – das kann mir nur Recht sein.


Wir versüssen uns den Abend mit einem Film

17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 5 deutet, ruft uns Amanda zu Tisch und verwöhnt uns mit einer heissen Gemüsebrühe. Dazu gibt es Labatt Blau Bier sowie im Backofen aufgewärmtes Maisbrot – das schmeckt.
18.00 Uhr Mit vollem Magen lege ich den Löffel beiseite und fasse den Entschluss, mit Gassi zu gehen. Um nicht nass zu werden, werfe ich mir einen grünen Regenponcho über und spaziere missmutig zum See – gleich platzt mir der Kragen.
19.00 Uhr Um endlich zur Ruhe zu kommen, lasse ich mich in den bequemen Ledersessel fallen und fordere James auf, den mitgebrachten Film ins Abspielgerät zu stecken. Der junge Mann gehorcht mir aufs Wort und mutmasst, dass die aktuelle Regiearbeit des Hollywoodvirtuosen Ridley Scott nichts für Kinderaugen ist. David blickt traurig drein und verabschiedet sich nörgelnd ins Kinderzimmer. Anschliessend betätigt James den ON (löblich: AN) Knopf auf der neumodernen Fernbedienung und wir tauchen in die Abenteuer mehrerer Astronauten ein, die in einer fernen Galaxie auf einen bewohnbaren Planeten stossen – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Nervenkitzel reiche ich die Fernbedienung an Amanda weiter und ziehe ich mich ins Gästezimmer zurück. Gute Nacht.

31. Juli 2017 – Auf Wiedersehen Niagara Fälle

08.00 Uhr Der Radiowecker springt an und ich erkenne beim Blick auf die Anzeige, dass unser Aufenthalt an den Niagara Fällen heute zu Ende gehen wird. Trotz allem rolle ich mich juchzend aus dem Bett und lasse den Vierbeiner wissen, dass wir gleich aus dem „Anchor Motel“ austschecken und nach Kanada krusen werden.


Der Radiowecker springt an

08.30 Uhr Wie es sich gehört, werfe ich mir den Bademantel über und öffne die Zimmertüre, um dem Vierbeiner etwas Auslauf zu ermöglichen. Während das Haustier den Parkplatz erkundet, absolviere ich einige Kniebeugen und vergesse auch nicht, den Professor zu wecken. Edelbert reibt sich den Schlaf aus den Augen und plappert, dass unser gestriger Ausflug nach Rochester sehr spannend war. Ich nicke zustimmend und animiere den guten Mann, schleunigst sein Ränzlein zu schnüren und mich in fünfundvierzig Minuten am Winnebago zu treffen.


Die Hohen Fälle in Rochester, NY

09.15 Uhr Nachdem ich mich kalt abgeduscht habe, rolle ich mein Reisegepäck zum Wohnmobil und überprüfe den Stand des Wassertanks. Wenig später verfrachtet der Professor seine Habseligkeiten in den TRAVATO und erinnert, dass wir die Toilette entleeren müssen. Ich schlage in die gleiche Kerbe und zögere nicht, die Schlüsselkarte zum Empfang zurückzubringen und mich dann hinter das Lenkrad zu klemmen. Als erstes steuern wir eine SUNOCO Tankstelle am Niagara Falls Boulevard an und bringen heraus, dass hinter dem Anwesen eine Sickergrube sowie ein Frischwassertank zu finden ist. Ich fackle nicht lange und mache es mir zur Aufgabe, den Toiletteninhalt in die Grube zu pumpen und frisches H²O aufzufüllen. Unterdessen bringt Edelbert die Frontscheibe unseres Gefährts auf Hochglanz und meint, dass wir auch Tanken sollten – jaja.
10.15 Uhr Um 130 Dollars erleichtert, hüpfen wir in den WINNEBAGO und rasen in Richtung „Rainbow Bridge“ davon. Währenddessen hole ich meinen Reisepass hervor und gebe zu Protokoll, dass wir nach dem Grenzübertritt ein Frühstücksgasthaus ansteuern sollten – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.


Die Regenbogen Brücke und die Niagara Fälle

10.45 Uhr Nachdem wir gemächlich die Zollstation passiert haben, atmet Edelbert tief durch und wirft ein, dass wir uns glücklich schätzen können, von den Grenzbeamten nicht genauer überprüft worden zu sein. In diesem Zusammenhang deutet der schlaue Mann in den hinteren Teil des Wohnmobils und beteuert, dass die Einfuhr einer Schusswaffe hart bestraft wird. Ich zucke gelangweilt mit den Schultern und ziehe es vor, mit quietschenden Bremsen vor einer einladenden „Tim Horton’s“ Schnellgaststätte anzuhalten.
11.15 Uhr Ruckzuck betreten wir die Wirtschaft und gönnen uns brühfrischen Bohnentrunk sowie vitaminreiche Frühstückssemmeln (unlöblich: Breakfast Sandwiches). Als ich kraftvoll zubeisse, verweist mein Tischnachbar auf die letzte Etappe unserer Reise und rechnet vor, dass wir in zwei Stunden am Lake Simcoe sein werden.
12.00 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit setzen wir unsere Reise fort und gleiten auf dem vierspurigen Queen Elizabeth Way an St. Catharines vorbei. Alsbald tut sich an unserer rechten Seite der Ontario See auf und wir freuen uns, spätestens um Halb Zwei am Lake Simcoe einzutreffen. Edelbert ist ganz aus dem Häuschen und kündigt an, dass er im Feriendomizil eine ganz ruhige Kugel schieben und Fachbücher lesen wird – das soll mir auch Recht sein.


Wir sind in Kanada!

13.00 Uhr Um nicht durch das Zentrum von Toronto rasen zu müssen, verlassen wir die Schnellstrasse und ziehen es vor, auf der Autobahn 407 die Millionenmetropole weitläufig zu umfahren – wie aufregend.
14.00 Uhr Nach 171 Kilometern passieren wir das Willkommensschild der Kleinstadt Gilford Beach und poltern auf einem Schotterweg gen Süden weiter. Nach weiteren drei Kilometern kommen wir vor dem Ferienhaus zum halten und stehen vor verschlossenen Türen. Ich zücke spornstreichs die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und lasse es mir nicht nehmen, bei meinem Bruder anzurufen. Georg meldet sich prompt und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er mit seinen Liebsten nach Barrie gekrust ist. Darüber hinaus erfahren wir, dass wir den Haustürschlüssen unter der Fussmatte vorfinden werde – wie schön.


Prost

14.45 Uhr Nachdem wir unser Reisegepäck in das klimatisierte Holzhaus verfrachtet haben, stibitzen wir uns ein Sechserpack Labatt Blu (löblich: Labatt Blau) aus dem Eiskasten und machen es uns am Ufer bequem. Während wir unsere Kehlen ölen, flitzt Dixon zum See und hüpft ausgelassen ins kühle Nass – da kommt Freude auf.
15.30 Uhr Just als der Minutenzeiger meines goldenen Chronographens auf halb Vier zugeht, fährt plötzlich Georgs nachtschwarzer JEEP vor und wir haben das Vergnügen, nicht nur Georg und Maria, sondern auch James, Amanda und David in die Arme schliessen zu können. Meine Schwägerin ist kaum zu bändigen und schlägt vor, dass ich mir mit Edelbert die ausgebaute Scheune teilen könnte. Georg nickt eifrig und wirft ein, dass es den beiden Gästezimmern im Nebenhaus kaum an Komfort fehlt – das hört man gerne.
16.15 Uhr Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, leisten wir meinen Verwandten auf der schattigen Terrasse Gesellschaft und vernehmen, dass die netten Menschen in Barrie geschoppt haben. Mein elfjähriger Grossneffe reibt sich die Wampe und verrät, dass er ausserdem einen Eisbecher mit Sahne verdrückt hat – das ist ja allerhand.
17.00 Uhr Zum Abendessen tischt Maria eine grosse Wurst- und Käseplatte mit frischem Brot und italienischem Gemüse auf. Dazu trinken wir hausgemachte Zitronenlimonade und vernehmen, dass die Frauen am morgigen Tag nach Innisfil fahren und sich dort aufsteilen lassen wollen. Georg winkt demonstrativ ab und sagt, dass wir mit dem Motorboot in See stechen und Fisch fangen könnten – dazu sage ich nicht nein.


Guido ist frech

19.00 Uhr Ein schöner Abend neigt sich langsam seinem Ende zu. Während sich die Kinder vor dem Fernseher versammeln, um einen langweiligen Walt Disney Film anzuschauen, gehe ich Maria in der Küche zur Hand. Nebenher berichte ich von den Frechheiten meines unlöblichen Neffens und erzähle, dass Guido seit einer Woche in Florida verweilt. Meine Schwägerin schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und entgegnet, dass es eine prima Idee war, die Flucht nach Kanada anzutreten – wie wahr.
20.00 Uhr Nachdem ich mit Edelbert einen rauchigen Bourbon getrunken und Dixons zerzaustes Fell gebürstet habe, wünsche ich den anderen eine ruhige Nacht. Danach verabschiede ich mich winkend ins Gästezimmer und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

28. Februar 2017 – Jefferson’s Ocean

08.00 Uhr Der letzte Februartag bricht an und ich verspüre ein eigenartiges Kratzen im Hals. Weil ich schon seit jungen Jahren mit Heuschnupfen zu kämpfen habe, eile ich mit schnellen Schritten ins Bad und nehme eine „Piriteze“ Tablette ein. Wie jedes Kind weiss, vertreibt dieses Medikament sämtliche Symptome und bietet einen 24stündigen Schutz – da kommt Freude auf.


Meine Hausapotheke

08.30 Uhr Nachdem ich ein Nasensprüh aus dem Hause „WICK“ verwendet habe, öffne ich die Terrassentüre und lasse Hund Dixon in den Garten hinaus. Anschliessend ziehe ich mich ins Bad zurück und lasse die Seele bei einem Wirbelbad baumeln. Nebenher mache ich mir Gedanken bezüglich Georgs anstehenden Geburtstag und ringe mich dazu durch, im fernen Toronto anzurufen. Nach dem zweiten Tuten habe ich Maria im Rohr und erfahre, dass meine Verwandten ihre angekündigte Reise nach Florida auf Mitte März verschieben müssen. Ich seufze laut und bringe heraus, dass sich mein Bruder eine Grippe eingefangen hat und bis auf Weiteres das Bett hüten muss. Trotz alledem lege ich beste Laune an den Tag und lasse meine Schwägerin wissen, dass ich dem guten Mann zu seinem Ehrentag eine Flasche Bourbon schicken werde.
09.30 Uhr Nach dem Waschvorgang richte ich das Frühstück an und kontaktiere Edelbert. Der Professor freut sich und erklärt sich prompt bereit, mich in eineinhalb Stunden in „Bob’s Liquor Store“ zu treffen. Ruckzuck beende ich das Telefonat und stecke zwei weitere Brotscheiben in den Röster (unlöblich: Toaster).


Meine goldene ROLEX

10.00 Uhr Just als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf Zehn zugeht, verlasse ich die kleine Villa und bin überrascht, den Gärtner auf der Einfahrt anzutreffen. Herr Leonardo wünscht mir einen guten Morgen und kündigt an, jetzt den Rasen zu mähen und Unkraut zu jäten. Ich stimme zu und bitte den Heini, auch die Leiter aus der Garage zu holen und die Regenrinne zu reinigen – immerhin habe ich Wichtigeres zu tun.
10.30 Uhr Dreissig Minuten später komme ich mit quietschenden Bremsen vor dem Alkoholgeschäft meines Vertrauens zum Halten. Voller Elan schwinge ich mich aus dem SUV und begrüsse Edelbert per Handschlag. Mein Bekannter schleckt an einem lustigen Erdbeereis und vertellt, dass er sich eine Kiste Weissbier gönnen wird. Ich schlage in die gleiche Kerbe und stelle klar, dass ich ein kleines Vermögen in einen Whiskey investieren werde.


Georg darf sich über einen edlen Whiskey freuen

10.45 Uhr Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, betreten wir den Laden und fordern Herrn Bob auf, uns bei der Auswahl zur Seite zu stehen. Der Ladeninhaber lässt sich nicht zweimal bitten und legt mir nahe, eine Flasche „Jefferson’s Ocean“ zu kaufen. Als ich die Augenbrauen nach oben ziehe, präsentiert der Alkoholfachmann ein Fläschchen und erklärt, dass dieser Bourbon in der Kleinstadt Crestwood, KY in Fässer abgefüllt wird und danach per Schiff um die ganze Welt reist. Ich staune nicht schlecht und lerne, dass der Getreideschnaps während seiner fünfmonatigen Reise um alle Kontinente schippert und dabei viermal den Äquator überquert. Natürlich fackle ich nicht lange und animiere Herrn Bob, mir einen Humpen auszuhändigen. Mein Gegenüber schnalzt mit der Zunge und sagt, dass dieser Bourbon selbstverständlich in einer luxuriösen Holzkiste verkauft wird – das ist phantastisch.
11.30 Uhr Nachdem ich 120 Dollars ausgegeben habe, kehren wir zu den Autos zurück und fassen den Entschluss, eine Postfiliale anzusteuern und den Bourbon per Expressversand nach Kanada zu schicken.
12.00 Uhr Zum Mittagsläuten finden wir uns in einem „United States Postal Service“ Geschäft wieder und vernehmen, dass eine 48stündige Expresslieferung nach Toronto mit 25 Dollars zu Buche schlägt. Ich zucke mit den Schultern und mache es mir zur Aufgabe, die Adresse meiner Verwandten auf einen Lieferschein zu kritzeln und die Whiskeykiste in einen luftgepolsterten Postkarton zu verfrachten – wie aufregend.
12.45 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, das Mittagessen einzunehmen. Ich deute in Richtung des zwei Meilen entfernten Zoos und gebe Edelbert zu verstehen, dass es sich anbieten würde, bei „Pizza Fusion“ einzukehren. Der schlaue Mann gibt mir Recht und prescht mit durchdrehenden Pneus von dannen.


Pizza ist sehr vitaminreich

13.30 Uhr Während wir Schinkenpizzas verzehren und unsere Hälse mit Eistee durchspülen, kommt der Professor auf morgen zu sprechen und erinnert, dass am 1. März Aschermittwoch gefeiert wird. Ich werde augenblicklich hellhörig und schlage vor, dass wir am Mittwoch in die Kirche gehen und einen Gottesdienst besuchen sollten.
14.15 Uhr Redlichst gestärkt wünsche ich Edelbert einen schönen Nachmittag und kruse zügig nach Hause. Unterdessen erfreue ich mich am Radioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und lasse mir den Fahrtwind durchs Haar wehen – was kann es schöneres geben.
15.00 Uhr Zuhause angekommen, falle ich erschöpft aufs Kanapee und schliesse die Augen. Nach wenigen Atemzügen döse ich ein und sehe mich im Traum auf verstaubte Wanderwege des Appalachian Trails versetzt.


Ich träume vom Appalachian Trail

16.00 Uhr Um nicht den ganzen Tag auf der faulen Haut zu liegen, rapple ich mich auf und lasse mich entspannt in der Hollywood Schaukel nieder. Unter anderem werfe ich prüfende Blicke in die Tageszeitung und informiere mich über die Geschehnisse in der Gemeinde. Zudem tratsche ich angeregt mit Frau Pontecorvo und lösche meinen Durst mit einem süffigen Budweiser – das tut gut.
17.00 Uhr Während Dixon mit Nachbarhund Joey spielt, kehre ich ins klimatisierte Haus zurück und mache mich in der Küche nützlich. Fachmännisch koche ich italienische Langnudeln auf und zaubere dazu eine leckere Pesto Sauce aus dem Glas – das gib ein Festessen.
18.00 Uhr Zum Abschluss des Tages erledige ich die Hausarbeit und setze mich dann in die gute Stube, um den FOX Nachrichten zu frönen und mich über die Oscarverleihung vom Sonntag schlau zu machen.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf den Premiumsender HBO und erfreue mich am kunterbunten Zukunftsfilm „Star Trek Beyond“. Im aktuellen Weltraumabenteuer bekommen es Kapitän Körk und der spitzohrige Spock mit einem bösen Ausserirdischen namens Krall zu tun – welch ein Unsinn.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Weltraumklamauk beende ich den Fernsehabend und rufe Dixon ins Haus. Zu guter Letzt reguliere ich die Klimaanlage und lösche sämtliche Lichter. Gute Nacht.