10. Januar 2017 – New York, New York

Sehr geehrte Damen und Herren,

die gestrige Nacht verbrachten wir im schönen „Wyndham Gardens Hotel“ am Flughafen von Newark, NJ.

Nach einem reichhaltigen Frühstück bei „Dunkin‘ Donuts“ verschlug es uns dann in den „grossen Apfel“ (unlöblich: Big Apple). Weil wir sehr unter Zeitdruck standen, durchfuhren wir den Holland Tunnel und waren genötigt, 15 Dollars zu bezahlen – wie unlöblich.


Zum Frühstück gab es Zuckerkringel und Krapfen

Trotz der hohen Kosten, liessen wir uns die gute Laune nicht verderben und rasten entspannt durch das Künstlerviertel Greenwich Village. Wie man sich denken kann, war Mieterin Sandra ganz aus dem Häuschen und kam während der erquickenden Autofahrt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Schlussendlich parkten wir den WINNEBAGO unweit des „American Museum of Natural History“, um Thomas Kronach im „Calle Ocho“ – einem Spezialitätenrestaurant im „Excelsior Hotel“ – zu treffen.


Der Rotwein war sehr süffig

Der Jurist spendierte „Calamari Frito“ (löblich: frittierte Tintenfische) an buntem Beilagensalat und orderte beim hochnäsigen Kellner eine edle Flasche Rotwein für 400 Dollar. Natürlich plauderten wir während des Mittagessens angeregt und brachten in Erfahrung, dass Thomas bald nach Tampa reisen wird, um einen Mandanten zu treffen. Selbstverständlich habe ich meinen ehemaligen Studienkollegen in meine kleine Villa eingeladen und ihm versprochen, zur Feier unseres Wiedersehens eine prima Grillfeier zu veranstalten.


Der Central Park im Schnee

Nach einem kleinen Spaziergang durch den „Central Park“ mussten wir uns leider von Thomas verabschieden. Als wir zum WINNEBAGO zurückkamen, wurden wir Zeugen, wie sich eine freche Politesse am Scheibenwischer des Wohnmobils zu schaffen machte. Zu allem Überfluss erklärte uns die kleine Frau, dass entlang der 81. Strasse ein striktes Parkverbot gilt. Weil sämtliche Einsprüche keine Wirkung zeigten, zogen wir es vor, die Strafe umgehend zu bezahlen und der Dame 65 Dollars in Bar zu überreichen – wie unlöblich.

Gegen 16:00 Uhr sagten wir Manhattan Lebewohl und fuhren ruckzuck nach Middletown in New Jersey, um uns in ein„Comfort Inn“ Motel einzumieten.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

13. Dezember 2016 – Nur noch wenige Tage …

08.00 Uhr Der WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Moderator weckt mich ausnahmsweise nicht mit einem Weihnachtslied. Stattdessen dröhnt aus dem Radiowecker eine Komposition der aus Georgia stammenden Combo „R.E.M.“. Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und lerne, dass das Lied „Texarkana“ vor 25 Jahren auf dem siebten Studioalbum der Bande veröffentlicht wurde – das soll mir auch Recht sein.


Katze Land – der beste Radiosender

08.30 Uhr Just als ich an die frische Luft trete und meine Muskeln stähle, kommt Herr Booth an die Grundstücksgrenze und lotet aus, ob ich an Weihnachten verreisen werde. Ich nicke eifrig und lasse meinen Nachbarn wissen, dass ich die schönste Zeit des Jahres in Kanada verbringen werde. Darüber hinaus informiere ich, dass ich im Januar das nagelneue Wohnmobil meines Bruders nach Florida bringen und Zwischenstopps in der Hauptstadt sowie im grossen Apfel (unlöblich: Big Apple) einlegen werde. Der Vietnamveteran ist begeistert und ermutigt mich, seiner Nichte Melody (31) im New Yorker Stadtteil Greenwich Village einen Besuch abzustatten.
09.00 Uhr Pünktlich zum Neunuhrläuten scheuche ich Dixon in die kleine Villa und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Nebenher stöbere ich mit dem iPad durch das Amazon Warenangebot und nehme mir das Recht heraus, einen Blumenstrauss für meine Schwägerin auszuwählen. Anschliessend betätige ich den Bestellknopf und lege als Lieferdatum den 14. Dezember fest. Weil Maria morgen ihr Wiegenfest feiert, vergesse ich auch nicht, eine schöne Grusskarte auszusuchen und nette Zeilen niederzuschreiben – da kommt Freude auf.


Alles Gute zum Geburtstag, Maria

10.00 Uhr Nach dem Badespass nehme ich den futuristischen DeLonghi Vollautomaten in Betrieb und werde beim Blick aus dem Fenster Zeuge, wie Edelberts JEEP vorfährt. Natürlich öffne ich augenblicklich die Pforte und freue mich, mit Cannolis aus der Biscotti Farrugia Italienbäckerei überrascht zu werden – das ist phantastisch.
10.30 Uhr Während wir es uns auf der Terrasse bequem machen und Kaffee schlürfen, kommt der Professor auf den kommenden Montag zu sprechen und setzt mich darüber in Kenntnis, dass unser Direktflug nach Toronto um 11 Uhr starten wird. Ich stimme zu und entgegne, dass wir gegen halb Drei in Kanada ankommen und von meinem löblichen Neffen am „Pearson International Airport“ in Empfang genommen werden. Mein Tischnachbar beisst kraftvoll in ein mit Sahne gefülltes Schmalzgebäck und meint, dass es ein Spass wird, Weihnachten im verschneiten Ontario zu verleben – wie wahr.
11.15 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten gesellt sich Frau Pontecorvo zu uns und schnappt sich das letzte Cannoli aus der Schachtel. Ich nehme die Alte skeptisch ins Visier und gebe zu Protokoll, dass wir uns gerade über unsere anstehende Kanadareise unterhalten. Meine Nachbarin zuckt mit den Schultern und meint, dass sie sich bereits am Samstag in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub verabschieden wird.
12.00 Uhr Um dem Vierbeiner eine kleine Freude zu bereiten, brechen wir nach der Brotzeit zu einem Spaziergang zum benachbarten „La Playa“ Golfplatz auf. Bei dieser Gelegenheit schmieden wir Pläne und kommen überein, dass wir unbedingt mit meiner Familie zu den Niagara Fällen krusen sollten – das wird eine Gaudi.


Bald bin ich in Toronto – wie aufregend

12.30 Uhr Da meine Geldbörse locker sitzt, lade ich meine Begleiter kurzerhand in die Vereinsgaststätte ein und spendiere durstlöschende Arnold Palmer Getränke. Zudem lassen wir uns an einem Tisch mit Ausblick auf das satte Grün nieder und stossen mit den Gläsern redlichst an. Nebenbei bringt Frau Pontecorvo den Jahreswechsel ins Gespräch und vertellt, dass sie mit ihrer Freundin Blanche die „New Years Eve Gala“ im „Alhambra Theatre“ in Jacksonville besuchen wird – wie schön.
13.30 Uhr Endlich bin ich wieder dahoam und kann mich von meinen Bekannten verabschieden. Fix und foxi werfe ich die Haustüre ins Schloss und bette mich auf dem Kanapee zur Ruhe.


Der Heimrechner spinnt – SAPPERLOTT

14.30 Uhr Weil Dixon ganz unruhig ist, öffne ich die Terrassentüre und halte den Rüden an, brav im Garten zu bleiben. Danach setze ich mich an den Schreibtisch und registriere, dass der Zugriff auf das Internetz nicht möglich ist. Ich lege den Zeigefinger an die Unterlippe und ringe mich dazu durch, mehrmals mit der Faust auf das Netzwerkverbindungsgerät (unlöblich: Router) zu dreschen. Bereits nach wenigen Sekunden klappt auf dem Bildschirm der Internetz Brauser auf und ich kann ohne weiteres die elektronische Post abrufen.
15.00 Uhr Trotz der unerträglichen Hitze schufte ich hart und rate verzweifelten Erziehungsberechtigten, mit der garstigen Jugend nicht zu zimperlich umzugehen. In diesem Zusammenhang mache ich Frau Erika V. aus Dortmund klar, dass ein Heimrechnerspiel kein geeignetes Weihnachtsgeschenk für einen 16jährigen ist – wo kämen wir denn da hin.
16.00 Uhr Nachdem alles abgearbeitet ist, gehe ich von der Leine und sehe nach Dixon. Ich treffe den Rüden im Garten der Nachbarn an und freue mich, mit Frau Crane tratschen zu können. Die Dame begrüsst mich herzlich und erzählt, dass sie sich beim Tschoggen den Meniskus gerissen hat und sich bald einer Operation stellen muss. Natürlich spende ich der Frau Trost und mache sie auf den Umstand aufmerksam, dass dieser Eingriff ein Kinderspiel sein wird. Frau Crane gibt mir Recht und wünscht mir einen schönen Abend.


Hund Dixon geht Gassi

17.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, mache ich mich in der Küche nützlich und richte eine Wurstplatte mit hauchdünn aufgeschnittenem Capocollo und luftgetrockneter Salami an. Dazu gibt es ein Bier sowie vitaminreiches Weissbrot – das schmeckt.
18.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 6 zugeht, lege ich in der Wohnstube die Beine hoch und schaue fern. Um auf den neuesten Stand zu kommen, gebe ich mich den FOX Nachrichten hin und bringe heraus, dass amerikanische Soldaten just heute vor 13 Jahren den irakischen Diktator Saddam Hussein in einem Erdloch gefunden und festgenommen haben.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf den Bezahlkanal HBO und fröne dem Lichtspielhauserfolg „Stonewall“ aus dem Jahre 2015. Der von Ronald Emmerich gekonnt in Szene gesetzte Historienfilm lässt in bunten Bildern den Homoaufstand im Sommer 1969 entlang der Christopher Street Revue passieren – wie unlöblich.
21.00 Uhr Als nach zwei Stunden der Abspann über die Mattscheibe flimmert, beende ich den Fernsehabend und gehe müde ins Bett. Gute Nacht.

17. April 2015 – Tramezzinis und ein Strandspaziergang

pfaffenbergkl

08.00 Uhr Ich werde durch das Schellen der Schwarzbeere geweckt. Als ich mir das schnurlose Kommunikationsgerät ans Ohr halte, wünscht mir Herr Wang einen guten Morgen und erkundigt sich, ob ich am Samstag im Naples Manor Motel aushelfen kann. Der Motelbesitzer klagt mir sein Leid und beteuert, dass sich Frau Jenna am Fuss verletzt hat und bis auf Weiteres nicht arbeiten kann. Letztendlich gebe ich klein bei und verspreche, um 9 Uhr vorbeizukommen und gemeinsam mit Herrn Avanzatti den Empfang zu menetschen.
08.30 Uhr Nachdem ich meine Muskeln auf der schattigen Terrasse gelockert habe, verabschiede ich mich in die Nasszelle, um mich bei einem lustigen Wirbelbad zu entspannen. Ausserdem telefoniere ich mit Edelbert und frage an, ob er mich an den Strand begleiten möchte. Der Professor ist hellauf begeistert und schlägt vor, dass wir uns in zweieinhalb Stunden am Lowdermilk Beach treffen könnten – das soll mir Recht sein.

hawaiihemd
Ich gehe stets mit der Mode

09.30 Uhr Ich beende das Badevergnügen und ziehe es vor, kurze Bermudahosen sowie ein farbenfrohes Hawaiihemd anzuziehen. Danach scheuche ich Hund Dixon in die Küche und stärke mich bei einem ausgewogenen Frühstück. Selbstverständlich gebe ich auch dem Rüden etwas Schinken sowie vitaminreiche Rühreier ab – das schmeckt.
10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten klingelt meine Nachbarin an der Pforte und möchte wissen, ob ich sie zum Supermarkt begleiten möchte. Ich schüttle den Kopf und entgegne, dass ich heute die Geschäfte im Naples Manor Motel führen muss. Darüber hinaus tippe ich auf meine ROLEX und stelle klar, dass ich unter Zeitdruck stehe.
10.30 Uhr Endlich kann ich den Motor meines PS-strotzenden SUV aufheulen lassen und vom Grundstück brettern. Während sich Dixon auf der Ladefläche ausbreitet und einen Kauknochen verzehrt, drehe ich den Radio lauter und erfreue mich am aktuellen Darius Rucker Schlag „Southern Style“ – das macht Spass.


Darius Rucker – Southern Style

11.00 Uhr Pünktlich fahre ich auf den Besucherparkplatz und lasse das Signalhorn ertönen. Schon bald entdecke ich Edelberts schneeweissen JEEP und habe das Vergnügen, den Professor per Handschlag begrüssen zu können. Mein Bekannter präsentiert eine Tüte mit „Satreales“ Aufdruck und sagt, dass wir es uns unter einer schattenspendenden Palme bequem machen und ein zweites Frühstück verdrücken sollten – wie schön.
11.30 Uhr Nach einem kurzweiligen Fussmarsch lassen wir uns auf einer Bank am Boardwalk (löblich: Strandweg) nieder und strecken die Beine aus. Edelbert überreicht mir ein italienisches Wurstbrot und erzählt, dass diese Köstlichkeit in Norditalien „Tramezzini“ genannt wird. Ich mache grosse Augen und zögere nicht, kraftvoll in das mit Mortadella, Parmaschinken und Salat belegte Brot zu beissen – schmeckt gar nicht schlecht.

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Diese Idylle muss man erlebt haben

12.00 Uhr Weil sich zur Mittagszeit besonders viele Badegäste am Strand tummeln, entschliessen wir uns, den Spaziergang fortzusetzen. Unterdessen werfen wir dem Vierbeiner Stöckchen zu und tratschen angeregt über unsere im Juli geplante Appalachian Trail Wanderung. Prof. Kuhn zieht genüsslich an seiner Pfeife und meint, dass es ein Spass werden wird, durch die „Green Mountains“ zu wandern – wie aufregend.
12.45 Uhr Nach fünfundvierzig Minuten passieren wir ein Strandlokal und kommen überein, dass ein kühles Bier jetzt gerade Recht kommt. Lachend betreten wir die Wirtschaft und ordern an der Bar einen Pitcher (löblich: Krug) Coors Light. Der Wirt kommt der Bitte anstandslos nach und serviert zudem eine Schale mit gesalzenen Erdnüssen – wie schön.

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Ein Bier gegen den Durst

13.45 Uhr Um nicht Wurzeln zu schlagen, schnippen wir mit den Fingern und fordern die Rechnung heraus. Der wortkarge Schankkellner knöpft uns 12 Dollars ab und wünscht uns einen schönen Tag. Danach laufen wir zum Auto zurück und verabreden, dass wir uns morgen gegen 14 Uhr im Naples Manor Motel zum Lunch (löblich: Mittagessen) treffen sollten.
14.30 Uhr Am Auto angekommen, wünsche ich dem Professor einen ruhigen Abend. Im Anschluss bringe ich den Chevrolet hupend auf den Gulf Shore Boulevard zurück und trete gutgelaunt die Heimfahrt an.
15.15 Uhr Im Willoughby Drive angekommen, schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle übermüdet aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und sehe mich im Traum in den „grossen Apfel“ versetzt.

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Der Madison Square Garden

16.15 Uhr Ich erwache redlichst ausgeruht und nehme spornstreichs am Schreibtisch Platz, um die Anschnurarbeit in Angriff zu nehmen. Während sich Dixon im Garten vergnügt, helfe ich verzweifelten Erziehungsberechtigten aus schier ausweglosen Situationen. Unter anderem animiere ich eine Mutter aus Bocholt, ihrer haschgiftsüchtigen Tochter (15) das Taschengeld zu streichen.
17.00 Uhr Nachdem ich die Arbeit beendet habe, gehe ich von der Leine und eile in die Küche. Bei stimmungsvoller WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Musikuntermalung koche ich Langnudeln auf und zaubere im Handumdrehen ein prima Nachtmahl – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nachdem ich in der Küche für Ordnung gesorgt habe, gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über. Wie es sich für einen interessierten Bürger gehört, informiere ich mich bei den FOX Nachrichten über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.

19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, wechsle ich zur sogenannten Prime Time (löblich: Hauptsendezeit) auf NETFLIX und fröne den drei letzten Episoden der spannenden Serie „Bloodline“.
21.00 Uhr Als der Abspann über den Flachbildschirm flimmert, schalte ich die Glotze aus und lasse Dixon wissen, dass das 13teilige Fernsehspiel ab sofort zu meinen Lieblingsserien zählt. Der Vierbeiner gähnt ausgiebig und trottet mit hängendem Kopf ins Schlafzimmer. Ich folge dem Tier und lege mich ebenfalls schlafen. Gute Nacht.

11. April 2015 – Terrassenrenovierung

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Hi Fans,

Ostern ist schon wieder vorbei und ich habe meinen Eltern am vergangenen Montag auf Wiedersehen gesagt. Tags darauf musste ich im Münchner Kreisverwaltungsreferat antanzen und Akten wälzen. Ausserdem war das Pensionszimmer während der letzten Tage auch belegt. Eine nette Rentnerin aus Ritterhude – das liegt bei Bremen – hat sich für drei Tage in der Pension Waldblick einquartiert, um an einer Beerdigung in München teilzunehmen. Die Frau war supernett und hat sich mit einem grossen Trinkgeld für den schönen Aufenthalt bedankt 🙂

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Die Pension Waldblick

Gestern Früh sind übrigens die Dachdecker angerückt und haben mit der Instandsetzung der Terrasse begonnen. Die Handwerker haben innerhalb von nur 4 Stunden den Bodenbelag abgetragen und die Terrasse bis zur Betonplatte freigelegt. Am Montag wird die Fläche mit Bitumen und einer wasserundurchlässigen Folie abgedichtet. Wenn das Wetter mitspielt, könnten die Arbeiten am kommenden Wochenende abgeschlossen sein. Erst dann wird es mir und Mitbewohnerin Bärbel möglich sein, zum Pinsel zu greifen und das Treppenhaus zu renovieren 🙂

Reinhard hat heute auch schon durchgeklingelt und mir von seiner spannenden „Kulturreise“ in den Big Apple erzählt. Meinem Vermieter scheint es in New York ziemlich gut gefallen zu haben. Gestern hat er auf der Homepage der New York Times nach Immobilien Ausschau gehalten. Aber Wohnungen in Manhattan sind für Normalsterbliche einfach unbezahlbar. Zum Beispiel muss man für einen Parkplatz an der Lower East Side schlappe 250.000 $ blechen …

https://www.youtube.com/watch?v=_IBWbpJdRMQ

So, jetzt ist Kino angesagt.
Am Donnerstag ist die Kurt Cobain Doku „Cobain: Montage of Heck“ angelaufen. Als grosser „Nirvana“ Fan darf ich den Streifen natürlich nicht verpassen!

Ich wünsche euch einen chilligen Samstag.
Eure Sandra

7. April 2015 – Zurück in Florida

pfaffenbergkl

08.00 Uhr Der Radiowecker springt an und ich rolle mich juchzend aus dem Wasserbett. Voller Elan eile ich mit Dixon im Schlepptau an die frische Luft und freue mich, endlich wieder im Rentnerparadies zu sein. Weil mir die Füsse von der anstrengenden Kulturreise in den „grossen Apfel“ schmerzen, verzichte ich auf den Frühsport. Stattdessen nehme ich eisteeschlürfend in der Hollywood Schaukel platz und blättere in der Zeitung.

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Der Radiowecker springt an

08.30 Uhr Kurze Zeit später kommt Herr Booth dazu und erkundigt sich, ob ich spannende Abenteuer in der Weltkulturhauptstadt erlebt habe. Ich nicke eifrig und zögere nicht, dem Kriegsveteran von meinen Erlebnisse zu berichten. Natürlich komme ich auch auf das Musical „The Book of Mormon“ im Eugen O’Neill Theater zu sprechen und unterbreite, dass ich aus dem Lachen gar nicht mehr herausgekommen bin. Herr Booth schenkt mir ein Lächeln und erzählt, dass er im Sommer ebenfalls verreisen und an einem Veteranentreffen in Washington DC teilnehmen wird – das soll mir Recht sein.
09.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, die Seele bei einem Wirbelbad baumeln zu lassen. Ich wünsche meinem Nachbarn einen schönen Tag und ziehe mich dann in die Nasszelle zurück. Während meine geschundenen Glieder vom lauwarmen Sprudelwasser umspült werden, rufe ich bei Prof. Kuhn an und lote aus, ob wir in Julies Restaurant frühstücken wollen. Der schlaue Mann lehnt jedoch ab und meint, dass er heute Wäsche waschen und zum Einkaufen fahren muss. Achselzuckend beende ich das Telefonat und greife zum Schwamm.
10.00 Uhr Weil eine Mahlzeit in Gesellschaft viel besser schmeckt, ziehe ich es vor, nach dem Badespass meiner Nachbarin einen Besuch abzustatten. Frau Pontecorvo begrüsst mich herzlich und sagt, dass sie soeben Pancakes (löblich: Eierkuchen) gezaubert hat. Ich reibe mir den Bauch und folge der Perle spornstreichs in die Küche.
10.30 Uhr Als ich Dixon vom Toast (löblich: geröstete Weissbrotscheibe) abbeissen lasse, löchert mich Frau Pontecorvo mit Fragen und möchte wissen, ob wir in Bälde gemeinsam verreisen wollen. Meine Nachbarin strahlt übers ganze Gesicht und schlägt einen Karibikurlaub vor. Ich schüttle den Kopf und entgegne, dass ich zu viel Geld für die Wohnzimmerrenovierung und die Kulturreise nach New York ausgegeben habe. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen, nehme ich einen letzten Schluck Kaffee und verabschiede mich dann nach nebenan.

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Ich trinken Kaffee / Bild: Nevit Dilmen / CC BY-SA 3.0

11.00 Uhr Da im Eiskasten gähnende Leere herrscht, fasse ich den Entschluss, Edelberts Beispiel zu folgen. Ruckzuck setze ich mir die NY YANKEES Kappe auf und erkläre dem Vierbeiner, dass wir jetzt den PUBLIX Supermarkt am Tamiami Trail ansteuern werden. Mit einem lustigen Lied auf den Lippen helfe ich dem Racker in den Chevrolet und lausche während der kurzweiligen Reise der nagelneuen Darius Rucker Musikscheibe „Southern Style“ (löblich: Südlicher Stil) – was kann es schöneres geben.


Darius Rucker – Southern Style

11.30 Uhr Am Ziel angekommen, mache ich einer unterbelichteten Rentnerin mit rosa Haaren einen Einkaufswagen streitig. Danach schlendere ich pfeifend durch die breiten Gänge des Marktes und wähle vitaminreiche Lebensmittel aus. Unter anderem erwerbe ich drei Tüten Lay’s Kartoffelchips, Erdnussbutter sowie lustiges Vanilleeis in einem praktischen 3 Liter Plastikeimer – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
12.30 Uhr Nach geschlagenen sechzig Minuten werde ich an der Kasse vorstellig und erfahre, dass ich knapp 80 Dollars bezahlen muss. Augenrollend krame ich meine GOLDEN HEAD Geldbörse aus der Hosentasche und kündige an, bald im Armenhaus zu landen – was muss ich denn noch alles ertragen.
13.00 Uhr Mit knurrendem Magen schleppe ich die Einkaufstüten zum Auto und fordere das Haustier auf, von der Ladefläche zu springen und mir ins benachbarte „Dairy Queen“ (löblich: Molkerei Königin) Gasthaus zu folgen. Um nicht Hunger leiden zu müssen, fackle ich nicht lange und ordere an der Essensausgabe zwei Cheeseburger (löblich: Käseburger) mit Kartoffelstäben, Krautsalat sowie einen grossen Becher Diät Cola – das schmeckt.
13.45 Uhr Nach der Stärkung kehre ich gesättigt zum Auto zurück und trete den Heimweg an. Weil ich meine Zeit nicht gestohlen habe, setze zu waghalsigen Überholmanövern an und betätige regelmässig die Hupe.
14.30 Uhr Zuhause angekommen, räume ich die Lebensmittel in den Kühlschrank ein und vergesse auch nicht, Dixons Näpfe mit H²O und Trockenfutter zu füllen. Im Anschluss falle ich aufs Kanapee und döse prompt ein.
15.30 Uhr Ich erwache ausgeruht und nutze die Nachmittagsstunden, um elektronische Briefe zu beantworten. Neben der Anschnurseelsorge, verfasse ich auch eine Depesche an meine Verwandten in Toronto und schreibe, dass ich mich mittlerweile an das schwülwarme Klima in Südflorida schon wieder gewöhnt habe.
16.30 Uhr Nachdem ich die Einträge im Gästebuch überflogen habe, beende ich die Arbeit und unternehme mit Dixon einen kleinen Spaziergang durchs Wohngebiet. Ich werfe dem Wildfang Stöckchen zu und ermahne ihn, keine Menschen anzubellen – wo kämen wir denn da hin.

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Mein Zuhause unter Palmen

17.15 Uhr Endlich kann ich die Haustüre zur kleinen Villa aufstossen und mich um das kulinarische Wohl kümmern. Um bei dieser Affenhitze nicht stundenlang am heissen Herd stehen zu müssen, schiebe ich eine Fertigpizza ins Rohr und fresse dazu einen gesunden Tomatensalat – das tut gut.
18.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Ich schlüpfe aus den schweren Kuhnjungenstiefel und mache es mir in der frisch renovierten Stube bequem, um mir die Nachrichten anzuschauen.
19.00 Uhr Als die Sonne hinter einer hochgewachsenen Palme verschwindet, wechsle ich den Kanal und fröne auf dem Bezahlsender SHOWTIME einigen Episoden der preisgekrönten Serie „Shameless“. Nebenher verzehre ich Kartoffelchips und lösche meinen Durst mit eiskaltem Budweiser – das schmeckt.
21.00 Uhr Als nach der dritten Folge der Abspann über den neumodernen Flachbildschirm flimmert, beende ich den Fernsehabend und rufe Dixon ins Haus. Anschliessend reguliere ich die Klimaanlage und gehe zu Bett. Gute Nacht.