30. Dezember 2016 – Feuerwerk

08.00 Uhr Pünktlich um Null-Acht-Hundert springt der Radiowecker an. Ich hüpfe juchzend aus dem Bett und freue mich, weil die Sonne durchs Fenster lacht. Als ich jedoch in den Garten spähe, stelle ich mit grosser Sorge fest, dass es während der Nacht erneut geschneit hat – wo soll das noch hinführen.


Der Radiowecker springt an

09.00 Uhr Nach der Morgenwäsche rutsche ich auf dem Treppengeländer nach unten und werde von Hund Dixon freudig begrüsst. Ausserdem treffe ich in der Küche nicht nur Georg und Maria, sondern auch Edelbert, Sandra sowie James, Amanda und den kleinen David an. Ich kneife meinen Grossneffen in die Backe und frage an, was heute auf dem Programm steht. Der Bube strahlt über das ganze Gesicht und ermutigt mich, mit ihm in die Stadt zu krusen und Silvesterraketen einzukaufen. Natürlich nicke ich eifrig und entgegne, dass wir in Chinatown bestimmt fündig werden. James kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und kündigt an, dass ich nach dem Abschoppen pleite sein werde. Ich winke demonstrativ ab und mache mich über ein leckeres Frühstück in Form von gebackenen Speckstreifen, Rühreiern und köstlichen Pfannkuchen her – schmeckt nicht schlecht.
10.00 Uhr Als ich auf den Tisch poche und Edelbert aufrufe, in die Gänge zu kommen, windet er sich aus der Verantwortung und meint, dass er nicht mitkommen wird. Darüber hinaus erfahre ich, dass mein Bekannter mit Sandra den CN Turm besichtigen wird – das ist ja allerhand.


Der CN Turm

10.30 Uhr Trotz alledem lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und eile mit Dixon im Schlepptau zu James TOYOTA. Mein löblicher Neffe reibt sich die Hände und plappert, dass sich der Vierbeiner die Rückbank mit David teilen muss. Ich stimme zu und vernehme ausserdem, dass Amanda bei Maria bleiben wird, um Vorbereitungen für die morgige Silvesterfeier zu treffen – wie schön.
10.45 Uhr Während wir bei -11°C auf der Yonge Street gen Süden preschen, nehme ich die Innenausstattung des PRIUS eingehend in Augenschein und komme zu dem Schluss, dass das Auto super ist. James lobt das KFZ ebenfalls über den Schellenkönig und beteuert, dass im Kofferraum genügend Stauraum vorhanden ist, um mehrere Gitarren sowie eine Verstärkereinheit zu transportieren. In diesem Zusammenhang kommt der Bube auf die NORTHSTAR Tournee zu sprechen und unterbreitet, dass seine Bande in diesem Jahr lediglich drei Dutzend Auftritte in Ontario sowie im amerikanischen Bundesstaat New York gespielt hat. Zudem lerne ich, dass er im kommenden Jahr viele Konzerte entlang der Ostküste bestreiten und womöglich auch in Miami pörformen wird.
11.30 Uhr Kurz vor dem Mittagsleuten schlittern wir durch Chinatown und haben das Glück, direkt vor dem „Chinatown Centre“ an der Cameron Strasse einen Parkplatz zu ergattern. Wir hüpfen ausgelassen aus dem Auto und schicken uns an, mit Hund Dixon nach Böller Ausschau zu halten.
12.00 Uhr im „Ming Mine Shop“ werden wir fündig und investieren ein kleines Vermögen in Bodenkreisel, Feuerwerkbatterien, Kugelkopfraketen, Feuerringe und Lanzenlichter. David ist ganz aus dem Häuschen und wirft ein, dass wir unbedingt ein Bleigiesset einkaufen sollten – das ist doch eine Selbstverständlichkeit.


Ich rücke mir die NY YANKEES Mütze zurecht

13.00 Uhr Nach einer Stunde stehen wir wieder auf der Strasse und James rechnet vor, dass ich für die Feuerwerksutensilien 250 Dollars ausgegeben habe. Ich rücke mir die NY YANKEES Mütze zurecht und informiere, dass ich genügend Geld habe und Gott sei Dank nicht auf den Taler achten muss. Meine Begleiter zucken mit den Schultern und sind einhellig der Meinung, dass ich sie jetzt in ein Chinarestaurant einladen könnte – wie unlöblich.
13.45 Uhr Missmutig lotse ich jungen Leute ins „Pho Ai My“ und erkläre einem Kellner, dass Dixon seit vielen Jahren mein treuer Blindenhund ist. Nach langem Hin und Her willigt der Knecht ein und weist uns einen Tisch mit Ausblick auf die Sullivan Strasse zu. Hungrig schlagen wir die Tageskarte auf und ordern kurzerhand Chicken Curry sowie durstlöschende Diät Colas.


Bald reise ich nach Florida

14.15 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, bringe ich meine Abreise in der kommenden Woche zur Sprache und stelle klar, dass es ein Spass werden wird, mit dem WINNEBAGO nach Florida zu krusen. James schlägt in die gleiche Kerbe und ermutigt mich, einige Tage in New York zu bleiben und Thomas Kronach zu besuchen – jaja.
14.45 Uhr Nun ist die Zeit gekommen, um nach Hause zu fahren. Ich winke den Kellner an den Tisch und begleiche die Rechnung mit bunten Scheinen. Anschliessend verlassen wir die Wirtschaft und laufen zum Auto zurück.
15.30 Uhr Im Stadtteil York angekommen, schleppen wir die Einkaufstüten ins Zuhause meines Bruders und lassen Maria und Amanda wissen, dass einem erquickenden Silvesterfeuerwerk nun nichts mehr im Wege steht. Meine Schwägerin schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und erinnert, dass wir morgen einen waschechten Politiker sowie den stellvertretenden Scheff der „Toronto Transit Commission“ (löblich: Toronto Verkehrsausschuss) zu Gast haben werden – das ist mir Wurst.
16.15 Uhr Nachdem ich mit den Kindern Kaffee getrunken und Kuchen gegessen habe, falle ich erschöpft aufs Kanapee und schliesse die Augen. Ich döse bald ein und sehe mich im Traum an den Barefoot Beach (löblich: Barfuss Strand) nach Naples versetzt – da kommt besonders grosse Freude auf.


Ich träume von Naples

17.15 Uhr Leider ist mir die Ruhe nicht lange vergönnt. Als der Minutenzeiger meiner ROLEX auf Viertel nach 5 zugeht, weckt mich Sandra und teilt mir mit, dass es ein einmaliges Erlebnis war, von der Aussichtsplattform des CN Turms auf die Stadt zu blicken. Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und erwidere, dass ich währenddessen ordentlich abgeschoppt und ein extraordinäres Mittagessen in einem chinesischen Restaurant genossen habe.
17.45 Uhr Wenig später ruft uns Maria in die Küche und verwöhnt uns mit einem vegetarischen Nudelauflauf. Ich probiere vorsichtig und gebe meiner Schwägerin mit erhobenem Zeigefinger zu verstehen, dass der Jause die Fleischeinlage fehlt. Sandra rollt mit den Augen und belehrt, dass übermässiger Fleischgenuss zu Fettleibigkeit und Gehirnbrand führen kann – so ein Schmarrn.

18.30 Uhr Nachdem die Kinder das Weite gesucht haben, mache ich es mir neben Sandra auf dem Wohnzimmersofa bequem und vernehme, dass HBO heute den nervenaufreibenden Kriegsfilm „Eye in the Sky“ (löblich: Auge im Himmel) zeigen wird. Ich mache der Maid die Fernbedienung streitig und fröne als erstes den Nachrichten auf CBC.
19.15 Uhr Zur sogenannten Prime Time (löblich: Hauptfernsehzeit) leisten uns Maria, Georg und Edelbert Gesellschaft. Bei süffigem Rotwein und schmackhaftem Christstollen wechsle ich auf HBO und gebe mich den Abenteuern eines Drohnenpiloten hin, der mit der Aufgabe betraut wird, Terroristen im kenianischen Nairobi zur Strecke zu bringen – da kommt Spannung auf.
21.15 Uhr Nach einhundertzwanzigminütigem Nervenkitzel flimmert der Abspann über den Bildschirm. Ich atme tief durch und komme zu dem Ergebnis, dass ich selten einen spannenderen Film gesehen habe. Danach nippe ich ein letztes Mal am Weinglas und wünsche den anderen süsse Träume. Gute Nacht.

20. Dezember 2016 – Ein schöner Christbaum im Eaton Centre

08.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und friere wie ein Schneider. Zudem fällt mir auf, dass das Fenster vereist ist und mir der Blick nach draussen verwehrt bleibt. Nörgelnd werfe ich die Bettdecke beiseite und komme zu dem Schluss, dass es keine gute Idee war, das Jahresende im verschneiten Kanada zu verbringen.
08.45 Uhr Nachdem ich mich heiss abgeduscht habe, schlüpfe ich in Winterkleidung und vergesse auch nicht, die Mondstiefel anzuziehen. Danach schleppe ich mich ins Parterre und stelle fest, dass sich meine Verwandten mittlerweile in der weihnachtlich geschmückten Küche eingefunden haben. Ich begrüsse meinen Bruder sowie Schwägerin Maria herzlich und gebe zu Protokoll, dass das Wetter nicht nach meinem Geschmack ist. Georg klopft sich auf die Schenkel und entgegnet, dass Hund Dixon angesichts des Schneefalls ganz aus dem Häuschen war und mit Edelbert zu einem Spaziergang aufgebrochen ist. Ich zucke mit den Schultern und lasse mich am Tisch nieder, um genüsslich am Kaffeebecher zu nippen. Darüber hinaus serviert Haushälterin Grace ein landestypisches Frühstück aus Spiegeleiern und Backwaren.
09.30 Uhr Kurz nach dem Neunuhrläuten kommt der Professor von seinem Ausflug zurück. Der gute Mann klopft sich den Schnee von den Schuhen und plappert davon, dass er zur „Centerpoint Mall“ spaziert ist, um Krapfen einzukaufen. Ausserdem erfahre ich, dass Dixon unentwegt geschnüffelt und sogar Schnee gefressen hat – wie unlöblich.


Dixons Pfotenabdruck im Schnee

10.15 Uhr Während wir gemütlich beisammensitzen und kraftvoll in die Rosinenkrapfen beissen, berichtet Maria, dass dieses Schmalzgebäck auch „Beaver Tails“ (löblich: Biberschwänze) genannt wird. Ich nicke eifrig und antworte, dass die Süssspeise ganz vorzüglich mundet. Bei dieser Gelegenheit kommt Georg auf unsere heutigen Aktivitäten zu sprechen und erinnert, dass wir gegen 13 Uhr im „Eaton Centre“ mit James, Amanda und David verabredet sind.
10.45 Uhr Nach dem Essen bedanke ich mich bei Frau Grace für die feine Brotzeit und vernehme, dass die Perle nun den Abwasch erledigen und sich dann in den Weihnachtsurlaub verabschieden wird. Georg klopft der netten Negerin auf die Schulter und wünscht ihr ein besinnliches Fest im Kreise ihrer Liebsten – wie schön.
11.00 Uhr Anschliessend schlüpfen wir in unsere Mäntel und eilen ins Freie. Georg lässt den JEEP Autoschlüssel am Zeigefinger kreisen und unterbreitet, dass der Mercedes wegen der schlechten Witterung in der Garage bleiben muss. Stattdessen helfen wir dem Vierbeiner auf die Ladefläche des GRAND CHEROKEE und schicken uns an, stadteinwärts zu krusen. Während ich mir den Rücksitz mit dem Professor teile, schlittert Georg auf der vereisten Yonge Street gen Süden und erzählt, dass sich die Stadtoberen aus Umweltschutzgründen entschlossen haben, die Strassen nicht mehr mit Salz zu streuen. Ich mache grosse Augen und lerne, dass seit Kurzem nur noch rutschhemmender Splitt oder Asche zum Einsatz kommen – das soll mir auch Recht sein.

11.45 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise finden wir uns in einem Parkhaus an der Dundas Strasse wieder und zögern nicht, das Auto im zweiten Obergeschoss abzustellen. Im Anschluss nehmen wir den Vierbeiner an die Leine und schlendern in das grösste Kaufhaus der Stadt. Edelbert knipst ein Photo vom stattlichen Christbaum in der Haupthalle und meint, dass dieser Baum gut und gerne 25 Meter hoch ist. Georg weiss es jedoch besser und vertellt, dass die Tanne 108 Feet (33 Meter) misst – das ist ja allerhand.
12.15 Uhr Beeindruckt flanieren wir durch das noble Einkaufszentrum und nehmen die Auslagen in den Schaufenstern in Augenschein. Ich rümpfe die Nase und lasse meinen Bruder wissen, dass ich zum Fest lediglich Kleinigkeiten verschenken werde. Georg strahlt jedoch über das ganze Gesicht und verrät, dass er seiner Ehefrau einen sündteuren Weissgoldring unter den Christbaum legen wird – das ist typisch.
13.00 Uhr Wenig später lotst uns Maria ins „Trattoria Mercatto“ Italiengasthaus und wir haben das Vergnügen, die Kinder begrüssen zu können. Wie es sich gehört, kneife ich David in die Backe und stelle klar, dass er in seinem Anzug besonders schnieke aussieht. Der 11jährige freut sich und sagt, dass am Abend in seiner Schule eine Weihnachtsfeier stattfindet – das ist phantastisch.

13.30 Uhr Um nicht vom Fleisch zu fallen, winken wir einen Kellner an den Tisch und ordern das „Lunch Menu“ (löblich: Mittagsmenü) für sieben Personen. Der Knecht versorgt uns zuvorkommend mit durstlöschendem Eistee und fährt als Vorspeise heisse Gemüsesuppe auf – wie gut das duftet.
14.00 Uhr Während wir uns über das Hauptgericht hermachen und uns gebratene Lammschnitzel schmecken lassen, bringt James den Mittwoch ins Spiel und schlägt vor, dass wir mit dem WINNEBAGO Wohnmobil nach Gilford Beach fahren könnten – das soll mir Recht sein.
14.30 Uhr Nachdem wir das Mittagessen mit einem Pudding abgeschlossen haben, präsentiert Georg seine American Express Card (löblich: Amerikanische Schnellkarte) und steckt dem Ober ein stattliches Trinkgeld zu. Schlussendlich verlassen wir redlichst gestärkt die Wirtschaft und vertreten uns im grössten Kaufhaus der Gemeinde die Beine. Natürlich führt uns David in einen Heimrechnerladen und setzt uns darüber in Kenntnis, dass er sich von Santa Claus ein nagelneues Netzbuch (unlöblich: Netbook) gewünscht hat – wie unlöblich.


Ich sage nein zu Bezahlkarten

15.30 Uhr Da die jungen Leute um 17 Uhr in Davids Schule sein müssen, schütteln wir Hände und vereinbaren, dass wir uns morgen wiedersehen werden. Winkend kehren wir zum GRAND CHEROKEE zurück und treten zu stimmungsvoller Paul McCartney Musik die Heimreise an – da kommt besonders grosse Freude auf.
16.00 Uhr Während wir uns in Schrittgeschwindigkeit durch das Zentrum quälen, blicke ich fasziniert zum CN Turm (unlöblich: CN Tower) und bringe in Erfahrung, dass auf dem benachbarten „Nathan Phillips Square“ zum Jahreswechsel eine grosse Silvesterfeier steigen wird.


Der CN Turm

17.00 Uhr Nach einer geschlagenen Stunde treffen wir endlich zu Hause ein. Als ich ins Haus gehen möchte, erhebt Maria den Zeigefinger und meint, dass wir erst in einer Stunde zu Abend essen werden. Ich lege meinen Zeigefinger an die Unterlippe und ringe mich dazu durch, bis dahin mit Dixon Gassi zu gehen. Edelbert schliesst sich dem Spaziergang kurzerhand an und sagt, dass er es kaum noch erwarten kann, aus den nassen Schuhen zu steigen und einen Whiskey in der holzvertäfelten Wohnstube zu trinken.
18.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 6 zugeht, stossen wir die Haustüre auf und freuen uns auf einen ruhigen Abend. Maria ruft uns spornstreichs zu Tisch und verwöhnt mit einem zünftigen Grillbraten und selbstzubereiteten Spätzle – schmeckt gar nicht schlecht.
19.00 Uhr Ein langer Tag neigt sich nun seinem Ende zu. Um endlich zur Ruhe zu kommen, machen wir es uns im Wohnzimmer bequem und schauen Fernsehen. Während wir den Nachrichten auf CBC folgen und Glühwein trinken, strecke Dixon vor dem knisternden Kamin die Beine aus und schnurrt wie ein Kätzchen – wie lustig.

 
Schmeckt nicht schlecht

20.00 Uhr Zur besten Sendezeit flimmert die amerikanische Komödie „Sisters“ (löblich: Schwestern) über die Mattscheibe. Wir lehnen uns plätzchenknabbernd zurück und werden Zeugen, wie zwei Schwestern im Zuhause ihrer Eltern ein rauschendes Fest veranstalten – da kommt Freude auf.
22.00 Uhr Als der Abspann läuft, klatsche ich in die Hände und fordere Dixon auf, mir ins Gästezimmer zu folgen. Der Rüde gähnt ausgiebig und freut sich, die kalte Nacht an meiner Seite verbringen zu dürfen. Letztendlich lösche ich das Licht und döse prompt ein. Gute Nacht.

19. Dezember 2016 – Von Fort Myers nach Toronto

Sehr geehrte Damen und Herren,

gegen 11:00 Uhr werde ich mit Edelbert eine lustige Boeing 737-800 besteigen und nach Toronto ausfliegen. Selbstverständlich habe ich bereits vorab im Internetz zwei schöne Sitzplätze in der Reihe 27 des Stahlvogels reserviert – wie aufregend.


Bald sind wir in Toronto – wie aufregend

Weil sämtliche Plätze mit hochauflösenden Bildschirmen ausgestattet sind, wird es uns möglich sein, während des dreistündigen West-Jet Direktflugs spannende Filme zu sehen. Leider ist dieser Luxus nur uns Menschen vorbehalten. Hund Dixon wird die Reise leider in einer beheizten Transportbox im Frachtraum erleben. Da mir das Wohl des Tieres sehr am Herzen liegt, habe ich heute Morgen einen ausgedehnten Spaziergang mit dem Lausbuben unternommen und ihm ausserdem ein grosses Stück Pansen serviert.

Westjet Boeing 737-700 (W) (7055257257)Foto: By BriYYZ from Toronto /  CC SA 2.0

Gegen 14:20 Uhr steht die Ankunft auf dem „Toronto Pearson International Airport“ auf dem Plan. Mein löblicher Neffe James hat versprochen, uns vom Flughafen abzuholen und zum Stadthaus meines Bruders zu kutschieren. Ferner haben meine Verwandten für den Abend eine kleine Willkommensfeier geplant. Haushälterin Grace hat gestern extra ein Kürbisbrot gebacken und wird uns heute mit einer hausgemachten Fleischpastete an Wildreis verwöhnen – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.

Der Christbaum im Eaton Centre:

Für den Dienstag ist ein Abstecher ins Zentrum geplant.
An Marias, Georgs, Amandas, James und Davids Seite wollen wir letzte Einkäufe im „Eaton Centre“ tätigen und die weihnachtliche Atmosphäre im grössten Kaufhaus der Stadt geniessen.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

10. September 2016 – Happy Birthday David

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Hallo Freunde,

mein Vermieter ist seit Donnerstag zurück im Sunshine State Florida.
Natürlich hat er mich am Abend angerufen und mir von seinen „nervenaufreibenden Abenteuern“ in Minnesota erzählt. Ich musste mir fast eine ganze Stunde langweilige Geschichte von seinem Abstecher nach New Ulm und in die „Mall of America“ anhören 🙂

geburtstag
Happy Birthday, David

Ausserdem feiert Amandas und James Sohn heute Geburtstag. Ich möchte David auf diesem Weg alles Gute zu seinem 11. Geburtstag übermitteln !!!

Gott sei Dank ist jetzt Wochenende.
Im Kreisverwaltungsreferat geht es wegen des Oktoberfests derzeit drunter und drüber. Anstatt Anträge rechtzeitig zu stellen, laufen uns jetzt immer noch viele Schausteller die Bude ein, um auf den letzten Drücken eine Genehmigung zu ergattern. Deswegen musste ich auch im Laufe der Woche ziemlich viele Überstunden schieben.

Am heutigen Abend möchte ich mit Mitbewohnerin Bärbel und Cousin Bernd im Kino abchillen. Einen Film haben wir uns auch schon ausgeguckt. Natürlich werden wir uns den Horrorthriller „Don’t Breathe“ anschauen. Der Film des Evil Dead Schöpfers Fede Alvarez erzählt von kriminellen Jugendlichen, die das Haus eines blinden Kriegsveteranen überfallen. Was sich wie ein todsicherer Raubzug anhört, wird jedoch für alle Beteiligten schnell zum Albtraum …

Mehr gibt es nicht zu berichten.
Ich wünsche euch allen ein tolles Wochenende.
Nächsten Samstag lesen wir uns wieder !!!

Eure Sandra

7. September 2016 – Mall of America

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08.15 Uhr Ich werde durch Hund Dixon geweckt und bemerke, dass ich gestern den neumodischen Radiowecker gar nicht angeschlossen habe. Ruckzuck schwinge ich mich aus dem Bett und lasse den Vierbeiner wissen, dass wir bereits morgen nach Florida zurückfliegen werden. Ich blicke traurig drein und denke daran, wie schön es doch wäre, noch einige Wochen im kühlen Minnesota zu bleiben – leider kann man im Leben nicht alles haben.

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Minnesota ist prima

09.00 Uhr Nachdem ich mich gewaschen habe, schlüpfe ich in modische Freizeitkleidung und ziehe den Reissverschluss meines Rollkoffers zu. Danach scheuche ich den Vierbeiner aus dem Motelzimmer und treffe Edelbert am Auto an. Mein Bekannter macht sich am Navigationssystem zu schaffen und verkündet, dass das grösste Kaufhaus des Landes nur 25 Meilen entfernt liegt. Ich nicke eifrig und entgegne, dass wir unsere Forschungsreise in der „Mall of America“ beschliessen sollten. Der Professor freut sich und informiert, dass sich in der besagten Einkaufspassage jährlich 42 Millionen Menschen tummeln und es somit das meistbesuchte Kaufhaus der Welt ist.
09.30 Uhr Weil das Frühstücksbüfett im „Super 8 Motel“ unseren hohen Ansprüchen kaum genügt, fassen wir den Entschluss, in den Mietwagen einzusteigen und das gegenüberliegende SUBWAY Schnellessgasthaus anzusteuern. Um nicht vom Fleisch zu fallen, nehmen wir mit dem „Bacon, Egg & Cheese Breakfast Sandwich“ (löblich: Speck, Ei und Käse Frühstücksbrot) Vorlieb und trinken dazu schmackhaften „Seattle’s Best Coffee“ (löblich: Seattles besten Kaffee) – schmeckt gar nicht schlecht.
10.15 Uhr Wenig später stehen wir wieder im Freien und verschaffen dem Vierbeiner etwas Auslauf. Dixon flitzt kläffend zu einer hochgewachsenen Tanne und zögert nicht, das Gewächs zu bewässern. Unterdessen steckt sich Edelbert seine Pfeife an und sagt, dass wir am frühen Abend nach Minneapolis zurückkehren und uns am Flughafen in ein Motel einmieten sollten.

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The Mall of America

10.45 Uhr Endlich kann die Reise losgehen. Radiohörend fahre ich auf den Highway 169 auf und folge der Beschilderung nach Bloomington. Nebenher tratsche ich mit meinem Begleiter und vernehme, dass es in der „Mall of America“ nicht nur 520 Geschäfte, sondern auch ein Aquarium sowie einen Nickelodeon Erlebnispark zu bestaunen gibt. Ich zucke mit den Schultern und stelle klar, dass ich weder bunte Fische sehen, noch in einer gefährlichen Achterbahn fahren werde – wo kämen wir denn da hin.
11.45 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten krusen wir auf den Kundenparkplatz, der die Fläche einer Kleinstadt einnimmt. Wir machen grosse Augen und lesen auf einer Hinweistafel, dass die Mall derzeit 543 Geschäfte, 50 Restaurants sowie das grösste Lichtspielhaus des Bundesstaates beheimatet. Darüber hinaus fällt uns auf, dass fast im Minutentakt Busse vor dem Haupteingang zum Halten kommen und Touristen ausladen – wie unlöblich.
12.30 Uhr Nach einem kurzweiligen Spaziergang betreten wir das Kaufhaus und finden uns prompt vor dem „SEA LIFE AQUARIUM“ wieder. Ich winke demonstrativ ab und erkläre dem Professor, dass es dieses Unternehmen mit dem Tierschutz nicht so genau nimmt. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und erinnert daran, dass der Berliner „Sea Life“ Ableger in den frühen 2000er Jahren ins Visier der Tierschützer geraten ist, weil dort ein stattlicher Hai in einem viel zu kleinen Wasserbecken untergebracht war.
13.30 Uhr Schlussendlich lassen wir das Aquarium aussen vor und flanieren an einladenden Ladenlokalen vorbei, die mit unglaublichen Rabatten locken. Nebenher versorgt mich der Professor mit Fakten und berichtet, dass die Mall vor mittlerweile 24 Jahren eröffnet wurde und seitdem im Besitz der „Triple Five Group“ ist.
14.15 Uhr Fünfundvierzig Minuten später kehren wir in eine „Bubba Gump Shrimp“ Gaststätte ein und laben uns an frittierten Meeresfrüchten und Kartoffelstäben. Natürlich gebe ich auch Dixon die eine oder andere Garnele ab und lasse ihn sogar an meiner Diät Cola nippen – da kommt besonders grosse Freude auf.

15.00 Uhr Im Anschluss schlendern wir am „NICKELODEON UNIVERSE“ vorbei und werden Zeugen, wie sich kreischende Jugendliche in den schaukelnden Gondeln der Achterbahn amüsieren. Edelbert knipst ein Photo und lost mich plappernd ins „DSW Shoe Warehouse“ (löblich: DSW Schuhwarenhaus). Ich blicke mich skeptisch um und registriere als Schuhexperte, dass Fellstiefel aus dem Hause UGG derzeit ganz oben in der Gunst der Konsumenten stehen – wie furchtbar.
16.00 Uhr Nachdem wir weitere Geschäfte besucht haben, gehen wir in ein Starbucks Kaffeehaus und gönnen uns „Iced Coconut Milk Mocha Macchiato“ sowie lustige Kekse. Edelbert nippt zufrieden am Kaltgetränk und meint, dass wir nun nach Minneapolis weiterfahren sollten – das soll mir Recht sein.

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Wir kehren nach Minneapolis zurück

16.30 Uhr Als der Minutenzeiger meiner ROLEX auf halb Fünf zugeht, lasse ich den Motor des JEEP aufheulen und rase auf dem State Highway 77 gen Norden davon. Nach 5 Meilen verlassen wir die Schnellstrasse und haben das grosse Glück, in der Ferne die Skyline (löblich: Himmelslinie) der Zwillingsstädte Minneapolis und St. Paul sehen zu können. Edelbert seufzt laut und bittet mich, rechts abzufahren und das „Hilton“ am Flughafen anzusteuern.
17.30 Uhr Da Edelbert bereits per Internetz zwei Zimmer reserviert hat, wird das Eintschecken zu einem Kinderspiel. Der freundliche Motelknecht begrüsst uns herzlich und sagt, dass er zwei schöne Räume im siebten Obergeschoss reserviert hat. Wir nehmen die Schlüsselkarten dankbar entgegen und verraten dem Heini, dass wir morgen in aller Frühe in den Sonnenscheinstaat Florida ausfliegen werden.

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Wir beschliessen unsere Reise mit einem Abendessen

18.15 Uhr Nachdem ich Dixon gefüttert habe, fahren wir mit dem Lift nach unten und beschliessen den Tag in der hoteleigenen „Blue Water Grill“ (löblich: Blaues Wasser Grill) Wirtschaft. Bei Rotwein, Caesar Salads (löblich: Cäsar Salate) und Bacon Cheedar Burger (löblich: Speck Cheddar Burger) lassen wir unseren Aufenthalt noch einmal Revue passieren und kommen überein, dass wir irgendwann wieder nach Minneapolis kommen sollten. Bei dieser Gelegenheit verweise ich auf Davids Geburtstag am 10. September und gebe zu Protokoll, dass ich dem Buben morgen eine Ansichtskarte zuschicken und ihm per Postweg Glückwünsche übermitteln werde.
20.00 Uhr Um ein kleines Vermögen erleichtert, kehren wir auf unsere Zimmer zurück. Ich verabschiede Edelbert per Handschlag und verspreche, dass ich gegen 6 Uhr im Frühstücksraum sein werde. Danach werfe ich die Pforte ins Schloss und falle erschöpft ins Bett, um die letzten Bonbons aus dem grössten Süssigkeitengeschäft des Staates zu essen und fernzusehen.
22.00 Uhr Nach den Nachrichten und dem mässig spannenden Western „Jane got a Gun“ (löblich: Jane hat eine Waffe), lösche ich das Licht und wünsche Hund Dixon schöne Träume. Gute Nacht.