13. August 2018 – Ein Telefon für David

08.00 Uhr Die 33. Woche des Kalenderjahres beginnt und ich fühle mich wie gerädert. Mit starken Kopfschmerzen rolle ich mich aus dem Wasserbett und erinnere mich, dass ich David (12) versprochen habe, ihn zum WAL MART SUPERCENTER am Juliet Boulevard zu begleiten. Missmutig trinke ich ein Glas Milch und ärgere mich, gestern Abend zu tief ins Glas geschaut zu haben – wo soll das noch hinführen.
08.45 Uhr Nachdem ich Dixons Napf mit Trockenfutter aufgefüllt und die Morgengymnastik absolviert habe, trotte ich in die Nasszelle und lasse die Seele bei einem erfrischenden Wirbelbad baumeln. Ferner rufe ich bei Edelbert an und erkundige mich, ob er sich wohl fühlt. Der schlaue Mann klagt ebenfalls über hämmernde Kopfschmerzen und mutmasst, dass er ein schlechtes Bier erwischt hat. Ich nicke eifrig und stelle klar, dass uns James womöglich heimlich Schnaps in die Hopfenkaltschalen geschüttet hat – was muss ich denn noch alles ertragen.


James hat uns Schnaps ins Bier geschüttet

09.45 Uhr Obgleich mich mein Grossneffe um 10 Uhr erwartet, setze ich mich an den Küchentisch und nehme im Beisein meines braven Haustieres ein kleines Frühstück ein. Ausserdem schlürfe ich brühfrischen Kaffee und vergesse auch nicht, eine weitere ASPIRIN Tablette einzunehmen – das tut gut.
10.30 Uhr Wie nicht anders zu erwarten, bimmelt schon bald das Festnetztelefon und ich sehe mich genötigt, mit David sprechen zu müssen. Der brave Bube kommt auf unsere Verabredung zu sprechen und beteuert, dass ich hoch und heilig versprochen habe, ihm beim Kauf eines neuen Handtelefons zu unterstützen. Laut seufzend bitte ich David um Verzeihung und merke an, dass ich ein vielbeschäftigter Rentner bin, der sehr viel um die Ohren hat. Trotzdem sichere ich dem Knaben zu, in wenigen Minuten loszufahren und alsbald im Lowbank Drive einzutreffen.
11.15 Uhr Um den Stammhalter der Familie Pfaffenberg nicht zu verärgern, komme ich in die Gänge und scheuche den Vierbeiner zum Auto. Im Anschluss kruse ich entnervt von dannen und fröne dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) – was kann es schöneres geben.


Katze Land – der beste Radiosender

11.45 Uhr Wenig später treffe ich vor dem Feriendomizil ein und werde bereits von David erwartet. Der Heranwachsende nölt in einer Tour und ermutigt mich, unverzüglich loszufahren und ihn zum WAL MART zu bringen. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und erkläre dem Buben, dass in der Ruhe die Kraft liegt. Trotz aller Widrigkeiten lasse ich den Wählhebel der Automatikschaltung in der D-Stellung einrasten und fahren davon.
12.30 Uhr Nach 7 zurückgelegten Meilen erreiche ich mein Ziel und gebe dem schwanzwedelnden Vierbeiner zu verstehen, dass er uns nicht in die Markthalle begleiten kann. Da es ziemlich heiss ist, lasse ich kurzerhand den Motor laufen und eile mit David im Schlepptau ins Kaufhaus, um in der gutsortierten Elektronikabteilung nach einem Handtelefon Ausschau zu halten. Während mein kleinwüchsiger Begleiter die sündteuren Apfel (unlöblich: Apple) Produkte ins Visier nimmt, deute ich in Richtung eines preiswerten Blackberry (löblich: Schwarzbeere) Modells und informiere, dass ich selbst ein Telefon aus diesem renommierten Hause mein Eigen nenne. David rümpft desinteressiert die Nase und entgegnet, dass er von seinem Opa 500 amerikanische Dollars erhalten hat und ein Apfel Telefon aus der 5er Reihe kaufen wird – wie unlöblich.


David möchte ein Apfel Telefon

13.00 Uhr Nachdem ich mir für 30 Minuten die Beine in den Bauch stehen musste, fällt der Bube eine Entscheidung und wählt ein schwarzes Handtelefon aus. Ich atme tief durch und begleite meinen Grossneffen zur Kasse, wo wir aufgefordert werden, entweder ein Bündel Geldscheine oder eine Kreditkarte vorzuzeigen.
13.30 Uhr Um nicht Hunger leiden zu müssen, kehren wir nach dem Schoppingvergnügen in das benachbarte “Bob Evans” Gasthaus ein, um köstliche Burger mit Kartoffelstäben zu fressen. Während wir kraftvoll zubeissen, reisst David die Produktverpackung auf und plappert, dass das iPhone 5 prima ist und ihm gute Dienste leisten wird. Ich zucke mit den Schultern und unterbreite, dass strahlende Handtelefone auf Dauer krank machen. Der 12jährige ist jedoch ganz anderer Meinung und wirft ein, dass er stets für seine Freunde erreichbar sein muss – jaja.
14.30 Uhr Schlussendlich begleiche ich die Zeche aus der eigenen Tasche und laufe schnurstracks zum Auto zurück. Nachdem wir Dixon auf die Ladefläche geholfen haben, trete ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch und bringe David sicher in den Lowbank Drive zurück.


Mein Zuhause unter Palmen

15.15 Uhr Um nicht den Nachmittag alleine im Willoughby Drive zubringen zu müssen, lade ich mich bei meiner Familie kurzerhand zu Kaffee und Kuchen ein. Während James und David das neue iPhone bestaunen, sitze ich mit Amanda, Maria und Georg in der Küche und öle meine ausgetrocknete Kehle. Nebenbei schimpfe ich auf die junge Generation und lege anschaulich dar, dass die Jungspunde nur noch Handtelefone und Heimrechner im Kopf haben. Amanda lacht laut und sagt, dass die Zukunft nicht mehr aufzuhalten ist – gleich platzt mir der Kragen.
16.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, die Zelte im Ferienhaus abzubrechen. Wie es sich gehört, lüfte ich meine NY YANKEES Kappe und wünsche meinen Verwandten einen angenehmen Fernsehabend. Danach kruse ich zügig nach Hause und freue mich auf ruhige Stunden in meinem kultivierten Zuhause – was kann es schöneres geben.
16.45 Uhr Zurück in der kleinen Villa, stelle ich beim Blick auf die Wanduhr fest, dass es mittlerweile Viertel vor Fünf Uhr geschlagen hat. Ruckzuck strebe ich in die Küche, um Bandnudeln mit einem herzhaften Tomatensösschen zu zaubern. Dazu gibt es ein perfekt eingeschenktes Bier mit Schaumkrone – da kommt Freude auf.

18.00 Uhr Nach einem reichhaltigen Nachtmahl strecke ich im Wohnzimmer die Beine aus und erfreue mich auf AMC dem nagelneuen Fernsehspiel “Lodge 49”. Die von der Presse hochgelobte Eigenproduktion erzählt aus dem Leben eines jungen Mannes, der sich einer geheimen Bruderschaft anschliesst – wie unheimlich.
20.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung beende ich den Fernsehabend und begleite Hund Dixon noch einmal in den Garten. Anschliessend reguliere ich die Klimaanlage und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

29. Dezember 2017 – Kracher, Leuchtfontänen und Römische Lichter

08.00 Uhr Ich werde durch den Gassenhauer “Hotel California” geweckt und komme zu dem Schluss, dass diese Komposition Mitte der 1970er Jahre von den “Eagles” (löblich: Adler) zu einem Welterfolg gemacht wurde. Während der Sänger den Verfall der amerikanischen Ideale anprangert, hüpfe ich aus dem Bett und läute den schwülwarmen Morgen mit dem Frühsport auf der Terrasse ein. Da ich längst nicht zum alten Eisen zähle, rudere ich beherzt mit den Armen und vergesse auch nicht, ein Rad zu schlagen – da kommt besonders grosse Freude auf.

08.30 Uhr Im Anschluss lasse ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln und nutze die Ruhe, um im Ferienhaus meiner Familie anzurufen. Zu meiner Freude meldet sich David im Rohr und erinnert, dass ich ihm versprochen habe, Silvesterknaller einzukaufen. Ich nicke eifrig und entgegne, dass wir nach der wichtigsten Mahlzeit des Tages zum WAL MART krusen und ein kleines Vermögen in Pyrotechnik investieren werden. Der Jungspund juchzt laut und kann es kaum noch erwarten, mich zur besagten Markthalle zu begleiten.
09.30 Uhr Nachdem ich mich angekleidet habe, klatsche ich in die Hände und lasse Dixon wissen, dass wir das Frühstück im Kreise meiner Liebsten einnehmen werden. Der Rüde lässt sich nicht zweimal bitten und rennt wie von Sinnen zum Auto. Dummerweise treffe ich vor der kleinen Villa auf Frau Pontecorvo und Blanche und erfahre, dass die Weiber ins Zentrum fahren wollen. Darüber hinaus bringt die unterbelichtete Freundin meiner Nachbarin ein gemeinsames Mittagessen zur Sprache und meint, dass wir uns in einem angesagten Sushi Gasthaus treffen sollten. Ich komme aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und hüpfe schnell in den PS-strotzenden SUV.
10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten komme ich vor dem Urlaubsdomizil zum Stehen. Natürlich werde ich von meinen Verwandten herzlich begrüsst und mit brühfrischem Bohnentrunk versorgt. Ich nippe zufrieden am Kaffeehaferl und freue mich, als meine Schwägerin auch noch Rühreier und lustige Bratwürste auffährt.
10.45 Uhr Als die Dame des Hauses eine weitere Portion serviert, erfahre ich von Amanda, dass es sich hierbei gar nicht um echtes Fleisch, sondern um ein Sojaprodukt handelt. Ich mache grosse Augen und bringe weiter heraus, dass James Ehefrau immer noch Vegetarierin ist und sich standhaft weigert, tierische Erzeugnisse zu fressen.


Amanda isst kein Fleisch – wie lächerlich

11.30 Uhr Nachdem ich aufgegessen und mir den Mund an einer Serviette abgewischt habe, spähe ich auf die wertvolle ROLEX und rufe meine Tischnachbarn auf, endlich in die Gänge zu kommen. Leider erteilt mir James eine Absage und kündigt an, dass er gleich mit den Frauen zum Wochenmarkt krusen und Einkäufe tätigen wird. Auch Georg hat wenig Lust, uns zum Supermarkt zu begleiten und steckt sich lieber am Schwimmbecken eine dicke Zigarre an. Trotz alledem lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und ziehe es vor, in Davids und Dixons Gesellschaft zum WAL MART Supercenter am Tamiami Trail North zu rasen. Während der kurzweiligen Reise erfreuen wir uns am Radioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und haben sogar das Vergnügen, ein stimmungsvolles Garth Brooks Lied zu hören – wie aufregend.
12.15 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit betreten wir den Gemischtwarenladen und registrieren, dass heute besonders viele Kunden zugegen sind. Ruckzuck mache ich einem Senior (95) einen Einkaufswagen streitig und erkläre David, dass man sich in der heutigen Zeit mit ausgefahrenem Ellenbogen durchs Leben schlagen muss.


Wir schoppen bei WalMart ab

12.45 Uhr Mein Grossneffe nölt in einer Tour und zögert nicht, den Verkaufsbereich im hinteren Teil des Flachbaus anzusteuern. Alsbald stehen vor dem Regal mit den Silvesterartikeln und machen es uns zur Aufgabe, Kracher, Leuchtfontänen, Römische Lichter, Feuervulkane sowie Tischbomben in den klapprigen Wagen zu laden.
13.45 Uhr Zu guter Letzt verfrachten wir farbenfrohe Girlanden, aufblasbare Luftballons sowie Bleigiessutensilien zu den Waren und ringen uns auch noch dazu durch, Softdrinks (löblich: Weichgetränke) für die anstehende Silvestersause zu besorgen. Danach werden wir an der Kasse vorstellig und ich sehe mich genötigt, knapp 200 Dollars für den Krempel bezahlen zu müssen – wo soll das noch hinführen.
14.30 Uhr Endlich treffen wir im Lowbank Drive ein und finden Georg zeitungslesend am Schwimmbecken vor. Während David die Einkäufe ins Haus schleppt, leiste ich meinen Bruder Gesellschaft und erkundige mich, ob lesenswerte Neuigkeiten in der Lektüre zu finden sind. Der gute Mann zuckt mit den Schultern und erwidert, dass am 7. Januar am Vanderbilt Strand ein Triathlon stattfindet – so ein Schmarrn.


Ich beisse kraftvoll zu

15.15 Uhr Nachdem ich einen Kaffee getrunken und ein reichbelegtes Hartwurstbrot (unlöblich: Salamisandwich) verzehrt habe, lüfte ich meine NY YANKEES Kappe und merke an, dass ich nun nach Hause fahren werde. David bedankt sich noch einmal artig für die Silvesterraketen und kündigt an, sich nun vor die Glotze zu setzen und sich die Langeweile mit einem jugendgefährdenden Videospiel zu vertreiben – gleich platzt mir der Kragen.
16.00 Uhr Völlig übermüdet treffe ich zuhause ein und mache mich daran, dem Vierbeiner gesundes Trockenfutter zu servieren. Anschliessend strecke ich auf dem Kanapee die Beine aus und döse prompt ein.
17.00 Uhr Ich öffne die Augen und erkenne beim Blick auf meine Wanduhr, dass es bereits 5 geschlagen hat. Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, schlendere ich in die Küche und koche italienische Langnudeln (unlöblich: Spaghetti) im heissen Wasser auf. Dazu zaubere ich eine Pesto Sauce aus dem Glas – wie gut das duftet.


Ein gutes neues Jahr …

18.00 Uhr Zum Abschluss des langen Tages reguliere ich die Klimaanlage und fröne den Nachrichten auf FOX. Um stets auf dem Laufenden zu bleiben, informiere ich mich aus erster Hand und vernehme, dass just heute vor 127 Jahren das blutige Massaker von “Wounded Knee” stattfand. Ich öffne eine Budweiserflasche und lerne weiter, dass amerikanische Soldaten damals mehr als 350 Indianer vom Stamm der Lakota ermordet haben – wie furchtbar.
19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, wechsle ich auf den Bezahlsender HBO, um mir den preisgekrönten Kriminalfilm “Sicario” anzuschauen – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden beende ich den Fernsehabend. Zu guter Letzt trinke ich mein Bier aus und lösche sämtliche Lichter. Gute Nacht.

21. Dezember 2017 – Wir freuen uns auf Weihnachten

08.00 Uhr Ein neuer Tag beginnt und aus dem Radiowecker dröhnt das Weihnachtslied “The Twelve Days of Christmas” (löblich: Die 12 Weihnachtstage). Während Gesangsstern John Denver die zwölf Tage zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar besingt, hüpfe ich aus dem Bett und lasse es mir nicht nehmen, eine lustige Kerze in der klimatisierten Wohnstube zu entzünden – da kommt Stimmung auf.

08.30 Uhr Anschliessend scheuche ich Hund Dixon nach draussen und lockere meine Glieder bei schweisstreibenden Temperaturen. Ferner blicke ich seufzend zur Sonne und denke daran, wie schön es doch wäre, die “staade Zeit” im Schnee zu erleben – leider kann man im Leben nicht alles haben.
09.00 Uhr Weil ich gegen 11 Uhr meine Familie in Julies Restaurant treffen werde, verabschiede ich mich ins Bad, um mich ordentlich auszuwaschen. Darüber hinaus telefoniere ich mit Edelbert und lasse ihn wissen, dass ich bald zu Julies Restaurant krusen und die wichtigste Mahlzeit des Tages im Kreise meiner Liebsten einnehmen werde. Der schlaue Mann nickt eifrig und entgegnet, dass er bereits von Maria über dieses Treffen informiert wurde.
10.00 Uhr Voller Vorfreude beende ich die Morgenwäsche und fasse den Entschluss, meinen cremefarbigen Sommeranzug, ein hellblaues Hemd sowie einen Schlips mit modischem Paisleymuster aus dem begehbaren Schrank zu holen. Um dem Aufzug eine extravagante Note zu verleihen, stecke ich ausserdem eine dekorative Anstecknadel ans Revers des Sakkos – wie aufregend.


Hund Dixon ist brav

10.30 Uhr Nachdem ich meine weissen Lackschuhe angezogen habe, klatsche ich in die Hände und fordere den Vierbeiner auf, mich zum Chevrolet zu begleiten. Der Rüde folgt mir aufs Wort und kann es kaum noch erwarten, im Frühstücksgasthaus unseres Vertrauens Schmankerl zu erbetteln.
11.00 Uhr Wenig später erreiche ich mein Ziel und kann den SUV direkt vor dem Familienrestaurant parken. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, nehme ich den Hund an die Leine und strebe pfeifend in die Gaststube. Zu allem Überfluss krümmen sich meine Verwandten vor Lachen und loten aus, ob ich mich einem Wanderzirkus anschliessen möchte. Als ich mich ahnungslos gebe, verweist James auf meine Klamotten und stellt die Behauptung auf, dass ich wie der Fernsehrechtsanwalt Saul Goodman gekleidet bin – das ist ja allerhand.
11.30 Uhr Trotz aller Nackenschläge lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und ordere bei Aushilfsbedienung Peggy ein grosses Frühstück. Die adrette Kellnerin fackelt nicht lange und verwöhnt mich ausserdem mit einem grossen Glas O-Saft – schmeckt gar nicht schlecht.
12.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, kommt David plötzlich auf meinen Geburtstag am 3. Januar zu sprechen und plappert, dass er Tags darauf nach Kanada ausfliegen wird. Amanda schlägt in die gleiche Kerbe und beteuert, dass ihr Sohn am 8. Januar wieder zur Schule gehen muss. In diesem Zusammenhang bringe ich auch heraus, dass der Jungspund im Sommer die “Class for gifted Children” (löblich: Klasse für schlaue Kinder) verlassen und auf die “Junior High School” (löblich: Junioren Hochschule) wechseln wird. James strahlt über das ganze Gesicht und verrät, dass sein Sohn irgendwann ein angesehener Jurist oder Chirurg werden wird – das hört man gerne.
12.30 Uhr Im weiteren Verlauf erfahre ich, dass meine Verwandten den Nachmittag im “Freedom Park” verbringen und Abends ins Lichtspielhaus wandern wollen. Natürlich winke ich gelangweilt ab und stelle klar, dass ich auf solche Sperenzchen keine Lust habe. Edelbert gibt mir Recht und wirft ein, dass er sich nun ebenfalls verabschieden und einen Frisör im Stadtzentrum aufsuchen wird – jaja.
13.00 Uhr Nachdem Georg die Rechnung aus eigener Tasche beglichen hat, schütteln wir Hände und kommen überein, dass wir uns Morgen in meiner kleinen Villa treffen sollten – da kommt Freude auf.
13.45 Uhr Zuhause angekommen, versorge ich den Vierbeiner mit frischem Wasser. Im Anschluss lasse ich mich aufs Kanapee fallen und schliesse die Augen. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume vom letztjährigen Weihnachtsfest im verschneiten Kanada – das waren noch Zeiten.


Bald kommt das Christkind

14.45 Uhr Ich erwache ausgeruht und fülle meine Hahn und Henne Tasse mit Bohnentrunk auf. Zudem setze ich mich an den Schreibtisch und ärgere mich, weil der Heimrechner ein sogenanntes Update (löblich: Aktualisierungsdatei) installieren muss. Da es mir nicht möglich ist, elektronische Depeschen aufzurufen, hole ich ein kühles Bier aus dem Eiskasten und mache es mir auf der Terrasse bequem. Unter anderem blättere ich in der “Naples Daily News” (löblich: Naples tägliche Neuigkeiten) und lerne, dass der Internetzhandel in diesem Jahr mit Rekordumsätzen rechnen darf – wo soll das noch hinführen.
15.45 Uhr Als ich nach einer Stunde an den Heimrechner zurückkehre, stelle ich mit grosser Sorge fest, dass die Fenster (unlöblich: Windows) Weichware die Datei nicht installieren konnte. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und ringe mich dazu durch, das Arbeitsgerät herunterzufahren und mich Morgen um die Probleme zu kümmern.


Heute gibt es Pizza

16.30 Uhr Nun wird es aber Zeit, eine Tiefkühlpizza ins Backrohr zu schieben und für ein prima Abendessen zu sorgen. Ferner schneide ich eine Tomate auf und zaubere im Handumdrehen einen bunten Beilagensalat.
17.30 Uhr Zum Abschluss des Tages telefoniere ich noch einmal mit dem Professor und vernehme, dass er sich nicht nur die Haare hat schneiden lassen, sondern auch eine Pediküre genossen hat. Ich staune nicht schlecht und komme prompt zu dem Schluss, dass ich mir solch einen Luxus nicht leisten kann.
18.00 Uhr Endlich kann ich es mir in der klimatisierten Stube bequem machen und den FOX Abendnachrichten frönen. Der Moderator berichtet von den aktuellen Geschehnissen in der Welt und meldet, dass Präsident Trump die Weihnachtszeit im sonnigen Florida verbringen wird – das soll mir auch Recht sein.
19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, nehme ich mit dem NETFLIX Angebot Vorlieb und gebe mich der in Deutschland entstandenen Serie “Dark””Dark” hin. Das zehnteilige Fernsehspiel handelt von vier Familien, dessen heile Welt eines Tagen aus den Fugen gerissen wird – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden schalte ich die Glotz ab und unternehme mit Dixon einen letzten Spaziergang durch den Garten. Danach verriegle ich die Haustüre und lege mich ins Bett. Gute Nacht.

20. Dezember 2017 – Willkommen James, Amanda und David

08.00 Uhr Ich werde durch ohrenbetäubendes Klingeln geweckt und stelle fest, dass sich der Milchmann vor der Villa eingefunden hat. Selbstverständlich öffne ich augenblicklich die Pforte und heisse Herrn Forrest herzlich Willkommen. Der Heini überreicht mir eine Weihnachtskarte und bedankt sich herzlich für meine langjährige Kundentreue. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich seine frischen Muherzeugnisse sehr zu schätzen weiss.


Bald kommt das Christkind

08.30 Uhr Nachdem ich die Milch in den Eiskasten gestellt und die Morgengymnastik absolviert habe, lasse ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln. Nebenher rufe ich bei meinen Verwandten im Lowbank Drive an und stelle klar, dass ich heute zum Flughafen mitkommen und die Kinder in Empfang nehmen werde. Georg ist begeistert und meint, dass wir uns gegen halb 4 am Gate C6 treffen sollten – das ist phantastisch.
09.30 Uhr Sechzig Minuten später schlendere ich in die Küche und fülle Trockenfutter in Dixons Napf. Ausserdem nehme ich mit einer Portion KELLOGGS Zerealien, Rühreiern sowie brühfrischem Bohnenkaffee Vorlieb. Beiläufig blättere ich in der Tageszeitung und bringe heraus, dass just heute vor 28 Jahren amerikanische Truppen nach Panama einmarschiert sind und den in Drogengeschäfte verwickelten Machthaber Manuel Noriega festgenommen haben. In diesem Zusammenhang lerne ich weiter, dass heutzutage knapp 90% aller Rauschmittel und illegaler Medikamente über die mexikanische Grenze ins Land geschmuggelt werden – wie unlöblich.


Drogenpflanzen – Ich sage NEIN

10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten lege ich die Morgenlektüre beiseite und rufe in Edelberts Stadtwohnung an. Mein Bekannter meldet sich prompt und legt mir nahe, ins Zentrum zu rasen und ihn zu treffen. Da man auch bei kühlen Temperaturen viel trinken sollte, sage ich spornstreichs zu und bringe einen Umtrunk im “Caffe Milano” zur Sprache – da läuft mir schon jetzt das Wasser im Munde zusammen.
11.00 Uhr Nachdem ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine in Betrieb genommen habe, scheuche ich den Vierbeiner zum SUV und gleite radiohörend vom Grundstück. Ruckzuck finde ich mich auf dem Tamiami Trail wieder und beschleunige das PS-strotzende Gefährt auf schwindelerregende 35 Meilen pro Stunde.
11.30 Uhr Pünktlich auf die Minute erreiche ich mein Ziel und kann an Edelberts und Hund Dixons Seite die weihnachtlich dekorierte Wirtschaft betreten. Wir nehmen an einem Fenstertisch Platz und ordern bei einem netten Kellner süffigen Schaumwein sowie Mangoeisbecher mit Sahne. Darüber hinaus tratschen wir angeregt und planen das anstehende Weihnachtsfest. Mein Tischnachbar legt beste Laune an den Tag und informiert, dass er am Wochenende ein Paket geschnürt und es seinem Sohn zugeschickt hat. Ich nippe am Sektglas und antworte, dass ich am Sonntag ebenfalls mit dem Geschenkpapier hantiert und meine Präsente eingepackt habe – wie aufregend.


Es gibt viele Geschenke

12.30 Uhr Weil Dixon langsam unruhig wird, begleichen wir die Rechnung und brechen zu einem tschilligen Stadtbummel auf. Währenddessen nehmen wir die Auslagen in den Schaufenstern in Augenschein und registrieren, dass in vielen Geschäften hohe Rabatte gewährt werden. Trotz der Lockangebote bleiben wir standhaft und stehen alsbald am azurblauen Golf von Mexiko – diese Idylle muss man erlebt haben.
13.15 Uhr Ich sauge die salzige Luft tief in meine Lungen ein und lasse meinen Begleiter wissen, dass ich in zweieinhalb Stunden die Kinder wiedersehen werde. Prof. Kuhn schenkt mir ein Lächeln und unterbreitet, dass wir uns morgen in Julies Restaurant zum Frühstück treffen sollten – wie schön.
14.15 Uhr Nachdem ich Edelbert Lebewohl gesagt habe, helfe ich Dixon auf die Ladefläche des Chevrolets und fahre ruckzuck in Richtung Fort Myers davon. Um für gute Laune zu sorgen, stelle ich das Radiogerät etwas lauter, um zum Alan Jackson Weihnachtsschlag “Let It Be Christmas” laut mitzusingen.

15.00 Uhr Nach einer Dreiviertelstunde finde ich mich auf dem Flughafengelände wieder und fasse den Entschluss, das Auto direkt vor dem Haupteingang abzustellen. Im Anschluss nehme ich das Haustier an die Leine und spaziere mit einer schönen Melodie auf den Lippen ins Terminal. Zu meiner Freude treffe ich bald auf meine Verwandten und vernehme, dass der WESTJET Direktflug aus Toronto gerade gelandet ist – das ist prima.
15.30 Uhr Ich hüpfe aufgeregt auf und ab und erkläre Maria, dass Amanda bestimmt unzählige Klamotten und Schuhe eingepackt hat. Meine Schwägerin schüttelt entschieden den Kopf und rechnet vor, dass die jungen Leute bereits in zwei Wochen wieder abreisen werden.
16.00 Uhr Endlich erblicke ich James, Amanda und den kleinen David (12) im Getümmel der anderen Reisenden. Laut juchzend schliesse ich die netten Menschen in meine Arme und erkundige mich, ob sie einen angenehmen Flug hatten. James kommt aus dem Schimpfen gar nicht mehr heraus und gibt mir zu verstehen, dass er diese Fluggesellschaft kaum weiterempfehlen kann.
16.30 Uhr Nachdem ich David in die Wange gekniffen habe, schleppen wir das Gepäck zu den Autos. Ich hieve einen besonders schweren Hartschalenkoffer auf die Ladefläche und erfahre von James, dass Amanda sechs Paar Schuhe, gefütterte Wintermäntel und diverse Pullover eingepackt hat – das ist wieder typisch.


Das Ferienhaus meiner Verwandten

17.15 Uhr Zurück im Lowbank Drive, rolle ich den Koffer ins Ferienhaus und mache Amanda auf den Umstand aufmerksam, dass der Wetterdienst für die Weihnachtszeit subtropisches Klima voraussagt. Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und setze mich ans Schwimmbecken, um ein Budweiser zu schlürfen. Ferner plaudere ich mit David und höre, dass er sich vom Christkind ein sündteures Handtelefon aus dem Hause Apfel (unlöblich: Apple) gewünscht hat – wie schrecklich.
18.00 Uhr Als der Stundenzeiger meines goldenen Chronographen auf 6 zugeht, serviert Maria köstliche Sandwiches (unlöblich: Wurstbrote) und verrät, dass sie am Weihnachtstag eine fette Ente mit Knödeln auftischen wird. Ich beisse kraftvoll in eine Schinkenstulle und werfe ein, dass wir Tags zuvor in meinem Zuhause abfeiern und Eierpunsch trinken werden – darauf freue ich mich jetzt schon.


Ich beisse kraftvoll zu

19.00 Uhr Da die Kinder müde sind, beschliessen wir den Abend mit Kaffee und hausgemachtem Käsekuchen. Danach wünsche ich meinen Verwandten einen ruhigen Abend und trete die Heimreise in den Willoughby Drive an.
19.30 Uhr Völlig übermüdet werfe ich die Haustüre ins Schloss und lasse den Tag in der guten Stube ausklingen. Während Dixon einen Kauknochen verzehrt, fröne ich den FOX Nachrichten und mache mich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.
20.30 Uhr Weil meine Augen langsam zufallen, betätige ich den “OFF” (löblich: AUS) Knopf auf der Fernbedienung und begleite den Rüden noch einmal in den Garten. Im Anschluss lösche ich sämtliche Lichter und gehe gähnend zu Bett. Gute Nacht.

19. Dezember 2017 – Morgen kommen die Kinder

08.00 Uhr Während Martina McBride auf der Frequenz von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) den Weihnachtsklassiker “Jingle Bells” trällert, hüpfe ich aus dem Bett. Voller Vorfreude öffne ich die Terrassentüre und lasse Hund Dixon wissen, dass wir Morgen die Kinder im Rentnerparadies begrüssen werden – das wird eine Gaudi.
08.30 Uhr Nachdem ich den Frühsport hinter mich gebracht habe, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und läute den sonnigen Tag mit einem Wirbelbad ein. Nebenher telefoniere ich mit meiner Schwägerin und bringe heraus, dass meine Verwandten gleich zum WINN DIXIE Supermarkt am Mission Hill Drive krusen und Einkäufe tätigen wollen. Ich werde augenblicklich hellhörig und biete Maria an, kurzerhand mitzukommen und ihr bei der Auswahl der Produkte beizustehen – immerhin habe ich heute ausnahmsweise keine Termine im Kalender stehen.


Die Putzperle ist da

09.30 Uhr Just als die Zeiger meiner geschmackvollen Wanduhr auf halb 10 deuten, trete ich aus dem Bad und sehe mich mit meiner Zugehfrau konfrontiert. Frau Gomez schreit wie am Spiess und fordert mich auf, mir etwas anzuziehen. Ich nicke eifrig und flitze wie der Wind ins Schlafzimmer, um mich in legere Freizeitkleidung zu zwängen. Danach schlendere ich kleinlaut in die Küche und gebe der Putzperle zu verstehen, dass sie bei ihrem nächsten Besuch die Klingel betätigen sollte. Die Dame wischt mit einem nassen Lappen über die Küchenanrichte und plappert, dass sie in der kommenden Woche nach Mexiko ausfliegen und erst wieder im kommenden Jahr den Hausputz erledigen wird – das soll mir auch Recht sein.
10.15 Uhr Nach einem reichhaltigen Frühstück, setze ich mir die NY YANKEES Kappe auf und wünsche meiner Zugehfrau ein schönes Fest. Ferner stecke ich ihr als kleines Dankeschön eine druckfrische 20 Dollars Note zu und merke an, dass ich nun zum Supermarkt meines Vertrauens rasen und dort meine Verwandten treffen werde.


20 Dollars für Frau Gomez

11.00 Uhr Wenig später brettere ich mit quietschenden Pneus auf den Supermarktparkplatz und schaffe es gerade noch, einem hochnäsigen Porschefahrer einen Stellplatz wegzuschnappen. Während Dixon im PS-strotzenden SUV zurückbleibt, strebe ich lachend zur Markhalle und freue mich, dem blondierten Sportwagenfahrer ein Schnippchen geschlagen zu haben. Alsbald treffe ich auf meine Verwandten am Haupteingang an und lerne, dass sie nicht nur Lebensmittel und Getränke, sondern auch Willkommenspräsente für die jungen Leute besorgen müssen. Ich reibe mir die Hände und gebe zu Protokoll, dass wir David mit Buntstiften überraschen sollten. Mein Bruder zeigt mir jedoch den Vogel und beteuert, dass der Bube im September seinen 12. Geburtstag gefeiert hat und bestimmt keine Dinosaurier auf ein Blatt Papier kritzeln möchte – wie schade.
11.30 Uhr Während wir den klapprigen Einkaufswagen durch die breiten Gänge schieben, wende ich mich Georg zu und lote aus, wann die Kinder eintreffen werden. Der gute Mann versorgt mich mit Infos und unterbreitet, dass er Morgen gegen 16 Uhr zum Flughafen nach Fort Myers fahren und die jungen Leute in Empfang nehmen wird – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.


Bezahlkarten sind unlöblich

12.15 Uhr Kurz nach dem Mittagsläuten schieben wir den vollbeladenen Wagen zur Kasse und Georg zögert nicht, seine Amerikanische Schnellkarte (unlöblich: American Express Card) zu zücken und der übergewichtigen Kassenkraft ein stattliches Trinkgeld zuzustecken – das ist ja allerhand.
12.45 Uhr Nachdem wir die Einkäufe in die Autos verfrachtet haben, statten wir der benachbarten “Altavista” Pizzeria einen Besuch ab. Weil meine Verwandten bereits ein kleines Vermögen ausgegeben haben, zeige ich mich erkenntlich und lade die lieben Menschen zu vitaminreichen Thunfischpizzas und durstlöschendem Eistee ein.
13.15 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, planen wir das anstehende Weihnachtsfest und kommen überein, dass wir den Abend des 24. Dezembers in meiner Villa feiern sollten. Ich mache grosse Augen und erfahre weiter, dass wir Tags darauf das Frühstück im Ferienhaus einnehmen und Geschenke austauschen werden – wie aufregend.
13.30 Uhr Mit vollen Bäuchen kehren wir zu den Autos zurück und wünschen einander schöne Nachmittage. Da ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, schwinge ich mich spornstreichs hinters Lenkrad und trete mit dem Rüden die Heimreise in den Willoughby Drive an.


Mein Zuhause unter Palmen

14.00 Uhr Zuhause angekommen, schleppe ich mit letzter Kraft die Einkaufstüte ins Haus und mache es mir zur Aufgabe, eine Flasche Ketchup, vitaminreiches Hackfleisch, Käse, frisches Gemüse, Brotaufstrich sowie einen Salatkopf in den Eiskasten zu verstauen. Danach falle ich gähnend aufs Kanapee und döse schnell ein.
15.00 Uhr Um nicht den ganzen Nachmittag auf der faulen Haut zu liegen, breche ich mit Hund Dixon zu einem Gassigang zur “La Playa” Golfanlage auf. Mit einer lustigen Melodie auf den Lippen flaniere ich durch das beschauliche Wohngebiet und nehme mir das Recht heraus, dem Vierbeiner Stöckchen zuzuwerfen.
16.00 Uhr Endlich bin ich wieder dahoam und kann aus den schweren Kuhjungenstiefeln schlüpfen. Im Anschluss setze ich mich an den Schreibtisch und helfe im Rahmen der Anschnurseelsorge verzweifelten Erziehungsberechtigten bei schwerwiegenden Problemen.
17.00 Uhr Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, beende ich die schweisstreibende Arbeit und mache mich in der Küche nützlich. Zu prima Elvis Presley Weihnachtsliedern koche ich italienische Langnudeln (unlöblich: Spaghetti) mit Tomatensauce auf. Zudem rufe ich bei Prof. Kuhn an und vernehme, dass der schlaue Mann am Nachmittag Frau Brandie Cream zum Kaffeetrinken getroffen hat – wie schön.


Heute gibt es Langnudeln mit Sauce

18.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 6 zugeht, lege ich in der klimatisierten Wohnstube die Beine hoch und schaue fern. Um auf den neuesten Stand zu kommen, gebe ich mich den FOX Nachrichten hin und informiere mich aus erster Hand über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit verweile ich weiter auf FOX und fröne dem preisgekrönten Serienspiel “The Last Man on Earth” (auf deutsch: Der letzte Mann auf Erden). Die Spasssendung handelt von einem bärtigen Heini, der als einziger Mensch eine verheerende Virusepidemie überlebt hat und nun ganz alleine durch die Vereinigten Staaten streift – da kommt Freude auf.
21.00 Uhr Als nach der vierten Episode der Abspann über die Mattscheibe flimmert, beende ich den Fernsehabend und gehe müde zu Bett. Gute Nacht.