9. April 2018 – Sacco und Vancetti

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Sehr geehrte Damen und Herren,

die italienische Gemeinde in den Vereinigten Staaten gedenkt heute den italienischen Einwanderern Ferdinando Sacco und Bartolomeo Vanzetti.

Die Herren emigrierten Anno 1908 unabhängig voneinander nach Amerika und hielten sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Beide begegneten sich im Mai 1917 zum ersten Mal und fassten den Entschluss, sich der anarchistischen Arbeiterbewegung um Luigi Galleani anzuschliessen. Damit gerieten Sacco und Vanzetti prompt in den Focus der Behörden und wurden als “kriminelle Ausländer” abgestempelt.

Zwei Jahre später wurden ein Geldtransporter sowie ein Lohnbuchhalter überfallen.
Die unbekannten Täter erbeuteten knapp 16.000 Dollars und flüchteten unerkannt in einem dunkelblauen Buick. In Folge dessen wurden Sacco und Vanzetti verhaftet und auf der Polizeistation von Brockton, MS getrennt voneinander verhört. Ihnen wurde vorgeworfen, Anarchisten zu sein und staatsgefährdende Ideologien zu verfolgen. Ausserdem wurde ihnen unterstellt, Drahtzieher der beiden Überfälle gewesen zu sein. Obgleich Ferdinando Sacco über ein stichhaltiges Alibi verfügte, wurden sie vor Gericht gestellt und am 23. August 1927 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Erst 50 Jahre später wurden die Italiener durch den Gouverneur von Massachusetts – Michael Dukakis – rehabilitiert. Dukakis sagte, “dass das Verfahren von Vorurteilen gegen Ausländer und Feindlichkeiten gegenüber politischen Ansichten geprägt war. Das Verhalten der Behörden wirft einen ernstlichen Zweifel auf ihre Fähigkeit, ein unvoreingenommenes Verfahren zu gewährleisten”.

An diesem Beispiel sieht man anschaulich, dass man Menschen nicht anhand ihrer Nationalität beurteilen darf. Besonders die italienischen Einwanderer, die im frühen 20. Jahrhundert nach Amerika kamen, haben sich wie keine andere Volksgruppe integriert und den Vereinigten Staaten viele Vorteile gebracht.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

23. März 2018 – Patrick Henry

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Sehr geehrte Heimseitenbesucher,

Herr Patrick Henry war ein überaus schlauer und weitsichtiger Mann.
Er erblickte am 29. Mai 1736 in Virginia das Licht der Welt und war schon in jungen Jahren einer der prominentesten Vertreter der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung.

Der Sohn schottischer Einwanderer war als Rechtsanwalt im Hanover County tätig und wurde als 29jähriger ins Unterhaus des Staates Virginia gewählt. Dort setzte er sich vehement für die amerikanische Selbstbestimmung ein und vertrat ausserdem die Meinung, dass sich die Truppen des Staates Virginia am bevorstehenden Krieg gegen die britischen Besatzer beteiligen sollten.

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Herr Henry hält seine Rede

Just heute vor 243 Jahren hielt Patrick Henry in der “St. John’s Episcopal Church” in Richmond, VA eine flammende Rede und fordere die Virginia Convention auf, endlich Soldaten in den Kampf zu schicken. Er beendete seine Ansprache mit den berühmten Worten “Give me Liberty, or give me Death” (löblich: Gebt mir Freiheit oder gebt mir den Tod) und sorgte dafür, dass die Zuhörer aufsprangen und “To the Arms, to the Arms” (löblich: Zu den Waffen, zu den Waffen) brüllten.

27 Tage später brach der blutige Unabhängigkeitskrieg aus.
Die dreizehn Kolonien setzten sich gegen britische Truppen zur Wehr und kämpften 8 lange Jahre für die Unabhängigkeit der neuen Welt.

Obgleich Patrick Henry als Antiföderalist ein erklärter Gegner der neuen Verfassung war, unterstützte er George Washingtons und John Adams Regierung bis zu seinem Tod im Jahre 1799. Noch heute wird er als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten verehrt und von den freiheitsliebenden Menschen als grosses Vorbild geschätzt – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

21. März 2018 – Die Schlacht von Bentonville

Sehr verehrte Damen und Herren,

just heute vor 153 Jahren – am 21. März 1865 – endete die blutige Schlacht von Bentonville im amerikanischen Bundesstaat North Carolina. Damals fand kurz vor dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges ein Gefecht im kleinen Dort Bentonville westlich der heutigen Gemeindehauptstadt Goldsboro statt.


William Tecumseh Sherman

Der stolze Unionsgeneral William Tecumseh Sherman führte Truppen mit einer Stärke von 60.000 Mann in die Schlacht und sah sich mit den Resten der legendären Tennessee-Armee unter Joseph Eggleston Johnson konfrontiert. Obgleich die “Army of Tennessee” die Hauptarmee der Konföderierten war und im Vorfeld zahlreiche Schlachten für sich entscheiden konnte, ging sie mit knapp 4.000 getöteten Soldaten als Verlierer aus dem blutigen Gemetzel hervor – wie schrecklich.


Joseph Eggleston Johnston 

Obgleich Johnsons Carolina-Feldzug mit dieser Niederlage gescheitert war, zog es der General vor, seine Armee zurückzuziehen. Schlussendlich entschloss sich Johnson, wenig später zu kapitulieren und die Tennessee-Armee aufzulösen.

Wie jedes Kind weiss, ging der amerikanische Bürgerkrieg im April 1865 zu Ende.
Trotzdem dauerte es noch viele Jahrzehnte, bis sich die Südstaaten wirtschaftlich von den Kriegsfolgen erholt hatten und politisch gleichberechtigt in die Union eingegliedert waren. Während William Tecumseh Sherman zum Generalleutnant ernannt wurde und an mehreren Indianerkriegen teilnahm, zog es seinen Kontrahenten Joseph Eggleston Johnson in die Politik. Der ehemalige General der Tennessee-Armee sass von 1879 bis 1881 als Demokrat für Virginia im Repräsentantenhaus und wurde dann zum Bundesbeauftragten für die Eisenbahnen befördert.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

8. März 2018 – Vietnam

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Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Landung der ersten amerikanischen Kampftruppen am 8. März 1965 im vietnamesischen Da Nang, traten die Vereinigten Staaten offiziell in den Vietnamkrieg ein.

Wie jedes Kind weiss, sicherte John F. Kennedy den Südvietnamesen im Jahre 1962 zu, ihnen im Kampf gegen die kommunistische Übermacht aus dem Norden beizustehen. Nach Kennedys Ermordung am 22. November 1963 wurde Lyndon B. Johnson zum neuen Präsidenten ernannt und schickte sich an, in einer Brandrede an das amerikanische Volk klarzustellen, dass Vietnam auf dem besten Wege sei, das neue China zu werden.

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Präsident Lyndon B. Johnson

Als am 31. Juli 1964 das amerikanische Kriegsschiff USS Maddox im Golf von Tonkin von nordvietnamesischen Schnellbooten angegriffen wurde, sah sich der Kongress genötigt, die sogenannte “Tonkin Resolution” zu erlassen und die Regierung zu beauftragen, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um weitere Angriffe auf amerikanische Streitkräfte abzuwehren. Schlussendlich begann die Air Force damit, weite Teile des Landes zu bombardieren.


Landung der ersten Soldaten

Am 8. März 1965 landeten erstmals Bodentruppen in Zentralvietnam und machten es sich zur Aufgabe, einen Stützpunkt für weitere Einheiten zu errichten. Obgleich bis zum Jahre 1975 zirka 550.000 amerikanische Soldaten an der Seite der südvietnamesischen Armee kämpfte, war es den Amerikanern nicht möglich, diesen blutigen Krieg zu gewinnen.


Saison ist verloren

Als die “Nationale Front für die Befreiung Südvietnams” die Hauptstadt Saigon am 1. Mai 1975 überrannte, ging der jahrzehntelange Krieg endlich zu Ende. Das amerikanische Militär verzeichnete insgesamt 58.220 getötete und 153.303 verwundete Soldaten – das ist ja allerhand.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

6. März 2018 – John Gutzon Borglum

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

viele Menschen in den Vereinigten Staaten erinnern sich heute an den vor 77 Jahren verstorbenen John Gutzon Borglum – den Schöpfer des “Mount Rushmore National Memorial” in South Dakota.

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Herr Borglum

Herr Borglum wuchs im amerikanischen Bundesstaat Nebraska auf. Nach der Schule arbeitete er als Maschinenschlosser und absolvierte nebenher eine Ausbildung zum Lithografen. Obgleich er in beiden Tschobs sehr erfolgreich war, entschloss er sich, seinem Kunstinteresse nachzugeben und sich von der Künstlerin Lisa Putnam unterrichten zu lassen. Wenig später heirateten die Beiden und gingen nach Paris, wo Borglum Bildhauerei studierte. 1893 verlies er seine Angetraute und kehre nach Amerika zurück, um der Kunst zu frönen. Anno 1904 wurde John Gutzon Borglum sogar auf der Weltausstellung in St. Louis, MI mit einer Goldmedaille für seine wunderschönen Werke ausgezeichnet – wie aufregend.

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Mount Rushmore

Während der erste Weltkrieg in vollem Gange war, machte es sich der gute Mann zur Aufgabe, ohne Befugnisse verschiedene Flugzeug- bzw. Waffenwerke zu inspizieren und Mängel aufzudecken. Obgleich Borglum zu keiner Zeit eine technische Ausbildung genoss, wurde er von Präsident Woodrow Wilson persönlich beauftragt, einen Posten im Kriegsministerium zu übernehmen.

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Mount Rushmore

Nach dem Ende des fürchterlichen Krieges überredete Borglum die Mitglieder der patriotischen Organisation “United Daughters of the Confederacy”, ihm ein zirka 150 Meter hohes und 400 Meter breites Felsmassiv nahe Atlanta, GA zu überlassen. Seine Idee war es, ein Monument in die Stirnseite des Stone Mountains zu schlagen und an den Heldenmut der konföderierten Staaten zu erinnern. Doch schon bald geriet er mit den Geldgebern in Streit und zog es vor, kurzerhand eine Einladung des Historikers Doane Robinson anzunehmen und nach South Dakota zu gehen.

Doane Robinson war ebenso wie Borglum ein Patriot und verfolgte die Idee, in ein Felsmassiv der Black Hills vier monumentale Portraitköpfe der bedeutendsten amerikanischen Präsidenten zu schlagen. Wie man sich denken kann, war Borglum hellauf begeistert und begann im Sommer 1927 mit den Planungen.

Bis zu seinem Tod am 6. März 1941 wurde der Kunstschaffende von 400 Mitarbeitern tatkräftig unterstützt. Dummerweise wurde bei Borglum kurz vor der Fertigstellung des Denkmals ein Prostataleiden festgestellt. Der Bildhauer musste sich einer Operation stellen und verstarb während des Eingriffs im Alter von 73 Jahren. Letztendlich setzte sein Sohn Lincoln die Arbeit fort und erklärte das Denkmal am 31. Oktober 1941 für vollendet. Seitdem pilgern Jahr für Jahr bis zu 3.000.000 Besucher in die Black Hills, um einen Blick auf die überdimensionalen Köpfe der beliebten Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln zu werfen – da kommt Freude auf.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg