21. Juni 2018 – Der Spanisch-Amerikanische Krieg

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Sehr geehrte Damen und Herren,

nach der Entdeckung Amerikas stieg Spanien zu einem bedeutenden Land auf dem europäischen Kontinent auf. Doch bereits im 18. Jahrhundert schwand der spanische Einfluss in der Welt. Als Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts den Spaniern Paroli bot und die iberische Halbinsel einnahm, kam es auch in den von Spanien kontrollierten Gebieten in Lateinamerika zu weitreichenden Spannungen. Schlussendlich blieben Spanien nur noch einige Kolonien in der Karibik und dem Pazifikraum.

Im Jahre 1823 erklärte der amerikanische Präsident John Quincy Adams die Annexion Kubas als eine unverzichtbare Aufgabe der Vereinigten Staaten. Wenige Jahre später wurde Spanien der Vorschlag unterbreitet, Kuba an die USA zu veräussern. Selbstverständlich lehnte das Königshaus diesen Handel kategorisch ab und schrieb es sich auf die Fahnen, keine weiteren Verhandlungen mit amerikanischen Regierungsvertretern zu führen.

Nachdem die USA um das Jahr 1890 die Erschliessung ihres kontinentalen Staatsgebietes abgeschlossen hatte, arbeiteten hochrangige Militärs an der Aufgabe, einen sogenannten Expansionskrieg zu führen. Am 1. Mai 1898 besiegte die amerikanische Asienflotte das spanische Geschwader in der Bucht von Manila. Wenige Tage später landeten erste amerikanische Einheiten auf Kuba und schafften es ohne grössere Schwierigkeiten, in kürzester Zeit nicht nur Kuba, sondern auch Puerto Rico einzunehmen.

Just heute vor 119 Jahren wurde dann die südlichste Insel des Marianen-Archipels von der amerikanische Armee überrannt. Guam zählt seitdem zu einem der wichtigsten amerikanischen Militärstützpunkte im Pazifik. Weil Spanien nicht für einen Mehrfrontenkrieg gerüstet war, ging die kriegerische Auseinandersetzung am 12. August 1898 zu Ende. Spanien gab alle Ansprüche bezüglich der Souveränität Kubas auf und trat Guam, Puerto Rico und die Philippinen für 20 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten ab – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

15. Juni 2018 – Oregon Treaty

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Werte Damen und Herren,

im Jahre 1818 schlossen die Vereinigten Staaten von Amerika mit Grossbritannien und Irland den sogenannten “Londoner Vertrag”. Dieser regelte die Fischfangrechte an den Küsten von Neufundland und Labrador. Darüber hinaus wurde anno 1818 auch die Grenzlinie zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten gezogen.

Just heute vor 172 Jahren – am 15. Juni 1846 – kamen der damalige amerikanische Aussenminister James Buchanan und Richard Pakenham – ein Abgesandter der englischen Königin Victoria – erneut am Verhandlungstisch zusammen, um noch einmal den Grenzverlauf zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada auszuhandeln.

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The Oregon Treaty

Die Unterredung dauerte mehrere Stunden und letztendlich einigte man sich darauf, dass der 49. Breitengrad die Grenze darstellt. Zudem verzichtete die amerikanische Seite auf Vancouver Island und liess im sogenannten Oregon-Kompromiss verankern, dass die USA zu keiner Zeit Anspruch auf die knapp 32.000 km² grosse Pazifikinsel erheben darf. Gleichzeitig versprachen die Briten, Oregon an die Vereinigten Staaten abzutreten.

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James K. Polk drohte mit Krieg

Im Vorfeld gab es weitreichende Spannungen zwischen England und den USA. Der Präsident der Vereinigten Staaten – James K. Polk – ging mit der Parole “Fifty-Four or Fight” (löblich: Fünfundvierzig oder Krieg) in den Wahlkampf und drohte dem englischen Königreich unverhohlen mit einem schrecklichen Krieg – wie unlöblich.

Schlussendlich einigten sich die beiden Länder auf einen Kompromiss und beendeten mit dem “Oregon Treaty” (löblich: Oregon Vertrag) den jahrelangen und blutigen Grenzstreit – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

13. Juni 2018 – Marquis de La Fayette

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Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, brach Anno 1775 der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg aus. Die dreizehn Kolonien der neuen Welt erklärten sich von der britischen Kolonialmacht unabhängig und führten ab dem 19. April des Jahres 1775 erste Scharmützel mit den britischen Truppen. Obgleich die Lage der 2,5 Millionen Siedler zu dieser Zeit ungünstig war, schafften es die Milizen, der britischen Krone prompt herbe Verluste beizubringen.

Just heute vor 241 Jahren – am 13. Juni 1777 – erklärte sich der aus Chavaniac in Frankreich stammende Marquis de La Fayette bereit, an der Seite der neuen Siedler zu kämpfen. Der gute Mann diente von 1771 bis 1776 in der französischen Armee und entschloss sich kurz nach Ausbruch des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, sein Heimatland zu verlassen, um für Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Schlussendlich segelte er mit seiner Fregatte “Hermione” nach Amerika und erreichte am 13. Juni 1777 nördlichen von Charleston, SC die neue Welt. Der Marquis gab sich der Kontinentalarmee als Verbündeter zu erkennen und wurde am 31. Juni zum Generalmajor der Kontinentalarmee ernannt.

In Folge dessen verbündete sich auch Frankreich mit den Vereinigten Staaten und zog gegen Grossbritannien in den Krieg. Zeitgleich kehrte La Fayette nach Frankreich zurück, um Geld zu beschaffen und den Virginia Feldzug vorzubereiten. Als der blutige Krieg am 3. September 1783 zu Ende ging, wurde La Fayette landesweit als grosser Kriegsheld gefeiert – wie schön.

La Fayette sagte:

“Auflehnung ist das heiligste aller Rechte und die notwendigste aller Pflichten”

Der Marquis de La Fayette segelte jedoch in seine Heimat zurück und schrieb es sich auf die Fahnen, auch in seinem Heimatland für Freiheit und Demokratie einzutreten. Unter anderem brachte er in die Nationalversammlung eine Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte nach amerikanischen Vorbild ein.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

23. Mai 2018 – Bonnie & Clyde

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

heute vor 84 Jahren wurden in Bienville Parish im Bundesstaat Louisiana Bonnie Parker und Clyde Barrow erschossen.

Das als Bonnie & Clyde landesweit bekannte Gangsterpärchen verübte von 1930 bis 1934 zahlreiche Überfälle und Dutzende Morde. Frau Bonnie lernte Herrn Clyde im Januar 1930 ganz zufällig in der texanischen Kleinstadt Oak Cliff kennen. Da Clyde eine mehrmonatige Gefängnisstrafe antreten musste, entschloss sich die 20jährige Bonnie, ihrem Freund die Flucht aus dem Zuchthaus zu ermöglichen. Letztendlich wurde der Ganove wenige Tage später in Ohio wieder gefasst.

Nach seiner Entlassung im Jahre 1932 scharte das Pärchen Gleichgesinnte um sich und gründete die gefürchtete “Barrow Bande”. Die schiesswütige Gruppe zog mordend durchs Land und tötete bis 1933 neun Polizisten. Nachdem Bundesbeamte einige Mitglieder ausschalten konnten, flüchteten Bonnie und Clyde in einem PS-strotzenden FORD V8 Automobil.

In der Folgezeit überfielen Bonnie und Clyde immer wieder Banken und erbeuteten ein kleines Vermögen. Darüber hinaus gelang es dem Duo, in die “Eastham Prison Farm” in Huntsville, TX einzubrechen und etliche Häftlinge zu befreien. Wenig später wurden die beiden jedoch auf dem Highway 154 nahe dem Black Lake in Louisiana in einen Hinterhalt gelockt und von schwerbewaffneten FBI Agenten zur Strecke gebracht. Einige Tage später wurden Bonnie Parker und Clyde Barrow auf zwei verschiedenen Friedhöfen in Dallas, TX beerdigt.

Obgleich zur damaligen Zeit die Nation geschlossen hinter dem Vorgehen der Polizei stand, entwickelten die Menschen in den späten 1940er Jahren Sympathien für die Schwerverbrecher. Es wurden etliche Filme gedreht und Bücher veröffentlicht, die das Treiben der Haderlumpen verharmlosten. Wieder einmal wurden Mörder zu Helden gemacht – wie unlöblich.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

14. Mai 2018 – Lewis and Clark Expedition

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Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

heute begeht nicht nur James Ehefrau Amanda ihr Wiegenfest.
Auch die vom dritten amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson am 14. Mai 1804 ins Leben gerufene “Lewis and Clark Expedition” feierte gestern ihren 214. Geburtstag.

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Meriwether Lewis und William Clark

Der schlaue Thomas Jefferson war zeitlebens ein Befürworter der Expansion. Er spielte mit der Idee, die Vereinigten Staaten bis zur Westküste auszudehnen. So überzeugte er den Kongress, Geldmittel für eine Expedition bereitzustellen. Am 14. Mai 1804 entsandte er seinen Privatsekretär Meriwether Lewis und den belesenen Entdecker William Clark mit dem Auftrag gen Westen, das unbekannte Land zu erschliessen.

Eine 40 Mann starke Expeditionsgruppe machte sich prompt auf den Weg und reiste von St. Louis auf dem Missouri River nach Westen. Die Gesellschaft erreichte Anfang September die Great Plains und sah sich mit gefährlichen Sioux Indianern konfrontiert. Darüber hinaus wurden sie auf Bisons aufmerksam, die zur damaligen Zeit zu Hunderttausenden das Gebiet östlich der Rocky Mountains besiedelten. Lewis und Clark verbrachten den strengen Winter in Fort Mandan und freundeten sich mit dem französischen Pelzhändler Toussaint Charbonneau an, der sich dem Expeditionstrupp im Frühjahr 1805 kurzerhand anschloss.

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“Lewis and Clark on the Lower Columbia”
Bild von Charles Marion Russell (1905)

Im Sommer 1805 hatte die Expedition 6.500 Kilometer auf dem Missouri River zurückgelegt. Die Reisegruppe tauschte ihre Boote bei den Shoshone Indianern gegen Pferde ein und machte es sich zur Aufgabe, die schneebedeckten Rocky Mountains zu überqueren. Letztendlich landeten die 40 Männer am 7. November 1805 nach 19 Monaten am Pazifik – wie aufregend.

Während der beschwerlichen Heimreise kartographierten die Forscher die Rocky Mountains sowie den Missouri River. Dabei trafen sie immer wieder auf garstige Indianer, die ihnen gar nicht freundlich gesonnen waren. Trotz aller Widrigkeiten traf die “Lewis and Clark Expedition” am 23. September 1806 wohlbehalten in St. Louis ein. Laut Aufzeichnungen soll es während der Reise nur einen Toten gegeben haben. Angeblich soll Sergeant Charles Floyd am 20. August 1804 einer Blinddarmentzündung zum Opfer gefallen sein.

Die erfolgreiche Expedition ermutigte in der Folgezeit viele Siedler, nach Westen zu ziehen und in den Great Plaines sesshaft zu werden. Noch heute ist das Schiff der Lewis and Clark Expedition auf der 5 Cent Münze zu finden – das ist phantastisch.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag.
Reinhard Pfaffenberg