25. Mai 2017 – Christi Himmelfahrt (Ascension Day)

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Sehr verehrte Damen und Herren,

nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird heute das Hochfest der Himmelfahrt des Herren gefeiert. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in Kanada sind die Christen aufgerufen, anlässlich des „Ascension Day“ die Gotteshäuser zu besuchen.

Wie jedes Kind weiss, wird Christi Himmelfahrt laut der Apostelgeschichte stets am 40. Tag des Osterfestkreises begangen. Im Lukasevangelium ist zu lesen, dass sich der Heiland während der vierzig Tage nach seiner Auferstehung mehrmals seinen Jüngern gezeigt hat und erst dann in den Himmel aufgestiegen ist. Darüber hinaus sind die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten die Zeit, in der besonders um die Herabkunft des heiligen Geistes gebeten wird – wie schön.

In Deutschland wird heute ausserdem Vatertag gefeiert.
Millionen betrunkene Väter werden den Feiertag ausnutzen, um sich auf ihre klapprigen Fahrräder zu schwingen und grölend ins Grüne zu radeln. Selbstverständlich gibt es diesen Unsinn in den USA und Kanada nicht. Stattdessen wird der sogenannte „Father’s Day“ am dritten Sonntag im Juli gefeiert.

Weil ich an Gott glaube, werde ich den Ascension Day nutzen, um gemeinsam mit Prof. Kuhn und Frau Pontecorvo die Kirche zu besuchen – da kommt besonders grosse Freude auf.

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen einen gesegneten Christi Himmelfahrtstag
Reinhard Pfaffenberg

23. Mai 2017 – Bonnie & Clyde

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

heute vor 83 Jahren wurden in Bienville Parish im Bundesstaat Louisiana Bonnie Parker und Clyde Barrow erschossen.

Das als Bonnie & Clyde landesweit bekannte Gangsterpärchen verübte von 1930 bis 1934 zahlreiche Überfälle und Dutzende Morde. Frau Bonnie lernte Herrn Clyde im Januar 1930 ganz zufällig in der texanischen Kleinstadt Oak Cliff kennen. Da Clyde eine mehrmonatige Gefängnisstrafe antreten musste, entschloss sich die 20jährige Bonnie, ihrem Freund die Flucht aus dem Zuchthaus zu ermöglichen. Letztendlich wurde der Ganove wenige Tage später in Ohio wieder gefasst.

Nach seiner Entlassung im Jahre 1932 scharte das Pärchen Gleichgesinnte um sich und gründete die gefürchtete „Barrow Bande“. Die schiesswütige Gruppe zog mordend durchs Land und tötete bis 1933 neun Polizisten. Nachdem Bundesbeamte einige Mitglieder ausschalten konnten, flüchteten Bonnie und Clyde in einem PS-strotzenden FORD V8 Automobil.

In der Folgezeit überfielen Bonnie und Clyde immer wieder Banken und erbeuteten ein kleines Vermögen. Darüber hinaus gelang es dem Duo, in die „Eastham Prison Farm“ in Huntsville, TX einzubrechen und etliche Häftlinge zu befreien. Wenig später wurden die beiden jedoch auf dem Highway 154 nahe dem Black Lake in Louisiana in einen Hinterhalt gelockt und von schwerbewaffneten FBI Agenten zur Strecke gebracht. Einige Tage später wurden Bonnie Parker und Clyde Barrow auf zwei verschiedenen Friedhöfen in Dallas, TX beerdigt.

Obgleich zur damaligen Zeit die Nation geschlossen hinter dem Vorgehen der Polizei stand, entwickelten die Menschen in den späten 1940er Jahren Sympathien für die Schwerverbrecher. Es wurden etliche Filme gedreht und Bücher veröffentlicht, die das Treiben der Haderlumpen verharmlosten. Wieder einmal wurden Mörder zu Helden gemacht – wie unlöblich.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

8. Mai 2015 – Kriegsende vor 72 Jahren

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Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, fand das „Tausendjährige Reich“ vor genau 72 Jahren sein Ende.
Am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr verstummten nach einem sechsjährigen Weltkrieg mit weit über 60 Millionen Toten die Waffen in Europa.

Nachdem sich Adolf Hitler am 30. April 1945 gemeinsam mit seinen engsten Vertrauten das Leben genommen hatte, sah sich der Führungszirkel der NSDAP genötigt, mit den Alliierten über eine Kapitulation zu verhandeln. Karl Dönitz, seines Zeichens neuer Reichspräsident und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, sowie Generaloberst Alfred Jodl, rangen sich nach zähnen Verhandlungen dazu durch, einer bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und dessen Verbündeten zuzustimmen. Ein dementsprechender Vertrag wurde am 7. Mai gegen 2:40 Uhr unterzeichnet.

In vielen Europäischen Staaten ist der 8. Mai ein hoher Feiertag.
Auch in Russland gehen die Menschen auf die Strassen, um das Kriegsende zu feiern. Selbstverständlich wird auch an die unzähligen Opfer gedacht, die an der Front gefallen, in Konzentrationslagern ermordet oder an Hunger gestorben sind. Nur in Deutschland war und ist der 8. Mai weder ein Aktions- noch ein Feiertag – das ist wieder typisch.

Trotzdem lockt besonders die Bundeshauptstadt Berlin am 70. Jahrestag des Kriegsendes mit zahlreichen Ausstellungen und Festen. Unter anderem haben interessierte Bürger die Möglichkeit, das Historische Museum zu besuchen, um sich einer lehrreichen Ausstellung zum Thema „1945 – Niederlage, Befreiung, Neuanfang“ hinzugeben. Die sehenswerte Ausstellung zeigt anhand von 36 exemplarisch ausgewählten Biografien, wie der Krieg die Menschen in Europa geprägt hat.

Ich möchte den Tagebucheintrag mit den schlauen Worten des ehemaligen Deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker beenden. Dieser sagte am 8. Mai 1985 folgendes:

„Der 8. Mai ist für uns vor allem ein Tag der Erinnerung an das, was Menschen erleiden mussten. Er ist zugleich ein Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen.“

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

7. April 2017 – Sacco und Vancetti

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Sehr geehrte Damen und Herren,

die italienische Gemeinde in den Vereinigten Staaten gedenkt Übermorgen den italienischen Einwanderern Ferdinando Sacco und Bartolomeo Vanzetti.

Die Herren emigrierten Anno 1908 unabhängig voneinander nach Amerika und hielten sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Beide begegneten sich im Mai 1917 zum ersten Mal und fassten den Entschluss, sich der anarchistischen Arbeiterbewegung um Luigi Galleani anzuschliessen. Damit gerieten Sacco und Vanzetti prompt in den Focus der Behörden und wurden als „kriminelle Ausländer“ abgestempelt.

Zwei Jahre später wurden ein Geldtransporter sowie ein Lohnbuchhalter überfallen.
Die unbekannten Täter erbeuteten knapp 16.000 Dollars und flüchteten unerkannt in einem dunkelblauen Buick. In Folge dessen wurden Sacco und Vanzetti verhaftet und auf der Polizeistation von Brockton, MS getrennt voneinander verhört. Ihnen wurde vorgeworfen, Anarchisten zu sein und staatsgefährdende Ideologien zu verfolgen. Ausserdem wurde ihnen unterstellt, Drahtzieher der beiden Überfälle gewesen zu sein. Obgleich Ferdinando Sacco über ein stichhaltiges Alibi verfügte, wurden sie vor Gericht gestellt und am 23. August 1927 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Erst 50 Jahre später wurden die Italiener durch den Gouverneur von Massachusetts – Michael Dukakis – rehabilitiert. Dukakis sagte, „dass das Verfahren von Vorurteilen gegen Ausländer und Feindlichkeiten gegenüber politischen Ansichten geprägt war. Das Verhalten der Behörden wirft einen ernstlichen Zweifel auf ihre Fähigkeit, ein unvoreingenommenes Verfahren zu gewährleisten“.

An diesem Beispiel sieht man anschaulich, dass man Menschen nicht anhand ihrer Nationalität beurteilen darf. Besonders die italienischen Einwanderer, die im frühen 20. Jahrhundert nach Amerika kamen, haben sich wie keine andere Volksgruppe integriert und den Vereinigten Staaten viele Vorteile gebracht.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

1. und 2. April 2017 – April, April

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

ein alter Brauch erlaubt es den Menschen, just heute Freunde und Verwandte „in den April“ zu schicken. Diese Tradition wurde erstmals im Jahre 1618 urkundlich in Bayern erwähnt. Angesehene Forscher gehen davon aus, dass der Brauch bereits um das Jahr 1570 in Deutschland Einzug hielt.

Angeblich bezieht er sich auf die Kalenderreform des französischen Königs Karl IX. Dieser verlegte Neujahr kurzerhand vom 1. April auf den 1. Januar. Alle, die am alten Datum festhielten wurden als Narren bezeichnet und verhöhnt.


König Karl IX.

Andere Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass schon in der Antike der 1. April – genauso wie der Freitag, der 13. – als ein Unglückstag angesehen wurde. So soll unter anderem Judas Ischariot, der Jesus Christus verraten hatte, an einem 1. April das Licht der Welt erblickt haben.

Mit den ersten europäischen Auswanderern gelangte der lustige Brauch auch nach Amerika und Kanada. In den Vereinigten Staaten geniesst der sogenannte „April Fool’s Day“ grösste Beliebtheit. So nutzen zahlreiche amerikanische Nachrichtenagenturen und Zeitungsverlage den 1. April, um Falschmeldungen zu verbreiten.


Edelbert wird sich grausen

Selbstverständlich werde ich Edelbert in den April schicken. Gestern habe ich schmackhafte Donuts im Supermarkt besorgt und sie eigenhändig mit Senf gefüllt. Beim anstehenden Kaffeekränzchen werde ich meinem Bekannten die Leckereien vorsetzen und aus dem Lachen bestimmt gar nicht mehr herauskommen – das wird ein Spass.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen 1. April.
Reinhard Pfaffenberg