17. August 2018 – Die verlorene Kolonie

pfaffenbergkl

Sehr geehrte Damen und Herren,

laut alten Aufzeichnungen brachen die englischen Forscher Arthur Barlowe und Philip Amandas im Auftrag der englischen Königin Elizabeth I. am 27. April 1584 in Richtung Nordamerika auf. Drei Monate später entdeckten die Abenteuerer ein kleines Eiland, welches von langhaarigen Indianern bevölkert wurde. Die Engländer gründeten auf dieser beschaulichen Insel die erste Kolonie der neuen Welt und freundeten sich mit den Ureinwohnern an – wie schön.

Weil die Roanoke Siedler im Frühjahr 1585 hungern mussten und immer wieder mit den garstigen Indianern aneinander gerieten, entschloss sich Admiral Richard Grenville, die Heimreise nach England anzutreten. Zurück blieben lediglich der Stadthalter Ralph Lane sowie etwa 75 Männer, die den Auftrag erhielten, das Fort gegen die Indianer zu verteidigen.

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John White entdeckt die Inschrift “CROATOAN”

Am 18. August 1590 kehrte John White mit einem Versorgungsschiff nach Roanoke zurück und fand die Kolonie verlassen vor. Obgleich die meisten Häuser intakt waren, fehlte von den Bewohnern jede Spur. Schlussendlich fand John White auf einem Holzpfosten das eingeritzte Wort “CROATOAN”. Die Geschichte von der “Lost Colony” (löblich: Verlorene Kolonie) sorgte in Grossbritannien für grosses Aufsehen und zählt noch heute zu einem der grössten Rätsel der Menschheitsgeschichte.

Angesehene Forscher gehen davon aus, dass die Siedler die Flucht antreten mussten und auf einer benachbarten Insel – die von den Indianern “Croatoan” genannt wurde – Zuflucht fanden. Diese These wird vom Forscher Hamilton MacMillan gestützt, der um 1880 auf dem Gebiet des heutigen North Carolina Indianer des Pembrokes Stammes traf, die der englischen Sprache mächtig waren und deutliche europäische Gesichtszüge aufwiesen.

Andere Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass sich die englischen Siedler den Roanoke Indianern angeschlossen und weiter nach Süden gezogen sind – wie aufregend.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

10. August 2017 – Herbert Hoover

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, erblickte Herbert Clark Hoover just heute vor 144 Jahren das Licht der Welt.

Der gute Mann kam als erfolgreicher Bergbauingenieur und Unternehmer zu grossem Wohlstand und schickte sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs an, in die Politik einzusteigen. Er wurde bald darauf von Woodrow Wilson zum Leiter der landesweiten Lebensmittelverwaltung (unlöblich: United States Food Administration) ernannt und mit erheblichen Vollmachten ausgestattet. Ferner wurde er mit der wichtigen Aufgabe betraut, nach Kriegsende den Wiederaufbau in Europa voranzutreiben und die Lebensmittelversorgung der gebeutelten Bevölkerung sicherzustellen.

Schlussendlich gewann er im Jahre 1928 die Präsidentschaftswahlen und wurde zum 31. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Mit seiner fulminanten Antrittsrede, die er von annähernd 100.000 Zuschauern in der Hauptstadt Washington DC hielt, entsprach der Politiker den in ihn gesetzten optimistischen Erwartungen. Er kündigte grossspurig an, dass den Menschen noch mehr Freiheit und Wohlstand geschenkt werden wird. Leider setzte alsbald die Weltwirtschaftskrise ein und gut ein Drittel aller Banken mussten geschlossen werden. In Folge dessen verloren viele Arbeiter ihre Tschobs und Herbert Hoovers Ansehen verschlechterte sich rapide.

Da es Herbert Hoover nicht gelang, die Vereinigten Staaten aus dieser verheerenden Staatskrise zu führen und er keine öffentliche Geste des Mitgefühls für die zunehmende Verelendung fand, wurden ihm Mitleidlosigkeit und sogar “kaltblütiger Mord an der amerikanischen Gesellschaft! vorgeworfen. Bei der 32. Präsidentschaftswahl verlor Hoover mit knapp 40% der Wählerstimmen gegen den demokratischen Anwärter Franklin D. Roosevelt (57 Prozent).

Nach der Wahlniederlage zog sich Herbert Hoover verbittert aus der Öffentlichkeit zurück und machte es sich zur Aufgabe, Bücher zu schreiben und die Politik seines Nachfolgers scharf zu kritisieren. Darüber hinaus setzte er sich für Menschenrechte ein und sorgte dafür, dass die Vereinten Nationen ein unabhängiges Kinderhilfswerk (UNICEF) ins Leben rief. Zudem bereiste er zahlreiche Staaten, um sich vor Ort über Hungersnöte zu informieren.

Herbert Hoover verstarb am 20. Oktober 1964 im Alter von 90 Jahren in New York, NY an den Folgen einer Blutvergiftung. Er wurde in seiner Heimatstadt in West Branch, Iowa beigesetzt.

Heutzutage zählt Herbert Hoover wegen seines gesellschaftlichen Engagements zu den beliebtesten Volksvertretern überhaupt. Mittlerweile begehen 16 Bundesstaaten am 20. Oktober den sogenannten “Herbert Hoover Day” – wie aufregend.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

8. August 2018 – Helter Skelter

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Sehr verehrte Damen und Herren,

morgen vor 49 Jahren ereignete sich in einem luxuriösen Anwesen am Cielo Drive 10050 in Los Angeles, CA ein furchtbares Verbrechen.

Am Abend des 9. August 1969 drangen Susan Atkins, Charles Watson, Patricia Krenwinkel und Linda Kasabian in das Eigenheim des weltbekannten Regisseurs Roman Polanski ein, um im Auftrag des verwirrten Sektenführers Charles Manson die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate zu ermorden. Die Meuchelmörder trafen ausserdem auf Abigail Folger, Wojciech Frykowski, Jay Sebring sowie Steven Parent und schreckten nicht davor zurück, auch diese Menschen mit einem Revolver niederzustrecken oder zu erdolchen. Danach wurde die blutüberströmte Sharon Tate mit einem Nylonseil an die Leiche des Jay Sebring geknotet und im Wohnzimmer zur Schau gestellt – wie unlöblich.

Der Tatort:

Nachdem Susan Atkins mit dem Blut von Sharon Tate das Wort “PIG” (löblich: Schwein) an die Haustür geschmiert hatte, verliessen die Eindringlinge das Anwesen und konnten unerkannt in der Nacht untertauchen.

Zwei Monate später – am 12. September 1969 – durchsuchte die Polizei die sogenannte “Barker Ranch” vor den Toren des “Death Valley Nationalparks” und verhaftete einige Mitglieder der berüchtigten Manson Familie. Der Sektenführer Charles Manson sowie etliche seiner Anhänger wurden verhört und die Beamten kamen schnell zu dem Schluss, dass die Langhaarigen in die Tate-Morde verwickelt sein müssen.

Beim Prozess, der am 24. Juli 1970 begann, trat Linda Kasabian als Kronzeugin auf und belastete Charles Manson, Susan Atkins, Charles Watson und Patricia Krenwinkel schwer. Nach knapp 250 Verhandlungstagen verurteilte die Jury die vier Angeklagten zum Tode in der Gaskammer. Die Urteile wurden jedoch wenige Monate später durch den Obersten Gerichtshof des Staates Kalifornien zurückgenommen und in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

Seitdem sitzen Susan Atkins, Charles Watson, Patricia Krenwinkel und Charles Manson in verschiedenen Hafteinrichtungen ein.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

2. August 2018 – Potsdamer Konferenz

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 2. August 1945 endete die Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof mit dem sogenannten Potsdamer Abkommen.

Bereits im Jahre 1943 hatten sich die Hauptalliierten in Teheran und Casablanca getroffen, um über das Vorgehen für die Zeit nach dem Sieg über Nazi-Deutschland zu diskutieren. Nach Kriegsende kamen der amerikanische Präsident Harry S. Truman, der russische General Josef Stalin sowie Winston Churchill erneut zusammen, um eine Einigung zu erzielen.

potsdamerkonferenz
Churchill, Truman und Stalin

Nach zähen Verhandlungen entschlossen sich die Teilnehmer, dass Deutschland demokratisiert, entmilitarisiert, entnazifiziert und dezentralisiert werden müsse. Darüber hinaus wurden die ehemaligen deutschen Gebiete östlich der Oder-Neisse-Linie unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung gestellt.

Mit diesem wegweisenden Beschluss war der Krieg in Europa für die Vereinigten Staaten abgeschlossen. Weil der Pazifikkrieg immer noch nicht enden wollte, rang sich Präsident Harry S. Truman dazu durch, Japan mit Atombomben anzugreifen und so einen Waffenstillstand zu erwirken. Daraufhin wurde der B-29 Bomber “Enola Gay” des erfahrenen Piloten Paul W. Tibbets Jr. mit der 4 Tonnen schweren Atombombe “Little Boy” (löblich: Kleiner Junge) bestückt und von der Mariannen Insel Tinian in Richtung Japan geschickt. Der mit 12 Personen besetzte Stahlvogel erreichte sein Ziel am 6. August 1945 um 8:15 Uhr. Wenig später wurde die Bombe abgeworfen und zerstörte zirka 80 Prozent des Stadtgebietes. Insgesamt starben beim ersten Atombombenabwurf 90.000 Menschen.

Nach einem weiteren Angriff auf Nagasaki am 9. August 1945 gaben die Japaner klein bei und kündigten an, am 2. September 1945 die Waffen niederzulegen.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

27. Juli 2018 – Der amerikanische Urzeitmensch

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Werte Damen und Herren,

heute vor 22 Jahren wurden am Ufer des Columbia Rivers in der Nähe der Kleinstadt Kennewick im amerikanischen Bundesstaat Washington die Überreste eines Urzeitmenschen gefunden.

Zwei schlaue Stundenten, die auf dem Columbia River ein Bootsrennen veranstalten wollten, sahen auf dem Grund des Flusses einige Knochen liegen. Daraufhin wurde der örtliche Coroner (löblich: Leichenbeschauer) gerufen, der gemeinsam mit dem Archäologen James Chatters 350 Knochen aus dem Wasser barg. Der Wissenschaftler nahm sich der Überreste an und entdeckte, dass es sich hierbei nicht um einen erst vor kurzem verstobenen Menschen handeln konnte.

Dank einer Radiokohlenstoffdiagnose kam der Archäologe zu dem Ergebnis, dass das fast vollständig erhaltene Skelett einem Mann gehört, der vor zirka 9.000 Jahren an einer Speerverletzung gestorben ist. Ferner stellte der Forscher fest, dass der Tote höchstwahrscheinlich keinem heute bekannten indigenen Volk angehört, sondern während der letzten Eiszeit über die Beringstrasse nach Nordamerika wanderte – wie aufregend.

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Ein menschlicher Knochen

Seit fast zwei Jahrzehnten streiten sich nun die Forscher um diesen ominösen Knochenfund von Kennewick. Um endlich Licht ins Dunkle zu bringen, beauftragte die amerikanische Regierung den erfahrenen dänischen Evolutionsbiologen Eske Willersev, erneut DNA Spuren aus einem Handknochen zu nehmen. Vor wenigen Wochen wurde das Ergebnis der Öffentlichkeit vorgestellt. Herr Willersev gab dem amerikanischen Fachmagazin “Nature” ein exklusives Interview und gab zu Protokoll, dass “der Kennewick Mann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit doch amerikanische Wurzeln habe und mit den Colville Indianer verwandt sei”.

Die Knochenreste sind seit 2014 im renommierten “Burke Museum” auf dem Campus der “University of Washington” in Seattle ausgestellt – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg