11. September 2017 – 16 Jahre danach

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

am Morgen des 11. September 2001 bestiegen mehrere islamische Selbstmordattentäter Flugzeuge der „United Airlines“ bzw. der „American Airlines“ und machten sich kurz nach dem Startvorgang daran, die Maschinen in ihre Gewalt zu bringen.

Während der United Flug 93 in der Nähe von Shanksville im US-Bundestaat Pennsylvania abstürzte, erreichten die anderen Flugzeuge ihre Ziele und wurden von den gläubigen Mohammedanern in die Türme des New Yorker „World Trade Center“ bzw. das „Pentagon“ in Washington D.C. gelenkt.

Bei diesen Terroranschlägen verloren über 3.000 Menschen ihr Leben. Darunter 343 mutige New Yorker Feuerwehrleute und Polizisten, die in das brennende Gebäude geeilt waren, um den eingeschlossenen Menschen zu helfen.

Angesichts des heutigen Jahrestages möchte ich klarstellen, dass Terroristen zwar Gebäude und Menschenleben zerstören können, aber niemals unsere freiheitliche und demokratische Einstellung.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

6. September 2017 – Die Ermordung des William McKinley durch Leon Czolgosz

Sehr geehrte Damen und Herren,

zwischen dem 1. Mai und dem 2. November 1901 fand in der schönen Stadt Buffalo, NY die sogenannte „Pan American Exposition“ statt. Die Weltausstellung wurde auf einem 140 Hektar grossen Areal vor der Stadt abgehalten und lockte 8.000.000 Besucher aus aller Herren Länder an. Unter anderem wurde auf dieser Ausstellung erstmals das vom deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen konzipierte Röntgengerät der Weltöffentlichkeit vorgestellt – wie aufregend.

Selbstverständlich entschloss sich auch der Präsident der Vereinigten Staaten – William McKinley – die Ausstellung zu besuchen. Der gute Mann reiste am 5. September 1901 von Washington in den hohen Norden, um den vielen Schaustellern für ihr Kommen persönlich zu danken und eine Rede zu halten.

Tags darauf schlenderte der Politiker über das Gelände und lies es sich nicht nehmen, Hände zu schütteln und mit den Besuchern zu plaudern. Dummerweise geriet er dabei an den polnischstämmigen Anarchisten Leon Czolgosz, der ihn mit zwei Revolverschütten in die Brust und den Unterleib niederstreckte. McKinley wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert und operiert. Obgleich Hoffnung bestand, das Leben des Volksvertreters zu retten, verstarb er 8 Tage später an inneren Blutungen.


Leon Czolgosz

Leon Czolgosz wurde kurz nach der Tat festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Während der folgenden Gerichtsverhandlung gab der damals 28jährige an, nichts falsches getan zu haben. Darüber hinaus erklärte er den Geschworenen, „einen Feind der Menschen und der guten Arbeiter getötet zu haben“. Natürlich wurde Czolgosz schuldiggesprochen und zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Der Richterspruch wurde am 29. Oktober 1901 im Staatsgefängnis von Auburn vollzogen.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

 

4. September 2017 – Labor Day

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Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

am ersten Montag im September wird in den Vereinigten Staaten der „Labor Day“ begangen. Der „Tag der Arbeit“ erinnert an den Gewerkschaftsvertreter Terence Vincent Powderly, der im Jahre 1869 die „Knights of Labor“ (löblich: Ritter der Arbeit) gründete und sich als Wortführer der Arbeitnehmer für einen Achtstundentag einsetzte. Darüber hinaus vertrat der schlaue Visionär die Meinung, dass alle Menschen, unabhängig von Rasse und Geschlecht, für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten sollten.

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Das „Labor Day“ Wochenende läutet gleichzeitig das Ende der Summer Holidays (löblich: Sommerferien) ein. Viele Familien nutzen den staatlichen Feiertag, um noch einmal die Strände zu besuchen und Sonne zu tanken. Bereits morgen sind alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen aufgerufen, in die Bildungseinrichtigen zurückzukehren und brav zu lernen – wie schön.


Nashville ist eine Reise wert

Den heutigen Feiertag verbringe ich mit Prof. Edelbert Kuhn in Nashville, TN – der sogenannten „Music City USA“ (löblich: Musik Stadt USA). Nachdem wir Samstag ein prima Konzert am „Public Square Park“ besucht haben, werden wir heute angesagte Gaststätten in Downtown besuchen – das wird ein Spass.

Ich wünsche allen Lesern einen wunderschönen Labor Day
Reinhard Pfaffenberg

1. September 2017 – Conway Twitty

pfaffenbergkl

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

jeder Amerikaner kennt das schöne Lied „Hello Darlin'“ (löblich: Hallo Liebling) des Landmusiksängers und Komponisten Conway Twitty. Der gute Mann würde heute seinen 84. Geburtstag feiern. Leider verstarb Herr Twitty am 5. Juni 1993 im Alter von 59 Jahren viel zu früh – wie schade.

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Conway Twitty, 1974

Conway Twitty erblickte am 1. September 1933 als Harold Jenkins in der Kleinstadt Friars Point, MI das Licht der Welt. Nach dem Umzug der Familie Jenkins nach Helena, AR schloss sich der kleine Harold einer Musikbande an und verdiente sich auf Jahrmärkten seine ersten Lorbeeren. Obgleich er ein begnadeter Sportler war und die Möglichkeit bekam, einen Profivertrag bei den Philadelphia Phillies zu unterschreiben, blieb er stets der Musik treu.

Nach seiner Militärzeit ging er nach Memphis und schrieb es sich auf die Fahnen, in den weltbekannten „Sun Records Studios“ abzuhängen und mit Carl Perkins, Jerry Lee Lewis oder Johnny Cash zusammenzuarbeiten. Anno 1958 wurde seine erste Veröffentlichung mit dem Titel „It’s Only Mae Believe“ ein landesweiter Achtungserfolg. Der Musiker nahm daraufhin den Künstlernamen Conway Twitty an und zog durchs ganze Land, um unzählige Konzerte zu spielen.

Seinen nationalen Durchbruch gelang ihm in den frühen 1970er Jahren.
Gemeinsam mit der Countrylegende Loretta Lynn landete er zahlreiche Hitparadenerfolge und stieg bald zu einem der bekanntesten Musikanten der Vereinigten Staaten auf – das ist phantastisch.

Der Neffe des Stummfilmschauspielers Harold Lloyd schaffte es, 55 Musiktitel auf Platz 1 der Billboard Hitparade zu platzieren und von 1971 bis 1976 sechs Academy Awards zu ergattern. Darüber hinaus wurden Conway Twitty und Loretta Lynn von 1972 bis 1974 vier Mal in Folge zum „Vocal Duo of the Year“ (löblich: Gesangsduo des Jahres) der „Country Music Association“ gekürt.

Twitty starb am 5. Juni 1993 im Alter von 59 Jahren an einem Unterleibsaneurysma und wurde in der Familiengruft der Jenkins auf dem „Sumner Memorial Gardens Cemetery“ in Gallatin, TN beerdigt.

Seine wunderschönen Musikstücke werden unvergessen bleiben.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

31. August 2017 – Cincinnati

08.00 Uhr Der letzte Augusttag bricht an und ich hüpfe ausgeruht aus dem Bett. Weil uns noch eine knapp 1.200 Meilen lange Reise in den Sonnenscheinstaat bevorsteht, fackle ich nicht lange und verabschiede mich ins Bad.
09.00 Uhr Sechzig Minuten später stosse ich die Moteltüre auf und freue mich, Prof. Kuhn pfeiferauchend vor der „La Quinta Inn“ Herberge anzutreffen. Mein Bekannter fabriziert lustige Rauchringe und plappert, dass wir heute bis nach Columbus im Bundesstaat Ohio vorstossen werden. Ich seufze laut und informiere, dass ich den Beifahrer mimen werde. Um meiner Aussage Nachdruck zu verleihen, händige ich meinem Gegenüber die Autoschüssel aus und stelle klar, dass wir zuerst frühstücken sollten. Edelbert zeigt sich einverstanden und deutet zur benachbarten McDonalds Schnellgaststätte – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.


Bitte nicht rauchen

09.45 Uhr Nachdem wir zwei Big Breakfast with Hotcakes (löblich: grosse Frühstücke mit heissem Kuchen) gefressen und vitaminreiche Fruit ‚N Yoghurt Parfaits (löblich: Früchte und Joghurt Terrinen) ausgelöffelt haben, kehren wir zum Wohnmobil zurück und fahren radiohörend auf die Interstate 75 auf. Mit schönen Liedern im Ohr, folgen wir dem Detroit River und haben alsbald das Vergnügen, den Lake Erie in seiner vollen Pracht zu sehen.


Der wunderschöne Eriesee

10.30 Uhr Während wir an verlassenen Fabrikanlagen und brachliegende Feldern vorbeirasen, kommt Edelbert auf das Folksfest in unserer bayerischen Heimatstadt zu sprechen und beteuert, dass Admiral a.D. Bürstenbinder auch in diesem Jahr die Loge Nummer 7 angemietet hat. Ich nippe zufrieden an einer 7 UP Dose und entgegne, dass mir der Gusto nach einer kühlen Mass steht. Der Professor kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und mutmasst, dass sich der ehemalige Seefahrer täglich einen Vollrausch ansaufen wird – wie schön.
11.00 Uhr Kurz nach der Staatsgrenze kommen wir an der 300.000 Einwohner zählenden Gemeinde Toledo vorbei. Während Dixon auf der Liegepritsche ein Schläfchen einlegt, versorgt mich der Professor mit Fakten und erzählt, dass der Automobilhersteller JEEP in diesem Nest PS-strotzende Geländewagen herstellt. Darüber hinaus erfahre ich, dass die Stadt über mehrere angesehene Bildungseinrichtungen verfügt – das soll mir auch Recht sein.
11.45 Uhr Wie auf Schienen rollen wir an heruntergekommenen Käffern vorbei und kommen prompt zu dem Schluss, dass Ohio neben unzähligen Tümpeln und schmierigen Flüssen nichts zu bieten hat. Um mir einen genauen Überblick zu verschaffen, schlage ich den Rand McNally Atlas auf und lerne, dass im Nordosten der „Cuyahoga Valley National Park“ zu finden ist, in dem es zahlreiche Wasserfälle zu bestaunen gibt – wie aufregend.


Wir reisen auf der Interstate 75

12.15 Uhr Nach 100 Meilen auf der I-75 verlassen wir die Schnellstrasse und gleiten auf dem Highway 23 nach Osten weiter. Um dem Vierbeiner etwas gutes zu tun, legen wir in der Kleinstadt Carey eine Pause ein und vertreten uns im örtlichen Memorial Park die Beine. Dummerweise geraten wir schnell an einen dümmlich dreinschauenden Gärtner, der uns darüber aufklärt, dass Hunde im Ortsgebiet an der Leine zu führen sind. Wir zucken gelangweilt mit den Schultern und ziehen es vor, kehrt zu machen und den Ortskern zu erkunden. Ruckzuck streben wir in eine SUBWAY Gaststätte und laben uns an hausgemachten Sandwiches und süffigem Diät Cola – das tut gut.
13.15 Uhr Nach der Stärkung setzen wir unsere Reise fort und preschen an Upper Sandusky, Marion und Waldo vorbei. Nebenher navigiere ich mit der Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) durchs Internetz und bringe in Erfahrung, dass wir die Hauptstadt des Staates in einer Stunde erreichen werden. Zudem lese ich, dass Columbus kaum Sehenswürdigkeiten bietet und von unzähligen Studenten der hiesigen „Ohio State University“ (löblich: Ohio Staatsuniversität) belagert wird. Ich mache grosse Augen und lasse Edelbert wissen, dass wir Columbus links liegen lassen uns gleich nach Cincinnati weiterfahren sollten. Prof. Kuhn nickt eifrig und macht es sich zur Aufgabe, die grösste Stadt des Bundesstaates weitläufig zu umfahren und in Richtung Cincinnati weiterzukrusen.
14.00 Uhr Da ein Heissgetränk nicht schaden kann, erhebe ich mich vom Beifahrersitz und brühe an der Kochnische Kaffee auf. Ausserdem stecke ich Dixon einen Kauknochen ins Maul und gebe vor, dass wir in spätestens einer Stunde in ein einladendes Motel eintschecken werden.


Dixon knabbert lustige Kauknochen

14.45 Uhr Edelbert beschleunigt den WINNEBAGO auf 65 Meilen und berichtet, dass Cincinnati und München eine langjährige Städtepartnerschaft verbindet. Ferner erinnert der schlaue Mann an die Tatsache, dass sich im 19. Jahrhundert viele deutschstämmige Immigranten in Cincinnati niederliessen – das hört man gerne.
15.45 Uhr Als der Minutenzeiger meiner ROLEX auf Viertel vor Vier zugeht, passieren wir das Willkommensschild einer der bedeutendsten Handels- und Fabrikstädte Amerikas. Edelbert drosselt die Geschwindigkeit und setzt mich darüber in Kenntnis, dass der Ohio River durch das Zentrum von Cincinnati fliesst und gleichzeitig die Grenze zum Nachbarstaat Kentucky darstellt. Ich reibe mir die Hände und ermutige meinen Begleiter, die Augen aufzumachen und nach einem geeigneten Motel Ausschau zu halten.


Willkommen in Cincinnati

16.30 Uhr Schlussendlich überqueren wir den Ohio Fluss und kommen mit quietschenden Pneus vor einem „Holiday Inn“ zum stehen. Obgleich die freundliche Empfangsdame 80 Dollars pro Zimmer veranschlagt, gehen wir auf den Handel ein und freuen uns, zwei luxuriöse Räumlichkeiten mit Blick auf Cincinnati beziehen zu können. Fix und foxi werfe ich meine Reisetasche auf das bequeme King Size Bett und serviere Dixon gesundes Trockenfutter.
17.15 Uhr Wenig später poche ich an Edelberts Zimmertüre und fordere ihn auf, mich nach unten zu begleiten. Mein Bekannter kommt augenblicklich in die Gänge und folgt mir ins hauseigene „Burger & Crafts“ Restaurant, wo wir perfekt gegrillte Steaks (unlöblich: Schnitzel) sowie frischgezapfte Hopfenkaltschalen vorgesetzt bekommen.
18.00 Uhr Als ich kraftvoll zubeisse, kommt mein Bekannter auf das Wochenende zu sprechen und sagt, dass wir bis spätestens Samstag Nashville erreichen sollten. Ich schlage in die gleiche Kerbe und erörtere, dass wir den für Montag anstehenden „Labor Day“ (löblich: Tag der Arbeit) in der sogenannten „Music City USA“ verbringen sollten.


Der Ohio River in Cincinnati

19.00 Uhr Mit vollen Bäuchen verlassen wir das „Holiday Inn“ und spazieren zum Ohio River, um Dixon etwas Auslauf zu verschaffen. Während der Vierbeiner ausgelassen herumtollt, steckt sich Edelbert seine Pfeife an und unterbreitet, dass es ziemlich kühl geworden ist. Ich stimme zu und merke an, dass in diesen Breitengraden der Herbst bereits Anfang September Einzug hält – das ist ja allerhand.
20.00 Uhr Zurück im Zimmer, schlüpfe ich aus den Kuhjungenstiefel und gönne mir ein wärmendes Vollbad mit Schaum. Danach schalte ich die Glotze ein und informiere mich bei den FOX Nachrichten über die tagesaktuellen Geschehnisse. Obgleich ich mich sehr für Politik interessiere, fallen mir schnell die Augen zu. Gute Nacht.