5. September 2017 – Von Nashville, TN nach Birmingham, AL

08.00 Uhr Weil wir am Samstag das „Live On the Green“ Freiluftkonzert am „Public Square Park“ besucht und uns auch gestern in einschlägigen Musikkneipen in Nashville, TN vergnügt haben, fällt mir heute das Aufstehen besonders schwer. Erst nach kurzem Zögern werfe ich die Bettdecke beiseite und schleppe mich seufzend ins Bad.


Nashville muss man gesehen haben

09.00 Uhr Nachdem ich mich kalt abgeduscht und meinen trocknen Hals mit 7 UP Limonade gespült habe, werfe ich meine Habseligkeiten in die Reisetasche und gebe Hund Dixon zu verstehen, dass wir Nashville bald Lebewohl sagen werden. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, eile ich mit dem Gepäck zum WINNEBAGO und mache es mir anschliessend zur Aufgabe, mit der Faust gegen Edelberts Moteltüre zu hämmern. Der Professor öffnet spornstreichs die Pforte und beteuert, dass er in dreissig Minuten abfahrtbereit sein wird.
09.30 Uhr Da in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Super 8 Motel“ ein Wohngebiet angrenzt, nehme ich Dixon an die Leine und schlendere an lustigen Einfamilienhäusern vorbei, die mit wehenden Fahnen geschmückt sind. Nebenher rufe ich bei Sandra an und erfahre, dass das Kind noch immer im Kreisverwaltungsreferat schuften muss. Meine Mieterin gibt sich deprimiert und erzählt, dass sie unzählige Genehmigungen für das Oktoberfest ausstellen muss und fast in Minutentakt von Anrufern terrorisiert wird. Ich zucke mit den Schultern und lasse die Maid wissen, dass das Wochenende nicht mehr lange auf sich warten lässt. Sandra nickt eifrig und berichtet, dass sie sich entschlossen hat, im Oktober nach Florida auszufliegen – gleich platzt mir der Kragen.


Sandra möchte nach Florida ausfliegen

10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten stehe ich wieder auf dem Motelparkplatz und werde Zeuge, wie Edelbert seinen Rollkoffer ins Wohnmobil hievt. Der schlaue Mann schnauft wie ein Walross und sagt, dass nun ein reichhaltiges Frühstück nicht schaden kann. Ich schlage in die gleiche Kerbe und steuere ruckzuck eine „Waffle House“ Schnellgaststätte an der Trinity Lane an. Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, ordern wir zwei „Texas Bacon Breakfasts“ mit Kaffee und frischgepresstem Orangensaft – schmeckt gar nicht schlecht.
11.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 11 zugeht, hüpfen wir in den WINNEBAGO und vereinbaren, dass uns die heutige Tagesetappe nach Birmingham in Alabama führen soll. Voller Vorfreude fahren wir auf die Interstate 65 auf und preschen radiohörend nach Süden. Nebenbei lassen wir die letzten Tage Revue passieren und kommen überein, dass es immer wieder ein grosser Spass ist, durch Nashville zu flanieren und angesagte Bars zu besuchen – wie aufregend.


Wir folgen der Interstate 65 nach Süden

12.00 Uhr Während wir Cornersville passieren und der Grenze zum Nachbarstaat Alabama immer näher kommen, erfahre ich vom Professor, dass sich die I-65 von Chicago bis nach Mobile am Golf von Mexiko schlängelt. Ich schnalze anerkennend mit der Zunge und trete das Gaspedal bis zum Anschlag durch – da kommt Freude auf.
13.00 Uhr Eine Stunde später erreichen wir Decatur am Tennessee River und fassen den Entschluss, eine kleine Pause einzulegen. Wir parken den TRAVATO vor „Milo’s Hamburger Restaurant“ und nehmen uns das Recht heraus, saftige Hamburger mit gekringelten Kartoffelstäben zu bestellen.
13.30 Uhr Als ich kraftvoll zubeisse, kommt Edelbert auf das östlich gelegene Huntsville zu sprechen und belehrt, dass dort in den frühen 1960er Jahre ein wichtiges NASA Testgelände beheimatet war. Ich mache grosse Augen und lerne weiter, dass die Einrichtung unter Wernher von Brauns Leitung stand – das ist ja allerhand.

14.15 Uhr Um keine Wurzeln zu schlagen, bezahlen wir die Zeche in Bar und verschaffen Dixon etwas Auslauf. Danach setzen wir unsere Reise fort und erfreuen uns an der üppigen Vegetation des wunderschönen Staates. Nebenbei frönen wir dem Programm eines lokalen Nachrichtensenders und bringen heraus, dass sich in der Karibik ein verheerender Tropensturm zusammenbraut. Laut aktuellen Messungen hat Hurrikan Irma während der letzten Stunden dramatisch an Kraft gewonnen und scheint sich zu dem stärksten Sturm entwickeln, der jemals auf dem offenen Atlantik gemessen wurde – wie furchtbar.


Der Hurrikan Irma wütet in der Karibik

15.15 Uhr Nach 200 Meilen endet unsere Reise vor einer einladenden „Days Inn“ Herberge an der Arkadelphia Road in Birmingham. Hund Dixon springt kläffend aus dem Wohnmobil und lässt es sich nicht nehmen, die begrünte Umgebung zu inspizieren. Währenddessen werden wir am Empfang vorstellig und mieten zwei Zimmer im dritten Obergeschoss zu je 85 Dollars an.
16.00 Uhr Nachdem ich nach Dixon gerufen habe, fahren wir mit dem Aufzug nach oben und sind von den Räumlichkeiten sehr angetan. Um etwas Ruhe zu bekommen, schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle erschöpft aufs Bett. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meiner lieben Familie im fernen Kanada.


Ich schlüpfe aus den Flip Flops

17.00 Uhr Kurze Zeit später pocht Edelbert an die Türe und sagt, dass er die Spendierhosen angezogen hat und mich ins benachbarte „Popeye’s“ Restaurant einladen wird. Als ich demonstrativ abwinke und klarstelle, dass ich keinen Spinat esse, klopft sich der Professor lachend auf die Schenkel und informiert, dass in besagtem Restaurant köstliche Hähnchen serviert werden – das hört sich verlockend an.
18.00 Uhr Während wir frittierte Hühnerklumpen mit frischen Bohnen und Softdrinks (löblich: Weichgetränke) geniessen, planen wir die kommenden Tage und beschliessen, dass wir Morgen bis nach Greenville in Alabama vorstossen werden – das wird ein Spass.
19.00 Uhr Nach der reichhaltigen Jause vertreten wir uns die Beine und statten einer CHEVRON Tankstelle einen Besuch ab, um mehrere Dosen Budweiser einzukaufen. Im Anschluss spazieren wir zum Motel zurück und ölen unsere staubtrocknen Kehlen am hauseigenem Schwimmbecken – das tut gut.
20.00 Uhr Ein langer und nervenaufreibender Tag neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Ich verabschiede mich vom Professor und serviere dem Vierbeiner zu guter Letzt eine stattliche Portion ROYAL CANIN Trockenfutter. Anschliessend dusche ich mich kalt ab und lege mich schlafen. Gute Nacht.

29. August 2017 – Auf dem Macdonald-Cartier Freeway nach Westen

08.00 Uhr Der Radiowecker springt an und ich rolle mich sportlich aus dem Gästebett. Weil wir heute unsere Zelte am Lake Simcoe abbrechen werden, schüttle ich die Bettdecke auf und vergesse auch nicht, meine im Nachttischkasten verstauten Habseligkeiten in den Rollkoffer zu stecken. Anschliessend wasche ich Dixons Trinknapf aus und erkläre dem Vierbeiner, dass wir bald auf grosse Reise gehen und nach Florida krusen werden.


Uns steht eine lange Reise nach Florida bevor

09.00 Uhr Nachdem ich mich frisch gemacht habe, sehe ich nach Edelbert und bemerke, dass der schlaue Mann mittlerweile sein Ränzlein geschnürt und sich zum Haupthaus verabschiedet hat. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, schnappe ich mir das Reisegepäck und scheuche Dixon nach draussen. Unterdessen blicke ich wehmütig zum Lake Simcoe und komme zu dem Schluss, dass der Aufenthalt sehr erholsam war.
09.30 Uhr Während ich im Kreise meiner Liebsten das Frühstück einnehme, plappert Georg ohne Unterlass und informiert, dass er Morgen nach Toronto zurückfahren wird. Amanda schlägt in die gleiche Kerbe und kündigt an, dass sie den Tag ausnutzen wird, um das Ferienhaus zu putzen. Ich seufze laut und stelle klar, dass uns heute eine 280 Meilen lange Fahrt bevorsteht. Edelbert reibt sich die Hände und merkt an, dass wir am frühen Abend die Grenze überqueren und die Nacht in Detroit, MI verbringen werden. Georg wird sogleich hellhörig und legt uns nahe, in Hamilton eine kurze Pause einzulegen und seine Tochter zu besuchen – das werden wir erst noch sehen.
10.30 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, den lieben Menschen Lebewohl zu sagen. Ich kneife David zum Abschied in die Wange und verspreche, dass wir uns an Weihnachten wiedersehen werden. Der lustige Bube freut sich und erinnert, dass er in 12 Tagen Geburtstag feiert. Ich schenke dem Frechdachs ein Lächeln und wende mich dann Georg, James und Maria zu. Mein Bruder klopft mir auf die Schulter und unterbreitet, dass er alsbald nach Florida ausfliegen wird, um dem regnerischen Herbst zu entkommen – das hört man gerne.


Lebewohl Lake Simcoe

11.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 11 zugeht, können wir endlich losfahren. Während sich Dixon auf einer Liege im hinteren Teil des WINNEBAGOS zur Ruhe bette, presche ich winkend vom Hof und lasse zur Freude meiner Verwandten die Hupe ertönen – was kann es schöneres geben.
12.00 Uhr Nach sechzig Minuten erreichen wir das Stadtgebiet von Toronto und verlassen kurz nach Concord die Autobahn 407. Ruckzuck wechseln wir auf den Macdonald-Cartier Freeway und rasen unaufhaltsam gen Westen davon. Edelbert nippt zufrieden an einer Cola Dose und erzählt, dass die Schnellstrasse in South Glengarry ihren Anfang nimmt und sich auf knapp 900 Kilometern durch das südliche Ontario schlängelt. Ich staune Bauklötze und nehme mir das Recht heraus, am Frequenzrad des Radios zu drehen und nach hörenswerter Musik zu suchen.


Der Macdonald-Cartier Freeway

13.00 Uhr Um dem Vierbeiner eine kleine Freude zu bereiten, verlassen wir die Autobahn und steuern die Kleinstadt Barber’s Beach an. Am Ziel angekommen, parken wir das Wohnmobil vor dem „Old Marina Restaurants“ und spazieren zum Puslinch Lake, um kleine Steinchen ins kühle Nass zu werfen. Hund Dixon ist ganz aufgeregt und macht es sich zur Aufgabe, die kreischenden Möwen zu verjagen – das macht Spass.
13.45 Uhr Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, kehren wir kurzentschlossen ins „Old Marina“ Gasthaus ein und fordern den Kellner auf, zwei Puslinch Burger mit Käse und Speck aufzutischen. Darüber hinaus deute ich in Richtung unseres tierischen Begleiters und gebe zu Protokoll, dass der Rüde auch eine Brotzeit vertragen kann. Der Knecht notiert sich die Angaben und überrascht uns mit stattlichen Portionen – wie schön.
14.30 Uhr Mit vollen Mägen begleichen wir die Zeche und eilen dann geschwind zum TRAVATO. Ich klemme mich nörgelnd hinters Lenkrad und mutmasse, dass wir Detroit heute nicht mehr erreichen werde. Der Professor gibt mir Recht und schlägt vor, dass wir unser Nachtlager auch in Kanada aufschlagen können – wie schade.
15.15 Uhr Um schneller voran zu kommen, trete ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch und beschleunige das Wohnmobil auf 100 Stundenkilometer. Während sich mein Begleiter am Beifahrersitz festkrallt, lasse ich meinen Blick über die wunderschöne Landschaft schweifen und kann am Wegesrand sogar ein scheues Reh entdecken – diese Idylle muss man erlebt haben.


Wir preschen an London (ONT) vorbei

16.15 Uhr Nach einer weiteren Stunde auf dem Macdonald-Cartier Freeway passieren wir die 300.000 Einwohner zählende Gemeinde London und registrieren, dass Dixon langsam unruhig wird. Prof. Kuhn blickt skeptisch drein und sagt, dass wir nach einem Motel Ausschau halten sollten. Missmutig verlasse ich die Autobahn und erkenne, dass sich neben der Schnellstrasse etliche Motelbetriebe angesiedelt haben. Wir fackeln nicht lange und fassen den Entschluss, uns ins „Days Inn“ an der „White Oaks Mall“ (löbliche: Weisse Eichen Einkaufszentrum) einzumieten.
17.00 Uhr Nachdem wir die Schlüsselkarten zu zwei nebeneinanderliegenden Zimmern im ersten Obergeschoss erhalten haben, schleppen wir unser Gepäck nach oben und kommen überein, dass diese Herberge schon viele Jahre auf dem Buckel hat. Trotz alledem lassen wir uns die gute Laune nicht verderben und ringen uns dazu durch, das benachbarte Einkaufszentrum aufzusuchen und dort das Abendessen einzunehmen.
18.00 Uhr Nach einem kleinen Rundgang durch das weitläufige Kaufhaus, kehren wir in ein „Tim Horton“ Schnellgasthaus ein und laben uns an reichbelegten Sandwiches (löblich: Wurstbroten). Dazu gibt es gefrorene Limonade (unlöblich: Frozen Lemonade) mit Zitronengeschmack – schmeckt gar nicht schlecht.


Wir beissen kraftvoll zu

19.00 Uhr Endlich bin ich wieder auf meinem Zimmer und kann aus den schweren Kuhjungenstiefeln steigen. Danach fülle ich gesundes Trockenfutter in Dixons Napf und berichte, dass wir Morgen einen aufschlussreichen Stadtspaziergang durch Detroit unternehmen werden. Wie es sich gehört, ziehe ich mich zu guter Letzt in die Nasszelle zurück und lasse die Seele bei einem erfrischenden Vollbad baumeln – das tut gut.
20.00 Uhr Ein langer Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Um endlich zur Ruhe zu kommen, schlüpfe ich in den Schlafanzug und falle dann ins Bett, um noch etwas fern zu sehen. Gute Nacht.

24. August 2017 – Wir machen das Ferienhaus winterfest

08.15 Uhr Ein neuer Tag beginnt und ich trete vor das Gästehaus, um bei strahlendem Sonnenschein die Morgengymnastik zu absolvieren. Alsbald sehe ich mich mit meinem Bruder konfrontiert und vernehme, dass er sich entschlossen hat, in der kommenden Woche ebenfalls seine Zelte am Lake Simcoe abzubrechen. Ausserdem deutet der gute Mann zum nahegelegenen Mischwald und setzt mich darüber in Kenntnis, dass sich die Blätter langsam braun verfärben. Ich nicke eifrig und entgegne, dass der Herbst nicht mehr lange auf sich warten lässt.


Der Herbst lässt nicht mehr lange auf sich warten

08.45 Uhr Nachdem ich erfahren habe, dass wir nach dem Frühstück das Motorboot an Land ziehen werden, verabschiede ich mich in die Nasszelle. Voller Elan wasche ich mich heraus und spiele mit der Idee, mich für den angenehmen Aufenthalt erkenntlich zu zeigen und am Wochenende eine Grillfeier zu veranstalten.
09.45 Uhr Nach Rosenöl duftend, trete ich aus der Nasszelle und bemerke, dass Edelbert auch schon auf den Beinen ist. Der schlaue Mann präsentiert sich in einer schicken Badehose und sagt, dass er nach der wichtigsten Mahlzeit des Tages im See baden und sich im Rückenschwimmen üben wird – das soll mir auch Recht sein.
10.15 Uhr Als wir das Frühstück einnehmen, plappert mein Bruder ohne Unterlass und beteuert, dass wir nicht nur das Motorboot einholen, sondern auch den Wasserhahn am hinteren Teil des Ferienhauses abmontieren müssen. Als ich genauer nachfrage, verweist Georg auf den harten Winter und informiert, dass sonst die Wasserleitung einfrieren und bersten könnte. Darüber hinaus höre ich, dass James und David während der Vormittagsstunden das Kaminrohr reinigen und die Drosselklappe auf ihre Funktion überprüfen werden.


James und David kümmern sich um den Kamin

11.00 Uhr Trotz alledem lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und folge Georg nach der Mahlzeit an den See. Mein Bruder löst das Tau vom Anlegesteg und macht es sich zur Aufgabe, den Bug des Schnellbootes in Richtung Ufer zu drehen. Währenddessen parkt James den JEEP vor die Scheune und zögert nicht, den Bootsanhänger zum Wasser zu ziehen – diesem Stress steht nicht einmal der stärkste Rentner stand.
11.30 Uhr Nachdem sämtliche Vorarbeiten abgeschlossen sind, verbindet Georg das Boot mit dem Geländewagen und gibt James den Auftrag, den Rückwärtsgang einzulegen und auf das Gaspedal zu treten. Unterdessen gehe ich Amanda zur Hand und sorge dafür, dass das Motorboot vorsichtig auf den Anhänger gezogen wird – wie aufregend.
12.00 Uhr Nach dreissig Minuten haben wir den Viersitzer in der Scheune untergestellt und Georg nimmt sich das Recht heraus, die Bordwand in Augenschein zu nehmen. Weil sich Algen angesetzt haben, holt mein Bruder seinen leistungsstarken Hochdruckreiniger hervor und sorgt im Handumdrehen für Ordnung und Sauberkeit – wie schön.
12.30 Uhr Als nächstes stellen wir einen Plastikeimer unter den 360 PS starken Aussenbordmotor und lassen das Motoröl sowie den Treibstoff ab. Georg erhebt neuklug den Zeigefinger und berichtet, dass die Schmierstoffe das Metall angreifen kann. Ich zucke mit den Schultern und erkundige mich, wann Maria das Mittagessen auftischen wird. Meine Schwägerin beruhigt mich redlichst und verspricht, nahrhafte Wurstbrote vorzubereiten – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.


Wir beissen kraftvoll zu

13.15 Uhr Während die Sonne vom Himmel brennt und für subtropische Temperaturen sorgt, lassen wir uns völlig erschöpft auf der Terrasse nieder und beissen kraftvoll zu. Georg wischt sich mit dem Handrücken über die nasse Stirn und erinnert, dass wir jetzt nur noch den Wasserhahn abmontieren müssen. Da ich handwerklich sehr geschickt bin, melde ich mich sogleich zu Wort und stelle klar, dass ich nach der Brotzeit zur Tat schreiten werde.
14.00 Uhr Nach der wohlverdienten Pause stibitze ich mir zwei Bierflaschen aus dem Eiskasten und fordere Edelbert auf, mir behilflich zu sein. Der Professor schnippt mir den Fingern und sagt, dass wir nichts überstürzen sollten. Ich schenke meinem Bekannten ein Lächeln und stapfe hinters Haus, um mich am Seeufer niederzulassen. Während ich Edelbert zuproste und meine ausgetrocknete Kehle spüle, kommt mein Bekannter auf die bevorstehende Abreise zu sprechen und meint, dass es ein Vergnügen werden wird, durch Detroit zu krusen und die schöne Stadt Nashville wieder zu sehen – das kann man laut sagen.


Wir blicken auf den Lake Simcoe

15.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 3 zugeht, kommt Georg dazu und lotet aus, ob wir den Hahn in der Zwischenzeit abgeschraubt haben. Ich schüttle den Kopf und weise auf die Tatsache hin, dass wir zuerst die Wasserzufuhr unterbrechen müssen. Mein Bruder rollt demonstrativ mit den Augen und stellt die Behauptung auf, dass ich zu nichts zu gebrauchen bin. Bevor ich Widerworte finde, macht mir der Heini die Pumpenzange streitig und sagt, dass er nun selbst Hand anlegen wird – was muss ich denn noch alles ertragen.
16.00 Uhr Endlich haben wir alles erledigt. Um eine kleine Abkühlung zu bekommen, verschwinde ich spornstreichs im Gästezimmer und schlüpfe in meine Badehose. Danach stürze ich mich juchzend ins kühle Nass und schwimme auf und ab. Hund Dixon folgt meinem Beispiel und erfrischt sich ebenfalls – da kommt besonders grosse Freude auf.
17.00 Uhr Wenig später ruft uns Maria ins Haus und tischt ein Zürcher Geschnetzeltes nach einem Rezept ihrer Oma auf. Mit nassen Haaren lasse ich mich am Esstisch nieder und bemerke, dass sich meine Schwägerin wieder einmal selbst übertroffen hat. Auch Edelbert überschüttet Maria mit Lob und unterbreitet, dass sie es jederzeit mit dem Jahrhundertkoch Paul Bocuse aufnehmen kann – wie wahr.
18.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Wie es sich für einen kultivierten Menschen gehört, lasse ich die Seele bei einem Duschbad baumeln und setze mich dann zu den anderen ins klimatisierte Wohnzimmer, um mir die Nachrichten anzuschauen. Ausserdem tratschen wir angeregt und kommen überein, dass wir am Samstag Abend eine grosse Grillfeier veranstalten sollten. Maria ist hellauf begeistert und sagt, dass sie auch die McMullond zu dieser Sause einladen wird – das soll mir auch Recht sein.

19.00 Uhr Nachdem sich David zu Ruhe gelegt hat, wechseln wir den Programmplatz und frönen auf HBO dem lächerlichen Abenteuerfilm „Logan“. Der zwielichtige Streifen ist in der Zukunft angesiedelt und erzählt die haarsträubende Geschichte eines Superheldens, der sich aufmacht, gegen das Böse zu kämpfen – so ein Schmarrn.
21.00 Uhr Nach 120 Minuten flimmert der Abspann über die Mattscheibe. Ich klopfe mir lachend auf die Schenkel und gebe zu Protokoll, dass ich selten einen grösseren Unsinn gesehen habe. Vogelzeigend erhebe ich mich vom Kanapee und ziehe es vor, mich schlafen zu legen. Gute Nacht.

23. August 2017 – Regenwetter

07.45 Uhr Weil ein donnernder Regenschauer niedergeht, stehe ich etwas früher auf und ziehe mich spornstreichs ins Badezimmer zurück. Während sich Dixon mit einem quietschenden Spielzeug beschäftigt, brause ich mich kalt ab und komme zu dem Schluss, dass man bei diesem Sauwetter kaum einen Schritt vor die Türe wagen kann.
08.45 Uhr Sechzig Minuten später pocht Edelbert an die Pforte und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er sich auch frisch machen möchte. Ich schlüpfe seufzend in modische Freizeitkleidung und lasse meinen Bekannten wissen, dass ich auf Hygiene besonders grossen Wert lege. Danach setze ich mir die NY YANKEES Kappe auf und flitze mit dem Vierbeiner im Schlepptau zum Haupthaus, um meine Familie herzlich zu begrüssen. Maria schenkt mir ein Lächeln und beteuert, dass das schlechte Wetter zu einer Partie Monopoly einlädt. Da ich Brettspiele nicht ausstehen kann, schüttle ich den Kopf und stelle klar, dass ich ganz bestimmt nicht mitspielen werde. James schlägt in die gleiche Kerbe und kündigt an, dass er gleich nach Toronto rasen wird, um seinen Gitarristen zu treffen. Als ich genauer nachfrage, rückt mein Neffe mit der ganzen Wahrheit heraus und erzählt, dass Sam Dietz über das Wochenende an neuen Liedern gefeilt hat – das hört man gerne.


Schlechtes Wetter am Lake Simcoe

09.30 Uhr Wenig später kommt der Professor dazu und lässt sich ebenfalls die wichtigste Mahlzeit des Tages munden. Als ich meinen trocknen Hals durchspüle und verträumt nach draussen spähe, kommt der gute Mann auf unsere Heimreise zu sprechen und unterbreitet, dass wir am Dienstag dem Lake Simcoe Lebewohl sagen sollten. Ich nicke eifrig und erwähne, dass es eine Gaudi wäre, am Erie See entlang zu krusen und einen Zwischenstopp in Detroit einzulegen. Edelbert macht grosse Augen und zögert nicht, den RAND MCNALLY Atlas hervorzuholen und sich über die Wegstrecke schlau zu machen. Unterdessen wende ich mich dem kleinen David zu und bringe heraus, dass er am 5. September wieder zur Schule gehen und für das Leben lernen muss.
10.30 Uhr Nachdem sich James verabschiedet hat, baut Maria das Monopoly Brett auf und animiert uns, am Spiel teilzunehmen. Ich lehne dankend ab und merke an, dass ich die Vormittagsstunden ausnutzen werde, um den WINNEBAGO TRAVATO aufzutanken. Edelbert reibt sich die Hände und sagt, dass er mich begleiten wird.


Wir müssen tanken – was das wieder kostet

11.15 Uhr Wenig später sitzen wir im Wohnmobil und schlittern bei stetigem Regen auf dem schlammigen Schotterweg in Richtung Gilford Beach. Weil in diesem Nest keine Tankstelle angesiedelt ist, sehen wir uns genötigt, auf der Staatsstrasse 39 nach Innisfil weiterzufahren. Nebenher plaudere ich angeregt mit dem Professor und unke, dass wir für unsere Heimreise mindestens acht Tage einplanen müssen. Prof. Kuhn gibt mir Recht und sagt, dass er es kaum noch erwarten kann, die Stadt Detroit zu sehen – das wird eine Gaudi.
11.45 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten fahre ich auf den Hof einer ESSO Tankstelle auf. Während ich Treibstoff in den Tank einlaufen lasse, nimmt Edelbert die Spannungsanzeige der Batterie in Augenschein und erinnert, dass wir den Akkumulator vor unserer Abfahrt aufladen sollten – jaja.
12.30 Uhr Nach dem Bezahlvorgang hüpfen wir wieder ins Auto und gleiten durch Innisfil, um nach einer einladenden Gaststätte Ausschau zu halten. Bald kommen wir vor der „Beach Bar“ (löblich: Strand Bar) an der Beach Road zum stehen und ringen uns dazu durch, in dieser Wirtschaft ein kleines Päuschen einzulegen. Natürlich begrüsst uns der Wirt überschwänglich und berichtet, dass wir heute die ersten Gäste sind. Wir fackeln nicht lange und bitten den Heini, zwei vitaminreiche Caesar Salads sowie gesunde Nachos aufzutischen.


Bier ist sehr gesund

13.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen und unsere Kehlen mit süffigem Hopfentrunk ölen, bringt mein Tischnachbar erneut unsere Heimreise ins Spiel und informiert, dass es angebracht wäre, von Detroit nach Indianapolis zu rasen. Ich lege meine Stirn in Falten und stelle mit grosser Freude fest, dass wir bereits Mitte der kommenden Woche in Nashville, TN sein könnten – da kommt besonders grosse Freude auf.
14.00 Uhr Nachdem wir die Zeche beglichen haben, torkeln wir zum Wohnmobil zurück und fahren gemächlich in Richtung Lake Simcoe davon. Zudem lauschen wir dem Radioprogramm einer örtlichen Sendeanstalt und haben das Vergnügen, ein schönes Lied aus Alan Jacksons Feder zu hören.

14.45 Uhr Endlich sind wir wieder zuhause und können uns von den Strapazen des Vormittags entspannen. Ich lege in der Wohnstube die Beine hoch und döse prompt ein – das tut gut.
15.45 Uhr Leider wird die Ruhe bald durch Maria gestört. Meine Schwägerin hantiert in der Küche mit den Töpfen und meint, dass sie am Abend eine herzhafte Nudelsuppe auf den Tisch bringen wird. Ich lecke mir die Lippen und nehme mir das Recht heraus, mich zu David, Edelbert und Georg auf die Terrasse zu gesellen. Missmutig nehme ich auf der Sitzbank platz und lasse die anderen wissen, dass das trübe Wetter sehr auf meine Stimmung drückt. Mein Bruder beruhigt mich sofort und sichert zu, dass Morgen ganz bestimmt wieder die Sonne vom Himmel lachen wird.
16.30 Uhr Kurze Zeit später kehrt James von seinem Stadtausflug zurück. Während David auf und ab hüpft, hievt der gute Junge eine Plastiktüte aus dem Kofferraum und plappert, dass er Knabbereien mitgebracht hat. Ausserdem präsentiert James eine Filmscheibe und sagt, dass wir uns den Abend mit dem Welterfolg „Alien: Covenant“ versüssen werden – das kann mir nur Recht sein.


Wir versüssen uns den Abend mit einem Film

17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 5 deutet, ruft uns Amanda zu Tisch und verwöhnt uns mit einer heissen Gemüsebrühe. Dazu gibt es Labatt Blau Bier sowie im Backofen aufgewärmtes Maisbrot – das schmeckt.
18.00 Uhr Mit vollem Magen lege ich den Löffel beiseite und fasse den Entschluss, mit Gassi zu gehen. Um nicht nass zu werden, werfe ich mir einen grünen Regenponcho über und spaziere missmutig zum See – gleich platzt mir der Kragen.
19.00 Uhr Um endlich zur Ruhe zu kommen, lasse ich mich in den bequemen Ledersessel fallen und fordere James auf, den mitgebrachten Film ins Abspielgerät zu stecken. Der junge Mann gehorcht mir aufs Wort und mutmasst, dass die aktuelle Regiearbeit des Hollywoodvirtuosen Ridley Scott nichts für Kinderaugen ist. David blickt traurig drein und verabschiedet sich nörgelnd ins Kinderzimmer. Anschliessend betätigt James den ON (löblich: AN) Knopf auf der neumodernen Fernbedienung und wir tauchen in die Abenteuer mehrerer Astronauten ein, die in einer fernen Galaxie auf einen bewohnbaren Planeten stossen – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Nervenkitzel reiche ich die Fernbedienung an Amanda weiter und ziehe ich mich ins Gästezimmer zurück. Gute Nacht.

22. August 2017 – Schoppen in Barrie

08.00 Uhr Ich werde durch den Gassenhauer „Groovin'“ geweckt. Redlichst mitsummend hüpfe ich aus dem Bett und erinnere mich, dass diese Komposition zum Ende der 1960er Jahre auch in Deutschland ein ganz grosser Erfolg war. Weil ich über alles informiert sein muss, werfe ich mir den Bademantel über und laufe mit Hund Dixon im Schlepptau zum Haupthaus. Ohne zu zögern stosse ich die Zimmertüre der Kinder auf und erkundige mich, welcher Künstler für diesen Ohrwurm verantwortlich war. James rollt sich spornstreichs von der stöhnenden Amanda und plappert, dass „Groovin'“ von den „Rascals“ zu einem Weltschlag gemacht wurde. Ich nicke eifrig und statte Maria in der Küche einen Besuch ab. Die kleine Frau kredenzt mir eine Tasse Kaffee und kündigt an, dass sie gleich nach Barrie krusen und Waren des täglichen Bedarfs besorgen muss. Ich winke demonstrativ ab und gebe meiner Schwägerin zu verstehen, dass ich ihr die Reise in die 30 Kilometer entfernten Kleinstadt gerne abnehmen kann.

09.00 Uhr Da man sich nicht ungewaschen an den Esstisch setzen sollte, stelle ich die Tasse beiseite und kehre ins Gästehaus zurück, um mich kalt abzuduschen. Ausserdem steile ich mir die Haare und vergesse auch nicht, duftendes RP LOB Parfüm auf meine seidenzarte Haut zu stäuben – wie gut das duftet.
10.00 Uhr Endlich kann ich den lieben Leuten bei der wichtigsten Mahlzeit des Tages Gesellschaft leisten. Während ich kraftvoll zubeisse und brühfrischen Bohnenkaffee geniesse, erfahre ich von Edelbert, dass er mit starken Kopfschmerzen zu kämpfen hat und mich nicht nach Barrie begleiten wird. Als ich mich James und David zuwende, winden sich auch die Beiden aus der Verantwortung und vertreten einstimmig die Meinung, dass man bei diesen heissen Temperaturen im See baden sollte – gleich platzt mir der Kragen.
10.45 Uhr Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und fasse den Entschluss, nur Hund Dixon mit nach Barrie zu nehmen. Der Rüde flitzt ausgelassen zum JEEP und schickt sich an, auf den Beifahrersitz zu hüpfen. Zum Abschied drückt mir Maria einen ellenlangen Einkaufszettel in die Hand und bittet mich, auch Getränke zu besorgen – das ist doch eine Selbstverständlichkeit.
11.15 Uhr Während ich auf der Autobahn 400 nach Norden presche, rufe ich kurzentschlossen bei meiner Mieterin an und lasse Sandra wissen, dass ich mich in Ontario pudelwohl fühle. Darüber hinaus gebe ich dem Mädchen zu verstehen, dass ich gestern in den Genuss kam, eine Sonnenfinsternis zu erleben. Das Kind ist hellauf begeistert und entgegnet, dass es sich gestern über dieses Schauspiel eingehend informiert hat – wie aufregend.


Die Sonnenfinsternis vom 21. August 2017

11.45 Uhr Kurz vor der Mittagszeit parke ich den JEEP am Lakeshore Drive und schlendere mit dem Vierbeiner im Schlepptau zum Memorial Square. Dixon ist sichtlich beeindruckt und lässt es sich nicht nehmen, sein Beinchen am Denkmal zu heben. Anschliessend kehre ich ins „Casa Cappuccino“ Kaffeehaus ein und gönne mir neben einem grossen Schaumkaffee auch ein Gemischtes Eis mit Schlagobers – das tut gut.
12.30 Uhr Nach der Pause folge ich der Dunlop Strasse gen Westen und suche die „Rexall Apotheke“ auf, um Aspirin sowie Haarschampu zu besorgen. Der freundliche Verkäufer steckt die Produkte in eine umweltfreundliche Plastiktüte und gibt mir auf Anfrage zu verstehen, dass ich alkoholische Getränke bei „LCBO Liquor“ finden werde. Ich notiere mir die Adresse und lüfte zum Abschied meine NY YANKEES Kappe. Danach setze ich meinen Spaziergang fort und erwerbe im besagten Schnapsladen eine Flasche CANADIAN CLUB Whiskey sowie zwei Sechserpacks Labatt Blau – da kommt besonders grosse Freude auf.


Labatt Blau Bier schmeckt köstlich

13.30 Uhr Fix und foxi verlade ich die Einkaufstüten im Geländewagen und komme zu dem Schluss, dass wir jetzt nur noch Tomaten, Hundefutter und Nudeln benötigen. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, klemme ich mich hinters Lenkrad und steuere den „Mac’s“ Gemischtwarenladen am Ortseingang an. Während Dixon im Auto wartet, schoppe ich ordentlich ab und gebe insgesamt knapp 50 kanadische Dollars aus – wie unlöblich.
14.00 Uhr Bevor ich nach Gilford Beach zurückkehre, fahre ich ein McDonalds Schnellrestaurant an und ordere am Drive Thru (löblich: Fahr hindurch) Schalter zwei vitaminreiche Double Cheeseburger (löblich: Doppel Käseburger) mit Fritten. Dazu gibt es einen grossen Becher Diät Cola – immerhin muss ich auf meine schlanke Linie achten.


Ich beisse kraftvoll zu

15.00 Uhr Als der Zeiger meiner goldenen ROLEX auf 3 zugeht, komme ich vor dem Ferienhaus zum stehen und werde von David herzlich begrüsst. Mein Grossneffe hievt eine Einkaufstüten vom Rücksitz und nimmt sich das Recht heraus, die Getränke in den Eiskasten zu stellen.
15.30 Uhr Nach getaner Arbeit folge ich dem Buben zum See und bemerke, dass meine Verwandten just im Moment das Kaffeekränzchen abhalten. Natürlich setze ich mich dazu und fresse ebenfalls ein Stück Kuchen mit Sahne. Nebenher lasse ich den Schoppingausflug Revue passieren und erzähle, dass Barrie stets eine Reise wert ist.
16.00 Uhr Um endlich zur Ruhe zu kommen, lasse ich mich in einem Liegestuhl nieder und schliesse die Augen. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meiner kleinen Villa im sonnigen Florida.
17.00 Uhr Bald wird die himmlische Ruhe durch Georg gestört. Der gute Mann zerrt an meinem Hemdärmel und beteuert, dass Maria gleich das Abendessen auftischen wird. Ich lecke mir die Lippen und flitze wie der Wind ins klimatisierte Haus, um mich über eine stattliche Portion Gnocchis mit Tomatensauce herzumachen – das schmeckt.
18.00 Uhr Nach der Jause beschliessen wir den langen Tag vor der Glotze. Um auf den neuesten Stand zu kommen, schauen wir uns die Nachrichten an und bringen heraus, dass die in Montreal lebende Schriftstellerin Annie Proulx heute ihr 82. Wiegenfest feiert. Edelbert ist mit dem Lebenswerk der Kanadierin bestens vertraut und setzt uns darüber in Kenntnis, dass die Perle unter anderem die Kurzgeschichte „Brokeback Mountain“ verfasst hat – jaja.

19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, schicken wir David zu Bett und wechseln dann auf HBO, wo gerade der Vorspann zur neuen Stephen King Verfilmung „Big Driver“ über die Mattscheibe flimmert. Ich lehne mich entspannt zurück und tauche in das Leben einer Schriftstellerin ein, die eines Abend von einem Geisteskranken angegriffen wird – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach 100 spannungsgeladenen Minuten findet der Streifen endlich sein blutiges Ende. Ich gähne ausgiebig und ziehe mich übermüdet ins Gästehaus zurück. Gute Nacht.