21. Dezember 2016 – Winnebago Travato

08.15 Uhr Die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) schellt und reisst mich aus einem schönen Traum. Als ich mir das Telefon ans Ohr halte, wünscht mir Frau Pontecorvo einen guten Morgen und lotet aus, ob ich mich mittlerweile im verschneiten Toronto eingelebt habe. Ich gähne laut und erzähle der Dame, dass ich gestern mit den Verwandten einen Ausflug ins „Eaton Centre“ unternommen habe. Meine Nachbarin ist hellauf begeistert und entgegnet, dass sie sich in Jacksonville ebenfalls pudelwohl fühlt – das ist phantastisch.


Die Schwarzbeere bimmelt

08.45 Uhr Nach der Plauderei öffne ich die Zimmertüre und animiere Dixon, Maria in der Küche Gesellschaft zu leisten. Danach ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem Vollbad mit Schaum.
09.30 Uhr Leider wird mein Müssiggang bald durch lautes Klopfen unterbrochen. Zu allem Überfluss ruft mich Georg auf, den Badespass zu beenden und nach unten zu kommen. Ächzend komme ich in die Gänge und mache es mir zur Aufgabe, in eine gefütterte Thermohose zu schlüpfen. Selbstverständlich ziehe ich ausserdem Kniestrümpfe, ein Frotteunterhemd sowie einen modischen Grobstrick Pullover an – da kommt Freude auf.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten finde ich mich in der Küche ein und bin überrascht, nicht nur Georg, Maria und Edelbert, sondern auch die jungen Leute am Esstisch anzutreffen. Amanda schenkt mir ein Lächeln und sagt, dass sie extra einen Käsekuchen gebacken hat. Ich lecke mir die Lippen und lasse es mir nicht nehmen, an der festlich eingedeckten Tafel Platz zu nehmen und mir ein grosses Stück Kuchen zu gönnen. Darüber hinaus füllt Maria duftenden Bohnentrunk in die Tassen und setzt uns darüber in Kenntnis, dass sie den Tag nutzen wird, um mit Amanda einen Christstollen zu backen. Georg reibt sich die Hände und meint, dass wir währenddessen mit David, James und Edelbert das nagelneue Wohnmobil ausprobieren sollten – wie schön.


Zum Frühstück gibt es Käsekuchen

10.45 Uhr Nach dem dritten Stück Kuchen wische ich mir den Mund an einer Serviette ab und frage meinen Bruder bezüglich des Spritverbrauchs aus. Georg legt den Zeigefinger an die Unterlippe und vertellt, dass das Auto einen V6 Motor mit 280 Pferdestärken eingebaut hat und pro 100 gefahrener Kilometer zirka 25 Liter Diesel verbraucht.
11.30 Uhr Nachdem wir unsere Wintermäntel angezogen haben, wünschen wir den Damen einen schönen Tag und verabschieden uns zur Garage. Georg lässt das motorbetriebene Tor per Knopfdruck nach oben gleiten und rechnet vor, dass das 2,8 Meter hohe Gefährt gerade noch in die Doppelgarage passt. Ich mache grosse Augen und erfahre weiter, dass der TRAVATO nicht nur mit einer Küchenzeile, einem Gefrierschrank, Kleiderschrank, Sitzgelegenheiten und einem Tisch, sondern auch mit einem Entertainment Center (löblich: Unterhaltungszentrum) sowie einem bequemen Doppelbett ausgestattet ist – wie aufregend.


Im Wohnmobil gibt es eine Küche

12.00 Uhr Zu guter Letzt öffnet Georg die Motorhaube und sagt, dass ich während meiner Reise durch den Kontinent regelmässig den Ölstand überprüfen sollte. Ich stimme zu und habe endlich das Vergnügen, die exquisite Inneneinrichtung in Augenschein nehmen zu dürfen. Edelbert lobt das Interieur über den Schellenkönig und unterbreitet, dass der TRAVATO sogar über eine Dusche verfügt. Georg strahlt über das ganze Gesicht und belehrt, dass der eingebaute Wassertank knapp 100 Liter (26 Gallonen) Frischwasser fasst.


Der Travato ist sehr bequem

12.45 Uhr Nachdem es sich David, Edelbert und James auf den Loungesesseln bequem gemacht haben, überreicht mir Georg die Autoschlüssel und beauftragt mich, uns nach Gilford Beach zu kutschieren. Ich komme der Aufforderung anstandslos nach und schaffe es ohne grössere Schwierigkeiten, das 21 Fuss (6,4 Meter) lange Wohnmobil sicher aus der Garage zu fahren – das macht Spass.
13.15 Uhr Wenig später finden wir uns auf der Autobahn wieder und krusen entspannt gen Norden. Während sich David, James und Edelbert die Langeweile mit Fernsehschauen vertreiben, merkt Georg an, dass der TRAVATO auch mit einem DVD Abspielgerät überzeugen kann. Ich schnalze mit der Zunge und verspreche, dass ich das Gefährt stets wie meinen Augapfel hüten werde.
14.15 Uhr Sechzig Minuten später passieren wir das Ortsschild von Gilford Beach und ich nehme den Fuss vom Gas. Ruckzuck biege ich auf die Woodfield Road ab und komme zeitnah vor dem Ferienhaus meiner Verwandten zum Halten. Georg atmet tief durch und meint, dass ich ein hervorragender Fahrer bin und das Wohnmobil ganz bestimmt ohne Schrammen nach Naples überführen werde – das will ich doch hoffen.


Schnee und Eis in Gilford Beach

15.00 Uhr Da es während der Nacht reichlich geschneit hat, greifen wir zu den Schneeschaufeln und machen uns daran, die Einfahrt zu räumen. David spielt unterdessen mit dem Vierbeiner und schreckt nicht davor zurück, mir einen Schneeball ins Gesicht zu werfen. Weil man sich nicht alles gefallen lassen darf, stelle ich die Schaufel weg und schleudere unter dem Gelächter der anderen eine Handvoll Schnee in Richtung meines frechen Grossneffens.
16.00 Uhr Nach getaner Arbeit eilen wir fröstelnd in die gute Stube und entfachen ein Feuer im Kamin. Zudem tischt Georg belegte Brote auf und kündigt an, dass er wegen des strengen Winters wöchentlich die lange Anfahrt auf sich nehmen und im Ferienhaus nach dem Rechten sehen muss. Ich beisse kraftvoll in ein Schinkenbrot und erkundige mich, ob wir den Jahreswechsel am Lake Simcoe verbringen wollen. Georg schüttelt jedoch den Kopf und berichtet, dass er am 31. Dezember Freunde in sein Stadthaus eingeladen hat – wie schön.
17.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, die Zelte in Gilford Beach abzubrechen und die Heimfahrt anzutreten. Abermals zwänge ich mich hinters Lenkrad und lasse den PS-strotzenden Motor aufheulen.
18.00 Uhr Endlich treffen wir wieder im Stadtteil York ein. Fix und foxi schleppe ich mich ins Haus und lasse meine Schwägerin wissen, dass ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann. Maria zeigt Verständnis und sagt, dass wir uns gleich an den Tisch setzen können – das lasse ich mir nicht zweimal sagen.


Winnebago baut prima Wohnmobile

19.00 Uhr Während wir das Abendessen geniessen, lasse ich den heutigen Tag Revue passieren und gebe zu Protokoll, dass es eine Gaudi wird, mit dem WINNEBAGO entlang der Ostküste zu fahren. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass wir in vierzehn Tagen auf grosse Reise gehen werden – wie aufregend
20.00 Uhr Nachdem sich die Kinder verabschiedet haben, beginnt der wohlverdiente Feierabend. Bei Glühwein und Plätzchen mache ich es mir im Wohnzimmer bequem und schaue mir im Kreise meiner Liebsten die langweilige Romantikkomödie „Maggie’s Plan“ an. Leider fallen mir schon bald die Augen zu und ich sehe mich gezwungen, Hund Dixon hereinzurufen und mich auf das Gästezimmer zu verabschieden. Gute Nacht.

5. August 2016 – Hochsommer

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08.15 Uhr Ich werde durch sehr aggressives Telefonläuten geweckt und ärgere mich, weil ich den Wecker überhört habe. Trotz allem nehme ich das Gespräch an und freue mich, die Stimme meines Bruders zu hören. Georg begrüsst mich herzlich und berichtet, dass er sich vor wenigen Minuten am Lake Simcoe niedergelassen und seine Angel ausgeworfen hat. Ich atme tief durch und entgegne, dass es in Naples wegen der grossen Hitze nicht anzuraten ist, sich im Freien aufzuhalten. Georg lacht laut und schlägt vor, dass ich noch heute mein Ränzlein schnüren und nach Kanada ausfliegen könnte – papperlapapp

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Der Lake Simcoe

08.30 Uhr Nachdem ich meinem Verwandten viel Vergnügen beim Angeln gewünscht habe, begebe ich mich nörgelnd auf die Terrasse und führe bei schweisstreibenden 89°F (32°C) die Morgengymnastik durch. Nebenbei plaudere ich mit Frau Pontecorvo und gebe zu Protokoll, dass ich heute keine Lust habe, zuhause zu frühstücken. Die Dame reibt sich die Hände und meint, dass wir ins Zentrum krusen und in eine Wirtschaft einkehren könnten – das hört sich verlockend an.
09.00 Uhr Bevor wir losfahren, entspanne ich mich bei einem erfrischenden Wirbelbad. Ferner rufe ich bei Edelbert an und gebe zu Protokoll, dass er mich in eineinhalb Stunde im „Cafe Luna“ treffen kann. Der schlaue Mann ist hellauf begeistert sich und verspricht, gegen halb 11 Uhr vor Ort zu sein – das klappt wieder wie am Schnürchen.
10.00 Uhr Nach der Morgenwäsche scheuche ich Hund Dixon nach draussen und lasse es mir nicht nehmen, am Nachbarhaus zu klingeln. Frau Pontecorvo lässt nicht lange auf sich warten und hüpft ausgelassen in den Chevrolet. Ich tue es der Perle gleich und fröne während der Ausfahrt dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land). Währenddessen erfahre ich, dass die Südstaaten Combo „The Cadillac Three“ just heute ihr zweites Studioalbum „Bury Me In My Boots“ (löblich: Begrabe mich in meinen Stiefeln) auf den Markt bringen werden. Ich schnalze mit der Zunge und erkläre meiner Begleiterin, dass die aus Nashville, TN stammende Formation bereits im Jahre 2012 mit ihrem Erstlingswerk für Furore gesorgt haben.


The Cadillac Three – Bury Me In My Boots

10.30 Uhr Pünktlich auf die Minute betreten wir das klimatisierte Restaurant und treffen Edelbert an einem Fenstertisch an. Weil mein Magen knurrt, winken wir spornstreichs einer feschen Bedienung mit grosser Oberweite zu und ordern drei grosse Frühstücke. Dazu gibt es Kaffee sowie süffigen Orangensaft mit Eiswürfeln – das tut gut.
11.15 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, verweise ich auf die prima Radiosendung und lasse meine Tischnachbarn wissen, dass wir im Anschluss einen Kompaktscheibenmarkt aufsuchen und uns den nagelneuen „Cadillac Three“ Silberling zulegen sollten. Der Professor schüttelt jedoch den Kopf und beteuert, dass er sein hartverdientes Geld ausschliesslich in klassische Musik investiert – so ein Schmarrn.
11.45 Uhr Nach der Mahlzeit folgen wir der 5th Avenue South gen Westen und kommen überein, dass die vielen Touristen, die Naples im Winter und Frühling heimgesucht haben, längst abgereist sind. Edelbert wischt sich demonstrativ über die nasse Stirn und meint, dass das subtropische Klima im Hochsommer kaum auszuhalten ist. Ich gebe dem Professor recht und lotse die lieben Leute in den erstbesten Musikladen. Nach kurzer Suche werde ich fündig und lese auf dem Preisschild, dass „Bury Me In My Boots“ 12 Dollars und 95 Cents kosten soll.
12.30 Uhr Um keinen Hitzeschlag zu riskieren, wünschen wir Edelbert einen geruhsamen Nachmittag und ziehen es vor, die Heimreise anzutreten. Ich beschleunige den Chevrolet auf schwindelerregende 30 Meilen pro Stunde und kann es kaum noch erwarten, endlich zu Hause anzukommen.
13.00 Uhr Nachdem ich mich von Frau Pontecorvo verabschiedet habe, schleppe ich mich mit letzter Kraft ins Haus und stelle die Klimaanlage auf die höchste Stufe. Ferner beschalle ich die kleine Villa mit handgemachter Musik und nehme mir das Recht heraus, ein Bier aus dem Hause Anheuser & Busch zu trinken – das schmeckt.

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Budweiser – schmeckt gar nicht schlecht

14.00 Uhr Um etwas Entspannung zu bekommen, schlüpfe ich aus den schweren Kuhjungenstiefeln und falle fix und foxi aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Atemzügen döse ich ein und träume von unserer anstehenden Forschungsreise nach Minnesota – das wird spannend.
15.00 Uhr Ich öffne die Augen und nehme pflichtbewusst am Schreibtisch Platz, um Anschnur zu gehen. Auch heute rufe ich Hilferufe besorgter Erziehungsberechtigter ab und stosse auf die Depesche eines 53jährigen Vaters aus Bayreuth. Herr F. schreibt, dass sein Sohn Markus (13) elektronischen Plauderkanälen verfallen ist und die Abende in einschlägigen Schätts verbringt. Ich lege meine Stirn in Falten und rate, dem Rüpel die Leviten zu lesen und seinen Heimrechner in den Schrank zu sperren.
16.00 Uhr Nachdem ich die neuesten Niederschriften im Gästebuch überflogen habe, beende ich die Arbeit und mache es mir zur Aufgabe, die Pflanzen im Garten mit Wasser zu versorgen. Darüber hinaus stelle ich auch den Rasensprenger an und vergesse auch nicht, Hund Dixon einen Kauknochen ins Maul zu stecken.

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Hund Dixon bekommt einen Kauknochen

17.00 Uhr Schweissgebadet kehre ich in die Küche zurück und sorge für ein nahrhaftes Abendessen. Zu stimmungsvoller Cadillac Three Musik koche ich einen Beutel Reis auf und zaubere in Minutenschnelle ein vitaminreiches Risotto mit Erbsen, Zucchinis und Speck – wie das duftet.
18.00 Uhr Zum Abschluss des langen Tages sorge ich in der Küche für Ordnung und lege dann im Wohnzimmer die Beine hoch, um mir die FOX Nachrichten anzuschauen.
19.00 Uhr Nachdem ich mich über die tagesaktuellen Geschehnisse informiert habe, verweile ich weiter auf FOX und erfreue mich am Zeichentrickmärchen „Bob’s Burger“. Das mehrteilige Fernsehspiel handelt von der lustigen Familie Belcher, welche mit grosser Leidenschaft ein Restaurant bewirtschaftet – da kommt Freude auf.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung beende ich den Fernsehabend und rufe Dixon ins Haus. Danach lösche ich sämtliche Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.

28. Juli 2016 – Es gibt viel zu tun

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08.00 Uhr Auch heute springt der neumoderne Radiowecker pünktlich um 8 Uhr an und verwöhnt mich mit stimmungsvoller Landmusik (unlöblich: Country Music). Ich gähne ausgiebig und erinnere mich, dass meine lieben Verwandten gegen 10 Uhr zum Frühstück vorbeikommen werden. Weil es viel zu tun gibt, rolle ich mich spornstreichs aus dem Bett und absolviere an der frischen Luft die Morgengymnastik – wer rastet, der rostet.

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Mein löblicher Radiowecker

08.30 Uhr Während Hund Dixon im Garten bleibt, verabschiede ich mich ins Bad und entspanne mich bei einem Wirbelbad der Extraklasse. Unterdessen rufe ich bei meiner Familie im Lowbank Drive an und erfahre, dass sich die lieben Leute etwas verspäten werden. Mein Bruder plappert in einer Tour und beteuert, dass David vor dem Frühstück einen „Toys ‚R‘ Us“ Spielzeugladen besuchen will – das ist ja allerhand.
09.30 Uhr Nach dem Badespass mache ich mich in der Küche nützlich und richte eine leckere Wurst- und Käseplatte an. Ferner hole ich das Weissbrot aus dem Küchenschrank und komme zu dem Schluss, dass ich die Nachmittagsstunden ausnutzen sollte, um die kleine Villa zu putzen.
10.00 Uhr Wenig später trifft Edelbert in meinem Zuhause ein und präsentiert eine Tüte mit leckeren Backwaren aus der „European Bakery“ (löblich: Europäische Bäckerei). Mein Bekannter schnalzt mit der Zunge und informiert, dass die Bäckerei gegenüber des „Sea Shell Motels“ am Tamiami Trail gelegen ist und allerhand Backspezialitäten aus unserer alten Heimat feilbietet – wie schön.
10.30 Uhr Dreissig Minuten später haben wir das Vergnügen, meine Verwandten begrüssen zu können. Ich führe die freundlichen Menschen in die klimatisierte Stube und bringe heraus, dass mein 10jähriger Grossneffe im Spielzeugladen eine sogenannte „Nerf N-Strike Elite Tactical Vest“ gekauft hat. Der Dreikäsehoch kommt aus dem Plappern gar nicht mehr heraus und erzählt, dass die Weste mit 12 Dartpfeilen ausgestattet ist. James rollt demonstrativ mit den Augen und setzt mich darüber in Kenntnis, dass sein Sohn ein NERF Luftdruckgewehr besitzt und schon lange eine dazu passende Weste haben wollte. Ich zucke mit den Schultern und nehme mir das Recht heraus, die DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb zu setzen.

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Gilford Beach am Lake Simcoe

11.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, kommt Amanda auf die bevorstehende Abreise am Sonntag zu sprechen und sagt, dass sie mit ihrer kleinen Familie und den Schwiegereltern bereits am Montag an den Lake Simcoe fahren wird. Ich mache grosse Augen und vernehme, dass meine Verwandten bis Mitte August in Gilford Beach eine ruhige Kugel schieben werden. Maria schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass es ein Spass werden wird, mit dem Stingray Motorboot auf den See hinauszufahren. Georg kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und sagt, dass er vor Kurzem ausserdem einen „Seascooter“ gekauft hat, mit dem man sich durchs Wasser ziehen lassen kann.
11.30 Uhr Zu allem Überfluss stattet uns kurz vor dem Mittagsläuten Frau Pontecorvo einen Besuch ab. Die Alte wischt sich über die nasse Stirn und sagt, dass das heisse Klima Kreislaufbeschwerden hervorruft. Um schlimmeres Unheil abzuwenden, köpfe ich sogleich eine Flasche Veuve Clicquot und animiere meine Nachbarin, einen kräftigen Schluck zu nehmen. Natürlich versorge ich die anderen Gäste ebenfalls mit dem köstlichen Luxustrunk und mache es mir auch zur Aufgabe, frische Früchte bereitzustellen.

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Wir schlürfen Schaumwein

12.00 Uhr Im weiteren Verlauf des Frühstücks bringe ich unsere anstehende Forschungsreise nach Minnesota ins Spiel und stelle klar, dass wir Ende August nach Minneapolis ausfliegen werden, um die Schauplätze aus Laura Ingalls Wilders Tatsachenromanen „Little House on the Prairie“ (auf deutsch: Unsere kleine Farm) zu besuchen. David wird augenblicklich hellhörig und meint, dass wir einen Abstecher nach Gilford Beach machen könnten. Ich lache laut und rechne vor, dass zwischen Minneapolis und Gilford Beach mindestens 1.500 Meilen liegen.
13.00 Uhr Nachdem sich die Gäste verabschiedet haben, rufe ich Dixon ins Haus und setze ihm gesundes Trockenfutter aus dem Hause ROYAL CANIN vor. Ferner räume ich das Geschirr in die Spülmaschine und mache es mir zur Aufgabe, zu prima WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radiomusik den Küchenboden zu wischen. Währenddessen komme ich aus dem Schimpfen gar nicht mehr heraus und ärgere mich, weil meine Zugehfrau im Urlaub ist – was muss ich denn noch alles ertragen.
14.00 Uhr Nach geschlagenen 60 Minuten räume ich die sauberen Tassen und Teller in den Küchenschrank und beginne damit, im Wohnzimmer für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen. Während Mark Chesnutt eine verflossene Liebe besingt, schleppe ich den schweren Läufer nach draussen und bearbeite ihn mit dem Teppichklopfer. Wie nicht anders zu erwarten, gesellt sich prompt Herr Booth an meine Seite und lotet aus, ob meine Putzfrau erkrankt ist. Ich lasse kein gutes Haar an der Mexikanerin und verrate, dass Frau Gomez nach Mexiko geflogen ist, um Freude und Verwandte zu besuchen.
15.00 Uhr Endlich habe ich mein Werk vollbracht und falle fix und foxi aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Augenblicken schlummere ich ein und sehe mich im Traum in den Bundesstaat Minnesota versetzt.
16.00 Uhr Nachdem ich mir ein Weissbier eingeschenkt habe, nehme ich am Schreibtisch Platz und komme meinen Pflichten als staatlich anerkannter Anschnurseelsorger nach. Auch heute rufe ich Depeschen verzweifelter Erziehungsberechtigter ab und helfe, wo ich nur kann.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 5 zugeht, schlendere ich in die Küche und koche italienische Langnudeln im heissen Wasser auf. Dazu zaubere ich eine leckere Pesto Sauce aus dem Glas – wie gut das duftet.

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Italienische Langnudeln schmecken prima

18.00 Uhr Zum Abschluss des langen Tages reguliere ich die Klimaanlage und fröne den Nachrichten auf FOX. Um stets auf dem Laufenden zu bleiben, informiere ich mich aus erster Hand und lerne, dass heute der Nominierungsparteitag der demokratischen Partei in Philadelphia, PA zu Ende gehen wird.
19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, schalte ich auf den Filmkanal HBO um, wo just im Augenblick der Vorspann zum Boxerfilm „Creed“ anläuft. Ich lehne mich weissbierschlürfend zurück und werde Zeuge, wie Boxlegende Rocky Balboa den Sohn seines grössten Widersachers Apollo Creed trainiert – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden beende ich den Fernsehabend. Zu guter Letzt trinke ich mein Bier aus und lösche sämtliche Lichter. Gute Nacht.

19. Juli 2016 – Frühstück bei Frau Julie

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08.00 Uhr Der Radiomoderator überrascht mich heute mit einem neuen Lied der aufstrebenden Sängerin Brandy Clark. Ich rolle mich seufzend aus dem Wasserbett und komme zu dem Schluss, dass die moderne Countrymusic (löblich: Landmusik) nicht mehr viel hergibt. Anstatt auf Steelguitars (löblich: Stahlgitarren) und Fiddles (löblich: Geigen) zu vertrauen, ziehen es viele Musikanten vor, den Massengeschmack mit eintönigen Melodien zu bedienen.
08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik hinter mich gebracht habe, entspanne ich mich bei einem Wirbelbad. Ausserdem telefoniere ich mit James und lasse den Buben wissen, dass wir uns gleich in Julies Restaurant treffen werden. Mein Neffe ist begeistert und versichert, dass er pünktlich um halb Elf vor Ort sein wird – wie schön.
09.30 Uhr Nach RP LOB duftend, verlasse ich die Nasszelle und trinke in der Küche ein Glas O-Saft. Darüber hinaus fülle ich Dixons Napf mit Trockenfutter auf und animiere das Haustier, es sich schmecken zu lassen.

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Hund Dixon

10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 10 deutet, stosse ich die Haustüre auf und sehe mich mit Frau Pontecorvo konfrontiert. Meine Nachbarin schwenkt ihr Handtäschchen und beteuert, dass sie gestern Abend von Maria zum Frühstück eingeladen wurde. Ich mache grosse Augen und sehe mich genötigt, die Perle zu Julies Restaurant kutschieren zu müssen. Während der kurzweiligen Autofahrt plappert meine Bekannte ohne Unterlass und kündigt an, dass wir nach dem Essen durch die Innenstadt flanieren werden – wie unlöblich.
10.30 Uhr Wenig später betrete ich das gutbesuchte Restaurant und registriere, dass sich auch Edelbert dem Frühstück angeschlossen hat. Natürlich setze ich mich spornstreichs dazu und ordere ein Big Breakfast (löblich: Grosses Frühstück) sowie frischaufgebrühten Kaffee. Aushilfsbedienung Peggy notiert sich die Bestellung und verspricht, auch etwas Schinken für meinen tierischen Begleiter aufzufahren.

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Meine Verwandten wollen zum Lake Simcoe krusen

11.15 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, kommt Georg auf seine bevorstehende Abreise zu sprechen und unterbreitet, dass er sich mit seiner Familie in zwölf Tagen von uns verabschieden wird. Amanda schlägt in die gleiche Kerbe und sagt, dass die ganze Familie anschliessend an den Lake Simcoe krusen wird, um unbeschwerte Wochen in der kanadischen Wildnis zu erleben – das ist ja allerhand.
12.00 Uhr Nachdem wir unsere Tassen geleert haben, verlassen wir die Wirtschaft und vertreten uns bei schweisstreibenden Temperaturen die Beine. Um keinen Hitzeschlag zu bekommen, halten wir uns im Schatten auf und gönnen uns an der nächsten Eisdiele erfrischendes Schokoladeneis in der Waffel. Nebenher tratsche ich angeregt mit Georg und erfahre, dass er sich sehr freuen würde, wenn ich mit nach Kanada kommen würde. Selbstverständlich winke ich augenblicklich ab und informiere, dass ich Ende August mit Prof. Kuhn und dem Vierbeiner nach Minneapolis ausfliegen muss.

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Ich fliege nicht nach Kanada

13.00 Uhr Wie nicht anders zu erwarten, landen wir bald in einem Modegeschäft und haben das zweifelhafte Vergnügen, Maria, Frau Pontecorvo und Amanda beim Anprobieren diverser Klamotten zu beobachten. Währenddessen nehme ich mit James auf einem Ledersofa platz und bringe heraus, dass der junge Mann Mitte August wieder auf Tournee gehen und mit seiner Combo „Northstar“ entlang der amerikanischen Ostküste Konzerte spielen wird. James reibt sich die Hände und sagt, dass er Ende September die grosse Ehre haben wird, an der Seite namhafter Künstler im 3.000 Zuschauer fassenden „Theatre at Westbury“ im grossen Apfel auftreten zu dürfen – das ist phantastisch.
13.45 Uhr Nach fünfundvierzig Minuten setzen wir unseren Spaziergang fort. Mit David an der Hand schlendern wir an den Schaufenstern angesagter Modemärkte vorbei. Ich spendiere dem Dreikäsehoch ein weiteres Eis und vernehme, dass er morgen mit seinen Eltern und Grosseltern einen Angeltörn zu den Ten Thousand Islands (löblich: 10.000 Inseln) unternehmen wird. Als ich Georg zur Rede stelle, rückt der gute Mann mit der Wahrheit heraus und sagt, dass er nicht auf Herrn Wonglers verrosteter Jolle, sondern auf einer gemieteten Yacht in See stechen wird. Edelbert wird sogleich hellhörig und erkundigt sich, ob er sich diesem Ausflug eventuell anschliessen kann – gleich platzt mir der Kragen.
14.30 Uhr Endlich sind wir am Auto zurück. Da die Hitze kaum auszuhalten ist, reiche ich meinen Verwandten die Hand und ziehe es vor, Frau Pontecorvo auf den Beifahrersitz zu helfen. Anschliessend presche ich hupend von dannen und kann es kaum noch erwarten, zu Hause eine ruhige Kugel zu schieben.
15.15 Uhr In der kleinen Villa angekommen, schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle erschöpft aufs Kanapee. Ich schliesse gähnend die Augen und entspanne mich von den Strapazen des Vormittags – das tut gut.
16.15 Uhr Nach einer Stunde stehe ich auf und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Sorgsam nehme ich Depeschen besorgter Heimseitenbesucher in Augenschein und rate einer 39jährigen Hausfrau aus Passau, ihrem 15jährigen Sohn Kevin Lichtspielhause strikt zu untersagen – wo kämen wir denn da hin.

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Rotwein aus dem goldenen Kalifornien

17.00 Uhr Weil ich grossen Hunger habe, beende ich die Arbeit und verabschiede mich in die Küche. Pfeifend richte ich mir eine zünftige Wurstplatte an und vergesse auch nicht, Gewürzgurken aus dem Glas dazuzulegen. Dazu gibt es köstliches Weissbrot sowie einen Schoppen Rotwein aus dem goldenen Kalifornien.
18.00 Uhr Nachdem ich sieben Wurstbrote verzehrt und eine Flasche Wein geleert habe, gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über. Ich lege im Wohnzimmer die Beine hoch und informiere mich bei den FOX Nachrichten über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.

19.00 Uhr Im Anschluss greife ich auf das reichhaltige NETFLIX Angebot zurück und gebe mich der nervenaufreibenden Serie „Stranger Things“ hin. Das mehrteilige Fernsehspiel erzählt von einer Mutter, die ihren verschwundenen Sohn sucht.
21.00 Uhr Als der Abspann der zweiten Episode über den Bildschirm flimmert, beende ich den Fernsehabend und rufe Hund Dixon ins Haus. Danach verschliesse ich die Haustüre und gehe zu Bett. Gute Nacht.

23. September 2015 – Herzlich Willkommen Robert und Jessica

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08.00 Uhr Ich hüpfe gutgelaunt aus dem Bett und freue mich, in Bälde meine Verwandten in der kleinen Villa begrüssen zu können. Da sich nicht nur Georg und Maria, sondern auch Robert und Jessica Pfaffenberg angekündigt haben, verzichte ich auf den Frühsport und decke den Esstisch. Ferner schalte ich die DeLonghi Kaffeemaschine ein und vergesse auch nicht, Edelbert sowie Frau Pontecorvo telefonisch zur wichtigsten Mahlzeit des Tages einzuladen.

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Hund Dixon spielt im Garten

08.45 Uhr Während Hund Dixon im Garten spielt, ziehe ich mich verschwitzt in die Nasszelle zurück und lasse die Seele bei einem Wirbelbad baumeln. Nebenher mache ich mir eigene Gedanken und erinnere mich, dass Robert und Jessica morgen nach Miami fahren und ihrer Tochter bis zum Samstag einen Besuch abstatten wollen. Ich greife seufzend zum Schwamm und fasse den Entschluss, ganz bestimmt keine drei Tage in Floridas grösster Stadt zu bleiben – immerhin habe ich in Naples Wichtigeres zu tun.
09.45 Uhr Kurz vor dem Zehnuhrläuten beende ich das Badevergnügen und freue mich, als Edelberts schneeweisser JEEP vor meinem Zuhause anhält. Ich bitte den schlauen Mann freundlich herein und bemerke, dass er eine Tüte mit „Biscotti Farrugia“ Aufdruck mitführt. Mein Bekannter schenkt mir ein Lächeln und sagt, dass er in der Italienbäckerei schmackhafte „Pane Arabo“ eingekauft hat. Ich mache grosse Augen und lerne, dass es sich hierbei um ein italienisches Schmalzgebäck handelt. Ausserdem präsentiert Edelbert eine Gebäckschachtel und unterbreitet, dass er auch vitaminreiche Cannolis besorgt hat – das ist prima.

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Cannolis schmecken prima

10.15 Uhr Weil sich meine Verwandten für halb Elf angekündigt haben, schufte ich in der Küche und brate tiefgefrorene Kartoffelspalten heraus. Darüber hinaus schwenke ich gesunde Butter in einer Pfanne und zaubere im Handumdrehen lustige Rühreier mit Speckstreifen – wie gut das duftet.
10.45 Uhr Wenig später treffen die Gäste endlich ein. Natürlich heisse ich die lieben Menschen herzlich Willkommen und kündige an, dass ich leckere Speisen auf den Tisch des Hauses gebracht habe. Mein Grosscousin leckt sich die Lippen und sagt, dass er grossen Hunger mitgebracht hat – das hört man gerne.
11.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen und brühfrischen Bohnenkaffee geniessen, komme ich auf Morgen zu sprechen und stelle klar, dass ich selbst mit meinem PS-strotzenden Auto nach Miami rasen und am Abend nach Naples zurückkehren werde. Georg schlägt in die gleiche Kerbe und merkt an, dass er ebenfalls am gleichen Tag die Heimreise antreten wird. Maria nickt eifrig und erwähnt, dass sie für die morgige Abendvorstellung im „Regal Cinema“ (löblich: Regal Lichtspielhaus) zwei Eintrittskarten vorreserviert hat – wie unlöblich.
11.30 Uhr Just als sich Edelbert ins Badezimmer verabschiedet, verweise ich auf den Freitag und informiere, dass der Professor in zwei Tagen sein Wiegenfest feiert. Ich reibe mir die Hände und erkläre den Anwesenden, dass ich mich in Unkosten gestürzt und eine Reise nach Atlantic City gebucht habe. Frau Pontecorvo ist hellauf begeistert und verrät, dass wir am 9. Oktober abfliegen und zwei wunderschöne Tage im „Borgata Hotel“ verbringen werden.

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Hurra – wir fliegen nach Atlantic City

12.30 Uhr Wenig später beenden wir den Brunch und ringen uns dazu durch, einen Verdauungsspaziergang zum „La Playa“ Golfplatz zu unternehmen. Mit dem Vierbeiner im Schlepptau schlendern wir durch das Wohngebiet und halten Kleingespräche (unlöblich: Smalltalk). Mein Grosscousin ist sichtlich angetan und beteuert, dass ich in einer sehr schönen Gegend lebe. Ich gebe Robert Recht und rechne vor, dass ich pro Jahr knapp 2.500 Dollars an Property Taxes (löblich: Vermögensteuer) an die Gemeinde abtreten muss. Mein Begleiter kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und erwidert, dass er für sein stattliches Anwesen in Bourne, TX lediglich 400 grüne Scheine pro Jahr bezahlen muss – wie ungerecht.
13.15 Uhr Da die Sonne unbarmherzlich vom Himmel brennt, entschliessen wir uns, in das klimatisierte Vereinsheim der Golfanlage einzukehren. Schnaufend nehmen wir an einem Tisch mit Ausblick Platz und ordern bei einem Kellner süffige COORS Hopfenkaltschalen. Robert hingegen erhebt den Zeigefinger und bittet den Ober, zwei Gläser Eistee aufzufahren. Zudem wirft uns der gute Mann mahnende Blicke zu und setzt uns darüber in Kenntnis, dass übermässiger Alkoholgenuss im ersten Korintherbrief auf das Schärfste verurteilt wird. Ich zucke demonstrativ mit den Schultern und antworte, dass sich auch der Papst ab und zu ein Gläschen Rotwein gönnt.

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Robert trinkt kein Bier – wie unlöblich

14.00 Uhr Im weiteren Verlauf des Wirtshausbesuchs berichtet Robert von seinem Leben in Texas und lässt uns wissen, dass er seinen Landmaschinenhandel mittlerweile an seinen Sohn Robert Jr. übertragen hat. Ausserdem vernehmen wir, dass seine Ehefrau fast täglich hinter dem Tresen der Eisenwaren- und Düngerhandlung in Boernes Innenstadt steht und es sich auch auf die Fahnen geschrieben hat, in der Kirchengemeinde eine führende Position einzunehmen – wie aufregend.
15.00 Uhr Nachdem wir Eisbecher mit Sahne gegessen haben, machen wir uns auf den Heimweg. Ich werfe Dixon Stöckchen zu und höre, dass Georg am Abend mit seiner Ehefrau und den texanischen Gästen eine Bootsrundfahrt unternehmen möchte. Ich schüttle mich ausgiebig und ziehe es vor, die Einladung auszuschlagen. Edelbert krümmt sich vor Lachen und sagt, dass ich wasserscheu bin – papperlapapp.
16.00 Uhr Wieder zurück im Willoughby Drive verabschiede ich die Gäste händeschüttelnd. Mein Bruder klopft mir schmunzelnd auf die Schulter und erinnert, dass wir morgen pünktlich um 8 Uhr nach Miami krusen werden – jaja.
16.30 Uhr Nachdem endlich Ruhe und Frieden Einzug gehalten haben, falle ich gähnend aufs Kanapee und schliesse die Augen. Schon bald döse ich ein und träume von meinem letzten Aufenthalt am Lake Simcoe.

lakesimcoe2015
Der Lake Simcoe in Ontario

17.30 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und sehe mich mit meinem hechelnden Haustier konfrontiert. Dixon wirft mir einen Tennisball vor die Füsse und animiert mich, mit nach draussen zu kommen. Selbstverständlich komme ich der Aufforderung anstandslos nach und schleudere die gelbe Filzkugel zum künstlich angelegten Teich.
18.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 6 zugeht, mache ich kehrt und bereite in der Küche das Nachtmahl zu. Um mir nicht stundenlang die Füsse in den Bauch stehen zu müssen, schiebe ich eine Fertigpizza ins Rohr und nehme mit einem gemischten Salat Vorlieb – schmeckt gar nicht schlecht.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit mache ich es mir vor der Glotze bequem und fröne auf ABC drei weiteren Episoden der nervenaufreibenden Serie „Secrets and Lies“ (löblich: Geheimnisse und Lügen) – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung schalte ich den Farbfernseher ab und unternehme mit dem Rüden einen letzten Rundgang durch den Garten. Danach lösche ich die Lichter und gehe ins Bett. Gute Nacht.