19. Juli 2017 – Auf der Flucht

07.00 Uhr Da ich während der Nacht kaum ein Auge schliessen konnte, rolle ich mich bereits um 7 Uhr aus dem Bett und begrüsse die aufgehende Sonne mit dem Frühsport. Nebenher zermartere ich mir den Kopf und kann es immer noch nicht glauben, dass meine Schwester samt ihres verlotterten Sohnes bald in Florida eintreffen wird.
08.00 Uhr Nachdem ich meine Glieder gestählt habe, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Unterdessen lege ich die Stirn in Falten und überlege, wie ich einem Treffen mit Guido entgehen kann. In meiner Verzweiflung tippe ich Scherriff Bradforts Nummer in die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) ein und frage nach, ob er mir Polizeischutz gewähren kann. Ich schildere meine Probleme in allen Einzelheiten und vernehme, dass dem Ordnungshüter in diesem Fall leider die Hände gebunden sind – wie unlöblich.


Ich greife besorgt zur Schwarzbeere

09.00 Uhr Als der Stundenzeiger meines Chronographens auf 9 zugeht, beende ich den Badespass und trotte deprimiert in die Küche, um Dixons Napf mit Futter aufzufüllen. Ausserdem kontaktiere ich meinen Bruder und erfahre, dass er den Alltag hinter sich gelassen hat und nun für sechs lange Wochen die Seele am Lake Gilford baumeln lassen wird. Natürlich komme ich ohne Umschweife auf meinen kriminellen Neffen zu sprechen und informiere, dass ich dem Ganoven unter keinen Umständen gegenübertreten werde. Mein Gesprächspartner beruhigt mich sofort und schlägt vor, dass ich mich jederzeit hinters Lenkrad des WINNEBAGO schwingen und nach Gilford Beach reisen könnte – das hört sich verlockend an.
10.00 Uhr Nach dem Frühstück laufe ich in der guten Stube auf und ab und rufe mir Guidos Vergehen der letzten Jahre ins Gedächtnis. Ich streichle Dixon über den Kopf und erinnere ich mich an die ausufernde Silvesterfeier, die der Gammler zum Ende des Jahres 2002 im Waldweg veranstaltet hat. Obendrein verrate ich dem Haustier, dass mich Guido zweimal ausgeraubt und sogar entführt hat – wie schrecklich.


Guido ist ein bösartiger Mensch

11.00 Uhr Verängstigt klatsche ich in die Hände und fasse den Entschluss, meine Zelte in Naples kurzerhand abzubrechen und zu verreisen. Schnaufend hüpfe ich vom Kanapee und mach mich daran, Anziehsachen, den Revolver inklusive Munition, Kulturtasche sowie Bargeld in meinen praktischen Rollkoffer zu verstauen.
12.00 Uhr Zu guter Letzt sortiere ich verderbliche Lebensmittel aus und lasse es mir nicht nehmen, die Waren zum Nachbaranwesen zu bringen. Bei dieser Gelegenheit setze ich Frau Pontecorvo über mein Vorhaben in Kenntnis und gebe bekannt, dass wir uns spätestens in einem Monat wiedersehen werden.
12.30 Uhr Nachdem mir die Dame versichert hat, regelmässig in der kleinen Villa nach dem Rechten zu sehen, rolle ich den Koffer zum Auto. Im Anschluss gleite ich in Richtung Innenstadt davon und freue mich, Edelbert zu überraschen. Um für gute Stimmung zu sorgen, stelle ich den Radio etwas lauter und unterbreite dem Rüden, dass wir auf grosse Reise gehen und bald kanadischen Boden unter unseren Füssen spüren werden – wie aufregend.
13.15 Uhr Kurz nach dem Einuhrläuten erreiche ich mein Ziel und betätige Edelberts Klingel. Der Professor heisst mich herzlich Willkommen und zeigt sich prompt einverstanden, mich auf meiner Reise gen Norden zu begleiten. Bevor ich mich versehe, holt der gute Mann seinen Koffer aus dem begehbaren Schrank und sagt, dass wir in dreissig Minuten losfahren können – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.
14.00 Uhr Beschwingt werfen wir Edelberts Gepäck in den Chevrolet und entschliessen uns, vor der Abfahrt ein Mittagessen in einem der umliegenden Restaurants einzunehmen. Während wir uns saftige Cheeseburger (löblich: Käseburger) schmecken lassen, berichte ich von meinem Telefonat mit Georg und erwähne, dass wir selbstverständlich mit dem Travato verreisen werden.


Wir beissen kraftvoll zu

15.00 Uhr Nachdem ich dem Kellner ein stattliches Trinkgeld beschert habe, scheuchen wir Hund Dixon zum PS-strotzenden SUV und gleiten zu stimmungsvoller Radiomusik stadtauswärts.
15.30 Uhr Wenig später treffen wir im Lowbank Drive ein und bemerken, dass Georg das Wohnmobil am Strassenrand abgestellt und mit einer Plane bedeckt hat. Um einen genauen Überblick zu bekommen, lasse wir den Motor aufheulen und registrieren, dass die Batterieanzeige im roten Bereich steht. Ich kratze mich nachdenklich an der Schläfe und stelle klar, dass wir unsere Abreise auf Morgen verschieben sollten.


Das Ferienhaus meiner Verwandten

16.30 Uhr Nachdem wir uns im Feriendomizil häuslich eingerichtet haben, schliesse ich die Batterie an das Stromnetz an und bringe beim Blick auf die Anzeige heraus, dass der Akkumulator mindestens 12 Stunden geladen werden muss. Prof. Kuhn wendet sich schulterzuckend ab und sagt, dass er nun mit dem Chevrolet zum „Publix“ Supermarkt am Pelican Strand fahren und Lebensmittel einkaufen wird – jaja.
17.30 Uhr Während Edelbert von Dannen prescht, fülle ich den Wassertank des Travatos auf und habe das Vergnügen, mit Herrn Wang plaudern zu können. Der Motelbesitzer freut sich sehr und lotet aus, ob wir mit dem WINNEBAGO ins Grüne fahren wollen. Ich stimme zu und berichte, dass ich einem Treffen mit Guido und meiner Schwester aus dem Weg gehen muss. Der nette Mann zeigt Verständnis und lässt es sich nicht nehmen, uns zu einem kleinen Umtrunk in sein Zuhause einzuladen – das hört man gerne.


Wir verreisen mit dem WINNEBAGO TRAVATO

18.30 Uhr Eine Stunde später kommt Edelbert vom Schoppen zurück und rechnet vor, dass er 100 Dollars in Weichgetränke (unlöblich: Softdrinks), Obst und Konservendosen investiert hat. Ich reibe mir die Hände und lasse den Professor wissen, dass wir bei Herrn Wang zum Essen eingeladen sind. Ruckzuck schleppen wir die Einkäufe ins Haus und nehmen uns dann das Recht heraus, mit knurrenden Mägen zum Nachbarhaus zu schlendern.
19.15 Uhr Während wir gemütlich zusammensitzen und Sandwiches verzehren, lasse ich Herrn Wang an meinen Problemen teilhaben und unke, dass Guido nichts Gutes im Schilde führt. Mein Tischnachbar rollt demonstrativ mit den Augen und wirft ein, dass es eine hervorragende Idee war, die Zelte im Willoughby Drive abzubrechen. Edelbert prostet Herrn Wang mit einem süffigen Budweiser zu und sagt, dass uns die morgige Tagesetappe durch den „Picayune Forest“ bis nach Fort Lauderdale an Floridas Ostküste führen wird – das wird eine Gaudi.
20.15 Uhr Ein schöner Abend neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Um Morgen fit zu sein, bedanken wir uns für Speis und Trank und wünschen Herrn Wang einen angenehmen Abend. Anschliessend kehren wir ins Ferienhaus meiner Familie zurück und legen uns schlafen. Gute Nacht.

21. Dezember 2016 – Winnebago Travato

08.15 Uhr Die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) schellt und reisst mich aus einem schönen Traum. Als ich mir das Telefon ans Ohr halte, wünscht mir Frau Pontecorvo einen guten Morgen und lotet aus, ob ich mich mittlerweile im verschneiten Toronto eingelebt habe. Ich gähne laut und erzähle der Dame, dass ich gestern mit den Verwandten einen Ausflug ins „Eaton Centre“ unternommen habe. Meine Nachbarin ist hellauf begeistert und entgegnet, dass sie sich in Jacksonville ebenfalls pudelwohl fühlt – das ist phantastisch.


Die Schwarzbeere bimmelt

08.45 Uhr Nach der Plauderei öffne ich die Zimmertüre und animiere Dixon, Maria in der Küche Gesellschaft zu leisten. Danach ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem Vollbad mit Schaum.
09.30 Uhr Leider wird mein Müssiggang bald durch lautes Klopfen unterbrochen. Zu allem Überfluss ruft mich Georg auf, den Badespass zu beenden und nach unten zu kommen. Ächzend komme ich in die Gänge und mache es mir zur Aufgabe, in eine gefütterte Thermohose zu schlüpfen. Selbstverständlich ziehe ich ausserdem Kniestrümpfe, ein Frotteunterhemd sowie einen modischen Grobstrick Pullover an – da kommt Freude auf.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten finde ich mich in der Küche ein und bin überrascht, nicht nur Georg, Maria und Edelbert, sondern auch die jungen Leute am Esstisch anzutreffen. Amanda schenkt mir ein Lächeln und sagt, dass sie extra einen Käsekuchen gebacken hat. Ich lecke mir die Lippen und lasse es mir nicht nehmen, an der festlich eingedeckten Tafel Platz zu nehmen und mir ein grosses Stück Kuchen zu gönnen. Darüber hinaus füllt Maria duftenden Bohnentrunk in die Tassen und setzt uns darüber in Kenntnis, dass sie den Tag nutzen wird, um mit Amanda einen Christstollen zu backen. Georg reibt sich die Hände und meint, dass wir währenddessen mit David, James und Edelbert das nagelneue Wohnmobil ausprobieren sollten – wie schön.


Zum Frühstück gibt es Käsekuchen

10.45 Uhr Nach dem dritten Stück Kuchen wische ich mir den Mund an einer Serviette ab und frage meinen Bruder bezüglich des Spritverbrauchs aus. Georg legt den Zeigefinger an die Unterlippe und vertellt, dass das Auto einen V6 Motor mit 280 Pferdestärken eingebaut hat und pro 100 gefahrener Kilometer zirka 25 Liter Diesel verbraucht.
11.30 Uhr Nachdem wir unsere Wintermäntel angezogen haben, wünschen wir den Damen einen schönen Tag und verabschieden uns zur Garage. Georg lässt das motorbetriebene Tor per Knopfdruck nach oben gleiten und rechnet vor, dass das 2,8 Meter hohe Gefährt gerade noch in die Doppelgarage passt. Ich mache grosse Augen und erfahre weiter, dass der TRAVATO nicht nur mit einer Küchenzeile, einem Gefrierschrank, Kleiderschrank, Sitzgelegenheiten und einem Tisch, sondern auch mit einem Entertainment Center (löblich: Unterhaltungszentrum) sowie einem bequemen Doppelbett ausgestattet ist – wie aufregend.


Im Wohnmobil gibt es eine Küche

12.00 Uhr Zu guter Letzt öffnet Georg die Motorhaube und sagt, dass ich während meiner Reise durch den Kontinent regelmässig den Ölstand überprüfen sollte. Ich stimme zu und habe endlich das Vergnügen, die exquisite Inneneinrichtung in Augenschein nehmen zu dürfen. Edelbert lobt das Interieur über den Schellenkönig und unterbreitet, dass der TRAVATO sogar über eine Dusche verfügt. Georg strahlt über das ganze Gesicht und belehrt, dass der eingebaute Wassertank knapp 100 Liter (26 Gallonen) Frischwasser fasst.


Der Travato ist sehr bequem

12.45 Uhr Nachdem es sich David, Edelbert und James auf den Loungesesseln bequem gemacht haben, überreicht mir Georg die Autoschlüssel und beauftragt mich, uns nach Gilford Beach zu kutschieren. Ich komme der Aufforderung anstandslos nach und schaffe es ohne grössere Schwierigkeiten, das 21 Fuss (6,4 Meter) lange Wohnmobil sicher aus der Garage zu fahren – das macht Spass.
13.15 Uhr Wenig später finden wir uns auf der Autobahn wieder und krusen entspannt gen Norden. Während sich David, James und Edelbert die Langeweile mit Fernsehschauen vertreiben, merkt Georg an, dass der TRAVATO auch mit einem DVD Abspielgerät überzeugen kann. Ich schnalze mit der Zunge und verspreche, dass ich das Gefährt stets wie meinen Augapfel hüten werde.
14.15 Uhr Sechzig Minuten später passieren wir das Ortsschild von Gilford Beach und ich nehme den Fuss vom Gas. Ruckzuck biege ich auf die Woodfield Road ab und komme zeitnah vor dem Ferienhaus meiner Verwandten zum Halten. Georg atmet tief durch und meint, dass ich ein hervorragender Fahrer bin und das Wohnmobil ganz bestimmt ohne Schrammen nach Naples überführen werde – das will ich doch hoffen.


Schnee und Eis in Gilford Beach

15.00 Uhr Da es während der Nacht reichlich geschneit hat, greifen wir zu den Schneeschaufeln und machen uns daran, die Einfahrt zu räumen. David spielt unterdessen mit dem Vierbeiner und schreckt nicht davor zurück, mir einen Schneeball ins Gesicht zu werfen. Weil man sich nicht alles gefallen lassen darf, stelle ich die Schaufel weg und schleudere unter dem Gelächter der anderen eine Handvoll Schnee in Richtung meines frechen Grossneffens.
16.00 Uhr Nach getaner Arbeit eilen wir fröstelnd in die gute Stube und entfachen ein Feuer im Kamin. Zudem tischt Georg belegte Brote auf und kündigt an, dass er wegen des strengen Winters wöchentlich die lange Anfahrt auf sich nehmen und im Ferienhaus nach dem Rechten sehen muss. Ich beisse kraftvoll in ein Schinkenbrot und erkundige mich, ob wir den Jahreswechsel am Lake Simcoe verbringen wollen. Georg schüttelt jedoch den Kopf und berichtet, dass er am 31. Dezember Freunde in sein Stadthaus eingeladen hat – wie schön.
17.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, die Zelte in Gilford Beach abzubrechen und die Heimfahrt anzutreten. Abermals zwänge ich mich hinters Lenkrad und lasse den PS-strotzenden Motor aufheulen.
18.00 Uhr Endlich treffen wir wieder im Stadtteil York ein. Fix und foxi schleppe ich mich ins Haus und lasse meine Schwägerin wissen, dass ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann. Maria zeigt Verständnis und sagt, dass wir uns gleich an den Tisch setzen können – das lasse ich mir nicht zweimal sagen.


Winnebago baut prima Wohnmobile

19.00 Uhr Während wir das Abendessen geniessen, lasse ich den heutigen Tag Revue passieren und gebe zu Protokoll, dass es eine Gaudi wird, mit dem WINNEBAGO entlang der Ostküste zu fahren. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass wir in vierzehn Tagen auf grosse Reise gehen werden – wie aufregend
20.00 Uhr Nachdem sich die Kinder verabschiedet haben, beginnt der wohlverdiente Feierabend. Bei Glühwein und Plätzchen mache ich es mir im Wohnzimmer bequem und schaue mir im Kreise meiner Liebsten die langweilige Romantikkomödie „Maggie’s Plan“ an. Leider fallen mir schon bald die Augen zu und ich sehe mich gezwungen, Hund Dixon hereinzurufen und mich auf das Gästezimmer zu verabschieden. Gute Nacht.

5. August 2016 – Hochsommer

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08.15 Uhr Ich werde durch sehr aggressives Telefonläuten geweckt und ärgere mich, weil ich den Wecker überhört habe. Trotz allem nehme ich das Gespräch an und freue mich, die Stimme meines Bruders zu hören. Georg begrüsst mich herzlich und berichtet, dass er sich vor wenigen Minuten am Lake Simcoe niedergelassen und seine Angel ausgeworfen hat. Ich atme tief durch und entgegne, dass es in Naples wegen der grossen Hitze nicht anzuraten ist, sich im Freien aufzuhalten. Georg lacht laut und schlägt vor, dass ich noch heute mein Ränzlein schnüren und nach Kanada ausfliegen könnte – papperlapapp

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Der Lake Simcoe

08.30 Uhr Nachdem ich meinem Verwandten viel Vergnügen beim Angeln gewünscht habe, begebe ich mich nörgelnd auf die Terrasse und führe bei schweisstreibenden 89°F (32°C) die Morgengymnastik durch. Nebenbei plaudere ich mit Frau Pontecorvo und gebe zu Protokoll, dass ich heute keine Lust habe, zuhause zu frühstücken. Die Dame reibt sich die Hände und meint, dass wir ins Zentrum krusen und in eine Wirtschaft einkehren könnten – das hört sich verlockend an.
09.00 Uhr Bevor wir losfahren, entspanne ich mich bei einem erfrischenden Wirbelbad. Ferner rufe ich bei Edelbert an und gebe zu Protokoll, dass er mich in eineinhalb Stunde im „Cafe Luna“ treffen kann. Der schlaue Mann ist hellauf begeistert sich und verspricht, gegen halb 11 Uhr vor Ort zu sein – das klappt wieder wie am Schnürchen.
10.00 Uhr Nach der Morgenwäsche scheuche ich Hund Dixon nach draussen und lasse es mir nicht nehmen, am Nachbarhaus zu klingeln. Frau Pontecorvo lässt nicht lange auf sich warten und hüpft ausgelassen in den Chevrolet. Ich tue es der Perle gleich und fröne während der Ausfahrt dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land). Währenddessen erfahre ich, dass die Südstaaten Combo „The Cadillac Three“ just heute ihr zweites Studioalbum „Bury Me In My Boots“ (löblich: Begrabe mich in meinen Stiefeln) auf den Markt bringen werden. Ich schnalze mit der Zunge und erkläre meiner Begleiterin, dass die aus Nashville, TN stammende Formation bereits im Jahre 2012 mit ihrem Erstlingswerk für Furore gesorgt haben.


The Cadillac Three – Bury Me In My Boots

10.30 Uhr Pünktlich auf die Minute betreten wir das klimatisierte Restaurant und treffen Edelbert an einem Fenstertisch an. Weil mein Magen knurrt, winken wir spornstreichs einer feschen Bedienung mit grosser Oberweite zu und ordern drei grosse Frühstücke. Dazu gibt es Kaffee sowie süffigen Orangensaft mit Eiswürfeln – das tut gut.
11.15 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, verweise ich auf die prima Radiosendung und lasse meine Tischnachbarn wissen, dass wir im Anschluss einen Kompaktscheibenmarkt aufsuchen und uns den nagelneuen „Cadillac Three“ Silberling zulegen sollten. Der Professor schüttelt jedoch den Kopf und beteuert, dass er sein hartverdientes Geld ausschliesslich in klassische Musik investiert – so ein Schmarrn.
11.45 Uhr Nach der Mahlzeit folgen wir der 5th Avenue South gen Westen und kommen überein, dass die vielen Touristen, die Naples im Winter und Frühling heimgesucht haben, längst abgereist sind. Edelbert wischt sich demonstrativ über die nasse Stirn und meint, dass das subtropische Klima im Hochsommer kaum auszuhalten ist. Ich gebe dem Professor recht und lotse die lieben Leute in den erstbesten Musikladen. Nach kurzer Suche werde ich fündig und lese auf dem Preisschild, dass „Bury Me In My Boots“ 12 Dollars und 95 Cents kosten soll.
12.30 Uhr Um keinen Hitzeschlag zu riskieren, wünschen wir Edelbert einen geruhsamen Nachmittag und ziehen es vor, die Heimreise anzutreten. Ich beschleunige den Chevrolet auf schwindelerregende 30 Meilen pro Stunde und kann es kaum noch erwarten, endlich zu Hause anzukommen.
13.00 Uhr Nachdem ich mich von Frau Pontecorvo verabschiedet habe, schleppe ich mich mit letzter Kraft ins Haus und stelle die Klimaanlage auf die höchste Stufe. Ferner beschalle ich die kleine Villa mit handgemachter Musik und nehme mir das Recht heraus, ein Bier aus dem Hause Anheuser & Busch zu trinken – das schmeckt.

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Budweiser – schmeckt gar nicht schlecht

14.00 Uhr Um etwas Entspannung zu bekommen, schlüpfe ich aus den schweren Kuhjungenstiefeln und falle fix und foxi aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Atemzügen döse ich ein und träume von unserer anstehenden Forschungsreise nach Minnesota – das wird spannend.
15.00 Uhr Ich öffne die Augen und nehme pflichtbewusst am Schreibtisch Platz, um Anschnur zu gehen. Auch heute rufe ich Hilferufe besorgter Erziehungsberechtigter ab und stosse auf die Depesche eines 53jährigen Vaters aus Bayreuth. Herr F. schreibt, dass sein Sohn Markus (13) elektronischen Plauderkanälen verfallen ist und die Abende in einschlägigen Schätts verbringt. Ich lege meine Stirn in Falten und rate, dem Rüpel die Leviten zu lesen und seinen Heimrechner in den Schrank zu sperren.
16.00 Uhr Nachdem ich die neuesten Niederschriften im Gästebuch überflogen habe, beende ich die Arbeit und mache es mir zur Aufgabe, die Pflanzen im Garten mit Wasser zu versorgen. Darüber hinaus stelle ich auch den Rasensprenger an und vergesse auch nicht, Hund Dixon einen Kauknochen ins Maul zu stecken.

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Hund Dixon bekommt einen Kauknochen

17.00 Uhr Schweissgebadet kehre ich in die Küche zurück und sorge für ein nahrhaftes Abendessen. Zu stimmungsvoller Cadillac Three Musik koche ich einen Beutel Reis auf und zaubere in Minutenschnelle ein vitaminreiches Risotto mit Erbsen, Zucchinis und Speck – wie das duftet.
18.00 Uhr Zum Abschluss des langen Tages sorge ich in der Küche für Ordnung und lege dann im Wohnzimmer die Beine hoch, um mir die FOX Nachrichten anzuschauen.
19.00 Uhr Nachdem ich mich über die tagesaktuellen Geschehnisse informiert habe, verweile ich weiter auf FOX und erfreue mich am Zeichentrickmärchen „Bob’s Burger“. Das mehrteilige Fernsehspiel handelt von der lustigen Familie Belcher, welche mit grosser Leidenschaft ein Restaurant bewirtschaftet – da kommt Freude auf.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung beende ich den Fernsehabend und rufe Dixon ins Haus. Danach lösche ich sämtliche Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.

28. Juli 2016 – Es gibt viel zu tun

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08.00 Uhr Auch heute springt der neumoderne Radiowecker pünktlich um 8 Uhr an und verwöhnt mich mit stimmungsvoller Landmusik (unlöblich: Country Music). Ich gähne ausgiebig und erinnere mich, dass meine lieben Verwandten gegen 10 Uhr zum Frühstück vorbeikommen werden. Weil es viel zu tun gibt, rolle ich mich spornstreichs aus dem Bett und absolviere an der frischen Luft die Morgengymnastik – wer rastet, der rostet.

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Mein löblicher Radiowecker

08.30 Uhr Während Hund Dixon im Garten bleibt, verabschiede ich mich ins Bad und entspanne mich bei einem Wirbelbad der Extraklasse. Unterdessen rufe ich bei meiner Familie im Lowbank Drive an und erfahre, dass sich die lieben Leute etwas verspäten werden. Mein Bruder plappert in einer Tour und beteuert, dass David vor dem Frühstück einen „Toys ‚R‘ Us“ Spielzeugladen besuchen will – das ist ja allerhand.
09.30 Uhr Nach dem Badespass mache ich mich in der Küche nützlich und richte eine leckere Wurst- und Käseplatte an. Ferner hole ich das Weissbrot aus dem Küchenschrank und komme zu dem Schluss, dass ich die Nachmittagsstunden ausnutzen sollte, um die kleine Villa zu putzen.
10.00 Uhr Wenig später trifft Edelbert in meinem Zuhause ein und präsentiert eine Tüte mit leckeren Backwaren aus der „European Bakery“ (löblich: Europäische Bäckerei). Mein Bekannter schnalzt mit der Zunge und informiert, dass die Bäckerei gegenüber des „Sea Shell Motels“ am Tamiami Trail gelegen ist und allerhand Backspezialitäten aus unserer alten Heimat feilbietet – wie schön.
10.30 Uhr Dreissig Minuten später haben wir das Vergnügen, meine Verwandten begrüssen zu können. Ich führe die freundlichen Menschen in die klimatisierte Stube und bringe heraus, dass mein 10jähriger Grossneffe im Spielzeugladen eine sogenannte „Nerf N-Strike Elite Tactical Vest“ gekauft hat. Der Dreikäsehoch kommt aus dem Plappern gar nicht mehr heraus und erzählt, dass die Weste mit 12 Dartpfeilen ausgestattet ist. James rollt demonstrativ mit den Augen und setzt mich darüber in Kenntnis, dass sein Sohn ein NERF Luftdruckgewehr besitzt und schon lange eine dazu passende Weste haben wollte. Ich zucke mit den Schultern und nehme mir das Recht heraus, die DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb zu setzen.

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Gilford Beach am Lake Simcoe

11.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, kommt Amanda auf die bevorstehende Abreise am Sonntag zu sprechen und sagt, dass sie mit ihrer kleinen Familie und den Schwiegereltern bereits am Montag an den Lake Simcoe fahren wird. Ich mache grosse Augen und vernehme, dass meine Verwandten bis Mitte August in Gilford Beach eine ruhige Kugel schieben werden. Maria schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass es ein Spass werden wird, mit dem Stingray Motorboot auf den See hinauszufahren. Georg kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und sagt, dass er vor Kurzem ausserdem einen „Seascooter“ gekauft hat, mit dem man sich durchs Wasser ziehen lassen kann.
11.30 Uhr Zu allem Überfluss stattet uns kurz vor dem Mittagsläuten Frau Pontecorvo einen Besuch ab. Die Alte wischt sich über die nasse Stirn und sagt, dass das heisse Klima Kreislaufbeschwerden hervorruft. Um schlimmeres Unheil abzuwenden, köpfe ich sogleich eine Flasche Veuve Clicquot und animiere meine Nachbarin, einen kräftigen Schluck zu nehmen. Natürlich versorge ich die anderen Gäste ebenfalls mit dem köstlichen Luxustrunk und mache es mir auch zur Aufgabe, frische Früchte bereitzustellen.

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Wir schlürfen Schaumwein

12.00 Uhr Im weiteren Verlauf des Frühstücks bringe ich unsere anstehende Forschungsreise nach Minnesota ins Spiel und stelle klar, dass wir Ende August nach Minneapolis ausfliegen werden, um die Schauplätze aus Laura Ingalls Wilders Tatsachenromanen „Little House on the Prairie“ (auf deutsch: Unsere kleine Farm) zu besuchen. David wird augenblicklich hellhörig und meint, dass wir einen Abstecher nach Gilford Beach machen könnten. Ich lache laut und rechne vor, dass zwischen Minneapolis und Gilford Beach mindestens 1.500 Meilen liegen.
13.00 Uhr Nachdem sich die Gäste verabschiedet haben, rufe ich Dixon ins Haus und setze ihm gesundes Trockenfutter aus dem Hause ROYAL CANIN vor. Ferner räume ich das Geschirr in die Spülmaschine und mache es mir zur Aufgabe, zu prima WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radiomusik den Küchenboden zu wischen. Währenddessen komme ich aus dem Schimpfen gar nicht mehr heraus und ärgere mich, weil meine Zugehfrau im Urlaub ist – was muss ich denn noch alles ertragen.
14.00 Uhr Nach geschlagenen 60 Minuten räume ich die sauberen Tassen und Teller in den Küchenschrank und beginne damit, im Wohnzimmer für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen. Während Mark Chesnutt eine verflossene Liebe besingt, schleppe ich den schweren Läufer nach draussen und bearbeite ihn mit dem Teppichklopfer. Wie nicht anders zu erwarten, gesellt sich prompt Herr Booth an meine Seite und lotet aus, ob meine Putzfrau erkrankt ist. Ich lasse kein gutes Haar an der Mexikanerin und verrate, dass Frau Gomez nach Mexiko geflogen ist, um Freude und Verwandte zu besuchen.
15.00 Uhr Endlich habe ich mein Werk vollbracht und falle fix und foxi aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Augenblicken schlummere ich ein und sehe mich im Traum in den Bundesstaat Minnesota versetzt.
16.00 Uhr Nachdem ich mir ein Weissbier eingeschenkt habe, nehme ich am Schreibtisch Platz und komme meinen Pflichten als staatlich anerkannter Anschnurseelsorger nach. Auch heute rufe ich Depeschen verzweifelter Erziehungsberechtigter ab und helfe, wo ich nur kann.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 5 zugeht, schlendere ich in die Küche und koche italienische Langnudeln im heissen Wasser auf. Dazu zaubere ich eine leckere Pesto Sauce aus dem Glas – wie gut das duftet.

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Italienische Langnudeln schmecken prima

18.00 Uhr Zum Abschluss des langen Tages reguliere ich die Klimaanlage und fröne den Nachrichten auf FOX. Um stets auf dem Laufenden zu bleiben, informiere ich mich aus erster Hand und lerne, dass heute der Nominierungsparteitag der demokratischen Partei in Philadelphia, PA zu Ende gehen wird.
19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, schalte ich auf den Filmkanal HBO um, wo just im Augenblick der Vorspann zum Boxerfilm „Creed“ anläuft. Ich lehne mich weissbierschlürfend zurück und werde Zeuge, wie Boxlegende Rocky Balboa den Sohn seines grössten Widersachers Apollo Creed trainiert – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden beende ich den Fernsehabend. Zu guter Letzt trinke ich mein Bier aus und lösche sämtliche Lichter. Gute Nacht.

19. Juli 2016 – Frühstück bei Frau Julie

pfaffenbergkl

08.00 Uhr Der Radiomoderator überrascht mich heute mit einem neuen Lied der aufstrebenden Sängerin Brandy Clark. Ich rolle mich seufzend aus dem Wasserbett und komme zu dem Schluss, dass die moderne Countrymusic (löblich: Landmusik) nicht mehr viel hergibt. Anstatt auf Steelguitars (löblich: Stahlgitarren) und Fiddles (löblich: Geigen) zu vertrauen, ziehen es viele Musikanten vor, den Massengeschmack mit eintönigen Melodien zu bedienen.
08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik hinter mich gebracht habe, entspanne ich mich bei einem Wirbelbad. Ausserdem telefoniere ich mit James und lasse den Buben wissen, dass wir uns gleich in Julies Restaurant treffen werden. Mein Neffe ist begeistert und versichert, dass er pünktlich um halb Elf vor Ort sein wird – wie schön.
09.30 Uhr Nach RP LOB duftend, verlasse ich die Nasszelle und trinke in der Küche ein Glas O-Saft. Darüber hinaus fülle ich Dixons Napf mit Trockenfutter auf und animiere das Haustier, es sich schmecken zu lassen.

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Hund Dixon

10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 10 deutet, stosse ich die Haustüre auf und sehe mich mit Frau Pontecorvo konfrontiert. Meine Nachbarin schwenkt ihr Handtäschchen und beteuert, dass sie gestern Abend von Maria zum Frühstück eingeladen wurde. Ich mache grosse Augen und sehe mich genötigt, die Perle zu Julies Restaurant kutschieren zu müssen. Während der kurzweiligen Autofahrt plappert meine Bekannte ohne Unterlass und kündigt an, dass wir nach dem Essen durch die Innenstadt flanieren werden – wie unlöblich.
10.30 Uhr Wenig später betrete ich das gutbesuchte Restaurant und registriere, dass sich auch Edelbert dem Frühstück angeschlossen hat. Natürlich setze ich mich spornstreichs dazu und ordere ein Big Breakfast (löblich: Grosses Frühstück) sowie frischaufgebrühten Kaffee. Aushilfsbedienung Peggy notiert sich die Bestellung und verspricht, auch etwas Schinken für meinen tierischen Begleiter aufzufahren.

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Meine Verwandten wollen zum Lake Simcoe krusen

11.15 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, kommt Georg auf seine bevorstehende Abreise zu sprechen und unterbreitet, dass er sich mit seiner Familie in zwölf Tagen von uns verabschieden wird. Amanda schlägt in die gleiche Kerbe und sagt, dass die ganze Familie anschliessend an den Lake Simcoe krusen wird, um unbeschwerte Wochen in der kanadischen Wildnis zu erleben – das ist ja allerhand.
12.00 Uhr Nachdem wir unsere Tassen geleert haben, verlassen wir die Wirtschaft und vertreten uns bei schweisstreibenden Temperaturen die Beine. Um keinen Hitzeschlag zu bekommen, halten wir uns im Schatten auf und gönnen uns an der nächsten Eisdiele erfrischendes Schokoladeneis in der Waffel. Nebenher tratsche ich angeregt mit Georg und erfahre, dass er sich sehr freuen würde, wenn ich mit nach Kanada kommen würde. Selbstverständlich winke ich augenblicklich ab und informiere, dass ich Ende August mit Prof. Kuhn und dem Vierbeiner nach Minneapolis ausfliegen muss.

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Ich fliege nicht nach Kanada

13.00 Uhr Wie nicht anders zu erwarten, landen wir bald in einem Modegeschäft und haben das zweifelhafte Vergnügen, Maria, Frau Pontecorvo und Amanda beim Anprobieren diverser Klamotten zu beobachten. Währenddessen nehme ich mit James auf einem Ledersofa platz und bringe heraus, dass der junge Mann Mitte August wieder auf Tournee gehen und mit seiner Combo „Northstar“ entlang der amerikanischen Ostküste Konzerte spielen wird. James reibt sich die Hände und sagt, dass er Ende September die grosse Ehre haben wird, an der Seite namhafter Künstler im 3.000 Zuschauer fassenden „Theatre at Westbury“ im grossen Apfel auftreten zu dürfen – das ist phantastisch.
13.45 Uhr Nach fünfundvierzig Minuten setzen wir unseren Spaziergang fort. Mit David an der Hand schlendern wir an den Schaufenstern angesagter Modemärkte vorbei. Ich spendiere dem Dreikäsehoch ein weiteres Eis und vernehme, dass er morgen mit seinen Eltern und Grosseltern einen Angeltörn zu den Ten Thousand Islands (löblich: 10.000 Inseln) unternehmen wird. Als ich Georg zur Rede stelle, rückt der gute Mann mit der Wahrheit heraus und sagt, dass er nicht auf Herrn Wonglers verrosteter Jolle, sondern auf einer gemieteten Yacht in See stechen wird. Edelbert wird sogleich hellhörig und erkundigt sich, ob er sich diesem Ausflug eventuell anschliessen kann – gleich platzt mir der Kragen.
14.30 Uhr Endlich sind wir am Auto zurück. Da die Hitze kaum auszuhalten ist, reiche ich meinen Verwandten die Hand und ziehe es vor, Frau Pontecorvo auf den Beifahrersitz zu helfen. Anschliessend presche ich hupend von dannen und kann es kaum noch erwarten, zu Hause eine ruhige Kugel zu schieben.
15.15 Uhr In der kleinen Villa angekommen, schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle erschöpft aufs Kanapee. Ich schliesse gähnend die Augen und entspanne mich von den Strapazen des Vormittags – das tut gut.
16.15 Uhr Nach einer Stunde stehe ich auf und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Sorgsam nehme ich Depeschen besorgter Heimseitenbesucher in Augenschein und rate einer 39jährigen Hausfrau aus Passau, ihrem 15jährigen Sohn Kevin Lichtspielhause strikt zu untersagen – wo kämen wir denn da hin.

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Rotwein aus dem goldenen Kalifornien

17.00 Uhr Weil ich grossen Hunger habe, beende ich die Arbeit und verabschiede mich in die Küche. Pfeifend richte ich mir eine zünftige Wurstplatte an und vergesse auch nicht, Gewürzgurken aus dem Glas dazuzulegen. Dazu gibt es köstliches Weissbrot sowie einen Schoppen Rotwein aus dem goldenen Kalifornien.
18.00 Uhr Nachdem ich sieben Wurstbrote verzehrt und eine Flasche Wein geleert habe, gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über. Ich lege im Wohnzimmer die Beine hoch und informiere mich bei den FOX Nachrichten über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.

19.00 Uhr Im Anschluss greife ich auf das reichhaltige NETFLIX Angebot zurück und gebe mich der nervenaufreibenden Serie „Stranger Things“ hin. Das mehrteilige Fernsehspiel erzählt von einer Mutter, die ihren verschwundenen Sohn sucht.
21.00 Uhr Als der Abspann der zweiten Episode über den Bildschirm flimmert, beende ich den Fernsehabend und rufe Hund Dixon ins Haus. Danach verschliesse ich die Haustüre und gehe zu Bett. Gute Nacht.