19. Juli 2017 – Auf der Flucht

07.00 Uhr Da ich während der Nacht kaum ein Auge schliessen konnte, rolle ich mich bereits um 7 Uhr aus dem Bett und begrüsse die aufgehende Sonne mit dem Frühsport. Nebenher zermartere ich mir den Kopf und kann es immer noch nicht glauben, dass meine Schwester samt ihres verlotterten Sohnes bald in Florida eintreffen wird.
08.00 Uhr Nachdem ich meine Glieder gestählt habe, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Unterdessen lege ich die Stirn in Falten und überlege, wie ich einem Treffen mit Guido entgehen kann. In meiner Verzweiflung tippe ich Scherriff Bradforts Nummer in die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) ein und frage nach, ob er mir Polizeischutz gewähren kann. Ich schildere meine Probleme in allen Einzelheiten und vernehme, dass dem Ordnungshüter in diesem Fall leider die Hände gebunden sind – wie unlöblich.


Ich greife besorgt zur Schwarzbeere

09.00 Uhr Als der Stundenzeiger meines Chronographens auf 9 zugeht, beende ich den Badespass und trotte deprimiert in die Küche, um Dixons Napf mit Futter aufzufüllen. Ausserdem kontaktiere ich meinen Bruder und erfahre, dass er den Alltag hinter sich gelassen hat und nun für sechs lange Wochen die Seele am Lake Gilford baumeln lassen wird. Natürlich komme ich ohne Umschweife auf meinen kriminellen Neffen zu sprechen und informiere, dass ich dem Ganoven unter keinen Umständen gegenübertreten werde. Mein Gesprächspartner beruhigt mich sofort und schlägt vor, dass ich mich jederzeit hinters Lenkrad des WINNEBAGO schwingen und nach Gilford Beach reisen könnte – das hört sich verlockend an.
10.00 Uhr Nach dem Frühstück laufe ich in der guten Stube auf und ab und rufe mir Guidos Vergehen der letzten Jahre ins Gedächtnis. Ich streichle Dixon über den Kopf und erinnere ich mich an die ausufernde Silvesterfeier, die der Gammler zum Ende des Jahres 2002 im Waldweg veranstaltet hat. Obendrein verrate ich dem Haustier, dass mich Guido zweimal ausgeraubt und sogar entführt hat – wie schrecklich.


Guido ist ein bösartiger Mensch

11.00 Uhr Verängstigt klatsche ich in die Hände und fasse den Entschluss, meine Zelte in Naples kurzerhand abzubrechen und zu verreisen. Schnaufend hüpfe ich vom Kanapee und mach mich daran, Anziehsachen, den Revolver inklusive Munition, Kulturtasche sowie Bargeld in meinen praktischen Rollkoffer zu verstauen.
12.00 Uhr Zu guter Letzt sortiere ich verderbliche Lebensmittel aus und lasse es mir nicht nehmen, die Waren zum Nachbaranwesen zu bringen. Bei dieser Gelegenheit setze ich Frau Pontecorvo über mein Vorhaben in Kenntnis und gebe bekannt, dass wir uns spätestens in einem Monat wiedersehen werden.
12.30 Uhr Nachdem mir die Dame versichert hat, regelmässig in der kleinen Villa nach dem Rechten zu sehen, rolle ich den Koffer zum Auto. Im Anschluss gleite ich in Richtung Innenstadt davon und freue mich, Edelbert zu überraschen. Um für gute Stimmung zu sorgen, stelle ich den Radio etwas lauter und unterbreite dem Rüden, dass wir auf grosse Reise gehen und bald kanadischen Boden unter unseren Füssen spüren werden – wie aufregend.
13.15 Uhr Kurz nach dem Einuhrläuten erreiche ich mein Ziel und betätige Edelberts Klingel. Der Professor heisst mich herzlich Willkommen und zeigt sich prompt einverstanden, mich auf meiner Reise gen Norden zu begleiten. Bevor ich mich versehe, holt der gute Mann seinen Koffer aus dem begehbaren Schrank und sagt, dass wir in dreissig Minuten losfahren können – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.
14.00 Uhr Beschwingt werfen wir Edelberts Gepäck in den Chevrolet und entschliessen uns, vor der Abfahrt ein Mittagessen in einem der umliegenden Restaurants einzunehmen. Während wir uns saftige Cheeseburger (löblich: Käseburger) schmecken lassen, berichte ich von meinem Telefonat mit Georg und erwähne, dass wir selbstverständlich mit dem Travato verreisen werden.


Wir beissen kraftvoll zu

15.00 Uhr Nachdem ich dem Kellner ein stattliches Trinkgeld beschert habe, scheuchen wir Hund Dixon zum PS-strotzenden SUV und gleiten zu stimmungsvoller Radiomusik stadtauswärts.
15.30 Uhr Wenig später treffen wir im Lowbank Drive ein und bemerken, dass Georg das Wohnmobil am Strassenrand abgestellt und mit einer Plane bedeckt hat. Um einen genauen Überblick zu bekommen, lasse wir den Motor aufheulen und registrieren, dass die Batterieanzeige im roten Bereich steht. Ich kratze mich nachdenklich an der Schläfe und stelle klar, dass wir unsere Abreise auf Morgen verschieben sollten.


Das Ferienhaus meiner Verwandten

16.30 Uhr Nachdem wir uns im Feriendomizil häuslich eingerichtet haben, schliesse ich die Batterie an das Stromnetz an und bringe beim Blick auf die Anzeige heraus, dass der Akkumulator mindestens 12 Stunden geladen werden muss. Prof. Kuhn wendet sich schulterzuckend ab und sagt, dass er nun mit dem Chevrolet zum „Publix“ Supermarkt am Pelican Strand fahren und Lebensmittel einkaufen wird – jaja.
17.30 Uhr Während Edelbert von Dannen prescht, fülle ich den Wassertank des Travatos auf und habe das Vergnügen, mit Herrn Wang plaudern zu können. Der Motelbesitzer freut sich sehr und lotet aus, ob wir mit dem WINNEBAGO ins Grüne fahren wollen. Ich stimme zu und berichte, dass ich einem Treffen mit Guido und meiner Schwester aus dem Weg gehen muss. Der nette Mann zeigt Verständnis und lässt es sich nicht nehmen, uns zu einem kleinen Umtrunk in sein Zuhause einzuladen – das hört man gerne.


Wir verreisen mit dem WINNEBAGO TRAVATO

18.30 Uhr Eine Stunde später kommt Edelbert vom Schoppen zurück und rechnet vor, dass er 100 Dollars in Weichgetränke (unlöblich: Softdrinks), Obst und Konservendosen investiert hat. Ich reibe mir die Hände und lasse den Professor wissen, dass wir bei Herrn Wang zum Essen eingeladen sind. Ruckzuck schleppen wir die Einkäufe ins Haus und nehmen uns dann das Recht heraus, mit knurrenden Mägen zum Nachbarhaus zu schlendern.
19.15 Uhr Während wir gemütlich zusammensitzen und Sandwiches verzehren, lasse ich Herrn Wang an meinen Problemen teilhaben und unke, dass Guido nichts Gutes im Schilde führt. Mein Tischnachbar rollt demonstrativ mit den Augen und wirft ein, dass es eine hervorragende Idee war, die Zelte im Willoughby Drive abzubrechen. Edelbert prostet Herrn Wang mit einem süffigen Budweiser zu und sagt, dass uns die morgige Tagesetappe durch den „Picayune Forest“ bis nach Fort Lauderdale an Floridas Ostküste führen wird – das wird eine Gaudi.
20.15 Uhr Ein schöner Abend neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Um Morgen fit zu sein, bedanken wir uns für Speis und Trank und wünschen Herrn Wang einen angenehmen Abend. Anschliessend kehren wir ins Ferienhaus meiner Familie zurück und legen uns schlafen. Gute Nacht.

18. Juli 2017 – Guido kommt am Wochenende!

08.00 Uhr Ich werde durch das Ruby Force Lied „Tender“ (löblich: Zärtlich) geweckt und erfahre, dass die Interpretin vor wenigen Tagen ihr Debütalbum „Evolutionary War“ (löblich: Evolutionskrieg) herausgebracht hat. Anerkennend schnalze ich mit der Zunge und erkläre Hund Dixon, dass die Polka prima ist. Danach rolle ich mich aus dem Wasserbett und ertüchtige mich auf der Terrasse – Morgenstund hat bekanntlich Gold im Mund.


Ruby Force – Evolutionary War

08.30 Uhr Just als ich ins Haus zurückkehre, bimmelt das Telefon besonders laut. Ich halte mir den Hörer ans Ohr und staune nicht schlecht, als sich ein vorlautes Frauenzimmer meldet. Die Dame gibt unverständliches Kauderwelsch von sich und legt mir nahe, einen neuen Internetzvertrag abzuschliessen. Natürlich lehne ich dankend ab und ermutige den Trampel, andere Leute auf die Nerven zu gehen – gleich platzt mir der Kragen.
09.15 Uhr Wie es sich gehört, entspanne ich mich nach dem Frühsport bei einem Wirbelbad und nehme mir das Recht heraus, in der Zeitung zu blättern. Unter anderem erfahre ich, dass das Gesundheitsamt die Empfehlung ausgegeben hat, nicht am „Naples Pier“ zu baden. Ich mache grosse Augen und lerne, dass städtische Angestellte eine hohe bakterielle Verschmutzung an der beliebten Anlegestelle festgestellt haben – wo soll das noch hinführen.
10.15 Uhr Nachdenklich steige ich aus der Wanne und kehre in die Küche zurück, um die wichtigste Mahlzeit des Tages vorzubereiten. Während ich fünf Eier aufschlage und die Hüften zum Phil Vassar Schlag „American Soul“ (löblich: amerikanische Seele) kreisen lasse, fährt plötzlich Edelberts JEEP vor. Ich winke meinen Bekannten sogleich herein und lasse es mir nicht nehmen, ihn zum Frühstück einzuladen. Der schlaue Mann reibt sich die Hände und erkundigt sich, ob ich eine Flasche A1 Sauce im Küchenschrank aufbewahre. Ich deute in Richtung der linken Anrichte und schmecke die Rühreier mit etwas Salz ab – wie gut das duftet.
10.45 Uhr Schlussendlich verfrachte ich zwei stattliche Portionen auf die Teller und wünsche Edelbert einen guten Appetit. Mein Tischnachbar greift zungeschnalzend zum Besteck und meint, dass die Jause hervorragend mundet. Ausserdem möchte der gute Mann wissen, ob ich den Jack Kerouacs Roman „On the Road“ (löblich: Auf der Strasse) bereits gelesen habe. Ich nicke eifrig und setze Edelbert darüber in Kenntnis, dass es grossen Spass bereitet, die Hauptfiguren bei ihrer spannenden Reise von New York bis nach Mexiko zu begleiten. Ferner merke ich an, dass der Kerouacs Schreibstil stark an Mark Twain erinnert. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und informiert, dass der Schriftsteller viele Jahre in St. Petersburg, FL gelebt hat und auch dort gestorben ist – jaja.


Dixon muss Gassi gehen

11.30 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten schenke ich meinem Hausgast Kaffee nach und stelle klar, dass wir nun mit Dixon Gassi gehen sollten. Edelbert zeigt sich prompt einverstanden und folgt mir plaudernd zum Golfplatz.
12.15 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, kehren wir ins Vereinsheim der „La Playa“ Golfanlage ein und ordern zwei süffige Hopfenkaltschalen sowie köstliche Thunfisch Sandwiches. Der Ober streichelt dem hechelnden Rüden über den Kopf und zögert nicht, auch eine Schüssel Wasser bereitzustellen – wie aufmerksam.
13.00 Uhr Wenig später surrt mein Handtelefon und ich habe das Vergnügen, mit meiner Schwester sprechen zu können. Elsbeth begrüsst mich herzlich und berichtet, dass sie gerade damit beschäftigt ist, ihren Reisekoffer zu packen. Als ich genauer nachfrage, rückt die Perle mit der Wahrheit heraus und beteuert, dass sie am Freitag mit ihrem verlotterten Sohn über den grossen Teich fliegen und mir einen Besuch abstatten wird. Bevor ich Worte finde, fährt meine Schwester fort, dass es langsam Zeit wird, mich mit Guido zu versöhnen – wie unlöblich.


Guido kommt mir nicht ins Haus!

13.30 Uhr Nachdem ich das Telefonat beendet habe, greife ich mit zitternder Hand zum Bierglas und gebe dem Professor zu verstehen, dass ich kurz vor einer Ohnmacht stehe. Zudem lasse ich das Gespräch Revue passieren und merke an, dass ich dem schwarzen Schaf der Familie ganz bestimmt nicht gegenüber treten werde.
14.15 Uhr Während des Heimweges machen wir uns eigene Gedanken und kommen überein, dass die Leute am Freitag Abend in Miami eintreffen und Tags darauf in Naples sein werden. Edelbert kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und unterbreitet, dass es angebracht wäre, unsere Zelte in Florida abzubrechen.
15.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, rufe ich augenblicklich in Kanada an und lasse meinen Bruder wissen, dass sich Guido angekündigt hat. Georg lacht laut auf und animiert mich, kurzerhand nach Kanada auszufliegen und die Seele am Lake Simcoe baumeln zu lassen – das ist gar keine schlechte Idee.


Ich verlasse die Vereinigten Staaten in Richtung Kanada

15.30 Uhr Entnervt werfe ich den Hörer auf die Basisstation und nehme einen kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche. Danach setze ich mich an den Heimrechner und halte auf Expedia.com nach preiswerten Flügen Ausschau. Da die Preise kaum erschwinglich sind, wende ich mich dem Professor zu und schlage vor, dass wir mit Georgs Winnebago verreisen sollten. Edelbert ist begeistert und sagt, dass wir der Küste bis nach Savannah folgen und dann quer durchs Land bis nach Cleveland in Ohio krusen könnten – das hört sich verlockend an.
16.15 Uhr Nachdem sich mein Bekannter verabschiedet hat, lasse ich mich seufzend auf dem Kanapee nieder und versuche mich zu entspannen – leider ohne Erfolg.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 5 zugeht, fülle ich nörgelnd Trockenfutter in Dixons Napf und verzehre eine mit Capocollo und Käse belegte Stulle. Nebenher lege ich meine Stirn in Falten und spiele mit der Idee, bei Scherriff Bradfort ein Kontaktverbot gegen Guido zu erwirken.


Ich ertränke meine Sorgen in Alkohol

18.00 Uhr Deprimiert stelle ich die Geschirrspülmaschine an und ziehe es vor, noch einmal mit Elsbeth zu telefonieren. Als ich der Dame meine Bedenken schildere, fällt sie mir ins Wort und meint, dass ich keine Angst vor ihrem Sohn haben muss. Meine Schwester wirkt beruhigend auf mich ein und behauptet, dass Guido längst auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt ist und bald seine langjährige Freundin Melanie heiraten wird.
19.00 Uhr Nach einer Stunde breche ich das Gespräch ab und giesse mir zwei weitere Biere hinter die Binde. Ausserdem laufe ich in der guten Stube auf und ab und ärgere mich masslos über Guidos Frechheiten.
21.00 Uhr Weil ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, rufe ich Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.

11. Juli 2017 – Ein Krustenbraten zum Abschied

08.00 Uhr Erfrischt und voller Vorfreude auf den anstehenden Tag rolle ich mich aus dem Bett. Wie es sich gehört, stelle ich die Musikanlage ein und beschalle die kleine Villa mit prima George Strait Klängen. Danach werfe ich mir meinen rotseidenen Morgenmantel über und absolviere auf der schattigen Terrasse den Frühsport.
08.30 Uhr Vor der Ertüchtigung nehme ich die futuristische DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb und lasse Hund Dixon wissen, dass wir gleich frühstücken werden. Der Rüde leckt sich die Lefzen und hüpft ausgelassen auf das Kanapee, um einen zwischen den Kissen versteckten Kauknochen hervorzuholen – das ist ja allerhand.


Dixons Kauknochen

09.00 Uhr Während ich mich ordentlich wasche, bimmelt plötzlich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry). Zu meiner Freude meldet sich Maria in der Leitung und lädt mich zum Mittagessen in den Lowbank Drive ein. Darüber hinaus erfahre ich, dass die lieben Menschen am morgigen Tag gegen 7 Uhr zum Flughafen nach Miami krusen müssen. Ich nicke eifrig und entgegne, dass es mir eine Freude sein wird, den Schoffeur zu spielen. Meine Schwägerin bedankt sich artig und sagt, dass sie nun Edelbert anrufen wird – das soll mir auch Recht sein.
10.00 Uhr Sechzig Minuten später schlendere ich frisch in Schale geworfen in die Küche und richte auf einem schweren Silbertablett eine Karaffe mit köstlichem Orangensaft, zwei Schokoladencroissants aus dem PUBLIX Supermarkt sowie eine Schale mit gezuckerten Erdbeeren an. Im Anschluss trage ich das Tablett ins Wohnzimmer und ringe mich während der Mahlzeit dazu durch, lustige Geschenke für meine Liebsten in Kanada zu besorgen – da kommt besonders grosse Freude auf.
10.30 Uhr Wenig später pocht Frau Pontecorvo an die Terrassentüre und erkundigt sich, ob es mir gut geht. Die Perle erinnert an den gestrigen Zeckenbiss und unkt, dass ich mir womöglich doch eine Infektionskrankheit eingefangen habe. Selbstverständlich winke ich gelangweilt ab und erkläre der kleinen Frau, dass ich nun zum WAL MART krusen und Präsente für die Kinder besorgen muss. Mein Hausgast freut sich und kündigt an, mich kurzerhand zu begleiten – das kann ja heiter werden.


Wir schoppen bei WAL MART

11.00 Uhr Endlich sitzen wir im Chevrolet und gleiten mit Hund Dixon zum fünf Meilen entfernten Supercenter. Während Josh Turner im Radio ein belangloses Lied trällert, folge ich der Immokalee Road gen Osten und informiere, dass ich James, Amanda und David sehr vermisse. Meine Begleiterin zeigt Verständnis und legt mir nahe, einen Flug in den hohen Norden zu buchen. Ich schüttle jedoch den Kopf und erinnere daran, dass ich ein armer Rentner bin und mir diesen Luxus nicht leisten kann – wie traurig.
11.30 Uhr Schnaufend betreten wir das Kaufhaus und schicken uns an, die hauseigene Musikabteilung zu besuchen. Ich fackle nicht lange und wähle die exklusiv bei Wal Mart erhältliche „The Alan Jackson Story“ (löblich: Die Alan Jackson Geschichte) aus. Anschliessend begeben wir uns zur Kleiderabteilung und fassen den Entschluss, für Amanda und David farbenfrohe Badetücher auszuwählen. Ich schnippe mit den Fingern und erkläre meiner Nachbarin, dass die jungen Leute derzeit ihren wohlverdienten Sommerurlaub am Lake Simcoe verbringen.


The Alan Jackson Story

12.15 Uhr Kurz nach dem Zwölfuhrläuten sitzen wir wieder im PS-strotzenden SUV und rasen ohne Umwege zum Ferienhaus meiner Verwandten. Frau Pontecorvo legt währenddessen beste Laune an den Tag und vermutet, dass Maria zur Feier des Tages ein besonders schmackhaftes Mittagessen auf den Tisch bringen wird – wie aufregend.
12.45 Uhr Überpünktlich erreichen wir unser Ziel und haben die Ehre, nicht nur Edelbert, sondern auch Herrn Wang begrüssen zu können. Ruckzuck nehmen wir am festlich gedeckten Esstisch Platz und werden von meiner Schwägerin mit einem bayerischen Krustenbraten und ausgemachten Serviettenknödeln überrascht. Die Meisterköchin wischt sich demonstrativ über die Stirn und rechnet vor, dass sie in der Satreales Metzgerei knapp 40 Dollars für zwei Pfund Schweineschulter bezahlen musste – das ist ja allerhand.
13.15 Uhr Trotz der hohen Kosten beissen wir kraftvoll zu und sind einstimmig der Meinung, dass sich Maria wieder einmal selbst übertroffen hat. Edelbert giesst sich etwas Sause über die vitaminreiche Beilage und belehrt, dass Serviettenknödel bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts ausschliesslich in der Tschechoslowakei bekannt waren.
14.00 Uhr Just als Maria Latte Maschinatos und Käsekuchen serviert, präsentiere ich die Mitbringsel aus dem WAL MART und bitte Georg, die Geschenke an die Kinder weiterzureichen. Mein Bruder nickt zustimmend und ruft mich auf, im Laufe des Sommers doch nach Kanada auszufliegen – das werden wir erst noch sehen.


Der Winnebago Travato

15.00 Uhr Wir lassen das Mittagessen mit alkoholfreien Langgetränken (unlöblich: Longdrinks) am Schwimmbecken ausklingen und tratschen über dies und das. Natürlich lässt Georg seinen mehrwöchigen Floridaaufenthalt noch einmal Revue passieren und unterbreitet, dass es eine Gaudi war, mit dem WINNEBAGO TRAVATO die Umgebung zu erkunden. Darüber hinaus vernehmen wir, dass die lieben Leute im Spätherbst wiederkommen und das Weihnachtsfest im Sonnenscheinstaat erleben wollen – das hört man gerne.
16.00 Uhr Zurück im Willoughby Drive, hauche ich der Pontecorvo ein Bussi auf die Wange und ziehe mich in die gute Stube zurück. Nachdem ich Dixons Napf mit Futter aufgefüllt habe, falle ich aufs Sofa und schliesse die Augen.
17.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und mache es mir zur Aufgabe, Nudeln aufzukochen und einen Salat anzurichten. Nach wenigen Minuten gebe ich die Teigwaren in eine Pfanne und zaubere im Handumdrehen „Spaghetti Aglio e Olio“ (löblich: Langnudeln mit Knoblauch und Olivenöl) – wie gut das duftet.


Ich beisse kraftvoll zu

18.00 Uhr Nach dem Schmaus gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über und gebe mich dem Amazon Programm hin. Ruckzuck navigiere ich durch das Videoangebot und fröne dem oscarprämierten Meisterwerk „Manchester by the Sea“. Das amerikanische Drama erzählt aus dem Leben eines Hausmeisters, dessen Bruder ganz überraschend an einer Herzschwäche stirbt – wie traurig.
20.30 Uhr Zweieinhalb Stunden später flimmert der Abspann über die Mattscheibe und ich betätige nachdenklich den OFF (löblich: AUS) Knopf auf der neumodernen Fernbedienung. Danach rufe ich den Vierbeiner ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.

10. Juli 2017 – Parasitenbefall

08.00 Uhr Die 28. Woche des Jahres beginnt und ich reibe mir den Schlaf aus den Augen. Obgleich meine Verwandten angekündigt haben, in zwei Tagen nach Kanada auszufliegen, lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und absolviere auf der Terrasse den Frühsport – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Nachdem ich den Rasensprenkler in Betrieb gesetzt habe, renne ich schwitzend ins Haus zurück. Wie es sich gehört, ziehe ich mich spornstreichs ins Bad zurück und lasse die Seele bei einem Wirbelbad baumeln. Nebenher rufe ich bei meinen Liebsten an und vernehme, dass Georg und Maria von Miami aus zurück in die Heimat fliegen werden. Mein Bruder ist begeistert und kündigt an, dass er seinen Aufenthalt mit einem opulenten Mittagessen ausklingen lassen möchte. Zudem erfahre ich, dass ich genötigt sein werde, die beiden nach der Mahlzeit im besten Restaurant in der Stadt an die Ostküste zu kutschieren – das kann ja heiter werden.


Hilfe, eine Zecke

09.30 Uhr Kopfschüttelnd steige ich aus der Wanne und greife zum Handtuch. Als ich mich trocken reibe, stelle ich mit grosser Sorge fest, dass sich eine Zecke an meiner rechten Wade festgebissen hat. Ich schreie entsetzt und flitze badebemäntelt zum Nachbaranwesen, um Frau Pontecorvo über den Parasitenbefall in Kenntnis zu setzen. Die Alte macht grosse Augen und legt mir nahe, schnellstmöglich zum 2 Meilen entfernten „North Naples Hospital“ zu fahren. Ich nicke zustimmend und mache schnell kehrt, um mich in Schale zu werfen.
10.00 Uhr Wenig später scheuche ich den Vierbeiner zum Nachbarhaus und bitte Frau Pontecorvo, während meiner Abwesenheit auf Dixon aufzupassen. Im Anschluss hüpfe ich nörgelnd in den Chevrolet und schicke mich an, das Krankenhaus an der Immokalee Road anzusteuern. Nebenher zücke ich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und lasse es mir nicht nehmen, meinem Bruder klarzumachen, dass ich womöglich mehrere Wochen in der Klinik bleiben muss. Georg kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und sichert zu, dass er sich gleich auf den Weg machen und mir in diesen schweren Stunden beistehen wird – wie schön.
10.30 Uhr Nachdem ich das Auto vorschriftsmässig geparkt habe, laufe ich mit schnellen Schritten ins Gebäude und erkläre einer gelangweilt dreinblickenden Empfangsdame, dass mich eine Zecke gezwickt hat. Die behäbige Negerin nippt an ihrer Kaffeetasse und meint, dass ich die Dermatologie im zweiten Stock aufsuchen sollte.
11.00 Uhr Dreissig Minuten später finde ich mich in einem Behandlungsraum wieder und sehe mich mit einem Jungspund konfrontiert, der sich mir als Dr. Belmont vorstellt. Der 33jährige Rotschopf nimmt mein Bein ganz genau in Augenschein und kommt zu dem Schluss, dass ich von einer sogenannten „Gulf Coast Tick“ (löblich: Golfküsten Zecke) befallen wurde. Als ich entnervt mit den Augen rolle und mich im Leichenschauhaus liegen sehe, beruhigt mich Dr. Belmont redlichst und zögert nicht, den Parasiten zu entfernen. Bei dieser Gelegenheit lerne ich, dass diese Zeckenart nur sehr selten Krankheiten überträgt. Um auf Nummer sicher zu gehen, präsentiert der Facharzt eine Spritze und impft mich gegen Encephalitis (auf deutsch: Meningoenzephalitis).
12.00 Uhr Kurze Zeit später kann ich die Praxis verlassen und freue mich, im Gang Georg anzutreffen. Mein Bruder klopft mir aufmunternd auf die Schulter und will wissen, ob wir nun ein Bestattungsunternehmen ansteuern sollten. Ich winke demonstrativ ab und entgegne, dass ich dem Sensenmann gerade noch von der Schippe gesprungen bin.


Ich gebe ein Vermögen aus

12.45 Uhr Schlussendlich finde ich mich wieder bei der schwarzen Dame am Empfang ein und bringe heraus, dass die Behandlung 270 Dollars kosten soll. Weil ich kein Bargeld zur Hand habe, überreiche ich der Frau meine praktische Meisterkarte und bitte sie, den Rechnungsbetrag von meinem Konto abzubuchen – wie unlöblich.
13.30 Uhr Zurück am Auto, tippe ich auf meine goldene Armbanduhr und gebe bekannt, dass mein Magen nun eine warme Mahlzeit vertragen könnte. Georg schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass wir die „New York Pizza & Pasta“ Gaststätte ansteuern könnten – das ist eine phantastische Idee.
14.15 Uhr Während wir süffiges Leichtbier schlürfen und hausgemachte Nudeln mit Fleischbällchen verzehren, lasse ich den Krankenhausaufenthalt in allen Einzelheiten Revue passieren. Unter anderem berichte ich, dass Dr. Belmont davon ausgeht, dass die Zecke keine Krankheiten übertragen hat. Ich gebe mich erleichtert und mutmasse, dass mich der Parasit womöglich bei einem Spaziergang befallen hat – wie furchtbar.


Mein Zuhause unter Palmen

15.00 Uhr Endlich bin ich wieder zu Hause und werden von Hund Dixon auf und ab hüpfend begrüsst. Ich lasse mich auf Frau Pontecorvos Terrasse nieder und fordere die Dame des Hauses auf, mir ein Gläschen Schaumwein einzuschenken. Ausserdem verrate ich, dass ich auf Anraten des Arztes während der kommenden Tage etwas kürzer treten muss. Frau Pontecorvo zeigt Verständnis und verspricht, mir im Haushalt zur Hand zu gehen.
15.45 Uhr Da ich nicht mehr der Jüngste bin, verabschiede ich mich händeschüttelnd und kehre mit dem Rüden im Schlepptau in die kleine Villa zurück. Völlig erschöpft falle ich aufs Kanapee und döse prompt ein.
16.45 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 5 zugeht, bimmelt das Telefon besonders laut. Zu allem Überfluss meldet sich der Professor und erkundigt sich nach meinen Tagesaktivitäten. Natürlich klage ich dem schlauen Mann mein Leid und vertelle, dass man heutzutage nicht einmal mehr beim entspannten Gassigang sicher ist. Edelbert nickt eifrig und sagt, dass er morgen zum Frühstück vorbeikommen wird.


Ich lasse mir eine vitaminreiche Pizza schmecken

18.00 Uhr Nachdem ich eine im Ofen aufgebackene Pizza verzehrt habe, gehe ich zum gemütlichen Teil des langen Tages über und informiere mich bei den Nachrichten über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.
19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, wechsle ich zeitnah auf den Bezahlkanal AMC und gebe mich dem zwielichtigen britischen Gruselfilm „Don’t Knock Twice“ hin, der vom Kampf eines jungen Mädchens gegen eine böse Hexe erzählt. HEUREKA – diesen Unsinn muss man gesehen haben.
20.30 Uhr Eineinhalb Stunden später betätige ich vogelzeigend den „OFF“ (löblich: AUS) Knopf auf der neumodernen Fernbedienung und entschliesse mich, eine kühle Hopfenkaltschale auf der Terrasse zu trinken. Danach verschliesse ich die Türe sicher und lege mich ins Bett. Gute Nacht.

6. Juli 2017 – Grosse Hitze und Gaumenfreuden

08.00 Uhr Ich hüpfe aus dem Bett und stelle fest, dass sich Dixon noch gar nicht an der Terrassentüre eingefunden hat. Stattdessen treffe ich den Rüden hechelnd in der Küche an und bemerke, dass er während der Nacht seinen Trinknapf geleert hat. Weil ich ein Tierfreund bin, fülle ich die Schüssel spornstreichs mit frischem Wasser auf und öffne dann die Pforte. Schnell wird mir jedoch klar, dass es viel zu heiss ist, um hinaus zu gehen.


Dixon schwitzt

08.30 Uhr Wegen der grossen Hitze absolviere ich den Frühsport in der klimatisierten Stube und ziehe es dann vor, schnellstmöglich im Badezimmer zu verschwinden.
09.00 Uhr Während ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln lasse, rufe ich kurzentschlossen bei meinen Verwandten im Lowbank Drive an und lasse sie wissen, dass ich mich heute ganz bestimmt keinem Ausflug anschliessen werde. Auch Georg jammert ohne Unterlass und vertellt, dass er gleich in seine Badehose schlüpfen und den Tag im hauseigenen Schwimmbecken verbringen wird – das ist eine hervorragende Idee.
10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 10 zugeht, beende ich den Badespass und werfe mich in Schale. Danach schlendere ich in die Küche und nehme die futuristische DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb. Zudem schlage ich etliche Eier auf und zaubere im Handumdrehen ein gesundes Omelett.
10.30 Uhr Just als ich mich am Küchentisch niederlasse und kraftvoll zubeisse, rollt Edelberts schneeweisser JEEP vor meinem kultivierten Haus vor. Der schlaue Mann schleppt sich schnaufend ins Haus und meint, dass ihn gleich der Schlag treffen wird. Um dem Professor etwas Gutes zu tun, kredenze ich ihm eine Dose Root Beer (löblich: Wurzelbier) aus dem Hause A&W und gebe zu Protokoll, dass das Thermometer im Laufe des Tages die 100 F° Grenze überschreiten wird – wo soll das noch hinführen.
11.15 Uhr Nach der reichhaltigen Mahlzeit gönne ich mir ebenfalls ein Wurzelbier und deute schmunzelnd in Richtung des Nachbargartens. Edelbert späht neugierig nach nebenan und freut sich, Herrn Booths hübsche Nichte in einem knappen Bikini zu sehen. Der gute Mann schnalzt beeindruckt mit der Zunge und unterbreitet, dass Fräulein Melody eine saubere Figur hat – wie wahr.


Frau Melody ist aufreizend bekleidet

12.00 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit kommt Dixon von seinem Gassigang zurück und lässt sich fiepend auf den kalten Fliesenboden fallen. Ich streichle dem Racker aufmunternd über den Kopf und lasse es mir nicht nehmen, ihm zwei lustige Kauknochen ins Maul zu stecken. Im Anschluss komme ich auf den neuwertigen WEBER Gasgrill zu sprechen und informiere, dass mir Georg das Gerät freundlicherweise überlassen hat. Der Professor wird augenblicklich hellhörig und sagt, dass es angebracht wäre, zwei köstliche Schnitzel herauszubraten. Ich lege prompt den Zeigefinger an die Unterlippe und weise auf die Tatsache hin, dass ich noch etliche T Bone Steaks in der Tiefkühltruhe aufbewahre. Ruckzuck flitze ich in die Küche und mache mich daran, vier köstliche Rindfleischstücke aus dem Kühlfach zu holen. Edelbert macht sich währenddessen am Grill zu schaffen und dreht den Gashahn bis zum Anschlag auf – da kommt besonders grosse Freude auf.
12.30 Uhr Während mein Bekannter bei schweisstreibenden Temperaturen am Grill steht, mache ich mich in der Küche nützlich und richte im Handumdrehen einen gesunden Salat mit Oliven an. Darüber hinaus backe ich Kartoffelspalten im Ofenrohr auf und vergesse auch nicht, das Haustier mit Trockenfutter zu verwöhnen.


Fleisch ist ein Stück Lebenskraft

13.00 Uhr Endlich können wir es uns im Wohnzimmer bequem machen und uns die Gaumenfreuden zu Gemüte führen. Natürlich lobe ich Edelberts Grillkünste über den Schellenkönig und registriere, dass er das Fleisch perfekt gebraten hat. Der Professor bedankt sich und versichert, dass auch die Kartoffelspalten hervorragend munden.
13.30 Uhr Als Nachspeise serviere ich Frozen Yoghurt (löblich: Gefrorenen Joghurt) aus dem PUBLIX Markt und merke an, dass ich morgen zu Bob’s Liquor Store krusen und Weissbier einkaufen muss. Mein Tischnachbar reibt sich die Hände und verspricht, mich zum Alkoholgeschäft unseres Vertrauens zu begleiten.
14.00 Uhr Nachdem sich der Professor verabschiedet hat, falle ich erschöpft aufs Kanapee und schliesse die Augen. Schon bald schlummere ich ein und sehe mich im Traum auf die Pfade des berüchtigten Zodiac Serienmörders versetzt. HEUREKA – diese Reise werde ich so schnell nicht vergessen.
15.00 Uhr Ich werde durch lautes Telefonschellen geweckt und sehe mich genötigt, mit Frau Pontecorvo sprechen zu müssen. Die Dame schimpft über das viel zu heisse Wetter in Jacksonville und erkundigt sich, ob ich regelmässig in ihrem Zuhause nach dem Rechten sehe. Ich zucke mit den Schultern und flunkere, dass ich täglich nach nebenan gehe, um den Briefkasten zu leeren und die Pflanzen zu bewässern. Meine Nachbarin gibt sich erleichtert und erinnert, dass wir uns am Sonntag wiedersehen werden.
15.30 Uhr Nach dem Telefonat gehe ich trotz der unerträglichen Hitze Anschnur und komme meinen Pflichten als staatlich anerkannter Internetzseelsorger nach. Wie es sich gehört, helfe ich verzweifelten Erziehungsberechtigten aus schier ausweglosen Situationen und rate dazu, mit der verlotterten Jugend nicht zu zimperlich umzugehen.


Die Petersilie wächst und gedeiht

16.30 Uhr Fix und foxi beende ich die Arbeit und begebe mich nach draussen, um nicht nur die Petersilie, sondern auch die Mangroven auf dem angrenzenden Grundstück zu bewässern – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.
17.00 Uhr Um endlich zur Ruhe zu kommen, mache ich kehrt und bereite unter den fordernden Blicken meines Haustieres das Abendessen vor. Da ich auf meine schlanke Linie achten muss, nehme ich mit vier kleinen Sandwiches (löblich: Wurstbroten) und etlichen Gewürzgurken aus dem Glas Vorlieb – schmeckt gar nicht schlecht.
18.00 Uhr Nachdem ich die Geschirrspülmaschine eingestellt habe, schalte ich die Glotze ein und schaue mir die FOX Nachrichten an. Unter anderem lerne ich, dass in zwei Monaten die „National Football League“ (löblich: Nationale Fussball Liga) in die neue Saison starten wird – wie aufregend.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf den Bezahlkanal HBO und fröne dem Märchenfilm „Big Friendly Giant“ (löblich: Grosser freundlicher Riese). Die abendfüllende Produktion aus Stephen Spielbergs Feder erzählt die haarsträubende Geschichte eines Waisenkindes, welches sich mit einem Riesen anfreundet.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Dummsinn beende ich den Fernsehabend und rufe Dixon ins Haus. Zu guter Letzt reguliere ich die Klimaanlage und lege mich schlafen. Gute Nacht.