21. Juli 2017 – Von Lighthouse Point zum Kennedy Space Center

08.00 Uhr Ein neuer Morgen bricht an und ich habe mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Als ich mir den Schlaf aus den Augen wische und zum Fenster schiele, stelle ich erschrocken fest, dass ich während der Nacht gar nicht in meinem Bett geschlafen habe. Erst nach wenigen Augenblicken wird mir klar, dass ich mich auf der Flucht befinde und in der 10.000 Einwohner zählenden Gemeinde Lighthouse Point, FL übernachtet habe – wie schön.
08.30 Uhr Nachdem ich vor dem Motelzimmer Purzelbäume geschlagen und skeptische Blicke einiger Gäste auf mich gezogen habe, poche ich an Edelberts Räumlichkeit und bringe heraus, dass mein Bekannter wie ein Kleinkind geschlafen hat. Ich reibe mir die Hände und lasse den Professor wissen, dass mein knurrender Magen nach einem Frühstück verlangt. Der gute Mann schlägt in die gleiche Kerbe und verspricht, dass er in einer Stunde abfahrbereit sein wird – das hört man gerne.
08.45 Uhr Um die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken, kehre ich ins Motelzimmer zurück und fülle Dixons Napf mit ROYAL CANIN Trockenfutter auf. Danach verschwinde ich im Badezimmer und dusche mich kalt ab – das tut gut.
09.30 Uhr Wenig später räume ich das Gepäck in den Travato und nehme mir das Recht heraus, mit der praktischen Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) im Internet zu recherchieren. Dank der GOOGLE MAP (löblich: Landkarte) Weichware finde ich im Handumdrehen ein nettes Gasthaus in der Nachbarschaft – wie schön.
09.45 Uhr Endlich hievt auch der Professor seinen Koffer ins Wohnmobil und schlägt vor, dass wir der Küste einige Meilen nach Norden folgen könnten. Ich schüttle den Kopf und gebe zu Protokoll, dass ich in „Michael’s Family Restaurant“ einkehren möchte. Edelbert zuckt mit den Schultern und macht es sich auf dem Beifahrersitz bequem.
10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten finden wir uns in einem gutbesuchten Familiengasthaus wieder und werden von einer freundlichen Kellnerin herzlich begrüsst. Das Mädchen (22) führt uns an einen Tisch mit Ausblick auf die benachbarte Autowerkstatt und versorgt uns mit wässrigem Kaffee. Wir fackeln nicht lange und bitten den Trampel, zwei grosse Frühstücke zu servieren. Darüber hinaus planen wir die heutige Etappe und verabreden, dass wir während des Nachmittages Boca Raton hinter uns bringen und unser Nachtlager bei Titusville im Brevard County aufschlagen sollten – das soll mir Recht sein.


Edelbert brüht Kaffee auf / Bild: Nevit Dilmen / CC BY-SA 3.0

11.00 Uhr Gestärkt verlassen wir die Wirtschaft und schicken uns an, Dixon in den WINNEBAGO zu helfen und der Florida Staatsstrasse A1A gen Norden zu folgen. Während ich das Wohnmobil auf 35 Meilen pro Stunde beschleunige, macht sich mein Begleiter an der Küchenzeile zu schaffen und brüht Kaffee auf. Nebenher nölt der gute Mann in einer Tour und beteuert, dass die braune Brühe in „Michael’s Restaurant“ ungeniessbar war.
12.00 Uhr Zur Mittagszeit passieren wir die Stadt Jupiter und lesen auf einer Informationstafel, dass in dieser Gemeinde eine sogenannte LORAN Sendeanstalt beheimatet ist. Edelbert ist bestens informiert und behauptet, dass viele solcher Anlagen entlang der Küste zu finden sind. Zudem lerne ich, dass die Loran-C Signale zur Navigation auf hoher See zum Einsatz kommen – wie interessant.
12.45 Uhr Just als ich kraftvoll in einen Schokoladenriegel beisse und meine Kehle mit einer Mountain Dew Limonade öle, bimmelt die Schwarzbeere besonders laut. Zu meiner Freude meldet sich Georg in der Leitung und erkundigt sich, wann wir in Kanada eintreffen werden. Ich zucke mit den Schultern und entgegne, dass wir alle Zeit der Welt haben und nichts überstürzen werden. Mein Bruder lässt jedoch nicht locker und setzt mich darüber in Kenntnis, dass am kommenden Mittwoch am Lake Simcoe ein grosses Feuerwerk stattfinden wird – jaja.


Der Lake Simcoe wartet schon auf uns

13.45 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, überqueren wir den Indian River und entschliessen uns, auf der vorgelagerten Insel an den Gemeinden Vero Beach und Wabasso vorbeizuziehen. Edelbert knipst unzählige Photos und meint, dass viele Bürger von Wabasso mit Krabbenfang ihren Lebensunterhalt bestreiten – wie lächerlich.
14.45 Uhr Um den Vierbeiner eine kleine Freude zu bereiten, machen wir in Satellite Beach eine kurze Rast. Mit quietschenden Bremsen kommen wir vor der einladenden „Pappagallo’s Pizzeria“ zum stehen und ermöglichen Dixon etwas Auslauf. Der Rüde flitzt wie von Sinnen zum Strand und zögert nicht, sein Beinchen an einer hochgewachsenen Palme zu heben. Währenddessen lassen wir uns auf einer Bank nieder und löschen unseren Durst mit süffigem Rootbeer (löblich: Wurzelbier). Edelbert nippt zufrieden am Kaltgetränk und wirft ein, dass es immer wieder grossen Spass bereitet, durch Amerika zu rasen – das kann man laut sagen.
15.30 Uhr Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, schlendern wir plaudernd in das Italiengasthaus und stärken uns mit vitaminreichen Salamipizzas. Ferner schmieden wir Pläne fürs Wochenende und kommen überein, dass wir Morgen bis nach Savannah krusen und dort den Sonntag verbringen sollten – wie aufregend.


Wir geben ein kleines Trinkgeld

16.15 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, die Rechnung zu begleichen und weiterzufahren. Wir bescheren dem Wirt ein kleines Trinkgeld und ziehen es vor, die letzten 45 Meilen unserer Tagesreise ruck zuck hinter uns zu bringen. Um für gute Stimmung zu sorgen, verfrachte ich eine Kompaktscheibe mit George Straits grössten Erfolgen in die Musikanlage und trete das Gaspedal bis zum Anschlag durch.
17.15 Uhr Nach knapp 200 Meilen erreichen wir unser Ziel und haben das Vergnügen, unweit des „Kennedy Space Centers“ in ein preiswertes „Budget Motel“ einzutschecken. Die zuvorkommende Empfangsdame weist uns zwei Zimmer mit Blick auf den Indian River zu und legt uns nahe, am morgigen Tag das „Kennedy Weltraumzentrum“ zu besuchen – das werden wir erst noch sehen.


Wir übernachten am Kennedy Space Center

18.00 Uhr Nachdem wir unser Gepäck auf die Zimmer gebracht haben, vertreten wir uns die Beine und spazieren zum Rathaus. Ausserdem flanieren wir an der örtlichen Playadlinda Brauerei vorbei und fassen den Entschluss, in die hauseigene Trinkhalle einzukehren und das selbstgebraute Bier zu kosten. Dazu gibt es köstliche Cheeseburger (löblich: Käseburger) mit gekringelten Kartoffelstäben und Salat – man gönnt sich ja sonst nichts.
20.00 Uhr Zwei Stunden später finden wir uns erheitert im Motel ein. Ich wünsche Edelbert eine ruhige Nacht und beschliesse den langen Tag mit einer kalten Dusche. Danach breite ich Dixons Decke auf dem Boden aus und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

19. Juli 2017 – Auf der Flucht

07.00 Uhr Da ich während der Nacht kaum ein Auge schliessen konnte, rolle ich mich bereits um 7 Uhr aus dem Bett und begrüsse die aufgehende Sonne mit dem Frühsport. Nebenher zermartere ich mir den Kopf und kann es immer noch nicht glauben, dass meine Schwester samt ihres verlotterten Sohnes bald in Florida eintreffen wird.
08.00 Uhr Nachdem ich meine Glieder gestählt habe, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Unterdessen lege ich die Stirn in Falten und überlege, wie ich einem Treffen mit Guido entgehen kann. In meiner Verzweiflung tippe ich Scherriff Bradforts Nummer in die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) ein und frage nach, ob er mir Polizeischutz gewähren kann. Ich schildere meine Probleme in allen Einzelheiten und vernehme, dass dem Ordnungshüter in diesem Fall leider die Hände gebunden sind – wie unlöblich.


Ich greife besorgt zur Schwarzbeere

09.00 Uhr Als der Stundenzeiger meines Chronographens auf 9 zugeht, beende ich den Badespass und trotte deprimiert in die Küche, um Dixons Napf mit Futter aufzufüllen. Ausserdem kontaktiere ich meinen Bruder und erfahre, dass er den Alltag hinter sich gelassen hat und nun für sechs lange Wochen die Seele am Lake Gilford baumeln lassen wird. Natürlich komme ich ohne Umschweife auf meinen kriminellen Neffen zu sprechen und informiere, dass ich dem Ganoven unter keinen Umständen gegenübertreten werde. Mein Gesprächspartner beruhigt mich sofort und schlägt vor, dass ich mich jederzeit hinters Lenkrad des WINNEBAGO schwingen und nach Gilford Beach reisen könnte – das hört sich verlockend an.
10.00 Uhr Nach dem Frühstück laufe ich in der guten Stube auf und ab und rufe mir Guidos Vergehen der letzten Jahre ins Gedächtnis. Ich streichle Dixon über den Kopf und erinnere ich mich an die ausufernde Silvesterfeier, die der Gammler zum Ende des Jahres 2002 im Waldweg veranstaltet hat. Obendrein verrate ich dem Haustier, dass mich Guido zweimal ausgeraubt und sogar entführt hat – wie schrecklich.


Guido ist ein bösartiger Mensch

11.00 Uhr Verängstigt klatsche ich in die Hände und fasse den Entschluss, meine Zelte in Naples kurzerhand abzubrechen und zu verreisen. Schnaufend hüpfe ich vom Kanapee und mach mich daran, Anziehsachen, den Revolver inklusive Munition, Kulturtasche sowie Bargeld in meinen praktischen Rollkoffer zu verstauen.
12.00 Uhr Zu guter Letzt sortiere ich verderbliche Lebensmittel aus und lasse es mir nicht nehmen, die Waren zum Nachbaranwesen zu bringen. Bei dieser Gelegenheit setze ich Frau Pontecorvo über mein Vorhaben in Kenntnis und gebe bekannt, dass wir uns spätestens in einem Monat wiedersehen werden.
12.30 Uhr Nachdem mir die Dame versichert hat, regelmässig in der kleinen Villa nach dem Rechten zu sehen, rolle ich den Koffer zum Auto. Im Anschluss gleite ich in Richtung Innenstadt davon und freue mich, Edelbert zu überraschen. Um für gute Stimmung zu sorgen, stelle ich den Radio etwas lauter und unterbreite dem Rüden, dass wir auf grosse Reise gehen und bald kanadischen Boden unter unseren Füssen spüren werden – wie aufregend.
13.15 Uhr Kurz nach dem Einuhrläuten erreiche ich mein Ziel und betätige Edelberts Klingel. Der Professor heisst mich herzlich Willkommen und zeigt sich prompt einverstanden, mich auf meiner Reise gen Norden zu begleiten. Bevor ich mich versehe, holt der gute Mann seinen Koffer aus dem begehbaren Schrank und sagt, dass wir in dreissig Minuten losfahren können – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.
14.00 Uhr Beschwingt werfen wir Edelberts Gepäck in den Chevrolet und entschliessen uns, vor der Abfahrt ein Mittagessen in einem der umliegenden Restaurants einzunehmen. Während wir uns saftige Cheeseburger (löblich: Käseburger) schmecken lassen, berichte ich von meinem Telefonat mit Georg und erwähne, dass wir selbstverständlich mit dem Travato verreisen werden.


Wir beissen kraftvoll zu

15.00 Uhr Nachdem ich dem Kellner ein stattliches Trinkgeld beschert habe, scheuchen wir Hund Dixon zum PS-strotzenden SUV und gleiten zu stimmungsvoller Radiomusik stadtauswärts.
15.30 Uhr Wenig später treffen wir im Lowbank Drive ein und bemerken, dass Georg das Wohnmobil am Strassenrand abgestellt und mit einer Plane bedeckt hat. Um einen genauen Überblick zu bekommen, lasse wir den Motor aufheulen und registrieren, dass die Batterieanzeige im roten Bereich steht. Ich kratze mich nachdenklich an der Schläfe und stelle klar, dass wir unsere Abreise auf Morgen verschieben sollten.


Das Ferienhaus meiner Verwandten

16.30 Uhr Nachdem wir uns im Feriendomizil häuslich eingerichtet haben, schliesse ich die Batterie an das Stromnetz an und bringe beim Blick auf die Anzeige heraus, dass der Akkumulator mindestens 12 Stunden geladen werden muss. Prof. Kuhn wendet sich schulterzuckend ab und sagt, dass er nun mit dem Chevrolet zum „Publix“ Supermarkt am Pelican Strand fahren und Lebensmittel einkaufen wird – jaja.
17.30 Uhr Während Edelbert von Dannen prescht, fülle ich den Wassertank des Travatos auf und habe das Vergnügen, mit Herrn Wang plaudern zu können. Der Motelbesitzer freut sich sehr und lotet aus, ob wir mit dem WINNEBAGO ins Grüne fahren wollen. Ich stimme zu und berichte, dass ich einem Treffen mit Guido und meiner Schwester aus dem Weg gehen muss. Der nette Mann zeigt Verständnis und lässt es sich nicht nehmen, uns zu einem kleinen Umtrunk in sein Zuhause einzuladen – das hört man gerne.


Wir verreisen mit dem WINNEBAGO TRAVATO

18.30 Uhr Eine Stunde später kommt Edelbert vom Schoppen zurück und rechnet vor, dass er 100 Dollars in Weichgetränke (unlöblich: Softdrinks), Obst und Konservendosen investiert hat. Ich reibe mir die Hände und lasse den Professor wissen, dass wir bei Herrn Wang zum Essen eingeladen sind. Ruckzuck schleppen wir die Einkäufe ins Haus und nehmen uns dann das Recht heraus, mit knurrenden Mägen zum Nachbarhaus zu schlendern.
19.15 Uhr Während wir gemütlich zusammensitzen und Sandwiches verzehren, lasse ich Herrn Wang an meinen Problemen teilhaben und unke, dass Guido nichts Gutes im Schilde führt. Mein Tischnachbar rollt demonstrativ mit den Augen und wirft ein, dass es eine hervorragende Idee war, die Zelte im Willoughby Drive abzubrechen. Edelbert prostet Herrn Wang mit einem süffigen Budweiser zu und sagt, dass uns die morgige Tagesetappe durch den „Picayune Forest“ bis nach Fort Lauderdale an Floridas Ostküste führen wird – das wird eine Gaudi.
20.15 Uhr Ein schöner Abend neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Um Morgen fit zu sein, bedanken wir uns für Speis und Trank und wünschen Herrn Wang einen angenehmen Abend. Anschliessend kehren wir ins Ferienhaus meiner Familie zurück und legen uns schlafen. Gute Nacht.

18. Juli 2017 – Guido kommt am Wochenende!

08.00 Uhr Ich werde durch das Ruby Force Lied „Tender“ (löblich: Zärtlich) geweckt und erfahre, dass die Interpretin vor wenigen Tagen ihr Debütalbum „Evolutionary War“ (löblich: Evolutionskrieg) herausgebracht hat. Anerkennend schnalze ich mit der Zunge und erkläre Hund Dixon, dass die Polka prima ist. Danach rolle ich mich aus dem Wasserbett und ertüchtige mich auf der Terrasse – Morgenstund hat bekanntlich Gold im Mund.


Ruby Force – Evolutionary War

08.30 Uhr Just als ich ins Haus zurückkehre, bimmelt das Telefon besonders laut. Ich halte mir den Hörer ans Ohr und staune nicht schlecht, als sich ein vorlautes Frauenzimmer meldet. Die Dame gibt unverständliches Kauderwelsch von sich und legt mir nahe, einen neuen Internetzvertrag abzuschliessen. Natürlich lehne ich dankend ab und ermutige den Trampel, andere Leute auf die Nerven zu gehen – gleich platzt mir der Kragen.
09.15 Uhr Wie es sich gehört, entspanne ich mich nach dem Frühsport bei einem Wirbelbad und nehme mir das Recht heraus, in der Zeitung zu blättern. Unter anderem erfahre ich, dass das Gesundheitsamt die Empfehlung ausgegeben hat, nicht am „Naples Pier“ zu baden. Ich mache grosse Augen und lerne, dass städtische Angestellte eine hohe bakterielle Verschmutzung an der beliebten Anlegestelle festgestellt haben – wo soll das noch hinführen.
10.15 Uhr Nachdenklich steige ich aus der Wanne und kehre in die Küche zurück, um die wichtigste Mahlzeit des Tages vorzubereiten. Während ich fünf Eier aufschlage und die Hüften zum Phil Vassar Schlag „American Soul“ (löblich: amerikanische Seele) kreisen lasse, fährt plötzlich Edelberts JEEP vor. Ich winke meinen Bekannten sogleich herein und lasse es mir nicht nehmen, ihn zum Frühstück einzuladen. Der schlaue Mann reibt sich die Hände und erkundigt sich, ob ich eine Flasche A1 Sauce im Küchenschrank aufbewahre. Ich deute in Richtung der linken Anrichte und schmecke die Rühreier mit etwas Salz ab – wie gut das duftet.
10.45 Uhr Schlussendlich verfrachte ich zwei stattliche Portionen auf die Teller und wünsche Edelbert einen guten Appetit. Mein Tischnachbar greift zungeschnalzend zum Besteck und meint, dass die Jause hervorragend mundet. Ausserdem möchte der gute Mann wissen, ob ich den Jack Kerouacs Roman „On the Road“ (löblich: Auf der Strasse) bereits gelesen habe. Ich nicke eifrig und setze Edelbert darüber in Kenntnis, dass es grossen Spass bereitet, die Hauptfiguren bei ihrer spannenden Reise von New York bis nach Mexiko zu begleiten. Ferner merke ich an, dass der Kerouacs Schreibstil stark an Mark Twain erinnert. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und informiert, dass der Schriftsteller viele Jahre in St. Petersburg, FL gelebt hat und auch dort gestorben ist – jaja.


Dixon muss Gassi gehen

11.30 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten schenke ich meinem Hausgast Kaffee nach und stelle klar, dass wir nun mit Dixon Gassi gehen sollten. Edelbert zeigt sich prompt einverstanden und folgt mir plaudernd zum Golfplatz.
12.15 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, kehren wir ins Vereinsheim der „La Playa“ Golfanlage ein und ordern zwei süffige Hopfenkaltschalen sowie köstliche Thunfisch Sandwiches. Der Ober streichelt dem hechelnden Rüden über den Kopf und zögert nicht, auch eine Schüssel Wasser bereitzustellen – wie aufmerksam.
13.00 Uhr Wenig später surrt mein Handtelefon und ich habe das Vergnügen, mit meiner Schwester sprechen zu können. Elsbeth begrüsst mich herzlich und berichtet, dass sie gerade damit beschäftigt ist, ihren Reisekoffer zu packen. Als ich genauer nachfrage, rückt die Perle mit der Wahrheit heraus und beteuert, dass sie am Freitag mit ihrem verlotterten Sohn über den grossen Teich fliegen und mir einen Besuch abstatten wird. Bevor ich Worte finde, fährt meine Schwester fort, dass es langsam Zeit wird, mich mit Guido zu versöhnen – wie unlöblich.


Guido kommt mir nicht ins Haus!

13.30 Uhr Nachdem ich das Telefonat beendet habe, greife ich mit zitternder Hand zum Bierglas und gebe dem Professor zu verstehen, dass ich kurz vor einer Ohnmacht stehe. Zudem lasse ich das Gespräch Revue passieren und merke an, dass ich dem schwarzen Schaf der Familie ganz bestimmt nicht gegenüber treten werde.
14.15 Uhr Während des Heimweges machen wir uns eigene Gedanken und kommen überein, dass die Leute am Freitag Abend in Miami eintreffen und Tags darauf in Naples sein werden. Edelbert kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und unterbreitet, dass es angebracht wäre, unsere Zelte in Florida abzubrechen.
15.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, rufe ich augenblicklich in Kanada an und lasse meinen Bruder wissen, dass sich Guido angekündigt hat. Georg lacht laut auf und animiert mich, kurzerhand nach Kanada auszufliegen und die Seele am Lake Simcoe baumeln zu lassen – das ist gar keine schlechte Idee.


Ich verlasse die Vereinigten Staaten in Richtung Kanada

15.30 Uhr Entnervt werfe ich den Hörer auf die Basisstation und nehme einen kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche. Danach setze ich mich an den Heimrechner und halte auf Expedia.com nach preiswerten Flügen Ausschau. Da die Preise kaum erschwinglich sind, wende ich mich dem Professor zu und schlage vor, dass wir mit Georgs Winnebago verreisen sollten. Edelbert ist begeistert und sagt, dass wir der Küste bis nach Savannah folgen und dann quer durchs Land bis nach Cleveland in Ohio krusen könnten – das hört sich verlockend an.
16.15 Uhr Nachdem sich mein Bekannter verabschiedet hat, lasse ich mich seufzend auf dem Kanapee nieder und versuche mich zu entspannen – leider ohne Erfolg.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 5 zugeht, fülle ich nörgelnd Trockenfutter in Dixons Napf und verzehre eine mit Capocollo und Käse belegte Stulle. Nebenher lege ich meine Stirn in Falten und spiele mit der Idee, bei Scherriff Bradfort ein Kontaktverbot gegen Guido zu erwirken.


Ich ertränke meine Sorgen in Alkohol

18.00 Uhr Deprimiert stelle ich die Geschirrspülmaschine an und ziehe es vor, noch einmal mit Elsbeth zu telefonieren. Als ich der Dame meine Bedenken schildere, fällt sie mir ins Wort und meint, dass ich keine Angst vor ihrem Sohn haben muss. Meine Schwester wirkt beruhigend auf mich ein und behauptet, dass Guido längst auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt ist und bald seine langjährige Freundin Melanie heiraten wird.
19.00 Uhr Nach einer Stunde breche ich das Gespräch ab und giesse mir zwei weitere Biere hinter die Binde. Ausserdem laufe ich in der guten Stube auf und ab und ärgere mich masslos über Guidos Frechheiten.
21.00 Uhr Weil ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, rufe ich Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.

13. Juli 2017 – Paul McCartney und Jack Kerouac

08.00 Uhr Auch am 194. Tag des Jahres stehe ich zeitig auf und absolviere auf der schattigen Terrasse die Morgengymnastik. Während ich mit den Armen rudere, werde ich plötzlich Zeuge, wie sich Herrn Booths Nichte im Schneidersitz am Teich niederlässt und eigenartige Summlaute von sich gibt.
08.30 Uhr Selbstverständlich geselle ich nach kurzem Zögern zu dem jungen Ding und lote aus, ob sie meditiert. Die 33jährige schenkt mir ein Lächeln und entgegnet, dass sie allmorgendlich Yogaübungen absolviert. Ich mache grosse Augen und bringe weiter in Erfahrung, dass die Maid dem Vorbild des indischen Gurus Lahiri Mahasaya folgt und mit diesen lächerlichen Leibesübungen die Vereinigung mit dem Unendlichen vollziehen möchte – jaja.


Yoga ist Unfug

09.00 Uhr Augenrollend mache ich kehrt und komme zu dem Schluss, dass die junge Generation den Verstand verloren hat. Trotzdem lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und entspanne mich bei einem Wirbelbad.
10.00 Uhr Nachdem ich mich angezogen habe, statte ich meiner Nachbarin einen Besuch ab und lade mich zum Frühstück ein. Die Perle verwöhnt mich mit hausgemachten Eierkuchen und zitiert aus der Tageszeitung, dass Kalifornien den von Monsanto vertriebenen Unkrautvernichter „Glyphosat“ als krebserregend eingestuft hat. In diesem Zusammenhang berichtet die kleine Frau weiter, dass besagtes Pestizid auf vielen Feldern zum Einsatz kommt. Ich winke demonstrativ ab und verweise auf die Tatsache, dass die Menschen immer günstigere Lebensmittel fordern und die Erzeuger deswegen genötigt sind, immer grössere Mengen an Giften auf die Felder zu karren – wo soll das noch hinführen.
11.00 Uhr Pünktlich zum Elfuhrläuten wische ich mir das Maul an der Tischdecke ab und ziehe es vor, mich zu verabschieden. Zu allem Überfluss rennt Hund Dixon kläffend zum Teich bellt Fräulein Melody scharf an. Das Kind wischt sich den Schweiss von der Stirn und meint, dass es nun ihre tägliche Yogastunde beenden wird. Ich nicke eifrig und lasse es mir nicht nehmen, sie zu einem Glas Cola in mein bescheidenes Zuhause einzuladen. Melody freut sich sehr und lässt sich spornstreichs in der Hollywoodschaukel nieder. Währenddessen flitze ich wie der Wind in die Küche und fülle zwei Gläser mit braunen Limonade auf.


Wir schlürfen braune Limonade

11.30 Uhr Während ich meine Kehle durchspüle, redet Melody ohne Unterlass auf mich ein und informiert, dass sie am Montag das ausverkaufte Paul McCartney Konzert in der „Amalie Arena“ in Tampa, FL besucht hat. Ich staune nicht schlecht und erwähne beiläufig, dass ich gestern einen ausführlichen Artikel in der Zeitung überflogen habe. Mein Gegenüber schwärmt in den höchsten Tönen und verrät, dass der 75jährige Künstler nicht nur alte Beatles Klassiker, sondern auch zahlreiche Eigenkompositionen zum Besten gegeben hat – das soll mir auch Recht sein.
12.00 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, hüpft die junge Frau von der Hollywoodschaukel und kündigt an, nun ans Meer krusen zu wollen. Ich wünsche Fräulein Melody viel Vergnügen und verabschiede sie winkend. Danach schleppe ich mich verschwitzt ins Haus, um eine Fertigpizza im Ofenrohr aufzubacken.
13.00 Uhr Nachdem ich mich gestärkt habe, greife ich zum Telefon und rufe im fernen Kanada an. Nach dem zweiten Tuten habe ich Georg an der Strippe und erfahre, dass meine Verwandten am gestrigen Abend sicher in Toronto eingetroffen sind – wie beruhigend.
13.30 Uhr Um keine Langeweile zu bekommen, scheuche ich den Vierbeiner zum Auto und ringe mich dazu durch, Prof. Kuhn einen Besuch abzustatten. Während ich als dem Wohngebiet brettere, rufe ich den schlauen Mann kurzerhand an und vernehme, dass er den Nachmittag in den „Waterside Shops“ verbringt. Ich schnalze mit der Zunge und gebe zu Protokoll, dass ich in dreissig Minuten vor Ort sein werde.
14.00 Uhr Nach dem Parkvorgang schlendere ich in die „Barnes & Noble“ Buchhandlung und treffe meinen Bekannten am Belletristikregal an. Edelbert präsentiert einen Roman mit dem Titel „On the Road“ (löblich: Auf der Strasse) und setzt mich darüber in Kenntnis, dass Jack Kerouacs Geschichte von Literaturkennern als Meilenstein angesehen wird. Ich zucke mit den Schultern und lese auf dem Waschzettel, dass der Roman von zwei Freunden handelt, die quer durch die Vereinigten Staaten reisen – das hört sich verlockend an.


Jack Kerouac – On the Road

14.45 Uhr Nachdem ich 8,99 Dollars in ein Exemplar investiert habe, lade ich Edelbert in die benachbarte „True Food Kitchen“ Wirtschaft ein. Wir lassen uns an einem Tisch an der Glasfassade nieder und ordern bei einem beschürzten Kellner zwei grosse Kaffees sowie hausgemachten Apfelstrudel mit Schlagobers. Zudem verrate ich dem Professor, dass ich am Morgen ein längeres Gespräch mit Fräulein Melody führen konnte.
15.30 Uhr Zum Abschluss des Restaurantbesuchs suche ich den Waschraum auf und putze mir einen Sahnefleck vom T Hemd. Im Anschluss spaziere ich mit Edelbert zum Parkplatz und merke an, dass ich nun nach Hause fahren und mich von den Strapazen des Tages entspannen werde – immerhin bin ich nicht mehr der Jüngste.


Mein Zuhause unter Palmen

16.15 Uhr Zurück im Willoughby Drive, werfe ich die Pforte ins Schloss und falle erschöpft aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meiner lieben Familie im fernen Kanada.
17.15 Uhr Der Vierbeiner weckt mich fiepend und fordert mich auf, seinen Napf mit Futter aufzufüllen. Ich komme meinen Pflichten augenblicklich nach und nehme selbst mit zwei Wurstbroten Vorlieb. Dazu trinke ich drei Gläser Rotwein und verzehre ausserdem eine pralle Pfirsich aus dem Nachbarstaat Georgia – das schmeckt.
18.00 Uhr Nach der schweisstreibenden Hausarbeit lege ich die Beine hoch und folge interessiert den Nachrichten auf FOX. Ich mache mich über die Geschehnisse in der Welt schlau und lerne, dass am Wochenende ein Tiefdruckgebiet über Florida ziehen und für kühlere Temperaturen sorgen wird – das hört man gerne.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit schalte ich auf den Bezahlsender Showtime um und erfreue mich an der Serie „Shameless“ (löblich: Schamlos), die von einer asozialen Familie in Chicago erzählt.
21.00 Uhr Nach zwei Episoden beende ich lachend den Fernsehabend und lege mich schlafen. Gute Nacht.

11. Juli 2017 – Ein Krustenbraten zum Abschied

08.00 Uhr Erfrischt und voller Vorfreude auf den anstehenden Tag rolle ich mich aus dem Bett. Wie es sich gehört, stelle ich die Musikanlage ein und beschalle die kleine Villa mit prima George Strait Klängen. Danach werfe ich mir meinen rotseidenen Morgenmantel über und absolviere auf der schattigen Terrasse den Frühsport.
08.30 Uhr Vor der Ertüchtigung nehme ich die futuristische DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb und lasse Hund Dixon wissen, dass wir gleich frühstücken werden. Der Rüde leckt sich die Lefzen und hüpft ausgelassen auf das Kanapee, um einen zwischen den Kissen versteckten Kauknochen hervorzuholen – das ist ja allerhand.


Dixons Kauknochen

09.00 Uhr Während ich mich ordentlich wasche, bimmelt plötzlich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry). Zu meiner Freude meldet sich Maria in der Leitung und lädt mich zum Mittagessen in den Lowbank Drive ein. Darüber hinaus erfahre ich, dass die lieben Menschen am morgigen Tag gegen 7 Uhr zum Flughafen nach Miami krusen müssen. Ich nicke eifrig und entgegne, dass es mir eine Freude sein wird, den Schoffeur zu spielen. Meine Schwägerin bedankt sich artig und sagt, dass sie nun Edelbert anrufen wird – das soll mir auch Recht sein.
10.00 Uhr Sechzig Minuten später schlendere ich frisch in Schale geworfen in die Küche und richte auf einem schweren Silbertablett eine Karaffe mit köstlichem Orangensaft, zwei Schokoladencroissants aus dem PUBLIX Supermarkt sowie eine Schale mit gezuckerten Erdbeeren an. Im Anschluss trage ich das Tablett ins Wohnzimmer und ringe mich während der Mahlzeit dazu durch, lustige Geschenke für meine Liebsten in Kanada zu besorgen – da kommt besonders grosse Freude auf.
10.30 Uhr Wenig später pocht Frau Pontecorvo an die Terrassentüre und erkundigt sich, ob es mir gut geht. Die Perle erinnert an den gestrigen Zeckenbiss und unkt, dass ich mir womöglich doch eine Infektionskrankheit eingefangen habe. Selbstverständlich winke ich gelangweilt ab und erkläre der kleinen Frau, dass ich nun zum WAL MART krusen und Präsente für die Kinder besorgen muss. Mein Hausgast freut sich und kündigt an, mich kurzerhand zu begleiten – das kann ja heiter werden.


Wir schoppen bei WAL MART

11.00 Uhr Endlich sitzen wir im Chevrolet und gleiten mit Hund Dixon zum fünf Meilen entfernten Supercenter. Während Josh Turner im Radio ein belangloses Lied trällert, folge ich der Immokalee Road gen Osten und informiere, dass ich James, Amanda und David sehr vermisse. Meine Begleiterin zeigt Verständnis und legt mir nahe, einen Flug in den hohen Norden zu buchen. Ich schüttle jedoch den Kopf und erinnere daran, dass ich ein armer Rentner bin und mir diesen Luxus nicht leisten kann – wie traurig.
11.30 Uhr Schnaufend betreten wir das Kaufhaus und schicken uns an, die hauseigene Musikabteilung zu besuchen. Ich fackle nicht lange und wähle die exklusiv bei Wal Mart erhältliche „The Alan Jackson Story“ (löblich: Die Alan Jackson Geschichte) aus. Anschliessend begeben wir uns zur Kleiderabteilung und fassen den Entschluss, für Amanda und David farbenfrohe Badetücher auszuwählen. Ich schnippe mit den Fingern und erkläre meiner Nachbarin, dass die jungen Leute derzeit ihren wohlverdienten Sommerurlaub am Lake Simcoe verbringen.


The Alan Jackson Story

12.15 Uhr Kurz nach dem Zwölfuhrläuten sitzen wir wieder im PS-strotzenden SUV und rasen ohne Umwege zum Ferienhaus meiner Verwandten. Frau Pontecorvo legt währenddessen beste Laune an den Tag und vermutet, dass Maria zur Feier des Tages ein besonders schmackhaftes Mittagessen auf den Tisch bringen wird – wie aufregend.
12.45 Uhr Überpünktlich erreichen wir unser Ziel und haben die Ehre, nicht nur Edelbert, sondern auch Herrn Wang begrüssen zu können. Ruckzuck nehmen wir am festlich gedeckten Esstisch Platz und werden von meiner Schwägerin mit einem bayerischen Krustenbraten und ausgemachten Serviettenknödeln überrascht. Die Meisterköchin wischt sich demonstrativ über die Stirn und rechnet vor, dass sie in der Satreales Metzgerei knapp 40 Dollars für zwei Pfund Schweineschulter bezahlen musste – das ist ja allerhand.
13.15 Uhr Trotz der hohen Kosten beissen wir kraftvoll zu und sind einstimmig der Meinung, dass sich Maria wieder einmal selbst übertroffen hat. Edelbert giesst sich etwas Sause über die vitaminreiche Beilage und belehrt, dass Serviettenknödel bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts ausschliesslich in der Tschechoslowakei bekannt waren.
14.00 Uhr Just als Maria Latte Maschinatos und Käsekuchen serviert, präsentiere ich die Mitbringsel aus dem WAL MART und bitte Georg, die Geschenke an die Kinder weiterzureichen. Mein Bruder nickt zustimmend und ruft mich auf, im Laufe des Sommers doch nach Kanada auszufliegen – das werden wir erst noch sehen.


Der Winnebago Travato

15.00 Uhr Wir lassen das Mittagessen mit alkoholfreien Langgetränken (unlöblich: Longdrinks) am Schwimmbecken ausklingen und tratschen über dies und das. Natürlich lässt Georg seinen mehrwöchigen Floridaaufenthalt noch einmal Revue passieren und unterbreitet, dass es eine Gaudi war, mit dem WINNEBAGO TRAVATO die Umgebung zu erkunden. Darüber hinaus vernehmen wir, dass die lieben Leute im Spätherbst wiederkommen und das Weihnachtsfest im Sonnenscheinstaat erleben wollen – das hört man gerne.
16.00 Uhr Zurück im Willoughby Drive, hauche ich der Pontecorvo ein Bussi auf die Wange und ziehe mich in die gute Stube zurück. Nachdem ich Dixons Napf mit Futter aufgefüllt habe, falle ich aufs Sofa und schliesse die Augen.
17.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und mache es mir zur Aufgabe, Nudeln aufzukochen und einen Salat anzurichten. Nach wenigen Minuten gebe ich die Teigwaren in eine Pfanne und zaubere im Handumdrehen „Spaghetti Aglio e Olio“ (löblich: Langnudeln mit Knoblauch und Olivenöl) – wie gut das duftet.


Ich beisse kraftvoll zu

18.00 Uhr Nach dem Schmaus gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über und gebe mich dem Amazon Programm hin. Ruckzuck navigiere ich durch das Videoangebot und fröne dem oscarprämierten Meisterwerk „Manchester by the Sea“. Das amerikanische Drama erzählt aus dem Leben eines Hausmeisters, dessen Bruder ganz überraschend an einer Herzschwäche stirbt – wie traurig.
20.30 Uhr Zweieinhalb Stunden später flimmert der Abspann über die Mattscheibe und ich betätige nachdenklich den OFF (löblich: AUS) Knopf auf der neumodernen Fernbedienung. Danach rufe ich den Vierbeiner ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.