21. Februar 2017 – Sam Peckinpah

Sehr geehrter Leser,

David Samuel Peckinpah wurde am 21. Februar 1925 als Sohn eines Rechtsanwalts in Fresno, CA geboren. Der Spross einer deutschen Einwandererfamilie studierte Dramaturgie an der „University of Southern California“ und schloss sich bald einer Theatertruppe an, um sich erste Sporen als Regisseur zu verdienen.

Mitte der 1950er Jahre lernte er den bekannten Filmschaffenden Don Siegel kennen und arbeitete mit ihm am Drehbuch zum Zukunftsfilm „Die Dämonischen“ (englisch: Invasion of the Body Snatchers). Darüber hinaus verfasste er Geschichten für das Fernsehen und steuerte Drehbücher zur Serie „Rauchende Colts“ (englisch: Gunsmoke) bei.

Anfang der 1960er wurde er von den „Metro Goldwyn Mayer Studios“ engagiert und durfte seinen ersten Langfilm unter dem Titel „Ride the High Country“ (deutsch: Sacramento) verwirklichen. Der wegweisende Wild-West Film markierte mit „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ den Übergang vom klassischen Western zum sogenannten Spätwestern. Dieses Genre zeichnete ein besonders kritisches Bild des Wilden Westens und wendete sich von den idealisierenden Motiven der amerikanischen Pionierzeit ab. Sam Peckinpahs „Sacramento“ entwickelte sich zu einem Lichtspielhauserfolg und erlaubte es ihm, auch in der Folgezeit in Hollywood zu arbeiten.

Weltbekannt wurde Sam Peckinpah Anno 1969 mit seinem Meisterwerk „The Wild Bunch“. Obgleich der Film exzessive Gewalt zeigt, wird er heutzutage als einer der besten Filme aller Zeiten angesehen. Auch die im Jahre 1973 und 1974 entstandenen Produktionen „Pat Garrett and Billy the Kid“ und „Bring Me the Head of Alfredo Garcia“ (deutsch: Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia) wurden als Meisterwerke angesehen und machten Sam Peckinpah zu einem der bekanntesten Köpfe des „Neuen Hollywoods“.

Leider schaffte es Sam Peckinpah in den folgenden Jahren kaum noch, an seine alten Erfolge anzuknüpfen. Sein Konsum an Drogen und Alkohol stieg stetig und machte es für den Regisseur fast unmöglich, neue Filmideen umzusetzen. Schlussendlich starb Sam Peckinpah am 28. Dezember 1984 im Alter von nur 59 Jahren an einen Schlaganfall.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

9. Februar 2017 – Ernest Tubb

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchte ich an den weltbekannten Sänger Ernest Tubb erinnern.
Wie jeder Musikliebhaber weiss, wurde Herr Tubb am 9. Februar 1914 in Crisp, TX geboren. Als jüngster Spross der Familie Tubb wuchs er im ländlichen Texas auf und erlernte schon bald das Gitarrespielen. Mit 20 Jahren ging er nach San Antonio, TX um bei einem Radiosender zu arbeiten und nebenher Konzerte in einschlägigen Tanzlokalen zu spielen.

1940 wurde er von einem Mitarbeiter der DECCA Plattenfirma entdeckt und mit einem Vertrag ausgestattet. Noch im selben Jahr schaffte es Ernest Tubb mit seinem Lied „Blue Eyed Elaine“ in die Hitparaden. Ein Jahr später gelang ihm mit der Eigenkomposition „Walking The Floor Over You“ der nationale Durchbruch. Drei Jahre später zog er nach Nashville, um regelmässig in der „Grand Ole Opry“ aufzutreten und die Country Music zu revolutionieren. Er trat als erster Country Musiker mit einer elektrischen Gitarre auf und machte die sogenannte „Honky Tonk“ Musik hoffähig.

Bis 1983 blieb er dem Honky Tonk treu und veröffentlichte knapp 300 Schallplatten, von denen sich viele in der Hitparade wiederfanden. Ernest Tubb war Wegbereiter für viele andere Künstler und ermöglichte es unter anderem, Loretta Lynn oder seinem Sohn Justin im Musikgeschäft Fuss zu fassen.

Ernest Tubb starb am 6. September 1984 im Alter von 70 Jahren an einem Lungenemphysem. Er wurde auf dem „Nashville Hermitage Memorial Gardens“ beigesetzt.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

26. Januar 2017 – Alpha Gamma Omega

08.00 Uhr Auch am vierten Donnerstag des Jahres springt der Radiowecker pünktlich um Null-Achthundert an und verwöhnt mich mit stimmungsvollen Landmusikklängen. Ich rolle mich zum Shane Owens Lied „Where I’m Comin‘ from“ (löblich: Woher ich komme) aus dem Bett und scheuche Hund Dixon an die frische Luft. Beschwingt schlage ich ein Rad und vergesse auch nicht, meine eingerosteten Muskeln mit dem Hampelmann zu stählen.
08.30 Uhr Anschliessend sehe ich im Gästezimmer nach dem Rechten und bemerke, dass Sandra noch immer im Reich der Träume verweilt. Um einen ruhigen Vormittag zu haben, schliesse ich spornstreichs die Türe und verabschiede mich in die Nasszelle. Während ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln lasse, telefoniere ich mit dem Professor und bringe heraus, dass mein Bekannter Herrn Satesh zum Mittagessen treffen wird. Der gute Mann ist ganz aus dem Häuschen und erinnert daran, dass er den indischen Wissenschaftler vor vielen Jahren an der renommierten „Berkeley Universität“ kennen gelernt hat. Ferner bringe ich heraus, dass Edelbert mit Herrn Satesh alsbald nach San Francisco ausfliegen wird, um andere Professoren in Berkeley zu treffen – wie aufregend.


Die Universität Berkeley

09.30 Uhr Nach dem Badespass nehme ich den Kaffeeautomaten in Betrieb und habe das Vergnügen, Sandra begrüssen zu können. Das Kind gesellt sich an den Küchentisch und setzt mich darüber in Kenntnis, dass es schlecht geschlafen hat. Ich kredenze der Maid ein Heissgetränke und lade sie ein, mich nach dem Frühstück ans Meer zu begleiten. Sandra freut sich und kündigt an, ihren Bikini mitzunehmen und im Meer planschen zu wollen.
10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten lotsen wir Dixon zum Auto und schicken uns an, zum „Delnor Wiggins Park“ zu rasen. Nebenher berichte ich, dass Edelbert demnächst nach Kalifornien reisen wird, um schlaue Menschen an der „Berkeley Universität“ zu treffen. In diesem Zusammenhang verrate ich, dass Prof. Kuhn an dieser Hochschule für viele Jahre nicht nur Studenten unterrichtet, sondern auch Forschung betrieben hat.
10.45 Uhr Am Ziel angekommen, laufen wir mit Dixon im Schlepptau zum Strand und machen es uns bei strahlendem Sonnenschein auf einer Bank bequem. Bevor ich mich versehe, schlüpft Sandra aus den Klamotten und stürzt sich juchzend ins kühle Nass – da kommt besonders grosse Freude auf.


Sandra planscht im Meer

11.30 Uhr Während ich mir die Sonne auf den Kopf scheinen lasse, wirft Sandra dem Vierbeiner Stöckchen zu und möchte wissen, woran Edelbert an der „Berkeley Universität“ geforscht hat. Ich winke ab und entgegne, dass sich mein Bekannter mit Kompetenzdiagnostik beschäftigt und medizinische Studien durchgeführt hat. Sandra macht grosse Augen und meint, dass wir nun unsere Zelte abbrechen und in einem Restaurant zu Mittag essen sollten – das ist eine hervorragende Idee.
12.30 Uhr Weil ich die Spendierhosen angezogen habe, spreche ich kurzerhand eine Einladung aus und kutschiere das Kind sowie Dixon zur einladenden „Moe’s“ Gaststätte an der Immokalee Road. Dort angekommen, ordern wir neben einem Pitcher „Mello Yello“ Zitronenlimonade ausserdem vitaminreiche Nachos sowie gesunde Salate.
13.00 Uhr Als ich kraftvoll zubeisse und meine ausgetrocknete Kehle öle, kommt Sandra erneut auf Edelbert zu sprechen und lotet aus, ob ich den Professor und Herrn Dr. Satesh nach Kalifornien begleiten werde. Ich nicke und erwähne, dass Edelbert seit 35 Jahren der „Alpha Gamma Omega“ Studentenverbindung angehört und die Möglichkeit hat, im Gästehaus der Universität kostenfrei zu übernachten – das wird spannend.


Die Alpha Gamma Omega Studentenverbindung

13.45 Uhr Nachdem wir die Mahlzeit mit Kaffee abgerundet und die Rechnung mit mehreren Scheinen bezahlt haben, kehren wir zum Auto zurück und treten die Heimreise an. Ich beschalle Sandra mit romantischer Carpenters Musik und frage nach, ob wir am Abend französischen Schaumwein schlürfen und fernsehen wollen. Das Mädchen winkt jedoch ab und sagt, dass sie John Avanzatti in einem Strandlokal treffen wird – das ist wieder typisch.
14.30 Uhr Ich schleppe mich schnaufend in die gute Stube und zeige auf, dass ich mich nun von den Strapazen des Vormittages entspannen muss. Sandra wischt sich über die nasse Stirn und unterbreitet, dass sie währenddessen etwas Sonne tanken wird – das soll mir Recht sein.
15.30 Uhr Nach der Pause treffe ich Sandra im Badezimmer an. Die Maid reibt sich mit einer nach Kokosnuss duftenden Salbe ein und sagt, dass sie sich einen Sonnenbrand eingefangen hat. Trotzdem legt das Kind beste Laune an den Tag und meint, dass es nun ausfliegen wird. Ich erhebe mahnend den Zeigefinger und rate der Guten, die Finger von gefährlichen Drogen zu lassen und auch nicht zu tief ins Glas zu schauen.


Finger Weg von Drogen

16.15 Uhr Um die Nachtmittagsstunden sinnvoll zu gestalten, nehme ich am Schreibtisch Platz und kümmere mich um die Anschnurseelsorge. Weil sich unzählige Depeschen im Posteingang angesammelt haben, mache ich mich sogleich ans Werk und rate einem 29jährigen Frührentner aus Chemnitz, sich einen Tschob zu suchen und sich nicht auf Kosten des Steuerzahlers einen faulen Lenz zu machen – wo kämen wir denn da hin.
17.00 Uhr Ich beende die Arbeit und richte das Abendessen an. Leider wird die himmlische Ruhe bald durch Frau Pontecorvo gestört. Meine Nachbarin plappert ohne Unterlass und sagt, dass sie morgen nach Fort Myers krusen wird. Selbstverständlich nehme ich der Dame augenblicklich den Wind aus den Segeln und stelle klar, dass ich mich dem Ausflug ganz bestimmt nicht anschlissen werde – immerhin habe ich meine Zeit nicht gestohlen.


Ich esse Capocollo

17.45 Uhr Nachdem endlich Ruhe im Willoughby Drive Einzug gehalten hat, lasse ich mich auf der Terrasse nieder und verzehre mehrere Wurstbrote mit hauchdünn aufgeschnittenem Capocollo – das schmeckt.
19.00 Uhr Nach dem Nachtmahl lasse ich den langen Tag im Wohnzimmer ausklingen. Wie es sich gehört, schaue ich mir die Nachrichten an und fröne danach einer aufschlussreichen Call-In (löblich: Ruf Herein) Sendung auf FOX.
19.45 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, schalte ich auf HBO um und gebe mich dem Drama „Fathers and Daughters“ (auf deutsch: Väter und Töchter) hin. Die Hollywoodproduktion erzählt von einem fürsorglichen Vater, der sich nach dem Unfalltod seiner Frau ganz alleine um die 5jährige Tochter Katie kümmern muss – wie traurig.
21.00 Uhr Ein schöner Fernsehabend geht zu Ende und ich reguliere die Klimaanlage. Im Anschluss verabschiede ich mich gähnend ins Schlafzimmer und döse schnell ein. Gute Nacht.

26. Dezember 2016 – Mistelzweige

Lieber Heimseitenbesucher,

der Mistelbaum ist in allen Teilen der Welt in tropischen, subtropischen und gemässigten Zonen zu finden. Angesehene Forscher gehen davon aus, dass es derzeit über 1.000 verschiedene Arten dieses Sandelholzgewächses weltweit gibt. Die Mistel wird in der Botanik als immergrüner Halbschmarotzer beschrieben, der auf Bäumen oder in Sträuchern gedeiht. In der modernen Pflanzenheilkunde wird die Mistel gegen Bluthochdruck, Rheuma, Krampfadern und Schwindel eingesetzt.


Ein Mistelzweig

Nicht nur die Amerikaner, sondern auch die Kanadier und Engländer hängen zur Weihnachtszeit Mistelzweige in die Türrahmen. Schon seit Jahrhunderten gehört der Beerenzweig zur weihnachtlichen Dekoration. Ferner heisst es, dass es grosses Glück bringt, wenn man eine andere Person unter einem Mistelzweig küsst. Woher dieser sonderbare Brauch stammt, konnte bisher nicht entgültig geklärt werden.

Fest steht nur, dass die Mistel bereits bei den Kelten als Symbol der „ewigen Liebe“ galt. Auch in der germanischen Mythologie wurde die Mistel als heilige Pflanze verehrt. Es wird erzählt, dass Baldur – der nordische Gott der Sonne und des Sommers – eines Nachts davon träumte, ermordet zu werden. Seine besorgte Mutter Friggs lies sich daraufhin von allen Elementen versichern, ihrem geliebten Sohn nichts anzutun. Friggs überging allerdings die Mistel und musste mit ansehen, wie Loki – der Gott des Feuers und des Bösen – Baldur mit einem Mistelpfeil ermordete. Daraufhin verschwand alles Schöne und Friedliche von der Welt.


Baldur stirbt durch einen Mistelzweig

Mit den ersten Siedlern schwappte dieses Ritual auch nach Nordamerika und gilt heutzutage zu den beliebtesten Weihnachtsbräuchen überhaupt. Standesgemäss wird der Mistelzweig am 26. Dezember abgehängt und über einem offenen Feuer verbrannt.

Ich wünsche allen Lesern einen gesegneten zweiten Weihnachtsfeiertag.
Reinhard Pfaffenberg

24. Dezember 2016 – Dean Martin und Frank Sinatra

Sehr geehrter Leser,

Dino Crocetti erblickte am 7. Juni 1917 in Steubenville im amerikanischen Bundesstaat Ohio das Licht der Welt. Der Sohn italienischer Einwanderer hatte eine schwere Jugend und sprach bis zu seinem fünften Lebensjahr nur italienisch. In jungen Jahren verdiente er sich seine Brötchen als Preisboxer, Alkoholschmuggler und Barsänger. Letztendlich hatte er mit 22 Jahren das grosse Glück, für die Bühne entdeckt zu werden. Dino Crocetti trat fortan unter dem Künstlernamen Dino Martini auf und tingelte mit seinem Kompagnon Samuel Watkins durch die grössten Städte Nordamerikas.

In den 1940er Jahren änderte der Sänger seinen Namen in Dean Martin und bildete mit seinem Künstlerkollegen Jerry Lewis für viele Jahre ein beliebtes Komikerduo. In den folgenden Jahren fasste Dean Martin auch in Hollywood Fuss und war Hauptdarsteller in zahlreichen Spielfilmen. Mitte der 1960er Jahre wurde er von NBC unter Vertrag genommen und mit der Aufgabe betraut, eine Fernsehshow auszuarbeiten, die wöchentlich zur Hauptfernsehzeit laufen sollte. Schon bald ging die „The Dean Martin Show“ auf Sendung und entwickelte sich zu einem erfolgreichen Fernsehformat.

Noch heute unvergessen ist die Weihnachtsausgabe der „Dean Martin Show“ aus dem Jahre 1967. Unter dem Motto „Christmas with The Martins and The Sinatras“ begrüsste er vor mittlerweile 49 Jahren in den NBC Aufnahmestudios in Burbank, CA nicht nur seine eigene Familie, sondern auch noch Frank Sinatra samt Ehefrau und Kindern. Die 60minütige Sendung fesselte die ganze Nation vor die Bildschirme und bescherte NBC sensationelle Einschaltquoten.

Seitdem wird diese Sonderschau alljährlich kurz vor Weihnachten von einer der grossen amerikanischen Sendeanstalten wiederholt. Obgleich seit der Erstausstrahlung ein halbes Jahrhundert ins Land gezogen ist, begeistern Kompositionen wie „I Can’t Give You Anything but Love“, „The Lady Is A Tramp“ oder „We Wish You the Merriest“ noch immer Jung und Alt.

Ich wünsche allen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest.
Reinhard Pfaffenberg