15. und 16. Juli 2017 – Ich fliege nach England!

Hi Fans,

wie ihr ja wisst, wollte ich über Pfingsten nach Florida düsen und Reinhard einen Besuch abstatten. Aus der Reise ist leider nichts geworden, denn meine Eltern haben sich kurzfristig entschlossen, während der Feiertage nach Bayern zu kommen ^^

Weil ich Überstunden abbauen muss, habe ich heute eine Kurzreise nach Manchester unter Dach und Fach gebracht. Ich werde bereits am kommenden Freitag mit Mitbewohnerin Bärbel und Cousin Bernd nach England fliegen und bis Montag in Manchester bzw. Liverpool Sightseeing betreiben 🙂

Die ersten zwei Nächte verbringen wir in der neuen Heimat des ehemaligen FC Bayern Startrainers Pep Guardiola. In Manchester gibt es viel zu sehen … unter anderem lockt das weltbekannte „Museum of Science and Industry“ jährlich bis zu 1.000.000 Besucher an. Ausserdem scheint die „Manchester Art Gallery“ mit seiner beeindruckenden Bildersammlung ein echtes Touristenmagnet zu sein.


Ich fliege nach Liverpool

Sonntag Nachmittag geht es mit dem Bus ins 60 Kilometer entfernte Liverpool. Natürlich werden wir uns in der Heimatstadt der Pilzköpfe das „Beatles Museum“ anschauen und auf den Spuren von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr wandern. Eingefleischte Beatles-Fans haben in Liverpool auch die Möglichkeit, im „Cavern Club“ – der Geburtsstätte der Beatles – abzuhängen oder an einer mehrstündigen „Magical Mystery Bustour“ teilzunehmen …

Heute ist erst einmal Kino angesagt.
Am Donnerstag ist der neue Spider-Man Blockbuster „Homecoming“ weltweit angelaufen. Den Streifen will ich unter keinen Umständen verpassen.

Ich wünsche euch allen ein tolles Weekend.
Eure Sandra

13. Juli 2017 – Paul McCartney und Jack Kerouac

08.00 Uhr Auch am 194. Tag des Jahres stehe ich zeitig auf und absolviere auf der schattigen Terrasse die Morgengymnastik. Während ich mit den Armen rudere, werde ich plötzlich Zeuge, wie sich Herrn Booths Nichte im Schneidersitz am Teich niederlässt und eigenartige Summlaute von sich gibt.
08.30 Uhr Selbstverständlich geselle ich nach kurzem Zögern zu dem jungen Ding und lote aus, ob sie meditiert. Die 33jährige schenkt mir ein Lächeln und entgegnet, dass sie allmorgendlich Yogaübungen absolviert. Ich mache grosse Augen und bringe weiter in Erfahrung, dass die Maid dem Vorbild des indischen Gurus Lahiri Mahasaya folgt und mit diesen lächerlichen Leibesübungen die Vereinigung mit dem Unendlichen vollziehen möchte – jaja.


Yoga ist Unfug

09.00 Uhr Augenrollend mache ich kehrt und komme zu dem Schluss, dass die junge Generation den Verstand verloren hat. Trotzdem lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und entspanne mich bei einem Wirbelbad.
10.00 Uhr Nachdem ich mich angezogen habe, statte ich meiner Nachbarin einen Besuch ab und lade mich zum Frühstück ein. Die Perle verwöhnt mich mit hausgemachten Eierkuchen und zitiert aus der Tageszeitung, dass Kalifornien den von Monsanto vertriebenen Unkrautvernichter „Glyphosat“ als krebserregend eingestuft hat. In diesem Zusammenhang berichtet die kleine Frau weiter, dass besagtes Pestizid auf vielen Feldern zum Einsatz kommt. Ich winke demonstrativ ab und verweise auf die Tatsache, dass die Menschen immer günstigere Lebensmittel fordern und die Erzeuger deswegen genötigt sind, immer grössere Mengen an Giften auf die Felder zu karren – wo soll das noch hinführen.
11.00 Uhr Pünktlich zum Elfuhrläuten wische ich mir das Maul an der Tischdecke ab und ziehe es vor, mich zu verabschieden. Zu allem Überfluss rennt Hund Dixon kläffend zum Teich bellt Fräulein Melody scharf an. Das Kind wischt sich den Schweiss von der Stirn und meint, dass es nun ihre tägliche Yogastunde beenden wird. Ich nicke eifrig und lasse es mir nicht nehmen, sie zu einem Glas Cola in mein bescheidenes Zuhause einzuladen. Melody freut sich sehr und lässt sich spornstreichs in der Hollywoodschaukel nieder. Währenddessen flitze ich wie der Wind in die Küche und fülle zwei Gläser mit braunen Limonade auf.


Wir schlürfen braune Limonade

11.30 Uhr Während ich meine Kehle durchspüle, redet Melody ohne Unterlass auf mich ein und informiert, dass sie am Montag das ausverkaufte Paul McCartney Konzert in der „Amalie Arena“ in Tampa, FL besucht hat. Ich staune nicht schlecht und erwähne beiläufig, dass ich gestern einen ausführlichen Artikel in der Zeitung überflogen habe. Mein Gegenüber schwärmt in den höchsten Tönen und verrät, dass der 75jährige Künstler nicht nur alte Beatles Klassiker, sondern auch zahlreiche Eigenkompositionen zum Besten gegeben hat – das soll mir auch Recht sein.
12.00 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, hüpft die junge Frau von der Hollywoodschaukel und kündigt an, nun ans Meer krusen zu wollen. Ich wünsche Fräulein Melody viel Vergnügen und verabschiede sie winkend. Danach schleppe ich mich verschwitzt ins Haus, um eine Fertigpizza im Ofenrohr aufzubacken.
13.00 Uhr Nachdem ich mich gestärkt habe, greife ich zum Telefon und rufe im fernen Kanada an. Nach dem zweiten Tuten habe ich Georg an der Strippe und erfahre, dass meine Verwandten am gestrigen Abend sicher in Toronto eingetroffen sind – wie beruhigend.
13.30 Uhr Um keine Langeweile zu bekommen, scheuche ich den Vierbeiner zum Auto und ringe mich dazu durch, Prof. Kuhn einen Besuch abzustatten. Während ich als dem Wohngebiet brettere, rufe ich den schlauen Mann kurzerhand an und vernehme, dass er den Nachmittag in den „Waterside Shops“ verbringt. Ich schnalze mit der Zunge und gebe zu Protokoll, dass ich in dreissig Minuten vor Ort sein werde.
14.00 Uhr Nach dem Parkvorgang schlendere ich in die „Barnes & Noble“ Buchhandlung und treffe meinen Bekannten am Belletristikregal an. Edelbert präsentiert einen Roman mit dem Titel „On the Road“ (löblich: Auf der Strasse) und setzt mich darüber in Kenntnis, dass Jack Kerouacs Geschichte von Literaturkennern als Meilenstein angesehen wird. Ich zucke mit den Schultern und lese auf dem Waschzettel, dass der Roman von zwei Freunden handelt, die quer durch die Vereinigten Staaten reisen – das hört sich verlockend an.


Jack Kerouac – On the Road

14.45 Uhr Nachdem ich 8,99 Dollars in ein Exemplar investiert habe, lade ich Edelbert in die benachbarte „True Food Kitchen“ Wirtschaft ein. Wir lassen uns an einem Tisch an der Glasfassade nieder und ordern bei einem beschürzten Kellner zwei grosse Kaffees sowie hausgemachten Apfelstrudel mit Schlagobers. Zudem verrate ich dem Professor, dass ich am Morgen ein längeres Gespräch mit Fräulein Melody führen konnte.
15.30 Uhr Zum Abschluss des Restaurantbesuchs suche ich den Waschraum auf und putze mir einen Sahnefleck vom T Hemd. Im Anschluss spaziere ich mit Edelbert zum Parkplatz und merke an, dass ich nun nach Hause fahren und mich von den Strapazen des Tages entspannen werde – immerhin bin ich nicht mehr der Jüngste.


Mein Zuhause unter Palmen

16.15 Uhr Zurück im Willoughby Drive, werfe ich die Pforte ins Schloss und falle erschöpft aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meiner lieben Familie im fernen Kanada.
17.15 Uhr Der Vierbeiner weckt mich fiepend und fordert mich auf, seinen Napf mit Futter aufzufüllen. Ich komme meinen Pflichten augenblicklich nach und nehme selbst mit zwei Wurstbroten Vorlieb. Dazu trinke ich drei Gläser Rotwein und verzehre ausserdem eine pralle Pfirsich aus dem Nachbarstaat Georgia – das schmeckt.
18.00 Uhr Nach der schweisstreibenden Hausarbeit lege ich die Beine hoch und folge interessiert den Nachrichten auf FOX. Ich mache mich über die Geschehnisse in der Welt schlau und lerne, dass am Wochenende ein Tiefdruckgebiet über Florida ziehen und für kühlere Temperaturen sorgen wird – das hört man gerne.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit schalte ich auf den Bezahlsender Showtime um und erfreue mich an der Serie „Shameless“ (löblich: Schamlos), die von einer asozialen Familie in Chicago erzählt.
21.00 Uhr Nach zwei Episoden beende ich lachend den Fernsehabend und lege mich schlafen. Gute Nacht.

26. Juni 2017 – Milton Glaser

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Bild: Milton Glaser / CC BY-SA 2.5

Sehr geehrte Heimseitenbesucher,

heute feiert Milton Glaser seinen 88. Geburtstag.
Der gute Mann lebt seit seiner Kindheit in New York City und war Gründungsmitglied des legendären „Push Pin“ Grafikdesignerstudios in den 1950er Jahren. Herr Milton läutete gemeinsam mit seinen Kompagnons eine neue Ära des Designs ein und stieg bald zu einem der bekanntesten Illustratoren der Welt auf.

Unter anderem erschuf er Möbel sowie Häuser und schrieb es sich auf die Fahnen, auch seinen Beitrag zur aufstrebenden Pop Kultur der 1960er und 1970er Jahre zu leisten. Milton Glaser zeichnete Konzertposter für den aufstrebenden Folksänger Bob Dylan und entwarf auch die Einrichtung des „Windows of the World“ (löblich: Fenster der Welt) Restaurants im „World Trade Center“.

Sein bekanntestes Werk ist jedoch das I LOVE NY Signet aus dem Jahre 1975.
Damals beauftragte die Abteilung für wirtschaftliche Entwicklung des Bundesstaats New York diverse Grafikstudios, ein Erkennungszeichen für eine grossangelegte Marketingkampagne zu entwerfen. Schlussendlich erschuf Milton Glaser den bekannten Schriftzug während einer Taxifahrt durch Manhattan.

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Ich liebe New York

Zwei Jahre später wurde das Signet auf Plakate gedruckt und in der ganzen Stadt verteilt. Zeitgleich wurde die Kampagne auch durch landesweit ausgestrahlte Fernsehwerbesendungen unterstützt. Die „I LOVE NEW YORK“ Grafik ging um die Welt und ziert heute nicht nur Millionen Aufkleber und Kaffeetassen, sondern auch Parfüms und T Hemden – da kommt besonders grosse Freude auf.

Milton Glasers Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet.
Dutzende seiner Grafiken finden sich heutzutage in den angesagtesten Museen der Welt, wie dem „Museum of Modern Arts“ in New York. Der Künstler wurde auch mit unzähligen Preisen überschüttet und ist seit 2009 Träger der bedeutensten Auszeichnung, die durch den Kongress der Vereinigten Staaten verliehen wird. Präsident Barack Obama verlieh die „National Medal of Arts“ Herrn Glaser im Jahre 2009 persönlich – wie aufregend.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

31. Mai 2017 – Walt Whitman

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Sehr geehrte Damen und Herren,

heute vor 198 Jahren erblickte einer der einflussreichsten amerikanischen Lyriker des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt. Walter Whitman wuchs in Long Island als Sohn eines einfachen Zimmermanns auf. Er besuchte sechs Jahre lang die Schule und schrieb es sich anschliessend auf die Fahnen, nach Brooklyn zu gehen und dort als Schriftsetzer zu arbeiten.

Schon bald fielen ihm Buchklassiker von Shakespeare und Dante in die Hände und Walt Whitman äusserte die Idee, der Millionmetropole Lebewohl zu sagen und in seiner Heimatstadt Lehrer zu werden. Nach drei Jahren an diversen Lehranstalten gründete er 1839 eine Zeitung und geriet prompt in finanzielle Bedrängnis. Schlussendlich ging er anno 1850 nach Brooklyn zurück, um sich als Wohnungsmakler seine Brötchen zu verdienen. Zeitgleich arbeitete der mittlerweile 31jährige als Schriftsteller und erschuf mit „Leaves of Grass“ (auf deutsch: Grashalme) eine aus 12 Gedichten bestehende Sammlung.

Während des amerikanischen Bürgerkriegs wurde Walt Whitman als Sanitätshelfer in einem Lazarett bei Washington DC eingesetzt. Nebenher brachte er weitere Geschichten zu Papier und veröffentlichte mit „Drum Taps“ (auf deutsch: Trommelschläge) einen weiteren Gedichtband, in der er die Schönheit der Natur thematisierte. Darüber hinaus forderte er in seinen Texten die Gleichberechtigung von Mann und Frau und beeinflusste damit unzählige Schriftstellerkollegen in den Vereinigten Staaten und Europa. Ferner wird Walt Whitman als wichtiger Wegbereiter des europäischen Naturalismus und des Expressionismus angesehen.

Walt Whitman starb am 26. März 1892 in Camden, NJ an den folgen einer schweren Lungenentzündung. Er wurde wenige Tage später auf dem „Harleigh Cemetery“ beerdigt.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

30. Mai 2017 – 4.500 Euros für eine Horde Asylanten

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und stelle fest, dass bald Pfingsten gefeiert wird. Um meinen lieben Verwandten etwas Gutes zu tun, fasse ich den Entschluss, am Sonntag ein lustiges Barbecue im Willoughby Drive auszurichten. Voller Vorfreude schwinge ich mich aus dem Bett und lasse es mir nicht nehmen, Georg, Maria und Edelbert telefonisch zum Frühstück einzuladen – was kann es schöneres geben.
09.00 Uhr Im Anschluss verschwinde ich in der Nasszelle und lasse die Seele bei einem löblichen Wirbelbad baumeln. Just als ich mir eigene Gedanken bezüglich des Grillvergnügens mache, schellt die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) besonders aggressiv. Zu allem Überfluss meldet sich Sandra und setzt mich darüber in Kenntnis, dass ihre Eltern am Wochenende zu Besuch kommen werden. Das unterbelichtete Kind jammert ohne Unterlass und sagt, dass es eigentlich über Pfingsten nach Florida ausfliegen und mich besuchen wollte. Ich atme tief durch und rate der Maid, zuhause in Bayern zu bleiben und ihre Eltern zu erquickenden Ausflügen an die bayerischen Seen und/oder in die Landeshauptstadt zu begleiten.


Sandras Eltern kommen nach Bayern

10.00 Uhr Ich beende das Badevergnügen und mache es mir zur Aufgabe, Bohnentrunk aufzukochen und gesunde Wurstwaren auf einem Porzellanteller anzurichten. Kurze Zeit später treffen die Gäste in der kleinen Villa ein und überraschen mich mit Semmeln und schmackhaften Cannolis aus der Biscotti Farrugia Bäckerei – wie schön.
10.30 Uhr Als wir kraftvoll zubeissen, berichte ich den Anwesenden von Sandras Anruf und stelle klar, dass das Mädchen am Wochenende ihre Eltern im Waldweg begrüssen wird. Edelbert wird sogleich hellhörig und meint, dass es angebracht wäre, im Sommer ebenfalls nach Bayern zu reisen, um alte Kameraden wiederzutreffen. Darüber hinaus kommt der schlaue Mann auf seine Immobilie im Haselnussweg zu sprechen und erinnert daran, dass in seinem ehemaligen Zuhause seit dem letzten Sommer eine Asylantenfamilie wohnt. Ich nicke eifrig und unke, dass das Einfamilienhaus längst verrottet ist. Edelbert schüttelt jedoch den Kopf und vertellt, dass die Flüchtlinge von Mitarbeitern des hiesigen Landratsamtes sowie diversen Helfern der Aktionsgruppe „Pro Asyl“ umsorgt werden. Ferner erfahren wir, dass mein Bekannter pro Monat knapp 4.500 Euros an Miete einstreicht – das ist phantastisch.


Edelberts Baracke im Haselnussweg

11.00 Uhr Im weiteren Verlauf des Frühstücks diskutieren wir angeregt über die Folgen des Flüchtlingszustroms und sind uns sicher, dass Europa bald vor schwerwiegenden Problemen stehen wird. Mein Bruder lässt in diesem Zusammenhang kein gutes Haar an Bundeskanzlerin Angela Merkel und meint, dass die 62jährige die EU-Mitgliedsstaaten in den Ruin treiben wird – wie wahr.
11.30 Uhr Zur Mittagszeit verlagern wir unsere Konferenz auf die schattige Terrasse und stossen mit eiskaltem Schaumwein aus dem Hause Louis Roederer an. Maria nippt zufrieden am Sprudelsekt und freut sich, Europa längst den Rücken gekehrt und in Kanada eine neue Heimat gefunden zu haben. Ich schlage in die gleiche Kerbe und gebe zu Protokoll, dass man in Amerika wenigstens noch in Ruhe leben kann.
12.30 Uhr Weil Georg und Maria in der Stadt bummeln wollen, begleite ich die lieben Menschen zur Türe und gebe vor, dass ich morgen zum Frühstück vorbei kommen werde. Anschliessend schenke ich Edelbert einen Schluck Champagner nach und merke an, dass wir eventuell zur Oktoberfestzeit über den grossen Teich fliegen sollten. Der Professor reibt sich die Hände und verspricht, im Internetz nach preiswerten Flügen Ausschau zu halten.


Wir stossen redlichst an

13.30 Uhr Nachdem auch Edelbert das Weite gesucht hat, kehre ich in die gute Stube zurück und fülle Dixons Napf mit Futter auf. Ausserdem lasse ich mir ein Wurstbrot schmecken und trinke dazu ein Budweiser – das tut gut.
14.00 Uhr Als die Geschirrspülmaschine läuft, rufe ich Dixon ins Haus und falle fix und foxi aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Sekunden döse ich ein und sehe mich im Traum auf die Münchner Theresienwiese versetzt.
15.00 Uhr Da es sich nicht gehört, den ganzen Nachmittag zu verschlafen, rapple ich mich auf und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Mit flinken Fingern navigiere ich durchs weltweite Internetz und studiere Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher. Natürlich gebe ich auch heute Ratschläge und animiere leidgeprüfte Eltern, mit der jungen Generation nicht zu zimperlich umzugehen – wo kämen wir denn da hin.
16.00 Uhr Nach der nervenaufreibenden Arbeit greife ich zur Hundeleine und animiere Dixon, mir an die frische Luft zu folgen. Der lustige Rüde folgt mir aufs Wort und flitzt ausgelassen zum künstlich angelegten Teich, um seine Pfoten im kühlen Nass zu baden. Währenddessen halte ich ein Schwätzchen mit Frau Pontecorvo und bringe heraus, dass am Abend ihr Lieblingsfilm auf ABC gezeigt wird. Weil die Alte aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskommt, lade ich sie kurzerhand zum gemeinsamen Fernsehvergnügen ein.


Hund Dixon darf Gassi gehen

17.00 Uhr Wieder zurück in der kleinen Villa, mache ich mich in der Küche nützlich und brate ein vitaminreiches Schnitzel in heissem Butterschmalz heraus. Dazu gibt es grüne Bohnen aus der Dose sowie eine Portion Kartoffelbrei – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Pünktlich zum Sechsuhrläuten stattet mir Frau Pontecorvo einen Besuch ab und hält mir eine Schüssel mit Knabbereien unter die Nase. Ich winke die Frau herein und zögere nicht, eine Flasche Rotwein zu entkorken. Anschliessend frönen wir den Nachrichten auf FOX und machen uns über die aktuellen Geschehnisse schlau.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechseln wir auf ABC und ich habe das Vergnügen, die von Stanley Donen im Jahre 1963 gekonnt in Szene gesetzte Kriminalkomödie „Charade“ zu sehen. Ich lehne mich entspannt zurück und tauche in das Leben der hübschen Reggie ein, die sich unsterblich in den zwielichtigen Herrn Peter verliebt.
21.00 Uhr Nach zwei spannenden Stunden schalte ich das Farbfernsehgerät aus und bringe meine Nachbarin zur Türe. Zu guter Letzt hauche ich der Pontecorvo ein Bussi auf die Wange und wünsche ihr angenehme Träume. Danach ziehe ich mich gähnend ins Schlafzimmer zurück und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.