27. und 28. Mai 2017 – Hilfe, die Eltern kommen

Hallo Leute,

eigentlich wollte ich über Pfingsten nach Florida düsen.
Leider kommt nun alles anders, denn meine Eltern haben sich entschlossen, vom 3. bis zum 9. Juni nach Bayern zu kommen. Natürlich werden die beiden im Pensionszimmer wohnen und mir ordentlich auf die Nerven gehen 😉


Meine Elteron wohnen im Pensionszimmer

Gestern habe ich mit meinem Vater telefoniert und erfahren, dass er sich mittlerweile über die stattfindenden Events in München schlau gemacht hat. Er möchte unbedingt die FC Bayern Erlebniswelt, das Deutsche Museum und die Sonderausstellung „Sixtinische Kapelle“ in der Alten Bayerischen Staatsbank besuchen. Für die Sonderausstellung hat er sogar schon Tickets im Internet geordert.

Die Schau macht vom 7. April bis zum 9. Juli in der Landeshauptstadt Station und bietet den Besuchern 34 farbechte Repliken der weltbekannten Fresken aus Rom. Die Ausstellung wurde von der Münchner Boulevardpresse hochgelobt und scheint ein richtiges Touristenmagnet zu sein. Wenn ich noch eine Eintrittskarte organisieren kann, werde ich meine Eltern eventuell begleiten.


Reinhard war in California

Übrigens ist mein Vermieter seit vergangenem Sonntag zurück im Sunshine State. Ich hab‘ am Montag mit Reinhard geskypt und erfahren, dass die Forschungsreise nach San Francisco und Berkeley sehr stressig war. Deswegen hat der Rentner die Woche etwas ruhiger angehen lassen und sich von den Strapazen entspannt 🙂

Okay, jetzt muss ich den Backofen vorheizen und in der Küche schuften.
Am Abend erwarte ich nämlich Cousin Bernd zum Essen.
Eure Sandra

31. März 2017 – Kriminalstatistik für Bayern

08.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und nehme die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) zur Hand, um die eingegangenen Depeschen zu tschecken. Unter anderem stosse ich auf eine Nachricht des „Forschungsinstitut Kuschmelka (München)“ und bringe heraus, dass die erst kürzlich veröffentlichte „Kriminalstatistik für Bayern“ Erschreckendes zu Tage gebracht hat. Ich mache grosse Augen und lerne, dass 57,8% mehr Verbrechen als im Vorjahr registriert wurden. Ich schwinge mich ungläubig aus dem Bett und lese weiter, dass Menschen aus dem Bürgerkriegsland Syrien die Nationalitätenliste mit 16,1% anführen – das ist ja allerhand.


Meine praktische Schwarzbeere

08.30 Uhr Nachdem ich mit Edelbert telefoniert und ihn aufgefordert habe, die Kriminalstatistik ebenfalls zu studieren, verabschiede ich mich in den Garten. Weil Morgenstund‘ bekanntlich Gold im Mund hat, absolviere ich den Frühsport und vergesse auch nicht, das Petersilienbeet zu giessen.
09.00 Uhr Während Dixon im Garten spielt, kehre ich ins Haus zurück und nehme den DeLonghi Vollautomaten in Betrieb. Danach ziehe ich mich ins Bad zurück und entspanne mich bei einem Wirbelbad – das tut gut.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten steige ich aus der Wanne und werde beim Blick aus dem Fenster Zeuge, wie Edelberts schneeweisser JEEP vorfährt. Natürlich begrüsse ich meinen Bekannten herzlich und lasse ihn wissen, dass wir Frau Pontecorvo herüberbitten sollten. Darüber hinaus informiere ich, dass die kleine Frau gegen Mittag zu ihrer Freundin nach Jacksonville reisen wird. Edelbert zuckt mit den Schultern und macht sich daran, nach nebenan zu gehen, um die Alte einzuladen – da kommt besonders grosse Freude auf.
10.30 Uhr Um Frau Pontecorvo eine kleine Freude zu bereiten, rufe ich die ECHO Musiksäule auf, stimmungsvolle Frankie Valli Musik abzuspielen. Ferner fülle ich die Tassen mit köstlichem Bohnentrunk auf und serviere meinen Gästen vitaminreiche Rühreier mit Speck. Meine Tischnachbarn stürzen sich auf die Köstlichkeiten und vertreten einstimmig die Meinung, dass die Jause vorzüglich munden. Ich nicke eifrig und unterbreite, dass ich im Supermarkt die Finger von den überteuerten Bioerzeugnissen gelassen und stattdessen normale Eier gekauft habe. Der Professor schnalzt mit der Zunge und gönnt sich eine weitere Portion – wie schön.


Lustige Eier

11.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, kommt Frau Pontecorvo auf ihren Abstecher nach Jacksonville zu sprechen und setzt uns darüber in Kenntnis, dass sie am morgigen Abend die Schau „Price is Right“ (auf deutsch: Der Preis ist heiss) im örtlichen „Times-Union Center for Performing Arts“ sehen wird. Ich komme aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und erinnere mich, dass diese Sendung in den frühen 1990er Jahren mit grossem Erfolg auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde – das waren noch Zeiten.

12.00 Uhr Mit vollen Bäuchen räumen wir den Esstisch ab und verfrachten das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine. Währenddessen blickt meine Nachbarin immer wieder auf ihre CARTIER Armbanduhr und meint, dass nun die Zeit gekommen ist, um sich zu verabschieden. Wir seufzen laut und wünschen der Dame eine sichere Reise. Im Anschluss hole ich zwei Flaschen Budweiser aus dem Eiskasten und fordere Edelbert auf, mir auf die schattige Terrasse zu folgen. Zufrieden lassen wir uns in der Hollywoodschaukel nieder und stossen mit den Bierflaschen redlichst an – was kann es schöneres geben.
12.30 Uhr Während wir unsere trocknen Kehlen durchspülen, verweise ich erneut auf die Bayerische Kriminalstatistik und stelle die Behauptung auf, dass man in unserer alten Heimat kaum noch in Sicherheit leben kann. Edelbert stimmt prompt zu und rechnet vor, dass die bayerische Polizei laut der besagten Kriminalstatistik im Jahr 2016 knapp 27.000 tatverdächtige Zuwanderer registrieren musste. Ich winke ab und entgegne, dass die Deutschen der Gewalt und dem Terror mit absoluter Gleichgültigkeit begegnen – wo soll das noch hinführen.


Eins, Zwei, Drei – Die Polizei

13.30 Uhr Nachdem Edelbert das Weite gesucht hat, lege ich auf dem Kanapee die Beine hoch und entspanne mich von den Strapazen des Vormittages. Nach wenigen Sekunden schlummere ich ein und träume vom Weihnachtsfest bei meiner lieben Familie.
14.30 Uhr Ich öffne die Augen und rufe spornstreichs bei Georg an, um nachzufragen, ob ich ihn wirklich am 3. April in Florida begrüssen kann. Mein Bruder ist hellauf begeistert und bestätigt, dass er mit seiner Ehefrau am kommenden Montag im Sonnenscheinstaat eintreffen wird. Zudem vernehme ich, dass die zwei per Direktflug nach Miami fliegen und die Nacht in einem Motel an der Ostküste verbringen wollen – das soll mir auch Recht sein.
15.00 Uhr Erleichtert beende ich das Gespräch und setze mich an den Schreibtisch. Wie es sich gehört, gehe ich Anschnur und kümmere mich um Belange besorgter Heimseitenbesucher. Ich schufte hart und rate einer alleinerziehenden Mutter aus Krefeld, ihren schwer erziehbaren Sohn Kevin (12) kurzerhand zur Adoption freizugeben.
16.00 Uhr Weil es für das Abendessen noch zu früh ist, pfeife ich auf den Fingern und lade Hund Dixon zu einem entspannten Gassigang ein. Der Rüde folgt mir kläffend zum La Playa Golfplatz und freut sich, im kniehohen Gras etliche Golfbälle zu finden.


Ich beisse kraftvoll zu

17.00 Uhr Zuhause angekommen, mache ich mich in der Küche nützlich und richte eine kalte Brotzeitplatte mit hauchdünn aufgeschnittenem Capocollo und herzhaftem Cheddarkäse an. Dazu trinke ich ein Bier und lasse mir etliche Gewürzgurken aus dem Glas schmecken.
18.00 Uhr Danach lasse ich den Tag in Dixons Gesellschaft im Wohnzimmer ausklingen. Unter anderem schaue ich mir die Nachrichten an und informiere mich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.
19.00 Uhr Zur Hauptsendezeit (unlöblich: Prime Time) wechsle ich auf SHOWTIME und fröne wie schon gestern der nervenaufreibenden Kriminalserie „Breaking Bad“. Wie jeder weiss, erzählt dieses 62teilige Fernsehspiel die Geschichte eines Chemielehrers, der an Krebs erkrankt und kriminell wird – wie unlöblich.
21.00 Uhr Nachdem ich eine Flasche Rotwein geleert habe, schalte ich das Farbfernsehgerät aus und begleite den Vierbeiner an die frische Luft. Zu guter Letzt reguliere ich die Klimaanlage und ziehe mich gähnend ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.

24. September 2016 – Terrorangst?

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Hallo Leute,

angeblich verzeichnen die Hoteliers in München zum Oktoberfest eine geringere Nachfrage als in den letzten Jahren. Laut des Vorsitzenden des Hotel- und Gaststättenverband in der Münchner Kreisstelle soll es in allen Kategorien und zu allen Zeiten Zimmer in der Nähe des weltgrössten Volksfest geben.

Fakt ist jedoch, dass München derzeit aus allen Nähten platzt. U- und S-Bahn fahren ist fast unmöglich, weil man überall auf Touristen trifft, die es auf die Wiesn zieht. Von Terrorangst kann wirklich keine Rede sein !!!

Ich war am vergangenen Dienstag mit einigen Arbeitskollegen auf dem Oktoberfest. Nach einem kurzen Bummel hat es uns auf eine Mass und eine deftige Brotzeit ins Hofbräu-Festzelt verschlagen. Nur gut, dass es in fast allen Zelten mittlerweile vegetarische und auch vegane Gerichte gibt. Die Preise sind zwar gesalzen, aber der Obatzte mit röscher Ofenbrezn hat sehr gut geschmeckt 🙂

Wie ihr euch denken könnt, bin ich ausserdem mit der Pension Waldblick voll im Stress. Die Wiesngäste sind total nervig und täglich muss ich das Gästezimmer putzen und für einen gefüllten Kühlschrank sorgen. Nur gut, dass das Oktoberfest in 9 Tagen endet …

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Die Pension Waldblick

So, jetzt geht es mit Cousin Bernd, Mitbewohnerin Bärbel und Freundin Marlene ins Kino. Wir wollen uns „Bad Moms“ mit Mila Kunis, Kristen Bell und Kathryn Hahn anschauen 😉

Morgen melde ich mich wieder.
Eure Sandra

14. August 2016 – Trumbo

sandra5

Oans, zwoa, drei … g’suffa,

gestern bin ich auf dem Dachauer Volksfest abgestürzt.
Nur gut, dass sich mein Cousin Bernd bereits im Vorfeld bereit erklärt hat, als Coiffeur einzuspringen. Drei Mann Bier und ein Obstler waren definitiv zu viel. Deswegen werde ich heute einen chilligen Fernsehtag einlegen und mir die erst kürzlich auf DVD bzw. Blu-Ray erschienenen Filme „Batman vs. Superman – Dawn of Justice“ und „Trumbo“ anschauen 🙂

Auf „Trumbo“ freue ich mich besonders, denn mein Lieblingsschauspieler Bryan Cranston hat in dieser oscarnominierten Filmbiografie – die in den 1940er bzw. 1950er Jahren angesiedelt ist – die Hauptrolle übernommen.

Bryan Cranston verkörpert Dalton Trumbo, der zu den einflussreichsten und bekanntesten Drehbuchautoren seiner Zeit zählte. Unter anderem schrieb er die Drehbücher zu den Kino-Blockbustern „Fräulein Kitty“, „Dreissig Sekunden über Tokio“ und „Frühling des Lebens“ . Als jedoch Senator Joseph McCarthy in den 1950er Jahren zum Vorsitzenden des „Government Operations Commitee“ ernannt wurde, sank Dalton Trumbos Einfluss in Hollywood rapide. Der Autor wurde wegen seiner politischen Einstellung an den Pranger gestellt und verlor sogar seinen Vertrag mit dem MGM Filmstudio …

Ausserdem werde ich mir jetzt einen leckeren Smoothie zubereiten und mir eine Pizza schmecken lassen. Ich habe immer noch Kopfschmerzen und kann froh sein, dass uns morgen mit Mariä Himmelfahrt ein Feiertag beschert ist 🙂

Okidoki, ich wünsche allen Lesern eine sonnige und abwechslungsreiche Woche.
Eure Sandra

13. August 2016 – Dachauer Volksfest

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Hallo Leute,

vor zwei Wochen haben sich die bayerischen Schüler in die Sommerferien verabschiedet. Seitdem herrscht an den Badeseen und in den Schwimmbädern der Ausnahmezustand. Auch München ist derzeit mit unzähligen Touristen aus aller Herren Länder und einheimischen Schaufensterbummlern überlaufen. Schon am frühen Morgen findet man in der S-Bahn bzw. in den Münchner U-Bahnen kaum noch Sitzplätze. Weil sich viele meiner Kollegen im Kreisverwaltungsreferat im Urlaub befinden, muss ich derzeit besonders viele Überstunden schieben 🙁

sommer2016
Sommer 2016

Gott sei Dank habe ich jetzt drei Tage frei und kann mich meinen Hobbies widmen. Wie ihr sicher wisst, bin ich bayerische Meisterin im Masskrugstemmen. Heute Abend werde ich auf dem Dachauer Volksfest sein und ordentlich trainieren 🙂

Das Dachauer Volksfest wurde heute Mittag mit einem Standkonzert vor dem Rathaus und einem Festumzug eröffnet. Wie jedes Jahr, locken auch heuer viele attraktive Fahrgeschäfte wie der „Wellenflieger“ oder die „Wilde Maus“ die Besucher an. Das Bürgerfest wurde erstmals im Jahre 1652 veranstaltet und zählt somit zu den ältesten Volksfesten in Deutschland 🙂

minneapolis
Mein Vermieter fliegt bald nach Minneapolis

Von bayerischen Volksfesten kann mein Vermieter nur träumen. Reinhard schwitzt derzeit im Sunshine State Florida und kann es kaum noch erwarten, am Monatsende ins kühle Minnesota zu reisen. Dort will der Rentner auf den Spuren der amerikanischen Autorin Laura Ingalls Wilder wandeln und ihre Heimatstadt Walnut Grove besuchen 🙂

Okay, jetzt muss ich mich aber in mein Minidirndl zwängen. Morgen melde ich mich wieder!!!
Sandra