24. März 2017 – Ein Hai am Barfuss Strand

08.00 Uhr Ich werde durch ein schönes Elvis Presley Lied geweckt und fühle mich blendend. Ruckzuck rolle ich mich aus dem Wasserbett und fordere die AMAZON ECHO Lautsprechersäule auf, weitere Lieder des „King of Rock’n Roll“ (löblich: König des Rock und Rolls) zu spielen – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Nachdem ich meine eingerosteten Glieder zur stimmungsvollen Komposition „Devil in Disguise“ (löblich: Teufel in Verkleidung) gelockert habe, stelle ich die Kaffeemaschine ein und verabschiede mich in die Nasszelle. Beschwingt lasse ich die Wanne mit Wasser volllaufen und blättere nebenher in der Tageszeitung. Ich überfliege wissbegierig die aktuellen Neuigkeiten aus dem Collier County und lerne, dass Wanderer am Barefoot Beach (löblich: Barfuss Strand) ein Hai gesichtet haben. Ich staune Bauklötze und fasse den Entschluss, diesen Strandabschnitt in Zukunft zu meiden – wo soll das noch hinführen.


Hilfe, ein Haifisch

09.30 Uhr Just als ich vor den Spiegel trete und mich ankleide, stösst Frau Gomez die Haustüre auf und plappert, dass sie nun die kleine Villa auf Vordermann bringen wird. Ich gebe mich skeptisch und erkundige mich, warum die Arbeiten nicht schon am Mittwoch erledigt wurden. Die Putzfrau gibt sich kleinlaut und entgegnet, dass sie wegen einer Bronchitis leider etwas kürzer treten musste. Ferner erfahre ich, dass mir die Perle eine WhatsÄpp Depesche zugesendet und ihr Kommen für heute angekündigt hat – das kann jeder behaupten.
10.00 Uhr Während sich meine Zugehfrau um die Wäsche kümmert, lasse ich mich am Küchentisch nieder und trinke zur wichtigsten Mahlzeit ein Gläschen Schaumwein. Darüber hinaus telefoniere ich mit Edelbert und merke an, dass ich alsbald zu Bob’s Liquor Store rasen und Weissbier einkaufen werde. Der Professor wimmelt mich jedoch ab und meint, dass er heute Frau Brandie Cream zum Lunch (löblich: Mittagessen) treffen wird – jaja.
10.30 Uhr Nachdem ich mich gestärkt habe, sehe ich im Badezimmer nach dem Rechten und bitte die fleissige Putzperle, nicht nur den grossen Spiegel auf Hochglanz zu bringen, sondern auch die Badewanne zu reinigen. Anschliessend lüfte ich meine NY YANKEES Kappe und gebe zu Protokoll, dass ich nun Getränke einkaufen werde.


Ich schoppe ordentlich ab

11.00 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise im PS-strotzenden Chevrolet Suburban treffe ich endlich am Ziel ein und habe das Vergnügen, Herrn Bob höchstpersönlich hinter der Registrierkasse anzutreffen. Weil sich nur wenige Kunden im Geschäft tummeln, begleitet mich der Alkoholfachmann durch die Gänge und berichtet, dass er seit Kurzem Geschmack an Wodka gefunden hat. Zu allem Überfluss hält mir Herr Bob eine Flasche „Grey Goose“ vors Gesicht und beteuert, dass dieser französische Trunk ganz vorzüglich mundet.
11.30 Uhr Dreissig Minuten später rolle ich den Einkaufswagen zur Kasse und sehe mich genötigt, für zwölf Flaschen Löwenbräu Helles, vier Sechserpacks Budweiser, einer Flasche Veuve Clicquot Schaumwein sowie einem Träger Erdinger Weissbier knapp 180 Dollars auszugeben. Herr Bob nimmt die bunten Scheine freudenstrahlend an sich und meint, dass er mir den „Grey Goose“ für 20 Dollars überlassen kann – wie schön.
12.00 Uhr Als nächstes kruse ich hupend zum Village Walk und statte dem „L’Osteria“ Restaurant einen Besuch ab. Mit Dixon im Schlepptau werde ich in der Gaststube vorstellig und vernehme, dass Gäste mit Haustieren nur auf der schattigen Terrasse bedient werden. Achselzuckend eile ich nach draussen und nehme einen Tisch unter einem grossen Sonnenschirm in Beschlag. Ein gestriegelter Kellner lässt nicht lange auf sich warten und legt mir nahe, ein saftiges „Philly Cheese Steak“ mit der Suppe des Tages (unlöblich: Soup of the Day) zu ordern. Ich nicke eifrig und bitte den Heini, ausserdem etwas Schinken für Dixon aufzufahren – das gibt ein Festessen.
12.30 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse und meine ausgetrocknete Kehle mit süffigem Eistee spüle, werde ich auf zwei deutschsprechende Touristen am Nebentisch aufmerksam. Schnell komme ich mit den Urlaubern ins Gespräch und bringe heraus, dass Frau Irmi (33) und Herr Karl (35) aus dem Wiener Gemeindebezirk Favoriten stammen. Ich proste den Beiden redlichst zu und lege ihnen nahe, schnellstmöglich zum wunderschönen Barefoot Beach zu krusen und sich dort in die Fluten zu stürzen – was kann es schöneres geben.


Mein Zuhause unter Palmen

13.15 Uhr Mit vollem Magen begleiche ich die Rechnung und trete die Heimreise in den Willoughby Drive an. Nebenher rede ich auf den Vierbeiner ein und kündige an, dass uns nun ein entspannter Nachmittag bevorsteht.
14.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, schlüpfe ich aus den Flip Flops und mache es mir zur Aufgabe, etliche Bierflaschen in den Eiskasten zu stellen und einen Schluck Wodka zu trinken. Im Anschluss falle ich gähnend aufs Kanapee und döse schnell ein.
15.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und stelle fest, dass sich der Rüde nach draussen verabschiedet hat. Ich folge Dixons Beispiel und nehme in der Hollywood Schaukel platz, um das Kreuzworträtsel in der Tageszeitung zu lösen. Plötzlich kommt Frau Pontecorvo daher und möchte wissen, ob ich sie am Abend ins Lichtspielhaus begleiten möchte. Meine Nachbarin schwärmt in den höchsten Tönen und setzt mich darüber in Kenntnis, dass heute die sehenswerte Komödie „Wilson“ im Kino anläuft – das ist mir Wurst.
15.45 Uhr Als endlich Ruhe und Frieden Einzug gehalten haben, kehre ich kopfschüttelnd in die gute Stube zurück und kümmere mich um die Anschnurseelsorge. Ich nehme Hilferufe besorgter Eltern in Augenschein und rate den Erziehungsberechtigten, sich von der heutigen Jugend nicht alles gefallen zu lassen.
17.00 Uhr Nachdem Dixon von seinem Ausflug zurückgekehrt ist, beende ich die Arbeit und mache mich in der Küche nützlich. Ich dekantiere eine Flasche Rotwein und ringe mich dazu durch, ein italienisches Nudelschichtgericht im Ofen aufzubacken – wie gut das duftet.


Auch Morgen scheint die Sonne – wie schön

18.00 Uhr Nach der Stärkung gehe ich zum gemütlichen Teil des langen Tages über. In Dixons Beisein folge ich den Nachrichten auf FOX und vernehme, dass uns morgen ein Hochdruckgebiet Rekordtemperaturen bescheren wird.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit schaue ich mir auf HBO den Zukunftsfilm „Max Steel“ an. Ich komme aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und werde Zeuge, wie ein unterbelichteter Jugendlicher zu einem Superhelden mutiert und die Welt vor dem Untergang rettet – diesen Unsinn muss man gesehen haben.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Klamauk schalte ich den Flachbildschirm ab und ziehe mich ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.

20. März 2017 – Dog Beach

08.00 Uhr Ich werde durch ein stimmungsvolles Lied der aufstrebenden Sängerin Christie Lamb geweckt und kann es kaum noch erwarten, meine liebe Familie in Florida zu begrüssen. Als ich mich aus dem Bett rolle, berichte ich Dixon, dass Georg und Maria spätestens in zwei Wochen in Naples eintreffen und uns über Ostern Gesellschaft leisten werden – das wird phantastisch.
08.45 Uhr Nachdem ich meine Glieder gelockert und die Tageszeitung hereingeholt habe, lasse ich die Wirbelwanne mit Wasser volllaufen. Ausserdem werfe ich lustige Badekugeln in das lauwarme Nass und nehme mir das Recht heraus, während des Badevergnügens die „Naples Daily News“ (löblich: Naples tägliche Neuigkeiten) zu lesen. Unter anderem erfahre ich, dass Mitarbeiter der „Florida Fish and Wildlife Conservation Commission“ am Freitagabend einen toten Panther an der Interstate 90 entdeckt haben. Ich staune nicht schlecht und lese weiter, dass im Collier County nur noch zirka 100 Tiere dieser Gattung zu Hause sind – wie traurig.


Ich gehe stets mit der Mode

09.45 Uhr Schlussendlich steige ich aus der Wanne und greife zum Handtuch, um mich abzutrocknen. Danach schlüpfe ich in eine karierte Baumwollhose und entschliesse mich, dazu ein farbenfrohes Hawaiihemd zu tragen.
10.15 Uhr Wenig später lasse ich mich am Frühstückstisch nieder und stärke mich mit vitaminreichen KELLOGGS Flocken. Darüber hinaus tippe ich Edelberts Nummer in die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) ein und lote aus, ob wir an den Strand krusen wollen. Der schlaue Mann windet sich aus der Verantwortung und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er den Vormittag nutzen möchte, um den JEEP zu waschen und neue Bücher einzukaufen. Ich seufze laut und entgegne, dass ich unter diesen Umständen alleine ans Meer fahren werde.


Hund Dixon liebt Kauknochen

10.45 Uhr Bevor ich losfahre, belege ich zwei Weissbrotscheiben mit Käse und Capocollo und lasse den Vierbeiner wissen, dass eine Brotzeit nicht fehlen darf. Zudem verfrachte ich zwei Dosen Dr. Pepper Brause in eine praktische Stofftasche und vergesse auch nicht, etliche Kauknochen für meinen tierischen Begleiter einzupacken.
11.15 Uhr Als der Minutenzeiger meiner ROLEX auf Viertel nach 11 zugeht, lasse ich den Motor des PS-strotzenden Chevrolets aufheulen und gleite zu prima WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radioklängen gen Westen davon. Ich beschleunige den SUV auf schwindelerregende 35 Meilen pro Stunde und fasse den Entschluss, Hund Dixon etwas Gutes zu tun und zum „Dog Beach“ (löblich: Hundestrand) nach Fort Myers zu rasen.
11.45 Uhr Nach dreissig Minuten wechsle ich auf den Hickory Boulevard und habe das Vergnügen, den azurblauen Golf in seiner vollen Pracht zu sehen. Während mir der Wind durchs Haar weht, drehe ich am Lautstärkeregler und singe zum Weltschlag „Free Bird“ der Südstaatenrocker Lynyrd Skynyrd laut mit.

12.15 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit erreiche ich mein Ziel und stelle fest, dass gut zwei Dutzend Vierbeiner vor Ort sind. Weil Dixon aus dem Fiepen gar nicht mehr herauskommt, öffne ich die Heckklappe und fordere den Rüden mit erhobenem Zeigefinger auf, beste Manieren an den Tag zu legen. Dixon schlägt die Bitte jedoch in den Wind und rennt zu einem hochnäsigen Pudel, um ihn scharf anzukläffen – wie unlöblich.
12.45 Uhr Weil ich nicht mehr der Jüngste bin, suche ich mir ein schattiges Plätzchen unter einer Palme und gönne mir einen Schluck Brause. Ferner beisse ich kraftvoll ins Wurstbrot und tratsche angeregt mit einer platinblonden Hundebesitzerin namens Cameron (33). Das Kind deutet in Richtung eines Schäferhundmischlings und vertellt, dass sie ihren Liebling kurz vor Weihnachten aus dem Tierheim geholt hat. Ich nicke eifrig und antworte, dass Dixon ebenfalls aus dem Tierasyl stammt und schon seit vielen Jahren mein treuer Begleiter ist.


Dr. Pepper schmeckt prima

13.30 Uhr Um Frau Cameron eine kleine Freude zu bereiten, biete ich ihr die zweite Getränkedose an und gebe vor, schon seit jungen Jahren ein Tierfreund zu sein. Die Maid ist begeistert und sagt, dass sie aus Tierschutzgründen seit vielen Jahren vegan lebt und auf tierische Lebensmittel ganz verzichtet. Überdies überreicht mir das Mädchen eine Visitenkarte und plappert davon, dass sie mit ihrem Lebensgefährten ein veganes Familienrestaurant an der Pine Ridge Road führt. Ich nehme die Karte dankbar an und verspreche, irgendwann vorbeizukommen.
14.30 Uhr Da Dixon fix und foxi ist, lüfte ich meine NY YANKEES Kappe und ziehe es vor, mich von Frau Cameron zu verabschieden und die Heimreise anzutreten. Wie es sich gehört, helfe ich Dixon auf die Ladefläche und fahre dann gemächlich nach Naples zurück.
15.30 Uhr Endlich bin ich wieder dahoam und kann mich auf dem Kanapee zur Ruhe betten. Dixon folgt meinem Beispiel und streckt ebenfalls die Beine aus – wie schön.
16.30 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und sorge in der Küche für das Abendessen. Um mir nicht die Beine in den Bauch stehen zu müssen, verfrachte ich kurzerhand eine Fertigpizza aus dem Hause TOMBSTONE ins Rohr und zaubere dazu einen nahrhaften Gurkensalat mit lustigen Oliven und perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen.


Zum Abendessen gibt es Pizza

17.30 Uhr Mit vollem Magen setze ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine in Betrieb und mache es mir zur Aufgabe, das zerzauste Fell meines Haustieres zu bürsten. Danach strecke ich vor der Glotze die Beine aus und mache mich bei den FOX Nachrichten über die aktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.
19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, wechsle ich auf SHOWTIME und fröne der Serie „The Affair“. Das mehrteilige Fernsehspiel erzählt die Geschichte eines vierfachen Familienvaters, der sich während eines Sommerurlaubs unsterblich in eine 20 Jahre jüngere Kellnerin verliebt – wie unlöblich.
21.00 Uhr Nach einer weiteren Episode beende ich den Fernsehabend und ziehe mich gähnend ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.

16. März 2017 – Goin‘ California

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und bemerke beim Blick auf den Wandkalender, dass Gräfin Gloria von Rudnik heute ihr Wiegenfest feiert. Selbstverständlich greife ich prompt zum Telefon und rufe in der alten Heimat an. Natürlich nimmt ihr hochnäsiger Sekretär das Gespräch entgegen und lässt mich wissen, dass die Dame am Abend Gäste auf Schloss Baienbach bewirten wird und nicht ans Telefon kommen kann. Erst nach langem Hin und Her reicht der Knecht den Hörer weiter und ich habe das Vergnügen, mit Gloria höchstpersönlich plaudern zu können. Wie es sich gehört, übermittle ich ihr die besten Glückwünsche und bringe heraus, dass sie in der kommenden Woche nach Saint Tropez ausfliegen wird, um sich mit Prinzessin Nora von Liechtenstein zu treffen – das ist phantastisch.


Alles Gute zum Geburtstag

08.30 Uhr Laut seufzend verfrachte ich den Hörer auf die Gabel und nehme mir das Recht heraus, meine eingerosteten Glieder auf der Terrasse zu lockern. Hund Dixon verabschiedet sich währenddessen zum künstlich angelegten Teich und stattet der handzahmen Echse Billy einen Besuch ab.
09.00 Uhr Während ich mich bei einem löblichen Wirbelbad entspanne, schrillt das Telefon plötzlich laut los. Diesmal habe ich Edelbert dran und vernehme, dass er mittlerweile mit Dr. Satesh bezüglich unserer geplanten Reise nach Berkeley gesprochen hat. Der Professor gibt sich deprimiert und sagt, dass der indische Wissenschaftler nur wenig Zeit hat und uns leider nicht in den Traubenstaat begleiten kann. Ich zucke mit den Schultern und gebe meinem Bekannten zu verstehen, dass wir auch alleine viel Spass im Goldenen Westen haben werden. Darüber hinaus beauftrage ich den Professor, augenblicklich loszufahren und in den Willoughby Drive zu kommen.


Mein Zuhause unter Palmen

10.00 Uhr Nachdem ich meine Haut mit einer Pflegelotion eingecremt habe, nehme ich die DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb und fülle Dixons Napf mit Wasser auf. Kurze Zeit später trifft Edelbert in meinem kultivierten Zuhause ein und überrascht mich mit Sandwiches aus der Satreales Metzgerei – wie schön.
10.30 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, setzt mich der Professor darüber in Kenntnis, dass wir die Möglichkeit haben, auf dem Campus der „Berkeley University“ zu übernachten. Mein Tischnachbar schmunzelt in einer Tour und erinnert, dass er seit 35 Jahren der „Alpha Gamma Omega“ Studentenverbindung angehört und jederzeit im Gästehaus pennen kann – wie aufregend.


Edelbert ist Mitglied einer Studentenverbindung

11.00 Uhr Um nicht weiter um den heissen Brei herumzureden, nehmen wir am Schreibtisch Platz. Ruckzuck segeln wir auf die Heimseite von EXPEDIA und suchen nach preisgünstigen Flügen. In Windeseile haben wir eine Direktverbindung nach San Franzisko ausgespäht und ringen uns dazu durch, am 14. Mai abzufliegen.
11.30 Uhr Letztendlich betätigen wir den „BOOKING“ (löblich: Buchen) Knopf und freuen uns, pro Flug nur 280 Dollars bezahlen zu müssen. Edelbert ist begeistert und verspricht, am Abend seine Freunde in Kalifornien über unseren siebentägigen Aufenthalt in Kenntnis zu setzen.
12.00 Uhr Weil Hund Dixon seit Stunden verschwunden ist, schnappen wir uns zwei Flaschen Budweiser aus dem Eiskasten und eilen in den Garten, um nach dem Vierbeiner Ausschau zu halten. Wir treffen den Rüden im Garten von Familie Crane an und werden Zeugen, wie er mit Nachbarshund Joey spielt. Weil etwas Bewegung nicht schaden kann, leinen wir den Rüden kurzerhand an und brechen zu einer lustigen Wanderung auf. Wir schlendern entspannt durchs Wohngebiet und finden uns bald vor der einladenden „Pelican Larry’s Raw Bar & Grill“ Gastwirtschaft wieder. Da mein Magen knurrt, lotse ich Edelbert in die Gaststube und bitte den Kellner, zwei Biere zu zapfen und uns mit vitaminreichen Cheeseburgern (löblich: Käseburgern) zu verwöhnen.
12.45 Uhr Während wir uns die Mahlzeit schmecken lassen, klingelt die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry). Zu meiner Freude meldet sich Georg und erzählt, dass er sich mittlerweile von seiner Grippe erholt hat und Anfang April nach Florida kommen wird – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.


Prost Edelbert

13.30 Uhr Nachdem wir die Zeche in Bar bezahlt und Herrn Larry einen schönen Nachmittag gewünscht haben, kehren wir beschwingt nach Hause zurück. Mit einem lustigen Lied auf den Lippen überqueren wir die Immokalee Road und sehen uns genötigt, einem zu schnell fahrenden TOYOTA Fahrer den Vogel zu zeigen – wo soll das noch hinführen.
14.15 Uhr Ich verabschiede mich von Edelbert und ziehe es vor, auf dem Kanapee Platz zu nehmen. Bald döse ich ein und träume von meinem wunderschönen Aufenthalt in der Hauptstadt Washington – das war eine Gaudi.
15.15 Uhr Redlichst ausgeruht schwinge ich mich vom Sofa und schalte den Heimrechner ein. Diesmal mache ich mich über die Stadt Berkeley schlau und spiele mit der Idee, nicht nur San Franzisko, sondern auch die schöne Stadt Oakland zu besuchen.


Hurra, wir reisen nach Kalifornien

16.15 Uhr Als der Minutenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf Viertel nach Vier deutet, gehe ich von der Leine und trinke auf der Terrasse eine kühle Hopfenkaltschale. Zudem stelle ich den Rasensprenkler an und lese spannende Berichte in der „Naples Daily News“ (löblich: Naples tägliche Nachrichten).
17.00 Uhr Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, begebe ich mich in die Küche und schalte den Herd an. Fachmännisch schütte ich etwas Olivenöl in eine teflonbeschichtete Pfanne und brate ein vitaminreiches T-Knochen Schnitzel (unlöblich: T Bone Steak) heraus. Dazu gibt es rösche Kartoffelstäbe sowie einen farbenfrohen Beilagensalat – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach dem Abendessen gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über und schaue mir die Nachrichten sowie eine Ruf-Herein-Schau (unlöblich: Call-In Show) auf FOX an.
19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, wechsle ich zeitnah auf „Showtime“, um weiteren Episoden der preisgekrönten Serie „Billions“ zu frönen.
21.00 Uhr Nach zwei Stunden beende ich den Fernsehabend und unternehme mit dem Haustier einen kleinen Rundgang durch den Garten. Danach reguliere ich die Klimaanlage und gehe zu Bett. Gute Nacht.

15. März 2017 – Berkeley und ein Schneesturm

08.00 Uhr Auch heute brennt die Sonne vom Himmel und lässt die Thermometeranzeige auf schwindelerregende 82°F (28°C) ansteigen. Um nicht aus den bequemen JOSEF SEIBEL Hausschuhen zu kippen, verzichte ich ausnahmsweise auf die Morgengymnastik. Stattdessen verabschiede ich mich ins Bad und nehme mit einem Wirbelbad Vorlieb – da kommt Freude auf.
08.45 Uhr Während meine alten Knochen vom Sprudelwasser umspült werden, studiere ich auf dem iPad die heutige Anschnurausgabe der „Naples Daily News“ und bringe heraus, dass im Norden ein Schneesturm gewütet und den Grossen Apfel (unlöblich: Big Apple) in ein Winterwunderland verwandelt hat. Wenig später schellt das Telefon und Edelbert wünscht mir einen guten Morgen. Der Professor berichtet von seinem gestrigen Treffen mit Dr. Satesh und merkt an, dass der Wissenschaftler viel um die Ohren hat und sich unserer geplanten Reise zur weltbekannten Berkeley Universität womöglich nicht anschliessen kann. Ich nicke eifrig und entgegne, dass wir unter diesen Umständen eben alleine nach Kalifornien ausfliegen werden. Mein Bekannter freut sich und meint, dass wir zeitnah buchen sollten – wie aufregend.


Wir wollen nach Berkeley ausreisen

09.45 Uhr Nach dem Badespass setze ich mich an den Frühstückstisch und verzehre in Dixons Beisein ein leckeres Frühstück. Nebenbei navigiere ich durchs Internetz und lerne, dass „American Airlines“ preisgünstige Verbindungen an die amerikanische Westküste feilbietet. Ich mache grosse Augen und lese, dass ein Direktflug von Miami nach San Francisco mit lediglich 277 Dollars zu Buche schlägt – das ist phantastisch.
10.30 Uhr Just als Frau Gomez die Haustüre aufstösst, kontaktiere ich erneut den Professor und erzähle, dass es eine Gaudi wäre, im April nach San Francisco zu fliegen. Als ich auf den spottbilligen Preis verweise, schnalzt Edelbert mit der Zunge und verspricht, noch einmal mit Dr. Satesh zu sprechen – wie schön.
11.15 Uhr Nachdem ich die mexikanische Putzperle gebeten habe, den Küchenboden zu wischen, schnappe ich mir den Einkaufskorb vom Küchenschrank und scheuche den Vierbeiner zum Auto. Dummerweise treffe ich auf der Einfahrt auf Frau Pontecorvo und erfahre, dass die Dame ebenfalls zum PUBLIX Supermarkt fahren möchte. Ich zucke mit den Schultern und biete der kleinen Frau an, dass sie mich gerne begleiten kann.


Wir schoppen ab

11.45 Uhr Nach einer Hochgeschwindigkeitsfahrt kommen wir mit quietschenden Bremsen vor der Markthalle zum Stehen. Frau Pontecorvo hüpft ausgelassen aus dem PS-strotzenden SUV und sagt, dass sie sich gestern Rabattmarken aus einem PUBLIX Reklameheftchen ausgeschnitten hat. Meine Begleiterin strahlt wie ein Honigkuchenpferd und rechnet vor, dass sie beim heutigen Einkauf gut und gerne 20 % einsparen wird.
12.30 Uhr Nachdem wir einer störrischen Kundin einen Einkaufswagen streitig gemacht haben, schlendern wir durch die breiten Gänge und laden allerhand Lebensmittel ein. Darüber hinaus verrate ich meiner Nachbarin, dass ich bald nach Kalifornien fliegen und die Berkeley Universität besuchen werde. Um der kleinen Frau einen genauen Einblick zu geben, komme ich auf Edelbert zu sprechen und lege anschaulich dar, dass der schlaue Mann viele Jahre an dieser Eliteuniversität gelehrt und auch geforscht hat.


Ein Erdinger Weissbier schmeckt prima

13.00 Uhr Um insgesamt 87 Dollars erleichtert, steuern wir „Bob’s Liquor Store“ an und erwerben süffiges Erdinger Weissbier, vitaminreiches Budweiser sowie mehrere Flaschen Schaumwein. Währenddessen plaudere ich angeregt mit Frau Pontecorvo und ermutige sie, uns in den goldenen Westen zu begleiten. Leider lehnt die Alte ab und meint, dass sie lieber in Florida bleiben will – das ist wieder typisch.
14.00 Uhr Völlig verschwitzt treffen wir wieder im Willoughby Drive ein. Ich verabschiede Frau Pontecorvo per Handkuss und mache es mir dann zur Aufgabe, die Einkäufe im Eiskasten zu verstauen. Danach fülle ich Dixons Napf mit Trockenfutter auf und falle erschöpft aufs Kanapee.
15.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und nutze die Nachmittagsstunden, um an die Leine (unlöblich: online) zu gehen. Unter anderem arbeite ich Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher ab und mache mich auf Wikipedia über die Berkeley Universität schlau. Unter anderem erfahre ich, dass die Hochschule anno 1868 gegründet wurde und zu den renommiertesten Bildungseinrichtungen der USA zählt – das ist phantastisch.


Die Berkeley Universität ist weltbekannt

16.00 Uhr Nachdem ich die neuen Einträge im Gästebuch überflogen habe, leine ich den Vierbeiner an und breche zu einem Spaziergang auf. Zu meiner Freude treffe ich bald auf Fernsehkoch Wayne Gregor und vernehme, dass der Prominente im Mai ein neues Buch auf den Markt bringen und auch wieder landesweit im Fernsehen eine Kochschau präsentieren wird – wie schön.
17.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, beschalle ich die Wohnstube mit stimmungsvoller George Strait Musik und bereite das Abendessen vor. Weil ich keine Lust verspüre, stundenlang am heissen Herd zu stehen, koche ich kurzerhand italienische Langnudeln auf und verfeinere sie mit Pesto aus dem Glas – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Zu guter Letzt sorge ich in die Küche für Sauberkeit und gehe dann zum gemütlichen Teil über. Um auf den neuesten Stand zu kommen, schaue ich mir die FOX Nachrichten an und mache mich über das Wirken des amerikanischen Präsidenten Donald Trump schlau.

19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechsle ich auf „Showtime“, um mir die ersten beiden Folgen des Serienerfolgs „Billions“ anzuschauen. Das zehnteilige Fernsehspiel ist in der New Yorker Finanzwelt angesiedelt und erzählt von den Ermittlungen des Richters Chuck Rhoades gegen den skrupellosen Menetscher Bobby Axelrod – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Ein nervenaufreibender Fernsehabend geht zu Ende und ich drücke beherzt auf den „OFF“ (löblich: AUS) Knopf der Fernbedienung. Danach rufe ich Dixon ins Haus und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

20. Februar 2017 – President’s Day

08.00 Uhr Der ECHO Lautsprecher aus dem Hause Amazon weckt mich mit einem stimmungsvollen Jimmy Buffett Lied. Ich rolle mich zu dem Welterfolg „Margaritaville“ aus dem Bett und spiele mit dem Gedanken, den heutigen „President’s Day“ (löblich: Präsidententag) auszunutzen, um mit Hund Dixon einen Ausflug zu unternehmen.
08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik auf der Terrasse absolviert habe, verabschiede ich mich in die Nasszelle und fülle die Wirbelbadewanne mit lauwarmen Wasser auf. Zudem nehme ich die Schwarzbeere zur Hand und rufe kurzentschlossen bei Edelbert an, um ihn zu einer erquickenden Ausfahrt einzuladen. Mein Bekannter sagt prompt zu und erklärt, dass ich ihn gerne um halb Elf abholen kann – das ist phantastisch.


Heute wird der President’s Day gefeiert

09.30 Uhr Voller Vorfreude beende ich das Badevergnügen und eile in die Küche, um Dixons Napf mit ROYAL CANIN Trockenfutter aufzufüllen. Während sich der Rüde auf die Brotzeit stürzt, trinke ich einen Kaffee und verzehre dazu ein grosses Stück Käsekuchen aus dem PUBLIX Supermarkt – schmeckt gar nicht schlecht.
10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 10 zugeht, verlasse ich die kleine Villa und sehe mich mit Frau Pontecorvo konfrontiert. Die Alte von nebenan nimmt mich skeptisch ins Visier und erkundigt sich, ob ich ans Meer fahren will. Ich schüttle entschieden den Kopf und flunkere, dass ich zum Zahnarzt gehen und mich einer schmerzhaften Wurzelbehandlung stellen muss. Bevor meine Nachbarin antworten kann, helfe ich dem Vierbeiner auf die Ladefläche des PS-strotzenden SUV und suche schnell das Weite.


Auch Edelbert hat einen ECHO gekauft

10.30 Uhr Pünktlich auf die Minute komme ich vor Edelberts Wohnsilo im Stadtzentrum zum Halten. Der Professor lässt nicht lange auf sich warten und steigt freudig zu. Anschliessend drücke ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch und erfahre, dass Edelbert seit heute ebenfalls ein stolzer ECHO Besitzer ist. Der schlaue Mann schwärmt in den höchsten Tönen und vertellt, dass der sprachgesteuerte Lautsprecher ein sehr nützlicher Begleiter ist. Ich nicke eifrig und erwähne, dass es mit dem AMAZON Produkt sogar möglich ist, Speisen beim „Domino’s“ Pizzalieferdienst zu ordern – da kommt besonders grosse Freude auf.
11.00 Uhr Wenig später tut sich der Golf von Mexiko vor uns auf. Ich drossle die Geschwindigkeit und lasse Edelbert wissen, dass heute der „President’s Day“ gefeiert wird. Mein Begleiter schlägt in die gleiche Kerbe und belehrt, dass dieser Feiertag alljährlich am dritten Montag im Februar begangen wird und an George Washingtons Wiegenfest erinnern soll.


Wir geniessen die Aussicht

11.45 Uhr Nach zwölf Meilen parken wir das KFZ vor dem einladenden „Club of Barefoot Beach“ Hotelkomplex und kehren in die Strandgaststätte ein, um einen Pitcher (löblich: Krug) Budweiser sowie panierte Hühnerflügel (unlöblich: Chicken Wings) mit Kartoffelstäben (unlöblich: Fries) zu ordern.
12.15 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen und mit eiskaltem Gerstensaft anstossen, kommt Edelbert auf seinen gestrigen Fernsehabend zu sprechen und erzählt, dass es Dank des AMAZON Videoangebots möglich ist, auch in den Vereinigten Staaten auf deutsche Spielfilme zuzugreifen. Der Professor klopft sich lachend auf die Schenkel und fährt fort, dass er die bayerische Komödie „Schweinskopf al dente“ gesehen hat – wie unlöblich.


Schweinskopf Al Dente

13.00 Uhr Da Dixon langsam unruhig wird, begleichen wir die Rechnung mit mehreren Scheinen und brechen zu einem Strandspaziergang auf. Währenddessen plappert Edelbert ohne Unterlass und setzt mich darüber in Kenntnis, dass es im Januar auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko zu einem Grossbrand gekommen ist. Ich mache grosse Augen und lerne, dass das Feuer schnell gelöscht und eine verheerende Umweltkatastrophe in letzter Sekunde verhindert werden konnte – wie beruhigend.
14.00 Uhr Völlig verschwitzt treffen wir am Auto ein. Ich wische mir den Schweiss von der Stirn und gebe zu Protokoll, dass das schwülwarme Klima sogar den stärksten Rentner aus der Bahn wirft. Um keinen Sonnenstich zu riskieren, steuern wir den Chevrolet ins Zentrum zurück und freuen uns auf einen entspannten Nachmittag.
14.45 Uhr Nachdem ich Edelbert sicher in der Stadtmitte abgesetzt habe, gleite ich zu einem McDonalds Drive-Thru (löblich: Fahr Hindurch) Schalter und ordere einen grossen McFlurry.
15.15 Uhr Zurück in der kleinen Villa, schlüpfe ich aus den schweren Kuhjungenstiefeln und bette mich auf dem Kanapee zur Ruhe. Dixon folgt meinem Beispiel und streckt im Wohnzimmer alle Viere von sich.
16.15 Uhr Nach der Pause nehme ich am Schreibtisch Platz und komme meiner Arbeit als staatlich anerkannter Anschnurseelsorger nach. Pflichtbewusst überfliege ich die elektronischen Depeschen und komme auch heute nicht darum herum, leidgeprüften Erziehungsberechtigten bei schwerwiegenden Problemen zu helfen.
17.15 Uhr Kurz nach dem Fünfuhrläuten begebe ich mich hungrig in die Küche und koche Salzwasser auf. Darüber hinaus kredenze ich auch dem Rüden eine reichhaltige Mahlzeit und fordere ihn auf, nicht zu schlingen.


George Washington feiert Geburtstag

18.00 Uhr Nach der Hausarbeit lege ich in der guten Stube die Beine hoch und informiere mich auf FOX über die Geschehnisse in der Welt. Unter anderem bringe ich heraus, dass in zwei Tagen ein weiterer Gedenktag ansteht. Wie jeder weiss, würde der erste Präsident der Vereinigten Staaten – George Washington – am Mittwoch seinen 285. Geburtstag feiern – wie schön.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit nehme ich mit dem NETFLIX Videoangebot Vorlieb und fröne dem Gruselfilm „I Am the Pretty Thing That Lives in the House“ (auf deutsch: Ich bin die hübsche Sache, die in diesem Haus lebt). Natürlich stellen sich mir prompt sämtliche Nackenhaare auf und ich sehe mich genötigt, auf ein anderes Programm umzuschalten.
21.00 Uhr Nachdem ich mir auf PBS eine Naturdokumentation über possierliche Killerwale angesehen habe, beende ich den Fernsehabend und lösche sämtliche Lichter. Danach rufe ich Dixon ins Haus und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.