27. und 28. April 2019 – Kurzreise nach Österreich

Hallo Fans,

nach meinem Osterbesuch in Frankfurt, stand eine Kurzreise nach Österreich auf dem Plan. Mit Bärbel habe ich das schöne Bergdorf Windshausen an der bayerisch/österreichischen Grenze besucht und mich zu einem “leichten Wanderung” auf den Kranzhorn überreden lassen. Der Aufstieg – es mussten insgesamt 880 Höhenmeter überwunden werden – führten auf der ersten Kilometer über breite Waldwege. Doch von einem “leichten Aufstieg” war wenig später keine Rede mehr. Der Waldweg wurde zu einem steilen Steig und die letzten Meter zum Gipfel mussten sogar über einen mit einem Drahtseil gesicherten Pfad zurückgelegt werden ^^


Österreich ist eine Reise wert

Oben angekommen, waren wir fix und foxi und freuten uns über die mitgebrachte Brotzeit und kalte Getränke. Nach einer Stunde Pause ging es dann zurück ins Tal. Unsere Wanderung dauerte 6 Stunden und die Nacht verbrachten wir dann im “Hotel Blaue Quelle” im österreichischen Erl.

Tags darauf ging es zu einem kurzweiligen Stadtbummel in die 20.000 Einwohner zählende Gemeinde Kufstein. Wir besichtigten unter anderem die örtliche Festung, die erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Ausserdem unternahmen wir einen Spaziergang über den einladenden Stadtplatz und einen Abstecher in die Pfarrkirche St. Vitus, die von einer mittelalterlichen Stadtmauer umrandet ist 🙂


Burg Kufstein

Unser Kurztripp ins Nachbarland war wirklich sehr schön aber definitiv zu kurz. Ich hoffe, dass ich bald wieder nach Tirol fahren und in den Bergen abchillen kann. Leider muss ich in der kommenden Woche wieder arbeiten und im Kreisverwaltungsreferat meinen Mann stehen 🙁

Okay, nun möchte ich euch ein schönes und sonniges Wochenende wünschen.
Eure Sandra

23. April 2019 – Muskelkater

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und habe immer noch mit einem Muskelkater in der rechten Wade zu kämpfen. Missmutig rolle ich mich aus dem Bett und lasse Hund Dixon wissen, dass mir der Wochenendausflug in die Everglades nicht gut getan hat. Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und schlendere auf die Terrasse, um den Morgen mit lustigen Dehn- und Streckübungen zu begrüssen – das macht Spass.


In den Everglades war es sehr schön

08.30 Uhr Im Anschluss ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem prima Wirbelbad mit Eukalyptusöl. Unterdessen telefoniere ich mit meiner Schwägerin und bringe heraus, dass sich mein Bruder auf den Golfplatz verabschiedet hat, um eine Partie mit Herrn Wang zu spielen. Ich seufze laut und erkläre der Perle, dass sie mich gerne zum Frühstück in Julies Restaurant treffen kann. Maria lehnt jedoch ab und kündigt an, gleich ins Stadtzentrum krusen und Frau Porello bei einem ausgedehnten Schoppingausflug begleiten zu wollen.
09.30 Uhr Weil auch Edelbert wegen eines Arzttermins verhindert ist, fasse ich den Entschluss, die wichtigste Mahlzeit in der kleinen Villa einzunehmen. Zu stimmungsvoller WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radiomusik schlage ich fünf Eier in eine Pfanne und zaubere im Handumdrehen vitaminreiche Rühreier. Dazu gibt es geröstetes Weissbrot (unlöblich: Toast) mit Erdnussbutter sowie köstlichen Virginiaschinken – das schmeckt.
10.00 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, blättere ich gelangweilt in der Tageszeitung und stosse alsbald auf eine Werbeanzeige eines ortsansässigen Reifenfachhändlers. Neugierig nehme ich die Reklame in Augenschein und lerne, dass das “The Tire Choice” (löblich: Die Reifenwahl) Geschäft bis zum Monatsende 25% Rabatt auf Alufelgen gewährt. Da die Leichtmetallräder meines Chevrolet Suburbans längst in die Jahre gekommen sind und Schäden aufweisen, klatsche ich freudig in die Hände und erkläre dem Vierbeiner, dass wir den Vormittag nutzen und besagten Laden an der Livingston Road aufsuchen sollten. Der Rüde legt prompt seinen Kopf schief und rennt kläffend zur Pforte. Ich folge dem Haustier mit einer stimmungsvollen Melodie auf den Lippen und helfe ihm als Tierfreund auf die Ladefläche des PS-strotzenden SUV – da kommt besonders grosse Freude auf.


Mein Chevrolet benötigt neue Felgen

10.45 Uhr Kurz vor dem Elfuhrläuten erreiche ich mein Ziel und nehme die ausgestellten Felgen in Augenschein. Bereits nach wenigen Augenblicken gesellt sich ein gestriegelter Verkäufer an meine Seite und erkundigt sich nach dem Rechten. Ich deute auf den Parkplatz und gebe vor, mit der Idee zu spielen, meinen Chevrolet mit nagelneuen Leichtlaufräder auszustatten. Der Knecht reibt sich die Hände und meint, dass es sich anbieten würde, preiswerte KMC XD Felgen auszuwählen. Bevor ich antworten kann, zückt der Angeber seinen Solartaschenrechner und erörtert, dass vier Felgen zusätzlich preisgünstiger FIRESTONE Reifen lediglich 1.976 Dollars kosten würden. Ich mache grosse Augen und entgegne, dass ich bettelarm bin und mich ausser Stande sehe, ein kleines Vermögen auszugeben. Mein Gegenüber reibt sich mit dem Zeigefinger die Nase und beteuert, dass selbstverständlich 25% vom Endpreis abgezogen werden – das kann ich mir beim besten Willen nicht leisten.
11.30 Uhr Nachdem ich mir weitere Felgen angeschaut, zwei Becher Kaffee auf Kosten des Hauses getrunken und den Waschraum überschwemmt habe, kehre ich mit Dixon zum Auto zurück. Als nächstes steuere ich eine McDonalds Schnellgaststätte an und leiste mir am Drive Thru (löblich: Fahr Hindurch) Schalter zwei Double Pounder (löblich: Halbpfünder), eine grosse Portion Kartoffelstäbe sowie eine Diät Cola. Um nicht in Gesellschaft verschwitzter Menschen das Mittagessen einnehmen zu müssen, fahre ich schnell weiter und verzehre die Jause während der Heimfahrt – das macht Spass.


Ich schlüpfe aus den Flip Flops

12.15 Uhr Zuhause angekommen, schleppe ich mich mit letzter Kraft ins klimatisierte Wohnzimmer und schlüpfe aus den Flip Flops. Anschliessend falle ich aufs Kanapee und döse ein – das tut gut.
13.15 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und verspüre grossen Kaffeedurst. Ruckzuck nehme ich den DeLonghi Automaten in Betrieb und richte drei Muffins auf einem Porzellanteller an – das löbliche Auge isst bekanntlich mit.
13.45 Uhr Leider wird die Ruhe alsbald durch lautes Hupen gestört. Ich öffne schwungvoll die Haustüre und treffe Edelbert auf der Einfahrt an. Mein Bekannter schnauft wie ein Wahlross und erzählt, dass es kein Vergnügen war, den ganzen Vormittag im Wartezimmer eines Zahnarztes zu warten. Zudem steckt der gute Mann den Zeigefinger in seinen Mund und gibt mir zu verstehen, dass er genötigt war, die Füllung eines Backenzahnes erneuern zu lassen. Ich nicke eifrig und zögere nicht, dem Professor eine Kasse Kaffee zu spendieren. Zudem verweise ich auf meine Vormittagsaktivitäten und informiere, dass ich mir Alufelgen angeschaut habe.
14.45 Uhr Nachdem Prof. Kuhn das Weite gesucht hat, komme ich meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Nörgelnd studiere ich Depeschen besorgter Heimseitenbesucher und sehe mich genötigt, Herrn Werner V. aus Eupen zu raten, seine freche Tochter Isabell (7) ins Erziehungsheim zu stecken. Immerhin kann es nicht sein, dass das Luder die Nachbarschaft mit unmelodischer Hipf Hüpf Musik beschallt.
15.45 Uhr Zu guter Letzt überfliege ich die Einträge im Gästebuch und freue mich über den netten Zuspruch. Voller Elan fahre ich den Heimrechner herunter und begebe mich mit Dixon in den Garten, um etwas Ball zu spielen.
16.45 Uhr Da mein Magen knurrt, mache ich schnell kehrt und richte das Abendessen an. Um nicht den ganzen Abend vor dem heissen Herd stehen zu müssen, backe ich eine Pizza auf und zaubere dazu einen gesunden Bohnensalat mit Zwiebeln – wie gut das duftet.

18.00 Uhr Nach der Jause schalte ich die Glotze ein und gebe mich den Nachrichten auf FOX hin. Unter anderem bringe ich heraus, dass heute der von der UNO ausgerufene “Welttag des Buches” begangen wird – jaja.
19.00 Uhr Vogelzeigend wechsle ich auf AMC und gebe mich zur besten Sendezeit dem Drama “Call Me by Your Name” hin, der von einer Romanze zweiter junger Menschen erzählt – wie langweilig.
21.00 Uhr Endlich endet die Schnulze und ich kann den “OFF” (löblich: AUS) Knopf auf der Fernbedienung betätigen. Zu guter Letzt rufe ich Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.

20. und 21. April 2019 – Ostern in Frankfurt

Hi Fans,

während ich in Frankfurt chille und mich auf einen morgigen Theaterbesuch (“Romeo und Julia” im Frankfurter Schauspielhaus) mit meinen Eltern und der Oma freue, hängt Reinhard im “Mahogany Hammock Park” ab 🙂

Familie Pfaffenberg und Prof. Kuhn sind am Ostersamstag mit dem Wohnmobil in den Everglades Nationalpark gefahren und werden während der kommenden Tage ausgedehnte Spaziergänge durch den “Mahogany Hammock Park” unternehmen. Ausserdem habe ich erfahren, dass dort die Besucher auf drei ausgeschilderten Trails wandern und die Natur in ihrer vollen Pracht bewundern können. Reinhard hat ausserdem erzählt, dass entlang der Wanderwege Infoschilder aufgestellt sind, auf denen alle Bäume und Pflanzen ganz genau beschrieben sind. Wohnen werden die alten Leute im Georgs Winnebago bzw. in einem Zwei-Mann-Zelt.


Frohe Ostern

Ich werde noch bis zum Montag in Hessen bleiben und dann zurück nach Bayern düsen. Tags drauf steht ein Kurztripp nach Österreich an. Mitbewohnerin Bärbel und ich werden Kufstein besuchen und eine Tagestur auf den Kranzhorn in Angriff nehmen. Das Kranzhorn ist ein knapp 1.400 Meter hoher Berg am Westrand der Chiemgauer Alpen 🙂

Okay, nun möchte ich euch allen einen schönen und sonnigen Ostersonntag wünschen.
Eure Sandra

15. April 2019 – Neue Wanderschuhe

08.00 Uhr Eine neue Woche beginnt und ich kann es kaum noch erwarten, am kommenden Samstag zu einer erquickenden Forschungsreise in die Everglades aufzubrechen. Voller Elan hüpfe ich aus dem Bett und lasse Dixon wissen, dass er in vier Tagen im “Mahogany Hammock Park” Eichhörnchen jagen wird.
08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik absolviert habe, mache ich es mir zur Aufgabe, Wasser in die Wirbelbade laufen zu lassen. Ausserdem rufe ich bei meinen Verwandten an und erzähle, dass ich grosse Lust hätte, in Julies Restaurant zu frühstücken. Georg ist hellauf begeistert und entgegnet, dass er Edelbert verständigen und gegen 10 Uhr in der Wirtschaft unseres Vertrauens sein wird – wie schön.


Wir krusen in die Everglades

09.30 Uhr Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, steige ich aus der Wanne und hole farbenfrohe Freizeitkleidung aus dem begehbaren Wandschrank. Danach sprühe ich etwas Luxusduft aus dem Hause RP LOB auf meine sonnengebräunte Haut und vergesse auch nicht, mir das Haupthaar mit BRISK Schmiere aufzusteilen und den Vierbeiner zum PS-strotzenden Chevrolet zu scheuchen.
10.00 Uhr Pünktlich finde ich mich in Julies Restaurant ein und stelle wohlwollend fest, dass Edelbert, Georg und Maria bereits vor Ort sind und Kaffee schlürfen. Ich setze mich spornstreichs dazu und fordere Wirtin Julie mit Nachdruck auf, etwas Schinken für meinen tierischen Begleiter sowie ein grosses Frühstück für mich zu servieren. Anschliessend wende ich mich Edelbert zu und vernehme, dass er während des gestrigen Nachmittags einen Outdoor (löblich: Draussen) Laden besucht und sich neue Wanderschuhe geleistet hat. Ich lege spornstreichs meine Stirn in Falten und stelle klar, dass ich mir ebenfalls wasserdichte Schuhe kaufen sollten. Georg gibt mir Recht und beteuert, dass wir am Wochenende stundenlang durch die Everglades streifen werden – wie aufregend.
11.00 Uhr Nachdem wir uns gestärkt haben, präsentiert Frau Julie die Rechnung und bittet uns, den Tisch für die wartenden Gäste freizumachen. Wir kommen der Aufforderung sogleich nach und vereinbaren, dass wir nun zum WAL MART Supercenter rasen und uns nach Wanderschuhen umsehen sollten.


Bei WAL MART wird man fündig

11.30 Uhr Wenig später betreten wir den klimatisierten Flachbau am Collier Boulevard und schlendern plaudernd zur Sportabteilung. Unterdessen erfahre ich vom Professor, dass der deutsche Basketballspieler Dirk Nowitzki am vergangenen Donnerstag seine langjährige NBA Karriere beendet hat. Mein Bekannter deutet in Richtung eines feilgebotenen T-Hemdes mit dem Konterfei des 40jährigen Ausnahmesportlers und behauptet, dass der aus Würzburg stammende Heini 20 Jahre bei den Dallas Mavericks Körbe geworfen hat – das ist mir Wurst.
12.00 Uhr Während Georg und Maria sogenannte Multifunktions-Hosen in Augenschein nehmen, wende ich mich einem Schuhregal zu und kann mich wegen der zahlreichen Modelle kaum entscheiden. Als sich ein Verkäufer an meine Seite gesellt, berichte ich von unserer geplanten Reise und vernehme, dass es sich anbieten würde, CAMEL CROWNS Stiefel auszuwählen. Der Knecht lobt das besagte Schuhmodell über den Schellenkönig und informiert, dass dieses Schuhwerk nicht nur wasserdicht, sondern auch mit einem gepolsterten Fussbett ausgestattet ist.
12.45 Uhr 45 Minuten später stehen wir an der Kasse und ein schlechtgelaunter Marktmitarbeiter knöpft mir 89 Dollars ab. Ich seufze laut und gebe meiner Schwägerin zu verstehen, dass sich die Preisschraube immer weiter dreht und ich mich alsbald im Armenhaus wiederfinden werde – was muss ich denn noch alles ertragen.


Ich investiere ein kleines Vermögen

13.30 Uhr Zurück an den Autos, schütteln wir Hände und kommen überein, dass wir uns morgen im Ferienhaus zum Frühstück treffen sollten. Im Anschluss helfe ich Dixon auf die Ladefläche des Chevrolets und gleite zu stimmungsvoller WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Musik nach Hause.
14.15 Uhr Zurück in meiner kleinen Villa, fülle ich Dixons Napf mit ROYAL CANIN Trockenfutter auf. Zudem räume ich das gewaschene Geschirr aus der Spülmaschine aus und falle gähnend aufs Kanapee.
15.15 Uhr Um nicht den ganzen Nachmittag zu vertrödeln, beende ich die Pause und führe mir eine Tasse mit echtem Bohnentrunk zu Gemüte. Ferner genehmige ich mir etliche Donuts aus dem PUBLIX Supermarkt und nutze die Ruhe, um mich im Internetz über den “Mahogany Hammock Park” zu informieren. Unter anderem lerne ich, dass besagter Staatspark zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in den Everglades zählt – das ist prima.
16.00 Uhr Nachdem ich zwei DIN-A 4 Seiten ausgedruckt habe, schalte ich den Heimrechner aus und sehe im Garten nach Hund Dixon. Nach kurzer Suche treffe ich den Rüden am künstlich angelegten Teich an und zögere nicht, ihm einen Tennisball zuzuwerfen – das macht Spass.


Ich werfe Dixon einen Tennisball zu

17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 5 zugeht, kehre ich in die gute Stube zurück und sorge für ein ausgewogenes Abendessen. Weil Fleisch zu keiner Mahlzeit fehlen darf, hole ich eine Pfanne hervor und brate ein leckeres Schnitzel an. Dazu gibt es lustiges Gemüse sowie Bratkartoffeln mit Ketchup – das schmeckt.
18.00 Uhr Nachdem ich die Hausarbeit hinter mich gebracht habe, beginnt der wohlverdiente Feierabend. Ich schenke mir ein Glas Weisswein ein und lasse den Tag vor der Glotze ausklingen. Wie es sich gehört, fröne ich den FOX Nachrichten und mache mich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit greife ich auf das NETFLIX Angebot zurück und gebe mich dem Kriminaldrama “The Highwaymen” hin. Die Eigenproduktion handelt von zwei Texas Rangern, die einst das berüchtigte Ganovenduo Bonnie & Clyde zu Fall brachten – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach einhundertzwanzigminütiger Spitzenunterhaltung beende ich den Fernsehabend und schalte den Flachbildschirm aus. Zu guter Letzt reguliere ich die Klimaanlage und lege mich schlafen. Gute Nacht.

10. April 2019 – Edelbert schimpft wie ein Rohrspatz

08.00 Uhr Wie es sich für einen Rentner gehört, stehe ich zeitig auf und scheuche Hund Dixon auf die Terrasse. Bei angenehmen Temperaturen lockere ich meine Glieder und habe das zweifelhafte Vergnügen, einen Ajaja zu sehen, der am Teich nach Insekten Ausschau hält. Als der Vogel seinen Schnabel in das trübe Wasser steckt, schnellt plötzlich die handzahme Echse Billy hervor und verschlingt den kreischenden Flügelträger – wie lustig


Eine fliegende Ratte

08.30 Uhr Kopfschüttelnd beende ich die Morgengymnastik und kehre mit dem Vierbeiner in die gute Stube zurück. Während sich der Rüde über einen Kauknochen hermacht, schlendere ich in die Nasszelle und lasse die Seele bei einem Wirbelbad baumeln. Währenddessen telefoniere ich mit Edelbert und vernehme, dass mein Bekannter gerade mit seinem Sohn telefoniert hat. Der schlaue Mann schimpft wie ein Rohrspatz und erzählt, dass Herr Peter mit seinem Tschob im Bundesfinanzministerium gar nicht glücklich ist und mit dem Gedanken spielt, zum Jahresende zu kündigen. Ich nicke zustimmend und entgegne, dass Deutschland angesichts der unzähligen Asylanten sowieso am Rande des Staatsbankrott steht – wo soll das noch hinführen.
09.30 Uhr Nachdem ich mich mit Edelbert im “The Cafe” an der 5th Avenue verabredet habe, beende ich die Morgenwäsche und kontaktiere kurzerhand meine Verwandten, um ihnen nahe zu legen, ebenfalls ins Zentrum zu kommen. Maria freut sich über die Einladung und verspricht, in sechzig Minuten vor Ort zu sein – wie schön.
10.00 Uhr Bevor ich mich auf den Weg mache, genehmige ich mir eine Tasse Kaffee und bin überrascht, als plötzlich Frau Gomez die Pforte aufstösst. Die Zugehfrau gibt sich gestresst und berichtet, dass es ihr gestern nicht möglich war, die Hausarbeit zu erledigen. Ich zucke mit den Schultern und merke an, dass Wäsche gewaschen und die schweren Wohnzimmerteppiche ausgeklopft werden müssen – immerhin kann ich mich nicht um alles kümmern.
10.30 Uhr Um nicht zu spät zur Verabredung zu kommen, wünsche ich der mexikanischen Reinigungsfachfrau viel Freude bei der Arbeit und scheuche Hund Dixon zum Auto. Anschliessend gleite ich hupend vom Grundstück und folge der Immokalee Road in westlicher Richtung – das macht Spass.

11.00 Uhr Mit kurzer Verspätung treffe ich im “The Cafe” ein und habe die Ehre, Georg, Maria sowie den Professor per Handschlag begrüssen zu können. Da mein Magen knurrt, setze ich mich spornstreichs dazu und ordere ein grosses Frühstück mit Kaffee und O-Saft. Ferner erkläre ich meinem Bruder, dass ich mich in diesem im europäischen Stil eingerichteten Kaffeehaus sehr wohl fühle. Georg schlägt in die gleiche Kerbe und behauptet, dass der feilgebotene Bohnentrunk hervorragend mundet – das kann man laut sagen.
11.45 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, kommt Edelbert auf unseren geplanten Osterausflug zu sprechen und möchte wissen, wann wir zum “Mahogany Hammock Park” fahren wollen. Weil ich mich gestern im Internetz ausführlich informiert habe, melde ich mich prompt zu Wort und stelle klar, dass wir am Ostersamstag losfahren und zwei Tage in der Wildnis bleiben werden. Mein Bruder reibt sich die Hände und wirft ein, dass das WINNEBAGO Wohnmobil jedoch nur Platz für drei Erwachsene bietet. Prof. Kuhn legt seinen Zeigefinger an die Unterlippe und meint, dass er sich unter diesen Umständen ein lustiges Zelt bei AMAZON bestellen und die Nacht im Freien verbringen wird – das kann ja heiter werden.
12.45 Uhr Mit vollen Bäuchen verlassen wir die Gaststätte und brechen zu einem entspannten Spaziergang auf. Während sich Georg eine stinkende Zigarre ansteckt, komme ich mit meiner Schwägerin ins Plaudern und bringe heraus, dass sie sich am Wochenende eine kleine Auszeit in einer Schönheitsfarm vor den Toren Naples gönnen wird. Ich mache grosse Augen und erfahre weiter, dass Maria zwei Tage im “The Ritz-Carlton Spa” residieren und sich Massagen, Maniküren sowie Pediküren hingeben wird – das kann ich mir beim besten Willen nicht leisten.


Das Eis schmeckt prima

13.45 Uhr Nachdem wir Eis gegessen haben, kehren wir verschwitzt zu den Autos zurück und kommen überein, dass wir uns Morgen im Lowbank Drive zum Frühstück treffen sollten. Im Anschluss hüpfe ich ins Auto und gleite zufrieden in den Willoughby Drive zurück.
14.30 Uhr Endlich bin ich wieder dahoam und kann aus den schweren Kuhjungenstiefeln (löblich: Cowboyboots) schlüpfen. Zudem lasse ich die Jalousien nach unten gleiten und lege im Wohnzimmer eine kleine Pause ein.
15.30 Uhr Als die Zeiger meiner wertvollen ROLEX auf halb 4 Uhr zugehen, schwinge ich mich vom Kanapee und schnappe mir eine Flasche Budweiser aus dem Eiskasten. Anschliessend mache ich es mir auf der Terrasse bequem und beobachte Herrn Booth, wie er mit einer Schere durch den Garten flitzt, um die Mangroven zu stutzen.
16.30 Uhr Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, kehre ich in die Küche zurück und nehme den Herd in Betrieb. Fachmännisch gebe ich etwas Olivenöl in eine Pfanne und brate ein T-Knochen Schnitzel (unlöblich: T Bone Steak) an. Dazu gibt es Buttergemüse sowie köstliche Bratkartoffeln mit Speck – wie gut das duftet.


Ein kleines Schnitzel zum Abendessen

18.00 Uhr Nach einem reichhaltigen Nachtmahl gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über und schaue mir die Nachrichten auf FOX an. Unter anderem lerne ich, dass Präsident Donald Trump just heute den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae zu Gesprächen in der Hauptstadt begrüsst hat – das ist mir Wurst.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit gebe ich mich einer Dokumentation auf PBS hin und mache mich über den Untergang des Atom W-Boots “USS Thresher” vor 56 Jahren schlau. Ich staune nicht schlecht und höre, dass das Wrack noch heute auf dem Meeresboden etwa 350 Kilometer vor der Ostküste der USA liegt – wie schrecklich.
21.00 Uhr Nachdenklich schalte ich die Glotze aus und unternehme mit Dixon einen kleinen Rundgang durch den Garten. Danach schliesse ich sämtliche Fenster und gehe zu Bett. Gute Nacht.