19. April 2018 – Unerträgliche Hitze und bayerisches Bier

08.00 Uhr Ein neuer Tag bricht an und ich absolviere auf der schattigen Terrasse den Frühsport. Zudem spähe ich neugierig auf das Aussenthermometer und registriere, dass die Anzeige bereits zur frühen Morgenstunde die 75°F (24°C) Grenze überschritten hat. Weil ich besonders gute Laune habe, stecke ich Dixon einen Kauknochen ins Maul und kehre dann in die gute Stube zurück, um die Kaffeemaschine in Betrieb zu setzen.


Dixon bekommt einen Kauknochen

08.30 Uhr Danach lasse ich die Wirbelbadewanne mit Wasser volllaufen und nutze die Gelegenheit, um mit Prof. Kuhn zu telefonieren. Mein Bekannter legt ebenfalls beste Laune an den Tag und plappert, dass er gleich zur Biscotti Farrugia Bäckerei krusen und Backschmankerl einkaufen wird. Ich lecke mir die Lippen und bitte den schlauen Mann, anschliessend in den Willoughby Drive zu kommen und mir beim Frühstück Gesellschaft zu leisten.
09.30 Uhr Nach dem Waschvorgang schlüpfe ich in farbenfrohe Freizeitkleidung und mache es mir zur Aufgabe, den Esstisch einzudecken und Rühreier mit Speck zu zaubern – wie gut das duftet.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten rollt Edelberts schneeweisser JEEP vor. Ich begrüsse den guten Mann per Handschlag und erwähne, dass mittlerweile endlich wieder Ruhe in meiner Strasse Einzug gehalten hat. In diesem Zusammenhang komme ich auf die Bauarbeiten zu sprechen und lege anschaulich dar, dass muskelbepackte Arbeiter sämtliche Strommasten entlang des Willoughby Drives erneuert haben – wie schrecklich.
10.30 Uhr Während wir uns italienische Cannolis munden lassen, bringt der Professor meinen Hotelaufenthalt ins Spiel und lotet aus, ob das “The Beach Hotel” zu empfehlen ist. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich das luxuriöse Ambiente sehr genossen und mich ausserdem in der hauseigenen Wellness Oase pudelwohl gefühlt habe. Edelbert freut sich und meint, dass sein Sohn im Sommer zu Besuch kommen und eventuell auch in besagter Herberge logieren wird – das hört man gerne.
11.15 Uhr Als ich meinen Bekannten echten Bohnenkaffe nachschenke, kündigt der schlaue Mann plötzlich an, dass er gleich zu Bob’s Liquor Store krusen wird. Da auch in meinem Eiskasten gähnende Leere herrscht, falle ich meinem Tischnachbarn ins Wort und gebe zu Protokoll, dass ich kurzerhand mitkommen werde.
12.00 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, stelle ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine ein und folge Edelbert nach draussen. Ruckzuck hieve ich Hund Dixon auf die Ladefläche des PS-strotzenden Chevrolets und lasse Prof. Kuhn wissen, dass ich als erster am Alkoholgeschäft unseres Vertrauens ankommen werde.


Der Biervorrat geht zur Neige

12.30 Uhr Dreissig Minuten später komme ich mit quietschenden Pneus vor Herrn Bobs Spirituosenhandlung zum stehen und stelle verwundert fest, dass Edelbert auch schon vor Ort ist. Achselzuckend ziehe ich den Autoschlüssel ab und zögere nicht, das Geschäft zu betreten und nach bayerischem Bier Ausschau zu halten. Währenddessen gesellt sich Herr Bob an unsere Seite und verrät, dass erst gestern eine Lieferung Löwenbräu Helles eingetroffen ist. Ich schnippe mit den Fingern und wuchte eine Kiste in den Einkaufswagen – wie aufregend.
13.15 Uhr Um insgesamt 80 Dollars erleichtert, verlasse ich den Laden und wünsche Edelbert einen ruhigen Nachmittag. Anschliessend lasse ich den Wählhebel der Automatikschaltung in der “D” Stellung einrasten und fahre eine McDonalds Schnellessgaststätte an, um drei vitaminreiche Quarter Pounder (löblich: Viertelpfünder), Kartoffelstäbe sowie einen grossen Becher 7Up am Drive-Thru (löblich: Fahr Hindurch) Schalter zu ordern.


Ich beisse kraftvoll zu

14.00 Uhr Endlich bin ich wieder zu Hause und kann mich über die Brotzeit hermachen. Mit knurrendem Magen mache ich es mir auf der Terrasse bequem und beisse kraftvoll zu. Weil ich ein Tierfreund bin, stecke ich Dixon etliche Kartoffelstäbe ins Maul und lasse ihn ausserdem am Burger abbeissen – das schmeckt.
15.00 Uhr Nach der Stärkung lege ich auf dem Kanapee die Beine hoch und schliesse die Augen. Schon bald döse ich ein und träume von meiner Forschungsreise nach Puerto Rico im Jahre 2013 – das war eine Gaudi.


Ich träume von Puerto Rico

16.00 Uhr Um nicht ganz einzurosten, hüpfe ich vom Sofa und setze mich an den Schreibtisch. Mit flinken Fingern navigiere ich durchs Internetz und rufe Depeschen besorgter Heimseitenbesucher ab. Da sich gut ein Dutzend Briefe im Posteingang befinden, sehe ich mich genötigt, leidgeprüften Erziehungsberechtigter beizustehen und hilfreiche Ratschläge zu geben – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.
17.00 Uhr Nachdem ich die neuen Einträge im Gästebuch freigeschalten habe, gehe ich von der Leine und bereite das Abendessen zu. Weil ich keinen grossen Hunger habe, nehme ich lediglich mit vier Käsebroten und einem süffigen Löwenbräu Bier Vorlieb – das tut gut.
18.00 Uhr Nach der schweisstreibenden Hausarbeit gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über und informiere mich bei den FOX Nachrichten über die aktuellen Geschehnisse in der Welt. Nebenher kippe ich mir eine weitere Hopfenkaltschale hinter die Binde und knabbere lustige Lays Kartoffelchips.

19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, schalte ich auf AMC um und gebe mich dem amerikanischen Kriminalfilm “The Strangers” (löblich: Die Fremden) hin. Der Thriller aus dem Jahre 2008 handelt von einem Pärchen, das eines Abends von maskierten Fremden in einem abgelegenen Haus terrorisiert wird – wie schrecklich.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden schalte ich den Flachbildschirm aus und begleite den Vierbeiner noch einmal in den Garten. Zu guter Letzt stelle ich das Bierglas in die Spüle und lege mich schlafen, Gute Nacht.

18. April 2018 – Die Bauarbeiten sind abgeschlossen

08.00 Uhr Mein praktischer Reisewecker springt an und ich ärgere mich, weil ich gleich aus dem renommierten “The Naples Beach Hotel” austschecken und in den Willoughby Drive zurückkehren muss. Weil ich über alles informiert sein muss, nehme ich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) zur Hand und rufe kurzentschlossen bei meinem Nachbarn an. Herr Booth meldet sich prompt und unterbreitet, dass die Bauarbeiten vor meinem Zuhause so gut wie abgeschlossen sind. Der Vietnamveteran plappert ohne Unterlass und beteuert, dass gut ein Dutzend Bauarbeiter in den letzten zwei Tagen die Strommasten erneuert und Kabel verlegt haben – das hört man gerne.


Mein Zuhause unter Palmen

08.45 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik absolviert habe, werfe ich meine Habseligkeiten in den Rollkoffer und lasse Hund Dixon wissen, dass wir nun ein letztes Mal an der “Poolside Bar” frühstücken werden. Der lustige Rüde spitzt seine Ohren und flitzt wie von der Tarantel gestochen zur Pforte – wie schön.
09.30 Uhr Bevor ich die wichtigste Mahlzeit des Tages einnehme, werde ich an der Rezeption vorstellig und bitte den Handlanger hinter dem Tresen, mir die Rechnung zu präsentieren. Der Knecht fackelt nicht lange und sagt, dass für die drei Übernachtungen samt Frühstück sowie die Dienste in der hoteleigenen Wohlfühl Oase insgesamt 637 Dollars anfallen. Laut seufzend zücke ich meine Kreditkarte und lasse es mir nicht nehmen, dem Motelmitarbeiter ein kleines Trinkgeld zuzustecken. Anschliessend strebe ich pfeifend zum Restaurant und labe mich an frischen Früchten, vitaminreichen Rühreiern sowie röschen Croissants (löblich: Französische Hörnchen).
10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten verlasse ich das Gasthaus und werfe das Reisegepäck achtlos auf den Rücksitz meines PS-strotzenden Chevrolet Suburban. Im Anschluss helfe ich dem Haustier auf die Ladefläche und schicke mich an, gemütlich nach Hause zu krusen. Unterdessen fröne ich dem Radioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und habe sogar das Vergnügen ein Lied aus Kacey Musgraves neuestem Studioalbum “Golden Hour” (löblich: Goldene Stunde) zu hören – was kann es schöneres geben.


Kacey Musgraves – Golden Hour

11.00 Uhr Wenig später komme ich mit quietschenden Bremsen vor der kleinen Villa zum stehen und registriere, dass entlang des Willoughby Drives noch immer Baumaschinen stehen. Darüber hinaus fällt mir auf, dass die städtischen Bedienstete auch eine hochgewachsene Palme gefällt und Teile des Asphalts aufgerissen haben.
11.30 Uhr Während sich Dixon im Garten tummelt und mit einem Tennisball spielt, stelle ich einen der Arbeiter zur Rede und bringe in Erfahrungen, dass die Arbeiten Morgen beendet sein werden. Der bierbäuchige Depp verspricht ausserdem, dass alsbald Kollegen anrücken und den Strassenbelag erneuern werden – wie beruhigend.
12.00 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, breche ich mit Hund Dixon zu einer entspannten Wanderung auf. Wir schlendern durch das beschauliche Wohngebiet und stehen bald an der starkbefahrenen Immokalee Road. Weil mein Magen knurrt, fackle ich nicht lange und renne wie die Wind zur anderen Strassenseite.
12.30 Uhr Nach einem kurzweiligen Marsch statte ich der “Pelican Larry’s Raw Bar & Grill” Gastwirtschaft einen Besuch ab. Mit ausgetrockneter Kehle finde ich mich am Ausschank ein und bestelle einen Cheeseburger (löblich: Käseburger) mit Salat. Nebenher klage ich Herrn Larry mein Leid und gebe zu Protokoll, dass unterbelichtete Bauarbeiter in meiner Strasse eingefallen sind und ich genötigt war, für drei Tage im Hotel zu wohnen. Der gute Mann macht grosse Augen und zögert nicht, mir ein Hopfenkaltschale aufs Haus zu spendieren – wie aufmerksam.


Budweiser – schmeckt wirklich prima

13.30 Uhr Nachdem ich die Zeche in Bar bezahlt habe, trete ich den Heimweg an und besuche den “Circle K” Supermarkt, um ein Sechserpack Budweiser, Oreo Kekse sowie ein Pfund Äpfel einzukaufen.
14.15 Uhr Zuhause angekommen, lasse ich die Rollos nach unten gleiten und lege in der guten Stube eine Pause ein. Bereits nach wenigen Augenblicken schlummere ich ein und träume vom letzten Weihnachtsfest im Kreise meiner Liebsten – das war eine Gaudi.
15.15 Uhr Redlichst ausgeruht schwinge ich mich vom Kanapee und nutze die Nachmittagsstunden, um Anschnur zu gehen. Auch heute studiere ich elektronische Briefe und mache es mir zur Aufgabe, leidgeprüften Menschen zu helfen. Unter anderem rate ich einer Mutter aus Hamburg, ihren 15jährigen Sohn aus dem Haus zu werfen. Immerhin kann es nicht sein, dass der Rüpel gefährliches Haschgift spritzt und Kristelmess konsumiert – wie furchtbar.


Drogen – Ich sage NEIN

16.15 Uhr Schlussendlich gehe ich von der Leine und genehmige mir auf der schattigen Terrasse ein kühles Bier. Zudem schlage ich die Tageszeitung auf und lese spannende Berichte in der “Naples Daily News“.
17.00 Uhr Weil mein Magen abermals knurrt, begebe ich mich in die Küche und schalte den Herd an. Fachmännisch schütte ich etwas Olivenöl in eine Pfanne und brate ein vitaminreiches T-Knochen Schnitzel (unlöblich: T Bone Steak) an. Dazu gibt es feinstes Tiefkühlgemüse sowie einen farbenfrohen Beilagensalat – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach der reichhaltigen Jause gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über und schaue mir die FOX Nachrichten sowie eine aufschlussreiche Ruf-Herein-Schau (unlöblich: Call-In Show) an.
19.00 Uhr Zum Abschluss des nervenaufreibenden Tages wechsle ich auf den Bezahlsender AMC, wo just im Moment der Vorspann zum abendfüllenden Spielfilm “The Hang Man” anläuft. Ich lehne mich neugierig zurück und werde Zeuge, wie ein erfahrener Polizeibeamter einen gemeingefährlichen Serienkiller jagt.
21.00 Uhr Nach zwei Stunden schalte ich die Glotze aus und unternehme mit dem Vierbeiner einen kleinen Rundgang durch den Garten. Anschliessend reguliere ich die Klimaanlage und gehe zu Bett. Gute Nacht.

17. April 2018 – Im Naples Beach Hotel

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und freue mich, einen weiteren Tag im “The Naples Beach Hotel” erleben zu dürfen. Um nicht den ganzen Vormittag auf der faulen Haut zu liegen, schwinge ich mich aus dem Bett und erkläre Dixon, dass ich mich nun in den Spa-Bereich verabschieden werde. Weil der Rüde traurig dreinschaut, nehme ich spornstreichs das Telefon zur Hand und lasse es mir nicht nehmen, den angebotenen Gassigeh-Dienst in Anspruch zu nehmen. Der zuvorkommend Concierge (löblich: Hoteldepp) nimmt den Auftrag freundlich an und verspricht, dass in wenigen Minuten ein Mitarbeiter an meine Zimmertüre klopfen und mit meinem Haustier einen ausgedehnten Strandspaziergang unternehmen wird – das hört man gerne.

08.45 Uhr Wenig später schlendere ich badebemäntelt in die hauseigene Wohlfühl Oase und entschliesse mich, am Willkommensschalter eine lustige Thai-Massage zu buchen. Alsbald werde ich in einen abgesonderten Raum geführt und sehe mich mit einer ausgebildeten Masseurin namens Olivia (24) konfrontiert. Das fesche Mädchen versorgt mich mit Informationen und beteuert, dass die Massage auch als “Nuat Phaen Boran” (löblich: Massieren nach uraltem Muster) bekannt ist. Ferner bringe ich heraus, dass die aus dem Yoga abgeleiteten Dehn- und Streckbewegungen die Gelenke mobilisieren und die Durchblutung fördern sollen.
09.15 Uhr Nachdem ich mich lauwarm abgeduscht habe, werde ich von Frau Olivia gebeten, mich auf einen Massagetisch zu legen. Natürlich komme ich dem Aufruf anstandslos nach und habe einer knappe dreiviertel Stunde lang das Vergnügen, von Kopf bis Fuss durchgeknetet zu werden. Unterdessen wirkt Fräulein Olivia beruhigend auf mich ein und animiert mich, die Augen zu schliessen und ruhig zu atmen – wie aufregend.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten werde ich in der lichtdurchflutenden Schwimmhalle vorstellig und springe kopfüber ins kühle Nass. Um meine Muskeln zu stählen, schwimme ich prustend auf und ab und übe mich sogar im Rückenschwimmen – da kommt besonders grosse Freude auf.


Dixon unternimmt einen Strandspaziergang

10.45 Uhr Weil Dixon gegen 11 Uhr von seinem Strandausflug zurück sein wird, schlüpfe ich in meinen Bademantel und zeige mich am Empfang mit einem 5 Dollars Geldschein erkenntlich. Danach fahre ich mit dem Aufzug nach oben und kann es kaum noch erwarten, an der “Poolside Bar” ein verspätetes Frühstück einzunehmen. Zuvor dusche ich mich jedoch kalt ab und vergesse auch nicht, mir die Haare mit einer duftenden Spülung zu waschen.
11.15 Uhr Einige Minuten später pocht ein Hotelknecht an die Türe und unterbreitet, dass er mit Dixon einen Dauerlauf entlang des Golfs unternommen und das Fell des Tieres gebürstet hat. Ich schenke dem Handlanger ein Lächeln und händige ihm etwas Kleingeld aus. Anschliessend setze ich mir meine NY YANKEES Mütze auf und statte der Schwimmbeckenwirtschaft einen Besuch ab.
11.45 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten serviert ein gestriegelter Knecht ein grosses Frühstück (unlöblich: Big Breakfast) und möchte wissen, ob ich Tee oder Kaffee bevorzuge. Ich lege den Zeigefinger an die Unterlippe und wähle eine Tasse Earl Grey (löblich: Graf Grau) mit einem Schuss Zitrone.


Meine Schwarzbeere

12.30 Uhr Während ich mir die wichtigste Mahlzeit des Tages munden lasse, bimmelt plötzlich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und Edelbert meldet sich im Rohr, um nachzufragen ob ich mich im Hotel wohl fühle. Natürlich lobe ich die Annehmlichkeiten in Naples bester Herberge über den Schellenkönig und kündige an, dass ich den Nachmittag am Strand verbringen werde. Der Professor freut sich und sagt, dass er nun einen Stadtbummeln unternehmen wird – das soll mir auch Recht sein.
13.30 Uhr Nachdem ich mir den Bauch vollgeschlagen habe, schlendere ich zum azurblauen Ozean und bette mich unter einem Sonnenschirm zur Ruhe. Unterdessen jagt Hund Dixon den kreischenden Möwen hinterher und macht es sich zur Aufgabe, die anderen Badegäste scharf anzubellen.
14.30 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und ordere bei einem Strandkellner einen süffigen “Green Apple Mule” (löblich: Grüner Apfel Maultier). Dazu gibt es einen Korb Chickenfingers (löblich: Hühnerfinger) mit gekringelten Kartoffelstäben und würziger Sauce. Darüber hinaus bitte ich den Handlanger, mir die aktuelle Ausgabe der “Naples Daily News” (löblich: Naples tägliche Neuigkeiten) auszuhändigen – immerhin muss ich über alles informiert sein.
15.15 Uhr Um keine Langeweile zu bekommen, klatsche ich in die Hände und fordere den Vierbeiner auf, in die Gänge zu kommen und mich zu einem Spaziergang zu begleiten. Während die Sonne unbarmherzlich vom Himmel brennt, vertrete ich mir die Beine und passiere bald den Lowdermilk Park, der mit zwei Spielplätzen und Sitzgelegenheiten aufwartet. Um keinen Hitzeschlag zu bekommen, krame ich etwas Kleingeld aus meiner Hosentasche und leiste mir ein vitaminreiches Eis in der Waffel – schmeckt gar nicht schlecht.


Ich lasse mir ein Eis schmecken

16.00 Uhr Völlig verschwitzt treffe ich im Hotel ein und schleppe mich mit letzter Kraft an die Hausbar. Da meine Kehle ganz ausgetrocknet ist, deute ich zum Zapfanlage und halte den Schankkellner an, mir ein Budweiser zu kredenzen. Zudem betreiben wir Kleingespräche (unlöblich: Smalltalk) und ich lerne, dass Herr Chris (27) nicht nur in dieser Herberge beschäftigt ist, sondern auch Biologie an der Universität in Fort Myers studiert – wie schön.
17.00 Uhr Ein langer und nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Weil mir noch der Sand an den Füssen klebt, fasse ich den Entschluss, mir das Abendessen aufs Zimmer liefern zu lassen. Zuvor brause ich mich in der Nasszelle ordentlich ab und creme mir das Gesicht mit einer pflegenden Meersalzsalbe ein.
18.00 Uhr Zum Abschluss des Tages fresse ich einen Cheeseburger und genehmige mir dazu ein kühles Bier aus der Minibar. Nebenher folge ich interessiert den FOX Nachrichten und höre, dass zum Wochenende ein Tiefdruckgebiet über Südflorida ziehen und ergiebigen Regen bringen wird – das ist mir Wurst.
19.00 Uhr Zur sogenannten Prime Time (löblich: Hauptfernsehzeit) wechsle ich auf HBO, um mir den preisgekrönten Kriminalfilm “Seven” (löblich: Sieben) anzuschauen. Beeindruckt folge ich den Geschehnissen und komme prompt zu dem Schluss, dass diese Produktion nicht für Menschen mit schwachen Nerven geeignet ist.
21.00 Uhr Als nach zwei spannungsgeladenen Stunden der Abspann über die Mattscheibe flimmert, atme ich tief durch und schliesse die Augen. Gute Nacht.

13. April 2018 – Wo sind die Hausschuhe?

08.00 Uhr Ich hüpfe ausgeschlafen aus dem Wasserbett und ärgere mich, weil einer meiner Hausschuhe verschwunden ist. Nörgelnd laufe ich durch die kleine Villa und stelle fest, dass Dixon den Pantoffel unter dem Küchentisch versteckt hat – gleich platzt mir der Kragen.


Hund Dixon ist frech

08.30 Uhr Nachdem ich den Rüden geschimpft und die Morgengymnastik auf der Terrasse absolviert habe, läute ich den Freitag mit einem erfrischenden Wirbelbad ein. Als ich mit dem Schwamm hantiere, bimmelt die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) besonders laut und Edelbert meldet sich im Rohr. Mein Bekannter plappert ohne Unterlass und möchte wissen, ob ich ihn im “Barnes & Noble” Buchgeschäft treffen möchte. Weil ich keine unaufschiebbaren Termine im Kalender stehen habe, stimme ich zu und merke an, dass wir vorher im “La Luna” Restaurant frühstücken könnten.
09.30 Uhr In einer betörenden Duftwolke eingehüllt, kleide ich mich an und erkläre dem Vierbeiner, dass wir die wichtigste Mahlzeit des Tages auswärts einnehmen werden. Ferner mache ich auf den Umstand aufmerksam, dass wir anschliessend einen Stadtbummel unternehmen und nach Lesestoff Ausschau halten werden.
10.00 Uhr Voller Vorfreude scheuche ich den Vierbeiner zum Chevrolet Suburban und schicke mich an, mit durchdrehenden Pneus aus dem Wohngebiet zu preschen. Um für gute Laune zu sorgen, stelle ich den Radio lauter und setze zu waghalsigen Überholmanövern an – das macht Spass.
10.45 Uhr Nach kurzer Suche finde ich direkt vor Edelberts Wohnadresse einen Parkplatz und lasse es mir nicht nehmen, den Professor aus seiner Wohnung zu klingeln. Mein Bekannter lässt nicht lange auf sich warten und sagt, dass er heute die Spendierhosen angezogen hat und mich zu Speis und Trank einladen wird – wie schön.
11.15 Uhr Hungrig und durstig kehren wir ins “La Luna” ein und freuen uns, von einer platinblonden Bedienung (31) einen einladenden Tisch an der Glasfassade zugewiesen zu bekommen. Wir fackeln nicht lange und ordern zwei grosse Frühstücke mit Kaffee und durstlöschendem Orangensaft – das schmeckt.
11.45 Uhr Als ich in ein lustiges Croissant (löblich: französische Hörnchen) beisse, kommt Edelbert auf die aktuellen Buchneuerscheinungen zu sprechen und erörtert, dass Herr Ross Dothat das Werk “To Change the Church: Pope Francis and the Future of Catholicism” (löblich: Um die Kirche zu ändern: Papst Franziskus und die Zukunft des Katholizismus) auf den Markt gebracht hat. Ich werde augenblicklich hellhörig und lerne, dass der Kolumnist der “New York Times” das Leben des obersten Kirchenführers unter die Lupe genommen hat – wie aufregend.


Edelbert kauft ein Buch

12.30 Uhr Kurz nach dem Mittagsläuten zückt Edelbert seine Geldbörse und nimmt sich das Recht heraus, der Kellnerin ein stattliches Trinkgeld zuzustecken. Im Anschluss folgen wir der 5th Avenue in Richtung Hafen und haben das Vergnügen, stattliche Yachten vor Anker liegen zu sehen. Mein Begleiter legt beste Laune an den Tag und erkundigt sich, ob ich am kommenden Montag wirklich ins Hotel ziehen werde. Ich nicke zustimmend und stelle klar, dass ich keine Lust habe, mich ohrenbetäubendem Baulärm auszusetzen – wo kämen wir denn da hin.
13.15 Uhr Endlich erreichen wir unser Ziel und können uns in der gutbesuchten Barnes & Nobles Filiale den Neuerscheinungen zuwenden. Während Edelbert mit einer Verkäuferin (39) tratscht, nehme ich einen Bildband mit Aktphotografien vom Regal und staune angesichts der abgebildeten Nackedeie nicht schlecht.


Ken Ken ist ein japanisches Zahlenrätsel

14.00 Uhr Schlussendlich hat Edelbert eine Entscheidung getroffen und nicht nur das Papst Franziskus Buch, sondern auch ein Ken-Ken Rätselheft für insgesamt 36 Dollars ausgewählt. Ich mache grosse Augen und bringe auf Anfrage heraus, dass es sich bei “Ken-Ken” um ein japanisches Zahlenrätsel handelt – so ein Schmarrn.
14.30 Uhr Nach dem Bezahlvorgang steuern wir eine Eisdiele an und ordern köstliches Pistazieneis in der Waffel. Um mich für das opulente Frühstück erkenntlich zu zeigen, krame ich etwas Kleingeld aus meiner Tasche und fordere den Eismann auf, besonders grosse Kugeln mit seiner Schöpfkelle zu formen.
15.15 Uhr Zurück am Auto, reiche ich Edelbert die Hand und wünsche ihm einen geruhsamen Nachmittag. Danach helfe ich dem Vierbeiner auf die Ladefläche und gleite zu stimmungsvoller WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radiomusik in Richtung Willoughby Drive davon.
16.00 Uhr Zuhause angekommen, bette ich mich auf dem Kanapee zur Ruhe und schliesse die Augen. Dixon tut es mir gleich und döst ebenfalls nach wenigen Augenblicken ein.
17.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, das Abendessen vorzubereiten. Ich lotse das Haustier in die Küche und fülle seinen Napf mit ROYAL CANIN Trockenfutter auf. Anschliessend koche ich italienische Langnudeln im Salzwasser auf und zaubere in Minutenschnelle ein leckeres Nudelgericht mit Pesto aus dem Glas.


Ich beisse kraftvoll zu

18.00 Uhr Nach der Hausarbeit beginnt der wohlverdiente Feierabend. Ich verspeise lustige Cashewnüsse und schaue mir nebenher die Nachrichten auf FOX an.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit quäle ich mich durch die zahllosen Satellitenprogramme und bleibe auf AMC hängen, wo just im Moment der abendfüllende Spielfilm “Goonies” anläuft. Ich lehne mich entspannt zurück und tauche in die Welt einiger Jugendlicher ein, die einen Piratenschatz finden wollen – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach zwei Stunden flimmert der Abspann über die Mattscheibe. Ich drücke erheitert auf den OFF (löblich: AUS) Knopf der Fernbedienung und lösche das Licht. Zu guter Letzt rufe ich Dixon ins Haus und falle übermüdet ins Bett.

11. April 2018 – Der Einschreibebrief

08.00 Uhr Als ich mich aus dem Bett rolle, klingelt es plötzlich an der Haustüre. Während Dixon aufgeregt bellt, werfe ich mir den Morgenmantel über und öffne spornstreichs die Pforte. Zu allem Überfluss sehe ich mich mit einem Postboten konfrontiert, der mir einen Registered Letter (löblich: Einschreibebrief) unter die Nase zählt. Ich gebe mich skeptisch und erfahre beim Blick auf den Absender, dass der Brief aus dem Rathaus stammt – wie eigenartig.
08.45 Uhr Nachdem ich den Postangestellten vom Grundstück gescheucht habe, reisse ich das Kuvert auf und lerne, dass sich die Stadtoberen während einer Gemeinderatsitzung entschlossen haben, die Strommasten im Willoughby Drive zu erneuern. Ich schlage entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen und lese weiter, dass städtische Angestellten bereits in der kommenden Woche mit den Arbeiten beginnen werden – wie unlöblich.


Mein Zuhause unter Palmen

09.15 Uhr Um meinem Ärger Luft machen zu können, eile ich zum Nachbarhaus und erkläre Herrn Booth mit erhobenem Zeigefinger, dass wir Monatelang keinen Strom haben werden. Der hochdekorierte Vietnamveteran beschwichtigt mich sofort und unterbreitet, dass er gerade mit den Verantwortlichen telefoniert und erfahren hat, dass lediglich am kommenden Montag für wenige Stunden der Strom abgestellt werden wird – wie schrecklich.
09.45 Uhr Nachdem ich kein gutes Haar an Bürgermeister Bill Barnett gelassen habe, kehre ich kopfschüttelnd in die kleine Villa zurück und lasse die Seele bei einem erfrischenden Wirbelbad baumeln. Unterdessen rufe ich bei Frau Pontecorvo in Jacksonville an und verrate der Perle, dass wir in der nächsten Woche mit Baulärm rechnen müssen. Meine Bekannte gibt sich ebenfalls deprimiert und meint, dass sie unter diesen Umständen noch eine Woche in Jacksonville bleiben wird – das soll mir auch Recht sein.
10.45 Uhr Schlussendlich steige ich redlichst nach Rosenöl duftend aus der Wirbelwanne und fasse den Entschluss, ab kommenden Montag mit Hund Dixon ins Hotel zu ziehen. Weil auch mein tierischer Mitbewohner über diese Entscheidung in Kenntnis gesetzt werden muss, streichle ich ihm über den Kopf und gebe zu Protokoll, dass wir die Annehmlichkeiten des historischen “Beach Hotels” in Anspruch nehmen werden – das wird ein Spass.
11.30 Uhr Nach einem reichhaltigen Frühstück klatsche ich in die Hände und animiere den Vierbeiner, mir zum PS-strotzenden Chevrolet Suburban zu folgen. Ferner merke ich an, dass wir nun zum besagten 4-Sterne-Hotel krusen und uns über die Zimmerpreise informieren werden. Der Rüde lässt sich nicht zweimal bitten und rennt mit einem Kauknochen im Maul zum Auto – da kommt besonders grosse Freude auf.


Katze Land – der beste Radiosender

12.00 Uhr Während der entspannten Reise, lausche ich dem Radioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und bringe heraus, dass sich Ashley McBrydes neuerschienene Kompaktscheibe “Girl Going Nowhere” (löblich: Mädchen geht nirgendwo hin) wie warme Semmeln verkauft. Weil ich handgemachte Landmusik sehr zu schätzen weiss, halte ich kurzerhand vor einem Musikgeschäft an und lasse es mir nicht nehmen, ein Exemplar für 9 Dollars zu erwerben. Danach setze ich die Ausfahrt zu den stimmungsvollen Klängen der 25jährigen Sängerin fort und betätige zum Takt der Musik die Hupe – was kann es schöneres geben.
12.30 Uhr Kurz nach dem Mittagsläuten betrete ich die Herberge am Gulf Shore Boulevard und werde am Empfang vorstellig. Wie es sich gehört, stelle ich mich händeschüttelnd vor und informiere, dass ich genötigt bin, in der kommenden Woche in einem Zimmer mit Meerblick zu logieren. Die Rezeptionistin nickt eifrig und entgegnet, dass sie mir wunderschöne Räumlichkeiten mit Meerblick vermieten könnte. Obgleich pro Tag 159 Dollars veranschlagt sind, gehe ich auf das Angebot ein und lasse die Dame wissen, dass ich von Montag bis Mittwoch bleiben werde.


Ich gebe ein kleines Vermögen aus

13.15 Uhr Nachdem ich meine praktische Kreditkarte vorgezeigt habe, kehre ich ins hauseigene HB Restaurant ein und ordere einen vitaminreichen Sirlion Burger mit gebackenen Steinpilzen und lustigem Gemüse. Dazu gibt es ein Gläschen Weisswein aus dem Hause “Napa Cellars” sowie erfrischendes Evian Mineralwasser – das tut gut.
14.00 Uhr Um auch Dixon eine kleine Freude zu bereiten, breche ich nach dem Bezahlvorgang zu einer erquickenden Wanderung entlang des Golfs auf. Nebenbei telefoniere ich mit Prof. Kuhn und berichte, dass ich am Montag ins “Beach Hotel” ziehen werde. Edelbert macht grosse Augen und ruft mich auf, die Kosten der Stadtverwaltung im Rechnung zu stellen – das ist gar keine schlechte Idee.
15.00 Uhr Am Auto angekommen, klopfe ich mir den Sand von den Schuhen und trete die Heimreise an. Während mir der Fahrtwind durchs Haar weht, beschleunige ich den SUV auf schwindelerregende 40 Meilen pro Stunde und nehme mir ausserdem das Recht heraus, zur nagelneuen Ashley McBryde Musikscheibe laut mitzusummen.


Ashley McBryde – Girl Going Nowhere

15.45 Uhr Im Willoughby Drive angekommen, fülle ich Dixons Napf mit Trockenfutter auf und falle dann aufs Sofa, um mich von den Strapazen des langen Tages zu entspannen – das tut gut.
16.45 Uhr Ich erwache ausgeruht und stelle fest, dass der Nachmittag weit fortgeschritten ist. Achselzuckend schlendere ich in die Küche und kümmere mich um das Abendessen. Da ich keinen grossen Hunger habe, nehme ich mit einer kleinen Schinkenpizza und einem Beilagensalat Vorlieb – das schmeckt.
17.45 Uhr Nachdem ich den Abwasch hinter mich gebracht habe, beginnt endlich der wohlverdiente Feierabend. Ich stecke dem Rüden einen Kauknochen ins Maul und fröne interessiert den Abendnachrichten auf FOX.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit schalte ich auf HBO um und gebe mich der Filmbiografie “Marshall” aus dem Jahre 2017 hin. Die amerikanische Produktion handelt vom dunkelhäutigen Richter Thurgood Marshall, der zwischen 1967 bis 1991 der erste schwarze Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten war – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach einhundertzwanzig spannenden Minuten beende ich den Fernsehabend und verabschiede mich ins Schlafzimmer. Gute Nacht.