9. Oktober 2016 – Bruce Springsteens Autobiografie

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Hallo Fans,

wenn man krank ist, kann man natürlich nicht nur Fernsehschauen. Ab und zu macht Lesen auch grossen Spass.

Am vergangenen Wochenende habe ich den neuen Stephen King Roman „Mind Control“ ausgelesen. Der knapp 600 Seiten starke Schmöker erzählte aus dem Leben des Ex-Detective Bill Hodges, der abermals gegen Brady Hartsfield – der Killer aus dem Romanerfolg „Mr. Mercedes“ – kämpfen musste.


Vom Aussenseiter zum Boss

Nach dem ganzen Fantasy-Gedöns wende ich mich nun zwei spannenden Büchern zu, die sich mit Bruce Springsteen beschäftigen. Zum einen habe ich mir auf Amazon den Roman „Vom Aussenseiter zum Boss – Als Bruce Springsteen sich seine Songs zurückholte“ und die Springsteen Autobiografie „Born to Run“ heruntergeladen.

„Vom Aussenseiter zum Boss“ stammt aus der Feder des österreichischen Journalisten Philipp Hackner-Walton. Der 33jährige beschäftigt sich in seinem Erstlingswerk über Springsteens Suche nach Orientierung in der Musikwelt. Ausserdem wird sein monatelanger Streit mit seinem damaligen Manager Mike Appel thematisiert …


Born to Run

„Born to Run“ wurde von Bruce Springsteen höchstpersönlich verfasst. Der „Boss“ lässt auf knapp 600 Seiten seine lange und spannende Karriere Revue passieren und berichtet ausführlich von seiner Kindheit in New Jersey. Gleichzeitig zur Buchveröffentlichung ist auch das 18 Songs umfassende Best-Of-Album „Chapter and Verse“ erschienen. Die Scheibe enthält neben vielen Hits auch drei bisher unveröffentlichte Tracks aus den späten 1960er und frühen 1970er Jahren 🙂

Übrigens hat der „Boss“ für das kommende Jahr ein neues Studioalbum angekündigt. Ich bin schon sehr gespannt und kann es kaum noch erwarten, neues Material von meinem Lieblingsmusiker zu hören.

Okay, jetzt werde ich mein Kindle Lesegerät einschalten und etwas schmökern. Ich wünsche euch allen einen tollen Sonntag.

Eure Sandra

8. Oktober 2016 – HATSCHI

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Hi Leute,

am Dienstag hat es mich erwischt!
Ich wurde vom Regen überrascht und musste klitschnass vom Bahnhof nach Hause laufen. In der Nacht bekam ich dann tierische Halsschmerzen und einen Schnupfen. Um nicht die Kollegen im KVR anzustecken, habe ich mich entschlossen, ein paar Tage krank zu feiern und mich aufs Sofa zu legen.

Leider wurde die Erkältung am Mittwoch schlimmer und ich musste zum Arzt gehen. Der hat mich gleich für die ganze Woche krank geschrieben und mit Tabletten und einem ekligen Hustensaft ausgestattet ^^


Unter dem Sand

Naja, zu Hause ist es auch ganz schön und man hat die Möglichkeit, Sendungen zu sehen, die man in den letzten Wochen verpasst hat. Unter anderem habe ich mir einige Folgen der BR-Soap „Dahoam ist dahoam“ und einige Dokus auf dem neuen Sender „KABEL 1 DOKU“ angeschaut. Ausserdem hat mich Mitbewohnerin Bärbel mit Kauf-DVDs bzw. Blu-Rays überrascht. Gestern Vormittag habe ich das sehenswerte Drama „Unter dem Sand“ gesehen. Der dänische Streifen handelt von deutschen Kriegsgefangenen, die mit der Aufgabe betraut werden, einen Nordseestrand von Tausenden Tretminen zu säubern.

Übrigens hat mein Vermieter am Dienstag angerufen und berichtet, dass unserer Reise von Toronto nach Naples im Januar 2017 nichts mehr im Wege steht. Reinhards Bruder hat nämlich ein sündteures Wohnmobil gekauft und uns gebeten, den Trailer von Ontario in den Sunshine State zu überführen. Ich freu‘ mich riesig und hoffe, dass wir die Möglichkeit finden, etwas Sightseeing zu betreiben 🙂

Reinhard hat auch ausführlich über den Hurrican Matthew gesprochen. Ihr habt sicher in den Nachrichten erfahren, dass in Florida wegen des Sturms der Notstand ausgerufen wurde. Für die Westküste Floridas konnte jedoch Entwarnung gegeben werden. Matthew traf gestern Abend auf die sogenannte „Space Coast“ und richtete erheblichen Schaden an. Der Sturm wird nun die Küsten Georgias und South Carolinas passieren und sich dann abschwächen …

So, nun muss ich Tee aufbrühen. Ich wünsche euch einen tollen Samstag.
Eure Sandra

14. September 2016 – Hexenschuss

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08.00 Uhr Der Radiowecker springt an und ich vernehme merkwürdige Klänge, die wie aus einer anderen Welt anmuten. Wenige Sekunden später meldet sich der WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Morgenmoderator zu Wort und vertellt, dass Folksänger Bon Iver ein neues Studioalbum veröffentlicht hat. Ich lache laut und bin mir sicher, dass „22 A Million“ ganz bestimmt nicht in meiner Kompaktscheibensammlung landen wird.


Bon Ivers neues Studioalbum

08.30 Uhr Nach dem Frühsport ziehe ich mich ins Badezimmer zurück und lasse lauwarmes Wasser in die Wirbelbadewanne laufen. Ausserdem rufe ich bei Edelbert an und erfahre, dass mein Bekannter noch immer mit Kreuzschmerzen das Bett hüten muss. Ich lege meine Stirn in Falten und verspreche, dass ich im Laufe des Vormittages vorbeikommen werde.
09.30 Uhr Just als ich aus der Wanne hüpfe, stösst meine Zugehfrau die Haustüre auf und begrüsst mich mit einem lauten „Hola“. Natürlich schlüpfe ich augenblicklich in eine frisch gewaschene WRANGLER Tschiens sowie ein legeres Hawaiihemd und nehme mir das Recht heraus, Frau Gomez herzlich Willkommen zu heissen. Die Mexikanerin schenkt mir ein Lächeln und behauptet, dass sie in der vorletzten Woche aus dem Urlaub zurückgekehrt ist und am vergangenen Mittwoch die kleine Villa verlassen vorgefunden hat. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich eine aufschlussreiche Forschungsreise durch Minnesota unternommen habe.
10.00 Uhr Wenig später pocht Frau Pontecorvo an die Terrassentüre und stört mich beim Frühstück. Ich winke meine Nachbarin spornstreichs herein und informiere, dass ich den Vormittag nutzen werde, um Edelbert zu besuchen. Die Alte freut sich und sagt, dass sie mich kurzerhand begleiten wird – das soll mir Recht sein.

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Wir kaufen Donuts

10.45 Uhr Nachdem wir Kaffee getrunken und Frau Gomez beim Fensterputzen beobachtet haben, scheuchen wir Hund Dixon zum Auto. In einer entspannten Fahrt gleite ich ins Zentrum und berichte meiner Bekannten, dass wir Edelbert mit einer kleinen Aufmerksamkeit überraschen sollten. Frau Pontecorvo schlägt in die gleiche Kerbe und bittet mich, die „Dunkin‘ Donuts“ Filiale an der 9th Strasse anzusteuern.
11.15 Uhr Um dem Professor eine kleine Freude zu bereiten, ordern wir am Tresen des Schnellessrestaurants eine Donut Schachtel mit 12 köstlichen Gebäckkringeln. Ferner fordert meine Begleiterin die Verkäuferin auf, drei Becher Irish Creme (löblich: Irische Kreme) Kaffee herauszurücken – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
11.45 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten stehen wir vor Edelberts Pforte und betätigen die Klingel. Prof. Kuhn schleppt sich fluchend zur Türe und setzt uns darüber in Kenntnis, dass seine Rückenschmerzen kaum auszuhalten sind. Bevor ich antworten kann, holt Frau Pontecorvo eine Schachtel mit Percodan Tabletten aus ihrer Handtasche und animiert meinen Bekannten, zwei Pillen einzunehmen. Edelbert blickt skeptisch drein und behauptet, dass Percodan ein starkes Schmerzmittel ist. Meine Nachbarin winkt gelangweilt ab und sagt, dass sie dieses Mittel schon seit Jahren gegen ihre Gelenkschmerzen einnimmt.
12.30 Uhr Während wir Kaffee schlürfen und uns die Donuts schmecken lassen, jammert Edelbert in einer Tour und kündigt an, morgen einen Facharzt zu konsultieren. Ich stimmt uneingeschränkt zu und stelle klar, dass mit Rückenschmerzen nicht zu Spassen ist.
13.30 Uhr Sechzig Minuten später erhebe ich mich vom Kanapee und lasse Frau Pontecorvo wissen, dass mein knurrender Magen nach einer warmen Mahlzeit verlangt. Edelbert seufzt laut und meint, dass er sich nun ins Bett legen und etwas Lesen wird. Schlussendlich wünschen wir dem Professor gute Besserung und entschliessen uns, ins „Vergina Restaurant“ einzukehren, um frittierte Tintenfische sowie Caesar Salate zu verzehren – das schmeckt.
14.30 Uhr Nachdem wir das Mittagessen mit hausgemachtem Käsekuchen abgeschlossen haben, treten wir die Heimreise an. Nebenher frönen wir dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY und erfreuen uns am neuen Dolly Parton Lied „Pure and Simple“ (löblich: Rein und Einfach) – was kann es schöneres geben.

15.00 Uhr Ich finde die kleine Villa ruhig und redlichst herausgeputzt vor. Wie es sich gehört, serviere ich dem Vierbeiner frisches Trinkwasser sowie Trockenfutter und falle dann fix und foxi aufs Kanapee. Schon bald döse ich ein und träume von meiner aufregenden Reise durch Minnesota – das war ein Vergnügen.
16.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und schenke mir ein Budweiser ein. Ferner sehe ich im Garten nach dem Rechten und ärgere mich, weil Dixon schon wieder ein Loch im Petersilienbeet gebuddelt hat.

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Die Petersilie wächst und gedeiht

16.30 Uhr Kopfschüttelnd mache ich es mir zeitungslesend in der Hollywoodschaukel bequem und sehe mich genötigt, mit Herrn Booth plaudern zu müssen. Der hochdekorierte Vietnamveteran hantiert mit einer Gartenschere und erzählt, dass er morgen die Mangroven stutzen und den Rasen mähen wird.
17.00 Uhr Nach dem Plausch rufe ich Dixon ins Haus und mache es mir zur Aufgabe, das Abendessen vorzubereiten. Ich schiebe eine Schinkenpizza in den Backofen und zaubere dazu einen lustigen Beilagensalat.
18.00 Uhr Zum Abschluss des Tages nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und setze mich vor die Glotze, um mir die Nachrichten auf FOX anzuschauen. Unter anderem bringe ich heraus, dass am Freitag der „Constitution and Citizenship Day“ (löblich: Verfassungs- und Bürgerschaftstag) gefeiert wird. Darüber hinaus kommt der Fernsehheini auch auf Frau Hillary Clinton zu sprechen und meldet, dass die Präsidentschaftskandidatin der demokratischen Partei erkrankt ist und den Wahlkampf unterbrechen musste – wie unlöblich.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit nehme ich mit dem NETFLIX Angebot Vorlieb und fröne dem Fernsehspiel „Unbreakable Kimmy Schmidt“ (löblich: Unzerstörbare Kimmy Schmidt). Ich lache laut und werde Zeuge, wie Frau Schmidt aus den Fängen einer Sekte befreit wird und sich im grossen Apfel ein neues Leben aufbaut – wie lustig.
21.00 Uhr Nach der vierten Episode beende ich den heiteren Fernsehabend und begleite Dixon noch einmal in den Garten. Danach lösche ich die Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.

23. August 2016 – Ist Hund Dixon krank?

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08.00 Uhr Pünktlich zum Achtuhrläuten stehe ich auf und stelle fest, dass Dixon auch schon auf den Beinen ist und das ganze Wasser aus seinem Napf ausgeschlabbert hat. Da nicht nur der Mensch, sondern auch Haustiere während der heissen Jahreszeit viel trinken müssen, fülle ich frisches Leitungswasser nach und kredenze dem Rüden ausserdem etwas Trockenfutter.
08.30 Uhr Danach trete ich bei schweisstreibenden Temperaturen auf die Terrasse und nehme mir das Recht heraus, meine eingeschlafenen Glieder zu lockern. Zudem tratsche ich mit meinem Nachbarn und erzähle Herrn Booth, dass ich am Sonntag nach Minnesota ausfliegen werde. Der hochdekorierte Vietnamveteran ist hellauf begeistert und beteuert, dass der zwölftgrösste Bundesstaat seit 1858 Mitglied der Vereinigten Staaten ist. Ich nicke eifrig und belehre, dass es eine Gaudi werden wird, Minneapolis zu besichtigen und mit dem Auto nach Sleepy Eye und Walnut Grove zu krusen. Mein Gegenüber zwinkert mir redlichst zu und mutmasst, dass ich ein Freund der Fernsehserie „Little House on the Prairie“ (löblich: Unsere kleine Farm) bin – das kann man laut sagen.

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Frau Laura Ingalls schrieb „Unsere kleine Farm“

09.00 Uhr Völlig verschwitzt kehre ich in die klimatisierte Villa zurück und bemerke, dass Dixons Trinknapf schon wieder leer ist. Besorgt nehme ich den Vierbeiner ins Visier und erkundige mich, ob er krank ist. Der Rüden blickt traurig drein und zieht es vor, sich auf dem Sofa einzurollen – gleich platzt mir der Kragen.
09.30 Uhr Während des Badevergnügens rufe ich kurzerhand in der Praxis von Dr. Cole an und lasse mich spornstreichs mit dem Veterinär meines Vertrauens verbinden. Der gute Mann nimmt sich meinen Problemen an und meint, dass Dixon womöglich das schwülwarme Wetter nicht verträgt. Ich mache mir grosse Sorgen und lasse den Tierarzt wissen, dass ich gleich losfahren und in Bälde in der Praxis sein werde.

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Hund Dixon muss zum Tierarzt

10.15 Uhr Seufzend hüpfe ich aus der Wanne und schlüpfe in modische Freizeitkleidung. Danach scheuche ich Dixon zum Auto und schicke mich an, mit quietschenden Pneus aus dem Wohngebiet zu preschen.
10.45 Uhr Am Ziel angekommen, habe ich grosse Schwierigkeiten, den Hund in die Praxis zu locken. Letztendlich zerre ich ihn an der Leine zum Empfang und erkläre der däumchendrehenden Sprechstundenhilfe, dass ich von Dr. Cole erwartet werde. Die Dame heisst mich herzlich Willkommen und sagt, dass mich der Veterinär im Behandlungsraum 1 empfangen wird – das hört man gerne.
11.15 Uhr Nach fünfzehnminütiger Wartezeit kommt der Arzt endlich dazu und lässt es sich nicht nehmen, Dixon eingehend zu untersuchen. Darüber hinaus nimmt Dr. Cole auch den Impfpass in Augenschein und setzt mich darüber in Kenntnis, dass seit der letzten Wurmkur ein Jahr vergangen ist. Bevor ich antworten kann, öffnet der gute Mann eine Schublade und holt eine Tablettenschachtel hervor, um Dixon zwei Pillen zu verabreichen.
11.45 Uhr Kurz bevor die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, legt Dr. Cole sein Stethoskop beiseite und unterbreitet, dass Dixon kerngesund ist. Ich gebe mich erleichtert und vernehme, dass viele Hunde Probleme mit dem viel zu heissen Klima haben. Dr. Cole versorgt mich mit allerhand Ratschlägen und legt mir nahe, meinen Liebling in der Mittagshitze nicht im Freien spielen zu lassen.
12.15 Uhr Um insgesamt 120 Dollars erleichtert, verlasse ich die Praxis und schicke mich an, auf schnellstem Weg nach Hause zu rasen. Währenddessen stelle ich die Klimaanlage höher und lausche dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) – was kann es schöneres geben.
12.45 Uhr Zuhause angekommen, schleppe ich mich mit knurrendem Magen in die gute Stube und verfrachte eine Tiefkühlpizza ins Backrohr. Ausserdem erhebe ich mahnend den Zeigefinger und gebe meinem hechelnden Mitbewohner zu verstehen, dass er erst am Abend in den Garten hinaus darf.
13.30 Uhr Während ich mir das Mittagessen einnehme, klingelt das Telefon. Zu allem Überfluss meldet sich Frau Pontecorvo aus Jacksonville und möchte wissen, ob ich schon in ihrem Zuhause nach dem Rechten geschaut habe. Ich schüttle den Kopf und antworte, dass ich den ganzen Vormittag in der Tierarztpraxis zubringen musste.

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Der Rüde bekommt einen Kauknochen

14.00 Uhr Nach der Plauderei stecke ich Dixon einen Kauknochen ins Maul und falle aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Sekunden döse ich ein und sehe mich im Traum auf die staubigen Pfade des Appalachian Trails versetzt.
15.00 Uhr Ich öffne ich Augen und werde beim Blick aus dem Fenster Zeuge, wie Edelberts JEEP vor der kleinen Villa zum Stehen kommt. Natürlich bitte ich meinen Bekannten zuvorkommend herein und berichte, dass Dixon das subtropische Klima nicht verträgt. Der schlaue Mann wischt sich die Schweissperlen von der Stirn und sagt, dass er auch ganz schlapp ist und aus dem Schwitzen gar nicht mehr herauskommt. Um Edelbert eine kleine Freude zu bereiten, kredenze ich ihm ein kühles Bier sowie lustige Lay’s Kartoffelchips – das schmeckt.
15.30 Uhr Nebenher lasse ich den Ausflug zum Tierarzt Revue passieren und rechne vor, dass ich um 120 schwerverdiente Dollars gebracht wurde. Der Professor atmet tief durch und meint, dass ich froh sein kann, einen gesunden Hund an meiner Seite zu haben – das kann man laut sagen.
16.15 Uhr Wenig später öffne ich die Terrassentüre und halte meinen tierischen Mitbewohner an, sich im Schatten zu tummeln. Ferner hole ich zwei weitere Hopfenkaltschalen aus dem Eiskasten und proste Edelbert redlichst zu.

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Wir trinken viel

17.00 Uhr Nachdem sich mein Bekannter verabschiedet hat, mache ich mich in der Küche nützlich und erwärme tiefgefrorene Hühnerleber. Prompt kommt Dixon von seinem Ausflug zurück und kann es kaum noch erwarten, sein wohlverdientes Abendessen zu verzehren. Ich schenke dem Rüden ein Lächeln und zaubere für mich eine Wurstplatte mit hauchdünn aufgeschnittenem Capocollo sowie Gewürzgurken aus dem Glas.
18.00 Uhr Nach dem Abendessen verfrachte ich das schmutzige Geschirr in die Spüle und verabschiede mich in den Feierabend. Während es sich Dixon neben der Klimaanlage bequem macht, schalte ich die Glotze ein und verfolge die Abendnachrichten auf FOX.

19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, wechsle ich auf den Bezahlsender AMC, wo just im Moment der Vorspann zur neuen Staffel des beliebten Fernsehspiels „Halt and Catch Fire“ anläuft. Ich lehne mich kartoffelchipsknabbernd zurück und sehe mich in die frühen 1980er Jahren versetzt.
22.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung beende ich den Fernsehabend und begleite Dixon noch einmal in den Garten. Zu guter Letzt verschliesse ich sämtliche Türen und Fenster und lege mich schlafen. Gute Nacht.

20. Juni 2016 – Unerträgliche Hitze

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08.00 Uhr Ich öffne die Augen und habe mit Kopfschmerzen zu kämpfen. Als ich aus dem Bett hüpfe und aus dem Fenster spähe, stelle ich fest, dass die Sonne unbarmherzlich vom Himmel brennt. Angesichts der Affenhitze drehe ich spornstreichs am Temperaturregler und eile dann in die Küche, um zwei ASPIRIN Tabletten einzunehmen.

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Ich bediene mich aus meiner Hausapotheke

08.30 Uhr Nach dem Frühsport entspanne ich mich bei einem Wirbelbad und wasche mir auch die Haare. Ferner rufe ich bei meinen Verwandten im Lowbank Drive an und erfahre, dass die lieben Leute in die Stadt krusen wollen, um den „Farmers Market“ (löblich: Bauernmarkt) zu besuchen. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und stelle klar, dass ich angesichts der schweisstreibenden Temperaturen bestimmt nicht mitkommen werde.
09.30 Uhr Nachdem ich mich gewaschen habe, steige ich aus der Wirbelbadewanne und schlüpfe in legere Freizeitkleidung. Ausserdem nehme ich die DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb und bemerke, dass kaum noch Kaffeepulver vorrätig ist. Missmutig streichle ich Hund Dixon übers krause Fell und lasse ihn wissen, dass wir morgen zum Einkaufen fahren müssen – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.
10.00 Uhr Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und starte mit einem gesunden Frühstück in den Tag. Weil ich auf ausgewogene Ernährung grössten Wert lege, lasse ich mir vitaminreiche KELLOGGS Flocken mit frischer Muh, Rühreier mit Speck sowie geröstete Weissbrotscheiben (unlöblich: Toast) schmecken. Unterdessen schmökere ich in der Zeitung und lerne, dass am kommenden Montag der weltbekannte Landmusiksänger Tracy Lawrence in der Nachbargemeinde Fort Myers auftreten wird. Ich juchze laut und erinnere mich, dass der gute Mann in den 1990er Jahren einige Top 10 Hits (löblich: Hoch Zehn Schläge) feiern konnte. Da ich gute Musik sehr zu schätzen weiss, tippe ich die in der Zeitung abgedruckte Rufnummer ins Tastenfeld der Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und erkundige mich nach Eintrittskarten. Leider erteilt mir die Dame am anderen Ende der Leitung eine Absage und beteuert, dass sämtliche Billetts vergriffen sind – wie schade.

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Ich telefoniere mit der Schwarzbeere

11.00 Uhr Redlichst gestärkt stosse ich die Terrassentüre auf und stelle fest, dass nicht einmal der Vierbeiner nach draussen gehen möchte. Um mir einen genaueren Überblick zu verschaffen, nehme ich die Anzeige des Thermometers in Augenschein und komme zu dem Schluss, dass die Quecksilbersäule bereits jetzt die 100°F (37°C) Marke überschritten hat – wo soll das noch hinführen.
11.30 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten statten mir Georg und Maria einen Besuch ab. Die freundlichen Menschen schleppen einen Korb in die kleine Villa und erzählen, dass der Marktbesuch kein Vergnügen war. Ich nicke eifrig und stibitze mir einen Apfel aus dem Korb. Meine Schwägerin kommt aus dem Schmunzeln gar nicht mehr heraus und sagt, dass sie mir das Obst gerne schenken würde. Natürlich bedanke ich mich artig und schlage vor, dass ich aus den Apfelsinen, Erdbeeren und Birnen köstliche Smoothies (löblich: Mischgetränke) zaubern könnte. Bevor die Gäste antworten können, stopfe ich einige Früchte in den Mixer und gebe eine Handvoll Eiswürfel dazu.
12.00 Uhr Wenig später fülle ich den Saft in Gläser um und serviere den Besuchern lustige Schinkenbrote. Georg und Maria freuen sich sehr und beissen kraftvoll zu. Nebenher berichte ich meinem Bruder, dass Tracy Lawrence in fünf Tagen in der „Ranch Concert Hall“ pörformen wird. Georg wird sogleich hellhörig und verspricht, seine Kontakte spielen zu lassen und Karten zu besorgen – das wäre schön.
13.00 Uhr Während wir gemütlich zusammensitzen und Fruchtsäfte schlürfen, pocht plötzlich Frau Pontecorvo an die Terrassentüre. Selbstverständlich winke ich meine Nachbarin herein und zögere nicht, ihr ebenfalls einen Smoothie vorzusetzen. Die Perle leckt sich die Lippen und unterbreitet, dass man bei dieser Hitze viel trinken sollte.

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Mein wertvoller Chronograph

14.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 2 zugeht, erhebt sich Georg vom Sofa und meint, dass nun die Zeit gekommen ist, um mir auf Wiedersehen zu sagen. Maria vertritt die gleiche Meinung und informiert, dass sie den Nachmittag nutzen möchte, um etwas zu lesen. Wie es sich gehört, führe ich meine Verwandten zur Haustüre und wünsche ihnen einen angenehmen Abend. Im Anschluss köpfe ich eine Flasche Schaumwein und lade Frau Pontecorvo ein, mit mir anzustossen.
14.30 Uhr Nachdem sich meine Nachbarin verabschiedet hat, mache ich es mir auf dem Kanapee bequem und döse prompt ein, um von meiner spannenden Appalachian Wanderung im vergangenen Jahr zu träumen.

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Unterwegs auf dem Appalachian Trail

15.30 Uhr Leider wird die Ruhe bald durch ohrenbetäubendes Türeklingeln unterbrochen. Zu allem Überfluss steht der kleine Francis vor meinem Zuhause und erkundigt sich, ob ich sein Fahrrad gesehen habe. Weil ich besseres zu tun habe, schüttle ich den Kopf und werfe die Pforte lautkrachend ins Schloss.
15.45 Uhr Als nächstes setze ich mich an den Schreibtisch und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Während draussen die Luft flimmert, nehme ich Depeschen besorgter Heimseitenbesucher in Augenschein und komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Unter anderem schreibt eine 37jährige Mutter aus Bad Dürkheim, dass ihr 14jähriger Sohn völlig überzogene Taschengeldforderungen stellt. Um schlimmeres Unheil abzuwenden, setze ich ein Antwortschreiben auf und rate der kleinen Frau, dem Frechdachs mit Stubenarrest zu begegnen – immerhin kann man sich nicht alles bieten lassen.
16.30 Uhr Nachdem ich die Einträge im Gästebuch überflogen habe, gehe ich von der Leine und scheuche Dixon in den Garten. Während sich das Haustier hechelnd zum künstlich angelegten Teich schleppt, stelle ich den Rasensprenkler an und versorge die Pflanzen mit frischem Wasser.
17.00 Uhr Nach der Arbeit kehre ich schnaufend ins Haus zurück und fülle Dixons Näpfe mit Trockenfutter und Leitungswasser auf. Danach schwenke ich Butterschmalz in der Pfanne und bereite ein Minutenschnitzel zu.
18.00 Uhr Nach der reichhaltigen Brotzeit mache ich es mir in der guten Stube bequem und telefoniere mit Edelbert. Auch der Professor klagt über das heisse Wetter und setzt mich darüber in Kenntnis, dass es ihm heute nicht einmal möglich war, zur Buchhandlung seines Vertrauens zu laufen. Ich spende dem schlauen Mann Trost und gebe zu Protokoll, dass ein Tiefdruckgebiet am Wochenende für etwas Abkühlung sorgen wird.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf den Bezahlsender AMC und erfreue mich an einer Dokumentation, die sich mit der Entstehungsgeschichte des neuen Roland Emmerich Meisterwerks „Independence Day 2“ beschäftigt. Ich mache grossen Augen und bringe heraus, dass der Film am Freitag seine Premiere feiern wird.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung schalte ich den Farbfernseher ab und begleite Dixon ein letztes Mal in den Garten. Anschliessend verschliesse ich die Haustüre und gehe zu Bett. Gute Nacht.