13. Juni 2018 – Marquis de La Fayette

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Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, brach Anno 1775 der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg aus. Die dreizehn Kolonien der neuen Welt erklärten sich von der britischen Kolonialmacht unabhängig und führten ab dem 19. April des Jahres 1775 erste Scharmützel mit den britischen Truppen. Obgleich die Lage der 2,5 Millionen Siedler zu dieser Zeit ungünstig war, schafften es die Milizen, der britischen Krone prompt herbe Verluste beizubringen.

Just heute vor 241 Jahren – am 13. Juni 1777 – erklärte sich der aus Chavaniac in Frankreich stammende Marquis de La Fayette bereit, an der Seite der neuen Siedler zu kämpfen. Der gute Mann diente von 1771 bis 1776 in der französischen Armee und entschloss sich kurz nach Ausbruch des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, sein Heimatland zu verlassen, um für Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Schlussendlich segelte er mit seiner Fregatte “Hermione” nach Amerika und erreichte am 13. Juni 1777 nördlichen von Charleston, SC die neue Welt. Der Marquis gab sich der Kontinentalarmee als Verbündeter zu erkennen und wurde am 31. Juni zum Generalmajor der Kontinentalarmee ernannt.

In Folge dessen verbündete sich auch Frankreich mit den Vereinigten Staaten und zog gegen Grossbritannien in den Krieg. Zeitgleich kehrte La Fayette nach Frankreich zurück, um Geld zu beschaffen und den Virginia Feldzug vorzubereiten. Als der blutige Krieg am 3. September 1783 zu Ende ging, wurde La Fayette landesweit als grosser Kriegsheld gefeiert – wie schön.

La Fayette sagte:

“Auflehnung ist das heiligste aller Rechte und die notwendigste aller Pflichten”

Der Marquis de La Fayette segelte jedoch in seine Heimat zurück und schrieb es sich auf die Fahnen, auch in seinem Heimatland für Freiheit und Demokratie einzutreten. Unter anderem brachte er in die Nationalversammlung eine Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte nach amerikanischen Vorbild ein.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

31. Mai 2018 – Walt Whitman

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Sehr geehrte Damen und Herren,

heute vor 199 Jahren erblickte einer der einflussreichsten amerikanischen Lyriker des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt. Walter Whitman wuchs in Long Island als Sohn eines einfachen Zimmermanns auf. Er besuchte sechs Jahre lang die Schule und schrieb es sich anschliessend auf die Fahnen, nach Brooklyn zu gehen und dort als Schriftsetzer zu arbeiten.

Schon bald fielen ihm Buchklassiker von Shakespeare und Dante in die Hände und Walt Whitman äusserte die Idee, der Millionmetropole Lebewohl zu sagen und in seiner Heimatstadt Lehrer zu werden. Nach drei Jahren an diversen Lehranstalten gründete er 1839 eine Zeitung und geriet prompt in finanzielle Bedrängnis. Schlussendlich ging er anno 1850 nach Brooklyn zurück, um sich als Wohnungsmakler seine Brötchen zu verdienen. Zeitgleich arbeitete der mittlerweile 31jährige als Schriftsteller und erschuf mit “Leaves of Grass” (auf deutsch: Grashalme) eine aus 12 Gedichten bestehende Sammlung.

Während des amerikanischen Bürgerkriegs wurde Walt Whitman als Sanitätshelfer in einem Lazarett bei Washington DC eingesetzt. Nebenher brachte er weitere Geschichten zu Papier und veröffentlichte mit “Drum Taps” (auf deutsch: Trommelschläge) einen weiteren Gedichtband, in der er die Schönheit der Natur thematisierte. Darüber hinaus forderte er in seinen Texten die Gleichberechtigung von Mann und Frau und beeinflusste damit unzählige Schriftstellerkollegen in den Vereinigten Staaten und Europa. Ferner wird Walt Whitman als wichtiger Wegbereiter des europäischen Naturalismus und des Expressionismus angesehen.

Walt Whitman starb am 26. März 1892 in Camden, NJ an den folgen einer schweren Lungenentzündung. Er wurde wenige Tage später auf dem “Harleigh Cemetery” beerdigt.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

18. Mai 2018 – Malcolm X

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Sehr verehrte Damen und Herren,

heute vor 93 Jahren erblickte Malcolm Little in der schönen Stadt Omaha, NE das Licht das Welt.

Vier Jahre später entschloss sich sein Vater nach Detroit, MI umzuziehen und sich ein Haus in einer von Weissen bevorzugten Gegend zu kaufen. Natürlich protestierten die Nachbarn aufs Schärfste und brannten das Haus kurzerhand nieder.

Nachdem Malcolms Vater Anno 1931 von einer Strassenbahn überrollt wurde, schob man Malcolm zu einer weissen Pflegefamilie ab. Er durfte die High School besuchen und auch den Abschluss machen. Doch trotz seiner herausragenden schulischen Leistungen blieb es ihm wegen seiner Hautfarbe verwehrt, an der Universität aufgenommen zu werden. In Folge dessen wurde Malcolm kriminell und wenig später zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt.

Im Gefängnis von Charleston bildete sich der mittlerweile 23jährige weiter und informierte sich über das in den Vereinigten Staaten vorherrschende politische System. Zur gleichen Zeit konvertierte er ausserdem zum Islam und nannte sich fortan nur noch Malcolm X.

1952 wurde Malcolm vorzeitig aus der Haft entlassen und ging nach Detroit, um gemeinsam mit Elijah Muhammad – seines Zeichens Führer der “Nation of Islam” – dumme Reden zu schwingen und die gewaltlose Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King zu kritisieren. Er scharte radikale Schwarze um sich und vertrat die Meinung, dass ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft nur durch Gewalt zu erreichen sei – wie unlöblich.

Anfang der 1960er Jahre reiste Malcolm X nach Mekka, um sich weiter zu radikalisieren. In Saudi Arabien schloss er sich den Sunniten an und rang sich dazu durch, eine vier Monate andauernde Reise durch Afrika zu unternehmen. Dort traf er sich mit diversen Befreiungskämpfern und kam zu dem Ergebnis, dass der Rassismus nur bekämpft werden kann, wenn gleichzeitig der Kapitalismus abgeschafft werde.

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Der Tatort

Letztendlich wurde Malcolm X am 21. Februar 1965 im “Audubon Ballroom” in New York City von drei Schwarzen niedergeschossen und tödlich verletzt. Ein Jahr später gründeten einige seiner engsten Freunde die “Black Panther” Bewegung, die es sich auf die Fahnen schrieb, antikapitalistisch, marxistisch und antiimperialistisch zu sein.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

14. Mai 2018 – Lewis and Clark Expedition

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Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

heute begeht nicht nur James Ehefrau Amanda ihr Wiegenfest.
Auch die vom dritten amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson am 14. Mai 1804 ins Leben gerufene “Lewis and Clark Expedition” feierte gestern ihren 214. Geburtstag.

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Meriwether Lewis und William Clark

Der schlaue Thomas Jefferson war zeitlebens ein Befürworter der Expansion. Er spielte mit der Idee, die Vereinigten Staaten bis zur Westküste auszudehnen. So überzeugte er den Kongress, Geldmittel für eine Expedition bereitzustellen. Am 14. Mai 1804 entsandte er seinen Privatsekretär Meriwether Lewis und den belesenen Entdecker William Clark mit dem Auftrag gen Westen, das unbekannte Land zu erschliessen.

Eine 40 Mann starke Expeditionsgruppe machte sich prompt auf den Weg und reiste von St. Louis auf dem Missouri River nach Westen. Die Gesellschaft erreichte Anfang September die Great Plains und sah sich mit gefährlichen Sioux Indianern konfrontiert. Darüber hinaus wurden sie auf Bisons aufmerksam, die zur damaligen Zeit zu Hunderttausenden das Gebiet östlich der Rocky Mountains besiedelten. Lewis und Clark verbrachten den strengen Winter in Fort Mandan und freundeten sich mit dem französischen Pelzhändler Toussaint Charbonneau an, der sich dem Expeditionstrupp im Frühjahr 1805 kurzerhand anschloss.

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“Lewis and Clark on the Lower Columbia”
Bild von Charles Marion Russell (1905)

Im Sommer 1805 hatte die Expedition 6.500 Kilometer auf dem Missouri River zurückgelegt. Die Reisegruppe tauschte ihre Boote bei den Shoshone Indianern gegen Pferde ein und machte es sich zur Aufgabe, die schneebedeckten Rocky Mountains zu überqueren. Letztendlich landeten die 40 Männer am 7. November 1805 nach 19 Monaten am Pazifik – wie aufregend.

Während der beschwerlichen Heimreise kartographierten die Forscher die Rocky Mountains sowie den Missouri River. Dabei trafen sie immer wieder auf garstige Indianer, die ihnen gar nicht freundlich gesonnen waren. Trotz aller Widrigkeiten traf die “Lewis and Clark Expedition” am 23. September 1806 wohlbehalten in St. Louis ein. Laut Aufzeichnungen soll es während der Reise nur einen Toten gegeben haben. Angeblich soll Sergeant Charles Floyd am 20. August 1804 einer Blinddarmentzündung zum Opfer gefallen sein.

Die erfolgreiche Expedition ermutigte in der Folgezeit viele Siedler, nach Westen zu ziehen und in den Great Plaines sesshaft zu werden. Noch heute ist das Schiff der Lewis and Clark Expedition auf der 5 Cent Münze zu finden – das ist phantastisch.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag.
Reinhard Pfaffenberg

11. Mai 2018 – Ein Geschenk für Amanda

07.45 Uhr Kurz vor dem Achtuhrläuten schrillt das Telefon und ich werde aus einem schönen Traum gerissen. Zu meiner Freude meldet sich Maria in der Leitung und erzählt, dass Amanda am kommenden Montag ihren Geburtstag feiern wird. Ich reibe mir gähnend den Schlaf aus den Augen und entgegne, dass ich den Termin fast vergessen hätte. Ruckzuck hüpfe ich aus dem Bett und lasse meine Schwägerin wissen, dass ich gleich nach dem Frühstück in die Stadt krusen und ein Geschenk für James Ehefrau besorgen werde – das ist doch eine Selbstverständlichkeit.


Amanda feiert bald Geburtstag

08.30 Uhr Nachdem ich erfahren habe, dass Georg und Maria Ende Mai nach Florida kommen werden, beende ich das Telefonat und schicke mich an, die Morgengymnastik auf der Terrasse zu absolvieren – das macht Spass.
09.00 Uhr Im Anschluss entspanne ich mich bei einem erfrischenden Wirbelbad und telefoniere mit Edelbert. Selbstverständlich komme ich auch auf Amandas Geburtstag zu sprechen und erkläre dem schlauen Mann, dass ich genötigt bin, ein kleines Vermögen in ein Präsent zu investieren. Darüber hinaus kündige ich an, in die Stadt krusen und in einschlägigen Boutiquen nach einem Geschenk Ausschau halten zu wollen. Anstatt mich zu begleiten, windet sich mein Bekannter aus der Verantwortung und beteuert, dass er eine ruhige Kugel in seiner Stadtwohnung schieben und etwas lesen möchte – das ist wieder typisch.
10.00 Uhr Kopfschüttelnd beende ich das Badevergnügen und hole farbenfrohe Freizeitkleidung aus dem begehbaren Schrank. Danach werfe ich mich in Schale und nehme in Hund Dixons Gesellschaft die wichtigste Mahlzeit des Tages ein. Nebenher blättere ich interessiert in der Tageszeitung und lerne, dass in der übernächsten Woche Pfingsten (unlöblich: Pentecost) gefeiert wird – wie aufregend.
10.30 Uhr Mit vollem Magen nehme ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine in Betrieb und ziehe es vor, den Vierbeiner an die frische Luft zu scheuchen und am Nachbarhaus zu klingeln. Frau Pontecorvo öffnet prompt die Pforte und drückt mir ein schmatzendes Bussi auf die Wange. Ich mache grosse Augen und berichte der Perle, dass ich ein Geburtstagsgeschenk für Amanda benötige. Leider erteilt mir auch meine Nachbarin eine Absage und meint, dass sie gleich eine Freundin treffen wird – wie schade.
11.00 Uhr Deprimiert helfe ich Dixon auf die Ladefläche des Chevrolets und gleite nörgelnd von dannen. Zudem mache ich mir eigene Gedanken und spiele mit der Idee, Amanda mit einem praktischen Kopftopf zu überraschen.
11.30 Uhr Wenig später komme ich vor dem WAL MART am Juliet Boulevard zum stehen und erkläre meinem tierischen Begleiter, dass er mich leider nicht in die Markthalle begleiten kann. Weil es sehr heiss ist, stelle ich die Klimaanlage auf die höchste Stufe und verspreche Dixon, dass ich in einer dreiviertel Stunde zurück sein werde. Anschliessend verabschiede ich mich winkend in den Flachbau und steuere zielsicher die Küchen- und Geschirrabteilung an, um nach preiswerten Schnäppchen zu suchen – leider ohne Erfolg.
12.00 Uhr Missmutig schlendere ich weiter durch den Markt und komme zu dem Schluss, dass auch ein Laubbläser aus dem Hause BLACK & DECKER kein geeignetes Geschenk für Amanda darstellt. Schlussendlich finde ich mich in der Drogerieabteilung wieder und ringe mich dazu durch, ein sündteures JIMMY CHOO Duftset für 129 Dollars auszuwählen. Ich staune nicht schlecht und erkenne, dass in der aufwendig gestalteten Verpackung nicht nur der edle Duft “Illicit”, sondern auch eine feuchtigkeitsspendende Bodylotion (löblich: Körperkreme) enthalten ist.


Das Präsent trifft am Montag in Toronto ein

12.45 Uhr Nach dem Bezahlvorgang werde ich an der hauseigenen Poststelle vorstellig und nehme mir das Recht heraus, nette Worte auf eine Geburtstagskarte zu kritzeln und das Geschenk in einen gepolsterten Versandkarton zu verfrachten. Ferner erkundige ich mich beim Postbeamten, ob die Lieferung bis zum kommenden Montag in Toronto eintreffen wird. Der Knecht nickt eifrig und knöpft mir für den Expressversand weitere 18 Dollars ab.
13.15 Uhr Fix und Foxi schlendere ich zum Auto und entschliesse mich, als nächstes mit Hund Dixon in die benachbarte McDonalds Schnellgaststätte einzukehren. Weil mein Magen knurrt, fackle ich nicht lange und ordere lustige Burger, Kartoffelstäbe sowie einen “Southwest Chicken Salad” (löblich: Südwestlicher Hühner Salat).
14.00 Uhr Nach der Jause trete ich die Heimreise an und komme zu dem Ergebnis, dass ich dem Stress kaum noch gewachsen bin. Vielleicht wäre es doch schlauer, mein Zuhause zu veräussern und ins “Shady Pines” Seniorenwohnheim umzuziehen – was muss ich denn noch alles ertragen.
14.45 Uhr Just als Petrus die Himmelspforten öffnet und es regnen lässt, treffe ich zu Hause ein. Mit letzter Kraft schleppe ich mich in die kleine Villa, um mich auf dem Kanapee zur Ruhe zu betten – das tut gut.
15.45 Uhr Ich öffne die Augen und registriere, dass es immer noch wie aus Kübeln schüttet. Weil man bei diesem Sauwetter nicht aus dem Haus gehen kann, setze ich mich an den Schreibtisch und komme meinen Pflichten als staatlich anerkannter Anschnurseelsorger nach – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.


Ich beisse kraftvoll zu

16.45 Uhr Nach getaner Arbeit gehe ich von der Leine und bereite mir in der Küche ein kleines Abendessen vor. Um nicht stundenlang am heissen Herd stehen zu müssen, koche ich kurzerhand italienische Langnudeln auf. Dazu zaubere ich ein leckeres Tomatensösschen mit einem Schuss Olivenöl – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Redlichst gestärkt verabschiede ich mich in den Feierabend und mache es mir in der klimatisierten Wohnstube bequem. Während der Regen an die Fensterscheiben trommelt, gebe ich mich den Abendnachrichten auf FOX hin und mache mich über die tagesaktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.

19.00 Uhr Nachdem ich mich auf den neuesten Stand gebracht habe, nehme ich mit dem NETFLIX Programm Vorlieb und fröne dem Kriminalfilm “Super Dark Times”. Die erste Regiearbeit des Filmemachers Kevin Phillips handelt von desillusionierten Jugendlichen, die eines Tages in den Wald ziehen, um mit einem Samuraischwert zu spielen. Dummerweise kommt es dabei zu einem tragischen Unfall – wie schrecklich.
21.00 Uhr Als nach knapp zweistündiger Spitzenunterhaltung der Abspann über die Mattscheibe flimmert, betätige ich gähnend den OFF (löblich: AUS) Knopf auf der Fernbedienung. Zu guter Letzt lösche ich sämtliche Lichter und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.