25. Juli 2017 – Daniel Wheeler Bursch

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Sehr geehrte Damen und Herren,

den heutigen Tagebucheintrag möchte ich Herrn Daniel Wheeler Bursch widmen, der just heute vor 60 Jahren geboren wurde.
Der gute Mann wuchs im ländlichen Pennsylvania auf und war besonders an der Physik interessiert. Mit 22 Jahren schloss der die „United States Naval Academy“ mit Auszeichnung ab und schrieb es sich auf die Fahnen, bis 1989 bei der Marine als Pilot zu dienen. Herr Bursch konnte 3.400 Flugstunden aufweisen und war in der Lage, 35 verschiedene Flugzeugtypen zu steuern.

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Daniel Wheeler Bursch

Im Jahre 1990 hatte er das grosse Glück, von der NASA für einen Weltraumeinsatz ausgewählt zu werden. Drei Jahre später flog er mit der „Discovery“ ins All und absolvierte mit seinen Kollegen James Newman und Carl Walz unter anderem einen siebenstündigen Ausseneinsatz, bei dem Werkzeuge zur Reparatur des Hubble-Teleskops getestet wurden.

Am 30. September 1994 durfte Dan Bursch mit der Raumfähre „Endeavour“ erneut ins All fliegen und 182 Erdumrundungen miterleben. Die Mission STS-68 hatte das Ziel, das sogenannte „Space Radar Laboratorium“ auszuprobieren.

Anno 1996 wurde Daniel Bursch zusammen mit John Casper, Curtis Brown, Marc Garneau, Mario Runco und Andrew Thomas mit der Mission STS-77 betraut. Abermals startete die „Endeavour“ vom Kennedy Space Center auf Merritt Island, FL und brachte die Astronauten in den Weltraum. Dort wurde ein Satellit ausgesetzt und im Spacelab eine Reiche kommerzieller Untersuchungen im Bereich der Biotechnologie durchgeführt.

Zu guter Letzt startete Bursch am 5. Dezember 2001 im Rahmen der „ISS Expedition 4“ ins All. In seiner Funktion als Leitender Ingenieur wurde er auf der „Internationalen Raumstation ISS“ eingesetzt und verweilte für 195 Tage, 19 Stunden und 39 Minuten im Weltraum. Dan Bursch und sein Kompagnon Carl Walz hielten bis 2007 den Rekord für den längsten einzelnen amerikanischen Raumflug.

Nach der ISS-4 Expedition schied Bursch aus dem aktiven Dienst aus. Er lebt heute mit seiner Familie in Vestal, NY und steht der NASA immer noch als Berater zur Seite.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

20. Juli 2017 – Die amerikanische Hitparade feiert Geburtstag

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 1. November 1894 wurde in Cincinnati, OH die Fachzeitschrift „The Billboard“ von William H. Donaldson und James Hennegan ins Leben gerufen. Das Magazin beschäftigte sich in seinen Anfängen hauptsächlich mit Karnevalsveranstaltung in den Millionenmetropolen entlang der amerikanischen Ostküste. Das Blatt erfreute sich grösster Beliebtheit und berichtete schon bald über angesagte Musiker und hörenswerte Schellackplatten.

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46 Jahre später – am 20. Juli 1940 – veröffentlichte die Zeitung zum ersten Mal eine Aufstellung der beliebtesten Lieder. Auch viele Radiostationen berichtete ausgiebig über die sogenannten „Popularity Charts“ und nannte die monatlich erscheinende Hitparade kurzerhand „Billboard Hot 100“.

Heute vor 77 Jahren stand der aus Shenandoah in Pennsylvania stammende Musikvirtuose Tommy Dorsey auf Platz 1 der besagten Hitparade. Gemeinsam mit Frank Sinatra sang der damals 35jährige Musikant die Ruth Lowe Komposition „I’ll Never Smile Again“ (auf deutsch: Ich werde niemals mehr lächeln) ein und feierte landesweit einen Sensationserfolg.

Bis heute gilt die Billboard Hitparade als Gradmesser des amerikanischen und internationalen Musikgeschmacks. In den Vereinigten Staaten werden wöchentlich relevante Daten aus Laden- und Anschnurverkäufen sowie das Abspielen bestimmter Lieder im Hörfunk und/oder Fernsehen erhoben. An jedem Donnerstag wird dann die „Billboard Hot 100“ Hitparade im Internetz publiziert – da kommt besonders grosse Freude auf.

In Deutschland wurde die Hitparade erst im Juli 1959 eingeführt.
Der „Musikmarkt“ – das Fachorgan der deutschen Musikindustrie – druckte in seiner ersten Ausgabe am 15. Juli 1959 eine auf dreissig Plätze begrenzte Auflistung der populärsten deutschen Musiktitel ab. Damals war Freddy Quinn mit seinem stimmungsvollen Lied „Die Gitarre und das Meer“ auf dem ersten Platz zu finden.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

14. Juli 2017 – Nikola Tesla

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

heute möchte ich die Gelegenheit am Schopfe packen und an das spannende Leben des Wissenschaftlers Nikola Tesla erinnern. Herr Tesla wurde am 10. Juli 1856 als viertes von insgesamt fünf Kindern einer serbisch-orthodoxen Familie in Smiljan (Kroatien) geboren. Der brave Bube interessierte sich bereits in jungen Jahren für physikalische Abläufe und war einer der besten Schüler des Gymnasiums in Karlovac.

Mit 19 Jahren schrieb er sich an der „Technischen Hochschule“ im österreichischen Graz ein und studierte Maschinenbau. Nachdem er drei Jahre später exmatrikuliert wurde, zog er ins slowenische Maribor um, wo er eine Anstellung als Maschinenbauer fand und seine Freizeit in einschlägigen Trinkhallen verbrachte. Letztendlich immigrierte Nikola Tesla im Juni 1884 nach Amerika, um eine Firma zu gründen und zum grossen Gegenspieler des amerikanischen Wissenschaftlers und Erfinders Thomas Alva Edison aufzusteigen.

Nikola Tesla meldete unzählige Patente an und entwickelte eine Maschine, die Wechselstrom erzeugen konnte. Von Juli 1888 bis Juli 1889 arbeitete der schlaue Mann ausserdem mit befreundeten Technikern an der Realisierungen von Spannungssystemen, die Wechselstrom aus Gleichstrom konvertieren konnten. Darüber hinaus baute er die Scheibenläuferturbine (Tesla-Turbine) und beschäftigte sich mit der Idee, eine drahtlose Energieübertragung zu ermöglichen.

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Herr Tesla bei der Arbeit

Nikola Tesla wurde in dieser Zeit von solventen Geldgebern bei Laune gehalten. Natürlich wurde der Erfinder auch zu vielen Feierlichkeiten eingeladen und zog mit der sogenannten „High Society“ (löblich: hohe Gesellschaft) durch angesagte Tanzlokale.

Benebelt vom Alkohol, glitten ihm die Geschäfte bald aus den Händen. Er wurde von seinen Geschäftspartnern um ein stattliches Vermögen gebracht und wendete sich desillusioniert dem damals populären Transzendentalismus zu. Infolgedessen erforschte er „Humane Energieformen“ und liess in Gesprächen mit Journalisten verlauten, dass er seit 1899 in Kontakt zu Ausserirdischen stehe.

Bis zu seinem Tod am 7. Januar 1943 lebte Tesla in ärmlichen Verhältnissen und setzte sich mit der modernen Kriegstechnik auseinander. Unter anderem wollte er eine Strahlenkanone bauen, die U Boote und/oder feindliche Flugzeuge zerstören konnte – das ist ja allerhand.

Obgleich Nikola Tesla zeitlebens ein Sonderling war, gehen knapp 700 wegweisende Patente auf ihn zurück. Seine Ideen sind heute in allen elektrischen Geräten zu finden. Aus diesem Grund wird jedes Jahr am 10. Juli an vielen amerikanischen Hochschulen an das vergessene Genie Nikola Tesla erinnert.

Ich wünsche allen Lesern eine erfolgreiche Woche.
Reinhard Pfaffenberg

12. Juli 2017 – George Eastman

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Sehr geehrte Damen und Herren,

just heute vor 163 Jahren – am 12. Juli 1854 – erblickte George Eastman in der Kleinstadt Waterville im Bundesstaat New York das Licht der Welt. Weil der Bube schon in jungen Jahren zum Broterwerb der Familie beitragen musste, verlies er bald die Schule, um als Bürobote zu arbeiten. Ausserdem schrieb er es sich auf die Fahnen, Abendkurse an einer Handelsschule zu besuchen und zu Hause schlaue Bücher zu wälzen.

Der begeisterte Bastler gründete mit 26 Jahren eine eigene Firma und spezialisierte sich auf die Herstellung von fotografischen Trockenplatten. Im Laufe der kommenden Jahren wuchs seine Firma kontinuierlich und Herrn Eastman war es möglich, unzählige Patente anzumelden. Anno 1888 stellte die „Eastman Dry Plate and Film Company“ die erste massentaugliche Kamera unter dem Markennamen „Kodak“ vor. Die legendäre „Kodak Nr. 1“ war mit einem einfachen Sektorenverschluss ausgestattet und brannte Lichtstrahlen auf einen Rollfilm.

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George Eastman

Im Jahre 1889 wurde die Firma „Eastman Dry Plate and Film Company“ in „Eastman Kodak“ umbenannt. Das Unternehmen öffnete sich immer mehr dem Massenmarkt und baute erschwingliche Kameras, die auch von Freizeit-Photografen in ausgewählten Geschäften gekauft werden konnten. Ferner war es den Kunden möglich, die Filme in Fotogeschäften entwickeln und jederzeit Abzüge von Schnappschüssen herstellen zu lassen – wie aufregend.

Darüber hinaus trat George Eastman auch als Mäzen für Kunst, Kultur und Wissenschaft in Erscheinung. Er spendete viel Geld an Universitäten und tat sich ausserdem als grosser Sozialreformer hervor. Unter anderem war die „Eastman Kodak Company“ die erste Firma auf amerikanischem Boden, die ihren Mitarbeitern eine Alters- und Arbeitsunfähigkeitsrente anbot.

Anfang der 1930er Jahre erkrankte der gute Mann schwer und zog es vor, in seinem Wohnhaus in Rochester, NY Selbstmord zu begehen.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

26. Juni 2017 – Milton Glaser

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Bild: Milton Glaser / CC BY-SA 2.5

Sehr geehrte Heimseitenbesucher,

heute feiert Milton Glaser seinen 88. Geburtstag.
Der gute Mann lebt seit seiner Kindheit in New York City und war Gründungsmitglied des legendären „Push Pin“ Grafikdesignerstudios in den 1950er Jahren. Herr Milton läutete gemeinsam mit seinen Kompagnons eine neue Ära des Designs ein und stieg bald zu einem der bekanntesten Illustratoren der Welt auf.

Unter anderem erschuf er Möbel sowie Häuser und schrieb es sich auf die Fahnen, auch seinen Beitrag zur aufstrebenden Pop Kultur der 1960er und 1970er Jahre zu leisten. Milton Glaser zeichnete Konzertposter für den aufstrebenden Folksänger Bob Dylan und entwarf auch die Einrichtung des „Windows of the World“ (löblich: Fenster der Welt) Restaurants im „World Trade Center“.

Sein bekanntestes Werk ist jedoch das I LOVE NY Signet aus dem Jahre 1975.
Damals beauftragte die Abteilung für wirtschaftliche Entwicklung des Bundesstaats New York diverse Grafikstudios, ein Erkennungszeichen für eine grossangelegte Marketingkampagne zu entwerfen. Schlussendlich erschuf Milton Glaser den bekannten Schriftzug während einer Taxifahrt durch Manhattan.

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Ich liebe New York

Zwei Jahre später wurde das Signet auf Plakate gedruckt und in der ganzen Stadt verteilt. Zeitgleich wurde die Kampagne auch durch landesweit ausgestrahlte Fernsehwerbesendungen unterstützt. Die „I LOVE NEW YORK“ Grafik ging um die Welt und ziert heute nicht nur Millionen Aufkleber und Kaffeetassen, sondern auch Parfüms und T Hemden – da kommt besonders grosse Freude auf.

Milton Glasers Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet.
Dutzende seiner Grafiken finden sich heutzutage in den angesagtesten Museen der Welt, wie dem „Museum of Modern Arts“ in New York. Der Künstler wurde auch mit unzähligen Preisen überschüttet und ist seit 2009 Träger der bedeutensten Auszeichnung, die durch den Kongress der Vereinigten Staaten verliehen wird. Präsident Barack Obama verlieh die „National Medal of Arts“ Herrn Glaser im Jahre 2009 persönlich – wie aufregend.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg