27. April 2017 – Filmvergnügen

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und fühle mich prima. Um für beste Stimmung am frühen Morgen zu sorgen, aktiviere ich die ECHO Lautsprechersäule und eile spornstreichs nach draussen, um an Hund Dixons Seite die Morgengymnastik zu absolvieren. Nebenher mache ich mir eigene Gedanken und ringe mich dazu durch, meine Verwandten am Abend in die kleine Villa einzuladen.


Meine kleine Villa

08.30 Uhr Nachdem ich meine Glieder gelockert habe, kredenze ich dem Vierbeiner einen Kauknochen und verschwinde in der Nasszelle. Zudem telefoniere ich mit Edelbert sowie meinen Verwandten und gebe zu Protokoll, dass ich sie am Abend zum Grillvergnügen erwarte. Mein Bruder ist hellauf begeistert und schlägt vor, dass wir uns nach dem Essen einen Film auf der Grossbildleinwand anschauen könnten – das ist eine hervorragende Idee.
09.30 Uhr Bevor ich zum Supermarkt kruse, verzehre ich eine Portion „Kelloggs Crunchy Nut“ mit frischer Muh. Dazu trinke ich vier Tassen brühfrischen Kaffee und komme zu dem Schluss, dass Schoppen in Gesellschaft viel mehr Spass bereitet. Ruckzuck beende ich das Frühstück und statte Frau Pontecorvo einen Besuch ab. Die Perle freut sich und folgt mir plappernd zum Auto – das klappt wieder wie am Schnürchen.
10.00 Uhr Wenig später sitzen wir im Chevrolet und vereinbaren, dass wir am Abend den Gästen nicht nur Grillgut, sondern auch einen hausgemachten Krautsalat vorsetzen werden. Meine Nachbarin leckt sich die Lippen und beteuert, dass sie im Rezeptbuch ihrer Oma blättern und die Beilage selbst zubereiten wird – das hört man gerne.
10.30 Uhr Dreissig Minuten später finden wir uns in der Markthalle am Golden Gate Parkway wieder und machen einer Seniorin mit blauen Haaren einen Einkaufswagen streitig. Danach schlendern wir entspannt durch die breiten Gänge und laden neben tiefgefrorenen Kartoffelspalten aus dem Hause McCain, etlichen Weinflaschen sowie T-Knochen Schnitzel (unlöblich: T Bone Steaks), auch lustige Knabbereien in den Wagen – da kommt Freude auf.


Bei Katze Land kommt Stimmung auf

11.30 Uhr Um insgesamt 147 Dollars erleichtert, verlassen wir das Geschäft und verfrachten die schweren Einkaufstüten auf die Ladefläche des PS-strotzenden SUV. Im Anschluss treten wir die Heimfahrt an und frönen dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land).
12.15 Uhr Endlich bin ich wieder daheim und werde Zeuge, wie der Gärtner die Grünfläche hinter meinem Zuhause mäht. Wie es sich gehört, winke ich Herrn Leonardo zu und bitte ihn, auch die Mangroven auf ein rechtes Mass zu bringen. Der Knecht nickt eifrig und unterbreitet, dass er die Arbeit in Kürze beenden wird – das ist mir Wurst.
13.00 Uhr Nachdem ich die Lebensmittel im Eiskasten verstaut habe, schiebe ich eine Tiefkühlpizza ins Ofenrohr. Ferner nehme ich meine reichhaltige Filmsammlung in Augenschein und lasse den Rüden wissen, dass wir uns den Abend mit der sehenswerten Hollywoodproduktion „Der Soldat James Ryan“ versüssen werden.
14.00 Uhr Nach dem reichhaltigen Mittagessen bette ich mich im Wohnzimmer zur Ruhe und verabschiede mich ins Schlummerland, in das träumende Kinder reisen, um Abenteuer zu bestehen.


Ein reichhaltiges Mittagessen darf nicht fehlen

15.00 Uhr Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und werde beim Blick aus dem Fenster auf die vorlauten Nachbarskinder Emily und Francis aufmerksam. Natürlich beobachte ich die Bälger skeptisch und sehe, wie sie mit einem Stock im künstlich angelegten Teich stochern. Um der Sache auf den Grund zu gehen, laufe ich nach wildgestikulierend draussen und stelle die Kinder zur Rede. Francis deutet schmunzelnd ins kniehohe Wasser und erzählt, dass die handzahme Echse Billy gerade eine Eidechse verspeisst hat. Ich zucke mit den Schultern und ziehe mich vogelzeigend in die kleine Villa zurück, um das wertvolle Porzellangeschirr hervor zu holen.
15.30 Uhr Nachdem ich den Esstisch eingedeckt habe, befülle ich den Grill mit Holzkohle auf und vergesse auch nicht, Grillanzünder bereitzulegen. Anschliessend mache ich mich in der Küche nützlich und beträufle das Fleisch mit etwas Olivenöl – wie gut das duftet.
16.00 Uhr Als ich ein französisches Stangenbrot aufschneide, pocht Frau Pontecorvo an die Terrassentüre. Ich winke die Dame herein und informiere, dass meine Verwandten in einer Stunde auf der Matte stehen werden. Die kleine Frau von nebenan stellt eine Schüssel Krautsalat auf dem Küchentresen ab und meint, dass sie nun ein Schluck Schaumwein vertragen könnte – wie wahr.


Ich proste Frau Pontecorvo redlichst zu

17.00 Uhr Just als ich die Steaks auf den zischenden Grillrost lege, treffen meine Verwandten ein. Auch Edelbert lässt nicht lange auf sich warten und überreicht mir ein Exemplar des erst kürzlich erschienenen Zukunftsfilms „Arrival“. Darüber hinaus vernehmen wir, dass dieser Streifen mit unzähligen Kritikerpreisen überschüttet wurde und längst als Klassiker des Genres angesehen wird – wie schön.
17.45 Uhr Wir beissen kraftvoll zu und plaudern angeregt über Dies und Das. Georg legt besonders gute Laune an den Tag und berichtet, dass er in der kommenden Woche einen weiteren Ausflug im WINNEBAGO TRAVATO unternehmen wird. Maria schlägt in die gleiche Kerbe und plappert, dass sie 200 Meilen durch Florida rasen und „Gatorland“ in Orlando besuchen werden. Ich mache grosse Augen und bringe heraus, dass Besucher in besagten Reptilienpark mehrere Hundert Alligatoren und sogar Schlangen beäugen können – wie furchtbar.

19.00 Uhr Als die Sonne hinter einer hochgewachsenen Palme verschwindet, nehme ich den Filmprojektor in Betrieb und werfe bunte Bilder auf die Leinwand. Zudem kredenze ich den Anwesenden süffiges Budweiser und komme in den Genuss, in das Leben der Wissenschaftlerin Louise einzutauchen, die vom amerikanischen Militär mit der Aufgabe betraut wird, die Landung zwölf mysteriöser Raumschiffe zu untersuchen – so ein Schmarrn.
21.00 Uhr Nach zwei Stunden flimmert der Abspann über die Leinwand und ich komme zu dem Ergebnis, dass „Arrival“ kaum spannende Momente geboten hat.
21.30 Uhr Schlussendlich begleite ich die Gäste zur Türe und merke an, dass der Abend wunderschön war. Frau Pontecorvo haucht mir zum Abschied ein Bussi auf die Wange und lädt mich für Morgen zum Frühstück ein.
22.00 Uhr Fix und foxi rufe ich Dixon ins Haus und lösche sämtliche Lichter. Danach ziehe ich mich ins Schlafzimmer zurück und falle gähnend ins Bett. Gute Nacht.

13. April 2017 – Am Strand

08.00 Uhr Ich werde durch sehr aggressives Telefonschellen geweckt und sehe mich genötigt, mit Sandra plaudern zu müssen. Meine Mieterin meldet sich aufgeregt aus der alten Heimat und plappert, dass sie das Osterfest bei ihren Eltern in Frankfurt verbringen wird. Zudem bringe ich heraus, dass das unterbelichtete Kind mit der Idee spielt, über Pfingsten nach Florida auszufliegen – das kann ja heiter werden.
08.30 Uhr Just als ich auf der Terrasse den Frühsport absolviere, kommt meine Nachbarin daher und erkundigt sich, ob ich zum Frühstück herüberkommen möchte. Ich nicke eifrig und antworte, dass ich anschliessend an den Strand krusen und mit Georg und Maria einen Spaziergang unternehmen werde – da kommt besonders grosse Freude auf.
09.00 Uhr Weil ich um 11 Uhr mit meinen Verwandten verabredet bin, verabschiede ich mich ins Bad und wasche mich ordentlich heraus. Nebenher telefoniere ich mit Georg und erinnere, dass wir uns am Barefoot Beach treffen werden. Mein Bruder ist begeistert und sagt, dass er seine Badehose mitnehmen wird – das soll mir Recht sein.
09.45 Uhr Kurz vor dem Zehnuhrläuten statte ich der Perle von nebenan einen Besuch ab und labe mich an vitaminreiche KELLOGGS Froot Loops mit frischer Muhmilch. Ferner tischt Frau Pontecorvo brühfrischen Bohnenkaffee sowie leckere Rühreier auf und meint, dass sie mich an den Golf leider nicht begleiten kann. Während ich mit den Schultern zucke, verweist meine Bekannte auf einen Frisörtermin und kündigt an, dass sie die Vormittagsstunden ausnutzen möchte, um sich von Frisörmeister Luigi aufsteilen zu lassen – jaja.


Wir krusen an den Strand

10.30 Uhr Nun wird es aber Zeit, meiner Nachbarin Lebewohl zu sagen. Wie es sich gehört, lüfte ich meine NY YANKEES Kappe und lasse die kleine Frau wissen, dass die Mahlzeit hervorragend geschmeckt hat. Anschliessend scheuche ich Dixon zum Auto und trete das Gaspedal bis zum Anschlag durch – das macht Spass.
11.00 Uhr Pünktlich auf die Minute erreiche ich den Strandabschnitt im Westen und freue mich, nicht nur Georg und Maria, sondern auch Edelbert am Barfussstrand anzutreffen. Der Professor legt beste Laune an den Tag und erzählt meinen Verwandten, dass an diesem Strandabschnitt vor Kurzem ein ausgewachsener Hai gesichtet wurde. Georg wischt sich mit dem Handrücken über die nasse Stirn und meint, dass er unter diesen Umständen ganz bestimmt nicht im kühlen Nass planschen wird.
11.30 Uhr Während Dixon Stöckchen apportiert, plaudere ich angeregt mit meinem Bruder und gebe zu Protokoll, dass mein unlöblicher Neffe Guido angekündigt hat, mich im Sommer zu besuchen. Georg hat nur Hohn und Spott übrig und beteuert, dass er ebenfalls einen Brief aus der Hansestadt Hamburg erhalten hat. Darüber hinaus ermutigt mich der gute Mann, im Fall der Fälle mit Guido kurzen Prozess zu machen. Als ich mich skeptisch gebe, ballt mein Bruder die Fäuste und legt mir nahe, den Ganoven mit einem gezielten Schlag niederzustrecken.


Ich ziehe Guido die Ohren lang – SAPPERLOTT

12.15 Uhr Weil die Sonne erbarmungslos vom Himmel brennt und Dixon aus dem Hecheln gar nicht mehr herauskommt, lotse ich meine Begleiter in eine einladende Strandgaststätte. Hungrig und durstig lassen wir uns an der Bar nieder und ordern bei einer rassige Kellnerin zwei Krüge Bier sowie fünf Gläser. Dazu gibt es vitaminreiche Fishburger (löblich: Fischburger) mit Folienkartoffeln – schmeckt gar nicht schlecht.
13.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, schmieden Georg und Maria Pläne und verabreden, dass sie nach Ostern im WINNEBAGO TRAVATO eine Reise zu den Florida Keys unternehmen wollen. Mein Bruder schwärmt in den höchsten Tönen und sagt, dass er unbedingt Islamorada und Key West besuchen möchte – wie schön.
13.45 Uhr Nachdem wir uns gestärkt haben, zückt Georg seine American Express Card und begleicht die gesalzene Rechnung mit seinem guten Namen. Danach schlendern wir plaudernd am Golf entlang und haben das Vergnügen, leichtbekleidete Frauen zu sehen, die sich mit Ballspielen die Langeweile vertreiben.
14.30 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf halb Drei zugeht, treffen wie an den Autos ein und verabschieden uns händeschüttelnd. Georg schnalzt währenddessen mit der Zunge und unterbreitet, dass er am Abend Herrn Wang zum Golfspielen treffen wird – wie langweilig.
15.15 Uhr Endlich bin ich wieder dahoam und kann mich in der klimatisierten Stube von den Strapazen erholen. Ich falle erschöpft aufs Kanapee und döse prompt ein.

16.15 Uhr Leider weckt mich Dixon und fordert mich auf, seinen Napf mit Trockenfutter aufzufüllen. Weil ich ein Tierfreund bin, komme ich in die Gänge und serviere dem Rüden ausserdem frisches Wasser. Danach lasse ich auf der schattigen Terrasse die Seele baumeln und studiere das heutige Fernsehprogramm. Unter anderem erfahre ich, dass FOX zur besten Sendezeit den Zukunftsklassiker „2001“ ausstrahlen wird. Ich mache grosse Augen und erkläre Dixon, dass wir uns dieses Meisterwerk unter keinen Umständen entgehen lassen sollten.
17.00 Uhr Bevor ich mich in den wohlverdienten Feierabend verabschiede, mache ich mich in der Küche nützlich. Mit knurrendem Magen koche ich italienische Schmetterlingsnudeln (unlöblich: Farfalle) auf und zaubere dazu ein feines Tomatensösschen mit Pinienkernen – wie gut das duftet.


Ich beisse kraftvoll zu

18.00 Uhr Nach der schmackhaften Jause nehme ich den neumodernen Flachbildschirm in Betrieb und informiere mich bei den Abendnachrichten über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.
19.00 Uhr Zur Hauptsendezeit entkorke ich eine Flasche Rotwein aus dem goldenen Kalifornien und gebe mich Stanley Kubricks Weltraumepos aus dem Jahre 1968 hin. Ich staune Bauklötze und werde Zeuge, wie sich das Raumschiff „Discovery One“ auf den Weg zum Jupiter macht – da kommt Spannung auf.
21.30 Uhr Nach zweieinhalbstündigem Nervenkitzel schalte ich die Glotze aus und verabschiede mich gähnend ins Schlafzimmer. Gute Nacht.

11. April 2017 – She Is Tight

08.00 Uhr Die AMAZON ECHO Lautsprechersäule springt an und weckt mich mit einem Musikbeitrag der aus Illinois stammenden Combo „Cheap Trick“. Während „She is tight“ (löblich: Sie ist scharf) läuft, rolle ich mich aus dem Wasserbett und öffne das Schlafzimmerfenster. Danach schlendere ich auf die Terrasse und lockere meine eingerosteten Glieder. Nebenher spähe ich nach nebenan und werde Zeuge, wie Frau Booth im Morgenmantel durch den Garten stapft. Natürlich wende ich mich spornstreichs ab und lasse Hund Dixon wissen, dass die alte Schachtel ganz und gar nicht „tight“ ist.

08.30 Uhr Während der Rüde mit Nachbarshund Joey spielt, kehre ich in die kleine Villa zurück und lasse die Seele bei einem löblichen Wirbelbad baumeln. Ausserdem telefoniere ich mit meiner Schwägerin und bringe heraus, dass meine Verwandten gleich zum PUBLIX krusen und Ostereinkäufe tätigen werden. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich selbstverständlich mitkommen werde – das wird eine Gaudi.
09.30 Uhr Eine Stunde später nehme ich am Frühstückstisch Platz und führe mir die wichtigste Mahlzeit des Tages zu Gemüte. Darüber hinaus denke ich an die anstehende Forschungsreise ins kalifornische Berkeley und bemerke, dass der Abflugtag auf Amandas Geburtstag fällt. Ich mache mir eigene Gedanken und komme zu dem Schluss, dass James Ehefrau in diesem Jahr bereits ihr 44. Wiegenfest feiert – das ist ja allerhand.
10.00 Uhr Redlichst gestärkt nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und eile mit Hund Dixon zum Chevrolet. Mit quietschenden Pneus rase ich aus dem Wohngebiet und lausche unterdessen dem Qualitätsradioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land). Wie jeden Tag, spielen die Verantwortlichen auch heute die grössten Hits (löblich: Schläge) angesehener Interpreten und verwöhnen ausserdem mit einem prima Dolly Parton Gassenhauer aus den 1970er Jahren – da kommt Freude auf.


Der WINNEBAGO TRAVAO

10.30 Uhr Endlich erreiche ich mein Ziel und stelle lachend fest, dass Georg und Maria im WINNEBAGO TRAVATO vorgefahren sind. Schmunzelnd hüpfe ich aus dem Auto und folge den lieben Leuten in die klimatisierte Markthalle. Als erstes streben wir zur Fleischtheke und verabreden, dass Maria am Ostersonntag einen Schweinebraten auf den Tisch bringen wird. Wir werfen neugierige Blicke in die Gefrierschränke und ringen uns dazu durch, vier Pfund „Pork Neck“ (löblich: Schweineschulter) in den Einkaufswagen zu laden. Im Anschluss schieben wir das Gefährt zur Gemüseabteilung und verfrachten lustige Zwiebeln, Paprika sowie etliche Zucchinis zu den anderen Waren.
11.30 Uhr Nachdem wir sechs Flaschen Silver Oak Cabernet Sauvignon dazugestellt haben, steuern wir die Kasse an und sehen uns genötigt, knapp 150 Dollars für die Lebensmittel bezahlen zu müssen. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und weise meine Verwandten auf die Tatsache hin, dass ich mir ein solches Luxusessen nicht alle Tage leisten kann. Georg zuckt mit den Schultern und setzt mich darüber in Kenntnis, dass Maria als Vorspeise einen Gartensalat mit frischem Lachs auftischen wird – darauf freue ich mich jetzt schon.
12.30 Uhr Schlussendlich schleppen wir die Einkaufstüten zum TRAVATO und nehmen uns das Recht heraus, in der benachbarten SUBWAY Gaststätte das Mittagessen einzunehmen. Wir laben uns an frischzubereiteten Subs und mein Bruder erzählt, dass die Bezeichnung „Sub“ auf den Begriff „Submarine Sandwich“ (löblich: U Boot Brot zurückgeht – das soll mir auch Recht sein.


Wir beissen kraftvoll zu

13.15 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, den Heimweg anzutreten. Ich verabschiede mich von meinen Verwandten und stelle klar, dass ich morgen das Frühstück in Julies Restaurant einnehmen werde.
14.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, falle ich erschöpft aufs Kanapee und strecke die Beine aus. Bereits nach wenigen Sekunden döse ich ein und sehe mich im Traum in den „grossen Apfel“ (unlöblich: Big Apple) versetzt.
15.00 Uhr Leider wird die Ruhe bald durch Frau Pontecorvo gestört. Die Perle pocht aufgeregt an die Terrassentüre und erzählt, dass sie sich einen Sonnenbrand eingefangen hat. Seufzend winke ich die Dame herein und hole eine Flasche mit Mandelblütenöl aus der Hausapotheke. Darüber hinaus informiere ich, dass dieses Öl Wunder wirkt. Meine Nachbarin atmet tief durch und nimmt sich das Recht heraus, mit der DeLonghi Kaffeemaschine brühfrischen Bohnentrunk aufzubrühen. Dazu essen wir schmackhafte Muffins aus dem PUBLIX Supermarkt – das tut gut.
16.00 Uhr Nachdem sich Frau Pontecorvo verabschiedet hat, setze ich mich an den Schreibtisch und kümmere mich um die Anschnurarbeit. Ich schufte hart und rate einer alleinerziehenden Mutter aus Cleve, ihre verlotterte Tochter Claudia (11) zur Adoption freizugeben. Immerhin kann es nicht sein, dass sich das Balg täglich schminkt und sogar rosaroten Lippenstift aufträgt.
17.00 Uhr Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, beende ich die Arbeit und fordere Dixon auf, mir in die Küche zu folgen. Unter den fordernden Blicken meines Haustieres backe ich eine Pizza auf und zaubere dazu einen farbenfrohen Beilagensalat mit perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen und Oliven..


Hund Dixon ist hungrig

18.00 Uhr Nach der Brotzeit mache ich es mir in der klimatisierten Stube bequem und folge interessiert den FOX Nachrichten. Ich informiere mich aus erster Hand und bringe heraus, dass just heute vor 72 Jahren das Konzentrationslager Buchenwald durch amerikanische Soldaten befreit wurde – wie furchtbar.
20.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf HBO und erfreue mich am Zukunftsfilm „Independence Day“. Die Erfolgsproduktion aus dem Jahre 1996 erzählt vom Angriff ausserirdischer Raumschiffe auf unsere Erde. Ich amüsiere mich köstlich und verzehre eine ganze Packung Lay’s Kartoffelchips.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung schalte ich den Flachbildschirm aus und unternehme mit dem Rüden einen Spaziergang durch den Garten. Zu guter Letzt wünsche ich dem Lausbuben angenehme Träume und verabschiede mich ins Schlafzimmer. Gute Nacht.

10. April 2017 – Der Aktienmarkt hat zugelegt

08.00 Uhr Ich hüpfe pünktlich um 8 Uhr aus dem Bett und stosse die Terrassentüre auf. Weil ich von meinen Verwandten im Lowbank Drive erwartet werde, rudere ich kurzentschlossen mit den Armen und ziehe es vor, anschliessend in der Nasszelle zu verschwinden.
08.30 Uhr Um meine Familienmitglieder nicht warten zu lassen, verzichte ich ausnahmsweise auf ein Wirbelbad und dusche mich stattdessen kalt ab. Darüber hinaus rasiere ich mir die Bartstoppeln ab und vergesse auch nicht, meine Haare mit einem Pflegeprodukt aus dem Hause „Schwarzkopf“ zu waschen – wie gut das duftet.


Ich rasiere mich redlichst

09.15 Uhr Kurz nach dem Neunuhrläuten beende ich den Waschvorgang und schlüpfe in modische Freizeitkleidung. Danach halte ich nach Dixon Ausschau und stelle fest, dass sich der Rüde auf Frau Pontecorvos Terrasse tummelt. Meine Nachbarin winkt mir aufgeregt zu und lädt mich ein, ihr beim Frühstück Gesellschaft zu leisten. Ich schlage die Einladung jedoch aus und informiere, dass mich Georg und Maria erwarten. Meine Bekannte ist begeistert und sagt, dass sie mich kurzerhand begleiten wird – das hat gerade noch gefehlt.
09.45 Uhr Nachdem ich mit Edelbert telefoniert und ihn ebenfalls zum Frühstück eingeladen habe, eile ich mit einem lustigen Lied auf den Lippen zum PS-strotzenden SUV. Frau Pontecorvo folgt mir plappernd und meint, dass wir zuerst den „Circle K“ Supermarkt ansteuern und für Maria einen Blumenstrauss besorgen sollten – papperlapapp.


Das Ferienhaus meiner Verwandten

10.30 Uhr Wenig später kommen wir vor dem Ferienhaus zum Halten und werden von Georg herzlich Willkommen geheissen. Mein Bruder lotst uns zuvorkommend zum Schwimmbecken und setzt uns darüber in Kenntnis, dass uns auch Herr Wang Gesellschaft leisten wird – das ist phantastisch.
11.00 Uhr Nachdem Edelbert zu uns gestossen ist, fährt meine Schwägerin eine lustige Platte mit luftgetrocknetem Parmaschinken auf. Ausserdem verwöhnt uns die Dame mit Rühreiern und frischen Früchten. Georg schmatzt laut und sagt, dass er diese Orangen gestern auf dem Gemüsemarkt am Hafen eingekauft hat – wie schön.
11.30 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, erzählt Frau Pontecorvo von ihrem Abstecher nach Jacksonville und animiert meine Verwandten, ihren Aufenthalt zum Anlass zu nehmen, um ebenfalls die schöne Stadt an der Mündung des St. Johns River zu besuchen. Ich komme aus dem Schmunzeln gar nicht mehr heraus und merke an, dass Jacksonville kaum Sehenswürdigkeiten bietet. Ferner gebe ich zu Protokoll, dass besagte Gemeinde industriell geprägt ist und eine hohe Kriminalitätsrate aufweist. Georg beruhigt mich redlichst und meint, dass er sich eigene Gedanken machen und am Nachmittag im Internetz über Jacksonville recherchieren wird – wie unlöblich.


Herr Trump macht einen hervorragenden Tschob

12.00 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, kommt Herr Wang auf Donald Trump zu sprechen und meint, dass der 45. Präsident bisher eine sehr gute Figur abgibt. Georg schlägt in die gleiche Kerbe und rechnet vor, dass seit Donald Trumps Amtsantritt der Aktienmarkt um 10 % zugelegt hat. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die deutsche Regierung und lege anschaulich dar, dass Angela Merkel alles falsch macht und noch immer unzählige Einwanderer aus der islamischen Welt nach Deutschland lockt – wo soll das noch hinführen.
12.30 Uhr Zum Abschluss des Frühstücks tischt Maria gefrorenen Joghurt (unlöblich: Frozen Yoghurt) auf und lädt uns ein, am Abend mit ins Lichtspielhaus zu kommen. Georg reibt sich die Hände und verrät, dass er es kaum noch erwarten kann, die neue King Kong Verfilmung „Skull Island“ (löblich: Totenkopf Insel) zu sehen – wie unlöblich.

14.00 Uhr Da Herr Wang zum „Naples Manor Motel“ krusen, und Edelbert am Nachmittag im Buchgeschäft seines Vertrauens stöbern möchte, beenden wir die kleine Feier. Gutgelaunt scheuche ich den Vierbeiner zum Auto und animiere Georg und Maria, morgen früh im Willoughby Drive vorstellig zu werden. Im Anschluss trete ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch und bringe Frau Pontecorvo sicher nach Hause.
14.45 Uhr Zurück in der kleinen Villa, falle ich erschöpft aus das Wohnzimmersofa und lege die Beine hoch. In Sekundenschnelle döse ich ein und träume von meinem letzten Aufenthalt im grossen Apfel – das war prima.
15.45 Uhr Nach einer Stunde rolle ich mich vom Kanapee und verspüre kaum Lust, die Anschnurseelsorge zu erledigen. Ich zucke mit den Schultern und fordere Dixon auf, mich bei einem Spaziergang zu begleiten. Der Rüde lässt sich nicht zweimal bitten und folgt mir brav zum „La Playa“ Golfplatz – da kommt Freude auf.
16.45 Uhr Mit knurrendem Magen schliesse ich die Haustüre auf und bereite das Nachtmahl vor. Um nicht stundenlang am heissen Herd stehen zu müssen, verfrachte ich eine TOMBSTONE Tiefkühlpizza ins vorgeheizte Backrohr und zaubere dazu einen vitaminreichen Gurkensalat.


Es gibt Pizza – Hurra!

18.00 Uhr Nach der Stärkung schalte ich die Glotze ein und mache mich auf FOX über Neuigkeiten aus allen Teilen der Welt schlau. Unter anderem erfahre ich, dass am Wochenende das Osterfest ansteht – wie aufregend.
19.00 Uhr Nachdem mich die bildhübsche FOX Moderatorin auf den aktuellen Stand gebracht hat, wechsle ich auf den Filmkanal AMC und schaue mir den deutschen Spielfilm „Toni Erdmann“ an. Ich staune nicht schlecht und kann während der folgenden 120 Minuten nicht verstehen, warum diese lächerliche Schmierenkomödie für einen Oscar in der Kategorie „bester ausländischer Spielfilm“ nominiert wurde. HEUREKA – diesen Unsinn muss man gesehen haben.
21.15 Uhr Als endlich der Abspann über die Mattscheibe flimmert, beende ich den Fernsehabend und rufe Dixon ins Haus. Zu guter Letzt lösche ich sämtliche Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.

6. April 2017 – Currylinsen

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und habe mit Sodbrennen zu kämpfen. Weil ich sauer aufstossen muss, eile ich mit schnellen Schritten in die Küche und nehme ein Alka-Seltzer ein. Darüber hinaus lasse ich Hund Dixon wissen, dass ich heute die Finger von fettigem Essen und auch vom Alkohol lassen werde. Der Rüde schnaubt frech und trabt mit wedelnder Rute in den Garten – das ist ja allerhand.


Hund Dixon ist frech

08.30 Uhr Nachdem sich die Beschwerden gelegt haben, absolviere ich die Morgengymnastik und rufe kurzentschlossen bei meinen Verwandten im Lowbank Drive an. Georg nimmt das Telefonat prompt an und sagt, dass er heute mit Maria nach Fort Myers krusen wird, um im „Miromar Outlet Store“ (löblich: Miromar Auslassgeschäft) nach modischen Klamotten Ausschau zu halten. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und entgegne, dass ich mich der Ausfahrt ganz bestimmt nicht anschliessen werde.
09.00 Uhr Während aus der AMAZON ECHO Musiksäule stimmungsvolle Rich O’Toole Musik dröhnt, ziehe ich mich ins Badezimmer zurück, um den jungen Morgen mit einem Wirbelbad einzuläuten. Nebenher studiere ich auf dem iPad die aktuellen Meldungen aus dem Collier County und lerne, dass am Montag eine 87jährige Autofahrerin bei einem Unfall getötet wurde. Ich staune nicht schlecht und lese weiter, dass ein Fahrradfahrer bei Rotlicht eine Kreuzung überquert und eine Massenkarambolage verursacht hat – wo soll das noch hinführen.
10.00 Uhr Verärgert beende ich den Waschvorgang und ringe mich dazu durch, das Frühstück auf der schattigen Terrasse einzunehmen. Ich verspeise vier Scheiben Weissbrot (unlöblich: Toast) und lasse mir dazu eine englische Orangenmarmelade schmecken. Dazu trinke ich zwei Tassen Earl Grey (löblich: Graf Grau) Tee und nutze die himmlische Ruhe, um das grosse Kreuzworträtsel in der „Naples Daily News“ zu lösen.
10.30 Uhr Als ich das Lösungswort „RINGHYT“ notiere, bimmelt es plötzlich laut an der Pforte. Zu meiner Freude steht Edelbert vor dem Haus und lädt mich ein, ihn zum Mittagessen zu begleiten. Während ich eifrig nicke, rauft sich mein Bekannter die Haare und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er am frühen Morgen die JEEP Werkstatt an der Airport Pulling Road ansteuern und einen Systemfehler beseitigen lassen musste. Der Professor schimpft wie ein Rohrspatz und meint, dass es langsam an der Zeit wäre, sich nach einem Neuwagen umzusehen.
11.15 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und erzähle meinem Gast, dass ich vor etlichen Tagen eine nette Hundebesitzerin namens Cameron (33) im „Dog Park“ kennen gelernt habe, die an der Pine Ridge Road ein vegetarisches Restaurant betreibt. Obwohl sich Edelbert skeptisch gibt, klatsche ich in die Hände und fasse den Entschluss, besagter Wirtschaft einen Besuch abzustatten.
12.00 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise im Chevrolet , erreichen wir unser Ziel und registrieren, dass das „Sweet Carrot“ (löblich: Süsse Karotte) direkt neben dem „Kensington Golf Club“ beheimatet ist. Wir fackeln nicht lange und schlendern mit dem Vierbeiner im Schlepptau in die Wirtsstube. Zu meiner Freude treffen wir Frau Cameron am Empfang an und vernehmen, dass in ihrem Restaurant auch Hunde herzlich Willkommen sind – das ist phantastisch.


Wir verzehren ein lustigen Linsengericht

12.30 Uhr Nach einer kurzen Wartezeit lotst und die Dame zu einem Tisch mit Ausblick auf das satte Grün der Golfanlage und legt uns Nahe, „Curry Lentils“ (löblich: Currylinsen) zu ordern. Wir gehen auf den Vorschlag ein und haben alsbald das Vergnügen, ein prima Linsengericht mit selbstgebackenem Maisbrot kosten zu dürfen. Obgleich der Mahlzeit die Fleischeinlage fehlt, lobe ich das Gericht über den Schellenkönig und erkläre meinem Tischnachbarn, dass ich durchaus eine weitere Portion vertragen könnte – schmeckt wirklich prima.
13.30 Uhr Nachdem wir einen grünen Smoothie (löblich: Gemüsemischgetränk) auf Kosten des Hauses gekostet haben, begleichen wir die Rechnung und versprechen Frau Cameron, dass wir uns bald wiedersehen werden. Das junge Ding strahlt wie ein Honigkuchenpferd und wünscht uns einen angenehmen Tag – wie schön.
14.15 Uhr Zuhause angekommen, lade ich Edelbert zu einem kühlen Bier ein und berichte, dass Georg und Maria heute im „Miromar Auslassgeschäft“ ein kleines Vermögen lassen werden. Der Professor seufzt laut und meint, dass er sich solchen Luxus beim besten Willen nicht leisten kann – wie wahr.


Mein Zuhause unter Palmen

15.00 Uhr Schlussendlich lotse ich Edelbert zur Haustüre und winke ihm zum Abschied hinterher. Danach schlüpfe ich aus den Kuhnjungenstiefeln und falle fix und foxi aufs Kanapee.
16.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und setze mich an den Heimrechner, um Hilferufe besorgter Menschen abzurufen. Natürlich quillt der elektronische Postkasten wieder einmal über und ich sehe mich genötigt, verzweifelten Heimseitenbesuchern bei schwerwiegenden Problemen zur Seite zu stehen.
16.30 Uhr Just als ich die Depesche einer 29jährigen Arzthelferin überfliege, kommt der Vierbeiner von seinem Ausflug an den Teich zurück. Der Rüde fiept ohne Unterlass und fordert einen Kauknochen heraus. Als Tierliebhaber schlage ich ihm diese Bitte natürlich nicht ab und laufe mit schnellen Schritten in die Küche, um die Dose mit den Hundeschmankerln vom Schrank zu holen – da kommt Freude auf.


Dixon bekommt einen Kauknochen

17.00 Uhr Nachdem ich die Anschnurseelsorge beendet und mit Georg telefoniert habe, bereite ich das Abendessen vor. Fachmännisch schwenke ich vitaminreiches Butterschmalz in einer Pfanne und teile Dixon unmissverständlich mit, dass es gleich Fischstäbe mit Bratkartoffeln geben wird – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
18.30 Uhr Nach dem reichhaltigen Nachtmahl mache ich es mir im klimatisierten Wohnzimmer bequem und fröne in Gesellschaft des Haustieres den FOX Nachrichten. Unter anderem lerne ich, dass Präsident Trump die amerikanischen Medien erneut attackiert und vielen Reportern vorgeworfen hat, Lügen in die Welt zu setzen.
19.00 Uhr Zur Hauptsendezeit nehme ich mit dem Amazon Angebot Vorlieb und gebe mich der zweiten Staffel des Serienspiels „Mr. Robot“ hin. Ich tauche in die Welt gefährlicher Heimrechnerhäcker ein und verstehe nur Bahnhof.
21.00 Uhr Als die zweite Episode zu Ende geht, schalte ich die Glotze aus und unternehme mit Dixon einen kleinen Rundgang durch den Garten. Anschliessend lösche ich das Licht und gehe müde zu Bett. Gute Nacht.