12. Oktober 2018 – Ein BBQ am Wochenende

08.00 Uhr Beschwingt durch den aktuellen Eric Church Schlag (unlöblich: Hit) “Jukebox and Bar” (löblich: Musikschachtel und Biertränke) hüpfe ich aus den Federn und lerne, dass der bekannte Landmusikant zum Monatsanfang ein neues Studioalbum mit dem Titel “Desperate Man” herausgebracht hat – das ist wunderbar.


Eric Church – Desperate Man

09.00 Uhr Nachdem ich auf der Terrasse die Morgengymnastik absolviert habe, eile ich in die Nasszelle und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Ausserdem telefoniere ich mit Edelbert und lasse meinen Bekannten wissen, dass kaum noch Lebensmittel im Kühlschrank vorrätig sind. Der schlaue Mann seufzt laut und wirft ein, dass wir schnellstmöglich zum PUBLIX Supermarkt krusen und dort ordentlich abschoppen sollten – wie aufregend.
09.30 Uhr Weil Frau Pontecorvo verreist ist und mich kaum mit einem reichhaltigen Frühstück verwöhnen kann, sehe ich mich genötigt, selbst Rühreier mit Schinken zu zaubern. Ausserdem brühe ich echten Bohnenkaffee auf und führe mir zum Frühstück etliche Donuts zu Gemüte – schmeckt gar nicht schlecht.


Ich beisse kraftvoll zu

10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 10 zugeht, nehme ich einen letzten Schluck Kaffee und gebe Hund Dixon zu verstehen, dass wir nun zum PUBLIX krusen und Lebensmittel besorgen müssen. Ruckzuck nehme ich den Autoschlüssel von der Ablage und registriere, dass ich auch Getränke, Schokolade sowie Obst einkaufen muss – was das wieder kostet.
11.30 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise, erreiche ich mein Ziel und kann den PS-strotzenden Chevrolet direkt neben Edelberts JEEP parken. Während Dixon bei laufendem Motor im Auto zurück bleibt, folge ich Edelbert in den klimatisierten Flachbau und mache einer störrischen Kundin (78) mit hellblauen Haaren einen Einkaufswagen streitig. Im Anschluss nehmen wir die Sonderangebote in Augenschein und stellen wohlwollend fest, dass gesundes Hackfleisch während dieser Woche im Angebot ist. Natürlich schlagen wir sogleich zu und bitten die übergewichtige Wurstfachverkäuferin, vier Pfund einzupacken – da kommt besonders grosse Freude auf.
12.00 Uhr Während sich immer mehr Lebensmittel im Wagen ansammelt, kommt mein Begleiter auf das Wochenende zu sprechen und beteuert, dass es eine Gaudi wäre, in meinem gepflegten Garten ein Barbecue zu veranstalten. Ich lecke mir die Lippen und entgegne, dass sich Georg und Maria bestimmt über eine Einladung freuen würden. Bevor der Professor Worte findet, zücke ich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und lasse es mir nicht nehmen, die lieben Leute anzurufen. Als sich mein Bruder nach dem zweiten Tuten endlich meldet, rege ich eine Grillfeier an und ermutige Georg, augenblicklich zum Wochenmarkt am Hafen zu krusen und dort Gemüse sowie lustige Grillfische einzukaufen. Der gute Mann juchzt laut und sichert zu, in wenigen Minuten loszufahren und allerhand Schmankerl zu besorgen – das hört man gerne.


Blick auf meinen Garten

12.45 Uhr Nachdem wir dem PUBLIX Konzern ein stattliches Sümmchen beschert haben, kehren wir in eine nahegelegene McDonalds Schnellfressfiliale ein und ordern ein opulentes Mittagessen in Form von vitaminreichen Quarter Pounders (löblich: Viertelpfünder), Kartoffelstäben und Salat. Dazu gibt es grosse Diät Cola Becher sowie schmackhafte Sundaes (löblich: Eistüten) – schmeckt wirklich prima.
13.30 Uhr Nach dem Festschmaus wünsche ich Edelbert einen ruhigen Nachmittag und trete die Heimreise an. Um für gute Laune zu sorgen, drehe ich das Radiogerät etwas lauter und fröne stimmungsvollen Landmusikschlägen.
14.00 Uhr Fix und Foxi treffe ich zu Hause ein und mache es mir zur Aufgabe, die Einkaufstüten in die kleine Villa zu schleppen. Unterdessen verabschiedet sich Dixon in den Garten der Nachbarn und schreckt nicht davor zurück, eine knietiefe Grube im Rosenbeet auszubuddeln – das macht Spass.


Ich schlüpfe aus meinen Flip Flops

14.45 Uhr Nachdem ich die Lebensmittel verstaut habe, schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle erschöpft aufs Kanapee. Wie es sich gehört, strecke ich genüsslich die Beine aus und schliesse die Augen – das tut gut.
15.45 Uhr Ich erwache ausgeruht und fülle Dixons Napf mit Trockenfutter auf. Darüber hinaus spähe ich neugierig auf meine wertvolle ROLEX und bemerke, dass es für das Abendessen noch zu früh ist. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, klatsche ich in die Hände und animiere den Rüden, mich an die frische Luft zu begleiten.
16.00 Uhr Mit einem lustigen Lied auf den Lippen schlendere ich durch das Wohngebiet und nehme mir das Recht heraus, Georg anzurufen und nachzufragen, ob er mittlerweile vom Markt zurück ist. Mein Verwandter kommt aus dem Plappern gar nicht mehr heraus und meldet, dass er allerhand Kräuter eingekauft hat. Als ich genauer nachfrage, verrät der gute Mann, dass Maria einen Sauce für die anstehende Grillfeier zubereiten wird – jaja


Ein feines Nachtmahl

17.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, mache ich mich in der Küche nützlich und hantiere mit einer Pfanne. Ruckzuck brate ich Fischstäbe heraus und nehme ausserdem mit Bratkartoffeln Vorlieb – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach dem Abendessen nehme ich auf dem Sofa platz und gebe mich den Nachrichten auf FOX hin. Unter anderem bringe ich heraus, dass in drei Wochen das unlöbliche Halloween Fest gefeiert wird – wie schrecklich.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich kopfschüttelnd auf HBO und erfreue mich am Kriminalfilm “The Harvest” (auf deutsch: Haus des Zorns). Der Lichtspielhauserfolg aus dem Jahre 2013 erzählt von einem Mädchen, die im Haus ihrer besten Freundin eine fürchterliche Entdeckung macht.
21.00 Uhr Als nach einhundertzwanzig Minuten der Abspann über den Flachbildschirm flimmert, atme ich tief durch und beende den Fernsehabend. Zu guter Letzt wünsche ich Dixon angenehme Träume und lege mich schlafen. Gute Nacht.

2. Oktober 2018 – Fabienne

08.00 Uhr Die Amazon ECHO Musiksäule weckt mich pünktlich um Null-acht-hundert mit stimmungsvoller Landmusik (unlöblich: Country Music). Während Gesangsstern Carrie Underwood ihren neuen Schlag (unlöblich: Hit) trällert, hüpfe ich aus dem Bett und greife zur Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry). Laut gähnend tippe ich Georgs Rufnummer ein und habe das Vergnügen, nach dem zweiten Tuten die Stimme meines Bruders zu hören. Der gute Mann plappert ohne Unterlass und beteuert, dass er gerade damit beschäftigt ist, seine Reisetasche mit Anziehsachen zu befüllen. Ferner bringe ich heraus, dass meine Verwandten ein weiteren Ausflug in Angriff nehmen und mit dem WINNEBAGO Wohnmobil nach Miami krusen wollen. Ich mache grosse Augen und lasse Georg wissen, dass ich wichtigen Verpflichtungen nachkommen muss und mich der Reise leider nicht anschliessen kann. Anstatt traurig zu sein, bricht mein Bruder in lautes Gelächter aus und meint, dass er alsbald losfahren und spätestens am Donnerstag zurück sein wird – das soll mir auch Recht sein.


Die Echo Musiksäule

09.00 Uhr Nach der anstrengenden Morgengymnastik ziehe ich mich in die Nasszelle zurück, um mich bei einem Wirbelbad zu entspannen. Ich schliesse die Augen und ärgere mich, weil ich keine Millionen auf dem Konto habe und auf Luxusreisen leider verzichten muss – wie ungerecht.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten beende ich den Waschvorgang und läute den Tag mit einem prima Frühstück ein. Leider wird die Ruhe zeitnah durch Frau Pontecorvo gestört. Meine Nachbarin stösst gutgelaunt die Terrassentüre auf und erzählt, dass sie am kommenden Donnerstag nach Jacksonville rasen und ihre Freundin Blanche besuchen wird. Ich nicke eifrig und lade die Perle ein, mir Gesellschaft zu leisten. Meine Nachbarin nimmt die Einladung freudestrahlend an und ermutigt mich, sie kurzerhand nach Jacksonville zu begleiten – papperlapapp.
10.30 Uhr Während ich mir Rühreier mit gebratenen Schinkenstreifen schmecken lasse, redet mein Hausgast weiter auf mich ein und unterbreitet, dass die Heimatstadt ihrer besten Freundin allerhand Sehenswürdigkeiten bietet. Ich winke demonstrativ ab und entgegne, dass Jacksonville lediglich mit hässlichen Industrieanlagen und einer hohen Kriminalitätsrate überzeugen kann. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen, wechsle ich ganz schnell das Thema und merke an, dass meine Verwandten heute zur Ostküste krusen und dem Schoppingwahnsinn verfallen werden – wo soll das noch hinführen.
11.30 Uhr Nachdem sich Frau Pontecorvo verabschiedet hat, räume ich den Esstisch ab und erkläre Dixon, dass wir nun an den Golf krusen werden. Der Vierbeiner ist ganz ausser sich und rennt kläffend an die frische Luft.
12.15 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise im PS-strotzenden SUV erreiche ich den “Clam Pass” und schlüpfe aus den modischen Flip Flops, um meine Füsse im kühlen Nass zu baden. Ausserdem telefoniere ich mit Edelbert und berichte, dass ich mich just im Moment am Strand tummle. Der schlaue Mann freut sich und sagt, dass Frau Pontecorvo angerufen und ihm einen Ausflug nach Jacksonville schmackhaft gemacht hat. Ich seufze laut und gebe zu Protokoll, dass wir ganz bestimmt nicht zu Frau Blanche reisen werden – wo kämen wir denn da hin.


Am Golf von Mexiko

13.00 Uhr Während Dixon den Möwen hinterher jagt, vertrete ich mir die Beine und fasse den Entschluss, wegen der grossen Hitze in eine klimatisierte Strandgaststätte einzukehren. Fix und foxi lasse ich mich am Tresen nieder und halte eine leichtbekleidete Kellnerin namens Fabienne (30) an, mir ein eiskaltes Rolling Rock (löblich: rollender Felsen) Bier aufzufahren. Darüber hinaus werfe ich prüfende Blicke in die Tageskarte und ordere einen saftigen Käseburger (unlöblich: Cheeseburger) mit Fritten und Krautsalat.
13.30 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, spült das Mädchen Gläser und fragt nach, ob ich ein Tourist bin. Natürlich erhebe ich augenblicklich Einspruch und gebe der Maid zu verstehen, dass ich ein “local Guy” (löblich: lokaler Bursche) bin, der schon seit vielen Jahren seinen Lebensabend im Sonnenscheinstaat ausklingen lässt. Die Maid wird sogleich hellhörig und sagt, dass sie an der örtlichen Universität Meeresbiologie studiert und eine Wohnung sucht. Obgleich ich ein stolzer Eigenheimbesitzer bin, nehme ich dem Kind spornstreichs den Wind aus den Segeln und gebe vor, kein Zimmer frei zu haben.


Fabienne bekommt ein Trinkgeld

14.00 Uhr Nachdem ich Fabienne ein stattliches Trinkgeld zugesteckt habe, verlasse ich mit Dixon im Schlepptau die Wirtschaft und schlendere mit einem lustigen Lied auf den Lippen zum Auto.
14.45 Uhr Zurück im Willoughby Drive, falle ich aufs Kanapee und döse prompt ein, um von meiner unterbelichteten Mieterin Sandra zu träumen – wie furchtbar.
15.45 Uhr Ich erwache ausgeruht und registriere, dass es für das Abendessen noch zu früh ist. Um die Zeit sinnvoll zu überbrücken, geselle ich mich zu Dixon in den Garten und jäte Unkraut. Darüber hinaus kehre ich die Einfahrt und nehme mir das Recht heraus, den verlotterten Nachbarskinder zu erklären, dass man die Nachmittage dazu nutzen sollte, um die Hausaufgaben zu erledigen und für das Leben zu lernen.
16.45 Uhr Sechzig Minuten später werfe ich die Pforte ins Schloss und giesse mir ein erfrischendes bayerisches Vollbier ein. Ausserdem bereite ich das Abendessen vor und entschliesse mich, mit einem gebratenen T Knochen Schnitzel (unlöblich: T Bone Steak) sowie einem gemischten Salat mit Thousand Island Dressing (löblich: 1.000 Insel Sauce) Vorlieb zu nehmen – immerhin darf das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen.
18.00 Uhr Nach dem Abwasch beginnt endlich der wohlverdiente Feierabend. Ich kippe mir eine weitere Hopfenkaltschale hinter die Binde und gebe mich auf FOX den Abendnachrichten hin.

19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, wechsle ich auf den Premiumkanal HBO, wo gerade der Vorspann zum Kriminalfilm “A Beautiful Day” anläuft. Ich lehne mich entspannt zurück und lerne einen Kriegsveteranen kennen, der es sich auf die Fahnen schreibt, Kinderschänder zu ermorden – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Nervenkitzel beende ich den Fernsehabend und putze mir die Zähne. Im Anschluss reguliere ich die Klimaanlage und lege mich schlafen. Gute Nacht.

25. September 2018 – Happy Birthday Edelbert

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und lasse es mir nicht nehmen, zum Telefonhörer und greifen und bei Edelbert anzurufen. Selbstverständlich meldet sich der gute Mann bereits nach dem ersten Tuten und ich habe das Vergnügen, meinem Bekannten alles Gute zu seinem Geburtstag zu übermitteln. Darüber hinaus erfahre ich, dass mich der Professor gegen 17 Uhr im “Sails Restaurant” erwartet – das wird eine Gaudi.
08.30 Uhr Nachdem ich das Telefonat beendet habe, ziehe ich mich ins Bad zurück und recherchiere während der Morgenwäsche über die besagte Gaststätte an der 5th Avenue. Alsbald wird mir klar, dass das “Sails Restaurant” eines der führenden Fischwirtshäuser in Florida ist – da kommt besonders grosse Freude auf.


Im “Sails” wird Fisch serviert

09.30 Uhr Redlichst nach Eukalyptus duftend, steige ich aus der Wanne und mache es mir zur Aufgabe, Hund Dixon nach draussen zu scheuchen und meiner Nachbarin mit einem Besuch zu beglücken. Frau Pontecorvo freut sich und möchte wissen, ob ich ihr beim Frühstück Gesellschaft leisten möchte. Ich nicke eifrig und bitte die Dame, mir einen starken Kaffee aufzubrühen. Ferner nehme ich mit etlichen Weissbrotscheiben (unlöblich: Toast), Rühreiern mit Speck sowie mit herzhaftem Cheddarkäse Vorlieb – das schmeckt.
10.00 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, komme ich auf Edelberts Geburtstag zu sprechen und bringe heraus, dass uns die Perle auch ins “Sails” begleiten wird. Meine Tischnachbarin leckt sich die Lippen und kündigt an, dass sie Pappardelle (löblich: italienische Bandnudeln) mit Sardellen essen wird. Ich mache grosse Augen und entgegne, dass ich das teuerste Gericht von der Tageskarte wählen werde.
11.00 Uhr Just als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 11 zugeht, surrt die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) besonders laut. Missmutig nehme ich das Telefonat an und vernehme Georgs Stimme in der Leitung. Mein Bruder legt beste Laune an den Tag und beteuert, dass die weltbekannte Landmusikcombo “Lady Antebellum” in drei Tagen im “MidFlorida Amphitheatre” in Tampa aufspielen wird. Mein Bruder schnalzt mit der Zunge und erinnert, dass er Eintrittskarten gekauft hat und es kaum noch erwarten kann, die Kapelle auf der Bühne zu erleben. Ich schlage in die gleiche Kerbe und entgegne, dass wir bereits gegen Mittag losfahren und vor dem Auftritt einen Spaziergang durch das Zentrum der 350.000 Einwohner zählenden Gemeinde unternehmen sollten.


Lady Antebellum pörformen in Tampa, FL

12.00 Uhr Zur Mittagszeit lüfte ich meine NY YANKEES Kappe und bedanke mich bei Frau Pontecorvo für die feine Mahlzeit. Danach nehme ich den Vierbeiner an die Leine und breche zu einer Wanderung zum “La Playa” Golfplatz auf. Um dem Vierbeiner etwas Abwechslung zu verschaffen, werfe ich ihm Stöckchen zu und animiere ihn, die hochgewachsenen Mangroven zu bewässern – das macht Spass.
13.00 Uhr Nach einer kurzweiligen Plauderei mit Herrn Booth, stosse ich verschwitzt die Pforte zur kleinen Villa auf. Fix und Foxi schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle aufs Kanapee, um mich etwas zu entspannen.
14.00 Uhr Nach sechzig Minuten werde ich durch aggressives Hupen aus einem schönen Traum gerissen. Als ich neugierig aus dem Fenster spähe, werde ich Zeuge, wie Frau Pontecorvo aus ihrem schnittigen Mustang steigt und sich lasziv mit der Hand durchs Haar fährt. Gähnend eile ich nach draussen und halte meine Nachbarin an, die allgemein geltenden Ruhezeiten zu beachten. Anstatt mir Recht zu geben, redet die Perle ohne Unterlass auf mich ein und verdeutlicht, dass sie knapp 100 Dollars beim Frisör lassen musste – das ist ja allerhand.
14.45 Uhr Während der Vierbeiner im Garten herumtollt, lade ich Frau Pontecorvo auf die schattige Terrasse ein und kredenze ihr ein Gläschen Schaumwein. Nebenher vereinbaren wir, dass wir gegen halb 5 gemeinsam zum “Sails” Restaurant krusen sollten – das kann mir nur Recht sein.
15.30 Uhr Nachdem sich die Dame verabschiedet hat, dusche ich mich kalt ab und schampuniere mit das Haupthaar. Im Anschluss trockne ich mich ab und fasse den Entschluss, zur Feier des Tages meinen hellblauen Ausgehanzug anzuziehen und mit die Mähne mit BRISK aufzusteilen – wie gut das duftet.


Ich steile mein Haar mit BRISK

16.00 Uhr Um die Zeit sinnvoll zu gestalten, hole ich die Geschenke aus dem Schrank und packe sie in farbenfrohes Papier ein. Zudem binde ich lustige Schleifen an die Präsente und vergesse auch nicht, nette Zeilen auf eine Glückwunschkarte zu schreiben – mein Bekannter wird vor Freude Purzelbäume schlagen.
16.30 Uhr Wenig später bimmelt meine Nachbarin an der Haustüre und drängt zur sofortigen Abreise. Ich lasse mich nicht zweimal bitten und gebe zu Protokoll, dass ich sehr grossen Hunger habe. Ruckzuck helfe ich Hund Dixon auf die Ladefläche und brettere mit durchdrehenden Pneus von dannen – was kann es schöneres geben.
17.00 Uhr Pünktlich betreten wir das Spitzenlokal im Herzen Naples und wünschen Edelbert alles Gute zu seinem Wiegenfest. Natürlich überreiche ich meinem besten Freund auch die verpackten Mitbringsel und registriere, dass ich mit der John McCain Autobiografie voll ins Schwarze getroffen habe – wie aufregend.
17.30 Uhr Als Vorspeise fährt der gestriegelte Kellner vitaminreichen Mozzarella an einer deftigen Salbeicreme auf. Obwohl ich das italienische Frischkäseerzeugnis sehr zu schätzen weiss, verziehe ich den Mund und lasse die Anderen wissen, dass mir diese Jause ganz und gar nicht mundet. Mein Bruder erhebt neuklug den Zeigefinger und macht mich auf dem Umstand aufmerksam, dass es sich hierbei um einen feinen Burrata-Käse handelt – jaja.


Wir stossen auf Edelberts Geburtstag an

18.00 Uhr Als nächstes kredenzt der Knecht eine grosse Fischplatte mit allerhand Meeresfrüchte. Dazu gibt es Saisongemüse sowie Kartoffelvariationen mit leckeren Sossen. Wie es sich gehört, lade ich eine stattliche Portion Tintenfischringe auf meinen Teller und merke an, dass ich mich sehr auf das anstehende Lady Antebellum Konzert freue. Georg gibt mir Recht und sagt, dass wir die Nacht auf seine Kosten in Tampa verbringen sollten – wie schön.
19.00 Uhr Nachdem wir das Essen mit Käsekuchen und Capuccinos abgeschlossen habe, zückt Edelbert seine Geldbörse und sieht sich genötigt, dem Kellner weit über 200 Dollars zu überreichen. Ich seufze laut und mutmasse, dass uns die hohen Lebenshaltungskosten allesamt ins Armenhaus bringen wird – wo soll das noch hinführen.
19.30 Uhr Schlussendlich schütteln wir Hände und vereinbaren für Morgen einen Strandspaziergang. Im Anschluss hüpfe ich in den Chevrolet Suburban und bringe Frau Pontecorvo sicher nach Hause. Weil ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann, stelle ich den SUV auf der Einfahrt ab und wünsche meiner Nachbarin süsse Träume.
20.30 Uhr Ein langer und nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Ich schleppe mich mit letzter Kraft ins Schlafzimmer und wünsche dem Haustier einen erholsamen Schlaf. Gute Nacht.

22. und 23. September 2018 – O’zapft is 2018

Hallo Leute,

in München steppt der Bär.
Gerade eben wurde das 185. Oktoberfest feierlich durch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter eröffnet. Bis zum 7. Oktober 2018 werden sich nun einige Millionen Besucher zur Wiesn begeben, um ausgelassen zu feiern.

Unter den vielen Besuchern werden natürlich auch Touristen aus Asien sein. Es ist wirklich lustig, die Menschen beim Wiesnbummel zu beobachten. Es wird ständig fotografiert und die Asiaten schrecken auch nicht davor zurück, in den Bierzelten bayerische Spezialitäten zu bestellen. Oft kann man beobachten, wie die Chinesen ihr Hendl mit Zitronentücher nachwürzen. Hey, die Erfrischungstücher sind nicht zum Verzehr gedacht, sondern zum Händewaschen !!!

Ausserdem möchte ich hier noch einmal klarstellen, dass man Weisswürste grundsätzlich immer vor 12 Uhr Mittags bestellt. Zu den Würsten isst man Brezen und keine Semmeln. Auch vom Ketchup solltet ihr grundsätzlich die Finger lassen 🙂


Weisswürste isst man vor 12 Uhr

Eigentlich wollte ich in diesem Jahr dem Oktoberfest fern bleiben. Mittlerweile juckt es mich jedoch richtig in den Fingern. Ich glaub, ich werde kurz mit meinem Cousin telefonieren und mich dann in mein Minidirndl zwängen. Ein kleiner Abstecher in Käfer’s Wiesn Schänke hat doch seine Reize …

Okay, ich wünsche euch ein tolles und abwechslungsreiches Wochenende.
Eure Sandra

19. September 2018 – Edelbert plant eine Feier

08.00 Uhr Weil mich meine Verwandten um 10 Uhr in Julies Restaurant zum Frühstück erwarten, hüpfe ich zeitig aus dem Bett. Obgleich ich unter enormen Zeitdruck stehe, nehme ich mir das Recht heraus, vor dem Waschvergnügen auf die schattige Terrasse zu treten und meine Glieder zu lockern. Ausserdem tratsche ich mit Herrn Booth und lasse ihn wissen, dass Prof. Kuhn in der kommenden Woche Geburtstag feiern wird. Mein Nachbar freut sich und legt mir nahe, meinem Bekannten ein schönes Buch zu überreichen. Der hochdekorierte Kriegsveteran kommt aus dem Plappern gar nicht mehr heraus und sagt, dass die im Mai erschienene John McCain Autobiografie “The Restless Wave: Good Times, Just Causes, Great Fights, and Other Appreciations” (auf deutsch: Die ruhelose Welle: Gute Zeiten, gerechte Ursachen, grosse Kämpfe und andere Wertschätzungen) sehr lesenswert ist.


John McCains Autobiografie

08.30 Uhr Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und erfrische mich bei einem lustigen Wirbelbad. Nebenher segle ich mit dem praktischen iPad durch das Internetz und lerne, dass sich John McCains Niederschrift mit seinen letzten Jahren im Senat sowie seiner Präsidentschaftskandidatur beschäftigt. Da besagtes Buch von den Kritikern einhellig positiv bewertet wurde, fasse ich den Entschluss, noch heute eine Barnes & Noble Filiale aufzusuchen und ein Exemplar zu kaufen.
09.30 Uhr Wenig später sitze ich im PS-strotzenden Chevrolet Suburban und kruse zufrieden in Richtung Stadtzentrum davon. Nebenher lausche ich dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und habe das Vergnügen, den aktuellen Luke Bryan Schlag (unlöblich: Hit) “Sunrise, Sunburn, Sunset” (löblich: Sonnenaufgang, Sonnenbrand, Sonnenuntergang) zu lauschen – da kommt besonders grosse Freude auf.
10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 10 Uhr zugeht, betrete ich die Gaststätte und treffe Edelbert an unserem anstammten Tisch am Fenster an. Natürlich setze ich mich sogleich dazu und mutmasse, dass Georg und Maria in wenigen Minuten zu uns stossen werden. Der Professor schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass wir schon jetzt grosse Frühstücke sowie eine Kanne Kaffee ordern sollten – wie wahr.
10.30 Uhr Während wir uns die wichtigste Mahlzeit des Tages munden lassen, kommt mein Tischnachbar auf seinen Ehrentag zu sprechen und kündigt grossspurig an, dass er uns am Dienstag zum Abendessen ausführen wird. Der schlaue Mann schenkt mir ein Lächeln und sagt, dass er sich im Internetz über die besten Restaurants schlau gemacht und einen Tisch für vier Personen im “Sails Restaurant” reserviert hat. Ich werde augenblicklich hellhörig und vernehme, dass in diesem Gasthaus italienische Köstlichkeiten der absoluten Spitzenklasse kredenzt werden – wie aufregend.


Meine Schwarzbeere

11.00 Uhr Da meine Verwandten noch immer auf sich warten lassen, zücke ich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und tippe kurzerhand Georgs Nummer ein. Nach dem zweiten Tuten meldet sich mein Bruder endlich im Rohr und erzählt, dass sein JEEP einen Motorschaden hatte. Während ich grosse Augen mache, fährt der gute Mann fort, dass er bereits einen Abschleppwagen bestellt und das Auto gleich zur Werkstatt bringen wird.
11.30 Uhr Um keine Wurzeln zu schlagen, bezahlen wir die Rechnung in Bar und schicken uns an, Hund Dixon etwas Auslauf zu verschaffen. Unterdessen plaudere ich weiter mit dem Professor und berichte, dass ich gestern Abend eine spannende Dokumentation über den englischen Musiker Paul McCartney gesehen habe.
12.15 Uhr Kurz nach dem Mittagsläuten treffen wir bei den Autos ein und verabschieden uns per Handschlag. Danach rase ich mit quietschenden Pneus von dannen und steuere zielsicher das “Waterside” Einkaufsareal am Tamiami Trail an, um die John McCain Autobiografie zu besorgen. Ausserdem vertrete ich mir die Beine und erwerbe in einem Kleidermarkt PUMA Socken im 10er Pack.
13.30 Uhr Zuhause angekommen, falle ich erschöpft aufs Kanapee und strecke die Beine aus. Bereits nach wenigen Sekunden döse ich ein und sehe mich im Traum auf die verstaubten Pfade des Appalachian Trails versetzt.
14.30 Uhr Ich erwache ausgeruht und nutze die Nachmittagsstunden, um Anschnur zu gehen. Als erstes rufe ich Depeschen besorgter Heimseitenbesucher ab und registriere, dass es die Jugend derzeit besonders bunt treibt.
15.30 Uhr Nachdem ich gut ein Dutzend Antwortschreiben verfasst habe, gehe ich von der Leine und sehe im Garten nach dem Rechten. Nach kurzer Suche treffe ich Dixon im Nachbarsgarten an und werde Zeuge, wie er sich mit Joey um einen Tennisball streitet – das macht Spass.


Die Hunde spielen im Garten

16.30 Uhr Nach einem Schwätzchen mit Frau Pontecorvo, mache ich mich im Garten nützlich und bewässere die Pflanzen. Ferner jäte ich Unkraut und vergesse auch nicht, die hochgewachsene Petersilie abzuernten und in praktische Tupperdosen zu verfrachten.
17.00 Uhr Zum Abschluss des Tages schwinge ich den Kochlöffel und bereite unter den fordernden Blicken meines Haustieres vitaminreiche Langnudeln mit Pesto zu. Darüber hinaus telefoniere ich erneut mit Georg und höre, dass sein nachtschwarzer JEEP mittlerweile wieder fahrtüchtig ist. Ich gebe mich erleichtert und informiere, dass ich Morgen früh in den Lowbank Drive kommen werde.
18.00 Uhr Nach dem Nachtmahl lege ich vor der Glotze die Beine hoch und schaue fern. Unter anderem gebe ich mich den FOX Abendnachrichten sowie einer aufschlussreichen Call-In (löblich: Ruf herein) Sendung hin.

19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechsle ich auf AMC und fröne dem preisgekrönten Drama “Paterson” aus dem Jahre 2016. Die Erfolgsproduktion des amerikanischen Filmschaffenden Jim Jarmusch handelt von einem Busfahrer, der seine Liebe zum Schreiben entdeckt.
21.00 Uhr Als nach zwei Stunden der Abspann über die Mattscheibe flimmert, betätige ich den AUS Knopf auf der neumodernen Fernbedienung. Zu guter Letzt reguliere ich die Klimaanlage und falle gähnend ins Bett. Gute Nacht.