19. April 2018 – Unerträgliche Hitze und bayerisches Bier

08.00 Uhr Ein neuer Tag bricht an und ich absolviere auf der schattigen Terrasse den Frühsport. Zudem spähe ich neugierig auf das Aussenthermometer und registriere, dass die Anzeige bereits zur frühen Morgenstunde die 75°F (24°C) Grenze überschritten hat. Weil ich besonders gute Laune habe, stecke ich Dixon einen Kauknochen ins Maul und kehre dann in die gute Stube zurück, um die Kaffeemaschine in Betrieb zu setzen.


Dixon bekommt einen Kauknochen

08.30 Uhr Danach lasse ich die Wirbelbadewanne mit Wasser volllaufen und nutze die Gelegenheit, um mit Prof. Kuhn zu telefonieren. Mein Bekannter legt ebenfalls beste Laune an den Tag und plappert, dass er gleich zur Biscotti Farrugia Bäckerei krusen und Backschmankerl einkaufen wird. Ich lecke mir die Lippen und bitte den schlauen Mann, anschliessend in den Willoughby Drive zu kommen und mir beim Frühstück Gesellschaft zu leisten.
09.30 Uhr Nach dem Waschvorgang schlüpfe ich in farbenfrohe Freizeitkleidung und mache es mir zur Aufgabe, den Esstisch einzudecken und Rühreier mit Speck zu zaubern – wie gut das duftet.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten rollt Edelberts schneeweisser JEEP vor. Ich begrüsse den guten Mann per Handschlag und erwähne, dass mittlerweile endlich wieder Ruhe in meiner Strasse Einzug gehalten hat. In diesem Zusammenhang komme ich auf die Bauarbeiten zu sprechen und lege anschaulich dar, dass muskelbepackte Arbeiter sämtliche Strommasten entlang des Willoughby Drives erneuert haben – wie schrecklich.
10.30 Uhr Während wir uns italienische Cannolis munden lassen, bringt der Professor meinen Hotelaufenthalt ins Spiel und lotet aus, ob das “The Beach Hotel” zu empfehlen ist. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich das luxuriöse Ambiente sehr genossen und mich ausserdem in der hauseigenen Wellness Oase pudelwohl gefühlt habe. Edelbert freut sich und meint, dass sein Sohn im Sommer zu Besuch kommen und eventuell auch in besagter Herberge logieren wird – das hört man gerne.
11.15 Uhr Als ich meinen Bekannten echten Bohnenkaffe nachschenke, kündigt der schlaue Mann plötzlich an, dass er gleich zu Bob’s Liquor Store krusen wird. Da auch in meinem Eiskasten gähnende Leere herrscht, falle ich meinem Tischnachbarn ins Wort und gebe zu Protokoll, dass ich kurzerhand mitkommen werde.
12.00 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, stelle ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine ein und folge Edelbert nach draussen. Ruckzuck hieve ich Hund Dixon auf die Ladefläche des PS-strotzenden Chevrolets und lasse Prof. Kuhn wissen, dass ich als erster am Alkoholgeschäft unseres Vertrauens ankommen werde.


Der Biervorrat geht zur Neige

12.30 Uhr Dreissig Minuten später komme ich mit quietschenden Pneus vor Herrn Bobs Spirituosenhandlung zum stehen und stelle verwundert fest, dass Edelbert auch schon vor Ort ist. Achselzuckend ziehe ich den Autoschlüssel ab und zögere nicht, das Geschäft zu betreten und nach bayerischem Bier Ausschau zu halten. Währenddessen gesellt sich Herr Bob an unsere Seite und verrät, dass erst gestern eine Lieferung Löwenbräu Helles eingetroffen ist. Ich schnippe mit den Fingern und wuchte eine Kiste in den Einkaufswagen – wie aufregend.
13.15 Uhr Um insgesamt 80 Dollars erleichtert, verlasse ich den Laden und wünsche Edelbert einen ruhigen Nachmittag. Anschliessend lasse ich den Wählhebel der Automatikschaltung in der “D” Stellung einrasten und fahre eine McDonalds Schnellessgaststätte an, um drei vitaminreiche Quarter Pounder (löblich: Viertelpfünder), Kartoffelstäbe sowie einen grossen Becher 7Up am Drive-Thru (löblich: Fahr Hindurch) Schalter zu ordern.


Ich beisse kraftvoll zu

14.00 Uhr Endlich bin ich wieder zu Hause und kann mich über die Brotzeit hermachen. Mit knurrendem Magen mache ich es mir auf der Terrasse bequem und beisse kraftvoll zu. Weil ich ein Tierfreund bin, stecke ich Dixon etliche Kartoffelstäbe ins Maul und lasse ihn ausserdem am Burger abbeissen – das schmeckt.
15.00 Uhr Nach der Stärkung lege ich auf dem Kanapee die Beine hoch und schliesse die Augen. Schon bald döse ich ein und träume von meiner Forschungsreise nach Puerto Rico im Jahre 2013 – das war eine Gaudi.


Ich träume von Puerto Rico

16.00 Uhr Um nicht ganz einzurosten, hüpfe ich vom Sofa und setze mich an den Schreibtisch. Mit flinken Fingern navigiere ich durchs Internetz und rufe Depeschen besorgter Heimseitenbesucher ab. Da sich gut ein Dutzend Briefe im Posteingang befinden, sehe ich mich genötigt, leidgeprüften Erziehungsberechtigter beizustehen und hilfreiche Ratschläge zu geben – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.
17.00 Uhr Nachdem ich die neuen Einträge im Gästebuch freigeschalten habe, gehe ich von der Leine und bereite das Abendessen zu. Weil ich keinen grossen Hunger habe, nehme ich lediglich mit vier Käsebroten und einem süffigen Löwenbräu Bier Vorlieb – das tut gut.
18.00 Uhr Nach der schweisstreibenden Hausarbeit gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über und informiere mich bei den FOX Nachrichten über die aktuellen Geschehnisse in der Welt. Nebenher kippe ich mir eine weitere Hopfenkaltschale hinter die Binde und knabbere lustige Lays Kartoffelchips.

19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, schalte ich auf AMC um und gebe mich dem amerikanischen Kriminalfilm “The Strangers” (löblich: Die Fremden) hin. Der Thriller aus dem Jahre 2008 handelt von einem Pärchen, das eines Abends von maskierten Fremden in einem abgelegenen Haus terrorisiert wird – wie schrecklich.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden schalte ich den Flachbildschirm aus und begleite den Vierbeiner noch einmal in den Garten. Zu guter Letzt stelle ich das Bierglas in die Spüle und lege mich schlafen, Gute Nacht.

10. April 2018 – Demonstration und Sonderabfüllung

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und bemerke, dass sich Hund Dixon hechelnd am Bett eingefunden hat. Weil ich ein Tierfreund bin, streichle ich dem Racker über den Kopf und frage nach, ob er Hunger hat. Der Rüde leckt sich spornstreichs die Lefzen und flitzt wie von Sinnen in die Küche – wie lustig.
08.15 Uhr Nachdem ich ROYAL CANIN Trockenfutter in den Napf meines Haustieres geschüttet habe, absolviere ich auf der Terrasse die Morgengymnastik. Darüber hinaus telefoniere ich mit Edelbert und merke an, dass die Getränke zur Neige gehen und ich mich genötigt sehe, zu Bob’s Liquor Store zu krusen. Der schlaue Mann plappert ohne Unterlass und entgegnet, dass er mich begleiten und ebenfalls bayerisches Bier einkaufen wird – wie aufregend.
08.30 Uhr Weil man sich nicht ungewaschen an den Frühstückstisch setzen sollte, nehme ich mit einem erfrischenden Wirbelbad Vorlieb. Währenddessen blättere ich interessiert in der Tageszeitung und bringe heraus, dass Schüler einer örtlichen Bildungseinrichtung am kommenden Wochenende gegen die “National Rifle Association” (löblich: Nationaler Waffenverband) demonstrieren wollen. Ich staune nicht schlecht und erfahre weiter, dass die NRA gegen das verschärfte Waffengesetz im Sonnenscheinstaat geklagt hat und den Erwerb von Schusswaffen wieder erleichtern möchte – das soll mir auch Recht sein.


Auch ich besitze ein Schiesseisen

09.30 Uhr Nach dem Badevergnügen schlage ich mir den Bauch mit gerösteten Weissbrotscheiben (unlöblich: Toast), hauchdünn aufgeschnittenem Capocollo sowie Rühreier voll. Ausserdem schlürfe ich brühfrischen Bohnentrunk und vergesse auch nicht, ein grosses Glas O-Saft zu trinken – das tut gut.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und scheuche Dixon zum Auto, um das Alkoholgeschäft meines Vertrauens anzusteuern. Um für gute Stimmung zu sorgen, schalte ich den Radio an und erfreue mich an prima WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Klängen – das macht Spass.
10.30 Uhr Wenig später komme ich mit quietschenden Bremsen vor Bob’s Liquor Store zum halten und kann mit Edelbert und dem Vierbeiner im Schlepptau das gutsortierte Geschäft betreten. Herr Bob heisst uns herzlich Willkommen und macht uns auf den Umstand aufmerksam, dass in der letzten Woche eine Bierlieferung aus unserer weissblauen Heimat eingetroffen ist. Wir reiben uns die Hände und verladen augenblicklich zwei Kisten Erdinger Weissbier in den Einkaufswagen – da kommt besonders grosse Freude auf.
11.00 Uhr Im Anschluss nehmen wir die in einer Glasvitrine ausgestellten Edelbrände in Augenschein und werden auf einen besonders teuren Whiskey aufmerksam. Der Ladeninhaber versorgt uns mit wissenswerten Informationen und belehrt, dass es sich hierbei um einen sogenannten “Small Batch Bourbon” handelt, der in ausgewählten Fässern gereift ist. Ferner vernehmen wir, dass die “Elijah Craig” Sonderabfüllung aus der weltbekannten “Heaven Hill Distillery” stammt und mit einer besonders süssen Note überzeugen kann – das hört sich interessant an.


Ein Whiskey ist sehr bekömmlich

11.30 Uhr Weil man sich ab und zu etwas besonderes leisten sollte, fackle ich nicht lange und bitte Herrn Bob, mir eine Flasche auszuhändigen. Danach verlassen wir um ein kleines Vermögen erleichtert das Fachgeschäft und kehren in die benachbarte “Burger King” (löblich: Burger König) Schnellgaststätte ein. Während ich mich für ein Chicken Combo Menue (löblich: Hühner Combo Menü) entscheide, wählt Edelbert am Verkaufstresen einen vitaminreichen Tuna Salad (löblich: Thunfischsalat) sowie einen mexikanischen Meat Wrap (löblich: Fleischwickel).
12.15 Uhr Als wir kraftvoll zubeissen, komme ich auf Frau Pontecorvo zu sprechen und stelle klar, dass meine Nachbarin bis zum Wochenende in Jacksonville bleiben wird. In diesem Zusammenhang komme ich auf die Freundin meiner Bekannten zu sprechen und erörtere, dass Frau Blanche nicht alles Tassen im Schrank hat.
13.00 Uhr Redlichst gestärkt verlassen wir die Wirtschaft und verschaffen dem Vierbeiner etwas Auslauf. Während Dixon aus dem Schnüffeln gar nicht mehr herauskommt, wische ich mir mit dem Handrücken über die nasse Stirn und kann es kaum noch erwarten, am Nachmittag eine ruhige Kugel in meiner klimatisierten Villa zu schieben.


Mein Zuhause unter Palmen

14.00 Uhr Zu guter Letzt verabschiede ich mich vom Professor und trete entspannt die Heimreise in den Willoughby Drive an. Wie es sich gehört, setze ich zu waghalsigen Überholmanövern an und nehme mir ausserdem das Recht heraus, an einem lustigen Schulbus hupend vorbeizupreschen.
14.30 Uhr Zuhause angekommen, räume ich die Getränke in den Eiskasten und bette mich dann im kühlen Wohnzimmer zur Ruhe. Alsbald döse ich ein und träume von meiner aufschlussreichen Forschungsreise nach Puerto Rico im Januar 2013 – das war ganz schön aufregend.


Ich träume von Puerto Rico

15.30 Uhr Nach dem Päuschen setze ich mich an den Schreibtisch und rufe Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher ab. Schnell wird mir klar, dass es die Jugend derzeit besonders bunt treibt. Um weiteres Unheil abzuwenden, rate ich den Eltern, mit den Heranwachsenden hart ins Gericht zu gehen und sich nichts gefallen zu lassen.
16.30 Uhr Nach einer geschlagenen Stunde fahre ich das Betriebssystem mausdrückend herunter und komme zu dem Schluss, dass sich Deutschland längst auf dem absteigenden Ast befindet.


Weissbier schmeckt prima

17.00 Uhr Weil mein Magen knurrt, ziehe ich mich fingerschnippend in die Küche zurück und richte mir eine vitaminreiche Wurstplatte an. Dazu gibt es gesundes Weissbrot sowie ein perfekt eingeschenktes Weissbier aus der Privatbrauerei Brombach – das tut gut.
18.00 Uhr Nachdem ich fünf Wurstbrote gefressen habe, gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über. Ich lege im Wohnzimmer die Beine hoch und mache mich über die tagesaktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.
19.00 Uhr Anschliessend giesse ich mir einen Bourbon hinter die Binde und fröne auf FX der beliebten Fernsehserie “The Americans”, die von russischen Spionen in den Vereinigten Staaten erzählt – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Als nach zwei Episoden der Abspann über die Mattscheibe flimmert, beende ich den Fernsehabend und lege mich schlafen. Gute Nacht.

6. April 2018 – Hausbrand und BLT Sandwiches

08.00 Uhr Der praktische Radiowecker springt an und verwöhnt mich mit wunderschöner Musik. Ich gähne ausgiebig und registriere, dass der WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Moderator zur frühen Stunde besonders stimmungsvolle Schläge (unlöblich: Hits) ausgewählt hat – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Nach dem Frühsport rufe ich bei Prof. Kuhn an und lasse ihn wissen, dass mein Kühlschrank leergeräumt ist. Ferner kündige ich an, dass ich in zweieinhalb Stunden im PUBLIX Supermarkt sein und mich mit allerhand Lebensmittel eindecken werde. Edelbert ist hellauf begeistert und entgegnet, dass er mir beim Schoppingvergnügen Gesellschaft leisten wird – das hört man gerne.
09.00 Uhr Während Dixon durch die Gärten der Nachbarn stöbert, ziehe ich mich ins Bad zurück. Dummerweise schellt bald das Telefon und ich sehe mich genötigt, mit meiner Schwester tratschen zu müssen. Hildegard ist den Tränen nahe und erzählt, dass sie sich einen Schnupfen eingefangen hat. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und halte meine Verwandte an, wieder ins Bett zu gehen und Tee zu trinken. Bevor die Dame antworten kann, knalle ich den Hörer auf die Basisstation und entspanne mich bei einem erfrischenden Wirbelbad – das tut gut.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten steige ich aus der Wanne und rufe den Vierbeiner ins Haus. Danach nehme ich die wichtigste Mahlzeit des Tages ein und blättere in der Tageszeitung. Auf Seite 3 lese ich, dass ein verheerender Wohnungsbrand in Fort Myers das Zuhause einer sechsköpfigen Familie zerstört hat. Ich lache laut und erfahre weiter, dass der Familienvater im Bett geraucht und das Feuer ausgelöst hat – das ist wieder typisch.


Rauchmelder retten Leben

10.45 Uhr Nach der Stärkung hüpfe ich in den PS-strotzenden Chevrolet Suburban und gleite zu prima Radiomusik gen Süden davon. Um schneller voran zu kommen, bringe ich in regelmässigen Abständen die Lichthupe zum Einsatz und schrecke auch nicht davor zurück, stetig zu hupen – da kommt Freude auf.
11.15 Uhr Pünktlich auf die Minute erreiche ich mein Ziel und kann den Professor per Handschlag begrüssen. Anschliessend machen wir einem Tattergreis am Krückstock einen Einkaufswagen streitig und schicken uns an, Produkte des täglichen Bedarfs auszuwählen. Nebenher berichtet mein Begleiter, dass er am Nachmittag bei Familie Satesh zu Kaffee und Kuchen eingeladen ist. Ich zucke gelangweit mit den Schultern und antworte, dass ich mich am Nachmittag entspannen und bestimmt nicht mitkommen werde – wo kämen wir denn da hin.
12.15 Uhr Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, schlendern wir nach dem Schoppingvergnügen in die benachbarte Dairy Queen (löblich: Molkereikönigin) Gaststätte und laben uns an vitaminreichen BLT Sandwiches (löblich: Schinken, Käse und Tomaten Brote). Dazu gibt es süffige 7Up (löblich: Sieben hinauf) Limonade sowie köstlichen Krautsalat – schmeckt gar nicht schlecht.


Ich beisse kraftvoll zu

13.00 Uhr Mit vollen Mägen verlassen wir die Schnellessgaststätte und schütteln Hände. Zu guter Letzt lade ich den Professor für Morgen zum Frühstück in die kleine Villa ein und beauftrage ihn, lustige Cannolis aus der Biscotti Farrugia Italienbäckerei mitzubringen – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
13.45 Uhr Endlich bin ich wieder zuhause und kann aus den schweren Kuhjungenstiefeln (unlöblich: Cowboyboots) schlüpfen. Weil ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, falle ich gähnend aufs Sofa und schliesse die Augen. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und sehe mich im Traum an die vereisten Niagarafälle versetzt – das war ein Vergnügen.


Ich träume von den Niagarafällen

14.45 Uhr Ich erwache redlichst erholt und nutze die Nachmittagsstunden, um Anschnur zu gehen. Während ich mich am Schreibtisch niederlasse und Depeschen besorgter Heimseitenbesucher studiere, lausche ich stimmungsvollen Carpenters Klängen und komme zu dem Schluss, dass es eine prima Idee war, im vergangenem Jahr ein praktisches AMAZON ECHO Musikgerät zu erwerben.
15.45 Uhr Nach der schweisstreibenden Arbeit schalte ich den Heimrechner aus und genehmige mir ein kühles Budweiser aus dem Eiskasten. Darüber hinaus sehe ich im Garten nach dem Rechten und stelle mit grosser Sorge fest, dass die Mangroven gestutzt und die abgefallenen Palmblätter aufgesammelt werden müssen. Da ich mich nicht um alles kümmern kann, rufe ich kurzerhand bei Gärtner Leonardo an und beauftrage ihn, in der kommenden Woche im Willoughby Drive vorstellig zu werden.
16.30 Uhr Fix und foxi begebe ich mich in die Küche und mache mir Gedanken bezüglich des Nachtmahls. Um nicht stundenlang am heissen Herd zubringen zu müssen, hole ich eine Dose Thunfisch hervor und zaubere im Handumdrehen ein leckere Nudelsauce. Ferner koche ich italienische Teigwaren auf und richte mir ausserdem einen farbenfrohen Beilagensalat an – wie gut das duftet.


Es gibt leckere Langnudeln

17.30 Uhr Während ich die Seele auf der Terrasse baumeln lasse und kraftvoll zubeisse, kommt Herr Booth daher und lotet aus, wo Frau Pontecorvo abgeblieben ist. Weil ich nicht jedem Deppen Rechenschaft schuldig bin, zucke ich mit den Schultern und gebe bekannt, die Dame von nebenan seit einigen Wochen nicht mehr gesehen zu haben. Mein Nachbar blickt skeptisch drein und meint, dass er morgen mit Scherriff Bradfort telefonieren wird – jaja.
18.00 Uhr Nachdem ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine knopfdrückend in Betrieb genommen habe, verabschiede ich mich in den Feierabend und schaue mir die Nachrichten auf FOX an.
19.00 Uhr Zur Prime Time (löblich: Hauptfernsehzeit) wechsle ich auf den Filmkanal HBO und fröne dem Drama “Looking” aus dem Jahre 2016. Die abendfüllende Eigenproduktion erzählt aus dem Leben eines Homosexuellen, der nach einem Jahr in Denver zu seinen Freunden nach San Franzisko zurückkehrt – wie unlöblich.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Staunen beende ich den Fernsehabend und ziehe mich nachdenklich ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.

4. April 2018 – Käseburger am Strand

08.00 Uhr Ich schwinge mich gähnend aus den Federn und freue mich, weil die Sonne vom Himmel lacht. Um mich in Form zu bringen, öffne ich die Terrassentüre und führe auf der schattigen Terrasse den Frühsport durch.
08.30 Uhr Danach lasse ich die Badewanne mit lauwarmen Wasser volllaufen und nehme mir das Recht heraus, den Morgen mit einem erquickenden Sprudelbad zu beginnen. Nebenher telefoniere ich mit Prof. Kuhn und erfahre, dass er im Internetz nach preiswerten Flügen Ausschau gehalten hat. In diesem Zusammenhang verweist der gute Mann auf das diesjährige Oktoberfest und meint, dass Hin- und Rückflüge nach Bayern kaum zu finanzieren sind. Ich atme tief durch und entgegne, dass wir unter diesen Umständen leider auf das weltgrösste Bierfest verzichten müssen. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass wir stattdessen im Oktober nach Alaska ausfliegen und am reissenden Yukon Strom erquickende Wanderungen unternehmen könnten – das glaube ich kaum.


Hund Dixon ist brav

09.30 Uhr Nachdem ich eine Bermudahose sowie ein buntes Hawaiihemd angezogen habe, rufe ich Hund Dixon ins Haus und nehme das Frühstück ein. Dummerweise bimmelt alsbald das Telefon und ich habe das zweifelhafte Vergnügen, mit Frau Pontecorvo tratschen zu müssen. Meine Nachbarin schwärmt in den höchsten Tönen und beteuert, dass ihr Aufenthalt in Jacksonville sehr schön ist. Darüber hinaus kommt die Perle auf ihren gestrigen Theaterbesuch zu sprechen und erörtert, dass sie in einem heruntergekommenen Hinterhofschauspielhaus eine dreieinhalbstündiges Musical gesehen hat – diesen Schmarrn muss man gehört haben.
10.30 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf halb 11 zugeht, beende ich die Jause und lasse den Vierbeiner wissen, dass wir nun einen Ausflug unternehmen und zum Barefoot Beach (löblich: Barfussstrand) krusen werden.
10.45 Uhr Voller Elan lasse ich den Motor des PS-strotzenden SUVs aufheulen und rase mit durchdrehenden Pneus gen Westen davon. Unterdessen stelle ich den Radio lauter und erfreue mich an einer Komposition der Frauenbande “Court House Hounds” (löblich: Gerichtsgebäude Hunde). Der WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Moderator ist bestens informiert und erzählt, dass die beiden Schwestern Martie Maguire und Emily Robison zwischen 2010 und 2013 zwei Studioalben in den landesweiten Hitparaden platzieren konnten – wie aufregend.


Court Yard Hounds

11.15 Uhr Nach siebzehn Meilen kann ich das Auto endlich auf einem “Disabled parking space” (löblich: Behindertenparkplatz) unweit des Strandabschnitts abstellen und mit dem Haustier im Schlepptau zum azurblauen Meer laufen. Weil es angenehm warm ist, schlüpfe ich aus den Flip Flops und bade meine Füsse im Golf von Mexiko. Mein tierischer Begleiter ist ebenfalls ganz aus dem Häuschen und schreckt nicht davor zurück, kreischende Möwen hinterher zu jagen – da kommt besonders grosse Freude auf.
11.45 Uhr Während der lustigen Wanderung werfe ich Dixon Stöckchen zu und rufe in der alten Heimat an. Mieterin Sandra meldet sich nach dem dritten Tuten und berichtet, dass sie die Osterzeit ausgenutzt hat, um das Wohnzimmer sowie das Schlafzimmer zu renovieren. Ich schnalze mit der Zunge und halte das unterbelichtete Kind an, auch den Garten auf Vordermann zu bringen.


Ich beisse kraftvoll zu

12.45 Uhr Da mir die Sonne Schweissperlen auf die Stirn treibt, entschliessen ich mich, in eine Strandgaststätte einzukehren. Mit letzter Kraft schleppe ich mich an die Bar und bitte die Kellnerin, eine süffige Hopfenhaltschale sowie einen saftigen Cheeseburger (löblich: Käseburger) aufzutischen. Die Dame macht grosse Augen und mutmasst, dass ich aus dem alten Europa stamme. Während die Dirne meiner Bitte nachkommt und mich mit einem Kaltgetränk und der gewünschten Brotzeit verwöhnt, verrate ich, dass ich ursprünglich aus Bayern stamme. Frau Mary-Ann freut sich sehr und entgegnet, dass sie in den späten 1990er Jahren in der Armee gedient und in der oberpfälzischen Militärbasis Grafenwöhr stationiert war – das hört man gerne.
13.45 Uhr Nach der Tratscherei zücke ich meine prallgefüllte GOLDEN HEAD Geldbörse und ziehe es vor, die Rechnung in Bar zu begleichen und meine NY YANKEES Kappe zu lüften Danach kehre ich pfeifend zum Auto zurück und freue mich auf ruhige Stunden in der kleinen Villa.
14.45 Uhr Zurück im Willoughby Drive, stelle ich fest, dass Frau Gomez in der Zwischenzeit mein kultiviertes Zuhause auf Vordermann gebracht hat. Ich seufze laut und bette mich auf dem Kanapee zur Ruhe – das tut gut.


Mein Zuhause unter Palmen

15.45 Uhr Um nicht den ganzen Nachmittag auf der faulen Haut zu liegen, komme ich in die Gänge und kümmere mich um die Anschnurseelsorge. Ruckzuck rufe ich Depeschen besorgter Heimseitenbesucher ab und nehme mich der Probleme einer 47jährigen Mutter aus dem ostdeutschen Bischofswerda an. Die kleine Frau berichtet schier unglaubliches und schreibt, dass ihr erst 6jähriger Sohn Tobias den Wunsch geäussert hat, in den Sommerferien nach Disney World (löblich: Disney Welt) zu reisen. Ich komme aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und rate, dem Frechdachs diese Flausen ganz schnell auszureden – wo kämen wir denn da hin.
16.45 Uhr Schlussendlich fahre ich das Betriebssystem mausdrückend herunter und verabschiede mich in den Feierabend. Weil mein Magen knurrt, eile ich mit schnellen Schritten in die Küche und richte mir einen Wurstplatte an. Dazu gibt es ein Gläschen Rotwein aus dem goldenen Kalifornien – das schmeckt.


Ein edler Rebentrunk aus Kalifornien

17.45 Uhr Als die Geschirrspülmaschine läuft, stelle ich die Klimaanlage höher und lasse den Tag in der Wohnstube ausklingen. Interessiert folge ich den FOX Nachrichten und lerne, dass die afghanische Hauptstadt Kabul von einem verheerenden Selbstmordanschlag heimgesucht wurde – wie schrecklich.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit (unlöblich: Prime Time) wechsle ich auf NETFLIX, um dem spannenden Spielfilm “Annihilation” zu frönen. Die amerikanische Produktion erzählt von schlauen Forscherinnen, die auf eine geheime und todbringende Expedition geschickt werden – wie unheimlich.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung schalte ich den Flachbildschirm aus und begleite Dixon in den Garten. Zu guter Letzt öle ich meine Kehle mit einem Schluck Muhmilch und lege mich schlafen. Gute Nacht.

27. März 2018 – Ich arbeite nicht bei Starbucks

08.00 Uhr Der Radiowecker springt an und ich habe ein schönes Lied des bekannten Landmusikers Jason Aldean im Ohr. Zufrieden werfe ich die Bettdecke beiseite und wünsche Hund Dixon einen guten Morgen. Anschliessend trete ich auf die schattige Terrasse und lockere meine Muskeln – wer rastet, der rostet.
08.30 Uhr Wie es sich gehört, ziehe ich mich nach dem Frühsport in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Nebenher rufe ich bei meinen Verwandten an und gebe zu Protokoll, dass ich froh bin, nach drei Wochen im verschneiten Kanada endlich wieder in Florida zu sein. Maria freut sich für mich und kündigt an, dass wir uns im Sonnenscheinstaat bald wiedersehen werden – das hört man gerne.
09.30 Uhr Nachdem ich mit Edelbert telefoniert und einen gemeinsamen Einkaufsbummel angeregt habe, hüpfe ich aus der Wanne und kann es kaum erwarten, ein reichhaltiges Frühstück zu verzehren. Zuvor schlüpfe ich jedoch in legere Freizeitkleidung und vergesse auch nicht, meine Haare mit BRISK aufzusteilen. Anschliessend setze ich mich hungrig an den Küchentisch und labe mich an vitaminreichen Rühreiern, gerösteten Weissbrotscheiben (unlöblich: Toast) und würzigem Bohnenkaffee – das schmeckt.


Ich steile mein Haar mit BRISK auf

10.15 Uhr Um den Professor nicht warten zu lassen, beende ich die Mahlzeit und lotse Dixon zum Auto. Danach rase ich in einer nervenaufreibenden Hochgeschwindigkeitsfahrt gen Norden davon und berichte dem Rüden, dass wir neben Waren des täglichen Bedarfs auch Süssigkeiten und Getränke besorgen müssen – was das wieder kostet.
11.00 Uhr Pünktlich zum Elfuhrläuten treffe ich vor dem PUBLIX Supermarkt ein und kann Edelbert herzlich begrüssen. Mein Bekannter rückt seine Sonnenbrille zurecht und beteuert, dass es sich anbieten würde, nach dem Schoppen in das angeschlossene “Starbucks” Kaffeehaus einzukehren. Ich nicke zustimmend und stelle klar, dass die hausgemachten Cinnamon Rolls (löblich: Zimtrollen) besonders gut schmecken. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und macht es sich zur Aufgabe, einem störrischen Rentner (88) einen Einkaufswagen streitig zu machen.
11.15 Uhr Während wir durch die Gänge flanieren und Lebensmittel in den Einkaufswagen laden, komme ich auf mein Telefonat mit Maria zu sprechen und kündige an, dass meine Verwandten alsbald nach Naples ausfliegen werden. Mein Begleiter ist hellauf begeistert und meint, dass er im kalten Toronto niemals glücklich werden könnte.
11.45 Uhr Kurz vor der Mittagszeit werden wir am Getränkeregal vorstellig und bemerken, dass die “Mountain Dew” Limonade derzeit besonders günstig zu haben ist. Weil ich auf den Taler achten muss, greife ich spornstreichs zu und stelle sechs Flaschen zu den anderen Waren – da kommt Freude auf.
12.30 Uhr Um ein kleines Vermögen erleichtert, verlassen wir die Markthalle und schleppen die Einkaufstüten zu den Autos. Da unsere Mägen knurren, schlendern wir danach in die Starbucks Filiale und geben am Tresen zwei grosse Capuccinos sowie vier Cinnamon Rolls in Auftrag – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.


Wir beissen kraftvoll zu

13.00 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, deutet Edelbert plötzlich auf eine ausgehängte Stellenausschreibung und sagt, dass diese Starbucks Filiale noch Thekenpersonal sucht. Ich reibe mir die Nase und erkläre dem schlauen Mann, dass ich keine grosse Lust verspüre, für den in Seattle beheimateten Grosskonzern zu arbeiten. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die schlechten Arbeitsbedingungen und merke an, dass Starbucks jahrelang Trinkgelder der Angestellten einbehalten hat und auch nicht davor zurückschreckt, Steuern am Fiskus vorbeizumogeln – wo soll das noch hinführen.
13.45 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, die Heimreise anzutreten. Ich wünsche Edelbert zum Abschied einen ruhigen Nachmittag und gleite dann zu stimmungsvoller WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radiomusik in Richtung Willoughby Drive davon.


Mein Zuhause unter Palmen

14.30 Uhr Zuhause angekommen, sortiere ich die Lebensmittel in den Eiskasten ein und nehme mir das Recht heraus, eine kühle Hopfenkaltschale aus dem Hause Anheuser & Busch zu trinken – das schmeckt.
15.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner goldenen ROLEX auf 3 zugeht, falle ich verschwitzt aufs Kanapee und schliesse die Augen. Nach wenigen Sekunden döse ich ein und träume von meinem Abstecher nach Toronto.
16.00 Uhr Leider wird die Ruhe zeitnah durch meine Nachbarin gestört. Frau Pontecorvo pocht lautstark an die Terrassentüre und präsentiert einen selbstgebackenen Pfirsichkuchen. Weil man einem geschenkten Gaul sprichwörtlich nicht ins Maul schauen sollten, winke ich die Perle herein und brühe echten Bohnenkaffee auf.
16.30 Uhr Während meine Bekannte das Backwerk anschneidet, erfahre ich, dass sie am kommenden Wochenende nach Jacksonville krusen wird, um ihre Freundin Blanche zu besuchen. Ich zucke gelangweilt mit den Schultern und entgegne, dass ich mich dieser Reise ganz bestimmt nicht anschliessen werde.


Ich fahre nicht nach Jacksonville

17.30 Uhr Nach dem Kaffeekränzchen begleite ich die Dame nach nebenan und verschaffe Dixon etwas Auslauf. Um dem Rüden eine kleine Freude zu bereiten, werfe ich ihm ein Stöckchen zu und animiere ihn, die vorlauten Nachbarskinder Emily und Francis anzubellen – das macht Spass.
18.00 Uhr Ein langer und nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, schalte ich den Ofen ein und backe eine leckere Fertigpizza auf. Dazu gibt es einen Beilagensalat mit Tomaten, perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen und lustigen Oliven.
19.00 Uhr Nachdem ich mich gestärkt habe, bette ich mich in der guten Stube zur Ruhe und schaue fern. Um etwas Abwechslung zu bekommen, gebe ich mich auf HBO der vierteiligen Miniserie “Olive Kitteridge” hin, die aus dem Leben einer frustrierten Mathematiklehrerin erzählt.
21.00 Uhr Als der Abspann der dritten Episode über den Bildschirm flimmert, beende ich den Fernsehabend und streichle Dixon über den Kopf. Zu guter Letzt verschliesse ich die Haustüre und ziehe mich ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.