21. Mai 2018 – Pfingstmontag

pfaffenbergkl

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

der Pfingstmontag ist ein offizieller Feiertag in Deutschland, Österreich und weiten Teilen der Schweiz. Auch die Belgier sowie die Luxemburger kommen in den Genuss, sich heute einen faulen Lenz machen zu dürfen. Seit 2005 treten jedoch einige Wirtschaftsverbände dafür ein, den freien Tag ersatzlos zu streichen. Die im Bundestag vertretenen Parteien stellen sich kategorisch gegen diesen Vorschlag und versprachen, den Pfingstmontag ohne Wenn und Aber als Feiertag beizubehalten – wie schön.

bussbettag

In der heiligen Bibel steht geschrieben, dass 49 Tage nach dem Ostersonntag der Heilige Geist auf die Apostel herabkam, als diese zum jüdischen Fest Schawuot versammelt waren. Pfingsten ist damit der “Geburtstag der Kirche” und wird seit Jahrhunderten als Hochfest gefeiert.

“Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sassen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen”

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird natürlich auch Pfingsten gefeiert. Obgleich der Feiertag im öffentlichen Leben kaum eine Rolle spielt, pilgern am Pfingstsonntag sehr viele Menschen in die Gotteshäuser. Ausserdem treffen sich die Christen nach der heiligen Messe, um gemeinsam eine reichhaltige Mahlzeit einzunehmen und/oder zu plaudern.

Selbstverständlich werde ich heute mit Frau Pontecorvo und Prof. Kuhn in die Kirche gehen und beten. Danach werde ich mich in der Küche beweisen und den lieben Menschen eine leckere Jause vorsetzen – da läuft mir schon jetzt das Wasser im Munde zusammen.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

19. und 20. Mai 2018 – Fussball, nichts als Fussball

Hallo Freunde,

die 55. Bundesligasaison ging am vergangenem Wochenende zu Ende. Natürlich hat mein FC Bayern zum sechsten Mal in Folge die Meisterschale an die Isar geholt 🙂

Am heutigen Wochenende steht das DFB Pokalfinale auf dem Spielplan. Der FC Bayern trifft im Berliner Olympiastadion auf Eintracht Frankfurt. Ich denke, dass Jupp Heynckes seine Elf nach dem überzeugenden 6:2 Halbfinalerfolg gegen Bayer Leverkusen bestens vorbereitet hat und auch den DFB Pokal nach München holen wird. Ausserdem steigt dann am kommenden Wochenende das grosse UEFA Champions League Finale zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool im NSK Olimpiskyj Stadion im ukrainischen Kiew.

Aber auch im Sommer können wir Fussball bis zum Abwinken schauen.
Immerhin wird ab dem 14. Juni 2018 in Russland der Fussballweltmeister ausgespielt. Deutschland ist der Gruppe F mit Schweden, Mexiko und Südkorea zugelost worden. Sicherlich werden wieder alle Kneipen und Biergärten die Weltmeisterschaft zum Anlass nehmen, um Public Viewing anzubieten und auf den ganz grossen Reibach zu hoffen.

Naja, die WM interessiert mich wirklich nicht. Ich finde es traurig, dass sich Fussball mittlerweile vollkommen zu einer Kommerzware entwickelt hat. Die FIFA Funktionäre sind allesamt korrupt und schrecken nicht davor zurück, Schmiergelder anzunehmen und Staaten wie Russland oder Katar eine Weltmeisterschaft zuzuschustern …

Okay, jetzt muss ich mich aufbrezeln und mich auf das DFB Pokalfinale vorbereiten. Ich wünsche euch allen ein schönes und sonniges Wochenende.

Eure Sandra

18. Mai 2018 – Malcolm X

malcolmx01

Sehr verehrte Damen und Herren,

heute vor 93 Jahren erblickte Malcolm Little in der schönen Stadt Omaha, NE das Licht das Welt.

Vier Jahre später entschloss sich sein Vater nach Detroit, MI umzuziehen und sich ein Haus in einer von Weissen bevorzugten Gegend zu kaufen. Natürlich protestierten die Nachbarn aufs Schärfste und brannten das Haus kurzerhand nieder.

Nachdem Malcolms Vater Anno 1931 von einer Strassenbahn überrollt wurde, schob man Malcolm zu einer weissen Pflegefamilie ab. Er durfte die High School besuchen und auch den Abschluss machen. Doch trotz seiner herausragenden schulischen Leistungen blieb es ihm wegen seiner Hautfarbe verwehrt, an der Universität aufgenommen zu werden. In Folge dessen wurde Malcolm kriminell und wenig später zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt.

Im Gefängnis von Charleston bildete sich der mittlerweile 23jährige weiter und informierte sich über das in den Vereinigten Staaten vorherrschende politische System. Zur gleichen Zeit konvertierte er ausserdem zum Islam und nannte sich fortan nur noch Malcolm X.

1952 wurde Malcolm vorzeitig aus der Haft entlassen und ging nach Detroit, um gemeinsam mit Elijah Muhammad – seines Zeichens Führer der “Nation of Islam” – dumme Reden zu schwingen und die gewaltlose Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King zu kritisieren. Er scharte radikale Schwarze um sich und vertrat die Meinung, dass ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft nur durch Gewalt zu erreichen sei – wie unlöblich.

Anfang der 1960er Jahre reiste Malcolm X nach Mekka, um sich weiter zu radikalisieren. In Saudi Arabien schloss er sich den Sunniten an und rang sich dazu durch, eine vier Monate andauernde Reise durch Afrika zu unternehmen. Dort traf er sich mit diversen Befreiungskämpfern und kam zu dem Ergebnis, dass der Rassismus nur bekämpft werden kann, wenn gleichzeitig der Kapitalismus abgeschafft werde.

malcolmx02
Der Tatort

Letztendlich wurde Malcolm X am 21. Februar 1965 im “Audubon Ballroom” in New York City von drei Schwarzen niedergeschossen und tödlich verletzt. Ein Jahr später gründeten einige seiner engsten Freunde die “Black Panther” Bewegung, die es sich auf die Fahnen schrieb, antikapitalistisch, marxistisch und antiimperialistisch zu sein.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

17. Mai 2018 – Ölwechsel und Autowäsche

08.00 Uhr Ein neuer Tag beginnt und ich hüpfe ausgelassen aus dem warmen Bett. Weil meine Glieder ganz eingerostet sind, scheuche ich Hund Dixon auf die Terrasse und mache es mir zur Aufgabe, mit den Armen zu rudern und pfeifend auf und ab zu hüpfen. Unterdessen mache ich mir eigene Gedanken und fasse den Entschluss, meinem PS-strotzenden Chevrolet nicht nur eine Autowäsche, sondern auch neues Motoröl zu spendieren.
08.30 Uhr Nach dem Frühsport ziehe ich mich ins Badezimmer zurück und läute den Morgen mit einem erfrischenden Wirbelbad ein. Da gutes Aussehen heutzutage sehr wichtig ist, wasche ich mir die Haare und vergesse auch nicht, mir die Bartstoppeln abzurasieren – da kommt besonders grosse Freude auf.
09.30 Uhr Sechzig Minuten später kehre ich in die Küche zurück und brühe echten Bohnenkaffee auf. Just als ich eine Pfanne auf den Herd verfrachte, werde ich beim Blick aus dem Fenster Zeuge, wie Edelberts schneeweisser JEEP vor meinem kultivierten Zuhause zum stehen kommt. Natürlich öffne ich spornstreichs die Pforte und heisse meinen Bekannten herzlich Willkommen. Der schlaue Mann wünscht mir ebenfalls einen schönen Morgen und erzählt, dass er vitaminreiche Cannolis aus der Biscotti Farrugia Bäckerei mitgebracht hat. Ich lecke mir die Lippen und zögere nicht, ein weiteres Gedeck aus dem Küchenschrank zu holen.


Ich beisse kraftvoll zu

10.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen und uns an Rühreiern mit Speck laben, komme ich auf gestern zu sprechen und lasse den Professor wissen, dass ich knapp 2.000 Dollars in Autoreifen investiert habe. Edelbert nickt zustimmend und kündigt an, dass er meinem Beispiel folgen und sich ebenfalls bald brandneue Pneus zulegen wird. Darüber hinaus verrate ich, dass ich nach der wichtigsten Mahlzeit des Tages die Chevrolet Vertretung meines Vertrauens ansteuern und einen Ölwechsel durchführen lassen werde. Mein Tischnachbar wird augenblicklich hellhörig und sagt, dass er keinen wichtigen Terminen nachkommen muss und mich kurzerhand begleiten wird.
10.45 Uhr Wenig später sitzen wir im geräumigen SUV und schicken uns an, zu “Rick Hendrick Chevrolet Naples” an der Airport Pulling Road zu rasen. Zudem tratsche ich angeregt mit Edelbert und vernehme, dass wir schon bald das Vergnügen haben werden, seinen Sohn im Sonnenscheinstaat begrüssen zu können. Ich mache grosse Augen und entgegne, dass auch Georg und Maria ihr Kommen für Ende Mai angekündigt haben – das wird ein Spass.


Neues Öl für meinen SUV

11.30 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise erreichen wir endlich die Werkstatt. Während sich Edelbert die Neuwagen in der weitläufigen Ausstellungshalle anschaut, werde ich im Büro vorstellig und frage nach, ob es möglich wäre, einen Ölwechsel sowie eine professionelle Autowäsche durchzuführen. Der bierbäuchige Werkstattleiter freut sich über mein Kommen und versichert, dass es ein Kinderspiel werden wird, mein schönes Auto mit neuem Schmierstoff zu versorgen. Ich gebe mich erleichtert und antworte, dass ich währenddessen in die benachbarte “Starbucks” Filiale einkehren und eine kleine Brotzeit verdrücken werde.
12.00 Uhr Während ein Hilfsarbeiter meinen Wagen in die Werkstatt fährt, geselle ich mich an Edelberts Seite und gebe vor, dass wir in einer Stunde wiederkommen sollen. Um die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken, deute ich in Richtung des Kaffeehauses und verspreche meinem Bekannten, dass ich für Speis und Trank einstehen werde.
12.45 Uhr Kurz nach der Mittagszeit finden wir uns bei Starbucks wieder und fressen lustige “Chicken Caprese” Sandwiches. Ausserdem trinken wir Kaffee und Edelbert weiss zu berichten, dass die weltumspannende Starbucks Firma im Jahre 1971 von drei aus Kalifornien stammenden Geschäftsmännern gegründet wurde. Prof. Kuhn ist bestens informiert und rechnet vor, dass der Grosskonzern einen Jahresumsatz von knapp 23 Milliarden Dollars einfährt – das ist ja kaum zu glauben.
13.45 Uhr Redlichst gestärkt kehren wir zur Werkstatt zurück und erfahren, dass mittlerweile sämtliche Arbeiten erledigt wurden. Der nette Heini hinter den Tresen präsentiert eine Rechnung über 97 Dollars und beteuert, dass auch der Ölfilter gewechselt werden musste. Ich zücke prompt meine prallgefüllte Geldbörse und beschere dem Deppen ein Trinkgeld in Höhe von 3 Dollars. Anschliessend helfe ich dem Vierbeiner auf die Ladefläche und kruse im frischaufpolierten SUV zügig zum Willoughby Drive zurück.


Mein Zuhause unter Palmen

14.30 Uhr Zuhause angekommen, verabschiede ich Edelbert und wünsche ihm einen schönen Fernsehabend. Danach versorge ich Hund Dixon mit einer Portion Trockenfutter und genehmige mir eine Pause in der klimatisierten Stube – diesem Stress steht nicht einmal der stärkste Rentner stand.
15.30 Uhr Weil es für das Abendessen noch zu früh ist, nehme ich augenrollend am Schreibtisch Platz und rufe Depeschen besorgter Heimseitenbesucher ab. Wie nicht anders zu erwarten, muss ich auch heute verzweifelten Menschen bei schwerwiegenden Problemen zur Seite stehen. Unter anderem berichtet Rentnerin Kreszentia V. aus dem niederbayerischen Landshut, dass sie täglich von ihren türkischstämmigen Nachbarskinder belästigt wird. Ich spreche der 97jährigen Trost zu und rate, beim Jugendamt vorzusprechen – wo kämen wir denn da hin.
16.30 Uhr Nach einer Stunde schalte ich den Heimrechner aus und freue mich auf den Feierabend. Während das Haustier im Garten mit dem Nachbarshund spielt, richte ich mir in der Küche eine kalte Platte an und verzehre das Abendessen bei angenehmen Temperaturen auf der Terrasse – das macht Spass.
18.00 Uhr Nach der Hausarbeit bette ich mich im Wohnzimmer zur Ruhe und folge gespannt den Nachrichten auf FOX. Ich mache mich über den blutigen Bürgerkrieg in Syrien schlau und höre, dass die verfeindenden Parteien erneut eine Waffenruhe ins Auge gefasst haben – diesen Unsinn muss man gehört haben.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit gebe ich mich dem Qualitätsprogramm von HBO hin und fröne der zweiten Staffel der Zukunftsserie “Westworld”. Nebenher verzehre ich Kartoffelstäbe und verstehe nur Bahnhof – wie unlöblich.
21.00 Uhr Um nicht ganz zu verblöden, beende ich den Fernsehabend und begleite Dixon noch einmal in den Garten. Im Anschluss reguliere ich die Klimaanlage und lege mich schlafen. Gute Nacht.

16. Mai 2018 – Neue Reifen für den SUV

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und bemerke, wie ein ergiebiger Regenschauer niedergeht. Weil der Niederschlag meinen Garten in eine Sumpflandschaft verwandelt, ziehe ich es vor, die Morgengymnastik ausnahmsweise in der trocknen Stube zu absolvieren. Während Hund Dixon seine Nase an die Scheibe der Terrassentüre drückt, rudere ich mit den Armen und vergesse auch nicht, etliche Purzelbäume zu schlagen – da kommt Freude auf.


Meine Terrasse und mein Garten

08.30 Uhr Im Anschluss eile ich in die Küche und brühe mit dem praktischen DeLonghi Vollautomaten duftenden Bohnentrunk auf. Nebenbei mache ich mir eigene Gedanken und komme zu dem Schluss, dass man bei diesem Sauwetter nicht aus dem Haus gehen kann – was muss ich denn noch alles ertragen.
08.45 Uhr Bevor ich die wichtigste Mahlzeit des Tages einnehme, entspanne ich mich bei einem Wirbelbad mit Rosenöl. Darüber hinaus telefoniere ich mit Prof. Kuhn und erkundige mich, wie er den verregneten Tag verbringen wird. Mein Bekannter plappert ohne Unterlass und kündigt an, eine Barnes & Noble Buchhandlung aufzusuchen und nach neuem Lesestoff Ausschau halten zu wollen – das soll mir auch Recht sein.
09.45 Uhr Kurz vor dem Zehnuhrläuten setze ich mich an den Esstisch und führe mir gesunde Kelloggs Zerealien mit frischer Muh zu Gemüte. Ausserdem nippe ich zufrieden am Kaffeehaferl und nutze die himmlische Ruhe, um in der Morgenzeitung zu blättern. Unter anderem lese ich, dass der örtliche Reifenhändler “Tires Plus” während dieser Woche Rabatte bis zu 50% gewährt. Ich staune nicht schlecht und lasse den Vierbeiner wissen, dass nagelneue BRIDGESTONE Pneus meinem PS-strotzenden Chevrolet Suburban sehr gut zu Gesicht stehen würden.
10.30 Uhr Nach der Jause schnappe ich mir den Autoschlüssel von der Küchenablage und scheuche den Rüden trotz des Regens zum Auto. Ruckzuck helfe ich dem Racker auf die Ladefläche und schicke mich an, zum 7 Meilen entfernten Reifenfachgeschäft zu krusen. Unterdessen fröne ich prima Landmusik auf der Frequenz von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und setze zu waghalsigen Überholmanövern an – das macht Spass.


WCKT CAT COUNTRY – der beste Radiosender

11.15 Uhr Am Ziel angekommen, werde ich im Show Room (löblich: Ausstellungsraum) vorstellig und habe alsbald das grosse Glück, mit einem freundlichen Reifenexperten sprechen zu können. Der Knecht gibt sich zuvorkommend und legt mir nahe, meine hartverdienten Moneten in das Bridgestone Modell “Duravis M700” zu investieren. Mein Gegenüber schwärmt in den höchsten Tönen und beteuert, dass dieser Reifen beste Fahreigenschaften an den Tag legt und derzeit besonders günstig zu haben ist. Bevor ich mich versehe, zückt Herr Sam (43) einen Taschenrechner und unterbreitet, dass er mir vier Reifen auf schicken Alufelgen für lediglich 1990,– Dollars anbieten kann. Da meine alten Reifen kaum noch Profile aufweisen, gehe ich auf den Handel ein und frage nach, wann die Pneus montiert werden. Mein Gegenüber beruhigt mich redlichst und verspricht, dass sich seine bestens ausgebildeten Mechaniker gleich an die Arbeit machen werde – das hört man gerne.


Neue Reifen für meinen Chevrolet

12.00 Uhr Um die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken, schlendere ich mit Hund Dixon im Schlepptau durch den weitläufigen Laden und bestaune die feilgebotenen Reifen ganz genau. Darüber hinaus trinke ich einen Kaffee und beisse kraftvoll in einen schmackhaften Donut – schmeckt gar nicht schlecht.
12.30 Uhr Nach nicht einmal 30 Minuten gesellt sich Herr Sam erneut an meine Seite und bittet mich, die Rechnung zu bezahlen. Da ich keine 2.000 Dollars in meiner Geldbörse mitführe, präsentiere ich kurzerhand meine praktische Meisterkarte und lege dem Heini nahe, den Obolus von meinem Konto abzubuchen.
13.00 Uhr Wenig später kehre ich zum Auto zurück und bemerke, dass die Handlanger in der Werkstatt beste Arbeit abgeliefert haben. Der Reifenverkäufer schnalzt demonstrativ mit der Zunge und ist sich sicher, dass mir die Reifen für viele Jahre beste Dienste leisten werden. Ich nicke eifrig und fasse den Entschluss, mich hinter das Lenkrad zu klemmen und die benachbarte McDonalds Schnellgaststätte anzusteuern. Mit knurrendem Magen ordere ich einen “Garlic White Cheddar Burger” (löblich: Knoblauch Weisser Cheddar Käse Burger), World Famous Fries (löblich: Weltbekannte Kartoffelstäbe), einen Chocolate Shake (löblich: Schokoladen Milch Mischgetränk) sowie einen “Bacon Ranch Salad” (löblich: Schinken Bauernhof Salat) – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
13.30 Uhr Zurück in der kleinen Villa, mache ich es mir in der trocknen Stube bequem und beisse kraftvoll zu. Da Dixon aus dem betteln gar nicht mehr herauskommt, halte ich ihm kurzerhand einen Burger unter die Nase und lasse ihn davon kosten. Ferner öle ich meine ausgetrocknete Kehle mit einem süffigen Bier und freue mich, besonders preiswerte Reifen ergattert zu haben.
14.00 Uhr Nachdem ich mir die Hände gewaschen habe, falle ich erschöpft aufs Kanapee und entspanne mich redlichst. Ich schlummere innerhalb weniger Augenblicke ein und sehe mich im Traum nach Kanada versetzt.


Ich träume von Kanada

15.00 Uhr Leider wird mein Müssiggang bald durch das fiepende Haustier gestört. Ich rolle mich spornstreichs vom Sofa und stelle wohlwollend fest, dass der Regen mittlerweile nachgelassen hat. Um dem Rüden etwas Auslauf zu bescheren, öffne ich die Terrassentüre und scheuche ihn an die frische Luft.
15.30 Uhr Anschliessend nehme ich am Schreibtisch Platz und kümmere mich um Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher. Wie fast jeden Tag schufte ich auch heute hart und rate verzweifelten Eltern, mit den unflätigen Jugend hart ins Gericht zu gehen – alles darf man sich auch nicht gefallen lassen.
16.30 Uhr Zum Abschluss der Anschnursitzung studiere ich die Einträge im Gästebuch und ärgere mich, weil schon wieder unterbelichtete Dreikäsehochs beleidigende Einträge hinterlassen haben – wie unlöblich.
17.00 Uhr Weil mein Magen knurrt, fahre ich das WINDOWS (löblich: Fenster) Betriebssystem mausdrückend herunter und eile in die Küche, um das Abendessen vorzubereiten. Ich schwenke gesundes Butterschmalz in der Pfanne und zaubere im Handumdrehen ein lustiges Reisgericht mit Fleischbällchen – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach der Hausarbeit rufe ich Dixon ins Haus und freue mich auf einen gepflegten Fernsehabend. Als erstes fröne ich den Nachrichten auf FOX und lerne, dass es während der kommenden Tage schwülwarm und sehr sonnig werden wird – das kann ja heiter werden.
19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, schalte ich auf den HBO um und gebe mich dem Lichtspielhauserfolg “Defiance” aus dem Jahre 2008 hin. Die abendfüllende Produktion handelt von russischen Juden, die sich im Kriegsjahr 1941 einen blutigen Partisanenkrieg mit den deutschen Besatzern liefern.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung schalte ich die Glotze aus und begleite Dixon noch einmal in den Garten. Danach lösche ich das Licht und lege mich ins Bett. Gute Nacht.