29. und 30. April 2017 – Bye-Bye Man

Hallo Leute,

wie ihr sicher wisst, wird Pfingsten in diesem Jahr ziemlich spät gefeiert.
Die Schüler in Bayern haben vom 6. bis zum 16. Juni Schulferien und viele Mitarbeiter im Münchner Kreisverwaltungsreferat nehmen Urlaub, um mit ihren Familien zu verreisen. Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die Feiertage am 6. Juni sowie am 16. Juni auszunutzen und kurzerhand nach Florida zu fliegen.


Vielleicht fliege ich bald nach Florida

Es würde mir gut tun, endlich wieder abschalten zu können und mir die Sonne im Sunshine State auf die Haut brennen zu lassen. Mit Reinhard habe ich mittlerweile auch telefoniert und erfahren, dass ich im Willoughby Drive herzlich Willkommen bin. Vielleicht habe ich dann auch das Vergnügen, Guido zu treffen. Schliesslich hat Reinhards Neffe in einem Brief angekündigt, während dieses Sommers nach Florida zu kommen, um sich für seine Taten zu entschuldigen 🙂

Übrigens wird mein Vermieter in zwei Wochen auch verreisen. Am 14. Mai fliegt er mit Edelbert und Hund Dixon nach San Francisco. Es ist nicht nur ein kurzer Aufenthalt in SFO, sondern auch ein mehrtägiger Abstecher zur weltbekannten Berkeley Universität geplant. Dort hat Prof. Kuhn viele Jahre gelehrt und auch gelebt. Die alten Männer werden während ihres Aufenthalts im Gästehaus der Studentenverbindung „Alpha Gamma Omega“ wohnen und ehemalige Kollegen des Professors treffen 🙂

Nun habe ich aber genug geschrieben.
Ich werde mich nun aufbrezeln und mir im Kino den neuangelaufenen Horrorthriller „The Bye-Bye Man“ anschauen.

Ich wünsche euch allen eine tolle Woche!
Sandra

28. April 2017 – Arbor Day

Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

in den Vereinigten Staaten wird heute der „Arbor Day“ gefeiert. Dieser Aktionstag wurde vor vielen Jahrzehnten zum ersten Mal in Nebraska ausgerufen.

Damals zogen unerschrockene Siedler durch das weite Land und fanden im Mittleren Westen eine äusserst trostlose Landschaft vor. Julius Sterling Morton, seines Zeichens Pionier und Naturschützer, machte es sich zur Lebensaufgabe, sein stattliches Grundstück mit Sträuchern, Blumen und Bäumen zu bepflanzen. Viele folgten seinem Beispiel und sorgten dafür, dass die Steppe grün wurde und der Boden für die Landwirtschaft genutzt werden konnte – wie aufregend.

JSMorton
Julius Sterling Morton

Herr Norton war ausserdem Journalist und Herausgeber von Nebraskas erster Wochenzeitung. In der „The Conservative“ (löblich: Der Konservative) berichtete er über die Baumpflanzungen und schlug der Regierung vor, einen landesweiten „Arbor Day“ einzuführen. Die Volksvertreter kamen dem Aufruf anno 1872 nach und stellten den Landwirten Finanzmittel zur Verfügung, um über 1.000.000 Bäume zu setzen.

In einem wahren Siegeszug eroberte der „Arbor Day“ auch andere Bundesstaaten. Noch heute wird dieser Aktionstag dazu genutzt, um die amerikanischen Innenstädte zu verschönern und/oder Naturschutzgebiete aufzuforsten – wie schön.

Am heutigen Festtag werde ich gemeinsam mit meinen Verwandten, Frau Pontecorvo und Prof. Edelbert Kuhn im Grünen verbringen. Wir wollen den Nachmittag ausnutzen, um die wunderschönen Mangrovenwälder im „Clam Pass Park“ zu erkunden – das wird ein Spass.

Ich wünsche allen Lesern einen frohen Arbor Day
Reinhard Pfaffenberg

27. April 2017 – Filmvergnügen

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und fühle mich prima. Um für beste Stimmung am frühen Morgen zu sorgen, aktiviere ich die ECHO Lautsprechersäule und eile spornstreichs nach draussen, um an Hund Dixons Seite die Morgengymnastik zu absolvieren. Nebenher mache ich mir eigene Gedanken und ringe mich dazu durch, meine Verwandten am Abend in die kleine Villa einzuladen.


Meine kleine Villa

08.30 Uhr Nachdem ich meine Glieder gelockert habe, kredenze ich dem Vierbeiner einen Kauknochen und verschwinde in der Nasszelle. Zudem telefoniere ich mit Edelbert sowie meinen Verwandten und gebe zu Protokoll, dass ich sie am Abend zum Grillvergnügen erwarte. Mein Bruder ist hellauf begeistert und schlägt vor, dass wir uns nach dem Essen einen Film auf der Grossbildleinwand anschauen könnten – das ist eine hervorragende Idee.
09.30 Uhr Bevor ich zum Supermarkt kruse, verzehre ich eine Portion „Kelloggs Crunchy Nut“ mit frischer Muh. Dazu trinke ich vier Tassen brühfrischen Kaffee und komme zu dem Schluss, dass Schoppen in Gesellschaft viel mehr Spass bereitet. Ruckzuck beende ich das Frühstück und statte Frau Pontecorvo einen Besuch ab. Die Perle freut sich und folgt mir plappernd zum Auto – das klappt wieder wie am Schnürchen.
10.00 Uhr Wenig später sitzen wir im Chevrolet und vereinbaren, dass wir am Abend den Gästen nicht nur Grillgut, sondern auch einen hausgemachten Krautsalat vorsetzen werden. Meine Nachbarin leckt sich die Lippen und beteuert, dass sie im Rezeptbuch ihrer Oma blättern und die Beilage selbst zubereiten wird – das hört man gerne.
10.30 Uhr Dreissig Minuten später finden wir uns in der Markthalle am Golden Gate Parkway wieder und machen einer Seniorin mit blauen Haaren einen Einkaufswagen streitig. Danach schlendern wir entspannt durch die breiten Gänge und laden neben tiefgefrorenen Kartoffelspalten aus dem Hause McCain, etlichen Weinflaschen sowie T-Knochen Schnitzel (unlöblich: T Bone Steaks), auch lustige Knabbereien in den Wagen – da kommt Freude auf.


Bei Katze Land kommt Stimmung auf

11.30 Uhr Um insgesamt 147 Dollars erleichtert, verlassen wir das Geschäft und verfrachten die schweren Einkaufstüten auf die Ladefläche des PS-strotzenden SUV. Im Anschluss treten wir die Heimfahrt an und frönen dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land).
12.15 Uhr Endlich bin ich wieder daheim und werde Zeuge, wie der Gärtner die Grünfläche hinter meinem Zuhause mäht. Wie es sich gehört, winke ich Herrn Leonardo zu und bitte ihn, auch die Mangroven auf ein rechtes Mass zu bringen. Der Knecht nickt eifrig und unterbreitet, dass er die Arbeit in Kürze beenden wird – das ist mir Wurst.
13.00 Uhr Nachdem ich die Lebensmittel im Eiskasten verstaut habe, schiebe ich eine Tiefkühlpizza ins Ofenrohr. Ferner nehme ich meine reichhaltige Filmsammlung in Augenschein und lasse den Rüden wissen, dass wir uns den Abend mit der sehenswerten Hollywoodproduktion „Der Soldat James Ryan“ versüssen werden.
14.00 Uhr Nach dem reichhaltigen Mittagessen bette ich mich im Wohnzimmer zur Ruhe und verabschiede mich ins Schlummerland, in das träumende Kinder reisen, um Abenteuer zu bestehen.


Ein reichhaltiges Mittagessen darf nicht fehlen

15.00 Uhr Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und werde beim Blick aus dem Fenster auf die vorlauten Nachbarskinder Emily und Francis aufmerksam. Natürlich beobachte ich die Bälger skeptisch und sehe, wie sie mit einem Stock im künstlich angelegten Teich stochern. Um der Sache auf den Grund zu gehen, laufe ich nach wildgestikulierend draussen und stelle die Kinder zur Rede. Francis deutet schmunzelnd ins kniehohe Wasser und erzählt, dass die handzahme Echse Billy gerade eine Eidechse verspeisst hat. Ich zucke mit den Schultern und ziehe mich vogelzeigend in die kleine Villa zurück, um das wertvolle Porzellangeschirr hervor zu holen.
15.30 Uhr Nachdem ich den Esstisch eingedeckt habe, befülle ich den Grill mit Holzkohle auf und vergesse auch nicht, Grillanzünder bereitzulegen. Anschliessend mache ich mich in der Küche nützlich und beträufle das Fleisch mit etwas Olivenöl – wie gut das duftet.
16.00 Uhr Als ich ein französisches Stangenbrot aufschneide, pocht Frau Pontecorvo an die Terrassentüre. Ich winke die Dame herein und informiere, dass meine Verwandten in einer Stunde auf der Matte stehen werden. Die kleine Frau von nebenan stellt eine Schüssel Krautsalat auf dem Küchentresen ab und meint, dass sie nun ein Schluck Schaumwein vertragen könnte – wie wahr.


Ich proste Frau Pontecorvo redlichst zu

17.00 Uhr Just als ich die Steaks auf den zischenden Grillrost lege, treffen meine Verwandten ein. Auch Edelbert lässt nicht lange auf sich warten und überreicht mir ein Exemplar des erst kürzlich erschienenen Zukunftsfilms „Arrival“. Darüber hinaus vernehmen wir, dass dieser Streifen mit unzähligen Kritikerpreisen überschüttet wurde und längst als Klassiker des Genres angesehen wird – wie schön.
17.45 Uhr Wir beissen kraftvoll zu und plaudern angeregt über Dies und Das. Georg legt besonders gute Laune an den Tag und berichtet, dass er in der kommenden Woche einen weiteren Ausflug im WINNEBAGO TRAVATO unternehmen wird. Maria schlägt in die gleiche Kerbe und plappert, dass sie 200 Meilen durch Florida rasen und „Gatorland“ in Orlando besuchen werden. Ich mache grosse Augen und bringe heraus, dass Besucher in besagten Reptilienpark mehrere Hundert Alligatoren und sogar Schlangen beäugen können – wie furchtbar.

19.00 Uhr Als die Sonne hinter einer hochgewachsenen Palme verschwindet, nehme ich den Filmprojektor in Betrieb und werfe bunte Bilder auf die Leinwand. Zudem kredenze ich den Anwesenden süffiges Budweiser und komme in den Genuss, in das Leben der Wissenschaftlerin Louise einzutauchen, die vom amerikanischen Militär mit der Aufgabe betraut wird, die Landung zwölf mysteriöser Raumschiffe zu untersuchen – so ein Schmarrn.
21.00 Uhr Nach zwei Stunden flimmert der Abspann über die Leinwand und ich komme zu dem Ergebnis, dass „Arrival“ kaum spannende Momente geboten hat.
21.30 Uhr Schlussendlich begleite ich die Gäste zur Türe und merke an, dass der Abend wunderschön war. Frau Pontecorvo haucht mir zum Abschied ein Bussi auf die Wange und lädt mich für Morgen zum Frühstück ein.
22.00 Uhr Fix und foxi rufe ich Dixon ins Haus und lösche sämtliche Lichter. Danach ziehe ich mich ins Schlafzimmer zurück und falle gähnend ins Bett. Gute Nacht.

26. April 2017 – John Audubon

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchte ich an einen der bekanntesten amerikanischen Ornithologen und Zeichner erinnern.

John Audubon wurde am 26. April 1785 als Sohn eines französischen Schiffskapitäns und Plantagenbesitzers auf dem Inselstaat Haiti geboren. Weil seine Mutter kurz nach der Geburt starb, ging sein Vater nach Frankreich zurück und ermöglichte es dem Buben, seine Jugend im schönen Nantes zu verbringen.

Um dem Wehrdienst in der Armee Napoleons zu entgehen, entschloss sich der junge John, nach Amerika zu gehen und sich auf dem Familiengut Mill Grove nahe Philadelphia niederzulassen. Dort lebte der mittlerweile 20jährige als Jäger, Händler und Tierpräparator. Ausserdem heirate er die hübsche Lucy Bakewell und schrieb es sich auf die Fahnen, nach Henderson im Bundesstaat Kentucky zu gehen, um dort einen Krämerladen zu eröffnen. Zeitgleich führte der Tierliebhaber die vermutlich ersten Vogelberingungen auf dem nordamerikanischen Kontinent durch und fand heraus, dass Singvögel jedes Jahr zum gleichen Nistplatz zurückkehren – wie aufregend.

Während einer Geschäftsreise im Jahre 1810 traf er auf Alexander Wilson, der zu den grössten amerikanischen Vogelkundler seiner Zeit zählte. Die beiden Männer freundeten sich an und John Audubon entwickelte den ambitionierten Plan, alle Vogelarten Nordamerikas zu katalogisieren. Zusammen mit einem Assistenten fuhr er auf dem Mississippi River flussabwärts und schoss täglich bis zu 100 Vögel. Die Kadaver fixierte er anschliessend mit feinen Drähten und brachte sie als Zeichnung auf Papier. So entstanden in kürzester Zeit zirka 450 kolorierte Bildtafeln, die mehr als 1.000 Vogelarten zeigten.

John Audubon fand schnell einen Verleger und brachte wenig später das Buch „Birds of America“ (Die Vögel Amerikas) auf den Markt. Die Publikation war ein voller Erfolg und machte den Forscher weltbekannt.

Noch heute gilt sein Werk als Massstab zeichnerischen Könnens für Naturmaler. Darüber hinaus geniesst der gute Mann noch immer grösste Beliebtheit in den Vereinigten Staaten und Kanada. Nach seinem Ableben im Jahre 1851 wurden zahlreiche Brücken, Strassenzüge, Parkanlage und sogar Gebäude nach ihm benannt – wie schön.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

25. April 2017 – Man kann sich nicht alles bieten lassen

08.00 Uhr Das Telefon schellt und schreckt mich aus einem schönen Traum. Als ich mir den Hörer ans Ohr halte, wünscht mir Georg einen guten Morgen und berichtet, dass er gestern gegen 22 Uhr in Naples eingetroffen ist. Mein Bruder schimpft wie ein Rohrspatz und vertellt, dass seine Ehefrau auf der Rückfahrt einen kurzen Zwischenstopp in Miami einlegen und etwas schoppen wollte. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und unke, dass Georg um ein kleines Vermögen gebracht wurde – wo soll das noch hinführen.
08.45 Uhr Nachdem wir uns für 11 Uhr im neu eröffneten „Breeze“ Gasthaus an der Park Shore Marina verabredet haben, beende ich das Telefonat und fröne dem Radioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land). Unter anderem lausche ich dem Titel „Today“ (löblich: Heute) und lerne, dass Sänger Paul Costa aus Australien stammt und seit vielen Jahren einer der angesagtesten Künstler auf dem fünften Kontinent ist. Ich zucke mit den Schultern und ziehe es vor, Hund Dixon in den Garten zu lassen und im Badezimmer zu verschwinden.


Ich telefoniere mit Edelbert

09.00 Uhr Während meine alten Knochen vom lauwarmen Sprudelwasser umspült werden, telefoniere ich mit Edelbert und lade ihn ein, uns im „Breeze“ zu treffen. Der Professor freut sich und erzählt, dass besagtes Restaurant in der Wochenendausgabe der „Naples Daily News“ (löblich: Naples tägliche Neuigkeiten) sehr gelobt wurde.
09.45 Uhr Voller Vorfreude steige ich aus der Wirbelbadewanne und rufe Dixon ins Haus. Darüber hinaus lasse ich den Rüden wissen, dass wir zeitnah zum Park Shore Yachthafen krusen und dort nicht nur Maria und Georg, sondern auch den Professor zum Frühstück treffen werden.
10.30 Uhr Um die lieben Menschen nicht warten zu lassen, scheuche ich den Vierbeiner zum Chevrolet und schicke mich an, mit quietschenden Pneus vom Grundstück zu brettern. Wie es sich gehört, trete ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch und beschleunige den SUV auf schwindelerregende 35 Meilen pro Stunde – das macht Spass.
11.00 Uhr Pünktlich treffe ich am Ziel ein und stelle fest, dass Edelbert, Maria und Georg auch schon vor Ort sind. Ich renne spornstreichs in die Gaststätte und lasse mich neben meinen Liebsten an einem Fenstertisch nieder.
11.15 Uhr Als ich meine Nase in die Tageskarte stecke, fällt mir auf, dass die Preise im „Breeze“ besonders gesalzen sind. Ich schüttle den Kopf und erkläre meinen Tischnachbarn, dass für ein grosses Frühstück 23 Dollars berechnet werden. Trotz aller Widrigkeiten lassen wir uns die gute Laune nicht verderben und winken eine schlecht gelaunte Bedienung herbei, um die Bestellung aufzugeben.


Schnee auf dem Kimomandscharo

12.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, berichten meine Verwandten ausführlich von ihrem Abstecher nach Key West und verraten, dass sie auch das „Ernest Hemingway House“ besucht haben. Georg erhebt den Zeigefinger und informiert, dass der weltbekannte Schriftsteller in seinem Haus an der Whitehead Strasse seinen Bestseller „Schnee auf dem Kilimandscharo“ geschrieben hat. Ich lausche den Ausführungen mit grossem Interesse und bemerke plötzlich ein Haar im Rührei. Natürlich winke ich die Kellnerin augenblicklich an den Tisch und bitte sie, mir eine neue Portion aufzutischen. Das rothaarige Ding schlägt die Bitte aus und entgegnet, dass sie kein Haar sehen kann – gleich platzt mir der Kragen.
12.45 Uhr Als die Maid die Rechnung bringt, staunen wir Bauklötze und sehen uns genötigt, 130 Dollars bezahlen zu müssen. Weil man sich nicht alles bieten lassen darf, verabschiede ich mich verärgert in den Waschraum und zerre etliche Papierhandtücher aus dem Spender. Nachdem ich die Tücher gründlich befeuchtet habe, drücke ich sie in den Waschbeckenabfluss und drehe den Wasserhahn bis zum Anschlag auf. Danach kehre ich zu meinen Bekannten zurück und rege einen Spaziergang zum benachbarten Venetian Bay Kaufhaus an.


Wir schlecken ein Eis

13.30 Uhr Bei angenehmen Temperaturen schlendern wir an den Boutiquen vorbei und nehmen uns das Recht heraus, die Auslagen in den Schaufenstern in Augenschein zu nehmen. Zudem schlecken wir ein Eis und beobachten einen gitarrespielenden Sangeskünstler, der vor einer „Mondo Uomo“ Filiale den Simon & Garfunkel Gassenhauer „Mrs. Robinson“ zum Besten gibt – da kommt besonders grosse Freude auf.
14.30 Uhr Sechzig Minuten später stehen wir wieder an den Autos und schütteln Hände. Georg klopft mir auf die Schulter und sagt, dass er am Abend Herrn Wang auf dem Golfplatz treffen wird. Ich nicke eifrig und wünsche meinem Bruder viel Vergnügen. Im Anschluss schwinge ich mich hinters Lenkrad und kruse zügig nach Hause.
15.15 Uhr Endlich bin ich wieder dahoam und kann im geschmackvoll eingerichteten Wohnzimmer die Beine hochlegen. Ich schlummere prompt ein und träume von meiner anstehenden Reise nach Kalifornien – wie schön.
16.15 Uhr Ich öffne die Augen und verspüre wegen der grossen Hitze wenig Lust, die Anschnurseelsorge zu erledigen. Stattdessen hole ich mir eine Flasche Budweiser aus dem Eiskasten und mache mich über das grosse Kreuzworträtsel in der Tageszeitung her.
17.00 Uhr Nachdem ich auf das Lösungswort „REEGHECWSRMEOHT“ gekommen bin, mache ich mich in der Küche nützlich und schwenke köstliches Grillfleisch in einer Pfanne. Ferner backe ich Kartoffelspalten im Ofen heraus und vergesse auch nicht, Dixons Napf mit gesundem Trockenfutter aufzufüllen.
18.00 Uhr Mit vollem Magen schalte ich die Spülmaschine ein und gehe zum gemütlichen Teil des Tages über. Ich lasse mich vor dem neumodischen Farbfernsehgerät nieder und gebe mich den Abendnachrichten auf FOX hin.

19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, wechsle ich bald auf NBC und schaue mir die ersten Folgen der neuen Sitzkomödie (unlöblich: Sitcom) „Great News“ (löblich: Grosse Neuigkeiten) an. Ich amüsiere mich köstlich und tauche in die Welt einer jungen Dame ein, die in der Nachrichtenredaktion eines Fernsehsenders arbeitet.
20.30 Uhr Nach eineinhalbstündiger Spitzenunterhaltung schalte ich die Glotze aus und lösche sämtliche Lichter. Anschliessend streichle ich Dixon über den Kopf und falle übermüdet ins Bett. Gute Nacht.