21. und 22. Oktober 2017 – Zurück in Deutschland

Hallo Leute,

Deutschland hat mich seit Donnerstag wieder 🙁
Derzeit ist es richtig warm, aber ab der kommenden Woche soll der nasskalte Herbst Einzug halten. Ausserdem musste ich gestern schon wieder im Kreisverwaltungsreferat antanzen und mich in die Arbeit stürzen. Mein Florida Urlaub war definitiv viel zu kurz. Im nächsten Jahr werde ich etwas länger bleiben und mir für mindestens vier Wochen die Sonne auf den Kopf scheinen lassen.


In Naples war es sehr schön

Bärbel hat mich am Donnerstag vom Flughafen abgeholt und sicher nach Hause gebracht. Zurück in der Villa, ist mir dann aufgefallen, dass die Dachrinne am hinteren Teil des Hauses durchgerostet ist. Natürlich muss der Schaden so schnell wie möglich behoben werden. Ich habe gleich mit Schwarzarbeiter Darius telefoniert und für die kommenden Woche einen Termin vereinbart. Der Pole muss ein Gerüst aufstellen, einen Teil der Rinne ersetzen und den abgeblätterten Putz verspachteln. Der ganze Spass wird mir – bzw. meinem Vermieter – mindestens 300 € kosten.

Übrigens freue ich mich tierisch auf das kommende Wochenende. Die Spider Murphy Gang feiert 2017 ihr 40jähriges Bestehen und wird am 28. und 29. Oktober 2017 in der Olympiahalle auftreten. Ich habe mich bereits im Februar mit Tickets eingedeckt und werde die Münchner Rock’n Roll Band an beiden Abenden bejubeln 🙂

Okay, jetzt werde ich Fussball gucken und mir ein Bier gönnen. Ich wünsche euch ein tolles Wochenende.

Eure Sandra

20. Oktober 2017 – Otfried Preußler

pfaffenbergkl

Werte Damen und Herren,

heute möchte ich an den bekannten deutschen Schriftsteller Otfried Preußler erinnern.
Wie jeder wissen sollte, erblickte der gute Mann just heute vor 93 Jahren im tschechischen Reichenberg das Licht der Welt. Der Sohn eines Lehrers schrieb es sich bereits in jungen Jahren auf die Fahnen, gemeinsam mit seinen Eltern die böhmische Heimat zu erkunden und sich mit der Volkskunde vertraut zu machen. Ferner kraxelte er fröhlich durch das Isergebirge und liess sich von seinen Grosseltern Geschichten und uralte Sagen erzählen.

Unmittelbar nach seinem Abitur im Jahre 1942 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Der 19jährige diente an der Ostfront und geriet zwei Jahre später in sowjetische Gefangenschaft. Er musste in der Tatarischen Republik für die Russen schuften und erkrankte sogar an Malaria. Erst 1949 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen und traf im oberbayerischen Rosenheim seine heimatvertriebenen Angehörigen wieder. Herr Preußler wurde Lehrer und später Rektor an der Gemeindeschule in Stephanskirchen. Zeitgleich arbeitete er nebenberuflich als Schriftsteller und verfasste Hörspiele für den Rundfunk.

1956 erschien sein erster grosser Kinderroman unter dem Titel „Der kleine Wassermann“. Diese Erzählung war so erfolgreich, dass er in den Folgejahren seine Lehrertätigkeit aufgab und sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Jugendromane „Die kleine Hexe“, „Kater Mikesch“, „Der Räuber Hotzenplotz“ oder „Das kleine Gespenst“ entwickelten sich zu Verkaufsschlagern und machten Otfried Preußler zu einem der wichtigsten deutschen Autoren der 1960er Jahre.

Aus der Reihe seiner unzähligen Bücher sticht besonders die im Jahre 1971 im Arena-Verlag erschienene Erzählung „Krabat“ heraus. Die Geschichte basiert auf einer sorbischen Sage und erzählt von einem Jungen, der als Lehrling eines mächtigen Zauberers Schreckliches erlebt. Das Buch wurde mittlerweile in 31 Sprachen übersetzt und damals mit dem „Deutschen Jugendbuchpreis“ ausgezeichnet. Ferner wurde „Krabat“ anno 2008 vom deutschen Filmschaffenden Marco Kreuzpaintner verfilmt und als abendfüllender Spielfilm in die Lichtspielhäuser gebracht – wie aufregend.

Otfried Preußler starb am 18. Februar 2014 in Prien am Chiemsee und hinterliess einen stattlichen Nachlass. Seine Korrespondenz wurde der Berliner Staatsbibliothek übergeben und kann seitdem in einer Sonderausstellung begutachtet werden.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

19. Oktober 2017 – Sandra ist weg – wie schön

08.00 Uhr Ich stehe erleichtert auf und gebe Dixon zu verstehen, dass wir nun endlich wieder eine ruhigere Kugel schieben können. Ferner verweise ich auf meine Mieterin und gebe bekannt, dass das unterbelichtete Kind längst in München gelandet ist und bereits morgen wieder im Kreisverwaltungsreferat schuften muss – da kommt Freude auf.
08.30 Uhr Nachdem ich den Frühsport auf der Terrasse absolviert habe, nehme ich den Wandkalender in Augenschein und lerne, dass in fünf Tagen der „United Nations Day“ (löblich: Tag der Vereinten Nationen) gefeiert wird. Ich winke demonstrativ ab und komme schnell zu dem Schluss, dass mich dieser von den Vereinten Nationen im Jahre 1971 ausgerufene Aktionstag nicht die Bohne interessiert. Ruckzuck reguliere ich die Klimaanlage und verabschiede mich in die Nasszelle, um die Seele bei einem Wirbelbad baumeln zu lassen.


In der kommenden Woche wird der United Nations Day gefeiert

09.00 Uhr Während das Wasser blubbert telefoniere ich mit Edelbert und bringe für halb 11 ein gemeinsames Frühstück zur Sprache. Der schlaue Mann ist hellauf begeistert und meint, dass wir uns in „Julies Restaurant“ treffen sollten – dagegen ist nichts einzuwenden.
10.00 Uhr Wenig später scheuche ich den Rüden zum Auto und presche hupend aus dem beschaulichen Wohngebiet. Ich beschleunige den PS-strotzenden SUV auf 35 Meilen pro Stunde und fröne stimmungsvollen Dolly Parton Klängen – was kann es schöneres geben.
10.30 Uhr Pünktlich auf die Minute treffe ich den Professor in der klimatisierten Gaststätte an und ordere ein grosses Frühstück (unlöblich: Big Breakfast) mit englischen Bohnen, Rühreiern, Speck und Kartoffelspalten. Dazu gibt es echten Bohnenkaffee sowie vitaminreichen O-Saft. Als ich kraftvoll zubeisse, löchert mich Edelbert mit Fragen und möchte wissen, ob ich Sandra vermisse. Ich klopfe mir schmunzelnd auf die Schenkel und erwidere, dass es kein Vergnügen war, die vorlaute Maid für zwei lange Wochen in der kleinen Villa zu beherbergen. Edelbert nickt verständnisvoll und wirft ein, dass die junge Generation ganz anders tickt – das kann man laut sagen.
11.15 Uhr Im Anschluss unternehmen wir mit Dixon einen Spaziergang entlang der Immokalee Road. Wir plaudern über dies und das und werden plötzlich von zwei Rollbrettfahrern attackiert. Selbstverständlich schreie ich laut auf und fordere die Jungspunde auf, mit ihren Holzbrettern auf der Strasse zu fahren – wo kommen wir denn da hin.
12.15 Uhr Zurück am Auto, reiche ich Edelbert die Hand und wünsche ihm einen angenehmen und ruhigen Nachmittag. Mein Bekannter schnalzt mit der Zunge und kündigt an, dass er nun zum Frisör gehen und sich das Haupthaar aufsteilen lassen wird – das soll mir auch Recht sein.
13.00 Uhr Ich komme mit quietschenden Bremsen vor meinem Eigenheim zum stehen und sehe mich mit Frau Pontecorvo konfrontiert. Meine Nachbarin winkt mir aufgeregt zu und berichtet, dass ihr Fernseher defekt ist. Weil ich mich mit technischen Geräten bestens auskenne, folge ich der kleinen Frau ins Wohnzimmer und registriere, dass lediglich die Batterien der neumodernen Fernbedienung ausgewechselt werden müssen. Frau Pontecorvo gibt sich erleichtert und überreicht mir spornstreichs zwei Akkumulatoren aus dem Hause „Energizer“.


Hund Dixon bellt unentwegt

13.45 Uhr Nachdem ich mein Werk vollbracht habe, kehre ich nach Hause zurück und falle gähnend aufs Kanapee. Während ich die Augen schliesse, vergnügt sich Dixon mit Nachbarshund Joey im Garten und zögert nicht, permanent zu bellen – gleich platzt mir der Kragen.
14.45 Uhr Ich erwache ausgeruht und setze mich mit einer Tasse Kaffee an den Schreibtisch, um mit der Anschnurseelsorge zu beginnen. Ich schufte hart und schrecke nicht davor zurück, die Erziehungsberechtigten vor gefährlichen Handtelefonen zu warnen. Immerhin ist es längst kein Geheimnis mehr, dass schnurlose Telefone elektromagnetische Strahlungen zur Übertragung von Sprachnachrichten und Daten nutzen – wie schrecklich.
15.30 Uhr Zu guter Letzt schalte ich die neuesten Einträge im Gästebuch frei und vergesse auch nicht, den Warenbestand im Andenkenladen zu überprüfen.
16.00 Uhr Nachdem alles abgearbeitet ist, trinke ich auf der Terrasse ein Budweiser. Nebenher tratsche ich mit Herrn Booth und höre, dass er in der kommenden Woche den Rasen mähen wird. Ich reibe mir die Hände und bitte den Deppen, auch meine Wiese auf das rechte Mass zu bringen – immerhin kann ich mich nicht um alles kümmern.
17.00 Uhr Da mein Magen eigenartige Knurrlaute von sich gibt, schlendere ich ins Haus zurück und kümmere mich um ein gesundes Abendessen. Unter den fordernden Blicken des Haustieres, schwenke ich etwas Butterschmalz in einer Pfanne und brate ein Minutenschnitzel heraus. Dazu gibt es grüne Bohnen, lustigen Mais sowie im Ofen aufgebackene Kartoffelstäbe – wie gut das duftet.

18.00 Uhr Nach dem Nachtmahl lege ich im Wohnzimmer die Beine hoch und folge den Nachrichten auf FOX. Da ausnahmsweise keine brechenden Neuigkeiten (unlöblich: Breaking News) vorliegen, schalte ich zeitnah auf HBO um, wo just im Augenblick der preisgekrönte Kriminalfilm „Don’t Hang Up“ anläuft. Ich lehne mich bierschlürfend zurück und tauche in das Leben zweier Halbstarker ein, die aus lauter Langeweile anonyme Anrufe tätigen und unbescholtene Menschen belästigen – wo soll das noch hinführen.
21.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu und ich begleite Dixon noch einmal in den Garten. Nachdem der Rüde sein Beinchen gehoben hat, lösche ich sämtliche Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.

18. Oktober 2017 – Lucy Stone

lucystone

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchte ich an die amerikanische Frauenrechtlerin und Publizistin Lucy Stone erinnern.

Frau Lucy kam als die dritte Tochter des reichen Landwirts Francis Stone im ländlichen West Brookfield in Massachusetts am 13. August 1818 zur Welt. Als Kind genoss sie eine strenge Erziehung und wurde von den Eltern gezwungen, bereits in jungen Jahren das Lesen und Schreiben zu erlernen.

Obgleich die Eltern dagegen waren, zog sie bald von zu Hause aus und schrieb es sich auf die Fahnen, als erste Frau überhaupt Theologie am College von Oberlin (Ohio) zu studieren. Gemeinsam mit ihrer Studienkollegin Antoinette Brown setze sie sich für ihr Recht ein, während der Lesungen nicht nur zuhören, sondern auch sprechen zu dürfen.

Anno 1856 heiratete sie Henry Blackwell und gab auf dem Standesamt an, ihren Geburtsnamen als Symbol für das Recht der Frau auf Individualität beibehalten zu wollen. Dieser Bitte wurde nach langem Hin und Her letztendlich stattgegeben.

Lucy Stone sagte:

„Was habe ich davon, wählen zu dürfen, Eigentum zu besitzen usw., wenn ich über meinen Körper und seine Funktionen nicht frei verfügen kann?“

Als der amerikanische Bürgerkrieg in den Jahren 1861 bis 1865 wütete, sprach sie sich für die sofortige Abschaffung der Sklaverei aus und gründete zudem die Frauenrechtsorganisation „National American Woman Suffrage Association“, die zum Ziel hatte, ein generelles Frauenwahlrecht einzuführen. Darüber hinaus trat sie als Herausgeberin des „Woman’s Journal“ bis zu ihrem Tod in Erscheinung.

Lucy Stone starb just heute vor 123 Jahren – am 18. Oktober 1893 – im Alter von 75 Jahren in Boston, MA.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

17. Oktober 2017 – Shania Twain

08.00 Uhr Ich hüpfe aus dem Bett und kann es kaum noch erwarten, Sandra am Mittwoch zu verabschieden. Weil ich längst nicht zum alten Eisen zähle, flitze ich wie der Wind an die frische Luft und lockere meine Glieder. Just als ich auf und ab hüpfe, gesellt sich Fräulein Corte an meine Seite und gibt sich deprimiert. Das Mädchen kommt auf Morgen zu sprechen und erläutert, dass sie sich für den wunderschönen Aufenthalt erkenntlich zeigen und mich zum Mittagessen ausführen möchte. Ich nicke eifrig und rege ausserdem für den heutigen Abend eine kleine Grillfeier an. Leider erteilt mir Sandra eine Absage und sagt, dass sie sich um 19 Uhr mit Carol Wang und John Avanzatti in einer zwielichtigen Strandbar treffen wird – wie unlöblich.
08.30 Uhr Keuchend ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und nehme mir das Recht heraus, mich bei einem Wirbelbad zu entspannen. Darüber hinaus telefoniere ich mit Edelbert und erwähne, dass wir Sandra Morgen zum „Southwest Fort Myers International Airport“ (löblich: Südwest Fort Myers Weltweiter Flughafen) kutschieren müssen. Der Professor ist begeistert und schlägt vor, dass wir bereits heute den Wocheneinkauf erledigen sollten. Ich schlage in die gleiche Kerbe und stelle klar dass ich gegen halb 11 im PUBLIX sein werde.


Shania Twain – Now

09.30 Uhr Nach dem Badespass setze ich mich zu Sandra an den Frühstückstisch und labe mich an gesunden Schinkenbroten. Nebenher tratsche ich mit dem Kind und informiere, dass ich im Supermarkt nach der neuen Shania Twain Kompaktscheibe „Now“ (löblich: Jetzt) Ausschau halten werde. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die 1990er Jahre und rechne vor, dass die kanadische Sängerin zwischen 1993 und 1997 weit über 60.000.000 Tonträger veräussern konnte – wie aufregend.

10.00 Uhr Redlichst gestärkt verfrachte ich die schmutzigen Teller in die Geschirrspülmaschine und bitte Sandra, während meiner Abwesenheit die Hausarbeit zu erledigen. Anstatt zum Topfschwamm zu greifen, pfeift die Maid laut und wirft ein, dass sie nun an den Strand krusen wird – das ist wieder typisch.
10.30 Uhr Pünktlich treffe ich am Supermarkt ein und schüttle Edelberts Hand. Während der Rüde brav im PS-strotzenden SUV wartet, folge ich meinem Bekannten in den Flachbau und schoppe ordentlich ab. Neben Waren des täglichen Bedarfs, verlade ich auch einen grossen Kübel Vanilleeis in den Einkaufswagen und vergesse auch nicht, vier Dosen Sprühsahne dazuzulegen. Der Professor folgt meinem Beispiel und meint, dass es nichts schöneres geben kann, als Abends vor dem Fernseher eine Portion Eis zu verdrücken – wie wahr.
11.15 Uhr Schlussendlich landen wir mit unserem vollbeladenen Wagen an Kasse Nummer 7 und sehen uns genötigt, weit über 100 Dollars ausgeben zu müssen. Ich lege meine Stirn in Falten und bemerke, dass der französische Schaumwein schon wieder teurer geworden ist. Edelbert rauft sich die Haare und unterbreitet, dass Rentner in der heutigen Zeit wirklich nichts mehr zu lachen haben – das kann man laut sagen.


Wir beissen kraftvoll zu

12.00 Uhr Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, schlendern wir mit Dixon im Schlepptau zur benachbarten „Burger King“ Gaststätte, um vitaminreiche Cheeseburger mit Kartoffelstäben zu fressen. Während ich kraftvoll zubeisse, erzähle ich meinem Tischnachbarn, dass die neuerschienene Shania Twain Musikscheibe im PUBLIX ausverkauft war. Der schlaue Mann blickt skeptisch drein und rät, die Kompositionen der mittlerweile 52jährigen auf AMAZON herunterzuladen – das ist gar keine schlechte Idee.
13.00 Uhr Nach dem Schmaus verabschiede ich mich winkend und rase ruckzuck in Richtung Willoughby Drive davon. Unterdessen fröne ich dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und habe sogar das grosse Glück, ein prima Lied aus Shania Twains Feder zu hören.
13.45 Uhr Zuhause angekommen, klatsche ich in die Hände und räume die Einkäufe in den Eiskasten. Im Anschluss gönne ich mir ein Budweiser und zögere nicht, am Heimrechner Platz zu nehmen und auf das reichhaltige Amazon Musikangebot zurückzugreifen. Im Windeseile lade ich sämtliche Lieder der aktuellen Shania Twain Scheibe auf meine Festplatte und komme alsbald zu dem Schluss, dass die Perle mit ihrem neuen Werk kaum an die Erfolge von Früher anknüpfen kann – wie schade.


Bier schmeckt prima

14.45 Uhr Während Dixon im Garten spielt, statte ich Frau Pontecorvo einen Besuch ab und lade mich kurzerhand zum Kaffeekränzchen ein. Die kleine Frau lässt sich nicht lumpen und tischt mir neben einem Heissgetränk auch ein grosses Stück Käsekuchen auf. Ich greife zungeschnalzend zur Gabel und lasse meine Bekannte wissen, dass uns Sandra Morgen zum Mittagessen einladen wird. Darüber hinaus kündige ich grossspurig an, dass ich das teuerste Gericht von der Tageskarte auswählen und dazu einen Schoppen edlen Rotwein trinken werde.
15.30 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, meine Zelte im Nachbarhaus abzubrechen. Gähnend schleppe ich mich nach Hause und falle fix und foxi aufs Kanapee.
16.30 Uhr Leider wird die Ruhe wenig später durch lautes Gepolter gestört. Als ich im Gästezimmer nach dem Rechten sehe, werde ich Zeuge, wie Sandra Kleidungsstücke und Schuhe in ihren Rollkoffer steckt. Ferner schimpft das Kind wie ein Rohrspatz und meint, dass ihr Urlaub viel zu schnell vorüber gegangen ist. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und mache es mir zur Aufgabe, das Abendessen vorzubereiten.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 5 zugeht, rufe ich Sandra an den Esstisch und serviere leckere Langnudeln (unlöblich: Spaghetti) mit Tomatensauce. Mein Hausgast schaufelt die Köstlichkeit ungeniert in sich hinein und plappert, dass sie am Freitag bereits wieder arbeiten muss – das hört man gerne.


Herr Obama möchte sich stärker einsetzen

18.00 Uhr Nachdem sich Sandra aufgebrezelt und das Haus verlassen hat, bette ich mich in der guten Stube zur Ruhe und schaue fern. Ich gebe mich den FOX Nachrichten hin und lerne, dass sich der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama in Zukunft wieder stärker politisch engagieren und sich für gerechtere Wahlkreisgrenzen einsetzen möchte – so ein Schmarrn.
19.00 Uhr Anschliessend drücke ich mich gelangweilt durch die zahlreichen Programme und bleibe nach kurzem Zögern auf FX hängen, wo neue Folgen der Gruselserie „American Horror Story“ gezeigt werden.
21.00 Uhr Nach zwei Episoden beende ich den Fernsehabend und rufe den Vierbeiner ins Haus. Danach falle ich erschöpft ins Bett und döse prompt ein. Gute Nacht.