12. Dezember 2017 – Frank Sinatra

Sehr geehrte Damen und Herren,

der weltbekannte Sänger und Unterhaltungskünstler Frank Sinatra würde heute seinen 102. Geburtstag feiern.

Wie jedes Kind weiss, erblickte Francis Albert Sinatra am 12. Dezember 1915 in Hoboken im Bundesstaat New Jersey das Licht der Welt. Der Sohn eines italo-amerikanischen Ehepaares verschrieb sich schon in jungen Jahren der Musik und tingelte mit seiner Ukulele durch einschlägige Trinkhallen seiner Heimatstadt, um die Gäste mit schöner Musik zu verwöhnen.

Bereits mit 17 Jahren konnte Frank Sinatra erste Radioauftritte vorweisen. Er eiferte seinem Lieblingssänger Bing Crosby nach und gründete Mitte der 1930er Jahren das Vokalquartett “The Hoboken Four”. An der Seite seiner drei Mitstreiter gewann er einen Talentwettbewerb und durfte mit anderen Sängern auf eine landesweite Konzertreise gehen.

Kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs wurde er vom amerikanischen Jazztrompeter und Bandleader Harry James entdeckt und gefördert. Frank Sinatra ging nach Las Vegas und nahm seine erste Schallplatte auf. Wenig später feierte das Talent seinen nationalen Durchbruch und stieg im Handumdrehen zu einem der begehrtesten Entertainer aller Zeiten auf.

Bis Mitte der 1990er Jahren trat Frank Sinatra regelmässig auf den grössten Bühnen auf, spielte Schallplatten am laufenden Band ein und bewies ausserdem sein Talent in diversen Hollywoodfilmen. Darüber hinaus engagierte er sich auch in der Politik und für soziale Zwecke. Unter anderem rief er diverse Kinderhilfsprojekte ins Leben und spendete ein kleines Vermögen für zahlreiche Wohltätigkeitsorganisationen.

Frank Sinatra starb am 14. Mai 1998 an den Folgen eines Herzinfarkts in Los Angeles, CA. Zu seinen Ehren wurden in Las Vegas für drei Minuten die Lichter der Stadt ausgeschaltet. Zudem entschloss sich die Verwaltungsbehörde in New York, das Empire State Building für drei Tage in ein blaues Licht zu hüllen.

Frank Sinatra war zeitlebens ein überaus produktiver Künstler. Viele seiner 1.300 Lieder sind heute längst zeitlose Klassiker und werden immer noch regelmässig im Radio gespielt – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

11. Dezember 2017 – Noch dreizehn Tage …

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und bemerke beim Blick auf meinen praktischen Wandkalender, dass das Christkind bereits in dreizehn Tagen vor der Türe stehen wird. Haareraufend hüpfe ich aus dem Bett und erkläre Dixon mit erhobenem Zeigefinger, dass ich immer noch keine Weihnachtsgeschenke besorgt habe – wie unlöblich.

08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik absolviert habe, setze ich mich an den Heimrechner und schicke mich an, auf Amazon nach preiswerten Präsenten Ausschau zu halten. Während sich der Vierbeiner mit einem quietschenden Spielzeug beschäftigt, nutze ich den praktischen Geschenkefinder und fasse den Entschluss, für Edelbert und Maria lesenswerte Bücher zu ordern. Ruckzuck werde ich fündig und bestelle das von Marcella Hazan verfasste Kochbuch “Essentials of Classic Italian Cooking” (löblich: Grundlagen der klassischen italienischen Küche). Darüber hinaus ringe ich mich dazu durch, weitere 20 Dollars in die Erzählung “The Last Jews in Berlin” (löblich: Die letzten Juden in Berlin) zu investieren – Edelbert wird sich über diesen Roman sicher freuen.


Essentials of Classic Italian Cooking

09.15 Uhr Nach fünfundvierzig Minuten haben sich 12 Produkte im Warenkorb angesammelt. Ich atme tief durch und komme zu dem Schluss, dass mich das anstehende Fest an den Rand des Ruins treiben wird. Trotz aller Nackenschläge lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und drücke schlussendlich auf den Bestell-Knopf. Prompt landet ein Bestätigungsbrief im elektronischen Postkasten und ich erfahre, dass die Waren bereits Übermorgen eintreffen werden – wie schön.
09.30 Uhr Im Anschluss lasse ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln und rufe im Ferienhaus meiner Verwandten an. Maria meldet sich nach dem zweiten Tuten und bestätigt, dass sie sich in der Zwischenzeit von ihrer Mandelentzündung erholt hat. Meine Schwägerin gibt sich erleichtert und sagt, dass sie den Tag nutzen wird, um Weihnachtsplätzchen zu backen. Ich schnalze mit der Zunge und lasse die Gute wissen, dass ich gerade Geschenke im Internetz eingekauft habe. Ferner gebe ich zu Protokoll, dass ich gleich den künstlichen Christbaum aufstellen und den Vorgarten mit beleuchteten Plastikrentieren verschönern werde – das wird phantastisch.


RP LOB – wie gut das duftet

10.30 Uhr Während aus der Musikanlage stimmungsvolle Elvis Presley Weihnachtsmusik dröhnt, schlüpfe ich in modische Freizeitkleidung und vergesse auch nicht, betörenden RP LOB Duft auf meine Handgelenke zu sprühen. Danach nehme ich die DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb und freue mich, den verrosteten Kleinwagen meines Gärtners vor der Villa stehen zu sehen. Selbstverständlich eile ich sogleich in den Garten und wünsche Herrn Leonardo einen guten Morgen. Der fleissige Knecht lüftet sein Käppi und entgegnet, dass er heute zum letzten Mal in diesem Jahr den Rasen mähen wird. Als ich genauer nachfrage, verrät der Heini, dass er am Freitag mit seiner Freundin nach Philadelphia ausfliegen wird, um dort seinen Onkel zu besuchen – wie schön.
11.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 11 zugeht, setze ich mich an den reich gedeckten Küchentisch und lasse mir die wichtigste Mahlzeit des Tages munden. Dazu gibt es würzigen BUSTELO Bohnentrunk mit einem Schuss frischer Muhmilch und sieben Zuckerwürfel – das schmeckt.
11.30 Uhr Wenig später klopft Herr Leonardo an die Terrassentüre und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er die Arbeit nun beenden und sich in den Weihnachtsurlaub verabschieden wird. Als kleines Dankeschön drücke ich dem Heini eine druckfrische 5 Dollar Note in die Hand und ermutige ihn, sich ein lustiges Eis zu kaufen.

12.00 Uhr Zur Mittagszeit bestücke ich die Geschirrspülmaschine mit schmutzigen Tellern und mache es mir zur Aufgabe, den Karton mit dem Weihnachtsbaum hervorzuholen und ihn in der guten Stube aufzubauen. Während draussen die Sonne vom Himmel lacht und das Thermometer auf angenehme 74°F (23°C) ansteigen lässt, fröne ich der Irving Berlin Komposition “White Christmas” (löblich: Weisse Weihnacht) und denke daran, wie schön es doch wäre, das Fest im Schnee zu erleben – leider kann man im Leben nicht alles haben.
13.00 Uhr Just als ich die Lichterkette mit dem Stromnetz verbinde, stösst Frau Pontecorvo die Terrassentüre auf und staunt angesichts der prächtigen Kunsttanne nicht schlecht. Zu guter Letzt setze ich einen dekorativen Glasstern auf die Baumspitze und gebe meiner Nachbarin zu verstehen, dass die Weihnachtsvorbereitungen nun fast abgeschlossen sind. Die Dame schenkt mir ein Lächeln und möchte wissen, ob ich auch schon Geschenke besorgt habe. Ich nicke eifrig und antworte, dass der Postbote die Präsente in zwei Tagen anliefern wird.
14.00 Uhr Während wir Kaffee schlürfen und Donuts verzehren, komme ich auf die Ankunft der Kinder in neun Tagen zu sprechen und informiere, dass sich mein Grossneffe über einen repräsentativen Weltatlas freuen darf.
15.00 Uhr Weil meine Nachbarin am frühen Abend etliche Freundinnen im Stadtzentrum treffen wird, schütteln wir Hände und vereinbaren, dass ich morgen zum Frühstück vorbei kommen werde. Im Anschluss hauche ich der Dame ein Bussi auf die Wange und bette mich dann auf dem Wohnzimmerkanapee zur Ruhe.
16.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und gehe Anschnur. Als erstes rufe ich elektronische Depeschen ab und stosse dabei auf eine Nachricht meines Grossneffen David. Der Bube sendet mir die besten Grüsse aus dem kalten Ontario und berichtet, dass er unser bevorstehendes Wiedersehen kaum noch erwarten kann – wie schön.
17.00 Uhr Nachdem ich elektronische Briefe beantwortet habe, gehe ich von der Leine und mache ich mich in der Küche nützlich. Zu schöner Weihnachtsmusik brate ich ein T Knochen Schnitzel heraus und zaubere dazu buntes Bauernhofgemüse – wie gut das duftet.

18.00 Uhr Nach dem Nachtmahl lege ich vor der Glotze die Beine hoch und schaue fern. Während der FOX Nachrichten bringe ich heraus, dass ein Tiefdruckgebiet Kurs auf Florida genommen hat und uns zur Wochenmitte kühlere Temperaturen bescheren wird – das soll mir auch Recht sein.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit (unlöblich: Prime Time) wechsle ich auf AMC und erfreue mich am Kriminalfilm “Elle”. Die französische Erfolgsproduktion erzählt von einer selbstsicheren Unternehmerin, die von einem Unbekannten überfallen und brutal vergewaltigt wird – wie schrecklich.
21.00 Uhr Als nach zwei nervenaufreibenden Stunden der Abspann über die Mattscheibe flimmert, betätige ich den AUS Knopf auf der neumodernen Fernbedienung. Zu guter Letzt reguliere ich die Klimaanlage und falle gähnend ins Bett. Gute Nacht.

9. und 10. Dezember 2017 – Es weihnachtet sehr …

Hi Fans,

Weihnachts- und Christkindlmärkte heissen heute vielerorts “Wintermärkte”.
Schliesslich müssen wir Rücksicht auf die vielen Muslime nehmen und können einen vorweihnachtlichen Markt natürlich nicht mehr Christkindlmarkt nennen. Unlängst hat auch der Lebensmittel-Discounter PENNY die Schokoladenweihnachtsmänner aus dem Sortiment verbannt und die “Zipfelmänner” im Regenbogen-Outfit in die Regale geräumt. Penny schrieb auf Facebook, dass das “neue Design für Vielfalt, Toleranz und Liebe” stehe …

Aber mit der Weihnachtsstimmung ist es eben so eine Sache.
Viele “Wintermärkte” werden heutzutage mit meterhohen Betonbollern, verstärkter Polizeipräsenz und privatem Sicherheitspersonal begleitet. Damit wollen die Behörden mit aller Macht weitere Terroranschläge verhindern. Ausserdem hat das BKA Ende November sechs Asylanten aus Syrien festgenommen, die angeblich im Auftrag des “Islamischen Staates” einen Überfall auf einen Weihnachtsmarkt im Ruhrgebiet planten ^^

Ihr erinnert euch bestimmt noch an den feigen Anschlag des Tunesiers Anis Amri auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Am 16. Dezember ermordete der Flüchtling – der mit mindestens 14 Identitäten unterwegs war – einen polnischen LKW-Fahrer und raste mit dem Sattelschlepper in den am Breitscheidplatz stattfindenden Weihnachtsmarkt. Anis Amri tötete 11 Menschen und verletzte weitere 55 schwer. Anschliessend floh er vom Tatort und wurde wenige Tage später in Italien erschossen …

Naja, trotzdem werde ich mir die Weihnachtsstimmung ganz bestimmt nicht vermiesen lassen. Ich trinke zu Hause Glühwein und werde gleich mit Mitbewohnerin Bärbel einen Christstollen anschneiden.

Eure Sandra

8. Dezember 2017 – Imagine

pfaffenbergkl

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, wurde der angesehene Musikant John Lennon just heute vor 37 Jahren vor dem Dakota Gebäude in der Millionenmetropole New York erschossen.

Obgleich ich kein Anhänger neumoderner Felsenmusik bin, muss ich anerkennen, dass Herr Lennon zeitlebens ein herausragender Komponist und Autor war. Der gute Mann wuchs in den 1940er Jahren als Sohn eines Matrosen und einer Hausfrau in Liverpool auf. Bereits in jungen Jahren interessierte er sich für Musik und gründete mit Freunden eine Combo namens “The Quarrymen”. Aus dieser Bande sollten im Jahre 1960 die Beatles hervorgehen.

Die Beatles stiegen bald zu der einflussreichen Musikgruppe des Rock’n Roll auf. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr feierten nicht nur in Europa, sondern auch in Asien und den Vereinigten Staaten grosse Erfolge und schafften es, mit über einer Milliarde verkaufter Tonträger, zur kommerziell erfolgreichsten Bande auf diesem Planeten aufzusteigen. Schon damals schrieb John Lennon Gedichte und überzeugte einen Verleger, seine Schriften zu veröffentlichen. Darüber hinaus versuchte er sich als Schauspieler und Solokünstler. Dann lernte er die aus Tokio stammende Künstlerin Yoko Ono kennen und fasste den Entschluss, die Beatles zu verlassen und sein Glück in New York zu finden.

In den 1970er Jahren engagierte er sich politisch und schloss sich der Friedensbewegung an. Ferner veröffentlichte er mit Yoko Ono erfolgreiche Schallplatten, auf denen die Ohrwürmer “Give Peace a Chance” (löblich: Gib Frieden eine Chance), “Imagine” (löblich: Vorstellung) oder “X Mas – The War is Over” (löblich: Weihnachten – Der Krieg ist aus) hervorgingen.

Am 8. Dezember 1980 wurde John Lennon vor seinem Wohnhaus im grossen Apfel (unlöblich: Big Apple) von einem verwirrten Täter ermordet. Obwohl seitdem mehr als drei Jahrzehnte vergangen sind, ist sein Andenken noch heute allgegenwärtig. Unter anderem wurde ein Teil des New Yorker Central Parks nach einem seiner Lieder benannt. Zudem trägt der Flughafen von Liverpool seit 2002 den Namen “Liverpool John Lennon Airport” – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

7. Dezember 2017 – Maria muss das Bett hüten

7. Dezember 2017
08.00 Uhr Ich werde durch das hawaiianische Weihnachtslied “Mele Kalikia” geweckt und fühle mich prima. Weil ich längst nicht zum alten Eisen zähle, hüpfe ich aus dem Bett und absolviere auf der Terrasse den Frühsport. Nebenher schaue ich in die aufgehende Sonne und spiele mit der Idee, meinen Verwandten im Lowbank Drive einen Besuch abzustatten – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Als Gesangsstern Bing Crosby auf der Frequenz von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) ein weiteres Weihnachtslied anstimmt, ziehe ich mich ins Bad zurück und lasse die Wanne mit Wasser volllaufen. Ausserdem rufe ich kurzerhand bei meinem Bruder an und frage nach, wie es Maria geht. Georg seufzt laut und entgegnet, dass seine Ehefrau noch immer von Halsschmerzen geplagt wird und das Bett hüten muss. Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und kündige mein Kommen für halb Elf an.


Der beste Radiosender: Katze Land

09.30 Uhr Nach dem Badevergnügen steige ich in eine frischgewaschene Tschienshose und vergesse auch nicht, ein legeres T-Hemd mit dem Emblem der “University of South Florida” (löblich: Universität von Süd Florida) anzuziehen. Danach pfeife ich auf den Fingern und halte Hund Dixon an, mir zum Chevrolet zu folgen.
10.00 Uhr Bevor ich zu meinen Verwandten kruse, statte ich dem Kmart an der Vanderbilt Beach Road einen Besuch ab und erwerbe eine Flasche “Florida’s Natural” Orangensaft sowie ein lustiges Baguette (löblich: französisches Landbrot) – da kommt besonders grosse Freude auf.
10.30 Uhr Wenig später komme ich hupend vor dem Feriendomizil meiner Liebsten zum stehen und werde von Georg herzlich begrüsst. Der gute Mann hält den Zeigefinger an die Lippen und beteuert, dass Maria noch schläft. Ich nicke eifrig und folge Georg spornstreichs auf die Terrasse. Mein Verwandter serviert brühfrischen Bohnentrunk sowie gezuckerte Pfannkuchen und gibt vor, dass Maria morgen abermals zum “NCH Hospital” fahren und beim Hals-Nasen und Ohrenarzt vorsprechen wird. Ich blicke skeptisch drein und informiere, dass man eine Mandelentzündung nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Georg schlägt in die gleiche Kerbe und sagt, dass diese Krankheit chronisch werden und zu einer Nierenentzündung führen kann – wie schrecklich.


Tim McGraw & Faith Hill – The Rest of Our Life

11.15 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten nippe ich ein letztes Mal am Kaffeehaferl und lade Georg ein, mich zum Supermarkt zu begleiten. Leider lehnt mein Bruder ab und meint, dass er sich nun um den Haushalt kümmern muss. Ich zucke mit den Schultern und ziehe es vor, den Vierbeiner zum Auto zu scheuchen und mit durchdrehenden Pneus davon zu rasen. Ferner fröne ich weiter dem Qualitätsprogramm meines Lieblingsradiosenders und lerne, dass die von Tim McGraw und Faith Hill veröffentlichte Kompaktscheibe “The Rest of our Life” (löblich: Der Rest unseres Lebens) derzeit sämtliche Rekorde bricht – das soll mir auch Recht sein.
12.00 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit finde ich mich im WINN DIXIE Supermarkt am Mission Hills Drive wieder und schicke mich an, Waren des täglichen Bedarfs in den Einkaufswagen zu laden. Darüber hinaus werde ich am Filmregal vorstellig und entschliesse mich, die lustige Hollywoodproduktion “Planes, Trains & Automobiles” (auf deutsch: Ein Ticket für Zwei) zu den Lebensmitteln zu legen.


Ich investiere ein kleines Vermögen

13.00 Uhr Nach geschlagenen sechzig Minuten treffe ich an der Kasse ein und sehe mich genötigt, fast 80 Dollars bezahlen zu müssen. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und erkläre der Kassenkraft, dass ich ein armer Rentner bin und bald im Armenhaus landen werde – was muss ich denn noch alles ertragen.
13.15 Uhr Just als ich die schweren Einkaufstüten zum Auto schleppe, fängt es zu regnen an. Ich komme aus dem Schimpfen gar nicht mehr heraus und presche augenblicklich gen Osten davon.
13.45 Uhr Alsbald betrete ich mit Dixon an meiner Seite das “Bob Evans” Gasthaus und nehme mir das Recht heraus, einen Cheeseburger with Fries (löblich: Käseburger mit Kartoffelstäben) zu ordern. Während ich kraftvoll zubeisse und meine Kehle mit Diät Cola durchspüle, schaue ich entnervt aus dem Fenster und komme zu dem Schluss, dass man bei diesem Sauwetter kaum im Garten arbeiten kann – wie schade.
14.30 Uhr Nachdem ich die Jause mit einem Schaumkaffee abgerundet habe, flitze ich wie der Wind zum PS-strotzenden SUV und trete die Heimreise in den Willoughby Drive an.


Mein Zuhause unter Palmen

15.00 Uhr Zuhause angekommen, trage ich die Einkäufe in die kleine Villa und gebe dem Rüden zu verstehen, dass es angebracht wäre, den Nachmittag in der trockenen Stube zu verbringen. Dixon kommt dem Aufruf anstandslos nach und macht es sich auf dem Kanapee bequem. Ich folge diesem Beispiel und döse prompt ein.
16.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und fasse den Entschluss, mich an den Schreibtisch zu setzen und die Anschnurarbeit zu erledigen. Selbstverständig beantworte ich auch heute Fragen besorgter Heimseitenbesucher und rate, den jugendlichen Rabauken keine sündteuren Weihnachtsgeschenke unter die Christbäume zu legen.
17.00 Uhr Nach der schweisstreibenden Arbeit mache ich mich in der Küche nützlich und schwenke köstliches Grillfleisch in einer Pfanne mit Teflonbeschichtung. Ausserdem backe ich tiefgefrorene Kartoffelspalten im Ofen heraus zaubere einen Tomatensalat mit perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen – das gibt ein Festessen.
18.00 Uhr Mit vollem Magen nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und gehe dann zum gemütlichen Teil des langen Tages über. Da ich stets über alles informiert sein muss, folge ich den FOX Nachrichten und mache mich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.

19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, verfrachte ich zur Hauptfernsehzeit die DVD ins Abspielgerät und gebe mich den den haarsträubenden Abenteuern des Werbefachmanns Neal hin, der kurz vor Weihnachten von New York zu seiner Familie nach Chicago ausfliegen möchte. Wie nicht anders zu erwarten, artet die Reise ins Chaos aus und Herr Neal findet sich alsbald ins ländliche Kansas versetzt – wie lustig.
21.00 Uhr Nach zwei heiteren Stunden flimmert der Abspann über die Mattscheibe. Ich betätige schmunzelnd den OFF (löblich: AUS) Knopf auf der Fernbedienung und lösche sämtliche Lichter. Zu guter Letzt streichle ich Dixon über den Kopf und falle gähnend ins Bett. Gute Nacht.