10. Dezember 2018 – Henry Wells

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Hochverehrte Heimseitenbesucher,

am 12. Dezember 1805 erblickte Henry Wells als Sohn eines Predigers in Thelford, VT das Licht der Welt.

Der kleine Henry besuchte mit grossem Eifer die Schule und entschloss sich, wegen seiner Sprachprobleme nicht in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. Stattdessen arbeitete er in einer Gerberei und schrieb es sich auf die Fahnen, Tierfelle zu beizen und Leder herzustellen. Als 31jähriger wechselte er sein Betätigungsfeld und heuerte als freiberuflicher Frachtagent am Erie Kanal an.

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Henry Wells

Innerhalb weniger Jahre konnte er sein Unternehmen ausbauen und Kontakte zu anderen Firmenbesitzern schmieden. Anno 1850 gründete er mit William Fargo und John Butterfield die “American Express” Speditionsgesellschaft und stieg zu einem der einflussreichsten Transportunternehmer an der amerikanischen Ostküste auf. Ferner liess er zwei Jahre später das Unternehmen “Wells Fargo” in die Grundbücher eintragen und schaffte es, sich an der Erschliessung des amerikanischen Westens eine goldene Nase zu verdienen.

Das Geschäftsfeld seiner Firmen änderte sich jedoch schnell.
Henry Wells bot auf seinen Transportrouten unter anderem auch Finanzdienstleistungen aller Art an. Darüber hinaus eröffnete er in grossen Städten Bankhäuser und machte es seinen Kunden möglich, Überweisungen zwischen verschiedenen Filialen zu tätigen. In den späten 1860er Jahren zog sich Henry Wells aus seinen Firmen zurück und eröffnete in Aurora, NY das erste Frauen College auf amerikanischem Boden. Schlussendlich starb Henry Wells just heute vor 137 Jahren – am 10. Dezember 1878 – während einer Reise durch Schottland.

Die Firmen “Wells Fargo” und “American Express” überstanden den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 und die darauffolgende Weltwirtschaftskrise unbeschadet. Beide Unternehmen sind noch heute auf den internationalen Finanzmärkten präsent und bieten 350.000 Mitarbeitern sichere Jobs. Zudem erwirtschafteten die Unternehmen im Jahre 2012 einen Rekordumsatz von sagenhaften 117,686 Milliarden Dollar – das ist ja allerhand.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

3. Dezember 2018 – Keine Reisen in das kommunistische Ausland

08.00 Uhr Auch heute rolle ich mich sportlich aus dem Bett und zögere nicht, die 49. Woche des Jahres mit der Morgengymnastik auf der schattigen Terrasse zu begrüssen. Während die Sonne ihre wärmenden Strahlen zur Erde sendet, rudere ich mit den Armen und bemerke, dass sich zwei kreischende Ajajas im Garten eingefunden haben. Weil man sich nicht alles bieten lassen kann, schlüpfe ich aus einem Hausschuh und schleudere ihn gekonnt in Richtung der Schnabelträger – gleich platzt mir der Kragen.


Vorsicht vor Ajajas

08.30 Uhr Während ich die Seele bei einem lustigen Wirbelbad baumeln lasse, segle ich mit dem praktischen iPad durchs Internetz und studiere unter anderem den Tagebucheintrag meiner Mieterin. Mit grossen Augen überfliege ich die Zeilen und bringe heraus, dass Sandra “viel arbeitet und sich eine Auszeit gönnen wird”. Laut lachen lese ich weiter, dass das Kind am kommenden Wochenende ins tschechische Karlsbad krusen wird. Um schlimmeres Unheil abzuwenden, nehme ich spornstreichs die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) zur Hand und tippe die Nummer meiner Mieterin ins Tastenfeld. Alsbald meldet sich die Maid und ich informiere, dass es nicht anzuraten ist, ins kommunistische Ausland zu reisen. In diesem Zusammenhang verweise ich an den Prager Frühling des Jahres 1968 und merke an, dass damals die Russen in Prag einmarschierten und Tausende Menschen ins Gefängnis steckten. Anstatt mir Recht zu geben, bricht Sandra in schallendes Gelächter aus und entgegnet, dass seit damals 50 Jahre ins Land gezogen sind und Tschechien längst ein freies und demokratisches Land ist – papperlapapp.


Meine praktische Schwarzbeere

09.30 Uhr Weil bei Sandra augenscheinlich Hopfen und Malz verloren ist, beende ich das Telefonat und steige aus der Wanne, um mich im Gang mit meiner mexikanischen Zugehfrau konfrontiert zu sehen. Frau Gomez schreit wie am Spiess und fordert mich auf, augenblicklich in einen Bademantel zu schlüpfen. Ich komme dem Aufruf anstandslos nach und gebe der Putzperle zu verstehen, dass sie bei ihrem nächsten Besuch die Klingel betätigen sollte. Die Dame fuchtelt mit dem Staubwedel vor meiner Nase herum und beteuert, dass sie sich Morgen in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub verabschieden und mir erst im Januar wieder einen Besuch abstatten wird – jaja.
10.15 Uhr Nach einem reichhaltigen Frühstück, setze ich mir die NY YANKEES Kappe auf und wünsche der Reinigungsfachfrau ein schönes Fest. Ferner stecke ich ihr als kleines Dankeschön eine druckfrische 20 Dollars Note zu und merke an, dass ich nun in die Gänge kommen und zum Supermarkt krusen werde.
11.00 Uhr Wenig später brettere ich mit quietschenden Pneus auf den Supermarktparkplatz und schaffe es gerade noch, einer Rentnerin auszuweichen, die behäbig einen vollbeladenen Einkaufswagen über einen Zebrastreifen schiebt. Ich tippe mir entnervt an die Schläfe und stelle den PS-strotzenden SUV vor einem Hydranten ab. Anschliessend schlendere ich durch die breiten Gänge und lade neben Weichgetränken (unlöblich: Softdrinks) auch mehrere Flaschen Weisswein sowie etliche Sechserpacks Budweiser in den Einkaufswagen.


Budweiser ist köstlich

12.00 Uhr Nachdem ich frisches Obst und Süssigkeiten ausgewählt habe, werde ich an der Kasse vorstellig und zücke meine Meisterkarte (unlöblich: Mastercard). Darüber hinaus gebe ich der übergewichtigen Marktmitarbeiterin zu verstehen, dass ich arm wie eine Kirchenmaus bin und mit einem stattlichen Rabatt rechne. Leider winkt die Dame gelangweilt ab und knöpft mir knapp 100 Dollars ab – wo soll das noch hinführend.
12.45 Uhr Nachdem ich die Einkäufe ins Auto verfrachtet habe, statte ich dem benachbarten “Italianissimo” Restaurant einen Besuch ab. Mit Hund Dixon im Schlepptau lasse ich mich an einem Tisch mit Ausblick auf den Parkplatz nieder und nehme mit einer vitaminreichen Thunfischpizzas sowie einem Eistee Vorlieb – das schmeckt.
13.15 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, mache ich mir Gedanken bezüglich des anstehenden Weihnachtsfests und komme zu dem Schluss, dass ich immer noch keine Geschenke besorgt habe. Stirnrunzelnd nippe ich am Kaltgetränk und spiele mit der Idee, meine Freunde und Verwandten mit Gutscheinen zu überraschen.
13.45 Uhr Mit vollem Bauch kehre ich zum Auto zurück und trete die Heimreise an. Unterdessen fröne ich dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und erfreue mich an prima Weihnachtslidern.
14.15 Uhr Zuhause angekommen, schleppe ich die Einkaufstüten ins Haus und mache es mir zur Aufgabe, die Lebensmittel im Eiskasten zu verstaunen. Danach serviere ich dem Vierbeiner etwas Trockenfutter und falle dann fix und foxi aufs Kanapee.


Hund Dixon geht Gassi

15.15 Uhr Um nicht den ganzen Nachmittag auf der faulen Haut zu liegen, breche ich mit dem Haustier zu einem Gassigang zur “La Playa” Golfanlage auf. Mit einer lustigen Melodie auf den Lippen flaniere ich durch das beschauliche Wohngebiet und schrecke nicht davor zurück, dem Vierbeiner Stöckchen zuzuwerfen.
16.00 Uhr Endlich bin ich wieder dahoam und kann aus den Flip Flops schlüpfen. Im Anschluss setze ich mich an den Schreibtisch und helfe im Rahmen der Anschnurseelsorge verzweifelten Erziehungsberechtigten bei schwerwiegenden Problemen. Unter anderem rate ich, frechen Jugendlichen nichts zu Weihnachten zu schenken – das sollte den garstigen Kindern eine Lehre sein.
17.00 Uhr Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, beende ich die Arbeit und mache mich in der Küche nützlich. Zu prima Martina McBride Weihnachtsmusik koche ich italienische Langnudeln (unlöblich: Spaghetti) mit Tomatensauce auf. Zudem rufe ich bei Prof. Kuhn an und vernehme, dass der schlaue Mann am Nachmittag schoppen war und sich eine neue Blautschiens aus dem Hause WRANGLER gekauft hat – das hört man gerne.
18.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 6 zugeht, lege ich in der klimatisierten Wohnstube die Beine hoch und schaue fern. Um auf den neuesten Stand zu kommen, gebe ich mich den FOX Nachrichten hin und informiere mich aus erster Hand über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf AMC und erfreue mich am sehenswerten Weihnachtsfilm “Love Actually” (auf Deutsch: Tatsächlich Liebe). Der Episodenfilm aus dem Jahre 2003 erzählt die Geschichte von acht Liebespaaren, die just am Weihnachtsabend zueinander finden – wie romantisch.
21.00 Uhr Als nach 120 Minuten der Abspann über die Mattscheibe flimmert, beende ich den Fernsehabend und gehe müde zu Bett. Gute Nacht.

28. November 2018 – Friedrich Wilhelm von Steuben

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Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchte ich an den aus Magdeburg stammenden preussischen Offizier Friedrich Wilhelm von Steuben erinnern.

Friedrich Wilhelm von Steuben wurde am 17. September 1730 in der Festung Magdeburg als Sohn des preussischen Hauptmanns Wilhelm Augustin von Steuben geboren. In jungen Jahren bereiste er mit seinem Vater das russische Grossreich. Er erlebte hautnah mit, wie Russland an der Seite Österreichs den Türken den Krieg erklärte und erste Scharmützel am Schwarzen Meer ausbrachen.

Nach seiner Rückkehr nach Preussen, genoss der Bube eine militärische Ausbildung und wurde in das Regiment von Lestwitz aufgenommen. Schon bald brachte er es zum Leutnant und kämpfte im Siebenjährigen Krieg in Johann von Mary Freibataillon.

Als Auszeichnung für seine Verdiente ernannte ihn Friedrich der Grosse zum Hauptmann. Von Steuben bereiste daraufhin das Ausland und knüpfte unter anderem Kontakte nach Frankreich. 1777 traf er in Paris den amerikanischen Botschafter und lies sich von Benjamin Franklin überreden, mit nach Übersee zu kommen und am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilzunehmen. Der gute Mann trat in die amerikanische Kontinentalarmee ein und machte es sich fortan zur Aufgabe, gegen die englischen Besatzer zu kämpfen. Steuben baute die Armee zu einer schlagkräftigen Truppe aus und schulte die Soldaten in taktischer sowie operativer Disziplin. Zeitgleich pflegte er ein freundschaftliches Verhältnis zu George Washington und schaffte es, den Krieg zu Gunsten der Amerikaner zu entscheiden.

Friedrich Wilhelm von Steuben sagte:

“Als ich mein Schwert zur Verteidigung dieser Staaten zog, tat ich es mit dem Entschluss, dass nur der Tod mich zwingen solle, es niederzulegen”

Nachdem die Unterzeichnung des Friedensvertrages in Paris im Jahre 1783 erfolgt war, schied Steuben mit allen militärischen Ehren aus dem Militärdienst aus. Er lebte bis zu seinem Tod am 28. November 1794 wahlweise in New York oder seinem Herrensitz im Oneida County im Bundesstaat New York.

Noch heute geniesst Friedrich Wildhelm von Steuben in den Vereinigten Staaten grosses Ansehen. Seit 1957 findet jährlich im September auf der 5th Avenue in New York die sogenannte “Steubenparade” statt. Ferner sind Steuben Statuen nicht nur in der Hauptstadt Washington DC, sondern auch in Valley Forge, PA sowie in Potsdam zu finden – wie aufregend.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

23. November 2018 – Jack Ruby

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Sehr geehrte Damen und Herren,

morgen vor 55 Jahren erschoss der zwielichtige Nachtclubbesitzer Jack Ruby in Dallas, TX den mutmasslichen Mörder von John F. Kennedy vor laufenden Fernsehkameras.

Wie jedes Kind weiss, stellte Herr Ruby den kürzlich verhafteten Lee Harvey Oswald bei dessen Überstellung in das Polizeihauptquartier von Dallas. Im Keller des Gebäudes schoss der damals 52jährige auf Oswald und verletzte ihn schwer. Während Lee Harvey Oswald wenig später im “Parkland Memorial Hospital” verstarb, wurde Jack Ruby von Polizeibeamten vernommen. Er gab an, John F. Kennedys Mörder aus Liebe zur “First Lady” Jacqueline Kennedy getötet zu haben. Im weiteren Verlauf der Vernehmungen wiederrief er sein Geständnis und erklärte, dass er zu den wahren Hintergründen nichts sagen könne.

Schlussendlich wurde Jack Ruby am 14. März 1964 des Mordes für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Zwei Jahre später wurde das Urteil vom einem Berufungsgericht aufgehoben und Jack Ruby die Möglichkeit eingeräumt, bei einem für Februar 1967 angesetzten Prozess erneut vor den Geschworenen auszusagen.

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Jack Ruby während einer Gerichtsverhandlung

Zum Ende des Jahres 1966 verschlechterte sich Jack Rubys Gesundheitszustand rapide. Der Sohn eines jüdischen Einwanderers wurde von paranoiden Wahnvorstellungen geplagt und vertrat die Meinung, dass die amerikanische Regierung unter Federführung Lyndon B. Johnsons einen Holocaust an allen Juden plane. In Folge dessen wurde er ins “Parkland Memorial Hospital” eingeliefert, wo er am 3. Januar 1967 an einer Thrombose verstarb.

Heutzutage gehen Historiker davon aus, dass Jack Ruby der Mafia nahestand und von einem Ganoven den Auftrag erhalten habe, Lee Harvey Oswald zu ermorden.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

15. November 2018 – Die Grundsätze der Vereinigten Staaten

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 15. November 1777 wurden die ersten verfassungsrechtlichen Grundsätze der Vereinigten Staaten verabschiedet. Der Vorläufer der ersten Verfassung der Vereinigten Staaten sicherte den 13 ehemaligen britischen Kolonien ihre Souveränität zu. Darüber hinaus sorgten die sogenannten “Articles of Confederation and Perpetual Union” (löblich: Artikel der Konföderation und der ewigen Vereinigung) für einen gleichberechtigten Staatenbund auf dem nordamerikanischen Kontinent – wie aufregend.


Articles of Confederation and Perpetual Union

Doch die neugeschaffene Regierungsstruktur hatte viele Schwächen. Unter anderem fehlte den Staaten die Möglichkeit, Steuern festzusetzen und einzutreiben. Auch war es den Mitgliedern nicht möglich, den Handel zu regulieren und internationale Beziehungen zu pflegen. Da der neue Staatenbund auch über keine gemeinsame Armee verfügte, war es den Ländern nicht gestattet, anderen Mitgliedern Schutz vor der zunehmenden Interventionen aus dem alten Europa zu gewährleisten.


Die Philadelphia Convention 1787

Aus diesem Grund wurde zehn Jahre später die “Philadelphia Convention” einberufen, die aus 55 Delegierten bestand und einen vollständig neuen Verfassungstext ausarbeiten sollte. Wichtigster Pfeiler war dabei die Gründung mehrerer Staatsorgane zum Zwecke der Machtbegrenzung und der Sicherung von Freiheit und Gleichheit. Die Amerikanische Verfassung wurde letztendlich am 17. September 1787 ratifiziert und schrieb es sich auf die Fahnen, für Frieden zu sorgen und das allgemeine Wohl zu fördern.

“Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen, die Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, das allgemeine Wohl zu fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren, setzen und begründen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von Amerika”

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg