18. Oktober 2018 – Lucy Stone

lucystone

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchte ich an die amerikanische Frauenrechtlerin und Publizistin Lucy Stone erinnern.

Frau Lucy kam als die dritte Tochter des reichen Landwirts Francis Stone im ländlichen West Brookfield in Massachusetts am 13. August 1818 zur Welt. Als Kind genoss sie eine strenge Erziehung und wurde von den Eltern gezwungen, bereits in jungen Jahren das Lesen und Schreiben zu erlernen.

Obgleich die Eltern dagegen waren, zog sie bald von zu Hause aus und schrieb es sich auf die Fahnen, als erste Frau überhaupt Theologie am College von Oberlin (Ohio) zu studieren. Gemeinsam mit ihrer Studienkollegin Antoinette Brown setze sie sich für ihr Recht ein, während der Lesungen nicht nur zuhören, sondern auch sprechen zu dürfen.

Anno 1856 heiratete sie Henry Blackwell und gab auf dem Standesamt an, ihren Geburtsnamen als Symbol für das Recht der Frau auf Individualität beibehalten zu wollen. Dieser Bitte wurde nach langem Hin und Her letztendlich stattgegeben.

Lucy Stone sagte:

“Was habe ich davon, wählen zu dürfen, Eigentum zu besitzen usw., wenn ich über meinen Körper und seine Funktionen nicht frei verfügen kann?”

Als der amerikanische Bürgerkrieg in den Jahren 1861 bis 1865 wütete, sprach sie sich für die sofortige Abschaffung der Sklaverei aus und gründete zudem die Frauenrechtsorganisation “National American Woman Suffrage Association”, die zum Ziel hatte, ein generelles Frauenwahlrecht einzuführen. Darüber hinaus trat sie als Herausgeberin des “Woman’s Journal” bis zu ihrem Tod in Erscheinung.

Lucy Stone starb just heute vor 125 Jahren – am 18. Oktober 1893 – im Alter von 75 Jahren in Boston, MA.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

17. Oktober 2018 – Ich bin ein Herzspezialist

08.00 Uhr Der 290. Tag des Jahres beginnt und Petrus beschert uns auch heute einen sonnigen Morgen. Während sich die Palmen hinter meinem kultivierten Anwesen im Wind wiegen, trete ich auf die Terrasse und absolviere die Morgengymnastik. Der Vierbeiner folgt meinem Beispiel und streckt sich ebenfalls ausgiebig – das macht Spass.
08.30 Uhr Nach dem schweisstreibenden Frühsport entspanne ich mich bei einem Wirbelbad und freue mich, einen Telefonanruf von Edelbert zu erhalten. Der schlaue Mann legt beste Laune an den Tag und regt an, dass wir uns im Publix Supermarkt treffen könnten. Ich nicke eifrig und entgegne, dass langsam aber sicher die Lebensmittel- sowie Getränkevorräte zu Neige gehen – was muss ich denn noch alles ertragen.
09.30 Uhr Nach Rosenöl duftend, schlüpfe ich in legere Freizeitkleidung und rufe kurzerhand bei meinen Verwandten im Lowbank Drive an. Georg meldet sich nach dem zweiten Tuten und berichtet, dass er mittlerweile eine Suite im “Ritz-Carlton Resort” reserviert hat und bereits Morgen in besagte Luxusherberge umziehen wird. Darüber hinaus erhalte ich die Auskunft, dass bereits am Montag Morgen die Handwerker anrücken und den Fussboden im Ferienhaus herausreissen werden – das kann ja heiter werden.


Das Ferienhaus wird renoviert

10.00 Uhr Just als Frau Gomez die Türe aufstösst, beende ich das Telefonat und greife zum Autoschlüssel, Wie es sich gehört, begrüsse ich die Reinigungsfachfrau herzlich und gebe zu Protokoll, dass ich nun zum Einkaufen krusen werde. Die kleinwüchsige Mexikanerin erhebt den Zeigefinger und bittet mich, Spülmittel, Putzlappen sowie Waschpulver einzukaufen – das werden wir erst noch sehen.
10.30 Uhr Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, scheuche ich Hund Dixon zum PS-strotzenden SUV und schicke mich an, hupend vom Grundstück zu brettern. Um für gute Laune zu sorgen, stelle ich das Radiogerät etwas lauter und singe zu angesagten Landmusikschlägen laut mit – da kommt besonders grosse Freude auf.
11.00 Uhr Am Ziel angekommen, reiche ich Edelbert die Hand und mache einer störrischen Rentnerin mit hellblauen Haaren einen Einkaufswagen streitig. Anschliessend schieben wir das klapprige Gefährt durch die breiten Gänge und wählen Produkte des täglichen Bedarfs aus. Da KRAFT-HEINZ Produkte im Angebot sind, ringen wir uns dazu durch, vitaminreichen Philadelphia Streichkäse, Jell-O Puddings, Capri Sun Limonade sowie original Heinz Ketschup zu den anderen Waren zu legen – wie schön.
12.00 Uhr Nachdem sich ein stattlicher Haufen angesammelt hat, schlendern wir zur Kasse und stellen mit grosser Sorge fest, dass sich eine lange Warteschlange gebildet hat. Weil ich meine Zeit nicht gestohlen habe, dränge ich mich wildgestikulierend vor und informiere die anderen Kunden, dass ich ein weltbekannter Herzspezialist bin und schnellstmöglich zum örtlichen “Naples Community Hospital” rasen muss.


Ich beisse kraftvoll zu

12.45 Uhr Nachdem wir die schweren Einkaufstüten zu den Autos geschleppt haben, kehren wir in die benachbarte “Dairy Queen” (löblich: Molkerei Königin) Gaststätte ein. Völlig erschöpft werde ich an der Essensaugabe vorstellig und ordere eine Diät Cola sowie zwei Käseburger mit Fritten. Edelbert folgt meinem Beispiel und ordert ausserdem einen leckeren Salat mit Oliven und perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen – das schmeckt.
13.30 Uhr Als meine wertvolle Armbanduhr auf halb Zweit zugeht, verlassen wir die Gaststätte und wünschen einander ruhige Nachmittage. Danach helfe ich Dixon auf die Ladefläche des frisch aufpolierten Chevrolet Suburbans und gleite ruckzuck in Richtung Willoughby Drive davon.
14.00 Uhr Wieder zurück in der kleinen Villa, räume ich die Lebensmittel sorgsam in den Kühlschrank ein und bette mich dann auf dem Kanapee zur Ruhe. Alsbald schlummere ich ein und träume von meiner spannenden Forschungsreise nach Puerto Rico im Januar 2013 – das waren noch bessere Zeiten.


Mein Zuhause unter Palmen

15.00 Uhr Um nicht den ganzen Nachmittag zu vertrödeln, reibe ich mir den Schlaf aus den Augen und nehme am Schreibtisch Platz. Unter anderem überfliege ich die Niederschriften im Gästebuch und vergesse auch nicht, Hilferufe besorgter Erziehungsberechtigter zu beantworten – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.
16.00 Uhr Laut seufzend gehe ich von der Leine und sehe im Garten nach dem Haustier. Um Dixon eine Freude zu bereiten, werfe ich ihm einen Tennisball zu und nehme ausserdem den Rasensprenger in Betrieb. Der Lausbube ist kaum zu bändigen und flitzt wie von einer Tarantel gestochen über das satte Grün – was kann es schöneres geben.
17.00 Uhr Nachdem ich die hochgewachsene Petersilie gegossen habe, begebe mich in die Küche und zaubere italienische Langnudeln mit Pesto. Dazu gibt es ein kühles Budweiser sowie als Nachspeise einen schmackhaften Donut mit Schokoladenüberzug – schmeckt gar nicht schlecht.


Auch am Abend beisse ich kraftvoll zu

18.00 Uhr Nach der reichhaltigen Jause lasse ich im klimatisierten Wohnzimmer die Seele baumeln und gebe mich den FOX Nachrichten hin. Ich informiere mich über die Geschehnisse in der Welt und lerne, dass in der kommenden Woche der “United Nations Day” (löblich: Tag der Vereinten Nationen) gefeiert wird – das soll mir auch Recht sein.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit nehme ich mit dem NETFLIX Angebot Vorlieb und schaue mir die Gruselserie “The Haunting of Hill House” (auf deutsch: Spuk in Hill House) an. Das 10teilige Fernsehspiel erzählt die Geschichte einer Familie, die in ihrem Zuhause von bösartigen Geistern terrorisiert wird – wie furchtbar.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Nervenkitzel schalte ich den neumodernen Flachbildschirm aus und lösche sämtliche Lichter. Danach wünsche ich Dixon angenehme Träume und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

16. Oktober 2018 – Hausumbau

08.00 Uhr Ich werde durch besonders aggressives Telefonläuten geweckt und sehe mich genötigt, mit meinem Bruder sprechen zu müssen. Georg wünscht mir einen schönen Morgen und bittet mich, im Laufe des Vormittages in den Lowbank Drive zu kommen. Der gute Mann stellt mir ein reichhaltiges Frühstück in Aussicht und kündigt an, dass er mit der Idee spielt, das Ferienhaus in den kommenden Wochen mit einem neuen Holzboden sowie einer leistungsstärkeren Klimaanlage ausstatten zu lassen – das hört man gerne.


Das Ferienhaus meiner Verwandten

08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik hinter mich gebracht habe, ziehe ich mich ins Bad zurück, um mich frisch zu machen. Während sich Hund Dixon in den Garten verabschiedet, lasse ich die Seele bei einem erfrischenden Wirbelbad baumeln und vergesse auch nicht, mir die Bartstoppeln abzurasieren – das macht Spass.
09.30 Uhr Frisch in Schale geworfen, kehre ich in die gute Stube zurück und ärgere mich, weil der Vierbeiner einen Ast ins Haus geschleppt hat. Ich erhebe sogleich den Zeigefinger und lasse das Haustier wissen, dass mir Ordnung und Sauberkeit sehr wichtig sind. Um meinen Aussagen Nachdruck zu verleihen, schleudere ich das Holzstück spornstreichs in den Teich und unterbreite, dass wir nun meinen Verwandten einen Besuch abstatten werden.
10.00 Uhr Wenig später lasse ich den PS-strotzenden Motor meines Chevrolet Suburban aufheulen und gleite hupend vom Grundstück. Während der Reise tippe ich Frau Pontecorvos Nummer in die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und nehme mir das Recht heraus, die Perle anzurufen. Bereits nach dem dritten Tuten meldet sich meine Nachbarin und beteuert, dass sie immer noch bei ihrer Freundin in Jacksonville verweilt und bis Montag bleiben wird. Die kleine Frau schwärmt in den höchsten Tönen und berichtet, dass sie gestern den “Jacksonville Zoo” besucht und dort lustige Giraffen aus nächster Nähe gesehen hat. Ich nicke eifrig und halte die Dame an, wegen der hohen Kriminalitätsrate in Floridas nördlichster Grossstadt grösste Vorsicht an den Tag zu legen.


Meine praktische Schwarzbeere

10.45 Uhr Kurze Zeit später erreiche ich mein Ziel und werde von Maria herzlich begrüsst. Meine Schwägerin führt mich plappernd ins Esszimmer und sagt, dass sich gegen halb 12 Uhr ein Innenarchitekt angekündigt hat. Georg schlägt in die gleiche Kerbe und verrät, dass er die alten Bodendielen im Esszimmer entfernen und gegen einen sündteuren Eichenboden austauschen lassen wird. Ferner vernehme ich, dass meine Verwandten nicht nur die Klimaanlage ersetzen, sondern auch eine neue Küchezeile einbauen lassen wollen. Natürlich reibe ich sogleich den Daumen am Zeigefinger und mutmasse, dass der Umbau ein kleines Vermögen verschlingen wird. Georg zuckt mit den Schultern und meint, dass er während der zweiwöchigen Umbauzeit ins renommierte “Ritz-Carlton Resort” umziehen und sich dort auf dem hauseigenen Golfplatz vergnügen wird – das ist ja allerhand.
11.30 Uhr Während ich mir die wichtigste Mahlzeit des Tages schmecken lasse, klingelt es plötzlich an der Pforte und wir können einen gestriegelten Knecht willkommen heissen. Herr Smith (53) gibt sich uns als Mitarbeiter der örtlichen “Smith & Hengstman Interior” Firma zu erkennen und zögert nicht, neugierig durchs Haus zu streifen und mit einem Massband zu hantieren. Unterdessen schenke ich mir brühfrischen Kaffee nach und ärgere mich, keine Unsummen in einen luxuriösen Hausumbau stecken zu können – immerhin habe ich keine Millionen auf dem Konto.


Georg investiert ein kleines Vermögen

12.15 Uhr Herr Smith gibt sich uns als erfahrener Architekt zu erkennen und erläutert, dass er bereits seit über 20 Jahren im Geschäft ist und bereits Wohnhäuser angesehener Prominenter auf Vordermann gebracht hat. Der Depp deutet zudem in Richtung der Zimmerdecken und gibt vor, dass es ein leichtes Unterfangen wäre, die Decken mit PVC zu bespannen und mit Zierleisten aufzuwerten – wo soll das noch hinführen.
13.00 Uhr Nachdem der Heini zwei Seiten seines Schreibblockes mit Notizen versehen hat, reicht er meinem Bruder die Hand und verspricht, dass in der kommenden Woche die Handwerker anrücken werden. Georg wischt sich über die Stirn und entgegnet, dass er sich zeitnah um eine Suite im Ritz bemühen wird – was das wieder kostet.
13.30 Uhr Schlussendlich wünsche ich meinen Verwandten ebenfalls einen schönen Tag und trete die Heimreise in den Willoughby Drive an. Deprimiert trete ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch und stelle das Radio etwas lauter, um prima Landmusik auf der Frequenz von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) zu lauschen.
14.15 Uhr Zurück in der kleinen Villa, fülle ich Dixons Napf mit Trockenfutter auf und falle dann aufs Kanapee, um mich redlichst zu entspannen. Ich döse prompt ein und träume von meiner letzten Kanadareise – das war super.
15.15 Uhr Ich erwache ausgeruht und nutze die Nachmittagstunden, um an die Leine (unlöblich: online) zu gehen. Wie es sich für einen anerkannten Anschnurseelsorger gehört, gebe ich Ratschläge zum Umgang mit garstigen Jugendlichen und animiere eine Mutter aus dem ostdeutschen Eberswalde, ihrer 13jährigen Tochter keinen gefährlichen Hüpfstab zum Geburtstag zu schenken.
16.15 Uhr Nach sechzig Minuten fahre ich den Heimrechner mausdrückend herunter und komme zu dem Ergebnis, dass ich bei dieser Hitze unmöglich einen Spaziergang unternehmen kann. Um Dixon eine Abkühlung zu verschaffen, hole ich den Gartenschlauch hervor und spritze den kläffenden Vierbeiner redlichst ab – wie lustig.


Ich beisse kraftvoll zu

17.00 Uhr Nachdem ich die Pflanzen bewässert habe, schufte ich in der Küche und backe eine schmackhafte TOMBSTONE Fertigpizza heraus. Nebenher telefoniere ich mit Edelbert und verrate dem schlauen Mann, dass meine Verwandten den Verstand verloren haben und einen Grossteil ihres Vermögens in einen kostspieligen Hausumbau stecken wollen – wie schrecklich
18.00 Uhr Nach der Jause stelle ich die Klimaanlage höher und freue mich auf einen besinnlichen Fernsehabend. Ich leiste Dixon in der kühlen Wohnstube Gesellschaft und fröne den Nachrichten. Im Anschluss schalte ich auf HBO um und gebe mich dem Alfred Hitchcock Klassiker “Marnie” aus dem Jahre 1964 hin – da kommt Freude auf.
21.00 Uhr Zweieinhalb Stunden später flimmert der Abspann über die Mattscheibe und ich schalte die Glotze gähnend aus. Zu guter Letzt lösche ich sämtliche Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.

15. Oktober 2018 – Spassbadbesuch ohne Mich

08.00 Uhr Die 42. Woche des Jahres beginnt und ich läute den schwülwarmen Morgen mit dem Frühsport auf der Terrasse ein. Während Dixon mit einem Tennisball spielt, hüpfe ich auf und ab und vergesse auch nicht, ein auf der Wiese hinter der kleinen Villa ein Rad zu schlagen – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Im Anschluss entspanne ich mich bei einem Wirbelbad und nutze die Zeit, um Sandras Tagebucheintrag vom Wochenende zu studieren. Ich staune Bauklötze und lerne, dass sich die unterbelichtete Maid die Langeweile mit gewaltverherrlichenden Filmen vertrieben hat – gleich platzt mir der Kragen.
09.30 Uhr Nach dem Badespass setze ich mich entnervt an den Frühstückstisch und lasse mir die wichtigste Mahlzeit des Tages schmecken. Ferner telefoniere ich mit Georg und vernehme, dass meine Verwandten gleich zum “Sun-N-Fun Lagoon” Wasserpark krusen werden. Als mich mein Bruder aufruft, kurzerhand mitzukommen, winke ich gelangweilt ab und gebe vor, kein Interesse am örtlichen Spassbad zu haben – wo kämen wir denn da hin.


Ein Spassbadbesuch ohne Mich

10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner goldenen ROLEX auf 10 zugeht, stelle ich die Butter in den Eiskasten und freue mich, als Edelberts schneeweisser JEEP vorfährt. Wie es sich gehört, winke ich meinen Bekannten freundlich herein und gebe zu Protokoll, dass es angebracht wäre, im Garten zu arbeiten. Obgleich Edelbert vorgibt, als Kind einen Bandscheibenvorfall gehabt zu haben, lasse ich nicht locker und lotse den schlauen Mann nach draussen. Ruckzuck drücke ich ihm einen Besen in die Hand und animiere ihn, vor meiner kultivierten Villa für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen – immerhin kann ich mich nicht um alles kümmern.


Dixon spielt mit einem Tennisball

10.45 Uhr Währenddessen mache ich mich am Petersilienbeet zu schaffen und lockere den Mutterboden. Zudem halte ich den Vierbeiner an, dem künstlich angelegten Teich fern zu bleiben und stattdessen weiter mit seinem Tennisball im Garten der Nachbarn zu spielen.
11.15 Uhr Wenig später gesellt sich Herr Booth an die Grundstücksgrenze und serviert eiskaltes Budweiser. Ich rufe spornstreichs nach Edelbert und lasse meinen Nachbarn wissen, dass meine Kehle ganz ausgetrocknet ist. Der Professor schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass eine kleine Brotzeit auch nicht schaden kann – wie wahr.
12.00 Uhr Nachdem sich Herr Booth verabschiedet hat, kehre ich in die gute Stube zurück und rufe kurzerhand bei der “Dominos” Heissleine (unlöblich: Hotline) an. Alsbald meldet sich eine freundliche Dame am anderen Ende der Leitung und nimmt zuvorkommend die Bestellung auf. Natürlich zeige ich mich spendabel und bitte den Trampel, zwei mit Schinken und Pilzen belegte Pizzas in den Willoughby Drive zu liefern – das gibt ein Festessen.
12.45 Uhr Bereits nach fünfundvierzig Minuten kommt ein verrosteter Lieferwagen vor meinem kultivierten Anwesen zum halten und wir können das Mittagessen in Empfang nehmen. Weil man viel trinken sollte, kredenze ich dem Professor eine weitere Flasche Bier und zögere auch nicht, die Pizzas auf zwei Teller anzurichten. Anschliessend machen wir es uns auf der schattigen Terrasse gemütlich und beissen kraftvoll zu – das tut gut.
13.30 Uhr Während wir uns das italienische Schmankerl munden lassen, kommt Edelbert auf Weihnachten zu sprechen und rechnet vor, dass in 71 Tagen das Christkind vor der Türe stehen wird. In diesem Zusammenhang möchte mein Bekannter wissen, ob wir das Fest in Kanada oder in Florida erleben werden. Ich zucke mit den Schultern und entgegne, dass die Entscheidung noch nicht gefallen ist. Ferner verweise ich auf meine Verwandten und informiere, dass die lieben Leute womöglich bis ins neue Jahr im Rentnerparadies bleiben werden.


Meine kleine Villa unter Palmen

14.30 Uhr Schlussendlich wünscht mir Edelbert einen schönen Nachmittag und zieht es vor, die Heimfahrt ins Stadtzentrum anzutreten. Ich werfe die Pforte lautkrachend ins Schloss und bette mich auf dem Kanapee zur Ruhe.
15.30 Uhr Weil es für das Abendessen noch zu früh ist, nehme ich die Hundeleine zur Hand und fordere den Vierbeiner auf, mit mir Gassi zu gehen. Dixon ist kaum zu bändigen und macht es sich während des Spaziergangs zum nahegelegenen La Playa Golfplatz zur Aufgabe, im kniehohen Gras nach verloren gegangenen Golfbällen Ausschau zu halten – da kommt besonders grosse Freude auf.
16.30 Uhr Wieder zurück in der kleinen Villa, hantiere ich in der Küche mit der Pfanne und zaubere im Handumdrehen schmackhafte Bratkartoffeln mit Spinat und Fischstäben – wie gut das duftet.
17.30 Uhr Nach der Brotzeit nehme ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine in Betrieb und komme zu dem Schluss, dass mich dieser Stress bald ins Grab bringen wird. Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und blättere wissbegierig in der Fernsehzeitung.
18.00 Uhr Um endlich zur Ruhe zu kommen, nehme ich auf dem Sofa platz und mache mich auf FOX über die aktuellen Geschehnisse in der Welt schlau. Nebenher kippe ich mir eine süffige Hopfenkaltschale hinter die Binde und labe mich an lustigen Lays Kartoffelchips – das schmeckt.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf AMC und gebe mich dem Filmklassiker “I Dreamed of Africa” (auf deutsch: Ich träumte von Afrika) hin. Die Hollywoodproduktion aus dem Jahre 2000 erzählt die Lebensgeschichte der italienischen Schriftstellerin Kuki Gallmann, die mit ihrem Mann nach Kenia auswandert, um dort einen abgelegenen Bauernhof zu bewirtschaften.
21.00 Uhr Als nach zwei langweiligen Stunden der Abspann über die Mattscheibe flimmert, beende ich den Fernsehabend und schliesse sämtliche Fenster. Zu guter Letzt wünsche ich Dixon angenehme Träume und lege mich schlafen. Gute Nacht.

13. und 14. Oktober 2018 – Herbsttage

Hallo Leute,

der Herbst hat in Deutschland längst Einzug gehalten und bringt uns immer wieder Sturm und Regen. Aber das schlechte Wetter hat auch seine guten Seiten. Immerhin kann man sich nun ohne Reue ins warme Haus zurückziehen, Tee trinken und faul auf der Couch liegen 🙂

Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, bescherten uns die Publisher einige Filmperlen, die in keiner Sammlung fehlen dürfen. Unter anderem ist vor einer Woche das Star Wars Prequel “Solo: A Star Wars Story” auf Blu-Ray bzw. DVD erschienen. Der Weltraum-Western von Regisseur Ron Howard ist noch vor dem ersten “Krieg der Sterne” Film angesiedelt und behandelt die Jugendjahre von Han Solo. Der Zuschauer erfährt, wie er seinen Freund Chewbacca kennen lernt und wie er an seinen legendären “Millennium Falken” gelangt ist …

Ausserdem ist seit dem 4. Oktober 2018 auch der wirklich sehenswerte fünfte “Jurassic Park” Teil im Handel erhältlich. Das Actionabenteuer des spanischen Filmemachers Juan Antonio Bayona konnte bisher 1,3 Milliarden Dollar einspielen und zählt damit zu den erfolgreichsten Filmen dieses Jahrzehnts. Inhaltlich führt die Hollywood Produktion die Geschichte um den Themenpark “Jurassic World” fort und erzählt von den Abenteuern der Forscher Owen Grady und Claire Dearing, die mit der Aufgabe betraut werden, die Zerstörung des Dinosaurierparks im viertel Teil aufzuklären.

Wie ihr seht, ist für beste Abendunterhaltung gesorgt. Neben den Blockbustern wurden in den letzten Wochen auch spannende Serien & TV-Produktionen – wie die zweite Staffel von “Lucifer”, “American Horror Story: Cult” oder die erste Season des US-Top-Hits “This Is Us” – veröffentlicht.

Okay, nun wünsche ich euch ein tolles und abwechslungsreiches Wochenende.
Eure Sandra