22. April 2019 – Ostermontag

Sehr verehrte Damen und Herren,

der heilige Ostermontag gehört mit dem 26. Dezember und dem Pfingstmontag zu den höchsten Kirchenfesten des Kalenderjahres. In vielen Ländern wie Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien sind die Christen aufgerufen, die Gotteshäuser zu besuchen und zu beten.

Weil am Ostersonntag die vierzigtägige Fastenzeit endet, finden Tags darauf zahlreiche Feste statt. Unter anderem wird im oberbayerischen Traunstein der Schwertertanz sowie der weltbekannte Georgiritt begangen. Ferner wandern die Landwirte in meiner weissblauen Heimat die Roggen- und Weizenfelder ab, um für eine reiche Ernte zu bitten.

Wie jeder weiss, bin ich am Ostersamstag mit meinen Verwandten in die Everglades gekrust, um den wunderschönen “Mahogany Hammock Park” zu besuchen. Der Ausflug war ein ganz grosses Vergnügen und uns war es möglich, erquickende Wanderungen entlang der befestigten Wege (unlöblich: Trails) zu unternehmen. Ferner nahmen wir die Vegetation in Augenschein und erfreuten uns an den hier heimischen Wildtieren – wie aufregend.

Ich wünsche allen Lesern einen wunderschönen Ostermontag.
Reinhard Pfaffenberg

 

20. und 21. April 2019 – Ostern in Frankfurt

Hi Fans,

während ich in Frankfurt chille und mich auf einen morgigen Theaterbesuch (“Romeo und Julia” im Frankfurter Schauspielhaus) mit meinen Eltern und der Oma freue, hängt Reinhard im “Mahogany Hammock Park” ab 🙂

Familie Pfaffenberg und Prof. Kuhn sind am Ostersamstag mit dem Wohnmobil in den Everglades Nationalpark gefahren und werden während der kommenden Tage ausgedehnte Spaziergänge durch den “Mahogany Hammock Park” unternehmen. Ausserdem habe ich erfahren, dass dort die Besucher auf drei ausgeschilderten Trails wandern und die Natur in ihrer vollen Pracht bewundern können. Reinhard hat ausserdem erzählt, dass entlang der Wanderwege Infoschilder aufgestellt sind, auf denen alle Bäume und Pflanzen ganz genau beschrieben sind. Wohnen werden die alten Leute im Georgs Winnebago bzw. in einem Zwei-Mann-Zelt.


Frohe Ostern

Ich werde noch bis zum Montag in Hessen bleiben und dann zurück nach Bayern düsen. Tags drauf steht ein Kurztripp nach Österreich an. Mitbewohnerin Bärbel und ich werden Kufstein besuchen und eine Tagestur auf den Kranzhorn in Angriff nehmen. Das Kranzhorn ist ein knapp 1.400 Meter hoher Berg am Westrand der Chiemgauer Alpen 🙂

Okay, nun möchte ich euch allen einen schönen und sonnigen Ostersonntag wünschen.
Eure Sandra

19. April 2019 – Karfreitag

Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

wie jedes Kind weiss, erinnert der Karfreitag an den Tod unseres Messias Jesus Christus. Der Karfreitag wird auch als “stiller Freitag” bezeichnet und ist im katholischen Glauben ein strenger Fasten- und Abstinenztag. Darüber hinaus herrscht just heute in meiner bayerischen Heimat ein striktes Tanzverbot. Ausserdem ist es gesetzlich untersagt, in Schankbetrieben, Diskotheken und/oder Wirtschaften laute Hartfelsenmusik zu spielen.

In den Vereinigten Staaten trägt der Karfreitag den Namen “Good Friday”.
Obgleich die meisten Geschäfte geöffnet sind, besuchen viele Menschen die Gottesdienste in den Kirchen. Anschliessend versammeln sich die Mitglieder evangelischer und katholischer Kirchengemeinden in festlich geschmückten Pfarrsälen, um sich mit Liedern, Gesprächen und/oder Gebeten auf das anstehende Osterfest einzustimmen.

Ich werde den Feiertag zum Anlass nehmen, um mit Prof. Kuhn und meinen Verwandten einen ausgedehnten Stadtspaziergang zu unternehmen. Anschliessend werden wir wie jedes Jahr in “Julies Restaurant” einkehren und ein opulentes Mittagessen verzehren – da kommt besonders grosse Freude auf.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und friedliches Osterfest.
Reinhard Pfaffenberg

18. April 2019 – Gründonnerstag

Sehr geehrte Damen und Herren,

der fünfte Tag der Karwoche wird auch als “Gründonnerstag” bezeichnet. Mit diesem Feiertag gedenkt die katholische Kirche an das letzte Abendmahles des Herren mit den zwölf Aposteln. Wie jedes Kind weiss, wird dieses Zusammentreffen im 1. Brief des Paulus an die Korinther folgendermassen beschrieben:

Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Nach dem opulenten Mahl wurde Jesu von Judas Iskariot verraten und von der Tempelpolizei festgenommen. Einen Tag nach dem Gründonnerstag wurde Jesus ans Kreuz genagelt und musste vor der Jerusalemer Stadtmauer einen qualvollen Tod erleiden – wie schrecklich.

Mit dem Gründonnerstag beginnt das sogenannte “Triduum Sacrum” (auf deutsch: Heilige drei Tage), welches das dreitägige Gedächtnis des Leidens, Sterbens, der Grabesruhe und der Auferstehung Jesu Christi („Ostern”) darstellt. Es ist das ranghöchste katholische Fest und endet am Ostersonntag, dem Tag als Jesu von den Toten auferstand.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

17. April 2019 – The Medicine Show

08.00 Uhr Auch heute rolle ich mich sportlich aus dem Wasserbett und halte mich mit der Morgengymnastik auf der schattigen Terrasse in Form. Während ich auf und ab hüpfe, erkläre ich Hund Dixon, dass wir in drei Tagen zu einem grossen Abenteuer aufbrechen werden. Ich deute gen Südosten und merke an, dass wir am Ostersamstag den “Mahogany Hammock Park” besuchen und dort ausgedehnte Spaziergänge unternehmen werden – wie schön.
08.30 Uhr Just als ich schnaufend ins klimatisierte Haus zurück kehre, stellt sich mir Frau Gomez in den Weg und informiert, dass sie nun die kleine Villa auf Vordermann bringen wird. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich am Wochenende einen Ausflug unternehmen werde und noch Einkäufe tätigen muss – was das wieder kostet.


Mein Zuhause unter Palmen

09.00 Uhr Bevor ich losfahre, lasse ich die Seele bei einem erfrischenden Wirbelbad baumeln. Ausserdem rufe ich im Ferienhaus meiner Verwandten an und gebe zu Protokoll, dass ich alsbald zum Supermarkt meines Vertrauens krusen und Lebensmittel für die anstehende Reise besorgen werde. Georg freut sich und legt mir nahe, etliche Konserven sowie Spiritus für den Tischgrill einzukaufen – das ist doch eine Selbstverständlichkeit.
09.45 Uhr Nach dem Badespass kehre ich in die Küche zurück und labe mich an einem Schinkenbrot. Unterdessen tratsche ich mit der Reinigungsfachfrau und vernehme im Radio, dass die weltbekannte amerikanische Sängerin Melissa Etheridge in der vergangenen Woche ein neues Studioalbum herausgebracht hat. Ich werde sogleich hellhörig und fasse den Entschluss, mir schnellstmöglich ein Exemplar zu sichern.
10.15 Uhr Redlichst gestärkt erhebe ich mich vom Küchentisch und halte Frau Gomez an, den Esstisch abzuräumen und das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine einzusortieren. Im Anschluss scheuche ich den Vierbeiner nach draussen und hüpfe ausgelassen in den PS-strotzenden Chevrolet – das macht Spass.
10.45 Uhr Wenig später treffe ich im Supermarkt ein und mache einer störrischen Rentnerin mit hellblauen Haaren einen Einkaufswagen streitig. Schlussendlich lasse ich die kreischende Alte achtlos stehen und schiebe den Wagen in den Flachbau, um allerhand Waren des täglichen Bedarfs einzuladen. Natürlich nehme ich mir auch den Ratschlag meines Bruders zu Herzen und verfrachte diverse Lebensmitteldosen, in Plastikfolie verschweisste Würste sowie einen Kanister mit Brennspiritus zu den anderen Lebensmitteln.
11.30 Uhr Zum Abschluss des Schoppingvergnügens werde ich am Kompaktscheibenregal vorstellig und greife ohne zu Zögern nach dem nagelneuen Melissa Etheridge Werk. Danach steuere ich Kasse Nummer 7 an und sehe mich genötigt, weit über 100 Dollars zu investieren – gleich platzt mir der Kragen.
12.00 Uhr Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, kehre ich nach dem Bezahlvorgang in die benachbarte “Burger King” Gaststätte ein, um vitaminreiche Cheeseburger mit Kartoffelstäben zu fressen. Dazu gibt es einen grossen Becher Diät Cola sowie einen lustigen Chicken Club Salad (löblich: Hühner Vereinssalat).


Melissa Etheridge – The Medicine Show

13.00 Uhr Nach der Stärkung trete ich die Heimfahrt in den Willoughby Drive an und nutze die Gelegenheit, um mir die silberne Scheibe mit dem Titel “The Medicine Show” (löblich: Die Medizin Vorstellung) anzuhören. Schnell wird mir klar, dass der mittlerweile 57jährigen Sängerin mit ihrem 15. Studioalbum ein ganz grosser Wurf geglückt ist.
13.30 Uhr Zuhause angekommen, klatsche ich in die Hände und räume die Einkäufe spornstreichs in den Eiskasten ein. Anschliessend trinke ich ein eiskaltes Budweiser und bette mich auf dem Kanapee zur Ruhe. Während Dixon im Garten tollt, schliesse ich die Augen und döse prompt ein.


Hund Dixon spielt im Garten

14.30 Uhr Ich öffne die Augen und stelle fest, dass es bereits halb 3 geschlagen hat. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, rapple ich mich auf und setze ich mich an den Schreibtisch. Im Rahmen der Anschnurseelsorge rufe ich Depeschen besorgter Eltern ab und helfe, wo ich nur kann. Unter anderem rate ich einer 41jährigen Mutter aus Fürth, ihrem frechen Sohn (9) nichts zum Geburtstag zu schenken. Immerhin kann es nicht sein, dass der heranwachsende Rüpel ständig mit ungepflegten Grufties am Bahnhof abhängt – wo kommen wir denn da hin.
15.30 Uhr Nach einer Stunde gehe ich von der Leine und nehme mir das Recht heraus, meiner Nachbarin einen Besuch abzustatten. Frau Pontecorvo begrüsst mich herzlich und ladet mich kurzerhand zum Kaffeekränzchen ein. Die kleine Frau lässt sich nicht lumpen und tischt mir neben einem Heissgetränk auch ein grosses Stück Käsekuchen auf. Ich greife zungeschnalzend zur Gabel und erzähle, dass ich für das Wochenende einen Ausflug geplant habe. Natürlich komme ich auf den “Mahogany Hammock Park” zu sprechen und stelle klar, dass besagter Staatspark zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in den Everglades zählt – das ist prima.


Wir krusen in die Everglades – wie schön

16.30 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, meine Zelte im Nachbarhaus abzubrechen. Mit vollem Bauch schleppe ich mich nach Hause und mache es mir zur Aufgabe, für ein nahrhaftes Abendessen zu sorgen. Während Melissa Etheridge das schöne Lied “Last Hello” (löblich: Letztes Hallo) trällert, schwenke ich gesundes Butterschmalz in einer Pfanne mit Teflonbeschichtung und brate ein kleines Schnitzel heraus – wie gut das duftet.
17.30 Uhr Nachdem ich in der Küche für Ordnung und Sauberkeit gesorgt und mit Edelbert telefoniert habe, lasse ich mich im bequemen Ohrensessel nieder und gebe mich den FOX Nachrichten hin. Unter anderem lerne ich, dass die von Charlie Chaplin im Jahre 1919 gegründete Filmproduktionsgesellschaft “United Artists” (löblich: Vereinte Artisten) just heute ihren 100. Geburtstag feiert – das soll mir auch Recht sein.

18.30 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, nehme ich mit dem AMAZON Videoprogramm Vorlieb und erfreue mich an der britischen Serie “Catastrophe”, die aus dem Leben eines hochnäsigen Werbefachmannes erzählt, der während einer Geschäftsreise nach London eine Lehrerin kennen und lieben lernt – da kommt Freude auf.
21.00 Uhr Nach sechs heiteren Episoden beende ich den Fernsehabend und rufe den Vierbeiner ins Haus. Danach falle ich erschöpft ins Bett und döse prompt ein. Gute Nacht.