29. März 2017 – Samuel Moore Walton

Sehr verehrter Leser,

Samuel Moore Walton erblickte heute vor 99 Jahren in Kingfisher im Bundesstaat Oklahoma das Licht der Welt. Als Jungspund genoss er eine betriebswirtschaftliche Ausbildung und durfte ausserdem an der „University of Missouri“ studieren. Danach arbeitete er unter anderem beim grossen Versicherungsunternehmen „Metropolitan Life Insurance Company“ sowie bei der Supermarktkette „J.C. Penney“.

Nach seiner Militärzeit eröffnete er im Jahre 1950 einen Gemischtwarenladen in Bentonville, AR und spielte mit der Idee, eine landesweit agierende Lebensmittelkette zu gründen. Am 2. Juli 1962 ging sein Lebenstraum endlich in Erfüllung. Der erste WAL MART öffnete in Rogers, AR seine Pforten und versorgte die Haushalte in der Umgebung mit Waren aller Art, frischem Obst sowie Getränken.


Herr Sam Walton

10 Jahre später ging die Handelsgesellschaft an die Börse und stieg schnell zu einem der grössten Unternehmen der Welt auf. Mittlerweile ist WAL MART mit zwei Millionen Beschäftigten der mit Abstand grösste private Arbeitgeber auf diesem Planeten.

Obgleich Sam Walton auf ein Privatvermögen von 10 Milliarden Dollars zurückgreifen konnte, lebte er stets in bescheidenen Verhältnissen. Zudem präsentierte er sich in der Öffentlichkeit äusserst umgänglich und zog es vor, Arbeitnehmer als gleichberechtigte Partner zu sehen. In seiner Autobiografie, die kurz vor seinem Tod erschien, schilderte er seine persönliche Erfolgsgeschichte. Darüber hinaus schrieb er 9 Punkte nieder, die ihm zeitlebens sehr wichtig waren:

  1. Sei kundenorientiert und hartnäckig
  2. Sei sparsam und baue das gesamte Unternehmen auf Sparsamkeit auf
  3. Denke in kleinen Schritten
  4. Ein Schritt nach dem anderen
  5. Kommuniziere
  6. Bleibe mit deinen Füssen am Boden
  7. Verlagere Verantwortung nach unten
  8. Sorge dafür, dass gute Ideen an die Oberfläche kommen
  9. Halte die Organisation schlank und bekämpfe Bürokratie

Nach langer Krankheit starb Samuel Walton am 5. April 1992 an Blutkrebs. Er hinterlies seiner Frau und seinen vier Kindern knapp 2.000 Supermärkte, die pro Jahr einen Umsatz von 50 Milliarden Dollars erwirtschafteten.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

28. März 2017 – Ein Brief von Guido

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und freue mich, einen weiteren Tag unter Floridas Sonne geniessen zu dürfen. Ächzend rolle ich mich aus dem Bett und eile nach draussen, um die Milchflaschen, die Morgenzeitung sowie die Briefpost hereinzuholen. Im Anschluss führe ich auf der Terrasse die Morgengymnastik durch und summe die Melodie von der „launischen Forelle“ – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Während sich Hund Dixon am Teich vergnügt, lasse ich die Seele bei Wirbelbad baumeln. Unterdessen sehe ich die Post durch und stosse neben unzähligen Werbedepeschen auch auf einen Brief. Ich reisse den Umschlag spornstreichs auf und werde prompt von einer Schwindelattacke heimgesucht.


Das schwarze Schaf der Familie

08.45 Uhr Nachdem sich mein Pulsschlag normalisiert hat, überfliege ich die handschriftlich aufgesetzten Zeilen und ärgere mich sehr über Guidos Frechheiten. Das schwarze Schaf der Familie lässt mich in seinem Pamphlet wissen, dass es aus der Vergangenheit gelernt hat und längst auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt ist. Ferner entschuldigt der Kerl sich für seine Taten und schreibt, dass er mir niemals mehr etwas Böses antun wird. Ich komme aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und lese weiter, dass der Verbrecher im Sommer nach Amerika ausfliegen und im Rahmen eines persönlichen Gesprächs alle Unstimmigkeiten aus der Welt schaffen möchte – wie unlöblich.
09.30 Uhr Nach dem Badespass schenke ich mir einen Whiskey ein und nehme in der Hollywoodschaukel platz, um den Brief noch einmal zu lesen. Leider wird die Ruhe alsbald durch Frau Pontecorvo gestört. Meine Nachbarin winkt mir aufgeregt zu und lädt mich ein, nach nebenan zu kommen.


Ich ertränke meine Probleme im Alkohol

10.00 Uhr Ich leiste Frau Pontecorvo bei der wichtigsten Mahlzeit des Tages Gesellschaft und mache mich wortlos über ein Stück Käsekuchen her. Währenddessen redet meine Gastgeberin ohne Punkt und Komma auf mich ein und vertellt, dass sie am Wochenende nach Jacksonville reisen und ihre Freundin besuchen wird. Ich seufze laut und entgegne, dass ich gleich einen Makler kontaktieren und mein Eigenheim zum Verkauf anbieten werde. Darüber hinaus überreiche ich der kleinen Frau Guidos Brief und stelle klar, dass ich in Naples nicht mehr in Sicherheit bin. Meine Tischnachbarin macht grosse Augen und meint, dass ich positiv in die Zukunft blicken und mich mit Guido aussprechen sollte. Ich zeige meiner Bekannten den Vogel und unterbreite, dass ich noch heute mein Ränzlein schnüren und im Reservat der Seminolen Indianer Asyl suchen werde.
11.00 Uhr Wenig später werden wir Zeugen, wie Herr Leonardos verrosteter Pritschenwagen vorfährt. Der muskelbepackte Gärtner rollt seinen Rasenmäher auf mein Grundstück und macht es sich zur Aufgabe, die hochgewachsene Wiese zu trimmen. Zeitgleich schenke ich mir etwas Kaffee nach und mache Frau Pontecorvo auf den Umstand aufmerksam, dass es zwischen mir und Guido niemals eine Aussprache geben wird.


Mein Zuhause unter Palmen

11.45 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten reiche ich meiner Nachbarin die Hand und wünsche ihr einen schönen Nachmittag. Danach kehre ich deprimiert in die kleine Villa zurück und trinke ein kühles Bier. Nebenher tippe ich Edelberts Nummer in die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) ein und erzähle dem schlauen Mann, dass mir Guido einen Brief geschickt hat. Der Professor wird sogleich hellhörig und bittet mich, das Niedergeschriebene vorzulesen. Ich fackle nicht lange und lege anschaulich dar, dass Elsbeths Sohn irgendetwas im Schilde führt. Edelbert gibt mir Recht und meint, dass es angebracht wäre, eine Schrotflinte zu kaufen – das ist gar keine schlechte Idee.
12.30 Uhr Da Dixon langsam unruhig wird, nehme ich ihn an die Leine und breche zu einem lustigen Spaziergang auf. Nebenbei mache ich mir eigene Gedanken und ringe mich dazu durch, mir Rat von meinem Bruder zu holen. Während wir am Zaun des „La Playa“ Golfplatzes entlang spazieren, rufe ich im fernen Toronto an und lasse auch Georg an meinen Problemen teilhaben. Mein Bruder kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und berichtet, dass er am heutigen Morgen ebenfalls ein Entschuldigungsschreiben erhalten hat – wie schrecklich.
13.00 Uhr Nachdem ich erfahren habe, dass meine Verwandten am 3. April in Naples eintreffen werden, beende ich das Gespräch und statte dem Golfvereinsheim einen Besuch ab. Völlig verschwitzt lasse ich mich auf der Terrasse nieder und ordere einen erfrischenden „Arnold Palmer“ sowie einen saftigen Hamburger mit Fritten. Um auch Dixon etwas Gutes zu tun, fordere ich den gestriegelten Kellner auf, etwas Speck aufzutischen.


Ich trinke einen Arnold Palmer

14.00 Uhr Redlichst gestärkt mache ich mich auf den Heimweg und werfe Dixon Stöckchen zu. Zudem blicke ich skeptisch zum Himmel und registriere, dass sich im Westen dunkle Wolken zusammenbrauen – wie unlöblich.
14.45 Uhr Zuhause angekommen, fülle ich den Napf meines Haustiers mit Futter auf und falle dann aufs Kanapee.
15.45 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und fülle meine Hahn und Henne Tasse mit Bohnentrunk auf. Anschliessend setze ich mich an den Schreibtisch und recherchiere im Internetz nach einem örtlichen Waffengeschäft, in dem grosskalibrige Schusswaffen feilgeboten werden. Prompt werde ich fündig und fasse den Entschluss, den morgigen Tag zu nutzen, um mir eine Selbstladeflinte aus dem Hause MERCURY zuzulegen.
16.30 Uhr Nachdem ich die Anschnurseelsorge erledigt habe, schenke ich mir ein eiskaltes Budweiser hinter die Binde und schiebe eine Thunfischpizza in den Backofen – wie gut das duftet.
17.30 Uhr Zum Abschluss des Tages telefoniere ich erneut mit Edelbert und lade ihn ein, mich in den nächsten Tagen zum „Smokin‘ Gunshop“ zu begleiten. Edelbert nickt eifrig und sagt, dass er gerne mitkommen wird.
18.15 Uhr Endlich kann ich es mir in der klimatisierten Stube bequem machen und den FOX Abendnachrichten frönen. Der Moderator berichtet über einen heimtückischen Terroranschlag in Afghanistan und meldet, dass feige Talibanheinis in Kabul mindestens 45 Menschen getötet haben.

19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, nehme ich zur besten Sendezeit mit dem NETFLIX Programm Vorlieb und schaue mir einige Episoden der Serie „Love“ (löblich: Liebe) an. Ich tauche in das Leben der jungen Mickey ein, die trotz intensiver Suche keinen geeigneten Lebenspartner finden will – da kommt Freude auf.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Dauerlachen schalte ich die Glotz aus und unternehme mit Dixon einen kleinen Spaziergang durch den Garten. Anschliessend verriegle ich die Haustüre und lege mich ins Bett. Gute Nacht.

27. März 2017 – Iwo Jima

usa

Sehr verehrte Damen und Herren,

am 26. März 1945 erklärte der Befehlshaber der amerikanischen Streitkräfte im Pazifik, dass die Schwefelinsel Iwo Jima sicher sei. Damit endete die blutige Schlacht um das 23 Quadratkilometer grosse Eiland im pazifischen Ozean.

Iwo Jima wurde in den 1930er Jahren zu einem japanischen Stützpunkt ausgebaut und bot bis zum Kriegsanfang 1.200 Menschen eine Heimat. Das Eiland hatte für die Japaner eine strategische Bedeutung, weil amerikanische Bomberflotten, die in Richtung Tokio flogen, früh gesichtet werden konnten.

Aus diesem Grund entschloss sich das amerikanische Oberkommando im Februar 1945, die Insel zu bombardieren und sämtliche Funkstationen dem Erdboden gleichzumachen. Letztendlich landeten am 19. Februar 1945 Zehntausend Soldaten auf Iwo Jima und sahen sich mit einer japanischen Übermacht konfrontiert.

Nach einem viertägigen Kampf mit weit über 50.000 Toten und Verletzten, hissten die Soldaten Michael Strank Harlon Block, Franklin Sousley, John Bradley, Rene Gagnon und Ira Hayes auf dem höchsten Punkt der Insel die amerikanische Flagge. Das Bild des Kriegsreporters Joe Rosenthal ging um die Welt und machte nicht nur den Photografen weltberühmt.

In der Folgezeit zogen sich die nur noch 500 Mann starke japanische Armee in den Osten zurück. Die amerikanischen Truppenverbände rückten vor und mussten weitere Hunderte Tote hinnehmen. Unter anderem starben auch die Marines Strank, Block und Sousley. Die drei überlebenden Fahnenaufsteller wurden daraufhin nach Amerika ausgeflogen und auf eine Werbetournee durchs ganze Land geschickt.

Die Kampfhandlungen endeten am 26. März 1945. Die Vereinigten Staaten hielten Iwo Jima bis 1968 besetzt und gaben es anschliessend an Japan zurück. Seitdem ist der 26. März ein Gedenktag für die vielen Soldaten, die auf Iwo Jima ihr Leben lassen mussten.

Wir werden die Helden niemals vergessen
Reinhard Pfaffenberg

25. und 26. März 2017 – Sommerzeit

Hallo Leute,

heute müssen wir um 2:00 Uhr aufstehen und die Uhren um 1 Stunde vorstellen!
Während mein Vermieter seine ROLEX bereits am 12. März umstellen durfte, beginnt in Deutschland die Sommerzeit erst am 26. März.


Sommerzeit

Ich habe mich im Internet schlau gemacht und erfahren, dass die Zeitumstellung auf den amerikanischen Gelehrten Benjamin Franklin zurückgeht. Dieser schrieb im Jahre 1784 im „Journal de Paris“, dass das ausgedehnte Nachtleben Energie vergeude. Schon damals schlug der Erfinder vor, mit den Hühnern ins Bett zu gehen und früh aufzustehen. Die Idee einer staatlich verordneten Sommerzeit kam dann im 20. Jahrhundert auf. Erstmals wurde während des ersten Weltkriegs eine Zeitumstellung durchgeführt. Dadurch versprach man sich Energieeinsparungen bei der künstlichen Beleuchtung an langen Sommerabenden. Natürlich waren die Vorreiter wieder einmal die Deutschen sowie die Monarchen von Österreich-Ungarn. Wenig später sprangen auch andere europäische Staaten auf diesen Zug auf und stellten zwei Mal im Jahr die Uhren auf die Sommer- bzw. die Winterzeit um.

Mittlerweile haben angesehene Mediziner jedoch herausgefunden, dass die Zeitumstellung negative Auswirkungen auf den Biorhythmus vieler Menschen, Haustiere sowie Nutztiere haben kann. Deswegen setzen sich viele Politiker dafür ein, die Zeitumstellung fallen zu lassen 🙂

Ansonsten ist während der Woche nichts spannendes passiert.
Ich habe jeden Tag im Kreisverwaltungsreferat geschuftet und durfte von Dienstag bis Donnerstag Herrn Löschnik von VORWERK im Pensionszimmer beherbergen. Ausserdem habe ich mir die neue NINTENDO SWITCH Spielkonsole zugelegt und bin nun fleissig am „ZELDA – BREATH OF THE WILD“ zocken 🙂

Okidoki, nun möchte ich euch eine tolle Woche mit viel Sonnenschein wünschen.
Eure Sandra

24. März 2017 – Ein Hai am Barfuss Strand

08.00 Uhr Ich werde durch ein schönes Elvis Presley Lied geweckt und fühle mich blendend. Ruckzuck rolle ich mich aus dem Wasserbett und fordere die AMAZON ECHO Lautsprechersäule auf, weitere Lieder des „King of Rock’n Roll“ (löblich: König des Rock und Rolls) zu spielen – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Nachdem ich meine eingerosteten Glieder zur stimmungsvollen Komposition „Devil in Disguise“ (löblich: Teufel in Verkleidung) gelockert habe, stelle ich die Kaffeemaschine ein und verabschiede mich in die Nasszelle. Beschwingt lasse ich die Wanne mit Wasser volllaufen und blättere nebenher in der Tageszeitung. Ich überfliege wissbegierig die aktuellen Neuigkeiten aus dem Collier County und lerne, dass Wanderer am Barefoot Beach (löblich: Barfuss Strand) ein Hai gesichtet haben. Ich staune Bauklötze und fasse den Entschluss, diesen Strandabschnitt in Zukunft zu meiden – wo soll das noch hinführen.


Hilfe, ein Haifisch

09.30 Uhr Just als ich vor den Spiegel trete und mich ankleide, stösst Frau Gomez die Haustüre auf und plappert, dass sie nun die kleine Villa auf Vordermann bringen wird. Ich gebe mich skeptisch und erkundige mich, warum die Arbeiten nicht schon am Mittwoch erledigt wurden. Die Putzfrau gibt sich kleinlaut und entgegnet, dass sie wegen einer Bronchitis leider etwas kürzer treten musste. Ferner erfahre ich, dass mir die Perle eine WhatsÄpp Depesche zugesendet und ihr Kommen für heute angekündigt hat – das kann jeder behaupten.
10.00 Uhr Während sich meine Zugehfrau um die Wäsche kümmert, lasse ich mich am Küchentisch nieder und trinke zur wichtigsten Mahlzeit ein Gläschen Schaumwein. Darüber hinaus telefoniere ich mit Edelbert und merke an, dass ich alsbald zu Bob’s Liquor Store rasen und Weissbier einkaufen werde. Der Professor wimmelt mich jedoch ab und meint, dass er heute Frau Brandie Cream zum Lunch (löblich: Mittagessen) treffen wird – jaja.
10.30 Uhr Nachdem ich mich gestärkt habe, sehe ich im Badezimmer nach dem Rechten und bitte die fleissige Putzperle, nicht nur den grossen Spiegel auf Hochglanz zu bringen, sondern auch die Badewanne zu reinigen. Anschliessend lüfte ich meine NY YANKEES Kappe und gebe zu Protokoll, dass ich nun Getränke einkaufen werde.


Ich schoppe ordentlich ab

11.00 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise im PS-strotzenden Chevrolet Suburban treffe ich endlich am Ziel ein und habe das Vergnügen, Herrn Bob höchstpersönlich hinter der Registrierkasse anzutreffen. Weil sich nur wenige Kunden im Geschäft tummeln, begleitet mich der Alkoholfachmann durch die Gänge und berichtet, dass er seit Kurzem Geschmack an Wodka gefunden hat. Zu allem Überfluss hält mir Herr Bob eine Flasche „Grey Goose“ vors Gesicht und beteuert, dass dieser französische Trunk ganz vorzüglich mundet.
11.30 Uhr Dreissig Minuten später rolle ich den Einkaufswagen zur Kasse und sehe mich genötigt, für zwölf Flaschen Löwenbräu Helles, vier Sechserpacks Budweiser, einer Flasche Veuve Clicquot Schaumwein sowie einem Träger Erdinger Weissbier knapp 180 Dollars auszugeben. Herr Bob nimmt die bunten Scheine freudenstrahlend an sich und meint, dass er mir den „Grey Goose“ für 20 Dollars überlassen kann – wie schön.
12.00 Uhr Als nächstes kruse ich hupend zum Village Walk und statte dem „L’Osteria“ Restaurant einen Besuch ab. Mit Dixon im Schlepptau werde ich in der Gaststube vorstellig und vernehme, dass Gäste mit Haustieren nur auf der schattigen Terrasse bedient werden. Achselzuckend eile ich nach draussen und nehme einen Tisch unter einem grossen Sonnenschirm in Beschlag. Ein gestriegelter Kellner lässt nicht lange auf sich warten und legt mir nahe, ein saftiges „Philly Cheese Steak“ mit der Suppe des Tages (unlöblich: Soup of the Day) zu ordern. Ich nicke eifrig und bitte den Heini, ausserdem etwas Schinken für Dixon aufzufahren – das gibt ein Festessen.
12.30 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse und meine ausgetrocknete Kehle mit süffigem Eistee spüle, werde ich auf zwei deutschsprechende Touristen am Nebentisch aufmerksam. Schnell komme ich mit den Urlaubern ins Gespräch und bringe heraus, dass Frau Irmi (33) und Herr Karl (35) aus dem Wiener Gemeindebezirk Favoriten stammen. Ich proste den Beiden redlichst zu und lege ihnen nahe, schnellstmöglich zum wunderschönen Barefoot Beach zu krusen und sich dort in die Fluten zu stürzen – was kann es schöneres geben.


Mein Zuhause unter Palmen

13.15 Uhr Mit vollem Magen begleiche ich die Rechnung und trete die Heimreise in den Willoughby Drive an. Nebenher rede ich auf den Vierbeiner ein und kündige an, dass uns nun ein entspannter Nachmittag bevorsteht.
14.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, schlüpfe ich aus den Flip Flops und mache es mir zur Aufgabe, etliche Bierflaschen in den Eiskasten zu stellen und einen Schluck Wodka zu trinken. Im Anschluss falle ich gähnend aufs Kanapee und döse schnell ein.
15.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und stelle fest, dass sich der Rüde nach draussen verabschiedet hat. Ich folge Dixons Beispiel und nehme in der Hollywood Schaukel platz, um das Kreuzworträtsel in der Tageszeitung zu lösen. Plötzlich kommt Frau Pontecorvo daher und möchte wissen, ob ich sie am Abend ins Lichtspielhaus begleiten möchte. Meine Nachbarin schwärmt in den höchsten Tönen und setzt mich darüber in Kenntnis, dass heute die sehenswerte Komödie „Wilson“ im Kino anläuft – das ist mir Wurst.
15.45 Uhr Als endlich Ruhe und Frieden Einzug gehalten haben, kehre ich kopfschüttelnd in die gute Stube zurück und kümmere mich um die Anschnurseelsorge. Ich nehme Hilferufe besorgter Eltern in Augenschein und rate den Erziehungsberechtigten, sich von der heutigen Jugend nicht alles gefallen zu lassen.
17.00 Uhr Nachdem Dixon von seinem Ausflug zurückgekehrt ist, beende ich die Arbeit und mache mich in der Küche nützlich. Ich dekantiere eine Flasche Rotwein und ringe mich dazu durch, ein italienisches Nudelschichtgericht im Ofen aufzubacken – wie gut das duftet.


Auch Morgen scheint die Sonne – wie schön

18.00 Uhr Nach der Stärkung gehe ich zum gemütlichen Teil des langen Tages über. In Dixons Beisein folge ich den Nachrichten auf FOX und vernehme, dass uns morgen ein Hochdruckgebiet Rekordtemperaturen bescheren wird.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit schaue ich mir auf HBO den Zukunftsfilm „Max Steel“ an. Ich komme aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und werde Zeuge, wie ein unterbelichteter Jugendlicher zu einem Superhelden mutiert und die Welt vor dem Untergang rettet – diesen Unsinn muss man gesehen haben.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Klamauk schalte ich den Flachbildschirm ab und ziehe mich ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.