28. August 2017 – Edward Gein

pfaffenbergkl

Sehr geehrter Leser,

gestern vor 111 Jahren erblickte der berüchtigte Massenmörder Edward Gein in La Crosse, WI das Licht der Welt.

Der Sohn von George und Augusta Gein wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und musste sich stets mit seinem alkoholkranken Vater herumschlagen. Weil das Familienoberhaupt keinem Job nachkam, war die Mutter genötigt, alleine für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen – wie unlöblich.

Edgein
Herr Edward Gein

Zu Anfang der 1920er Jahren kaufte die Familie einen Bauernhof in der Nähe von Plainfield. In diesem verlassenen Landstrich frönten die Eltern ihrem religiösen Wahn und schrieben es sich auf die Fahnen, die heranwachsenden Söhne von sämtlichen äusseren Einflüssen abzuschirmen.

Anno 1940 starb George Gein an den Folgen seiner Sucht.
Ed Gein lebte mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder weiter auf der Farm und kümmerte sich ausserhalb seiner Schulzeit um zugelaufene Katzen und Hunde. Als 1944 die Farm abbrannte, fand die Polizei in den verkohlten Trümmern einer Scheune Henry Geins Leiche. Obgleich am Toten ein schweres Schädeltrauma festgestellt wurde, gab Ed zu Protokoll, dass Henry verbrannt sei. Angesehene Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass womöglich Ed seinen Bruder hinterrücks erschlagen und daraufhin das Feuer gelegt haben könnte.

Ein Jahr später starb auch Augusta Gein im Alter von 67 Jahren.
Da Ed an seine Mutter emotional gebunden war, verfiel er in eine tiefe Sinnkrise und vermied es, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Erst drei Jahre später, als ein Ladenbesitzer entführt wurde, überprüften einige Polizisten Eds Farmhaus vor den Toren Plainfields. Die Beamten fanden nicht nur die ausgeweidete Leiche des Geschäftsmannes, sondern auch mindestens 15 Teile anderer Verstorbener. Darüber hinaus stiessen die Ordnungshüter in Ed Geins Wohnstube auf ein menschliches Herz, weibliche Geschlechtsorgane, Knochen sowie auf Geschichtsmasken, die aus menschlicher Kopfhaut gefertigt wurden.

Ed Gein wurde daraufhin verhaftet und ins „Central State Hospital“ nach Waupun, WI gebracht. In psychiatrischer Behandlung gab er zu, mindestens zwei Morde begangen zu haben. Erst 13 Jahre später wurde er vor Gericht gestellt und zu einer lebenslangen Haftstrafe in der Psychiatrie verurteilt. Ed Gein starb am 26. Juli 1984 im „Central State Hospital“ von Waupun, WI an einer Krebserkrankung.

Der Fall beschäftigte für Jahrzehnte die Menschen in den Vereinigten Staaten. Unter anderem verwendete der amerikanische Autor Robert Bloch die Geschichte für seinen Erfolgsroman „Psycho“. Ferner waren die Schreckenstaten auch Vorbild für zahllose Spielfilme wie „Blutgericht in Texas“ oder „Das Schweigen der Lämmer“ – das ist ja allerhand.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

26. und 27. August 2017 – Der dunkle Turm

Hallo Freunde der Nacht,

im Kino sind in den letzten Woche tolle Filme angelaufen.
Unter anderem ermittelt der bayerische Dorfbulle Franz Eberhofer wieder in Niederkaltenkirchen. In der „Griesnockerlaffäre“ gerät er diesmal selbst ins Fadenkreuz und wird beschuldigt, seinen Vorgesetzten ermordet zu haben. Ausserdem geht die Neuumsetzung der „Planet der Affen“ Filme in seine dritte Runde. Das Science Fiction Abenteuer „Planet der Affen: Survival“ erzählt vom Aufstand der Affen, der zu einem brutalen Krieg zwischen den Menschen und den Primaten eskaliert …

Das absolute Kinohighlight des Jahres ist seit dem 10. August in den deutschen Lichtspielhäusern zu sehen. Der dänische Regisseur und Drehbuchautor Nikolaj Arcel (bekannt durch „Verblendung“) hat sich an die epische Stephen King Erzählung „Der dunkle Turm“ herangewagt und die Abenteuer des Revolvermanns Roland auf die grosse Kinoleinwand gebracht. Der wortkarge Einzelgänger Roland Deschain lebt in einer Welt, die im Sterben liegt. Um die Welt zu retten, macht er sich auf, das Kraftzentrum aller Welten – den sogenannten dunklen Turm – zu erreichen …

Der erste Roman von Stephen Kings düsterer Fantasy Serie erschien erstmals 1982 in Buchform. Bis heute kamen weitere sieben Fortsetzungsromane in den Handel. Da der Film nur 100 Minuten läuft, kann man davon ausgehen, dass SONY PICTURES in den kommenden Jahre etliche Filme nachschieben wird. Ich bin jedenfalls sehr gespannt und werde mir den „Dunklen Turm“ heute im Kino anschauen.


Stephen King – Schwarz – Der Dunkle Turm

Okidoki, nun möchte ich euch allen ein schönes Wochenende mit viel Sonne wünschen. Ich muss jetzt mit Reinhard skypen und mich über seine Heimreise schlau machen. Schliesslich wird er Übermorgen dem Lake Simcoe Lebewohl sagen und zurück nach Florida fahren 🙂
Sandra

23. August 2017 – Regenwetter

07.45 Uhr Weil ein donnernder Regenschauer niedergeht, stehe ich etwas früher auf und ziehe mich spornstreichs ins Badezimmer zurück. Während sich Dixon mit einem quietschenden Spielzeug beschäftigt, brause ich mich kalt ab und komme zu dem Schluss, dass man bei diesem Sauwetter kaum einen Schritt vor die Türe wagen kann.
08.45 Uhr Sechzig Minuten später pocht Edelbert an die Pforte und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er sich auch frisch machen möchte. Ich schlüpfe seufzend in modische Freizeitkleidung und lasse meinen Bekannten wissen, dass ich auf Hygiene besonders grossen Wert lege. Danach setze ich mir die NY YANKEES Kappe auf und flitze mit dem Vierbeiner im Schlepptau zum Haupthaus, um meine Familie herzlich zu begrüssen. Maria schenkt mir ein Lächeln und beteuert, dass das schlechte Wetter zu einer Partie Monopoly einlädt. Da ich Brettspiele nicht ausstehen kann, schüttle ich den Kopf und stelle klar, dass ich ganz bestimmt nicht mitspielen werde. James schlägt in die gleiche Kerbe und kündigt an, dass er gleich nach Toronto rasen wird, um seinen Gitarristen zu treffen. Als ich genauer nachfrage, rückt mein Neffe mit der ganzen Wahrheit heraus und erzählt, dass Sam Dietz über das Wochenende an neuen Liedern gefeilt hat – das hört man gerne.


Schlechtes Wetter am Lake Simcoe

09.30 Uhr Wenig später kommt der Professor dazu und lässt sich ebenfalls die wichtigste Mahlzeit des Tages munden. Als ich meinen trocknen Hals durchspüle und verträumt nach draussen spähe, kommt der gute Mann auf unsere Heimreise zu sprechen und unterbreitet, dass wir am Dienstag dem Lake Simcoe Lebewohl sagen sollten. Ich nicke eifrig und erwähne, dass es eine Gaudi wäre, am Erie See entlang zu krusen und einen Zwischenstopp in Detroit einzulegen. Edelbert macht grosse Augen und zögert nicht, den RAND MCNALLY Atlas hervorzuholen und sich über die Wegstrecke schlau zu machen. Unterdessen wende ich mich dem kleinen David zu und bringe heraus, dass er am 5. September wieder zur Schule gehen und für das Leben lernen muss.
10.30 Uhr Nachdem sich James verabschiedet hat, baut Maria das Monopoly Brett auf und animiert uns, am Spiel teilzunehmen. Ich lehne dankend ab und merke an, dass ich die Vormittagsstunden ausnutzen werde, um den WINNEBAGO TRAVATO aufzutanken. Edelbert reibt sich die Hände und sagt, dass er mich begleiten wird.


Wir müssen tanken – was das wieder kostet

11.15 Uhr Wenig später sitzen wir im Wohnmobil und schlittern bei stetigem Regen auf dem schlammigen Schotterweg in Richtung Gilford Beach. Weil in diesem Nest keine Tankstelle angesiedelt ist, sehen wir uns genötigt, auf der Staatsstrasse 39 nach Innisfil weiterzufahren. Nebenher plaudere ich angeregt mit dem Professor und unke, dass wir für unsere Heimreise mindestens acht Tage einplanen müssen. Prof. Kuhn gibt mir Recht und sagt, dass er es kaum noch erwarten kann, die Stadt Detroit zu sehen – das wird eine Gaudi.
11.45 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten fahre ich auf den Hof einer ESSO Tankstelle auf. Während ich Treibstoff in den Tank einlaufen lasse, nimmt Edelbert die Spannungsanzeige der Batterie in Augenschein und erinnert, dass wir den Akkumulator vor unserer Abfahrt aufladen sollten – jaja.
12.30 Uhr Nach dem Bezahlvorgang hüpfen wir wieder ins Auto und gleiten durch Innisfil, um nach einer einladenden Gaststätte Ausschau zu halten. Bald kommen wir vor der „Beach Bar“ (löblich: Strand Bar) an der Beach Road zum stehen und ringen uns dazu durch, in dieser Wirtschaft ein kleines Päuschen einzulegen. Natürlich begrüsst uns der Wirt überschwänglich und berichtet, dass wir heute die ersten Gäste sind. Wir fackeln nicht lange und bitten den Heini, zwei vitaminreiche Caesar Salads sowie gesunde Nachos aufzutischen.


Bier ist sehr gesund

13.00 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen und unsere Kehlen mit süffigem Hopfentrunk ölen, bringt mein Tischnachbar erneut unsere Heimreise ins Spiel und informiert, dass es angebracht wäre, von Detroit nach Indianapolis zu rasen. Ich lege meine Stirn in Falten und stelle mit grosser Freude fest, dass wir bereits Mitte der kommenden Woche in Nashville, TN sein könnten – da kommt besonders grosse Freude auf.
14.00 Uhr Nachdem wir die Zeche beglichen haben, torkeln wir zum Wohnmobil zurück und fahren gemächlich in Richtung Lake Simcoe davon. Zudem lauschen wir dem Radioprogramm einer örtlichen Sendeanstalt und haben das Vergnügen, ein schönes Lied aus Alan Jacksons Feder zu hören.

14.45 Uhr Endlich sind wir wieder zuhause und können uns von den Strapazen des Vormittags entspannen. Ich lege in der Wohnstube die Beine hoch und döse prompt ein – das tut gut.
15.45 Uhr Leider wird die Ruhe bald durch Maria gestört. Meine Schwägerin hantiert in der Küche mit den Töpfen und meint, dass sie am Abend eine herzhafte Nudelsuppe auf den Tisch bringen wird. Ich lecke mir die Lippen und nehme mir das Recht heraus, mich zu David, Edelbert und Georg auf die Terrasse zu gesellen. Missmutig nehme ich auf der Sitzbank platz und lasse die anderen wissen, dass das trübe Wetter sehr auf meine Stimmung drückt. Mein Bruder beruhigt mich sofort und sichert zu, dass Morgen ganz bestimmt wieder die Sonne vom Himmel lachen wird.
16.30 Uhr Kurze Zeit später kehrt James von seinem Stadtausflug zurück. Während David auf und ab hüpft, hievt der gute Junge eine Plastiktüte aus dem Kofferraum und plappert, dass er Knabbereien mitgebracht hat. Ausserdem präsentiert James eine Filmscheibe und sagt, dass wir uns den Abend mit dem Welterfolg „Alien: Covenant“ versüssen werden – das kann mir nur Recht sein.


Wir versüssen uns den Abend mit einem Film

17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 5 deutet, ruft uns Amanda zu Tisch und verwöhnt uns mit einer heissen Gemüsebrühe. Dazu gibt es Labatt Blau Bier sowie im Backofen aufgewärmtes Maisbrot – das schmeckt.
18.00 Uhr Mit vollem Magen lege ich den Löffel beiseite und fasse den Entschluss, mit Gassi zu gehen. Um nicht nass zu werden, werfe ich mir einen grünen Regenponcho über und spaziere missmutig zum See – gleich platzt mir der Kragen.
19.00 Uhr Um endlich zur Ruhe zu kommen, lasse ich mich in den bequemen Ledersessel fallen und fordere James auf, den mitgebrachten Film ins Abspielgerät zu stecken. Der junge Mann gehorcht mir aufs Wort und mutmasst, dass die aktuelle Regiearbeit des Hollywoodvirtuosen Ridley Scott nichts für Kinderaugen ist. David blickt traurig drein und verabschiedet sich nörgelnd ins Kinderzimmer. Anschliessend betätigt James den ON (löblich: AN) Knopf auf der neumodernen Fernbedienung und wir tauchen in die Abenteuer mehrerer Astronauten ein, die in einer fernen Galaxie auf einen bewohnbaren Planeten stossen – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Nervenkitzel reiche ich die Fernbedienung an Amanda weiter und ziehe ich mich ins Gästezimmer zurück. Gute Nacht.

1. und 2. Juli 2017 – Mädelstrip

Hallo Leute,

während der letzten Wochen fand der „FIFA Confederations Cup“ in Russland statt. Eigentlich versprach das Teilnehmerfeld mit Weltmeister Deutschland, dem Copa America Sieger Chile, dem Europameister Portugal und dem Afrikameister Kamerun spannende Spiele. Doch die Begegnungen haben mich kaum vom Sessel gerissen. Deswegen werde ich mir Morgen das Finale zwischen Deutschland und Chile ganz bestimmt nicht anschauen. Stattdessen wird es mich mit Mitbewohnerin Bärbel und Cousin Bernd in den Biergarten verschlagen 🙂

Ausserdem haben wir für den heutigen Abend einen Ausflug ins Kino geplant. Mitte Juni lief die amerikanische Komödie „Mädelstrip“ in den deutschen Kinos an. Die bekannte Schauspielerin Goldie Hawn und die begnadete Stand-Up-Comedienne Amy Schumer lassen es in dieser Komödie ordentlich krachen. Emily wird von ihrem Freund verlassen und fliegt mit ihrer Mutter Linda nach Südamerika. Die beiden müssen natürlich haarsträubende Abenteuer überstehen und tappen von einem Fettnäpfchen in den nächsten Schlamassel …

Ich bin ein grosser Fan von Amy Schumer.
Die 36jährige wurde in einschlägigen Clubs in New York City gross und trat ab 2007 in der Talentshow „Last Comic Standing“ auf. Danach bekam sie mit „Inside Amy Schumer“ ihre eigene Serie, die mit mehreren Fernsehpreisen ausgezeichnet wurde. In der Zeitung habe ich gelesen, dass Amy Schumer laut des „Time Magazins“ zu den 100 einflussreichsten Menschen zählt und auf eine riesige Online Community (alleine auf Instagram folgen ihr knapp 7 Millionen Fans) zählen kann ^^

Okay, jetzt muss ich aber im Garten arbeiten, die Beete giessen und mit den Katzen spielen. Ich wünsche euch allen ein tolles Wochenende.

Eure Sandra

29. Juni 2017 – Starkregen

08.00 Uhr Ich werde durch eigenartige Geräusche geweckt. Als ich mir die Augen reibe und neugierig aus dem Fenster spähe, werde ich Zeuge, wie ein tosender Wolkenbruch niedergeht – wie unlöblich.
08.30 Uhr Während der Starkregen gegen die Fenster prasselt, stecke ich Dixon einen Kauknochen ins Maul und verabschiede mich in die Nasszelle. Wie es sich gehört, entspanne ich mich bei einem löblichen Wirbelbad und nutze die Ruhe, um mit Georg zu telefonieren. Trotz des garstigen Wetters legt mein Bruder beste Laune an den Tag und berichtet, dass er sich entschlossen hat, am 12. Juli nach Kanada auszufliegen. Ferner erfahre ich, dass meine Verwandten den Hochsommer mit den Kindern am Lake Simcoe verbringen und spätestens im Oktober nach Naples zurückkehren wollen. Ich gebe mich deprimiert und merke an, dass es eine Gaudi wäre, mit nach Toronto zu kommen und die Seele für mehrere Wochen in Gilford Beach baumeln zu lassen. Georg ist begeistert und animiert mich, noch heute einen Flug zu buchen.


Meine Verwandten fliegen bald nach Kanada

09.30 Uhr Ordentlich gereinigt steige ich aus der Wanne und nehme mir das Recht heraus, an die Leine zu gehen und auf Expedia.com die Flugpreise eingehend zu studieren. Leider wird mir schnell klar, dass eine kurzfristige Buchung ein kleines Vermögen verschlingen würde – wie schade.
10.00 Uhr Just als ich mich am Küchentisch niederlasse und die wichtigste Mahlzeit des Tages einnehme, lässt der Regen endlich nach. Weil es Dixon kaum noch erwarten kann, im Garten zu spielen, öffne ich spornstreichs die Terrassentüre und halte den Rüden an, sich vom Teich fernzuhalten. Danach giesse ich mir etwas Kaffee nach und rufe kurzerhand beim Professor an. Als sich Edelbert nach dem dritten Tuten meldet, komme ich auf Georg und Marias Abflug in der übernächsten Woche zu sprechen und stelle klar, dass wir die lieben Leute mit einer Grillfeier verabschieden sollten. Mein Bekannter zeigt sich einverstanden und erinnert, dass wir auch am 4. Juli ein Barbecue ausrichten sollten. Ich nicke eifrig und verspreche, alsbald mit Frau Pontecorvo zu sprechen und die Planungen für eine rauschende Independence Day (löblich: Unabhängigkeitstag) Feier voranzutreiben – wie aufregend.


Bald wird der 4. Juli gefeiert – wie aufregend

10.45 Uhr Mit vollem Magen eile ich nach nebenan und treffe Frau Pontecorvo in ihrem Schlafzimmer an. Während die Alte das Bett bezieht, verweise ich auf den wichtigsten amerikanischen Feiertag und erwähne, dass ich mich als Grillmeister beweisen werde. Meine Nachbarin seufzt laut und vertellt, dass sie morgen in Richtung Jacksonville aufbrechen und ihre Freundin Blanche besuchen wird – wie schade.
11.30 Uhr Nachdem wir ausgiebig geplaudert haben, kehre ich mit hängendem Kopf zur kleine Villa zurück und bin überrascht, an der Pforte Georg und Maria anzutreffen. Mein Bruder hält mir eine fetttriefende Papiertüte unter die Nase und sagt, dass er ein extraordinäres Mittagessen bei „Dragon Palace“ (löblich: Drachenpalast) besorgt hat.
12.00 Uhr Während wir uns die chinesischen Spezialitäten schmecken lassen, komme ich auf meine Internetzrecherche zu sprechen und verdeutliche, dass ich finanziell nicht in der Lage bin, einen Flug nach Kanada zu buchen. Trotz alledem blicke ich positiv in die Zukunft und freue mich , meine Verwandten im Herbst wiederzusehen. Georg schenkt mir ein Lächeln und informiert, dass wir im Oktober auch Robert Pfaffenberg samt Ehefrau in Naples begrüssen werden – das ist phantastisch.
13.00 Uhr Nach der Brotzeit hole ich drei Bier aus dem Eiskasten und lade die Gäste ein, mir auf der Terrasse Gesellschaft zu leisten. Wir stossen mit den Flaschen redlichst an und vereinbaren, dass wir am Sonntag zum Markt krusen sollten, um Grillfleisch für die anstehende Feier zu besorgen – darauf freue ich mich jetzt schon.
14.00 Uhr Nachdem meine Verwandten das Weite gesucht haben, bette ich mich auf dem Kanapee zur Ruhe und döse schnell ein. Schon bald sehe ich mich im Traum nach Kalifornien versetzt und sehe mich in einem PS strotzenden Mietwagen durch San Franzisko rasen – das war ein Spass.


Ich träume von San Franzisko

15.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und setze mich an den Schreibtisch. Da der Postkasten überquillt, sehe ich mich genötigt, Hilferufe besorgter Eltern zu studieren und Ratschläge am laufenden Band zu erteilen.
15.30 Uhr Just als ich die Depesche eines 56jährigen Frührentners aus Berlin überfliege, kommt Hund Dixon von seinem Ausflug zurück. Ich mache grosse Augen und ärgere mich, weil der Vierbeiner seine Pfoten im Matsch gebadet hat. Weil mir Hygiene sehr am Herzen liegt, packe ich den Frechdachs am Halsband und mache es mir zur Aufgabe, ihn im Garten mit dem Wasserschlauch sauber zu spritzen.
16.15 Uhr Nachdem ich den Wohnzimmerboden gewischt habe, giesse ich mir ein weiteres Bier hinter die Binde und rufe kurzentschlossen bei Prof. Kuhn an. Mein Bekannter wünscht mir einen guten Tag und erzählt, dass er die Nachmittagsstunden ausgenutzt hat, um die Silikonfugen in seinem Bad zu erneuern – wie schön.
17.00 Uhr Zum Abschluss des Tages mache ich mich in der Küche nützlich und brate in gesundem Butterschmalz ein vitaminreiches T-Bone Steak (löblich: T Knochen Schnitzel) heraus. Dazu gibt es eine Portion Erbsen sowie Kartoffelspalten aus dem heimischen Backofen – wie gut das duftet.


Ein Schnitzel ist sehr vitaminreich

18.00 Uhr Nach dem Nachtmahl mache ich es mir in der Wohnstube bequem und fröne den Abendnachrichten auf FOX. Nebenher öffne ich eine Packung Lays Kartoffelchips und komme aus dem Zungeschnalzen gar nicht mehr heraus.
19.00 Uhr Zur Prime Time wechsle ich auf HBO und habe das Vergnügen, eine englische Serie mit dem Titel „The Enfield Haunting“ zu sehen. Das dreiteilige Fernsehspiel beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte einer Familie, deren Haus von einem garstigen Poltergeist heimgesucht wird – wie unheimlich.
21.15 Uhr Nach der letzten Episode schalte ich die Glotze aus und unternehme mit dem Vierbeiner einen kleinen Rundgang durch den Garten. Im Anschluss lösche ich das Licht und gehe schnell zu Bett. Gute Nacht.