12. April 2018 – Happy Birthday Ed O’Neill

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Bild: iDominick / CC BY-SA 2.0

Sehr geehrter Leser,

heute am 12. April 2018 feiert der amerikanische Film- und Seriendarsteller Edward Leonard O’Neill seinen 72. Geburtstag.

Der gute Mann erblickte am 12. April 1946 im ländlichen Youngstown im Bundesstaat Ohio das Licht der Welt. Schon in jungen Jahren hegte der Sohn irischer Einwanderer den Herzenswunsch, ein Profisportler zu werden. Als er mit 23 Jahren von den “Pittsburgh Steelers” zu einem Football Training eingeladen wurde, musste er jedoch erkennen, dass sein Talent kaum für den Profibereich ausreicht. Schlussendlich fasste er den Entschluss, als Stahlarbeiter und Gebrauchtwarenhändler seine Brötchen zu verdienen. Nebenher agierte er für viele Jahre als Laiendarsteller am “Youngstown Theater”.

Im Sommer 1977 war er seines tristen Lebens überdrüssig und zog kurzerhand nach New York, um sich für die Broadway Produktion “Knockout” zu bewerben. Edward O’Neill wurde prompt engagiert und schaffte es, in den folgenden Jahren weitere Musical- und Theaterrollen am Broadway zu ergattern. Ferner bekam er auch die Chance, bei internationalen Filmproduktionen wie “Cruising” (1980), “Die Hunde des Krieges” (1981) sowie der Fernsehserie “Miami Vice” (1984) mitzuwirken.

Als ihm im Winter 1986 die Hauptrolle für die FOX Serie “Married with Children” angeboten wurde, konnte keiner ahnen, dass dieses Fernsehspiel über 259 Episoden laufen und Ed O’Neil zu einem der bekanntesten Schauspieler der Welt machen würde. In der besagten Serie schlüpfte Ed O’Neil für 11 Jahre in die Rolle des frustrierten Schuhverkäufers Al Bundy, der sich mit seiner kaufsüchtigen Frau Peggy und den missratenen Kindern Kelly und Bud herumschlagen muss.

Die Serie wurde bis 1997 mit grossem Erfolg produziert und machte auch den Fernsehsender FOX in aller Welt bekannt. Wegen zu hoher Gagenforderungen der Hauptdarsteller wurde das Sendeformat im Sommer 1997 leider eingestellt.

In den folgenden Jahren brillierte Ed O’Neill in diversen Lichtspielhauserfolgen sowie dem fiktiven Dokuspiel “Modern Family”, das seit 2009 auf ABC zu sehen ist.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

23. Februar 2018 – Hannah

08.00 Uhr Langsam aber sicher geht auch die 8. Woche des Jahres 2018 zu Ende. Wie es sich gehört, stehe ich zeitig auf und läute den sonnigen Morgen mit dem Frühsport auf der Terrasse ein. Während Hund Dixon mit einem Tennisball im Garten spielt, lockere ich meine Glieder und schlage sogar ein Rad.


Dixon spielt mit einem Tennisball

08.45 Uhr Da man sich nicht ungewaschen an den Frühstückstisch setzen sollte, entspanne ich mich bei einem Wirbelbad und nutze die Zeit, um mit dem iPad die neuesten Meldungen abzurufen. Unter anderem lerne ich, dass in zwei Tagen die XXIII. Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang mit einer grossen Abschiedsfeier zu Ende gehen werden. Ich tippe mir demonstrativ an die Schläfe und ziehe es vor, den Flachheimrechner beiseite zu legen und mir die Haare zu waschen.
09.45 Uhr Nach dem Badespass setze ich mich an den Frühstückstisch und lasse mir die wichtigste Mahlzeit des Tages schmecken. Ferner telefoniere ich mit Edelbert und bringe heraus, dass er heute verhindert ist und mich nicht treffen kann. Als ich genauer nachfrage, rückt der gute Mann mit der ganzen Wahrheit heraus und beteuert, dass er von Familie Satesh zum Mittagessen eingeladen wurde – das soll mir auch Recht sein.


Frau Pontecorvo hat einen Käsekuchen gekocht

10.15 Uhr Als die Zeiger meines goldenen Chronographens auf Viertel nach 10 zugehen, räume ich den Tisch ab und bin überrascht, als plötzlich Frau Pontecorvo an die Terrassentüre pocht. Meine Nachbarin wünscht mir einen schönen Morgen und informiert, dass sie einen Käsekuchen gebacken hat. Bevor ich mich versehe, hält mir die Perle einen Teller vor die Nase und bittet mich, ihr ein Heissgetränk zu spendieren. Obgleich ich wichtigeres zu tun hätte, komme ich dem Aufruf nach und nehme abermals die futuristische DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb. Nebenher verfrachtet mein Hausgast ein stattliches Kuchenstück auf einen Porzellanteller und setzt mich darüber in Kenntnis, dass sie Morgen mit Freundinnen ins Lichtspielhaus gehen wird – wie uninteressant.
11.00 Uhr Während wir Kuchen essen und brühfrischen Bohnentrunk geniessen, kommt meine Tischnachbarin auf die Dokumentation “Hannah” zu sprechen und unterbreitet, dass ich mich dem Ausflug anschliessen und in das spannende Leben der Hannah Nydal eintauchen sollte, die den tibetischen Buddhismus einst in der westlichen Welt bekannt machte. Ich lache laut und antworte, dass ich an diesem Unsinn nicht interessiert bin.


Ich lockere die Erde im Petersilienbeet

11.45 Uhr Nachdem Frau Pontecorvo endlich das Weite gesucht hat, schnappe ich mir ein kühles Bier aus dem Eiskasten und mache es mir zur Aufgabe, im Garten zu arbeiten. Während Dixon zum künstlich angelegten Teich läuft, um ausgelassen zu baden, lockere ich die Erde im Petersilienbeet und vergesse auch nicht, etwas Dünger auszubringen. Ferner stelle ich den Rasensprenger ein und nehme mir das Recht heraus, mit Herrn Booth einige Sätze zu wechseln – immerhin ist mir ein gutes Nachbarschaftsverhältnis sehr wichtig.
12.45 Uhr Kurz nach dem Mittagsläuten kehre ich in die gute Stube zurück und schiebe eine Fertigpizza in den Backofen. Während sich die Köstlichkeit im gleissenden Ofenlicht sonnt, mache ich mich im Internetz über Frau Hannah Nydal schlau. Alsbald lese ich auf Wikipedia, dass die Dänin in den 1960er Jahren während einer Himalaya Reise mit dem Buddhismus in Kontakt kam und den Entschluss fasste, in Tibet heimisch zu werden und sich näher mit dieser zwielichtigen Meditationslehre zu beschäftigen. Schlussendlich gründete die Dame Anfang der 1970er Jahre ein eigenes Schulungszentrum in Kopenhagen und schrieb es sich bis zu ihrem Tod im Jahre 2006 auf die Fahnen, als Übersetzerin und Meditationsmeisterin zu fungieren – das ist ja allerhand.


Ich beisse kraftvoll zu

13.30 Uhr Als ich mir eine mit Pilzen und Salami belegte Pizza munden lasse, bimmelt plötzlich das Telefon und ich habe das zweifelhafte Vergnügen, mit Mieterin Sandra tratschen zu müssen. Das Kind plappert ohne Unterlass und weist mich auf die Tatsache hin, dass heute ein Brief von der Stadtverwaltung eingetrudelt ist. Augenrollend erfahre ich, dass die Behörde die Grundsteuer neu berechnen muss und wichtige Unterlagen benötigt. Da ich mich nicht um alles kümmern kann, verweise ich auf die Uhrzeit und bitte Sandra, Morgen noch einmal anzurufen.
14.15 Uhr Nachdem ich das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine verfrachtet habe, schlüpfe ich aus den Flip Flops und bette mich auf dem Wohnzimmerkanapee zur Ruhe – das tut gut.
15.15 Uhr Ich erwache ausgeruht und setze mich an den Schreibtisch. Während mich die Amazon Musiksäule mit handgemachter Landmusik beschallt, beantworte ich Fragen besorgter Heimseitenbesucher und kann es gar nicht glauben, zu welchen Schandtaten die heutige Jugend fähig ist. Selbstverständlich ermutige ich die Eltern, hart durchzugreifen und den Rabauken ganz klare Grenzen aufzuzeigen.
16.15 Uhr Nach der Arbeit sehe ich im Garten nach dem Rechten und ärgere mich, weil der Vierbeiner ausgebüchst ist. Schimpfend stapfe ich zur Villa von Familie Crane und werde Zeuge, wie Dixon mit Nachbarshund Joey um einen Tennisball streitet. Natürlich gehe ich sogleich dazwischen und rufe das Tier auf, mir nach Hause zu folgen.
17.00 Uhr Entnervt fülle ich Trockenfutter in Dixons Napf und mache mich dann in der Küche nützlich. Unter den fordernden Blicken des Hundes schwenke ich köstliches Grillfleisch in einer Pfanne und backe ausserdem tiefgefrorene Kartoffelspalten im Ofen auf – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Mit vollem Magen nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und gehe dann zum gemütlichen Teil des langen Tages über. Da ich stets über alles informiert sein muss, folge ich den Abendnachrichten und mache mich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.

19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, gebe ich mich zur Hauptfernsehzeit dem abendfüllenden Spielfilm “El Bar” auf HBO hin. Die spanische Erfolgsproduktion handelt von mehreren Menschen, die zufällig in einem Frühstücksgasthaus zusammentreffen und mitansehen müssen, wie ein Passant plötzlich hinterrücks erschossen wird – das ist ja allerhand.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Nervenkitzel flimmert der Abspann über die Mattscheibe und ich betätige spornstreichs den “OFF” (löblich: AUS) Knopf auf der Fernbedienung. Zu guter Letzt streichle ich Dixon über den Kopf lege mich schlafen. Gute Nacht.

21. Februar 2018 – Sam Peckinpah

Sehr geehrter Leser,

David Samuel Peckinpah wurde am 21. Februar 1925 als Sohn eines Rechtsanwalts in Fresno, CA geboren. Der Spross einer deutschen Einwandererfamilie studierte Dramaturgie an der “University of Southern California” und schloss sich bald einer Theatertruppe an, um sich erste Sporen als Regisseur zu verdienen.

Mitte der 1950er Jahre lernte er den bekannten Filmschaffenden Don Siegel kennen und arbeitete mit ihm am Drehbuch zum Zukunftsfilm “Die Dämonischen” (englisch: Invasion of the Body Snatchers). Darüber hinaus verfasste er Geschichten für das Fernsehen und steuerte Drehbücher zur Serie “Rauchende Colts” (englisch: Gunsmoke) bei.

Anfang der 1960er wurde er von den “Metro Goldwyn Mayer Studios” engagiert und durfte seinen ersten Langfilm unter dem Titel “Ride the High Country” (deutsch: Sacramento) verwirklichen. Der wegweisende Wild-West Film markierte mit “Der Mann, der Liberty Valance erschoss” den Übergang vom klassischen Western zum sogenannten Spätwestern. Dieses Genre zeichnete ein besonders kritisches Bild des Wilden Westens und wendete sich von den idealisierenden Motiven der amerikanischen Pionierzeit ab. Sam Peckinpahs “Sacramento” entwickelte sich zu einem Lichtspielhauserfolg und erlaubte es ihm, auch in der Folgezeit in Hollywood zu arbeiten.

Weltbekannt wurde Sam Peckinpah Anno 1969 mit seinem Meisterwerk “The Wild Bunch”. Obgleich der Film exzessive Gewalt zeigt, wird er heutzutage als einer der besten Filme aller Zeiten angesehen. Auch die im Jahre 1973 und 1974 entstandenen Produktionen “Pat Garrett and Billy the Kid” und “Bring Me the Head of Alfredo Garcia” (deutsch: Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia) wurden als Meisterwerke angesehen und machten Sam Peckinpah zu einem der bekanntesten Köpfe des “Neuen Hollywoods”.

Leider schaffte es Sam Peckinpah in den folgenden Jahren kaum noch, an seine alten Erfolge anzuknüpfen. Sein Konsum an Drogen und Alkohol stieg stetig und machte es für den Regisseur fast unmöglich, neue Filmideen umzusetzen. Schlussendlich starb Sam Peckinpah am 28. Dezember 1984 im Alter von nur 59 Jahren an einen Schlaganfall.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

17. und 18. Februar 2018 – Lebwohl’ Fasching 2018

Hallo Freunde der Nacht,

die diesjährige Karnevalssaison ging am vergangenen Dienstag zu Ende.
Obwohl München nicht gerade zu einer Faschingshochburg zählt, ging auch in der bayerischen Landeshauptstadt ordentlich die Post ab 🙂

Der Höhepunkt des Münchner Strassenfaschings war selbstverständlich der Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt. Am Faschingsdienstag präsentierten sich die Verkäuferinnen in bunten Kostümen und forderten die Besucher zu Tänzchen auf. Erstmals wurde dieser Brauch in den frühen 1950er Jahre erwähnt. Da während der Faschingssaison die Umsätze auf dem Lebensmittelmarkt in der Altstadt einbrach, entschlossen sich die Ständebesitzer und Gewerbetreibenden, auch einen Karnevalsumzug ins Leben zu rufen. Wegen des grossen Andrangs der Schaulustigen, wurde das bunte Treiben Mitte der 1980er Jahren auf eine Bühne im Biergarten des Marktes verlegt.

Mittlerweile hat sich der Tanz der Marktfrauen zu einem Touristenmagneten entwickelt. Es kommen nicht nur viele ausländische Besucher zu dieser Veranstaltung, sondern es reisen auch extra Fernsehteams aus allen Teilen der Welt an, um vom Marktgeschehen und dem Faschingstreiben zu berichten 🙂

Ansonsten ist während der Woche nichts weltbewegendes passiert. In der Arbeit war es ziemlich stressig und ich freue mich nun auf ein ruhiges und besinnliches Wochenende. Um richtig in Stimmung zu kommen, werde ich mich gleich ins Kino verabschieden und mir den neuen Ridley Scott Film “Alles Geld der Welt” anschauen.

Ich wünsche euch chillige Tage und etwas Sonnenschein…
Eure Sandra

15. Februar 2018 – Filmabend unter Palmen

08.00 Uhr Ich werde durch ein stimmungsvolles Montgomery Gentry Lied geweckt und fühle mich prima. Da Morgenstund’ bekanntlich Gold im Mund hat, stehe ich spornstreichs auf und eile auf die Terrasse. Hund Dixon folgt mir an die frische Luft und macht es sich zur Aufgabe, die Echse Billy am Teich zu besuchen. Währenddessen strecke ich mich redlichst und vergesse auch nicht, ein Rad zu schlagen – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Während des Badevergnügens mache ich mir eigene Gedanken bezüglich des Abends und ringe mich dazu durch, Edelbert und Frau Pontecorvo zu einen kleinen Umtrunk einzuladen. Um meine Bekannten über den Entschluss in Kenntnis zu setzen, greife ich zur Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und rufe beim Professor an. Der schlaue Mann ist hellauf begeistert und schlägt vor, dass wir erneut einen Filmabend auf der Terrasse veranstalten könnten – dagegen ist nichts einzuwenden.


Meine praktische Schwarzbeere

09.30 Uhr Sechzig Minuten später lasse ich mir die wichtigste Mahlzeit des Tages in der klimatisierten Stube schmecken und werfe prüfende Blicke in die Tageszeitung. Unter anderem fällt mein Blick auf den Reklameteil und ich lerne, dass WAL MART Kunden derzeit mit einem 25%igen Preisnachlass rechnen dürfen – wie aufregend.
10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 10 zugeht, stelle ich das schmutzige Geschirr in die Spüle und komme zu dem Schluss, dass es angebracht wäre, zum WAL MART zu krusen und nach neuerschienenen Musikscheiben und Filmen Ausschau zu halten. Ruckzuck nehme ich die Hundeleine zur Hand und fordere den Verbeiner auf, mir zum Auto zu folgen. Zu allem Überfluss treffe ich vor meinem kulivierten Zuhause auf Frau Pontecorvo und bringe heraus, dass Perle zum Frisör krusen wird. Bei dieser Gelegenheit komme ich auf den geplanten Filmabend zu sprechen und lote aus, ob sie Lust hätte, uns am Abend Gesellschaft zu leisten. Die kleine Frau nickt eifrig und verspricht, ein opulentes Abendessen zu zaubern – das kann mir nur Recht sein.


Bei Wal Mart gibt es Schnäppchen

10.45 Uhr Wenig später komme ich mit quietschenden Bremsen vor der Markthalle zum halten und lasse meinen tierischen Begleiter wissen, dass er während meiner Abwesenheit brav sein muss. Im Anschluss strebe ich mit einer lustigen Melodie auf den Lippen in den Gemischtwarenmarkt und nehme mir das Recht heraus, die Musikregale in Augenschein zu nehmen. Nach kurzem Zögern fische ich mir das brandneue Montgomery Gentry Studioalbum aus dem Angebot und freue mich, das neunte Werk der Bande zu einem Schnäppchenpreis ergattern zu können.


Montgomery Gentry – Here’s To You

11.30 Uhr Anschliessend wende ich mich den aktuellen Filmneuerscheinungen zu und stosse alsbald auf das englische Drama “A United Kingdom” (löblich: Ein vereintes Königreich). Da ich ein perfekter Gastgeber sein und meine Gäste nicht mit seichter Hollywoodunterhaltung langweilen möchte, fackle ich nicht lange und werfe die BluRay Scheibe in den Einkaufswagen.
12.15 Uhr Schlussendlich steuere ich die Kasse an und sehe mich genötigt, für den Film, die Kompaktscheibe, Toilettenpapier, Duftkerzen sowie zwei neue Handtücher insgesamt 75 Dollars bezahlen zu müssen. Ich seufze laut und überreiche der übergewichtigen Marktmitarbeiterin augenrollend meine praktische Kreditkarte.
12.45 Uhr Nach dem Bezahlvorgang steuere ich eine SUBWAY Gaststätte an und leiste mir neben einem Becher Diät Cola auch ein vitaminreiches Steak Onion Sandwich (löblich: Schnitzel Zwiebel Brot) mit Krautsalat und röschen Kartoffelstäben – schmeckt gar nicht schlecht.
13.15 Uhr Redlichst gestärkt trete ich die Heimfahrt an und fröne nebenher den aktuellen Montgomery Gentry Kompositionen – was kann es schöneres geben.


Mein Zuhause unter Palmen

14.00 Uhr Zuhause angekommen, versorge ich Dixon mit frischem Wasser und köstlichem Trockenfutter. Darüber hinaus schlüpfe ich aus dem verschwitzten T-Hemd und falle aufs Kanapee, um vom letzten Weihnachtsfest im Kreise meiner Familie zu träumen – das waren noch bessere Zeiten.
15.00 Uhr Um nicht den ganzen Nachmittag auf der faulen Haut zu liegen, rapple ich mich vom Kanapee und nehme die Anschnurarbeit in Angriff. Gewissenhaft arbeite ich Anfragen besorgter Heimseitenbesucher ab und rate einer alleinerziehenden Mutter aus Duisburg, sich nicht in der sozialen Hängematte auszuruhen. Stattdessen verweise ich auf gutbezahlte Tschobs im öffentlichen Dienst und ermutige die 49jährige, zum Wischmop zu greifen und Bahnhofstoiletten zu reinigen – immerhin muss irgendwer für meine Rente aufkommen.
16.00 Uhr Nach einer Stunde beende ich die Arbeit und laufe in die Küche, um mich am Herd nützlich zu machen. Da Frau Pontecorvo versprochen hat, ein Nudelschichtgericht zu unserem Treffen beizusteuern, bereite ich einen gemischten Salat mit Senfsauce zu. Ferner stelle ich Weingläser auf dem Terrassentisch bereit und entkorke einen edlen Rotwein aus dem kalifornischen Napa Valley – wie schön.


Der Rebentrunk fliesst in Strömen

17.00 Uhr Kurze Zeit später klingelt es an der Pforte ich kann meine Nachbarin per Zungenkuss begrüssen. Die Dame hält mir eine Backform unter die Nase und erörtert, dass ihr die Lasagne perfekt gelungen ist. Ich lecke mir die Lippen und gebe zu Protokoll, dass ich auch schon mit dem Kochlöffel hantiert und einen Salat gezaubert habe.
17.30 Uhr Nachdem auch Edelbert zu uns gestossen ist, fahre ich das Nachtmahl auf und serviere dazu den spritzigen Rebentrunk. Wie nicht anders zu erwarten, kommen die lieben Leute aus dem Zungeschnalzen gar nicht mehr heraus und loben das Abendessen über den Schellenkönig.


A United Kingdom

18.15 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, den Filmprojektor in Betrieb zu nehmen und bunte Bilder auf die Leinwand zu werfen. Während der kommenden 130 Minuten tauchen wir in das Leben eines aus Botswana stammenden Königssohn ein, der sich kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs unsterblich in eine weisse Engländerin verliebt. Nachdem der Neger die Britin geheiratet hat, sieht er sich in seinem Heimatland mit starker Ablehnung konfrontiert und muss sogar um die Thronfolge bangen – wie schrecklich.
20.30 Uhr Als der Spielfilm sein Ende findet, nehme ich einen letzten Schluck aus dem Weinglas und verrate meinen Tischnachbarn, dass dieser Streifen zu den besten Filmen aller Zeiten zählt. Edelbert stimmt uneingeschränkt zu und meint, dass wir uns in der kommenden Woche erneut zu einem Filmabend treffen sollten – jaja.
21.00 Uhr Nachdem die lieben Leute das Weite gesucht haben, rufe ich Dixon in die kleine Villa herein und schalte das Licht aus. Danach ziehe ich mich gähnend ins Schlafzimmer zurück und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.