20. April 2018 – Rubin Carter

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Sehr verehrter Leser,

in meinem heutigen Tagebucheintrag möchte ich an den dunkelhäutigen Mittelgewichtsboxer Rubin Carter erinnern.

Wie jeder amerikanischer Staatsbürger weiss, erblickte der gute Mann am 6. Mai 1937 in der Kleinstadt Clifton in New Jersey das Licht der Welt. Zwischen 1961 und 1966 war er als Boxprofi aktiv und bestritt 40 Kämpfe, von denen er 27 gewinnen konnte. Anno 1964 stellte sich Herr Carter sogar einem Titelkampf gegen den WBA- und WBC Champion Joey Giardello und verlor knapp nach Punkten.

Zwei Jahre später wurde er von der Bundespolizei wegen Mordverdachts festgenommen und vor ein Gericht gestellt. Während der Verhandlung wurden er und sein Freund John Artis wegen Mordes an drei Weissen für schuldig befunden und von den Geschworenen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Obgleich er in Revision ging, wurde der Schuldspruch in einem zweiten Prozess im Jahre 1976 bestätigt. Erst 1985 stellte das Bundesgericht fest, dass Herr Carter durch fragwürdige Zeugenaussagen verurteilt wurde. Da den Behörden ausserdem “grobe Verfahrensverstösse” nachgewiesen werden konnten, wurde Rubin Carter mit sofortiger Wirkung aus der Haft entlassen.

Der Fall des Rubin Carter, der fast zwanzig Jahre unschuldig im Gefängnis sass, ging als einer der grössten Justizskandale in die amerikanische Geschichte ein. Daraufhin gründete Rubin Carter die “Association in Defense of the Wrongfully Convicted” (löblich: “Vereinigung zur Verteidigung der zu Unrecht Verurteilten) und schrieb es sich auf die Fahnen, sich für zu Unrecht Verurteilte einzusetzen. In Folge dessen wurde ihm anno 1993 der Weltmeisterschaftsgürtel der WBC überreicht.

Natürlich wurde Rubin Carters Kampf gegen die amerikanische Justiz verfilmt.
Die im Jahre 1999 entstandene Filmbiografie “Hurricane” erntete hervorragende Kritiken und wurde mit einem “Silbernen Bären” sowie einem “Golden Globe” ausgezeichnet.

Rubin Carter starb am 20. April 2014 im Alter von 76 Jahren an der Folgen einer heimtückischen Krebserkrankung.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

16. April 2018 – Lucius D. Clay

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Sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Militärakademie in West Point, NY versammeln sich just heute unzählige Patrioten, um das Grab des am 16. April 1978 verstorbenen General Lucius D. Clay zu besuchen.

Wie jedes Kind weiss, wurde Lucius D. Clay am 23. April 1898 als Sohn des Senators von Georgia – Alexander Stephens Clay – geboren. Mit 20 Jahren schloss er die Militärakademie in West Point mit grossem Erfolg ab und trat ins Armee Ingenieur-Korps ein. Während des zweiten Weltkriegs diente der unerschrockene Mann in Europa und wurde mit der Aufgabe betraut, den zerstörten Hafen von Cherbourg in der Normandie instand zu setzen.

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Lucius D. Clay

In den folgenden Jahren stieg Lucius D. Clay zum Militärgouverneur der amerikanischen Zone auf und schrieb es sich auf die Fahnen, die Demokratisierung im vom Krieg zerstörten Deutschland voranzutreiben. Unter anderem war er auch Initiator der Berliner Luftbrücke und sorgte dafür, dass die Menschen im eingekesselten Berlin mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt wurden – wie aufregend.

Nach seinem Austritt aus dem Militärdienst machte er sich in diversen Wirtschaftsunternehmen verdient und wurde von Präsident John F. Kennedy Anno 1961 zum persönlichen Vertreter in West-Berlin ernannt.

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Ausbau der Clayallee, 1952
Bundesarchiv Bild 183-13498-0008 / CC BY-SA 3.0 de

Besonders in der Deutschen Hauptstadt ist sein Name noch heute allgegenwärtig.
Unter anderem wurde die 4,5 Kilometer lange Kronprinzenallee in Berlin am 1. Juni 1949 in die Clayallee umbenannt. Ferner wurde Lucius D. Clay im Jahre 1953 die Ehrendoktorwürde der Freien Universität verliehen. Selbstverständlich wurde der weitsichtige Mann fünf Jahre vor seinem Tod auch mit dem Konrad-Adenauer Preis der Deutschland Stiftung ausgezeichnet.

Lucius D. Clay starb am 16. April 1978 im Alter von 79 Jahren auf seinem Anwesen in Chatham (Massachusetts). Letztendlich wurde Herr Clay auf dem Friedhof der Militärakademie in West Point, NY zu Grabe getragen.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

9. April 2018 – Sacco und Vancetti

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Sehr geehrte Damen und Herren,

die italienische Gemeinde in den Vereinigten Staaten gedenkt heute den italienischen Einwanderern Ferdinando Sacco und Bartolomeo Vanzetti.

Die Herren emigrierten Anno 1908 unabhängig voneinander nach Amerika und hielten sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Beide begegneten sich im Mai 1917 zum ersten Mal und fassten den Entschluss, sich der anarchistischen Arbeiterbewegung um Luigi Galleani anzuschliessen. Damit gerieten Sacco und Vanzetti prompt in den Focus der Behörden und wurden als “kriminelle Ausländer” abgestempelt.

Zwei Jahre später wurden ein Geldtransporter sowie ein Lohnbuchhalter überfallen.
Die unbekannten Täter erbeuteten knapp 16.000 Dollars und flüchteten unerkannt in einem dunkelblauen Buick. In Folge dessen wurden Sacco und Vanzetti verhaftet und auf der Polizeistation von Brockton, MS getrennt voneinander verhört. Ihnen wurde vorgeworfen, Anarchisten zu sein und staatsgefährdende Ideologien zu verfolgen. Ausserdem wurde ihnen unterstellt, Drahtzieher der beiden Überfälle gewesen zu sein. Obgleich Ferdinando Sacco über ein stichhaltiges Alibi verfügte, wurden sie vor Gericht gestellt und am 23. August 1927 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Erst 50 Jahre später wurden die Italiener durch den Gouverneur von Massachusetts – Michael Dukakis – rehabilitiert. Dukakis sagte, “dass das Verfahren von Vorurteilen gegen Ausländer und Feindlichkeiten gegenüber politischen Ansichten geprägt war. Das Verhalten der Behörden wirft einen ernstlichen Zweifel auf ihre Fähigkeit, ein unvoreingenommenes Verfahren zu gewährleisten”.

An diesem Beispiel sieht man anschaulich, dass man Menschen nicht anhand ihrer Nationalität beurteilen darf. Besonders die italienischen Einwanderer, die im frühen 20. Jahrhundert nach Amerika kamen, haben sich wie keine andere Volksgruppe integriert und den Vereinigten Staaten viele Vorteile gebracht.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

5. April 2018 – Douglas MacArthur

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

Herr Douglas MacArthur starb just heute vor 54 Jahren in Washington DC. Der gute Mann war Brigadegeneral im 1. Weltkrieg, General der amerikanischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg sowie einer der Oberbefehlshaber über die amerikanische Truppen im Südwestpazifik. Ferner wurde er auch während des Koreakriegs mit der wichtigen Aufgabe betraut, UNO Schutztruppen zu befehligen und die Landung bei Incheon in die Wege zu leiten.

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Douglas MacArthur

Während seiner militärischen Laufbahn wurde der Soldat mit unzähligen Orden und Ehrungen bedacht. Unter anderem wurden Douglas MacArthur nicht nur die “Medal of Honor”, das “Service Cross” mit zweifachem Eichenlaub und der “Silver Star” sondern auch das “Purple Heart” sowie das begehrte “President Unit Citation” mit sechsfachem Eichenlaub verliehen. Unbestritten zählt Douglas MacArthur damit zu den meistdekorierten Soldaten in der Geschichte der amerikanischen Streitkräfte – wie schön.

Nach seiner Dienstzeit in Asien, kehrte Douglas MacArthur in die Vereinigten Staaten zurück und hielt vor dem Kongress eine bewegende Abschiedsrede.

Douglas MacArthur sagte:

“… The world has turned over many times since I took the oath on the plain at West Point, and the hopes and dreams have long since vanished, but I still remember the refrain of one of the most popular barracks ballads of that day which proclaimed most proudly that old soldiers never die; they just fade away.”

Danach lies er sich in New York nieder und verfasste einige Bücher. Darüber hinaus schrieb er es sich auf die Fahnen, an angesehenen Militärakademien als Redner aufzutreten und über seine Einsätze besonders während des Pazifikkriegs zu berichten. Schlussendlich starb Douglas MacArthur am 5. April 1964 im “Walter Reed Medial Center” in Washington DC an einer Leberzirrhose.

Seit seinem Tod wurden zu Douglas MacArthurs Ehren viele Denkmäler errichten. Unter anderem können Besucher sein Grab im “General Douglas MacArthur Memorial” in Norfolk, VA besuchen. Ausserdem wurde ein Tunnel des legendären Highway 1 in San Francisco, CA nach Douglas MacArthur benannt.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

23. März 2018 – Patrick Henry

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Sehr geehrte Heimseitenbesucher,

Herr Patrick Henry war ein überaus schlauer und weitsichtiger Mann.
Er erblickte am 29. Mai 1736 in Virginia das Licht der Welt und war schon in jungen Jahren einer der prominentesten Vertreter der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung.

Der Sohn schottischer Einwanderer war als Rechtsanwalt im Hanover County tätig und wurde als 29jähriger ins Unterhaus des Staates Virginia gewählt. Dort setzte er sich vehement für die amerikanische Selbstbestimmung ein und vertrat ausserdem die Meinung, dass sich die Truppen des Staates Virginia am bevorstehenden Krieg gegen die britischen Besatzer beteiligen sollten.

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Herr Henry hält seine Rede

Just heute vor 243 Jahren hielt Patrick Henry in der “St. John’s Episcopal Church” in Richmond, VA eine flammende Rede und fordere die Virginia Convention auf, endlich Soldaten in den Kampf zu schicken. Er beendete seine Ansprache mit den berühmten Worten “Give me Liberty, or give me Death” (löblich: Gebt mir Freiheit oder gebt mir den Tod) und sorgte dafür, dass die Zuhörer aufsprangen und “To the Arms, to the Arms” (löblich: Zu den Waffen, zu den Waffen) brüllten.

27 Tage später brach der blutige Unabhängigkeitskrieg aus.
Die dreizehn Kolonien setzten sich gegen britische Truppen zur Wehr und kämpften 8 lange Jahre für die Unabhängigkeit der neuen Welt.

Obgleich Patrick Henry als Antiföderalist ein erklärter Gegner der neuen Verfassung war, unterstützte er George Washingtons und John Adams Regierung bis zu seinem Tod im Jahre 1799. Noch heute wird er als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten verehrt und von den freiheitsliebenden Menschen als grosses Vorbild geschätzt – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg