10. August 2017 – Herbert Hoover

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, erblickte Herbert Clark Hoover just heute vor 144 Jahren das Licht der Welt.

Der gute Mann kam als erfolgreicher Bergbauingenieur und Unternehmer zu grossem Wohlstand und schickte sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs an, in die Politik einzusteigen. Er wurde bald darauf von Woodrow Wilson zum Leiter der landesweiten Lebensmittelverwaltung (unlöblich: United States Food Administration) ernannt und mit erheblichen Vollmachten ausgestattet. Ferner wurde er mit der wichtigen Aufgabe betraut, nach Kriegsende den Wiederaufbau in Europa voranzutreiben und die Lebensmittelversorgung der gebeutelten Bevölkerung sicherzustellen.

Schlussendlich gewann er im Jahre 1928 die Präsidentschaftswahlen und wurde zum 31. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Mit seiner fulminanten Antrittsrede, die er von annähernd 100.000 Zuschauern in der Hauptstadt Washington DC hielt, entsprach der Politiker den in ihn gesetzten optimistischen Erwartungen. Er kündigte grossspurig an, dass den Menschen noch mehr Freiheit und Wohlstand geschenkt werden wird. Leider setzte alsbald die Weltwirtschaftskrise ein und gut ein Drittel aller Banken mussten geschlossen werden. In Folge dessen verloren viele Arbeiter ihre Tschobs und Herbert Hoovers Ansehen verschlechterte sich rapide.

Da es Herbert Hoover nicht gelang, die Vereinigten Staaten aus dieser verheerenden Staatskrise zu führen und er keine öffentliche Geste des Mitgefühls für die zunehmende Verelendung fand, wurden ihm Mitleidlosigkeit und sogar “kaltblütiger Mord an der amerikanischen Gesellschaft! vorgeworfen. Bei der 32. Präsidentschaftswahl verlor Hoover mit knapp 40% der Wählerstimmen gegen den demokratischen Anwärter Franklin D. Roosevelt (57 Prozent).

Nach der Wahlniederlage zog sich Herbert Hoover verbittert aus der Öffentlichkeit zurück und machte es sich zur Aufgabe, Bücher zu schreiben und die Politik seines Nachfolgers scharf zu kritisieren. Darüber hinaus setzte er sich für Menschenrechte ein und sorgte dafür, dass die Vereinten Nationen ein unabhängiges Kinderhilfswerk (UNICEF) ins Leben rief. Zudem bereiste er zahlreiche Staaten, um sich vor Ort über Hungersnöte zu informieren.

Herbert Hoover verstarb am 20. Oktober 1964 im Alter von 90 Jahren in New York, NY an den Folgen einer Blutvergiftung. Er wurde in seiner Heimatstadt in West Branch, Iowa beigesetzt.

Heutzutage zählt Herbert Hoover wegen seines gesellschaftlichen Engagements zu den beliebtesten Volksvertretern überhaupt. Mittlerweile begehen 16 Bundesstaaten am 20. Oktober den sogenannten “Herbert Hoover Day” – wie aufregend.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

8. August 2018 – Helter Skelter

tate

Sehr verehrte Damen und Herren,

morgen vor 49 Jahren ereignete sich in einem luxuriösen Anwesen am Cielo Drive 10050 in Los Angeles, CA ein furchtbares Verbrechen.

Am Abend des 9. August 1969 drangen Susan Atkins, Charles Watson, Patricia Krenwinkel und Linda Kasabian in das Eigenheim des weltbekannten Regisseurs Roman Polanski ein, um im Auftrag des verwirrten Sektenführers Charles Manson die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate zu ermorden. Die Meuchelmörder trafen ausserdem auf Abigail Folger, Wojciech Frykowski, Jay Sebring sowie Steven Parent und schreckten nicht davor zurück, auch diese Menschen mit einem Revolver niederzustrecken oder zu erdolchen. Danach wurde die blutüberströmte Sharon Tate mit einem Nylonseil an die Leiche des Jay Sebring geknotet und im Wohnzimmer zur Schau gestellt – wie unlöblich.

Der Tatort:

Nachdem Susan Atkins mit dem Blut von Sharon Tate das Wort “PIG” (löblich: Schwein) an die Haustür geschmiert hatte, verliessen die Eindringlinge das Anwesen und konnten unerkannt in der Nacht untertauchen.

Zwei Monate später – am 12. September 1969 – durchsuchte die Polizei die sogenannte “Barker Ranch” vor den Toren des “Death Valley Nationalparks” und verhaftete einige Mitglieder der berüchtigten Manson Familie. Der Sektenführer Charles Manson sowie etliche seiner Anhänger wurden verhört und die Beamten kamen schnell zu dem Schluss, dass die Langhaarigen in die Tate-Morde verwickelt sein müssen.

Beim Prozess, der am 24. Juli 1970 begann, trat Linda Kasabian als Kronzeugin auf und belastete Charles Manson, Susan Atkins, Charles Watson und Patricia Krenwinkel schwer. Nach knapp 250 Verhandlungstagen verurteilte die Jury die vier Angeklagten zum Tode in der Gaskammer. Die Urteile wurden jedoch wenige Monate später durch den Obersten Gerichtshof des Staates Kalifornien zurückgenommen und in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

Seitdem sitzen Susan Atkins, Charles Watson, Patricia Krenwinkel und Charles Manson in verschiedenen Hafteinrichtungen ein.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

30. Juli 2018 – Jimmy Hoffa

pfaffenbergkl

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute vor 43 Jahren – am 30. Juli 1975 – verschwand der Präsident der amerikanischen Transportgewerkschaft spurlos. Jimmy Hoffa wuchs in der Arbeiterstadt Detroit auf und verlies die Schule mit 14 Jahren. Danach arbeitete er in Lagerhallen und musste sich mit einem Stundenlohn von 32 Cent zufrieden geben. Anno 1932 organisierte der mittlerweile 19jährige einen Streik und fordere seinen Arbeitgeber auf, den Stundenlohn auf 45 Cent zu erhöhen. Nach seiner fristlosen Kündigung schloss er sich der Gewerkschaft der Transportarbeiter “TEAMSTERS” an und stieg zu einem einflussreichen Funktionär auf.

jhoffa
Jimmy Hoffa

Als Gewerkschaftsmitarbeiter musste er sich mit verwüsteten Büros, Verhaftungen, Schlägereien und explodierenden Autos auseinandersetzen. Trotz aller Widrigkeiten kletterte er die Karriereleiter unaufhaltsam empor und war schon bald Präsident der TEAMSTERS. Zeitgleich soll Jimmy Hoffa mit der Mafia krumme Geschäfte gemacht und ein kleines Vermögen angehäuft haben – wie unlöblich.

Als Robert Kennedy in den 1960er Jahren zum amerikanischen Justizminister ernannt wurde, intensivierte die Regierung den Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Auch Jimmy Hoffa geriet ins Visier der Ermittler und wurde am 7. März 1967 wegen Betrugs, Bestechung und Verschwörung zu dreizehn Jahren Haft verurteilt.

Obgleich er bis zum Jahre 1980 einsitzen musste, wurde er am 23. Dezember 1971 überraschend durch den neuen amerikanischen Präsidenten Richard Nixon auf freien Fuss gesetzt. Jimmy Hoffa sammelte nach seiner Entlassung Stimmen für eine erneute Wiederwahl als Präsident der Transportgewerkschaft und zettelte viele Streiks an.

Am 30. Juli 1975 verschwand Jimmy Hoffa nach einem Mittagessen im “Machus Red Fox Restaurant” in Bloomfield Hills, MI spurlos. Das FBI nahm sofort die Ermittlungen auf und konnte keine Beweise für ein Kapitalverbrechen finden. Trotzdem gehen die Ermittler davon aus, dass er noch am Tage seines Verschwindens ermordet wurde – das ist ja allerhand.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

25. Juli 2018 – Daniel Wheeler Bursch

pfaffenbergkl

Sehr geehrte Damen und Herren,

den heutigen Tagebucheintrag möchte ich Herrn Daniel Wheeler Bursch widmen, der just heute vor 61 Jahren geboren wurde.
Der gute Mann wuchs im ländlichen Pennsylvania auf und war besonders an der Physik interessiert. Mit 22 Jahren schloss der die “United States Naval Academy” mit Auszeichnung ab und schrieb es sich auf die Fahnen, bis 1989 bei der Marine als Pilot zu dienen. Herr Bursch konnte 3.400 Flugstunden aufweisen und war in der Lage, 35 verschiedene Flugzeugtypen zu steuern.

danielbursch
Daniel Wheeler Bursch

Im Jahre 1990 hatte er das grosse Glück, von der NASA für einen Weltraumeinsatz ausgewählt zu werden. Drei Jahre später flog er mit der “Discovery” ins All und absolvierte mit seinen Kollegen James Newman und Carl Walz unter anderem einen siebenstündigen Ausseneinsatz, bei dem Werkzeuge zur Reparatur des Hubble-Teleskops getestet wurden.

Am 30. September 1994 durfte Dan Bursch mit der Raumfähre “Endeavour” erneut ins All fliegen und 182 Erdumrundungen miterleben. Die Mission STS-68 hatte das Ziel, das sogenannte “Space Radar Laboratorium” auszuprobieren.

Anno 1996 wurde Daniel Bursch zusammen mit John Casper, Curtis Brown, Marc Garneau, Mario Runco und Andrew Thomas mit der Mission STS-77 betraut. Abermals startete die “Endeavour” vom Kennedy Space Center auf Merritt Island, FL und brachte die Astronauten in den Weltraum. Dort wurde ein Satellit ausgesetzt und im Spacelab eine Reiche kommerzieller Untersuchungen im Bereich der Biotechnologie durchgeführt.

Zu guter Letzt startete Bursch am 5. Dezember 2001 im Rahmen der “ISS Expedition 4” ins All. In seiner Funktion als Leitender Ingenieur wurde er auf der “Internationalen Raumstation ISS” eingesetzt und verweilte für 195 Tage, 19 Stunden und 39 Minuten im Weltraum. Dan Bursch und sein Kompagnon Carl Walz hielten bis 2007 den Rekord für den längsten einzelnen amerikanischen Raumflug.

Nach der ISS-4 Expedition schied Bursch aus dem aktiven Dienst aus. Er lebt heute mit seiner Familie in Vestal, NY und steht der NASA immer noch als Berater zur Seite.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

17. Juli 2018 – Adam-Onis-Vertrag

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, wurde die Ostküste von Florida im Jahre 1513 vom spanischen Abenteurer Juan Ponce de León entdeckt. Acht Jahre später rief das spanische Königshaus erstmals die Kolonie “La Florida” aus. Das Vorhaben wurde jedoch durch die indianischen Ureinwohner blutig zu Nichte gemacht.


Juan Ponce de León

Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gewann Spanien – das auf Seiten Frankreichs gegen die Briten kämpfte – weite Teile von Westflorida zurück. Im “Frieden von Paris” einigten sich die Staaten darauf, dass Spanien ganz Florida unter seine Fahne bringen durfte. Obgleich das spanische Königshaus kein grosses Interesse am Siedlungsbau hatte, zog es viele Portugiesen und Spanier in die neue Welt. Besonders das Gebiet rund um das heutige Pensacola wurde im frühen 19. Jahrhundert von Tausenden Immigranten besiedelt und auch bewirtschaftet.

Erst durch den sogenannten “Adam-Onis-Vertrag” wurde Florida an die Vereinigten Staaten zurückgegeben. Just heute vor 197 Jahren – am 17. Juli 1821 – rangen sich der amerikanische Aussenminister John Quincy Adams und der spanische Aussenminister Luis de Onis dazu durch, die kriegerischen Ausseinandersetzungen der letzten Jahre beizulegen und Frieden zu schliessen.

In Folge der Vertragsunterzeichnung zeigte sich die spanische Krone ausserdem damit einverstanden, Florida für 5 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten zu verkaufen und sämtliche Truppenverbände mit sofortiger Wirkung abzuziehen – wie schön.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg