7. Dezember 2018 – Imagine

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Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, wurde der angesehene Musikant John Lennon morgen vor 38 Jahren vor dem Dakota Gebäude in der Millionenmetropole New York erschossen.

Obgleich ich kein Anhänger neumoderner Felsenmusik bin, muss ich anerkennen, dass Herr Lennon zeitlebens ein herausragender Komponist und Autor war. Der gute Mann wuchs in den 1940er Jahren als Sohn eines Matrosen und einer Hausfrau in Liverpool auf. Bereits in jungen Jahren interessierte er sich für Musik und gründete mit Freunden eine Combo namens “The Quarrymen”. Aus dieser Bande sollten im Jahre 1960 die Beatles hervorgehen.

Die Beatles stiegen bald zu der einflussreichen Musikgruppe des Rock’n Roll auf. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr feierten nicht nur in Europa, sondern auch in Asien und den Vereinigten Staaten grosse Erfolge und schafften es, mit über einer Milliarde verkaufter Tonträger, zur kommerziell erfolgreichsten Bande auf diesem Planeten aufzusteigen. Schon damals schrieb John Lennon Gedichte und überzeugte einen Verleger, seine Schriften zu veröffentlichen. Darüber hinaus versuchte er sich als Schauspieler und Solokünstler. Dann lernte er die aus Tokio stammende Künstlerin Yoko Ono kennen und fasste den Entschluss, die Beatles zu verlassen und sein Glück in New York zu finden.

In den 1970er Jahren engagierte er sich politisch und schloss sich der Friedensbewegung an. Ferner veröffentlichte er mit Yoko Ono erfolgreiche Schallplatten, auf denen die Ohrwürmer “Give Peace a Chance” (löblich: Gib Frieden eine Chance), “Imagine” (löblich: Vorstellung) oder “X Mas – The War is Over” (löblich: Weihnachten – Der Krieg ist aus) hervorgingen.

Am 8. Dezember 1980 wurde John Lennon vor seinem Wohnhaus im grossen Apfel (unlöblich: Big Apple) von einem verwirrten Täter ermordet. Obwohl seitdem mehr als drei Jahrzehnte vergangen sind, ist sein Andenken noch heute allgegenwärtig. Unter anderem wurde ein Teil des New Yorker Central Parks nach einem seiner Lieder benannt. Zudem trägt der Flughafen von Liverpool seit 2002 den Namen “Liverpool John Lennon Airport” – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

28. November 2018 – Friedrich Wilhelm von Steuben

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Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchte ich an den aus Magdeburg stammenden preussischen Offizier Friedrich Wilhelm von Steuben erinnern.

Friedrich Wilhelm von Steuben wurde am 17. September 1730 in der Festung Magdeburg als Sohn des preussischen Hauptmanns Wilhelm Augustin von Steuben geboren. In jungen Jahren bereiste er mit seinem Vater das russische Grossreich. Er erlebte hautnah mit, wie Russland an der Seite Österreichs den Türken den Krieg erklärte und erste Scharmützel am Schwarzen Meer ausbrachen.

Nach seiner Rückkehr nach Preussen, genoss der Bube eine militärische Ausbildung und wurde in das Regiment von Lestwitz aufgenommen. Schon bald brachte er es zum Leutnant und kämpfte im Siebenjährigen Krieg in Johann von Mary Freibataillon.

Als Auszeichnung für seine Verdiente ernannte ihn Friedrich der Grosse zum Hauptmann. Von Steuben bereiste daraufhin das Ausland und knüpfte unter anderem Kontakte nach Frankreich. 1777 traf er in Paris den amerikanischen Botschafter und lies sich von Benjamin Franklin überreden, mit nach Übersee zu kommen und am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilzunehmen. Der gute Mann trat in die amerikanische Kontinentalarmee ein und machte es sich fortan zur Aufgabe, gegen die englischen Besatzer zu kämpfen. Steuben baute die Armee zu einer schlagkräftigen Truppe aus und schulte die Soldaten in taktischer sowie operativer Disziplin. Zeitgleich pflegte er ein freundschaftliches Verhältnis zu George Washington und schaffte es, den Krieg zu Gunsten der Amerikaner zu entscheiden.

Friedrich Wilhelm von Steuben sagte:

“Als ich mein Schwert zur Verteidigung dieser Staaten zog, tat ich es mit dem Entschluss, dass nur der Tod mich zwingen solle, es niederzulegen”

Nachdem die Unterzeichnung des Friedensvertrages in Paris im Jahre 1783 erfolgt war, schied Steuben mit allen militärischen Ehren aus dem Militärdienst aus. Er lebte bis zu seinem Tod am 28. November 1794 wahlweise in New York oder seinem Herrensitz im Oneida County im Bundesstaat New York.

Noch heute geniesst Friedrich Wildhelm von Steuben in den Vereinigten Staaten grosses Ansehen. Seit 1957 findet jährlich im September auf der 5th Avenue in New York die sogenannte “Steubenparade” statt. Ferner sind Steuben Statuen nicht nur in der Hauptstadt Washington DC, sondern auch in Valley Forge, PA sowie in Potsdam zu finden – wie aufregend.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

23. November 2018 – Jack Ruby

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Sehr geehrte Damen und Herren,

morgen vor 55 Jahren erschoss der zwielichtige Nachtclubbesitzer Jack Ruby in Dallas, TX den mutmasslichen Mörder von John F. Kennedy vor laufenden Fernsehkameras.

Wie jedes Kind weiss, stellte Herr Ruby den kürzlich verhafteten Lee Harvey Oswald bei dessen Überstellung in das Polizeihauptquartier von Dallas. Im Keller des Gebäudes schoss der damals 52jährige auf Oswald und verletzte ihn schwer. Während Lee Harvey Oswald wenig später im “Parkland Memorial Hospital” verstarb, wurde Jack Ruby von Polizeibeamten vernommen. Er gab an, John F. Kennedys Mörder aus Liebe zur “First Lady” Jacqueline Kennedy getötet zu haben. Im weiteren Verlauf der Vernehmungen wiederrief er sein Geständnis und erklärte, dass er zu den wahren Hintergründen nichts sagen könne.

Schlussendlich wurde Jack Ruby am 14. März 1964 des Mordes für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Zwei Jahre später wurde das Urteil vom einem Berufungsgericht aufgehoben und Jack Ruby die Möglichkeit eingeräumt, bei einem für Februar 1967 angesetzten Prozess erneut vor den Geschworenen auszusagen.

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Jack Ruby während einer Gerichtsverhandlung

Zum Ende des Jahres 1966 verschlechterte sich Jack Rubys Gesundheitszustand rapide. Der Sohn eines jüdischen Einwanderers wurde von paranoiden Wahnvorstellungen geplagt und vertrat die Meinung, dass die amerikanische Regierung unter Federführung Lyndon B. Johnsons einen Holocaust an allen Juden plane. In Folge dessen wurde er ins “Parkland Memorial Hospital” eingeliefert, wo er am 3. Januar 1967 an einer Thrombose verstarb.

Heutzutage gehen Historiker davon aus, dass Jack Ruby der Mafia nahestand und von einem Ganoven den Auftrag erhalten habe, Lee Harvey Oswald zu ermorden.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

15. November 2018 – Die Grundsätze der Vereinigten Staaten

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 15. November 1777 wurden die ersten verfassungsrechtlichen Grundsätze der Vereinigten Staaten verabschiedet. Der Vorläufer der ersten Verfassung der Vereinigten Staaten sicherte den 13 ehemaligen britischen Kolonien ihre Souveränität zu. Darüber hinaus sorgten die sogenannten “Articles of Confederation and Perpetual Union” (löblich: Artikel der Konföderation und der ewigen Vereinigung) für einen gleichberechtigten Staatenbund auf dem nordamerikanischen Kontinent – wie aufregend.


Articles of Confederation and Perpetual Union

Doch die neugeschaffene Regierungsstruktur hatte viele Schwächen. Unter anderem fehlte den Staaten die Möglichkeit, Steuern festzusetzen und einzutreiben. Auch war es den Mitgliedern nicht möglich, den Handel zu regulieren und internationale Beziehungen zu pflegen. Da der neue Staatenbund auch über keine gemeinsame Armee verfügte, war es den Ländern nicht gestattet, anderen Mitgliedern Schutz vor der zunehmenden Interventionen aus dem alten Europa zu gewährleisten.


Die Philadelphia Convention 1787

Aus diesem Grund wurde zehn Jahre später die “Philadelphia Convention” einberufen, die aus 55 Delegierten bestand und einen vollständig neuen Verfassungstext ausarbeiten sollte. Wichtigster Pfeiler war dabei die Gründung mehrerer Staatsorgane zum Zwecke der Machtbegrenzung und der Sicherung von Freiheit und Gleichheit. Die Amerikanische Verfassung wurde letztendlich am 17. September 1787 ratifiziert und schrieb es sich auf die Fahnen, für Frieden zu sorgen und das allgemeine Wohl zu fördern.

“Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen, die Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, das allgemeine Wohl zu fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren, setzen und begründen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von Amerika”

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

26. Oktober 2018 – Österreich ist frei

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

“Österreich ist frei” – am 15. Mai 1955 wurde der Staatsvertrag von Vertretern aus Frankreich, Grossbritannien, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten unterzeichnet. Mit diesem Vertrag wurde Österreich nach dem zweiten Weltkrieg seine staatliche Souveränität wiedergegeben.

oesterreich

Österreich verpflichtete sich in diesem Pamphlet, ab sofort keine politische und/oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland einzugehen, die Minderheitenrechte der in Österreich lebenden Slowenen und Kroaten zu achten, eine demokratische Regierung zu unterhalten sowie alle aktiven nationalsozialistischen Organisationen mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs stimmten den Punkten anstandslos zu und versprachen im Gegenzug, ab dem Tag der Vertragsunterzeichnung keine Truppen sowie Kriegsgerät auf österreichischem Hoheitsgebiet zu stationieren.

Anno 1965 entschloss sich die Bundesregierung, den 26. Oktober zum “Österreichischen Nationalfeiertag” auszurufen. Im verabschiedeten Bundesgesetz vom 25. Oktober 1965 steht:

“Eingedenk der Tatsache, dass Österreich am 26. Oktober 1955 mit dem Bundesverfassungsgesetz BGBl. Nr. 211/1955 über die Neutralität Österreichs seinen Willen erklärt hat, für alle Zukunft und unter allen Umständen seine Unabhängigkeit zu wahren und sie mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen, und in eben demselben Bundesverfassungsgesetz seine immerwährende Neutralität festgelegt hat, und in der Einsicht des damit bekundeten Willens, als dauernd neutraler Staat einen wertvollen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten zu können, hat der Nationalrat beschlossen”.

Seitdem werden jedes Jahr am 26. Oktober landesweit Feste gefeiert. Unter anderem können Kunstinteressierte am Nationalfeiertag in der österreichischen Hauptstadt Wien sämtliche Bundesmuseen kostenlos betreten und die ausgestellten Werke beäugen. Ferner öffnet just an diesem Tag auch der Sitz des Bundespräsidenten seine Pforten – wie schön.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg