18. Oktober 2018 – Lucy Stone

lucystone

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchte ich an die amerikanische Frauenrechtlerin und Publizistin Lucy Stone erinnern.

Frau Lucy kam als die dritte Tochter des reichen Landwirts Francis Stone im ländlichen West Brookfield in Massachusetts am 13. August 1818 zur Welt. Als Kind genoss sie eine strenge Erziehung und wurde von den Eltern gezwungen, bereits in jungen Jahren das Lesen und Schreiben zu erlernen.

Obgleich die Eltern dagegen waren, zog sie bald von zu Hause aus und schrieb es sich auf die Fahnen, als erste Frau überhaupt Theologie am College von Oberlin (Ohio) zu studieren. Gemeinsam mit ihrer Studienkollegin Antoinette Brown setze sie sich für ihr Recht ein, während der Lesungen nicht nur zuhören, sondern auch sprechen zu dürfen.

Anno 1856 heiratete sie Henry Blackwell und gab auf dem Standesamt an, ihren Geburtsnamen als Symbol für das Recht der Frau auf Individualität beibehalten zu wollen. Dieser Bitte wurde nach langem Hin und Her letztendlich stattgegeben.

Lucy Stone sagte:

“Was habe ich davon, wählen zu dürfen, Eigentum zu besitzen usw., wenn ich über meinen Körper und seine Funktionen nicht frei verfügen kann?”

Als der amerikanische Bürgerkrieg in den Jahren 1861 bis 1865 wütete, sprach sie sich für die sofortige Abschaffung der Sklaverei aus und gründete zudem die Frauenrechtsorganisation “National American Woman Suffrage Association”, die zum Ziel hatte, ein generelles Frauenwahlrecht einzuführen. Darüber hinaus trat sie als Herausgeberin des “Woman’s Journal” bis zu ihrem Tod in Erscheinung.

Lucy Stone starb just heute vor 125 Jahren – am 18. Oktober 1893 – im Alter von 75 Jahren in Boston, MA.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

5. Oktober 2018 – Enduring Freedom

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Sehr geehrte Damen und Herren,

morgen vor 17 Jahren begannen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten mit der Operation “Enduring Freedom” (löblich: Andauernde Freiheit). Der Militäreinsatz führte Zehntausende Soldaten unter anderem nach Afghanistan, Afrika sowie auf die Philippinen. Während deutsche, englische und niederländische Marineeinheiten am Horn von Afrika wichtige Seehandelsrouten sicherten, kämpften philippinische Soldaten im Süden des Inselstaates gegen schiesswütige Mohammedaner.

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Die USA zog gemeinsam mit England und der “Vereinigten Front zur Rettung Afghanistan” gegen das von bärtigen Talibankämpfern ausgerufene Islamische Emirat in Afghanistan in den Krieg. Um die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon zu vergelten, kündigte der damalige Präsident George W. Bush an, allen antidemokratischen und terroristischen Bestrebungen am Hindukusch den Gar auszumachen.

Letztendlich begannen die Vereinigten Staaten am 7. Oktober 2001, ausgewählte Ziele in Afghanistan mit Marschflugkörpern anzugreifen. Nach einem 44 Stunden andauernden Bombardement, machten es sich heimische Freiheitskämpfer zur Aufgabe, die Linien der Taliban zu durchbrechen und die Hauptstadt Kabul zu befreien. Nach der weitgehenden Eroberung des Landes am Jahresende, begannen Spezialkräfte der westlichen Verbündeten mit der Suche nach ranghohen Al-Quaida Mitgliedern.

Mittlerweile sind viele Jahre ins Land gezogen und dem Westen ist es immer noch nicht gelungen, Afghanistan zu befrieden. Trotzdem ist wenigstens in der afghanischen Hauptstadt etwas Normalität eingekehrt. Dank des aufopferungsvollen Einsatzes internationaler ISAF Truppen konnte der Internationale Flughafen wiedereröffnet und es der jungen Generation ermöglicht werden, Bildungseinrichtungen zu besuchen – wie schön.

Da die Einsätze vom “United States Central Command” in Tampa, FL geleitet wurden, laden heute viele Veteranenverbände zu Feierlichkeiten ein.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

21. November 2018 – Nathan Hale

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Sehr geehrte Damen und Herren,

morgen vor 242 Jahren wurde der aus Coventry in Connecticut stammende Nathan Hale von britischen Besatzern in New York City gehängt.

Nathan Hale wuchs in der Kleinstadt Coventry als Sohn von Richard und Elizabeth Hale auf. Er besuchte erfolgreich das College und durfte bereits mit 18 Jahren als Lehrer an einer Grundschule in East Haddam, CT unterrichten. Als 1775 der Unabhängigkeitskrieg ausbrach, schloss sich der mittlerweile 20jährige der “Connecticut Miliz” an und wurde bald zum Oberleutnant befördert.

Nach der Belagerung von Boston wurde Nathan Hale von George Washington beauftragt, hinter “feindlichen Linien” als Spion zu fungieren. Während seiner heiklen Mission wurde Hale jedoch von britischen Soldaten festgenommen und vor Gericht gestellt.

Am Morgen des 22. September 1776 wurde der Volksheld vor der “Dove Tavern” an der Third Avenue in New York City öffentlich gehängt. Seine letzten Worte lauteten:

“I only regret that I have but one life to give for my country.” (auf deutsch: “Ich habe nur zu bedauern, dass ich nur ein Leben habe, welches ich meinem Land schenken kann.”)

Heutzutage erinnern Statuen vor dem Tribune Tower in Chicago, IL und vor dem CIA-Hauptquartier in Langley, VA an die Taten des Volkshelden. Ferner wurde am 12. Januar 1963 das Atom U-Boot SSBN-623 nach ihm benannt. Die “USS Nathan Hale” verstärkte die Atlantik Flotte und war bis zum 31. Januar 1986 in Pearl Harbor, HI stationiert.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

20. September 2018 – Simon Wiesenthal

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 22. Juni 1941 marschierte die deutsche Wehrmacht in der Sowjetunion ein. Ziel dieses feigen Überfalles war es, den Bolschewismus zu vernichten und Hitlers rassistischen Vernichtungsfeldzug gegen die Juden auszudehnen.

Einen Monat später wurde der damals 23jährige Simon Wiesenthal bei Lemberg verhaftet. Bis zum Ende des Krieges war der gute Mann in insgesamt 12 Arbeits- und Konzentrationslager inhaftiert. Als die Amerikaner ihn aus dem KZ Mauthausen befreiten, schrieb er eine Liste mit den Namen von 91 Kriegsverbrechern nieder und half den Alliierten, bei der Suche nach untergetauchten Nazischergen – wie schön.

1947 gründete Simon Wiesenthal im österreichischen Linz die “Jüdische Historische Dokumentation”, die es zum Ziel hatte, Informationen zum Aufenthalt hochrangiger Nationalsozialisten zu sammeln und auszuwerten. Weil seine Arbeit viele Verbrechen aufdeckte, wurde Herr Wiesenthal unter anderem von der britischen Königin Elisabeth II zum Ritter geschlagen. Ferner wurde er vom Land Österreich mit dem “Grossen goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik” bedacht. Auch die amerikanische Regierung zeigte sich dankbar und gründete in Los Angeles, CA ein Zentrum, das nach ihm benannt wurde. Bis heute wurden weitere Niederlassungen in New York, Miami, Toronto, Paris, Jerusalem und Buenos Aires gegründet – wie schön.

Simon Wiesenthal starb just heute vor 13 Jahren in seinem Ruhesitz in Wien im Alter von 96 Jahren. Drei Tage später wurde sein Leichnam nach Israel ausgeflogen und auf einem Friedhof in Herzlia beigesetzt.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

10. August 2017 – Herbert Hoover

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jedes Kind weiss, erblickte Herbert Clark Hoover just heute vor 144 Jahren das Licht der Welt.

Der gute Mann kam als erfolgreicher Bergbauingenieur und Unternehmer zu grossem Wohlstand und schickte sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs an, in die Politik einzusteigen. Er wurde bald darauf von Woodrow Wilson zum Leiter der landesweiten Lebensmittelverwaltung (unlöblich: United States Food Administration) ernannt und mit erheblichen Vollmachten ausgestattet. Ferner wurde er mit der wichtigen Aufgabe betraut, nach Kriegsende den Wiederaufbau in Europa voranzutreiben und die Lebensmittelversorgung der gebeutelten Bevölkerung sicherzustellen.

Schlussendlich gewann er im Jahre 1928 die Präsidentschaftswahlen und wurde zum 31. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Mit seiner fulminanten Antrittsrede, die er von annähernd 100.000 Zuschauern in der Hauptstadt Washington DC hielt, entsprach der Politiker den in ihn gesetzten optimistischen Erwartungen. Er kündigte grossspurig an, dass den Menschen noch mehr Freiheit und Wohlstand geschenkt werden wird. Leider setzte alsbald die Weltwirtschaftskrise ein und gut ein Drittel aller Banken mussten geschlossen werden. In Folge dessen verloren viele Arbeiter ihre Tschobs und Herbert Hoovers Ansehen verschlechterte sich rapide.

Da es Herbert Hoover nicht gelang, die Vereinigten Staaten aus dieser verheerenden Staatskrise zu führen und er keine öffentliche Geste des Mitgefühls für die zunehmende Verelendung fand, wurden ihm Mitleidlosigkeit und sogar “kaltblütiger Mord an der amerikanischen Gesellschaft! vorgeworfen. Bei der 32. Präsidentschaftswahl verlor Hoover mit knapp 40% der Wählerstimmen gegen den demokratischen Anwärter Franklin D. Roosevelt (57 Prozent).

Nach der Wahlniederlage zog sich Herbert Hoover verbittert aus der Öffentlichkeit zurück und machte es sich zur Aufgabe, Bücher zu schreiben und die Politik seines Nachfolgers scharf zu kritisieren. Darüber hinaus setzte er sich für Menschenrechte ein und sorgte dafür, dass die Vereinten Nationen ein unabhängiges Kinderhilfswerk (UNICEF) ins Leben rief. Zudem bereiste er zahlreiche Staaten, um sich vor Ort über Hungersnöte zu informieren.

Herbert Hoover verstarb am 20. Oktober 1964 im Alter von 90 Jahren in New York, NY an den Folgen einer Blutvergiftung. Er wurde in seiner Heimatstadt in West Branch, Iowa beigesetzt.

Heutzutage zählt Herbert Hoover wegen seines gesellschaftlichen Engagements zu den beliebtesten Volksvertretern überhaupt. Mittlerweile begehen 16 Bundesstaaten am 20. Oktober den sogenannten “Herbert Hoover Day” – wie aufregend.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg