16. Mai 2018 – Neue Reifen für den SUV

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und bemerke, wie ein ergiebiger Regenschauer niedergeht. Weil der Niederschlag meinen Garten in eine Sumpflandschaft verwandelt, ziehe ich es vor, die Morgengymnastik ausnahmsweise in der trocknen Stube zu absolvieren. Während Hund Dixon seine Nase an die Scheibe der Terrassentüre drückt, rudere ich mit den Armen und vergesse auch nicht, etliche Purzelbäume zu schlagen – da kommt Freude auf.


Meine Terrasse und mein Garten

08.30 Uhr Im Anschluss eile ich in die Küche und brühe mit dem praktischen DeLonghi Vollautomaten duftenden Bohnentrunk auf. Nebenbei mache ich mir eigene Gedanken und komme zu dem Schluss, dass man bei diesem Sauwetter nicht aus dem Haus gehen kann – was muss ich denn noch alles ertragen.
08.45 Uhr Bevor ich die wichtigste Mahlzeit des Tages einnehme, entspanne ich mich bei einem Wirbelbad mit Rosenöl. Darüber hinaus telefoniere ich mit Prof. Kuhn und erkundige mich, wie er den verregneten Tag verbringen wird. Mein Bekannter plappert ohne Unterlass und kündigt an, eine Barnes & Noble Buchhandlung aufzusuchen und nach neuem Lesestoff Ausschau halten zu wollen – das soll mir auch Recht sein.
09.45 Uhr Kurz vor dem Zehnuhrläuten setze ich mich an den Esstisch und führe mir gesunde Kelloggs Zerealien mit frischer Muh zu Gemüte. Ausserdem nippe ich zufrieden am Kaffeehaferl und nutze die himmlische Ruhe, um in der Morgenzeitung zu blättern. Unter anderem lese ich, dass der örtliche Reifenhändler “Tires Plus” während dieser Woche Rabatte bis zu 50% gewährt. Ich staune nicht schlecht und lasse den Vierbeiner wissen, dass nagelneue BRIDGESTONE Pneus meinem PS-strotzenden Chevrolet Suburban sehr gut zu Gesicht stehen würden.
10.30 Uhr Nach der Jause schnappe ich mir den Autoschlüssel von der Küchenablage und scheuche den Rüden trotz des Regens zum Auto. Ruckzuck helfe ich dem Racker auf die Ladefläche und schicke mich an, zum 7 Meilen entfernten Reifenfachgeschäft zu krusen. Unterdessen fröne ich prima Landmusik auf der Frequenz von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und setze zu waghalsigen Überholmanövern an – das macht Spass.


WCKT CAT COUNTRY – der beste Radiosender

11.15 Uhr Am Ziel angekommen, werde ich im Show Room (löblich: Ausstellungsraum) vorstellig und habe alsbald das grosse Glück, mit einem freundlichen Reifenexperten sprechen zu können. Der Knecht gibt sich zuvorkommend und legt mir nahe, meine hartverdienten Moneten in das Bridgestone Modell “Duravis M700” zu investieren. Mein Gegenüber schwärmt in den höchsten Tönen und beteuert, dass dieser Reifen beste Fahreigenschaften an den Tag legt und derzeit besonders günstig zu haben ist. Bevor ich mich versehe, zückt Herr Sam (43) einen Taschenrechner und unterbreitet, dass er mir vier Reifen auf schicken Alufelgen für lediglich 1990,– Dollars anbieten kann. Da meine alten Reifen kaum noch Profile aufweisen, gehe ich auf den Handel ein und frage nach, wann die Pneus montiert werden. Mein Gegenüber beruhigt mich redlichst und verspricht, dass sich seine bestens ausgebildeten Mechaniker gleich an die Arbeit machen werde – das hört man gerne.


Neue Reifen für meinen Chevrolet

12.00 Uhr Um die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken, schlendere ich mit Hund Dixon im Schlepptau durch den weitläufigen Laden und bestaune die feilgebotenen Reifen ganz genau. Darüber hinaus trinke ich einen Kaffee und beisse kraftvoll in einen schmackhaften Donut – schmeckt gar nicht schlecht.
12.30 Uhr Nach nicht einmal 30 Minuten gesellt sich Herr Sam erneut an meine Seite und bittet mich, die Rechnung zu bezahlen. Da ich keine 2.000 Dollars in meiner Geldbörse mitführe, präsentiere ich kurzerhand meine praktische Meisterkarte und lege dem Heini nahe, den Obolus von meinem Konto abzubuchen.
13.00 Uhr Wenig später kehre ich zum Auto zurück und bemerke, dass die Handlanger in der Werkstatt beste Arbeit abgeliefert haben. Der Reifenverkäufer schnalzt demonstrativ mit der Zunge und ist sich sicher, dass mir die Reifen für viele Jahre beste Dienste leisten werden. Ich nicke eifrig und fasse den Entschluss, mich hinter das Lenkrad zu klemmen und die benachbarte McDonalds Schnellgaststätte anzusteuern. Mit knurrendem Magen ordere ich einen “Garlic White Cheddar Burger” (löblich: Knoblauch Weisser Cheddar Käse Burger), World Famous Fries (löblich: Weltbekannte Kartoffelstäbe), einen Chocolate Shake (löblich: Schokoladen Milch Mischgetränk) sowie einen “Bacon Ranch Salad” (löblich: Schinken Bauernhof Salat) – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
13.30 Uhr Zurück in der kleinen Villa, mache ich es mir in der trocknen Stube bequem und beisse kraftvoll zu. Da Dixon aus dem betteln gar nicht mehr herauskommt, halte ich ihm kurzerhand einen Burger unter die Nase und lasse ihn davon kosten. Ferner öle ich meine ausgetrocknete Kehle mit einem süffigen Bier und freue mich, besonders preiswerte Reifen ergattert zu haben.
14.00 Uhr Nachdem ich mir die Hände gewaschen habe, falle ich erschöpft aufs Kanapee und entspanne mich redlichst. Ich schlummere innerhalb weniger Augenblicke ein und sehe mich im Traum nach Kanada versetzt.


Ich träume von Kanada

15.00 Uhr Leider wird mein Müssiggang bald durch das fiepende Haustier gestört. Ich rolle mich spornstreichs vom Sofa und stelle wohlwollend fest, dass der Regen mittlerweile nachgelassen hat. Um dem Rüden etwas Auslauf zu bescheren, öffne ich die Terrassentüre und scheuche ihn an die frische Luft.
15.30 Uhr Anschliessend nehme ich am Schreibtisch Platz und kümmere mich um Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher. Wie fast jeden Tag schufte ich auch heute hart und rate verzweifelten Eltern, mit den unflätigen Jugend hart ins Gericht zu gehen – alles darf man sich auch nicht gefallen lassen.
16.30 Uhr Zum Abschluss der Anschnursitzung studiere ich die Einträge im Gästebuch und ärgere mich, weil schon wieder unterbelichtete Dreikäsehochs beleidigende Einträge hinterlassen haben – wie unlöblich.
17.00 Uhr Weil mein Magen knurrt, fahre ich das WINDOWS (löblich: Fenster) Betriebssystem mausdrückend herunter und eile in die Küche, um das Abendessen vorzubereiten. Ich schwenke gesundes Butterschmalz in der Pfanne und zaubere im Handumdrehen ein lustiges Reisgericht mit Fleischbällchen – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach der Hausarbeit rufe ich Dixon ins Haus und freue mich auf einen gepflegten Fernsehabend. Als erstes fröne ich den Nachrichten auf FOX und lerne, dass es während der kommenden Tage schwülwarm und sehr sonnig werden wird – das kann ja heiter werden.
19.00 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, schalte ich auf den HBO um und gebe mich dem Lichtspielhauserfolg “Defiance” aus dem Jahre 2008 hin. Die abendfüllende Produktion handelt von russischen Juden, die sich im Kriegsjahr 1941 einen blutigen Partisanenkrieg mit den deutschen Besatzern liefern.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung schalte ich die Glotze aus und begleite Dixon noch einmal in den Garten. Danach lösche ich das Licht und lege mich ins Bett. Gute Nacht.

15. Mai 2018 – Craft Beer

08.00 Uhr Pünktlich um Null-Acht-Hundert öffne ich meine Augen und rolle mich zufrieden aus dem Bett. Um auf Touren zu kommen, eile ich mit schnellen Schritten auf die Terrasse und stähle meine Muskeln mit dem Frühsport. Unterdessen spähe ich zum Nachbargrundstück und werde Zeuge, wie Herr Booth seinen in die Jahre gekommenen Rasenmäher aus der Garage schiebt – gleich platzt mir der Kragen.
08.30 Uhr Während der Tattergreis einen Höllenlärm veranstaltet, verabschiede ich mich in die Nasszelle und läute den Morgen mit einem erfrischenden Wirbelbad ein. Darüber hinaus navigiere ich mit dem iPad durchs Internetz und studiere einen Anschnurbericht über den NASA Satelliten “Tess”, der bei der Suche nach bewohnbaren Planeten helfen soll. Ich staune Bauklötze und lerne, dass der Satellit im April ins All befördert wurde und in den kommenden Jahren mehr als 200.000 Sterne nach Anzeichen für kreuzende Planeten absuchen soll – das ist ja allerhand.

09.30 Uhr Redlichst entspannt steige ich aus der Wanne und komme zu dem Schluss, dass ich den begehbaren Kleiderschrank ausmisten sollte. Weil viele Kleidungsstücke nicht mehr der aktuellen Mode entsprechen, klatsche ich in die Hände und mache es mir zur Aufgabe, ein lachsfarbenes Polohemd, diverse Stoffhosen, T Hemd mit LED ZEPPELIN Aufdruck sowie etliche Krawatten in ein Mülltüte zu stecken. Ferner hole ich ein Paar Turnschuhe aus dem Hause NIKE hervor und fasse den Entschluss, auch die alten Treter zu entsorgen – da kommt Freude auf.
10.00 Uhr Nach getaner Arbeit stelle ich die Kaffeemaschine ein und richte mir das Frühstück an. Dummerweise stösst alsbald meine Nachbarin die Terrassentüre auf und präsentiert einen selbstgebackenen Apfelkuchen. Die Dame von nebenan leckt sich die Lippen und behauptet, dass sie gestern lustige Äpfel gekauft und kurzerhand einen Kuchen gebacken hat. Ich schenke der Perle ein Lächeln und schlage augenblicklich Sahne auf.
10.30 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, plappert Frau Pontecorvo ohne Unterlass und kündigt an, dass sie sich am Nachmittag mit Freundinnen in einem angesagten Spa (löblich: Wohlfühleinrichtung) treffen wird. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich gleich zu Bob’s Liquor Store krusen und Getränke besorgen werde. Meine Nachbarin freut sich und meint, dass wir am Abend grillen könnten – das glaube ich kaum.
11.15 Uhr Nach der Jause verabschiede ich Frau Pontecorvo per Handkuss und scheuche Dixon zum Chevrolet. Voller Elan zwänge ich mich hinters Lenkrad und presche radiohörend aus der Garage. Unterdessen telefoniere ich mit Edelbert und frage nach, ob er mich im Alkoholgeschäft unseres Vertrauens treffen möchte. Leider erteilt mir der schlaue Mann eine Absage und beteuert, dass er wegen eines Arzttermins leider verhindert ist – wie schade.


Bier ist sehr bekömmlich

11.45 Uhr Am Ziel angekommen, lasse ich den Motor laufen und gebe dem Vierbeiner zu verstehen, dass er im Auto warten muss. Im Anschluss strebe ich in den gutsortierten Getränkemarkt und lasse es mir nicht nehmen, vier Sechserpacks Budweiser, eine Kiste Erdinger Weissbier sowie vier Flaschen Weisswein in den Einkaufswagen zu legen. Ausserdem tratsche ich mit den Ladeninhaber und vernehme, dass er seit kurzem auch sogenanntes “Craft Beer” feilbietet. Ich werde sogleich hellhörig und bringe heraus, dass es sich hierbei um hochwertige Hopfensäfte handelt, die von unabhängigen Brauereien produziert werden. Herr Bob fackelt nicht lange und empfiehlt, das preisgekrönte Pale Ale aus der “Sierra Nevada” Brauerei zu kosten – das hört sich verlockend an.
12.30 Uhr Nachdem ich auf den Handel eingegangen bin und Herrn Bob ein kleines Vermögen überlassen habe, verlasse ich das Geschäft und schicke mich an, eine zweieinhalb Meilen entfernte McDonalds Schnellgaststätte anzusteuern. Ruckzuck rolle ich zum Drive Thru (löblich: Fahr hindurch) Schalter und ordere drei Quarter Pounder (löblich: Viertelpfünder), Kartoffelstäbe sowie einen McSundae Eisbecher – man gönnt sich ja sonst nichts.
13.30 Uhr Endlich bin ich wieder daheim und kann mich über das wohlverdiente Mittagessen hermachen. Zudem schraube ich den Kronkorken von einer Pale Ale Flasche und bemerke als Bierexperte, dass dieses Gebräu mit komplexen Aromen von Zitrusfrüchten überzeugen kann – das ist prima.
14.00 Uhr Nachdem ich das leckere Mittagessen verzehrt und ein zweites Bier getrunken habe, falle ich erschöpft aufs Kanapee und schliesse die Augen. Ruckzuck döse ich ein und träume von meiner Mexikoreise im Jahre 2012.
15.00 Uhr Um nicht einzurosten, stehe ich auf und komme meinen Pflichten als staatlich anerkannter Anschnurseelsorger nach. Ich arbeite Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher ab und empfehle verzweifelten Eltern, hart mit der Jugend ins Gericht zu gehen.
16.00 Uhr Zum Abschluss der Beratungsstunde schalte ich die neuen Einträge im Gästebuch frei und gehe dann von der Leine, um noch eine Hopfenkaltschale zu trinken. Ausserdem fresse ich einen Schokoriegel und vergesse auch nicht, dem Vierbeiner einen Kauknochen ins Maul zu stecken – immerhin bin ich ein Tierfreund.
16.45 Uhr Nachdem ich mich in der Hollywoodschaukel entspannt habe, kehre ich in die kleine Villa zurück und bereite das Nachtmahl vor. Da ich vom Mittagessen noch immer gesättigt bin, nehme ich mir einer kleinen Portion Bratkartoffeln mit Spinat Vorlieb – schmeckt gar nicht schlecht.


Kartoffeln sind sehr gesund

17.45 Uhr Nachdem ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb gesetzt habe, lege ich im Wohnzimmer die Beine hoch und gebe mich den Nachrichten auf FOX hin. Ich informiere mich aus erster Hand über die Geschehnisse in der Welt und höre, dass in zwei Wochen der “Memorial Day” gefeiert wird – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.
18.45 Uhr Kurz vor dem Siebenuhrläuten wechsle ich auf NETFLIX und werde auf eine neue Serie aufmerksam, die am 4. Mai 2018 ihre weltweite Premiere feierte. “The Rain” (löblich: Der Regen) zeigt das Schicksal einer Gruppe junger Menschen, die im postapokalyptischen Europa von einem Virus heimgesucht werden – so ein Schmarrn.
21.15 Uhr Nach drei mässig spannenden Episoden schalte ich das Farbfernsehgerät ab und begleite Dixon noch einmal an die frische Luft. Danach reguliere ich die Klimaanlage und ziehe mich gähnend ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.

11. Mai 2018 – Ein Geschenk für Amanda

07.45 Uhr Kurz vor dem Achtuhrläuten schrillt das Telefon und ich werde aus einem schönen Traum gerissen. Zu meiner Freude meldet sich Maria in der Leitung und erzählt, dass Amanda am kommenden Montag ihren Geburtstag feiern wird. Ich reibe mir gähnend den Schlaf aus den Augen und entgegne, dass ich den Termin fast vergessen hätte. Ruckzuck hüpfe ich aus dem Bett und lasse meine Schwägerin wissen, dass ich gleich nach dem Frühstück in die Stadt krusen und ein Geschenk für James Ehefrau besorgen werde – das ist doch eine Selbstverständlichkeit.


Amanda feiert bald Geburtstag

08.30 Uhr Nachdem ich erfahren habe, dass Georg und Maria Ende Mai nach Florida kommen werden, beende ich das Telefonat und schicke mich an, die Morgengymnastik auf der Terrasse zu absolvieren – das macht Spass.
09.00 Uhr Im Anschluss entspanne ich mich bei einem erfrischenden Wirbelbad und telefoniere mit Edelbert. Selbstverständlich komme ich auch auf Amandas Geburtstag zu sprechen und erkläre dem schlauen Mann, dass ich genötigt bin, ein kleines Vermögen in ein Präsent zu investieren. Darüber hinaus kündige ich an, in die Stadt krusen und in einschlägigen Boutiquen nach einem Geschenk Ausschau halten zu wollen. Anstatt mich zu begleiten, windet sich mein Bekannter aus der Verantwortung und beteuert, dass er eine ruhige Kugel in seiner Stadtwohnung schieben und etwas lesen möchte – das ist wieder typisch.
10.00 Uhr Kopfschüttelnd beende ich das Badevergnügen und hole farbenfrohe Freizeitkleidung aus dem begehbaren Schrank. Danach werfe ich mich in Schale und nehme in Hund Dixons Gesellschaft die wichtigste Mahlzeit des Tages ein. Nebenher blättere ich interessiert in der Tageszeitung und lerne, dass in der übernächsten Woche Pfingsten (unlöblich: Pentecost) gefeiert wird – wie aufregend.
10.30 Uhr Mit vollem Magen nehme ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine in Betrieb und ziehe es vor, den Vierbeiner an die frische Luft zu scheuchen und am Nachbarhaus zu klingeln. Frau Pontecorvo öffnet prompt die Pforte und drückt mir ein schmatzendes Bussi auf die Wange. Ich mache grosse Augen und berichte der Perle, dass ich ein Geburtstagsgeschenk für Amanda benötige. Leider erteilt mir auch meine Nachbarin eine Absage und meint, dass sie gleich eine Freundin treffen wird – wie schade.
11.00 Uhr Deprimiert helfe ich Dixon auf die Ladefläche des Chevrolets und gleite nörgelnd von dannen. Zudem mache ich mir eigene Gedanken und spiele mit der Idee, Amanda mit einem praktischen Kopftopf zu überraschen.
11.30 Uhr Wenig später komme ich vor dem WAL MART am Juliet Boulevard zum stehen und erkläre meinem tierischen Begleiter, dass er mich leider nicht in die Markthalle begleiten kann. Weil es sehr heiss ist, stelle ich die Klimaanlage auf die höchste Stufe und verspreche Dixon, dass ich in einer dreiviertel Stunde zurück sein werde. Anschliessend verabschiede ich mich winkend in den Flachbau und steuere zielsicher die Küchen- und Geschirrabteilung an, um nach preiswerten Schnäppchen zu suchen – leider ohne Erfolg.
12.00 Uhr Missmutig schlendere ich weiter durch den Markt und komme zu dem Schluss, dass auch ein Laubbläser aus dem Hause BLACK & DECKER kein geeignetes Geschenk für Amanda darstellt. Schlussendlich finde ich mich in der Drogerieabteilung wieder und ringe mich dazu durch, ein sündteures JIMMY CHOO Duftset für 129 Dollars auszuwählen. Ich staune nicht schlecht und erkenne, dass in der aufwendig gestalteten Verpackung nicht nur der edle Duft “Illicit”, sondern auch eine feuchtigkeitsspendende Bodylotion (löblich: Körperkreme) enthalten ist.


Das Präsent trifft am Montag in Toronto ein

12.45 Uhr Nach dem Bezahlvorgang werde ich an der hauseigenen Poststelle vorstellig und nehme mir das Recht heraus, nette Worte auf eine Geburtstagskarte zu kritzeln und das Geschenk in einen gepolsterten Versandkarton zu verfrachten. Ferner erkundige ich mich beim Postbeamten, ob die Lieferung bis zum kommenden Montag in Toronto eintreffen wird. Der Knecht nickt eifrig und knöpft mir für den Expressversand weitere 18 Dollars ab.
13.15 Uhr Fix und Foxi schlendere ich zum Auto und entschliesse mich, als nächstes mit Hund Dixon in die benachbarte McDonalds Schnellgaststätte einzukehren. Weil mein Magen knurrt, fackle ich nicht lange und ordere lustige Burger, Kartoffelstäbe sowie einen “Southwest Chicken Salad” (löblich: Südwestlicher Hühner Salat).
14.00 Uhr Nach der Jause trete ich die Heimreise an und komme zu dem Ergebnis, dass ich dem Stress kaum noch gewachsen bin. Vielleicht wäre es doch schlauer, mein Zuhause zu veräussern und ins “Shady Pines” Seniorenwohnheim umzuziehen – was muss ich denn noch alles ertragen.
14.45 Uhr Just als Petrus die Himmelspforten öffnet und es regnen lässt, treffe ich zu Hause ein. Mit letzter Kraft schleppe ich mich in die kleine Villa, um mich auf dem Kanapee zur Ruhe zu betten – das tut gut.
15.45 Uhr Ich öffne die Augen und registriere, dass es immer noch wie aus Kübeln schüttet. Weil man bei diesem Sauwetter nicht aus dem Haus gehen kann, setze ich mich an den Schreibtisch und komme meinen Pflichten als staatlich anerkannter Anschnurseelsorger nach – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.


Ich beisse kraftvoll zu

16.45 Uhr Nach getaner Arbeit gehe ich von der Leine und bereite mir in der Küche ein kleines Abendessen vor. Um nicht stundenlang am heissen Herd stehen zu müssen, koche ich kurzerhand italienische Langnudeln auf. Dazu zaubere ich ein leckeres Tomatensösschen mit einem Schuss Olivenöl – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Redlichst gestärkt verabschiede ich mich in den Feierabend und mache es mir in der klimatisierten Wohnstube bequem. Während der Regen an die Fensterscheiben trommelt, gebe ich mich den Abendnachrichten auf FOX hin und mache mich über die tagesaktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.

19.00 Uhr Nachdem ich mich auf den neuesten Stand gebracht habe, nehme ich mit dem NETFLIX Programm Vorlieb und fröne dem Kriminalfilm “Super Dark Times”. Die erste Regiearbeit des Filmemachers Kevin Phillips handelt von desillusionierten Jugendlichen, die eines Tages in den Wald ziehen, um mit einem Samuraischwert zu spielen. Dummerweise kommt es dabei zu einem tragischen Unfall – wie schrecklich.
21.00 Uhr Als nach knapp zweistündiger Spitzenunterhaltung der Abspann über die Mattscheibe flimmert, betätige ich gähnend den OFF (löblich: AUS) Knopf auf der Fernbedienung. Zu guter Letzt lösche ich sämtliche Lichter und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

9. Mai 2018 – Papst und Mäusespeck

08.00 Uhr Ich hüpfe zu stimmungsvoller Radiomusik aus dem Bett und reibe mir den Schlaf aus den Augen. Weil meine Glieder eingerostet sind, begebe ich mich spornstreichs auf die Terrasse und mache es mir zur Aufgabe, den Frühsport zu absolvieren. Unterdessen stösst Frau Gomez die Haustüre auf und setzt mich darüber in Kenntnis, dass sie nun mein Zuhause auf Vordermann bringen wird. Ich stimme zu und bitte die Perle, auch die Wäsche zu waschen und den Terrassenboden zu kehren – immerhin kann ich mich nicht um alles kümmern.
08.30 Uhr Nachdem ich meine Muskulatur gestählt habe, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Nebenher segle ich mit dem iPad auf die WINN DIXIE Heimseite und erfahre, dass gesundes Grillfleisch derzeit preiswert angeboten wird. Da mir das Wasser im Munde zusammenläuft, nehme ich schnell die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) zur Hand und lasse es mir nicht nehmen, bei Prof. Kuhn anzurufen. Selbstverständlich verkünde ich meinem Bekannten die frohe Botschaft und merke an, dass wir am Wochenende grillen sollten. Edelbert freut sich und wünscht mir einen entspannten Schoppingausflug – jaja.


Meine praktische Schwarzbeere

09.30 Uhr Nach einer Stunde beende ich den Badespass und registriere, dass Frau Gomez mittlerweile den Küchenboden gewischt und auch die Waschmaschine eingestellt hat. Um der Perle nicht im Weg zu stehen, setze ich mich an den Küchentisch und nehme die wichtigste Mahlzeit des Tages ein. Zudem blättere ich in der Tageszeitung und bringe heraus, dass im Juni eine abendfüllende Dokumentation über Papst Franziskus in die Lichtspielhäuser kommen wird. Ich staune nicht schlecht und lerne, dass der deutsche Filmschaffende Wim Wenders das Leben des aus Argentinien stammenden Geistlichen verfilmt hat – das hört sich spannend an.

10.00 Uhr Während meine Zugehfrau hart schuftet und aus dem Schnaufen kaum noch herauskommt, setze ich mir meine NY YANKEES Kappe auf und gebe zu Protokoll, dass ich nun zum WINN DIXIE Supermarkt rasen werde. Die Mexikanerin fällt mir prompt ins Wort und meint, dass ich Putzmittel mitbringen muss – papperlapapp.
10.30 Uhr Dreissig Minuten später treffe ich am Ziel ein und lasse den Rüden bei laufendem Motor im Auto zurück. Anschliessend mache ich einem tattrigen Rentner einen Einkaufswagen streitig und strebe unaufhaltsam in die klimatisierte Markthalle. Unter anderem werfe ich Gemüse und Obst, Süssigkeiten, einen Sack Holzkohle, diverse Reinigungsmittel, Zeitschriften sowie eine Tüte mit leckeren Marshmallows (löblich: Mäusespeck) in das klapprige Gefährt – da kommt besonders grosse Freude auf.


Mäusespeck schmeckt prima

11.15 Uhr Zu guter Letzt werde ich an der gutsortierten Fleischtheke vorstellig und entschliesse mich, vier Pfund Hackfleisch, vitaminreiche T-Bone Steaks (löblich: T Knochen Schnitzel) und Hühnerfinger (unlöblich: Chicken Wings) zu den anderen Waren zu legen – was das wieder kostet.
11.45 Uhr Just als ich die Kasse Nummer 7 ansteuere, stellt sich mir plötzlich Sherriff Bradfort in den Weg. Der Ordnungshüter klopft mir lachend auf die Schulter und beteuert, dass wir uns lange nicht gesehen haben. Ich schlage in die gleiche Kerbe und entgegne, dass ich ein vielbeschäftigter Rentner bin. Der Scherriff zeigt Verständnis und erzählt, dass seine Deputies gestern einen besonders heiklen Fall gelöst haben und er nun genötigt ist, seinen Angestellten Donuts zu spendieren – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.


Donuts für Scherriff Bradfort

12.30 Uhr Nach dem Bezahlvorgang kehre ich pfeifend zum Auto zurück und bemerke, dass mein Magen eigenartige Knurrlaute von sich gibt. Um nicht Hunger leiden zu müssen, verstaue ich die Einkaufstüten auf der Ladefläche des PS-strotzenden SUVs und kehre dann mit Hund Dixon in die benachbarte “Dairy Queen” (löblich: Molkerei Königin) Schnellgaststätte ein. Ich fackle nicht lange und bestelle mir ein grosses Glas SEVEN UP (löblich: Sieben hoch) sowie einen saftigen Käseburger mit Fritten – das schmeckt prima.
13.30 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, nach Hause zurückzukehren. Ich hüpfe gesättigt ins Auto und habe während der Reise das Vergnügen, ein schönes Lied der amerikanischen Landmusikcombo Brothers Osborne zu hören – was kann es schöneres geben.
14.15 Uhr Zurück im Willoughby Drive, falle ich erschöpft aufs Kanapee und lege die Beine hoch. Nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meiner Reise entlang der amerikanischen Ostküste – das war ein Spass.
15.15 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und verspüre wegen der Hitze wenig Lust, die Anschnurseelsorge zu erledigen. Stattdessen kippe ich mir ein süffiges Budweiser hinter die Binde und schlendere in den Garten, um die hochgewachsene Petersilie in Augenschein zu nehmen. Weil das Doldengewächs eine stattliche Höhe erreicht hat, hole ich mir ein Messer aus der Küche und schneide etliche Stängel ab.


Die Petersilie ist hochgewachsen

16.00 Uhr Nachdem ich die Gewürzpflanze in Tupperdosen verstaut habe, genehmige ich mir ein weiteres Bier und tratsche angeregt mit Frau Pontecorvo. Meine Nachbarin legt beste Laune an den Tag und berichtet, dass sie heute im Stadtzentrum war und sich ein neues Kleid gekauft hat. Bevor ich Worte findet, macht die kleine Frau kehrt und präsentiert sich alsbald in einem farbenfrohen Fetzen – das soll mir auch Recht sein.
17.00 Uhr Nach der Plauderei mache ich mich in der Küche nützlich, um das Abendessen vorzubereiten. Da ausgewogene Ernährung sehr wichtig ist, nehme ich mit einem gemischten Salat und im Olivenöl herausgebratenen Fischfilet Vorlieb – schmeckt gar nicht schlecht.
18.00 Uhr Zum Ende des langen Tages schalte ich die Geschirrspülmaschine ein und verabschiede mich in den wohlverdienten Fernsehabend. Um auf den neuesten Stand zu kommen, fröne ich den FOX Nachrichten und mache mich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt schlau.
19.00 Uhr Anschliessend fröne ich auf NETFLIX weiteren Folgen der sehenswerten Serie “Love” und amüsiere mich köstlich. Während Dixon wie ein Stubentiger schnurrt, schaufle ich Kartoffelchips in mich hinein und werde Zeuge, wie sich die Hauptdarsteller Mickey und Gus immer näher kommen und sich letztendlich ineinander verlieben.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung schalte ich die Glotze aus und lösche sämtliche Lichter. Anschliessend rufe ich Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.

7. Mai 2018 – Micro Bikinis und Fussball WM

08.00 Uhr Der Radiowecker springt an und reisst mich aus einem schönen Traum. Wie es sich für einen sportlichen Rentner gehört, rolle ich mich ruckzuck aus dem Bett und bemerke beim Blick nach draussen, dass es während der Nacht geregnet hat. Trotz alledem öffne ich die Terrassentüre und scheuche Dixon in den Garten hinaus.


Der Radiowecker springt an

08.30 Uhr Nach der schweisstreibenden Morgengymnastik begebe ich mich in die Nasszelle und erfrische mich bei einem Wirbelbad mit Eukalyptusöl. Ausserdem rasiere ich mir die Bartstoffeln ab und entschliesse mich, das Frühstück bei Frau Pontecorvo einzunehmen – immerhin kann ich mich nicht um alles kümmern.
09.30 Uhr Nachdem ich ein Hawaiihemd sowie eine legere Bermudahose angezogen habe, statte ich meiner Nachbarin einen Besuch ab. Die kleine Frau begrüsst mich überschwänglich und lotst mich plappernd in die gute Stube, um mich mit einem Kaffee sowie lustigen Rühreiern zu verwöhnen. Ferner fährt die Perle eine Schüssel mit Griesbrei auf und möchte wissen, ob ich dazu eine Honigmelone essen möchte. Da man einem geschenkten Gaul sprichwörtlich nicht in Maul schauen sollte, stimme ich prompt zu und beisse kraftvoll zu – das schmeckt.
10.00 Uhr Während ich die wichtigste Mahlzeit des Tages einnehme, lädt mich Frau Pontecorvo plötzlich ein, sie zu den “Miromar Outlet Stores” (löblich: Miromar Auslassgeschäften) zu begleiten. Natürlich winke ich sogleich ab und entgegne, dass ich Hund Dixon ausführen muss. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen, wechsle ich ganz schnell das Thema und spüle meinen ausgetrockneten Hals mit brühfrischem Bohnentrunk durch.
10.30 Uhr Wenig später wünsche ich meiner Bekannten einen angenehmen Schoppingausflug und ziehe es vor, den Rüden zum Auto zu scheuchen. Danach lasse ich den Wählhebel der Automatikschaltung in der “D” Stellung einrasten und gleite zu stimmungsvoller WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radiomusik vom Grundstück.
11.00 Uhr Nach einer kurzweiligen Ausfahrt komme ich mit quietschenden Reifen am “Lowdermilk Park” zum halten und lasse Dixon von der Ladefläche springen. Im Anschluss schlendere ich mit einem lustigen Lied auf den Lippen zum Strand und stelle fest, dass heute besonders viele Badegäste den Strandabschnitt am Coquina Sound bevölkern. Missmutig ziehe ich mir die NY YANKEES Mütze ins Gesicht und mache es mir zur Aufgabe, meine Füsse im Golf von Mexiko zu baden – da kommt besonders grosse Freude auf.


Bald wird in Russland Fussball gespielt

11.30 Uhr Kurz vor der Mittagszeit bette ich mich unter einer Palme zur Ruhe und animiere Dixon, sich selbständig zu beschäftigen und Möwen zu jagen. Das Haustier gehorcht mir aufs Wort und ich nutze die Ruhe, um mit Edelbert zu telefonieren. Der schlaue Mann meldet sich nach dem zweiten Tuten und setzt mich darüber in Kenntnis, dass er sich gerade im Internetz über die Fussball Weltmeisterschaft in Russland informiert. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und lerne, dass beim weltgrössten Fussballturnier mit Spielmanipulationen zu rechnen ist. Edelbert zitiert aus einer aufschlussreichen Anschnurreportage und behauptet, dass einzelne Partien laut angesehener Experten auf dem Wettmarkts bis zu drei Milliarden Euros bewegen können. Ich mache grosse Augen und antworte, dass mir die Fussball Weltmeisterschaft in der ehemaligen Sowjetunion gestohlen bleiben kann.
12.15 Uhr Da mein ausgetrockneter Hals dringend geölt werden muss, setze ich meinen Spaziergang fort und kehre alsbald ins luxuriöse “Naples Beach Hotel” ein. Zielsicher steuere ich die hauseigene Pool Bar an und nehme mir das Recht heraus, einen Pitcher (löblich: Krug) Bier sowie vitaminreiche Chickenfingers (löblich: Hühnerfinger) mit Fries (löblich: Kartoffelstäben) zu ordern. Ausserdem tratsche ich mit dem Schankknecht und bringe heraus, dass in Naples bestem Hotel derzeit ein waschechter Scheich aus Abu Dhabi logiert – das soll mir auch Recht sein.


Bier ist sehr gesund

13.00 Uhr Nach der zweiten Hopfenkaltschale beschere ich dem Kellner ein stattliches Trinkgeld und kehre schnaufend zum SUV zurück. Ferner nehme ich die leichtbekleideten Badegäste am Lowdermilk Park ins Visier und komme zu dem Schluss, dass sogenannte Micro-Bikinis verboten werden sollten – wo kommen wir denn da hin.
14.00 Uhr Während der erquickenden Heimreise drehe ich die Fensterscheibe nach unten und lasse mir den milden Fahrtwind durchs Haupthaar wehen. Nebenher lasse ich Dixon wissen, dass wir uns glücklich schätzen können, in den Vereinigten Staaten eine neue Heimat gefunden zu haben.
14.30 Uhr Zuhause angekommen, schlüpfe ich aus den Schuhen und falle erschöpft aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und sehe mich im Traum auf die Pfade des Appalachian Trails versetzt.


Ich träume vom Appalachian Trail

15.30 Uhr Ich öffne die Augen und brühe spornstreichs Kaffee auf. Anschliessend nehme ich am Schreibtisch platz und kümmere mich am Anfragen besorgter Heimseitenbesucher. Ich schufte hart und animiere leidgeprüfte Erziehungsberechtigte, mit der garstigen Jugend nicht zu zimperlich umzugehen.
16.30 Uhr Nach getaner Arbeit fahre ich das Windows (löblich: Fenster) Betriebssystem mausdrückend herunter und verabschiede mich in den Garten, um den Rasensprenger in Betrieb zu setze. Ausserdem zupfe ich Unkraut aus dem Petersilienbeet und verscheuche kreischende Ajaja Vögel – gleich platzt mir der Kragen.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 5 zugeht, kehre ich ins Haus zurück und bereite das Abendessen vor. Um nicht stundenlang am Herd stehen zu müssen, schiebe ich eine Thunfischpizza ins vorgeheizte Backrohr und zaubere einen Tomatensalat mit perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen.


Ich beisse kraftvoll zu

18.00 Uhr Nachdem ich in der Küche für Sauberkeit und Ordnung gesorgt habe, beginnt endlich der wohlverdiente Feierabend. Um etwas Abwechslung zu bekommen, nehme ich mit dem NETFLIX Programm Vorlieb und erfreue mich am Serienschmankerl “Love” (löblich: Liebe). Das mehrteilige Fernsehspiel handelt von einer schrulligen Maid, die sich Hals über Kopf in einen depressiven Lehrer verliebt – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach sechs Episoden, vier Flaschen Bier und einer Tüte Lay’s Kartoffelchips beende ich den Fernsehabend und rufe Dixon ins Haus. Zu guter Letzt lösche ich sämtliche Lichter und gehe zu Bett. Gute Nacht.