16. und 17. März 2019 – Destroyer

Hallo Freunde,

am vergangenen Donnerstag gab es wieder eine Menge neuer Filme in den Kinos. Besonders interessant ist der neue Nicole Kidman Thriller “Destroyer”.

Die 51jährige Oscarpreisträgerin Nicole Kidman schlüpft in diesem von Regisseurin Karyn Kusama gekonnt in Szene gesetzten Streifen in die Rolle der Undercover Agentin Erin Bell, die einst mit der lebensgefährlichen Aufgabe betraut war, eine Verbrechergang zu sprengen. Viele Jahre später arbeitet sie immer noch für das LAPD und muss sich erneut mit dem Kopf der Bande auseinander setzen …

“Destroyer” ist ein knallharter Thriller, in dem Nicole Kidman als verzweifelte Polizistin brilliert. Ausserdem ist die unheilvolle Atmosphäre, von der dieser Film lebt, einfach gigantisch. Ich habe mir den Blockbuster bereits am vergangenen Donnerstag angeschaut und kann allen Kinofreunden nur raten, schnell ins nächste Lichtspielhaus zu gehen und sich eine Eintrittskarte zu kaufen. Nicole Kidman hat zwar schon in vielen Filmen mitgespielt und etliche Preise – wie Golden Globes und einen Oscar – gewonnen, aber in der Rolle der Erin Bell geht sie voll und ganz auf.

Ansonsten ist im Laufe der Woche nichts weltbewegendes passiert.
Ich konnte das Gästezimmer nur für eine Nacht vermieten. Von Dienstag bis Mittwoch war die Pension Waldblick von einem 71jährigen Mann aus Regensburg belegt, der seine Frau im örtlichen Krankenhaus besuchen musste. Nächste Woche kommt endlich wieder Herr Löschnik von VORWERK und wird das Zimmer für ganze vier Tage in Beschlag nehmen 🙂

Okay, nun möchte ich euch ein schönes und sonniges Wochenende wünschen.
Eure Sandra

15. März 2019 – St. Patrick’s Day

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Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Tagebuchleser,

am kommenden Sonntag in Grossbritannien und den Vereinigten Staaten der beliebte “St. Patrick’s Day” (löblich: Heiliger Patrick Tag) begangen. Der Gedenktag soll an den am 17. März 493 verstorbenen irischen Bischof Patrick erinnern.

Der heilige Patrick von Irland wurde Ende des 4. Jahrhunderts in Wales oder Schottland geboren. Der Sohn eines römischen Offiziers war in jungen Jahren in der römischen Provinz Britannia in einer Kirchengemeinde tätig. Letztendlich wurde er von Sklavenjägern gefangen genommen und in die heutige Provinz Ulster im Norden Irlands verschleppt. Nachdem ihm ein Engel verkündet hat, nach Frankreich zu fliehen, lies er sich in einem Kloster im heutigen Auxerre nieder. Dort wurde er zum Priester geweiht und kehrte bald auf die grüne Insel zurück, um Kirchen und Schulen für die Armen zu gründen – wie aufregend.

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St. Patrick – Holzschnitt aus der
Schedel’schen Weltchronik

Heutzutage ist der St. Patrick Day in Irland, Nordirland und der kanadischen Provinz Neufundland ein gesetzlicher Feiertag. In amerikanischen Millionenmetropolen wie New York, Boston und Chicago wird mit grossen Umzügen an den irischen Volkshelden gedacht.

Natürlich werde ich mich nicht lumpen lassen und Edelbert sowie Frau Pontecorvo zu einen Umtrunk in die irische Gastwirtschaft “Paddy Murphy’s Irish Pub” einladen. Wir werden schmackhaftes Guinness trinken und Kohlsuppe essen, die traditionell zu diesem Feiertag serviert werden.

Ich wünsche allen Lesern einen gesegneten St. Patrick’s Day.
Reinhard Pfaffenberg

14. März 2019 – Ein Filmabend auf der Terrasse

08.00 Uhr Ein neuer Tag beginnt und ich rufe das ALEXA Musikabspielgerät auf, mich mit stimmungsvollen Landmusikklängen zu verwöhnen. Anschliessend eile ich pfeifend nach draussen, um an Hund Dixons Seite die Morgengymnastik zu absolvieren. Nebenher mache ich mir eigene Gedanken und fasse den Entschluss, meine Verwandten am Abend in die kleine Villa einzuladen.


Alexa spielt Musik

08.30 Uhr Nachdem ich meine Glieder gelockert habe, stecke ich dem Vierbeiner einen Kauknochen ins Maul und ziehe mich in die Nasszelle zurück. Während ich mich bei einem prima Wirbelbad entspanne, rufe ich nicht nur bei Georg und Maria, sondern auch bei Prof. Kuhn an, um die lieben Leute zum abendlichen Grillvergnügen zu bitten. Darüber hinaus komme ich auf meinen praktischen Projektor zu sprechen und stelle klar, dass wir uns nach dem Essen einen Film auf der Grossbildleinwand anschauen könnten – das wird ein Spass.
09.30 Uhr Bevor ich zum WAL MART kruse, verzehre ich eine Portion KELLOGGS Zerealien mit frischer Muh. Dazu trinke ich drei Tassen brühfrischen Bohnenkaffee und komme zu dem Ergebnis, dass die Auswahl eines geeigneten Hollywoodfilms keine Aufgabe für eine einzelne Person ist. Aus diesem Grund statte ich meiner Nachbarin einen Besuch ab und erkläre der Perle, dass sie mir beim Kauf einer Blu-Ray (löblich: Blau Strahlen) Scheibe beistehen muss. Frau Pontecorvo nickt eifrig und folgt mir plappernd zum PS-strotzenden Chevrolet.
10.15 Uhr Nach einer nervenaufreibenden Hochgeschwindigkeitsfahrt erreichen wir die Markthalle am Golden Gate Parkway und machen einem störrischen Rentner mit Halbglatze einen Einkaufswagen streitig. Danach schlendern wir tratschend durch die breiten Gänge und laden neben Kerzen, lustigen Knabbereien und Soft Drinks (löblich: Weichgetränken) ausserdem das oscarprämierte Meisterwerk “BlacKkKlansman” in den Wagen. Meine Begleiterin schwärmt in den höchsten Tönen und erzählt, dass dieser Streifen die Geschichte eines dunkelhäutigen Kriminalbeamten erzählt, der den Ku Klux Klan zu Fall bringen möchte – das hört sich spannend an.


BlackkKlansman – ein prima Film

11.15 Uhr Um insgesamt 87 Dollars erleichtert, verlassen wir die Markthalle und verfrachten die Einkaufstüten auf dem Autorücksitz. Im Anschluss treten wir die Heimreise an und frönen dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) – was kann es schöneres geben.
12.15 Uhr Endlich bin ich wieder zuhause und mache es mir zur Aufgabe, die Getränke in den Eiskasten zu verfrachten. Zudem bereite ich mir ein reichbelegtes Sandwich (unlöblich: Wurstbrot) zu und stelle wohlwollend fest, dass noch 18 Flaschen Budweiser, sieben Weissbiere, vier Flaschen Rotwein, Veuve Clicquot Schaumwein sowie zwei Humpen Jack Daniels Bourbon vorrätig sind – das sollte für heute Abend reichen.


Es ist genügend Wein vorrätig

13.00 Uhr Nachdem ich mich gestärkt habe, bette ich mich im Wohnzimmer zur Ruhe und schliesse die Augen. Alsbald döse ich ein und träume von spannenden Stunden auf den verstaubten Pfaden des Appalachian Trails.
14.00 Uhr Sechzig Minuten später hüpfe ich sportlich vom Sofa und vernehme auf der Strasse lautes Geschrei. Um diesem Tumult auf den Grund zu gehen, öffne ich die Terrassentüre und stelle mit grossem Schrecken fest, dass die Nachbarskinder Francis und Emily am Teich spielen. Die Bälger hüpfen aufgeregt auf und ab und informieren, dass die handzahme Echse Billy gerade einen Frosch gefressen hat. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und entgegne, dass dieses Reptil gefährlich ist und sogar kleine Kinder verschlingen kann. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen, werfe ich die Pforte ins Schloss und schicke mich an, mit den Grillvorbereitungen zu beginnen.


Mein praktischer Projektor

15.00 Uhr Nachdem ich den Esstisch mit dem besten Geschirr eingedeckt habe, befülle ich den Grill mit Holzkohle und vergesse auch nicht, eine Handvoll Grillanzünder bereitzulegen. Ferner taue ich T Bone Steaks (löblich: T Knochen Schnitzel) im Kleinwellenofen (unlöblich: Mikrowelle) auf und bereite einen lustigen Beilagensalat vor.
15.30 Uhr Just als ich den Beamer nach draussen trage, stösst Frau Pontecorvo die Terrassentüre auf und erkundigt sich, ob sie mir helfen kann. Ich seufze laut und bitte die Dame, Gläser aus dem Wohnzimmerschrank zu holen – dieses Stress zwingt sogar den stärksten Senior in die Knie.
16.00 Uhr Nachdem ich Feuer entfacht habe, bestreiche ich die Schnitzel mit Olivenöl und freue mich, beim Blick aus dem Fenster Edelberts schneeweissen JEEP vorfahren zu sehen. Auch meine Verwandten lassen nicht lange auf sich warten und ich nehme mir das Recht heraus, die Gäste mit süffigem Sprudelsekt zu begrüssen.
16.30 Uhr Just als ich das Fleisch auf den zischenden Rost lege, nimmt mein Bruder die auf den Tisch liegende Filmverpackung in Augenschein und weist mich auf die Tatsache hin, dass “BlacKkKlansman” bei der Oscarverleihung 2019 sechs Mal nominiert war und eine der begehrten Trophäen gewinnen konnte – wie aufregend.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 5 zugeht, können wir endlich kraftvoll zubeissen. Nebenher erfahre ich von Edelbert, dass er mit dem Gedanken spielt, im Herbst nach Berlin auszufliegen, um seinen Sohn zu besuchen. Der schlaue Mann reibt sich die Hände und sagt, dass er die Gelegenheit am Schopfe packen und in der bundesdeutschen Hauptstadt der Kultur frönen wird – das kann ja heiter werden.

18.00 Uhr Nachdem die Sonne hinter einer Palme verschwunden ist, schenke ich meinen Tischnachbarn etwas Wein nach und werfe mit dem Filmprojektor bunte Bilder auf die Leinwand. Wir staunen Bauklötze und werden Zeugen, wie sich ein schwarzer Detektive in den Ku Klux Klan einschleust und sich als Rassist ausgibt – wie lustig.
20.15 Uhr Nach zwei Stunden und 11 Minuten flimmert der Abspann über die Leinwand und ich komme zu dem Ergebnis, dass die Spike Lee Regiearbeit durchaus sehenswert ist. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und nippt zufrieden am Weinglas.
21.00 Uhr Schlussendlich begleite ich die Gäste zur Türe und merke an, dass der Abend sehr schön war. Zum Abschied hauche ich Maria ein Bussi auf die Wange und merke an, dass wir uns Morgen gegen 10 Uhr in “Julies Restaurant” zum Frühstück treffen sollten.
22.00 Uhr Nachdem ich in der Küche für Ordnung und Sauberkeit gesorgt habe, rufe ich Dixon ins Haus und lösche sämtliche Lichter. Danach ziehe ich mich gähnend ins Schlafzimmer zurück und falle ins Bett. Gute Nacht.

13. März 2019 – Benjamin Harrison

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Sehr geehrter Leser,

im alten Europa geraten Politiker schnell in Vergessenheit.
Kaum noch jemand erinnert sich an die Amtszeiten des Bundespräsidenten Gustav Heinemann (1946 bis 1949) oder des Bundeskanzler Ludwig Erhard (1963 bis 1966) – wie traurig.

In den Vereinigten Staaten wird mit dem Erbe ehemaliger Volksvertreter ganz anders umgegangen. Allen Präsidenten kommt die Ehre zuteil, Namenspatron einer Hochschule und/oder einer Universität zu werden. Ferner ist es die Regel, dass Denkmäler errichtet, Briefmarken bedruckt und Strassen nach den Präsidenten benannt werden. Darüber hinaus erinnern Zeitungen mit spannenden Essays an verstorbene Präsidenten und informieren die Leser über ihre Taten.

Heute – am 13. März 2019 – jährt sich Benjamin Harrisons Tod zum 118sten Mal.
Wie jedes Kind weiss, bekleidete der aus Ohio stammende Politiker vom 4. März 1889 bis zum 4. März 1893 das höchste Amt im Staate.

Benjamin Harrison wuchs in North Bend, OH als Sohn eines wohlhabenden Farmers auf und hegte bereits in jungen Jahren den Wunsch, ein erfolgreicher Jurist zu werden. Nach seinem Studium arbeitete er als Rechtsanwalt und schrieb es sich auf die Fahnen, die Republikanische Partei und dessen Präsidentschaftskandidaten Charles Frémont sowie Abraham Lincoln zu unterstützen.

Während des Sezessionskriegs trat er ab 1862 der Unionsarmee bei und stieg bis zum Brigade General auf. Herr Harrison diente unter dem legendären General William T. Sherman und durfte als einer der ersten Soldaten ins besiegte Atlanta einziehen. Nach dem blutigen Krieg verschrie er sich ganz er Politik und versuchte erfolglos, als Gouverneur des Staates Indiana gewählt zu werden. Trotz dieser Niederlage wurde er 1888 ganz überraschend zum Präsidentschaftskandidaten ernannt. Benjamin Harrison konnte sich bei den Wahlen zum 23. Präsidenten gegen den demokratischen Amtsinhaber Grover Cleveland durchsetzen.

Während seiner vierjährigen Regierungszeit sagte er marktbeherrschenden Kartellen den Kampf an und schaffte es, den Mittelstand nachhaltig zu stärken. Auf seine Initiative wurde der sogenannte “Sherman Antitrust Act” verabschiedet, der noch heute Monopole einschränkt und die Grundlage des amerikanischen Wettbewerbsrechts darstellt.

Nach seiner Präsidentschaft kehrte er nach Indianapolis zurück, um sich als Schriftsteller, Berater und Gastdozent an der renommierten Stanford University zu versuchen. Letztendlich starb Benjamin Harrison am 13. März 1901 im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.

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Benjamin Harrisons Grab auf dem Crown Hill National Cemetery

Heutzutage erinnert ein stattliches Denkmal in Indiana an das Wirken des beliebten Politikers. Ferner wurde eine im Jahre 1908 eröffnete Militärakademie in Lawrence, IN nach dem Präsidenten benannt. 1942 lief ausserdem das Versorgungsschiff “SS Benjamin Harrison” vom Stapel und brachte Hilfsgüter nach Europa – da kommt Freude auf.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

12. März 2019 – Das süsse Leben unter Palmen

08.00 Uhr Der Radiowecker springt pünktlich um 8 Uhr an und ich habe das schöne Lied “My Tennessee Mountain Home” aus Dolly Partons Feder im Ohr. Weil ich diese Komposition sehr schätze, drehe ich am Lautstärkeregler und hüpfe spornstreichs aus dem Bett. Darüber hinaus erzähle ich Hund Dixon, dass dieses Lied auf dem 12. Studioalbum der Künstlerin im Jahre 1973 veröffentlicht wurde – da kommt besonders grosse Freude auf.

08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik hinter mich gebracht habe, rufe ich die ALEXA Musiksäule auf, das komplette Werk der mittlerweile 73jährigen Sängerin abzuspielen. Das technische Wunderwerk aus dem Hause AMAZON kommt meinem Aufruf prompt nach und ich habe das Vergnügen, weitere Schläge (unlöblich: Hits) der aus Tennessee stammenden Ausnahmekünstlerin zu lauschen – was kann es schöneres geben.
09.00 Uhr Während sich Hund Dixon in den Garten verabschiedet, entspanne ich mich bei einem erfrischenden Wirbelbad mit Rosenöl. Unterdessen lese ich Sandras Tagebucheintrag vom Wochenende und lerne, dass das unterbelichtete Kind erneut die Münchner Kammerspiele besucht hat. Achselzuckend lege ich das iPad beiseite und bin mir ziemlich sicher, dass bei meiner Mieterin alsbald der Gehirnbrand ausbrechen wird. Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und greife zur Seife, um mich redlichst herauszuwaschen.
10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 10 zugeht, steige ich aus der Wirbelbadewanne und ziehe es vor, in farbenfrohe Freizeitkleidung zu schlüpfen und betörenden RP LOB Duft auf den Innenseiten meiner Handgelenke aufzutragen. Im Anschluss setze ich mir die NY YANKEES Kappe auf und schlendere nach nebenan, um Frau Pontecorvo mit einem Überraschungsbesuch zu beglücken. Natürlich ist die Dame aus dem Nachbarhaus hellauf begeistert und bittet mich, sofort einzutreten und ihr beim Frühstück Gesellschaft zu leisten.


RP LOB – wie das duftet

10.30 Uhr Die zuvorkommende Perle füllt die bereitgestellten Kaffeehaferl mit brühfrischem Bohnentrunk auf und zögert nicht, ausserdem vitaminreiche Rühreier mit Speck aufzutischen. Dazu reicht die Dame lustiges Weissbrot und meint, dass ich mich gerne von der Marmelade bedienen kann – das lasse ich mir nicht zweimal sagen.
11.00 Uhr Während ich mehrere Brote verzehre und würzigen Kaffee geniesse, plappert meine Tischnachbarin ohne Unterlass und erkundigt sich, wann meine Verwandten nach Toronto zurückreisen werden. Ich zucke mit den Schultern und entgegne, dass Georg und Maria augenscheinlich Gefallen am süssen Leben unter Palmen gefunden haben. Um meinen Aussagen Nachdruck zu verleihen, verrate ich der kleinen Frau, dass die lieben Leute heute in die Nachbargemeinde Fort Myers gekrust sind, um das “History & Science Center” zu besichtigen.


Das süsse Leben unter Palmen

12.00 Uhr Pünktlich zum Mittagsläuten, nehme ich einen letzten Schluck Bohnentrunk und fasse den Entschluss, meine Kappe zu lüften und mich für Speis und Trank zu bedanken. Im Anschluss scheuche ich Dixon nach nebenan und nehme mir das Recht heraus, den Rasensprenger in Betrieb zu setzen – das macht Spass.
12.45 Uhr Nachdem ich ein Bier getrunken und mich in der Hollywoodschaukel entspannt habe, kehre ich in die klimatisierte Stube zurück. Laut gähnend bette ich mich auf dem Kanapee zur Ruhe und sehe mich im Traum nach San Franzisko versetzt – die Forschungsreise an den Pazifischen Ozean werde ich so schnell nicht vergessen.
13.45 Uhr Ich erwache ausgeruht und setze mich an den Schreibtisch. Da der Postkasten überquillt, sehe ich mich genötigt, im Rahmen der Anschnurseelsorge zahlreiche Hilferufe zu studieren. Natürlich helfe ich wo ich nur kann und rate den Erziehungsberechtigten, mit der Jugend hart ins Gericht zu gehen – wo kämen wir denn da hin.
14.30 Uhr Just als ich den Brief eines 74jährigen Rentners aus Potsdam überfliege, schrillt plötzlich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry). Obgleich ich viel zu tun habe, nehme ich das Gespräch an und freue mich, Georgs Stimme zu hören. Mein Bruder kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und berichtet, dass der Aufenthalt in Fort Myers wunderbar ist. Ich nicke zustimmend und erfahre weiter, dass meine Verwandten just im Moment in einem luxuriösen Restaurant sitzen und gebratene Makrelen verzehren. Ich lecke mir die Lippen und halte meinen Bruder an, auf seine schlanke Linie zu achten und auf ein kalorienreiches Dessert zu verzichten.


Ich spiele mit Dixon Ball

15.30 Uhr Endlich kann ich die Anschnurseelsorge beenden und in den Garten zurück kehren, um mit Dixon Ball zu spielen. Ferner tratsche ich auch mit Herrn Booth und bringe heraus, dass er morgen den Rasen mähen wird – jaja.
16.15 Uhr Nachdem ich die Einfahrt gekehrt habe, kippe ich mir ein weiteres Bier hinter die Binde und rufe bei Prof. Kuhn an. Der schlaue Mann wünscht mir einen schönen Tag und plappert, dass er die Nachmittagsstunden ausgenutzt hat, um in diversen Büchergeschäften nach neuem Lesestoff Ausschau zu halten – wie langweilig.
17.00 Uhr Zum Abschluss des langen Tages mache ich mich in der Küche nützlich und brate ein vitaminreiches T-Bone Steak (löblich: T Knochen Schnitzel) heraus. Dazu gibt es eine Portion Erbsen sowie Kartoffelspalten aus dem heimischen Backofen – das schmeckt.
18.00 Uhr Nach dem Nachtmahl lege ich im Wohnzimmer die Beine hoch und fröne den Abendnachrichten auf FOX. Nebenher öffne ich eine Packung Lays Kartoffelchips und lösche meinen Durst mit einem Glas Weisswein.
19.00 Uhr Zur Prime Time wechsle ich auf HBO und gebe mich dem Spielfilm “Limitless” (auf deutsch: Ohne Limit) hin. Die amerikanische Produktion aus dem Jahre 2011 versetzt mich in den Grossen Apfel (unlöblich: Big Apple) und ich werde Zeuge, wie ein erfolgloser Schriftsteller einer neuartigen Droge verfällt – wie schrecklich.
21.15 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden schalte ich die Glotze aus und unternehme mit dem Vierbeiner einen kleinen Rundgang durch den Garten. Danach lösche ich das Licht und lege mich schlafen. Gute Nacht.