6. Dezember 2018 – Nikolaus

Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

obwohl der Nikolaustag in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag ist, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um über den heiligen Nikolaus von Myra zu berichten, der im 3. und 4. Jahrhundert in der antiken Stadt Patara wirkte.

Nikolaus wurde der Überlieferung zufolge von seinem Onkel im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht und als Abt im Kloster Sion eingesetzt. Wenig später erbte er das stattliche Vermögen seiner Eltern und machte es sich zur Lebensaufgabe, armen Leuten Goldmünzen durch die Kamine und Fenster zu werfen. Zudem spendete er kinderreichen Familien einen Grossteil seines Goldes, um zu verhindern, dass die Väter ihre Töchter zur Prostitution hergeben mussten – wie aufregend.

Nach einer Reise ins Heilige Land wurde Nikolaus zum Bischof von Myra ernannt.
Er war zeitlebens sehr beliebt und schaffte es sogar, die letzte grosse Christenverfolgung im Jahre 325 unter Kaiser Galerius unbeschadet zu überstehen. In dieser Zeit nahm er auch am 1. Konzil von Nicäa teil und sprach sich dafür aus, dass die heilige Dreieinigkeit zum Dogma erklärt wurde.


Der heilige Nikolaus

Um das Jahr 350 nach Christus starb der heilige Nikolaus an einem 6. Dezember. Seine Gebeine wurde 1087 durch italienische Kaufleute nach Bari gebracht, wo sie noch heute in der Basilika von San Nicola aufgebahrt sind.

Nikolaus von Myra ist Patron von Russland und Lothringen.
Ferner wird er als Schutzheiliger aller Kinder, Pilger und Reisenden sowie der Rechtsanwälte, Kaufleute, Apotheker, Fischer, Bäcker, Bierbrauer und der Feuerwehrleute verehrt.

Der heilige Nikolaus feiert am 6. Dezember seinen Namenstag. Während er die braven Kinder reich beschenkt, werden die unartigen von seinem Knecht – dem in Lupen gehüllten Krampus – bestraft und in einen Sack gesteckt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Nikolaustag
Reinhard Pfaffenberg

5. Dezember 2018 – Regen, nichts als Regen

08.00 Uhr Ich öffne die Augen und stelle beim Blick aus dem Fenster fest, dass ein Wolkenbruch niedergeht und den gepflegten Vorgarten in eine Sumpflandschaft verwandelt. Auch Hund Dixon steht mit grossen Augen vor der Terrassentüre und weigert sich standhaft, nach draussen zu laufen – das ist ja allerhand.


Dixon bleibt in der trockenen Stube

08.30 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik in der trocknen Stube absolviert habe, lasse ich die Seele bei einem lustigen Wirbelbad baumeln. Darüber hinaus telefoniere ich mit Prof. Kuhn und bringe heraus, dass mein Bekannter ebenfalls keinen Fuss vor die Türe setzen wird. Edelbert schimpft wie ein Rohrspatz und kündigt an, sich während der kommenden Stunden aufschlussreichen Dokumentationen auf NETFLIX hingeben zu wollen. Unter anderem lerne ich, dass sich Edelbert das Fernsehspiel “Food, Inc.” ansehen möchte, welches sich mit der Monopolisierung der Lebensmittelindustrie auseinandersetzt – das hört sich langweilig an.
09.30 Uhr Sechzig Minuten später beende ich die Morgenwäsche und ziehe es vor, mich modisch zu kleiden und trotz des Regens meiner Nachbarin einen Überraschungsbesuch abzustatten. Frau Pontecorvo öffnet badebemäntelt die Pforte und beteuert, dass sie etwas länger geschlafen hat. Ich winke demonstrativ ab und entgegne, dass ich grossen Hunger mitgebracht habe. Meine Nachbarin winkt mich gähnend herein und macht es sich zur Aufgabe, Kaffee aufzubrühen und mich mit einer stattlichen Portion Rühreier zu verwöhnen. Wie es sich gehört, greife ich spornstreichs zur Gabel und merke an, dass das Frühstück prima schmeckt. Meine Tischnachbarin nippt zufrieden am Kaffeehaferl und sagt, dass das regnerische Wetter dazu einlädt, sich aufs Kanapee zu legen und ein Buch zu lesen – jaja.


Meine Terrasse

10.15 Uhr Um Frau Pontecorvo nicht weiter zu stören, wünsche ich ihr einen schönen Nachmittag und fasse den Entschluss, nach Hause zu gehen. Ruckzuck kehre ich zur kleinen Villa und erkenne, dass der Vierbeiner in den Garten gelaufen ist, um ein Eichhörnchen zu jagen. Fluchend rufe ich nach Dixon und drohe, ihn noch heute ins Tierheim zu bringen – gleich platzt mir der Kragen.
10.45 Uhr Nachdem ich Dixons Fell trocken gerieben habe, schnappe ich mir ein Bier aus dem Eiskasten und mache es mir vor der Glotze bequem. Missmutig quäle ich mich durch die zahlreichen Programme, um nach kurzer Suche auf einem lokalen Sender hängen zu bleiben. Ein schlechtgekleideter Neger namens Phil plappert Unsinn und möchte von einer übergewichtigen Blondine wissen, ob sie mittlerweile alle Weihnachtsgeschenke eingekauft hat. Ich rolle entnervt mit den Augen und wechsle auf NETFLIX, um nach der von Edelbert empfohlenen Dokumentation zu suchen. Alsbald werde ich fündig und habe das Vergnügen, einen Einblick in die Lebensmittelindustrie zu bekommen. Ich staune nicht schlecht und lerne, dass es in den Vereinigten Staaten nur noch etwa 30 Schlachthöfe gibt, die für die amerikanische Fleischproduktion verantwortlich sind – wie schrecklich.

12.15 Uhr Kurz nach dem Mittagsläuten flimmert der Abspann über die Mattscheibe und ich atme tief durch. Weil mir der Appetit vergangen ist, verzichte ich auf ein reichhaltiges Mittagessen und nehme mit einem Apfel Vorlieb. Darüber hinaus fresse ich einen Joghurt und schaue wehmütig in den Garten, um Hund Dixon wissen zu lassen, dass an einen Spaziergang nicht zu denken ist – wie schade.
12.45 Uhr Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und bette mich auf dem Sofa zur Ruhe. Schon bald döse ich ein und träume vom anstehenden Wiedersehen mit meiner Familie – das wird ein Spass.
13.45 Uhr Leider wird mein Müssiggang bald durch das fiepende Haustier gestört. Ich rolle mich vom Kanapee und stelle wohlwollend fest, dass der Regen mittlerweile nachgelassen hat. Um dem Rüden etwas Auslauf zu bescheren, öffne ich die Terrassentüre und scheuche ihn an die frische Luft.
14.15 Uhr Anschliessend nehme ich am Schreibtisch Platz und kümmere mich um Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher. Wie fast jeden Tag schufte ich auch heute hart und rate verzweifelten Eltern, mit den unflätigen Jugend hart ins Gericht zu gehen – alles darf man sich auch nicht gefallen lassen.
15.15 Uhr Zum Abschluss der Anschnursitzung studiere ich die Einträge im Gästebuch und ärgere mich, weil schon wieder unterbelichtete Dreikäsehochs beleidigende Einträge hinterlassen haben – wie unlöblich.
15.30 Uhr Weil Dixon noch immer nicht zurück ist, fahre ich das WINDOWS (löblich: Fenster) Betriebssystem mausdrückend herunter und eile nach draussen, um den Namen meines Haustieres zu rufen. Bereits nach wenigen Sekunden flitzt Dixon kläffend über das satte Grün und animiert mich, die Hundeleine zu schnappen und mit ihm Gassi zu gehen – das ist doch eine Selbstverständlichkeit.
16.30 Uhr Nachdem wir durchs Wohngebiet spaziert sind, stosse ich die Haustüre auf und kümmere mich um das Abendessen. Ich schwenke gesundes Butterschmalz in einer Pfanne und zaubere im Handumdrehen ein asiatisches Fertiggericht mit Reis, Gemüse und Hühnerfleisch – wie gut das duftet.


Ich informiere mich aus erster Hand

17.30 Uhr Nach der Hausarbeit nehme ich im Ohrensessel platz und freue mich auf einen gepflegten Fernsehabend. Als erstes fröne ich den Nachrichten auf FOX und lerne, dass es während der kommenden Tage schwülwarm und sehr sonnig werden wird – das hört man gerne.
18.30 Uhr Um etwas Abwechslung zu bekommen, schalte ich auf den HBO um und gebe mich dem Lichtspielerfolg “Interstellar” hin. Der preisgekrönte Zukunftsfilm handelt von einer Raumschiffmannschaft, die mit der Aufgabe betraut wird, jenseits dieser Galaxie nach Lebensräumen für die Menschheit zu suchen – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach zweieinhalbstündiger Spitzenunterhaltung schalte ich die Glotze aus und begleite Dixon noch einmal in den Garten. Danach lösche ich das Licht und lege mich ins Bett. Gute Nacht.

4. Dezember 2018 – Coastland Center

08.00 Uhr Pünktlich um 8 Uhr springt der Radiowecker an und ich habe das Vergnügen, ein stimmungsvolles Lied aus George Straits Feder zu hören. Während Hund Dixon schwanzwedelnd ans Bett kommt, schnippe ich mit den Fingern und bin mir sicher, dass uns der 66jährige Sangeskünstler bald mit einem brandneuen Studioalbum überraschen wird – immerhin zählt der gute Mann zu den bekanntesten Landmusiksängern der Gegenwart.

08.30 Uhr Just als ich mich auf der Terrasse einfinde und die Melodie zum George Strait Nummer 1 Schlag “Marina del Rey” pfeife, kommt Frau Pontecorvo an die Grundstücksgrenze. Die Perle klatscht in die Hände und freut sich, mich in guter Laune anzutreffen. Ich schlage zufrieden ein Rad und lasse die Dame wissen, dass ich gleich Prof. Kuhn besuchen werde. Meine Nachbarin blickt traurig drein und entgegnet, dass sie eine Freundin in der Stadt treffen wird und leider nicht mitkommen kann – das ist mir Wurst.
09.00 Uhr Gutgelaunt ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und ziehe es vor, mich bei einem lustigen Wirbelbad zu entspannen. Unterdessen telefoniere ich mit dem Professor und bringe in Erfahrung, dass Edelbert am Vormittag im “Coastland Center” abschoppen möchte. Ich zeige mich einverstanden und antworte, dass ich gegen 11 Uhr am Einkaufszentrum sein werde – da kommt Freude auf.
10.00 Uhr Erfrischt und nach Eukalyptusöl duftend, beende ich den Badespass und eile in die Küche, um das Frühstück vorzubereiten. Wie nicht anders zu erwarten, rückt Dixon nicht von meiner Seite und freut sich, als ich etwas ROYAL CANIN Trockenfutter in seinen Napf schütte. Danach labe ich mich an Kelloggs Zerealien mit frischer Muh und vergesse auch nicht, meine staubtrockne Kehle mit brühfrischem Bohnentrunk durchzuspülen.
10.30 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, der kleinen Villa Lebewohl zu sagen und zum Einkaufszentrum am Tamiami Trail zu rasen. Ruckzuck scheuche ich den braven Vierbeiner zum PS-strotzenden SUV und gleite zu prima WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radiomusik vom Grundstück.


Der beste Radiosender

11.00 Uhr Pünktlich auf die Minute fahre ich auf den Kundenparkplatz auf und kann das Auto ohne grössere Probleme vor dem Haupteingang abstellen. Edelbert ist auch schon vor Ort und deutet lachend in Richtung einer tattrigen Rentnerin, die einen vollbeladenen Einkaufswagen vor sich herschiebt. Ich nehme die alte Schachtel skeptisch in Augenschein und erkenne, dass die Dame allerhand Dekorationsartikel eingekauft hat. Vogelzeigend folge ich meinem Bekannten in den klimatisierten Flachbau und finde mich prompt im Macy’s Kaufhaus wieder.
11.30 Uhr Während ich einen dämlich dreinschauenden Kunden beiseite schiebe, erzählt Edelbert, dass er sich eine neue Krawatte mit Weihnachtsmotiv kaufen möchte. Darüber hinaus erfahre ich, dass der schlaue Mann den Schlips anlässlich des Weihnachtsessens tragen möchte. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meine Schwägerin und mutmasse, dass Maria bestimmt ganz gross aufkochen und uns mit einem extraordinären Braten verwöhnen wird – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
12.00 Uhr Schlussendlich wählt Edelbert einen Halsbinder mit “Merry Christmas” (löblich: Schöne Weihnachten) Aufdruck aus und sieht sich an der Kasse genötigt, 27 Dollars bezahlen zu müssen. Danach schlendern wir plaudernd in ein Schokoladengeschäft und nehmen uns das Recht heraus, mehrere Tafeln Hershey’s Schokolade sowie vitaminreiche Marshmallows (löblich: Mäusespeck) einzukaufen.
12.30 Uhr Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, streben wir nach dem Schoppingvergnügen ins “Aurelio’s” Restaurant, um reichbelegte Salamipizzas sowie Beilagensalate zu ordern. Dazu gibt es durstlöschendes Wurzelbier (löblich: Root Beer) aus dem Hause A&W – schmeckt gar nicht schlecht.
13.15 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, komme ich auf meine Verwandten zu sprechen und rechne vor, dass wir Georg und Maria in 10 Tagen wiedersehen werden. Voller Vorfreude nippe ich am Bier und merke ausserdem an, dass wenige Tage später auch die Kinder in Florida eintreffen werden – darauf freue ich mich jetzt schon.
14.00 Uhr Nachdem wir aufgegessen haben, kehren wir tütenbepackt zu den Autos zurück. Zum Abschied wünsche ich dem Professor einen ruhigen Nachmittag und hüpfe dann in den Chevrolet, um die Heimreise anzutreten.


Mein Zuhause unter Palmen

15.00 Uhr Zuhause angekommen, schleppe ich mich mit letzter Kraft in die kleine Villa und serviere dem Vierbeiner eine Schüssel mit Wasser. Anschliessend strecke ich auf dem Sofa die Beine aus und döse schnell ein.
16.00 Uhr Da es sich nicht gehört, den ganzen Nachmittag zu verschlafen, rapple ich mich auf und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Mit flinken Fingern navigiere ich durchs weltweite Internetz und studiere Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher. Natürlich gebe ich auch heute Ratschläge und animiere leidgeprüfte Eltern, mit der jungen Generation nicht zu zimperlich umzugehen – wo kämen wir denn da hin.
17.00 Uhr Nach der nervenaufreibenden Arbeit mache ich mich in der Küche nützlich und brate ein vitaminreiches Schnitzel in heissem Butterschmalz heraus. Dazu gibt es köstliche Bohnen aus der Dose sowie eine Portion Kartoffelbrei – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nachdem ich die Geschirrspülmaschine knopfdrückend in Betrieb genommen habe, lege ich in der guten Stube die Beine hoch und schaue fern. Unter anderem fröne ich den FOX Nachrichten und lerne, dass am kommenden Samstag landesweit an den Angriff auf Pearl Harbor vor 77 Jahren gedacht wird – wie schrecklich.

19.00 Uhr Um auf andere Gedanken zu kommen, wechsle ich auf SHOWTIME und gebe mich dem Zukunftsfilm “Capsule” hin. Ich staune nicht schlecht und werde Zeuge, wie der britische Pilot Guy zur Zeit des kalten Krieges ins All geschossen wird und bald die Kontrolle über sein Raumschiff verliert – wir furchtbar.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung endet der Fernsehabend und ich schalte die Glotze aus. Zu guter Letzt rufe ich Hund Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.

3. Dezember 2018 – Keine Reisen in das kommunistische Ausland

08.00 Uhr Auch heute rolle ich mich sportlich aus dem Bett und zögere nicht, die 49. Woche des Jahres mit der Morgengymnastik auf der schattigen Terrasse zu begrüssen. Während die Sonne ihre wärmenden Strahlen zur Erde sendet, rudere ich mit den Armen und bemerke, dass sich zwei kreischende Ajajas im Garten eingefunden haben. Weil man sich nicht alles bieten lassen kann, schlüpfe ich aus einem Hausschuh und schleudere ihn gekonnt in Richtung der Schnabelträger – gleich platzt mir der Kragen.


Vorsicht vor Ajajas

08.30 Uhr Während ich die Seele bei einem lustigen Wirbelbad baumeln lasse, segle ich mit dem praktischen iPad durchs Internetz und studiere unter anderem den Tagebucheintrag meiner Mieterin. Mit grossen Augen überfliege ich die Zeilen und bringe heraus, dass Sandra “viel arbeitet und sich eine Auszeit gönnen wird”. Laut lachen lese ich weiter, dass das Kind am kommenden Wochenende ins tschechische Karlsbad krusen wird. Um schlimmeres Unheil abzuwenden, nehme ich spornstreichs die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) zur Hand und tippe die Nummer meiner Mieterin ins Tastenfeld. Alsbald meldet sich die Maid und ich informiere, dass es nicht anzuraten ist, ins kommunistische Ausland zu reisen. In diesem Zusammenhang verweise ich an den Prager Frühling des Jahres 1968 und merke an, dass damals die Russen in Prag einmarschierten und Tausende Menschen ins Gefängnis steckten. Anstatt mir Recht zu geben, bricht Sandra in schallendes Gelächter aus und entgegnet, dass seit damals 50 Jahre ins Land gezogen sind und Tschechien längst ein freies und demokratisches Land ist – papperlapapp.


Meine praktische Schwarzbeere

09.30 Uhr Weil bei Sandra augenscheinlich Hopfen und Malz verloren ist, beende ich das Telefonat und steige aus der Wanne, um mich im Gang mit meiner mexikanischen Zugehfrau konfrontiert zu sehen. Frau Gomez schreit wie am Spiess und fordert mich auf, augenblicklich in einen Bademantel zu schlüpfen. Ich komme dem Aufruf anstandslos nach und gebe der Putzperle zu verstehen, dass sie bei ihrem nächsten Besuch die Klingel betätigen sollte. Die Dame fuchtelt mit dem Staubwedel vor meiner Nase herum und beteuert, dass sie sich Morgen in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub verabschieden und mir erst im Januar wieder einen Besuch abstatten wird – jaja.
10.15 Uhr Nach einem reichhaltigen Frühstück, setze ich mir die NY YANKEES Kappe auf und wünsche der Reinigungsfachfrau ein schönes Fest. Ferner stecke ich ihr als kleines Dankeschön eine druckfrische 20 Dollars Note zu und merke an, dass ich nun in die Gänge kommen und zum Supermarkt krusen werde.
11.00 Uhr Wenig später brettere ich mit quietschenden Pneus auf den Supermarktparkplatz und schaffe es gerade noch, einer Rentnerin auszuweichen, die behäbig einen vollbeladenen Einkaufswagen über einen Zebrastreifen schiebt. Ich tippe mir entnervt an die Schläfe und stelle den PS-strotzenden SUV vor einem Hydranten ab. Anschliessend schlendere ich durch die breiten Gänge und lade neben Weichgetränken (unlöblich: Softdrinks) auch mehrere Flaschen Weisswein sowie etliche Sechserpacks Budweiser in den Einkaufswagen.


Budweiser ist köstlich

12.00 Uhr Nachdem ich frisches Obst und Süssigkeiten ausgewählt habe, werde ich an der Kasse vorstellig und zücke meine Meisterkarte (unlöblich: Mastercard). Darüber hinaus gebe ich der übergewichtigen Marktmitarbeiterin zu verstehen, dass ich arm wie eine Kirchenmaus bin und mit einem stattlichen Rabatt rechne. Leider winkt die Dame gelangweilt ab und knöpft mir knapp 100 Dollars ab – wo soll das noch hinführend.
12.45 Uhr Nachdem ich die Einkäufe ins Auto verfrachtet habe, statte ich dem benachbarten “Italianissimo” Restaurant einen Besuch ab. Mit Hund Dixon im Schlepptau lasse ich mich an einem Tisch mit Ausblick auf den Parkplatz nieder und nehme mit einer vitaminreichen Thunfischpizzas sowie einem Eistee Vorlieb – das schmeckt.
13.15 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, mache ich mir Gedanken bezüglich des anstehenden Weihnachtsfests und komme zu dem Schluss, dass ich immer noch keine Geschenke besorgt habe. Stirnrunzelnd nippe ich am Kaltgetränk und spiele mit der Idee, meine Freunde und Verwandten mit Gutscheinen zu überraschen.
13.45 Uhr Mit vollem Bauch kehre ich zum Auto zurück und trete die Heimreise an. Unterdessen fröne ich dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und erfreue mich an prima Weihnachtslidern.
14.15 Uhr Zuhause angekommen, schleppe ich die Einkaufstüten ins Haus und mache es mir zur Aufgabe, die Lebensmittel im Eiskasten zu verstaunen. Danach serviere ich dem Vierbeiner etwas Trockenfutter und falle dann fix und foxi aufs Kanapee.


Hund Dixon geht Gassi

15.15 Uhr Um nicht den ganzen Nachmittag auf der faulen Haut zu liegen, breche ich mit dem Haustier zu einem Gassigang zur “La Playa” Golfanlage auf. Mit einer lustigen Melodie auf den Lippen flaniere ich durch das beschauliche Wohngebiet und schrecke nicht davor zurück, dem Vierbeiner Stöckchen zuzuwerfen.
16.00 Uhr Endlich bin ich wieder dahoam und kann aus den Flip Flops schlüpfen. Im Anschluss setze ich mich an den Schreibtisch und helfe im Rahmen der Anschnurseelsorge verzweifelten Erziehungsberechtigten bei schwerwiegenden Problemen. Unter anderem rate ich, frechen Jugendlichen nichts zu Weihnachten zu schenken – das sollte den garstigen Kindern eine Lehre sein.
17.00 Uhr Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, beende ich die Arbeit und mache mich in der Küche nützlich. Zu prima Martina McBride Weihnachtsmusik koche ich italienische Langnudeln (unlöblich: Spaghetti) mit Tomatensauce auf. Zudem rufe ich bei Prof. Kuhn an und vernehme, dass der schlaue Mann am Nachmittag schoppen war und sich eine neue Blautschiens aus dem Hause WRANGLER gekauft hat – das hört man gerne.
18.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 6 zugeht, lege ich in der klimatisierten Wohnstube die Beine hoch und schaue fern. Um auf den neuesten Stand zu kommen, gebe ich mich den FOX Nachrichten hin und informiere mich aus erster Hand über die aktuellen Geschehnisse in der Welt.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf AMC und erfreue mich am sehenswerten Weihnachtsfilm “Love Actually” (auf Deutsch: Tatsächlich Liebe). Der Episodenfilm aus dem Jahre 2003 erzählt die Geschichte von acht Liebespaaren, die just am Weihnachtsabend zueinander finden – wie romantisch.
21.00 Uhr Als nach 120 Minuten der Abspann über die Mattscheibe flimmert, beende ich den Fernsehabend und gehe müde zu Bett. Gute Nacht.

1. und 2. Dezember 2018 – Karlsbad

Hallo Freude der Nacht,

wer viel arbeitet, der muss auch mal etwas kürzer treten und sich eine Auszeit gönnen. Deswegen habe ich mich entschlossen, in der kommenden Woche mit Mitbewohnerin Bärbel nach Karlsbad zu fahren.

Wie ihr sicher wisst, ist Karlsbad eine alte Kurstadt im Westen Tschechien. Die knapp 50.000 Einwohner zählende Gemeinde kann innerhalb von 3 Stunden mit dem Auto erreicht werden und bietet seinen Besuchern eine grosse Kolonade, Kureinrichtigen, Restaurants, exklusive Hotels und natürlich auch Bars, die zum verweilen einladen.

Da die Kursaison mittlerweile vorbei ist, sind Hotelzimmer derzeit besonders günstig zu haben. Ich hab’ mich für zwei Nächte ins drei Sterne Haus “HOTEL MALTESE KRIZ” eingemietet und zahle nicht einmal 90,– €. Ich freu’ mich riesig auf diesen Trip und hoffe, dass ich viel Spass haben werde. Unter anderem kann man in Karlsbald prima wandern und natürlich auch die benachbarten Kurorte Franzensbad und Marienbad besuchen 🙂

Aber bis zum kommenden Wochenende steht mir noch eine harte Arbeitswoche bevor. Besonders in der Vorweihnachtszeit geht es im Kreisverwaltungsreferat ziemlich hektisch zu. Aber egal, die nächsten Tage werde ich auch noch hinter mich bringen 🙂

Okay, nun ist Kino angesagt. Ich werde mir “Aufbruch zum Mond” anschauen und anschliessend mit Cousin Bernd im “La Casareccia” Pizza essen.

Bis zum kommenden Samstag wünsche ich euch angenehme und chillige Tage.
Eure Sandra