10. Oktober 2018 – Edward Wood Jr.

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute würde der aus Poughkeepsie im Bundesstaat New York stammende Filmschaffende Edward Wood Jr. seinen 94. Geburtstag feiern.

Der gute Mann träumte bereits in jungen Jahren von einer grossen Karriere in Hollywood. Um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, sagte er seiner Heimat Ende der 1930er Jahre Lebewohl und ging nach Kalifornien, um im zarten Alter von erst 27 Jahren seinen zwanzigminütigen Debütfilm “The Sun Was Setting” (auf Deutsch: Die Sonne ging unter) zu drehen.

Zwei Jahre später thematisierte er mit seinem ersten Langfilm “Glen or Glenda” den Transvestitismus und brachte die Geschichte eines Mannes auf die Leinwand, der gerne Frauenkleider trägt. Im gleichen Jahr überraschte Ed Wood ausserdem mit den kruden Produktionen “Crossroad Avenger: The Adventures of the Tucson Kid” und dem Kurzfilm “Boots”, die beide im amerikanischen Fernsehen gezeigt wurden.

Ed Wood produzierte in den folgenden Jahrzehnten Dutzende Gruselfilme sowie Dokumentationen und war stets darauf bedacht, die Kosten für die Schauspieler möglichst gering zu halten. Um Sponsoren für seine absonderlichen Geschichten zu finden, schreckte er auch nicht davor zurück, Spendengelder von zwielichtigen Kirchengemeinden und/oder grossen Fleischereien anzunehmen.

Obgleich er mit international bekannten Leinwandgrössen wie dem ehemaligen Dracula Akteur Bela Lugosi oder der Vampira Darstellerin Maila Nurmi zusammenarbeitete, blieb ihm der ganz grosse Ruhm zeitlebens verwehrt. Erst viele Jahre nach seinen überraschenden Tod im Jahre 1978 wurde einer seiner Filme wiederentdeckt. “Plan 9 From Outer Space” (auf Deutsch: Plan 9 aus dem Weltall) entstand 1959 und entwickelte sich wegen seiner vielen Filmfehler und Ungereimtheiten Anfang der 1980er Jahre zu einem Kultfilm. Ferner wird “Plan 9 from Outer Space” von angesehenen Kritiker gerne als “schlechtester Film aller Zeiten” bezeichnet.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

9. Oktober 2018 – Das Wetter lädt zum Schoppen ein

07.30 Uhr Ich werde durch ohrenbetäubendes Telefonschellen aus einem schönen Traum gerissen. Völlig entnervt halte ich mir die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) ans Ohr und sehe mich genötigt, mit Edelbert sprechen zu müssen. Der Professor wünscht mir einen schönen Morgen und sagt, dass das sonnige Wetter dazu einlädt, eine örtliche Shopping Mall (löblich: Einkaufszentrum) anzusteuern. Weil ich keine wichtigen Termine im Kalender verzeichnet habe, willige ich ein und verspreche, dass ich mich mit Georg und Maria in Verbindung setzen werde.


Meine praktische Schwarzbeere

08.00 Uhr Als nächstes telefoniere ich mit meinem Bruder und lasse ihn wissen, dass ich um 10 Uhr in Julies Restaurant sein werde. Obgleich meine Verwandten noch im Bett liegen, legt mein Bruder beste Laune an den Tag und unterbreitet, dass er sich gerne dem geplanten Schoppingausflug anschliessen würde – das hört man gerne.
08.30 Uhr Da man nicht ungewaschen aus dem Haus gehen sollte, ziehe ich mich spornstreichs ins Bad zurück und gebe mich einem erfrischenden Wirbelbad hin. Wie es sich gehört, wasche ich mir die Haare und vergesse auch nicht, mir die Bartstoppeln abzurasieren – immerhin ist gutes Aussehen heutzutage sehr wichtig.
09.15 Uhr Betörend nach Eukalyptusöl duftend, schlüpfe ich in modische Freizeitkleidung und erkläre Dixon, dass wir nun einen Ausflug unternehmen werden. Darüber hinaus schnippe ich mit den Fingern und gebe zu Protokoll, dass ich mir eventuell eine neue Tschienshose leisten werde – wie aufregend.
10.00 Uhr Pünktlich auf die Minute erreiche ich mein Ziel und freue mich, Georg, Edelbert sowie Maria an unserem angestammten Tisch am Fenster anzutreffen. Da mein Magen knurrt, setze ich mich sogleich dazu und ordere bei der Wirtin ein grosses Frühstück sowie etwas Schinken für meinen treuen Begleiter. Nebenher berichten meine Verwandten ausgiebig von ihrem Ausflug an die Ostküste und sind einstimmig der Meinung, dass Miami eine wunderschöne Stadt ist, die allerhand Sehenswürdigkeiten bietet – dem ist nichts hinzuzufügen.
11.00 Uhr Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, bezahlen wir die Zeche und kommen überein, dass wir in drei Autos nach Estero krusen sollten. Georg reibt sich die Hände und kündigt grosspurig an, dass er seiner Frau nicht nur Schmuck kaufen, sondern sie am Abend auch in ein einladendes Fischrestaurant ausführen wird – diesen Luxus kann ich mir beim besten Willen nicht leisten.


Das Miromar Auslass Geschäft

12.00 Uhr Nach zweiundzwanzig zurückgelegten Meilen kommen wir mit quietschenden Bremsen vor dem Einkaufsparadies zum halten. Ich schwinge mich voller Vorfreude vom Fahrersitz des PS-strotzenden SUVs und gebe meinen Begleitern zu verstehen, dass das heisse Klima sogar den stärksten Rentner aus der Bahn wirft. Mein Bruder schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass wir uns als erstes ein Eis in der Waffel kaufen sollten – jaja.
12.30 Uhr Im Anschluss lotst uns Maria in ein Schuhgeschäft und plappert, dass ADIDAS Laufschuhe hierzulande sehr günstig sind. Ich mache grosse Augen und lerne, dass besagte Markenschuhe in Kanada gut und gerne 30% mehr kosten – das ist ja allerhand.
13.00 Uhr Nachdem meine Schwägerin zwei Paar Turnschuhe für David gekauft hat, statten wir dem “Abercrombie & Fitch” Geschäft einen Besuch ab. Während Georg sündteure Pullover in Augenschein nimmt, wende ich mich den Tischens zu und registriere, dass sämtliche Hosen an den Knien zerrissen sind. Lachend winke ich einen Verkäufer herbei und fordere den Deppen auf, die zerfetzten Beinkleider aus dem Regal zu nehmen. Anstatt meinem Aufruf nachzukommen, legt der Handlanger den Kopf schief und beteuert, dass “Ripped Denims” (löblich: zerrissene Baumwollhosen) derzeit der letzte Schrei sind – wo soll das noch hinführen.

14.15 Uhr Weil mittlerweile mein Magen knurrt, deute ich in Richtung der “All American Grill” Gastwirtschaft und merke an, dass das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf. Edelbert nickt eifrig und alsbald finden wir uns an einem schönen Tisch ein. Eine brünette Kellnerin lässt nicht lange auf sich warten und überreicht uns die Tageskarten. Nach kurzem Überlegen geben wir vier Steaks (löblich: Schnitzel) mit Buttergemüse und Kartoffeln in Auftrag. Dazu gibt es süffiges Leichtbier und köstliche Beilagensalate – das schmeckt.
15.15 Uhr Nachdem wir die Mahlzeit mit Käsekuchen und Schaumkaffees beschlossen haben, gibt sich Georg spendabel und lässt es sich nicht nehmen, uns zu Speis und Trank einzuladen. Danach verlassen wir gestärkt das Restaurant und schlendern an Fachgeschäften vorbei, die mit hohen Rabatten locken.
16.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner goldenen ROLEX auf 4 zugeht, stehen wir wieder an den Autos. Ich verabschiede mich von Georg und Maria und vernehme, dass meine Verwandten nun zur zum Golf von Mexiko rasen und dort in einem Restaurant den Sonnenuntergang geniessen wollen – das soll mir auch Recht sein.


Mein Zuhause unter Palmen

17.00 Uhr Nach einer nervenaufreibenden Hochgeschwindigkeitsfahrt treffe ich endlich zu Hause ein und freue mich auf einen besinnlichen Fernsehabend. Da Dixon hungrig ist, fülle ich seinen Napf mit Trockenfutter auf und nehme selbst mit einem reichbelegten Sandwich (unlöblich: Wurstbrot) Vorlieb.
18.00 Uhr Nachdem ich die Hausarbeit hinter mich gebracht habe, lege ich in der guten Stube die Beine hoch und folge den FOX Nachrichten. Da ausnahmsweise keine brechenden Neuigkeiten (unlöblich: Breaking News) vorliegen, wechsle ich zeitnah auf HBO, wo just im Moment eine alte “Sopranos” Folge anläuft. Natürlich lehne ich mich sogleich zurück und amüsiere mich köstlich.
21.00 Uhr Nach zwei Episoden beende ich den Fernsehabend und begleite Hund Dixon ein letztes Mal in den Garten. Anschliessend reguliere ich die Klimaanlage und falle gähnend ins Bett. Gute Nacht.

8. Oktober 2018 – Columbus Day

kolumbus

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

nicht nur in Spanien, Argentinien, Ecuador, Kolumbien und Mexiko wird heute des Seefahrers Christoph Kolumbus gedacht, der am 12. Oktober 1492 die neue Welt entdeckte. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika gehen heute Tausende auf die Strassen, um ausgelassen zu feiern. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen den “Columbus Day” etwas näher bringen.

Der italienische Seefahrer Christoph Kolumbus unternahm in den Jahren 1492 bis 1504 vier Entdeckungsreisen im Auftrag der Spanischen Krone. Bei seiner ersten Atlantiküberquerung entdeckte er eine “neue Welt”, die bis zum späten 18. Jahrhundert “Las Indias” genannt wurde. Christoph Kolumbus ging am 12. Oktober 1492 auf einer Bahamasinsel an Land und war sich sicher, eine Inselgruppe des asiatischen Kontinents entdeckt zu haben. Erst viele Jahrzehnte später stellte sich heraus, dass der Abenteurer auf einen eigenständigen Kontinent gestossen war – wie aufregend. In der Folgezeit kamen viele Siedler nach Amerika, um Städte zu gründen und in Freiheit zu leben.

Im Jahre 1937 proklamierte der damalige Präsident, Franklin D. Roosevelt, den sogenannten “Columbus Day” als nationalen Gedenktag, an dem alle Kinder schulfrei haben sollten. Die Hauptfeierlichkeiten finden seitdem jedes Jahr am zweiten Montag im Oktober in New York City statt. Besonders die italienischen und spanischen Einwanderer machen es sich an diesem Tag zur Aufgabe, Festumzüge zu veranstalten – wie schön.

Leider ist es heutzutage in Mode gekommen, den Ehrentag in den Schmutz zu ziehen und die Heldentaten des Herrn Columbus in Vergessenheit geraten zu lassen. Viele Indianerstämme, die von den ersten Siedlern vertrieben wurden, proben den Aufstand und organisieren landesweite Demonstrationen. Um allen Bevölkerungsschichten gerecht zu werden, haben sich einige Bundesstaaten, wie zum Beispiel North und South Dakota, entschlossen, den beliebten “Columbus Day” vom Kalender zu streichen und stattdessen den “Native American Day” zu begehen.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg

5. Oktober 2018 – Enduring Freedom

ef

Sehr geehrte Damen und Herren,

morgen vor 17 Jahren begannen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten mit der Operation “Enduring Freedom” (löblich: Andauernde Freiheit). Der Militäreinsatz führte Zehntausende Soldaten unter anderem nach Afghanistan, Afrika sowie auf die Philippinen. Während deutsche, englische und niederländische Marineeinheiten am Horn von Afrika wichtige Seehandelsrouten sicherten, kämpften philippinische Soldaten im Süden des Inselstaates gegen schiesswütige Mohammedaner.

usa

Die USA zog gemeinsam mit England und der “Vereinigten Front zur Rettung Afghanistan” gegen das von bärtigen Talibankämpfern ausgerufene Islamische Emirat in Afghanistan in den Krieg. Um die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon zu vergelten, kündigte der damalige Präsident George W. Bush an, allen antidemokratischen und terroristischen Bestrebungen am Hindukusch den Gar auszumachen.

Letztendlich begannen die Vereinigten Staaten am 7. Oktober 2001, ausgewählte Ziele in Afghanistan mit Marschflugkörpern anzugreifen. Nach einem 44 Stunden andauernden Bombardement, machten es sich heimische Freiheitskämpfer zur Aufgabe, die Linien der Taliban zu durchbrechen und die Hauptstadt Kabul zu befreien. Nach der weitgehenden Eroberung des Landes am Jahresende, begannen Spezialkräfte der westlichen Verbündeten mit der Suche nach ranghohen Al-Quaida Mitgliedern.

Mittlerweile sind viele Jahre ins Land gezogen und dem Westen ist es immer noch nicht gelungen, Afghanistan zu befrieden. Trotzdem ist wenigstens in der afghanischen Hauptstadt etwas Normalität eingekehrt. Dank des aufopferungsvollen Einsatzes internationaler ISAF Truppen konnte der Internationale Flughafen wiedereröffnet und es der jungen Generation ermöglicht werden, Bildungseinrichtungen zu besuchen – wie schön.

Da die Einsätze vom “United States Central Command” in Tampa, FL geleitet wurden, laden heute viele Veteranenverbände zu Feierlichkeiten ein.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

4. Oktober 2018 – Luxusurlaub ohne Mich

08.00 Uhr Ich werde zu nachtschlafender Zeit aus einem schönen Traum geklingelt. Zu allem Überfluss meldet sich mein Bruder am Telefon und unterbreitet, dass er einen Tag länger an Floridas Ostküste bleiben wird. Georg schwärmt in den höchsten Tönen und erzählt, dass er sich ins “Acqualina Resort” in Sunny Isles Beach einquartiert hat und sich dort pudelwohl fühlt. Als ich genauer nachfrage, vernehme ich, dass das fünf Sterne Luxushotel über weitläufige Suiten verfügt und ausserdem mit einer prima Wellness-Oase überzeugen kann – das ist ja allerhand.


Luxusurlaube kann ich mir nicht leisten

08.30 Uhr Missmutig beende ich das Telefonat und ärgere mich, weil ich mich dieser Reise nicht angeschlossen habe. Laut seufzend schwinge ich mich aus dem Bett und komme prompt zu dem Schluss, dass mir etwas Abwechslung auch sehr gut getan hätte. Trotz allen Nackenschlägen lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und ziehe mich ins Bad zurück, um lauwarmes Wasser in die Wirbelwanne laufen zu lassen. Nebenher rufe ich bei Edelbert an und lasse ihn wissen, dass ich gestern keine Einkäufe getätigt habe und gerne heute zum PUBLIX Supermarkt krusen möchte. Der schlaue Mann ist hellauf begeistert und entgegnet, dass er mir beim Schoppingvergnügen gerne Gesellschaft leisten würde – das hört man gerne.
09.30 Uhr Während Dixon im Garten spielt, nehme ich die wichtigste Mahlzeit des Tages ein und blättere in der Tageszeitung. Auf Seite 18 erfahre ich, dass sich auf dem Tamiami Trail ein verheerender Unfall mit zahlreichen Schwerverletzten ereignet hat. Wie nicht anders zu erwarten, hat ein erst 19jähriger Fahranfänger die Kontrolle über seinen SUV verloren und ist frontal in den Cadillac einer 98jährigen Seniorin gekracht – das ist ja allerhand.
10.15 Uhr Nach der Stärkung hüpfe ich in den Chevrolet und gleite zu prima WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Radiomusik gen Süden davon. Um schneller voran zu kommen, bringe ich in regelmässigen Abständen die Lichthupe zum Einsatz und schrecke auch nicht davor zurück, stetig zu hupen – das macht Spass.


Der beste Radiosender weltweit

10.45 Uhr Kurz vor dem Elfuhrläuten erreiche ich mein Ziel und kann den Professor per Handschlag begrüssen. Danach machen wir einem verwirrten Tattergreis einen Einkaufswagen streitig und schicken uns an, Produkte des täglichen Bedarfs auszuwählen. Darüber hinaus berichtet mein Begleiter, dass er Morgen bei Familie Satesh zum Abendessen eingeladen ist. Ich nicke eifrig und ermutige meinen Bekannten, der indischen Familie als kleine Aufmerksamkeit eine Tüte Curry mitzubringen – immerhin ist dieses Gewürz in Asien sehr beliebt.
11.30 Uhr Nachdem sich ein stattlicher Haufen im Einkaufswagen angesammelt hat, begeben wir uns zur Kasse und vereinbaren, dass wir nach dem Bezahlvorgang ins benachbarte “Dairy Queen” (löblich: Molkerei Königin) Gasthaus einkehren und uns stärken sollten – das kulinarische Wohl darf nicht zu kurz kommen.
12.00 Uhr Pünktlich zum Mittagsläuten betreten wir das einladende Gasthaus und ordern an der Essensausgabe neben vitaminreichen BLT Sandwiches (löblich: Schinken, Käse und Tomaten Brote) auch durstlöschende 7Up (löblich: Sieben hinauf) Limonaden – schmeckt gar nicht schlecht.
12.30 Uhr Mit vollen Mägen verlassen wir die Schnellessgaststätte und verschaffen Dixon etwas Auslauf. Unterdessen berichte ich meinen Begleiter, dass Georg und Maria erst im Laufe des Freitags nach Naples zurück kommen werden. In diesem Zusammenhang verrate ich ausserdem, dass meine Verwandten Unsummen aus dem Fenster werfen und in einem der besten Hotelanlagen des Kontinents logieren. Der Professor macht grosse Augen und meint, dass wir uns solche Luxusurlaube leider nicht leisten können – wie wahr.


Mein Zuhause unter Palmen

13.30 Uhr Zurück im Willoughby Drive, schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle erschöpft aufs Kanapee. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und sehe mich im Traum an die Niagara Fälle versetzt – das war prima
14.30 Uhr Ich erwache ausgeruht und nutze die Nachmittagsstunden, um Anschnur zu gehen. Während ich mich am Schreibtisch niederlasse und elektronische Briefe studiere, schlürfe ich Kaffe und nehme mir ausserdem das Recht heraus, mehrere Donuts aus dem Supermarkt zu fressen. Natürlich gebe ich auch hilfreiche Ratschläge ab und animiere eine alleinerziehende Dame (29) aus Münster, ihre Tochter Mathilda (5) ins Heim zu stecken.
15.30 Uhr Nach der schweisstreibenden Arbeit schalte ich den Heimrechner aus und genehmige mir ein kühles Budweiser aus dem Eiskasten. Ferner sehe ich im Garten nach dem Rechten und stelle mit grosser Sorge fest, dass Dixon schon wieder eine Grube im Garten der Nachbarn gebuddelt hat. Um von Herrn Booth in kein schlechtes Licht gerückt zu werden, eile ich zum Loch und befülle es ruckzuck mit Erde – gleich platzt mir der Kragen.


Ich beisse kraftvoll zu

16.30 Uhr Fix und foxi schlendere ich in die Küche zurück und mache mir Gedanken bezüglich des Nachtmahls. Um nicht stundenlang am heissen Herd stehen zu müssen, hole ich kurzerhand eine Tiefkühlpizza hervor und zaubere in Minutenschnelle ein prima Abendessen. Dazu gibt es einen farbenfrohen Beilagensalat sowie ein weiteres Bier.
18.00 Uhr Nachdem ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine knopfdrückend in Betrieb genommen habe, verabschiede ich mich in den verdienten Feierabend und fröne den Nachrichten auf FOX.
19.00 Uhr Zur Prime Time (löblich: Hauptfernsehzeit) wechsle ich auf den Filmkanal HBO und schaue mir den russischen Gruselfilm “Queen of Spades” an. Das krude Machwerk handelt von vier unterbelichteten Jugendlichen, die durch ein altes Ritual eine böse Hexe heraufbeschwören – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Nervenkitzel beende ich den Fernsehabend und ziehe mich gähnend ins Schlafzimmer zurück. Zu guter Letzt lösche ich das Licht und lege mich schlafen. Gute Nacht.