12. Oktober 2018 – Ein BBQ am Wochenende

08.00 Uhr Beschwingt durch den aktuellen Eric Church Schlag (unlöblich: Hit) “Jukebox and Bar” (löblich: Musikschachtel und Biertränke) hüpfe ich aus den Federn und lerne, dass der bekannte Landmusikant zum Monatsanfang ein neues Studioalbum mit dem Titel “Desperate Man” herausgebracht hat – das ist wunderbar.


Eric Church – Desperate Man

09.00 Uhr Nachdem ich auf der Terrasse die Morgengymnastik absolviert habe, eile ich in die Nasszelle und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Ausserdem telefoniere ich mit Edelbert und lasse meinen Bekannten wissen, dass kaum noch Lebensmittel im Kühlschrank vorrätig sind. Der schlaue Mann seufzt laut und wirft ein, dass wir schnellstmöglich zum PUBLIX Supermarkt krusen und dort ordentlich abschoppen sollten – wie aufregend.
09.30 Uhr Weil Frau Pontecorvo verreist ist und mich kaum mit einem reichhaltigen Frühstück verwöhnen kann, sehe ich mich genötigt, selbst Rühreier mit Schinken zu zaubern. Ausserdem brühe ich echten Bohnenkaffee auf und führe mir zum Frühstück etliche Donuts zu Gemüte – schmeckt gar nicht schlecht.


Ich beisse kraftvoll zu

10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 10 zugeht, nehme ich einen letzten Schluck Kaffee und gebe Hund Dixon zu verstehen, dass wir nun zum PUBLIX krusen und Lebensmittel besorgen müssen. Ruckzuck nehme ich den Autoschlüssel von der Ablage und registriere, dass ich auch Getränke, Schokolade sowie Obst einkaufen muss – was das wieder kostet.
11.30 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise, erreiche ich mein Ziel und kann den PS-strotzenden Chevrolet direkt neben Edelberts JEEP parken. Während Dixon bei laufendem Motor im Auto zurück bleibt, folge ich Edelbert in den klimatisierten Flachbau und mache einer störrischen Kundin (78) mit hellblauen Haaren einen Einkaufswagen streitig. Im Anschluss nehmen wir die Sonderangebote in Augenschein und stellen wohlwollend fest, dass gesundes Hackfleisch während dieser Woche im Angebot ist. Natürlich schlagen wir sogleich zu und bitten die übergewichtige Wurstfachverkäuferin, vier Pfund einzupacken – da kommt besonders grosse Freude auf.
12.00 Uhr Während sich immer mehr Lebensmittel im Wagen ansammelt, kommt mein Begleiter auf das Wochenende zu sprechen und beteuert, dass es eine Gaudi wäre, in meinem gepflegten Garten ein Barbecue zu veranstalten. Ich lecke mir die Lippen und entgegne, dass sich Georg und Maria bestimmt über eine Einladung freuen würden. Bevor der Professor Worte findet, zücke ich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und lasse es mir nicht nehmen, die lieben Leute anzurufen. Als sich mein Bruder nach dem zweiten Tuten endlich meldet, rege ich eine Grillfeier an und ermutige Georg, augenblicklich zum Wochenmarkt am Hafen zu krusen und dort Gemüse sowie lustige Grillfische einzukaufen. Der gute Mann juchzt laut und sichert zu, in wenigen Minuten loszufahren und allerhand Schmankerl zu besorgen – das hört man gerne.


Blick auf meinen Garten

12.45 Uhr Nachdem wir dem PUBLIX Konzern ein stattliches Sümmchen beschert haben, kehren wir in eine nahegelegene McDonalds Schnellfressfiliale ein und ordern ein opulentes Mittagessen in Form von vitaminreichen Quarter Pounders (löblich: Viertelpfünder), Kartoffelstäben und Salat. Dazu gibt es grosse Diät Cola Becher sowie schmackhafte Sundaes (löblich: Eistüten) – schmeckt wirklich prima.
13.30 Uhr Nach dem Festschmaus wünsche ich Edelbert einen ruhigen Nachmittag und trete die Heimreise an. Um für gute Laune zu sorgen, drehe ich das Radiogerät etwas lauter und fröne stimmungsvollen Landmusikschlägen.
14.00 Uhr Fix und Foxi treffe ich zu Hause ein und mache es mir zur Aufgabe, die Einkaufstüten in die kleine Villa zu schleppen. Unterdessen verabschiedet sich Dixon in den Garten der Nachbarn und schreckt nicht davor zurück, eine knietiefe Grube im Rosenbeet auszubuddeln – das macht Spass.


Ich schlüpfe aus meinen Flip Flops

14.45 Uhr Nachdem ich die Lebensmittel verstaut habe, schlüpfe ich aus den Flip Flops und falle erschöpft aufs Kanapee. Wie es sich gehört, strecke ich genüsslich die Beine aus und schliesse die Augen – das tut gut.
15.45 Uhr Ich erwache ausgeruht und fülle Dixons Napf mit Trockenfutter auf. Darüber hinaus spähe ich neugierig auf meine wertvolle ROLEX und bemerke, dass es für das Abendessen noch zu früh ist. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, klatsche ich in die Hände und animiere den Rüden, mich an die frische Luft zu begleiten.
16.00 Uhr Mit einem lustigen Lied auf den Lippen schlendere ich durch das Wohngebiet und nehme mir das Recht heraus, Georg anzurufen und nachzufragen, ob er mittlerweile vom Markt zurück ist. Mein Verwandter kommt aus dem Plappern gar nicht mehr heraus und meldet, dass er allerhand Kräuter eingekauft hat. Als ich genauer nachfrage, verrät der gute Mann, dass Maria einen Sauce für die anstehende Grillfeier zubereiten wird – jaja


Ein feines Nachtmahl

17.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, mache ich mich in der Küche nützlich und hantiere mit einer Pfanne. Ruckzuck brate ich Fischstäbe heraus und nehme ausserdem mit Bratkartoffeln Vorlieb – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach dem Abendessen nehme ich auf dem Sofa platz und gebe mich den Nachrichten auf FOX hin. Unter anderem bringe ich heraus, dass in drei Wochen das unlöbliche Halloween Fest gefeiert wird – wie schrecklich.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich kopfschüttelnd auf HBO und erfreue mich am Kriminalfilm “The Harvest” (auf deutsch: Haus des Zorns). Der Lichtspielhauserfolg aus dem Jahre 2013 erzählt von einem Mädchen, die im Haus ihrer besten Freundin eine fürchterliche Entdeckung macht.
21.00 Uhr Als nach einhundertzwanzig Minuten der Abspann über den Flachbildschirm flimmert, atme ich tief durch und beende den Fernsehabend. Zu guter Letzt wünsche ich Dixon angenehme Träume und lege mich schlafen. Gute Nacht.

11. Oktober 2018 – Blutrote Rosen

08.00 Uhr Beschwingt durch ein besonders schönes Lied hüpfe ich aus dem warmen Bett und lerne, dass der englische Gesangsstern Rod Stewart vor wenigen Tagen ein neues Studioalbum veröffentlicht hat. Darüber hinaus meldet der WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Sprecher, dass sich das besagte Werk in den Vereinigten Staaten wie geschnittenes Brot verkauft und sich bald auf Platz 1 der nationalen Hitparade wiederfinden wird.


Rod Stewart – Blood Red Roses

08.30 Uhr Nach der schweisstreibenden Morgengymnastik verabschiede ich mich in die Nasszelle und fälle die Entscheidung, etwas Geld locker zu machen und mir den Silberling “Blood Red Roses” (löblich: Blutrote Rosen) zu kaufen. Ruckzuck lasse ich die Wirbelbadewanne mit lauwarmen Wasser volllaufen und erinnere mich, dass Frau Pontecorvo heute nach Jacksonville krusen und dort ihre Freundin Blanche besuchen wird. Um die Abreise nicht zu verpassen, greife ich augenblicklich zum Schwamm und wasche mich ordentlich heraus.
09.15 Uhr Kurz nach dem Neunuhrläuten werde ich am Nachbarhaus vorstellig und betätige beherzt die Klingel. Meine Nachbarin öffnet prompt die Pforte und gibt vor, gegen halb Elf losfahren zu wollen. Weil noch etwas Zeit bleibt, winkt mich die kleine Frau in die Küche und zögert nicht, brühfrischen Bohnenkaffee sowie hausgemachte Pfannkuchen aufzutischen. Während ich kraftvoll zubeisse, berichtet Frau Pontecorvo, dass sie ihren Aufenthalt in der 880.000 Einwohner zählenden Gemeinde nutzen wird, um den weltbekannten “Fort Clinch State Park” sowie den “Jacksonville Zoo” zu besuchen. Ferner schwärmt meine Tischnachbarin in den höchsten Tönen und freut sich, auch einen Ausflug nach “Amelia Island” unternehmen zu können – das hört sich langweilig an.
10.15 Uhr Nachdem ich mir die Wampe vollgeschlagen habe, ziehe ich mir die NY YANKEES Kappe tief ins Gesicht und wünsche meiner Bekannten eine sichere Reise. Im Anschluss stosse ich die Haustüre auf und halte Hund Dixon an, mir zum SUV zu folgen. Voller Elan klemme ich mich hinters Lenkrad und schicke mich an, der Airport Pulling Road gen Süden zu folgen und die “Galleria Mall” an der Vanderbilt Beach Road anzufahren – wie schön.


Meine praktische Schwarzbeere

11.00 Uhr Am Ziel angekommen, laufe ich zielstrebig in ein Musikgeschäft und lote aus, ob das aktuelle Rod Stewart Album vorrätig ist. Der hochnäsige Heini hinter dem Verkaufstresen nickt eifrig und beteuert, dass er heute bereits siebzehn Exemplare verkaufen konnte. Ich mache grosse Augen und überreicht dem Knecht 14 Dollars in Bar. Anschliessend schlendere ich an den anderen Geschäften vorbei und nutze die Gelegenheit, um Georgs Handtelefonnummer in die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) einzutippen. Mein Bruder meldet sich nach dem zweiten Tuten und gib mir zu verstehen, dass er sich mit Herrn Wang auf dem Golfplatz vergnügt. Als ich nach Maria frage, erhalte ich die Auskunft, dass seine Ehefrau nach Fort Myers gekrust ist, um einen neuen DeLonghi Kaffeevollautomaten zu kaufen – das wird teuer.
12.00 Uhr Pünktlich zum Mittagsläuten kehre ich in die gutbesuchte “Philly Pretzel Factory” (löblich: Philadelphia Brezen Fabrik) ein und nehme mit drei “Pretzel Dogs” Vorlieb. Dazu gibt es Kartoffelstäbe sowie eine durstlöschende Pfirsich Limonade – schmeckt gar nicht schlecht.
12.45 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, die Heimfahrt anzutreten und in der Villa eine kleine Pause einzulegen. Mit letzter Kraft schleppe ich mich zum Chevrolet und bringe das Fahrzeug sicher in den Willoughby Drive zurück. Ausserdem fröne ich dem neuen Rod Stewart Album und registriere, dass dem 73jährigen mit “Blood Red Rose” ein wahres Meisterwerk gelungen ist.


Mein Zuhause unter Palmen

13.30 Uhr Zurück im kultivierten Zuhause, schlüpfe ich aus den Schuhen und bette mich im klimatisierten Wohnzimmer zur Ruhe. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meiner spannenden Wanderschaft entlang des Appalachian Trails – das waren noch bessere Zeiten.
14.30 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und setze mich an den Schreibtisch, um mit der Anschnurseelsorge zu beginnen. Während Rod Stewart das schöne Lied “Who Designed the Snowflake” (löblich: Wer erschuf die Schneeflocke) trällert, warne ich besorgte Erziehungsberechtigte vor gefährlichen Handtelefonen und stelle klar, dass besagte Schnurlosgeräte krank machen können – wie furchtbar.
15.15 Uhr Zu guter Letzt schalte ich die neuen Einträge im Gästebuch frei und vergesse auch nicht, den Warenbestand im beliebten Andenkenladen zu überprüfen. Da die T-Hemden mit meinem Konterfei vergriffen sind, verfasse ich sogleich einen elektronischen Brief an meinen indonesischen Grosshändler Bambang und gebe eine Grossbestellung auf – das macht Spass.
16.00 Uhr Nach der Arbeit genehmige ich mir im Garten ein kühles Bier und tratsche angeregt mit Herrn Booth. Natürlich erzähle ich meinem Nachbarn von Frau Pontecorvos Ausflug nach Jacksonville und gebe zu Protokoll, dass die Dame erst in der kommenden Woche zurück kommen wird.


Ich beisse kraftvoll zu

17.00 Uhr Nach einer Stunde kehre ich ins Haus zurück und kümmere mich um ein gesundes Abendessen. Unter den fordernden Blicken meines Haustieres, schwenke ich Butterschmalz in einer Pfanne und brate ein Minutenschnitzel an. Dazu gibt es Bohnen sowie im Ofen aufgebackene Kartoffelstäbe – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach dem Essen lege ich im Wohnzimmer die Beine hoch und folge den Nachrichten auf FOX. Weil keine brechenden Neuigkeiten (unlöblich: Breaking News) vorliegen, schalte ich auf AMC um, wo gerade der Krimi “Dirty Harry” anläuft. Um endlich zur Ruhe zu kommen, lehne ich mich bierschlürfend zurück und tauche in das Leben eines Polizisten ein, der in San Franzisko nach einem gefährlichen Massenmörder fahndet – wie aufregend.
21.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu und ich begleite Dixon noch einmal in den Garten. Nachdem der Rüde sein Beinchen gehoben hat, lösche ich sämtliche Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.

10. Oktober 2018 – Edward Wood Jr.

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute würde der aus Poughkeepsie im Bundesstaat New York stammende Filmschaffende Edward Wood Jr. seinen 94. Geburtstag feiern.

Der gute Mann träumte bereits in jungen Jahren von einer grossen Karriere in Hollywood. Um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, sagte er seiner Heimat Ende der 1930er Jahre Lebewohl und ging nach Kalifornien, um im zarten Alter von erst 27 Jahren seinen zwanzigminütigen Debütfilm “The Sun Was Setting” (auf Deutsch: Die Sonne ging unter) zu drehen.

Zwei Jahre später thematisierte er mit seinem ersten Langfilm “Glen or Glenda” den Transvestitismus und brachte die Geschichte eines Mannes auf die Leinwand, der gerne Frauenkleider trägt. Im gleichen Jahr überraschte Ed Wood ausserdem mit den kruden Produktionen “Crossroad Avenger: The Adventures of the Tucson Kid” und dem Kurzfilm “Boots”, die beide im amerikanischen Fernsehen gezeigt wurden.

Ed Wood produzierte in den folgenden Jahrzehnten Dutzende Gruselfilme sowie Dokumentationen und war stets darauf bedacht, die Kosten für die Schauspieler möglichst gering zu halten. Um Sponsoren für seine absonderlichen Geschichten zu finden, schreckte er auch nicht davor zurück, Spendengelder von zwielichtigen Kirchengemeinden und/oder grossen Fleischereien anzunehmen.

Obgleich er mit international bekannten Leinwandgrössen wie dem ehemaligen Dracula Akteur Bela Lugosi oder der Vampira Darstellerin Maila Nurmi zusammenarbeitete, blieb ihm der ganz grosse Ruhm zeitlebens verwehrt. Erst viele Jahre nach seinen überraschenden Tod im Jahre 1978 wurde einer seiner Filme wiederentdeckt. “Plan 9 From Outer Space” (auf Deutsch: Plan 9 aus dem Weltall) entstand 1959 und entwickelte sich wegen seiner vielen Filmfehler und Ungereimtheiten Anfang der 1980er Jahre zu einem Kultfilm. Ferner wird “Plan 9 from Outer Space” von angesehenen Kritiker gerne als “schlechtester Film aller Zeiten” bezeichnet.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg

9. Oktober 2018 – Das Wetter lädt zum Schoppen ein

07.30 Uhr Ich werde durch ohrenbetäubendes Telefonschellen aus einem schönen Traum gerissen. Völlig entnervt halte ich mir die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) ans Ohr und sehe mich genötigt, mit Edelbert sprechen zu müssen. Der Professor wünscht mir einen schönen Morgen und sagt, dass das sonnige Wetter dazu einlädt, eine örtliche Shopping Mall (löblich: Einkaufszentrum) anzusteuern. Weil ich keine wichtigen Termine im Kalender verzeichnet habe, willige ich ein und verspreche, dass ich mich mit Georg und Maria in Verbindung setzen werde.


Meine praktische Schwarzbeere

08.00 Uhr Als nächstes telefoniere ich mit meinem Bruder und lasse ihn wissen, dass ich um 10 Uhr in Julies Restaurant sein werde. Obgleich meine Verwandten noch im Bett liegen, legt mein Bruder beste Laune an den Tag und unterbreitet, dass er sich gerne dem geplanten Schoppingausflug anschliessen würde – das hört man gerne.
08.30 Uhr Da man nicht ungewaschen aus dem Haus gehen sollte, ziehe ich mich spornstreichs ins Bad zurück und gebe mich einem erfrischenden Wirbelbad hin. Wie es sich gehört, wasche ich mir die Haare und vergesse auch nicht, mir die Bartstoppeln abzurasieren – immerhin ist gutes Aussehen heutzutage sehr wichtig.
09.15 Uhr Betörend nach Eukalyptusöl duftend, schlüpfe ich in modische Freizeitkleidung und erkläre Dixon, dass wir nun einen Ausflug unternehmen werden. Darüber hinaus schnippe ich mit den Fingern und gebe zu Protokoll, dass ich mir eventuell eine neue Tschienshose leisten werde – wie aufregend.
10.00 Uhr Pünktlich auf die Minute erreiche ich mein Ziel und freue mich, Georg, Edelbert sowie Maria an unserem angestammten Tisch am Fenster anzutreffen. Da mein Magen knurrt, setze ich mich sogleich dazu und ordere bei der Wirtin ein grosses Frühstück sowie etwas Schinken für meinen treuen Begleiter. Nebenher berichten meine Verwandten ausgiebig von ihrem Ausflug an die Ostküste und sind einstimmig der Meinung, dass Miami eine wunderschöne Stadt ist, die allerhand Sehenswürdigkeiten bietet – dem ist nichts hinzuzufügen.
11.00 Uhr Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, bezahlen wir die Zeche und kommen überein, dass wir in drei Autos nach Estero krusen sollten. Georg reibt sich die Hände und kündigt grosspurig an, dass er seiner Frau nicht nur Schmuck kaufen, sondern sie am Abend auch in ein einladendes Fischrestaurant ausführen wird – diesen Luxus kann ich mir beim besten Willen nicht leisten.


Das Miromar Auslass Geschäft

12.00 Uhr Nach zweiundzwanzig zurückgelegten Meilen kommen wir mit quietschenden Bremsen vor dem Einkaufsparadies zum halten. Ich schwinge mich voller Vorfreude vom Fahrersitz des PS-strotzenden SUVs und gebe meinen Begleitern zu verstehen, dass das heisse Klima sogar den stärksten Rentner aus der Bahn wirft. Mein Bruder schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass wir uns als erstes ein Eis in der Waffel kaufen sollten – jaja.
12.30 Uhr Im Anschluss lotst uns Maria in ein Schuhgeschäft und plappert, dass ADIDAS Laufschuhe hierzulande sehr günstig sind. Ich mache grosse Augen und lerne, dass besagte Markenschuhe in Kanada gut und gerne 30% mehr kosten – das ist ja allerhand.
13.00 Uhr Nachdem meine Schwägerin zwei Paar Turnschuhe für David gekauft hat, statten wir dem “Abercrombie & Fitch” Geschäft einen Besuch ab. Während Georg sündteure Pullover in Augenschein nimmt, wende ich mich den Tischens zu und registriere, dass sämtliche Hosen an den Knien zerrissen sind. Lachend winke ich einen Verkäufer herbei und fordere den Deppen auf, die zerfetzten Beinkleider aus dem Regal zu nehmen. Anstatt meinem Aufruf nachzukommen, legt der Handlanger den Kopf schief und beteuert, dass “Ripped Denims” (löblich: zerrissene Baumwollhosen) derzeit der letzte Schrei sind – wo soll das noch hinführen.

14.15 Uhr Weil mittlerweile mein Magen knurrt, deute ich in Richtung der “All American Grill” Gastwirtschaft und merke an, dass das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf. Edelbert nickt eifrig und alsbald finden wir uns an einem schönen Tisch ein. Eine brünette Kellnerin lässt nicht lange auf sich warten und überreicht uns die Tageskarten. Nach kurzem Überlegen geben wir vier Steaks (löblich: Schnitzel) mit Buttergemüse und Kartoffeln in Auftrag. Dazu gibt es süffiges Leichtbier und köstliche Beilagensalate – das schmeckt.
15.15 Uhr Nachdem wir die Mahlzeit mit Käsekuchen und Schaumkaffees beschlossen haben, gibt sich Georg spendabel und lässt es sich nicht nehmen, uns zu Speis und Trank einzuladen. Danach verlassen wir gestärkt das Restaurant und schlendern an Fachgeschäften vorbei, die mit hohen Rabatten locken.
16.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner goldenen ROLEX auf 4 zugeht, stehen wir wieder an den Autos. Ich verabschiede mich von Georg und Maria und vernehme, dass meine Verwandten nun zur zum Golf von Mexiko rasen und dort in einem Restaurant den Sonnenuntergang geniessen wollen – das soll mir auch Recht sein.


Mein Zuhause unter Palmen

17.00 Uhr Nach einer nervenaufreibenden Hochgeschwindigkeitsfahrt treffe ich endlich zu Hause ein und freue mich auf einen besinnlichen Fernsehabend. Da Dixon hungrig ist, fülle ich seinen Napf mit Trockenfutter auf und nehme selbst mit einem reichbelegten Sandwich (unlöblich: Wurstbrot) Vorlieb.
18.00 Uhr Nachdem ich die Hausarbeit hinter mich gebracht habe, lege ich in der guten Stube die Beine hoch und folge den FOX Nachrichten. Da ausnahmsweise keine brechenden Neuigkeiten (unlöblich: Breaking News) vorliegen, wechsle ich zeitnah auf HBO, wo just im Moment eine alte “Sopranos” Folge anläuft. Natürlich lehne ich mich sogleich zurück und amüsiere mich köstlich.
21.00 Uhr Nach zwei Episoden beende ich den Fernsehabend und begleite Hund Dixon ein letztes Mal in den Garten. Anschliessend reguliere ich die Klimaanlage und falle gähnend ins Bett. Gute Nacht.

8. Oktober 2018 – Columbus Day

kolumbus

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

nicht nur in Spanien, Argentinien, Ecuador, Kolumbien und Mexiko wird heute des Seefahrers Christoph Kolumbus gedacht, der am 12. Oktober 1492 die neue Welt entdeckte. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika gehen heute Tausende auf die Strassen, um ausgelassen zu feiern. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen den “Columbus Day” etwas näher bringen.

Der italienische Seefahrer Christoph Kolumbus unternahm in den Jahren 1492 bis 1504 vier Entdeckungsreisen im Auftrag der Spanischen Krone. Bei seiner ersten Atlantiküberquerung entdeckte er eine “neue Welt”, die bis zum späten 18. Jahrhundert “Las Indias” genannt wurde. Christoph Kolumbus ging am 12. Oktober 1492 auf einer Bahamasinsel an Land und war sich sicher, eine Inselgruppe des asiatischen Kontinents entdeckt zu haben. Erst viele Jahrzehnte später stellte sich heraus, dass der Abenteurer auf einen eigenständigen Kontinent gestossen war – wie aufregend. In der Folgezeit kamen viele Siedler nach Amerika, um Städte zu gründen und in Freiheit zu leben.

Im Jahre 1937 proklamierte der damalige Präsident, Franklin D. Roosevelt, den sogenannten “Columbus Day” als nationalen Gedenktag, an dem alle Kinder schulfrei haben sollten. Die Hauptfeierlichkeiten finden seitdem jedes Jahr am zweiten Montag im Oktober in New York City statt. Besonders die italienischen und spanischen Einwanderer machen es sich an diesem Tag zur Aufgabe, Festumzüge zu veranstalten – wie schön.

Leider ist es heutzutage in Mode gekommen, den Ehrentag in den Schmutz zu ziehen und die Heldentaten des Herrn Columbus in Vergessenheit geraten zu lassen. Viele Indianerstämme, die von den ersten Siedlern vertrieben wurden, proben den Aufstand und organisieren landesweite Demonstrationen. Um allen Bevölkerungsschichten gerecht zu werden, haben sich einige Bundesstaaten, wie zum Beispiel North und South Dakota, entschlossen, den beliebten “Columbus Day” vom Kalender zu streichen und stattdessen den “Native American Day” zu begehen.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg