21. Juli 2014 – Brunch im Lowbank Drive

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08.00 Uhr Ich öffne die Augen und fühle mich wie erschlagen. Weil auch mein Rücken schmerzt, nehme ich drei ASPIRIN Tabletten ein und verzichte auf den Frühsport – immerhin hat mir Dr. Rognatelli viel Ruhe verordnet.
08.30 Uhr Just als ich die futuristische DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb nehme, schellt das Festnetztelefon besonders aggressiv. Zu meiner Freude meldet sich Amanda und lädt mich zum Frühstück ein. James Ehefrau plappert ohne Unterlass und fordert mich auf, auch Frau Pontecorvo mitzubringen – wie schön.
09.00 Uhr Nachdem ich das Telefonat beendet und meiner Nachbarin Bescheid gegeben habe, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück, um mich bei einem löblichen Wirbelbad zu entspannen. Ich wasche mir die Haare und vergesse auch nicht, die Operationsnarbe im Spiegel zu begutachten. Da die Wunde rot geworden ist, nehme ich besorgt die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) zur Hand und rufe beim Arzt meines Vertrauens an. Dr. Rognatelli meldet sich prompt und behauptet, dass ich mir keine Sorgen machen muss – wie beruhigend.

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Das Ferienhaus meiner Verwandten

10.00 Uhr Im Anschluss schlüpfe ich in legere Freizeitkleidung und lasse Hund Dixon wissen, dass wir nun zum Ferienhaus im Lowbank Drive krusen werden. Anstatt brav zu sein, flitzt der Rüde bellend in den Garten und hüpft in den Teich. Ich schimpfe wie ein Bierkutscher und mache es mir zur Aufgabe, den Vierbeiner mit einem Handtuch trocken zu reiben.
10.30 Uhr Nach getaner Arbeit lotse ich Dixon zum Chevrolet und klingle erneut an Frau Pontecorvos Haustüre. Die Dame öffnet schwungvoll die Pforte und unterbreitet, dass sie sich noch die Haare kämmen muss – wie unlöblich.
10.45 Uhr Kurz vor dem Elfuhrläuten können wir endlich losfahren. Ich presche hupend aus dem Wohngebiet und lausche während der kurzweiligen Reise dem Qualitätsprogramm von WCKT CAT COUNTRY – wie schön.
11.15 Uhr Mit fünfundvierzigminütiger Verspätung sind wir endlich am Ziel und werden von David stürmisch begrüsst. Ich kneife dem Buben in die Wange und bin überrascht, auch Edelbert anzutreffen. Natürlich setze ich mich dazu und komme in den Genuss, Urlaubsanekdoten zu hören. Besonders mein Bruder kommt aus dem Tratschen gar nicht mehr heraus und verkündet, dass er diese Japanreise so schnell nicht vergessen wird.

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Georg und Edelbert lassen mich an ihrer Japanreise teilhaben

11.30 Uhr Unterdessen schmiere ich gesalzene Butter auf eine Scheibe Olivenbrot (unlöblich: Focaccia) und bringe in Erfahrung, dass Edelbert, Georg und Admiral a.D. Bürstenbinder sogar mit der Eisenbahn nach Chiba gefahren sind, um das “Disneyland Tokyo” zu besuchen – das ist ja allerhand.
12.00 Uhr Nachdem Georg seinen Monolog beendet hat, wende ich mich dem Professor zu und lote aus, ob es Friedbert im “Land der aufgehenden Sonne” ebenfalls gefallen hat. Edelbert nickt eifrig und gibt zu Protokoll, dass der ehemalige Seefahrer Friedbert jeden Abend das luxuriöse Hotel verlassen hat, um sich mit “leichten Mädchen” in einschlägigen Wirtschaften zu amüsieren – wie unlöblich.
12.45 Uhr Als Maria eine weitere Portion Rühreier auftischt, wechsle ich das Thema und bringe meine Operation zur Sprache. Selbstverständlich lobe bei dieser Gelegenheit Dr. Rognatelli über den Schellenkönig und stelle klar, dass mir der Facharzt das Leben gerettet hat. Amanda klopft sich schmunzelnd auf die Schenkel und wirft ein, dass der medizinische Eingriff eine Routinesache war – papperlapapp.

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Kaputte Bandscheibe

13.30 Uhr Während wir es uns im schattigen Garten bequem machen, schlägt James einen Ausflug vor. Ich nehme David (8) ins Visier und entgegne, dass wir morgen nach Fort Myers fahren und meinem Grossneffen im “Miromar Outlet Store” (löblich: Miromar Auslassgeschäft) ein kleines Geschenk kaufen könnten.
14.00 Uhr Weil Georg und Edelbert vom Tschedleg geplagt sind, entschliesse ich mich, nach Hause zu fahren. Frau Pontecorvo verabschiedet sich händeschüttelnd und kündigt an, dass sie am Abend mit einer Freundin ins Lichtspielhaus gehen wird. Maria wird augenblicklich hellhörig und sagt, dass sie gerne mitkommen und den neuen Michael Douglas Film “And So It Goes” (löblich: Und so ist es) sehen möchte.
14.30 Uhr Nachdem meine Nachbarin versprochen hat, Maria gegen 17 Uhr abzuholen, eilen wir zum Auto und treten die Heimfahrt an. Ich gleite in Richtung Norden davon und freue mich auf ruhige Stunden in der kleinen Villa.
15.00 Uhr Zuhause angekommen, falle ich erschöpft aufs Kanapee und strecke die Beine aus. Nach wenigen Sekunden döse ich ein und träume vom meiner spannenden Forschungsreise nach San Franzisko im Jahre 2003.
16.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 4 deutet, schwinge ich mich vom Sofa und widme mich der Anschnurseelsorge. Unter anderem rate ich einer alleinerziehenden Mutter aus Colmar, ihrer 17jährigen Tochter einen Badeurlaub in Kroatien zu verbieten – wo kämen wir denn da hin.
17.00 Uhr Da Dixon langsam unruhig wird, schalte ich den Heimrechner aus und breche zu einem entspannten Gassigang durchs Wohngebiet auf. Ich begleite den Vierbeiner zum La Playa Golfplatz und halte im hohen Gras nach verloren gegangenen Golfbällen Ausschau – da kommt Freude auf.
18.00 Uhr Nach einer Stunde bin ich wieder daheim und schalte die Klimaanlage etwas höher. Danach serviere ich Dixon eine Portion Trockenfutter und nehme selbst mit belegten Broten Vorlieb – das schmeckt.

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Sehr lecker: Wurstbrote

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit mache ich es mir in der guten Stube gemütlich und folge auf FOX einigen Episoden der spannenden Gruselserie “American Horror Story”. Während ich mich in eine Irrenanstalt versetzt sehe und in das Leben einer Krankenschwester eintauche, lerne ich per Einblendung, dass ab Herbst die vierte Staffel dieses preisgekrönten Fernsehspiels anlaufen wird – wie aufregend.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung beende ich den Fernsehabend und lasse Dixon noch einmal in den Garten hinaus. Anschliessend lösche ich sämtliche Lichter und lege mich schlafen. Gute Nacht.