9. Juli 2015 – Stratton Pond Shelter

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Sehr geehrte Damen und Herren,

seit vier Tagen sind wir nun auf dem Appalachian Trail in Vermont unterwegs.
In den gängigen Wanderführern – zum Beispiel dem im Jahre 1993 erstmals erschienenen “Thru-Hiker’s Handbook” – ist zu lesen, dass es besonders in Vermont viele Bären geben soll. Leider war es uns bisher nicht vergönnt, einen lustigen Petz zu Gesicht zu bekommen – wie schade.

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Sehr lesenswert: Thru-Hiker’s Handbook

Selbstverständlich kommt man im Laufe eines langen Tages mit unzähligen Wanderern ins Gespräch. Heute Vormittag hatten wir das Vergnügen, am Deer Lick Brook Fluss zwei lustige Männer aus Ithaca, NY zu treffen, die uns mit Schauergeschichten versorgt haben. Herr Bill (33) und Herr Matthew (34) berichteten, dass zwischen 1946 und 1950 drei Familien während einer Wanderung in Vermont spurlos verschwanden. Angeblich sollen die Menschen von unterbelichteten Hinterwäldlern verschleppt und zu Wurst verarbeitet worden sein – wie furchtbar.

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Im Green Mountain National Forest

Trotz aller Schreckensmeldungen ist unser Aufenthalt im “Green Mountain National Forest” sehr schön. Den ganzen Tag über ist es angenehm kühl und die schattigen Wälder laden immer wieder dazu ein, eine kurze Rast einzulegen, um vitaminreiche Schokoladenriegel zu essen und unsere Kehlen mit erfrischendem Flusswasser zu spülen. Ausserdem bereitet es Hund Dixon grosse Freude, in regelmässigen Abständen ins Dickicht zu laufen, um Wildgänse und/oder Murmeltiere aufzuschrecken.
Den heutigen Abend werden wir im 10 Personen fassenden “Stratton Pond Shelter” verbringen. Da Edelbert in einer praktischen Tupperdose noch etwas Dörrfleisch aufbewahrt, wird es uns sogar möglich sein, ein opulentes Abendessen zu verzehren.

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Stratton Mountain / Bild: Ericshawwhite / CC BY-SA 3.0

Am Freitag werden wir dann am Fusse des 1.200 Meter hohen Stratton Mountain wandern, der für sein Skiresort über die Grenzen des Bundesstaates hinaus bekannt ist. Besonders im Januar und Februar kommen viele Touristen nach Vermont und machen es sich zur Aufgabe, am Berg Stratton dem Wintersport zu frönen.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg