Meine Forschungsreise nach Rom
Ein interessanter Reisebericht von Reinhard Pfaffenberg

 

  


Am Dienstag, den 19. Februar 2008 habe ich die wunderschöne Stadt Rom besucht und mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt angesehen - das war ganz schön aufregend.  


   

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19.02.2008 - Der Abflug
07.00 Uhr Mein Radiowecker geht an und reisst mich mit ohrenbetäubenden Klängen aus dem Schlaf - wie unlöblich. Da ich in knapp elf Stunden nach Rom reisen werde, hüpfe ich voller Vorfreude aus den Federn und führe die wichtige Morgengymnastik am weit geöffneten Fenster durch - wer rastet, der rostet. 
07.15 Uhr Nachdem ich meine eingeschlafenen Muskeln gestählt habe, entspanne ich mich bei einem löblichen Wirbelbad und folge währenddessen den Radionachrichten des bayerischen Rundfunks. Neben den üblichen Schreckensmeldungen aus der Welt der Politik erfahre ich zudem, dass der Intendant des "Berliner Ensembles", Claus Peymann, wegen seiner umstrittenen Irananreise von Politikern aller Parteien scharf kritisiert wurde. Wie jeder weiss, ermutigte der Heini seine Theaterspielgruppe schon im vergangenem Jahr, nach Teheran zu fliegen und für die Menschen im Iran das Anti-Kriegsstück "Mutter Courage" auf die Bühne zu bringen - wie lächerlich. Schon vor Reiseantritt versammelten sich Hunderte Menschen auf dem Bertold-Brecht-Platz in Berlin und forderten die Schauspieler mit Sprechchören und Spruchbändern auf, das geplante Gastspiel vom 12. bis 14. Februar abzusagen und ein Zeichen für Demokratie und Freiheit im Iran zu setzen. Das "Komitee gegen deutsche Kultur im Iran und anderswo", das nach eigenen Angaben eng mit iranischen Oppositionellen im Exil zusammenarbeitet, warf Peymann unter anderem vor, "sich mit dem Mullahstaat zu solidarisieren und Folter, Verfolgung sowie die Ermordung von unangepassten Frauen und Homosexuellen zu tolerieren". Doch anstatt Einsicht zu zeigen und diesen Ausflug ersatzlos zu streichen, zog es der Theaterleiter vor, am 8. Februar eine Presseerklärung zu veröffentlichen und klarzustellen, dass es sich bei besagter Reise um "das wichtigste Gastspiel des Berliner Ensembles seit vielen Jahren handelt". "Unser Auftritt ist keine Demonstration für oder gegen ein politisches System. In einem vom Krieg bedrohten Land ein Anti-Kriegsstück wie 'Mutter Courage' von Brecht zu spielen, hat eine besondere Bedeutung" wird der verwirrte Regisseur weiter zitiert - gleich platzt mir der Kragen. "Wir werden dort so wenig für die Herrschenden und Staatsführer spielen, wie wir hier in unserem Hause am Schiffbauerdamm für Angela Merkel, Gerhard Schröder oder Klaus Wowereit Theater spielen" polterte Peymann am Vormittag des 12. Februars weiter und flog wenig später mit seiner Laienspieltruppe gen Teheran aus, um dort für eine hohe Gage dem kriminellen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zu huldigen - wie furchtbar. Man kann nur hoffen, dass die gewählten Volksvertreter endlich in die Gänge kommen und die steuerfinanzierten Zuschüsse für das "Berliner Ensemble" mit sofortiger Wirkung streichen. Ich bin jedenfalls nicht bereit, dieses unglaubliche Verhalten mit weiteren Abgaben zu unterstützen. 
08.15 Uhr Verärgert beende ich das Badevergnügen und trete vor den Spiegel, um mich sauber in Schale zu werfen. Da mir perfektes Aussehen sehr wichtig ist, schlüpfe ich in eine frisch gebügelte Tschiens von WRANGLER, ein weisses Hemd sowie einen grauen Pullover mit V-Ausschnitt - sieht wirklich spitze aus. Nachdem ich mein Haar mit etwas BRISK gesteilt und die Zahnbürste in den DELSEY Kulturbeutel verfrachtet habe, rutsche ich auf dem Treppengeländer nach unten und finde Untermieterin Sandra und Herrn Michael kaffeeschlürfend am Küchentisch vor - das trifft sich gut. Da mir ebenfalls der Magen knurrt, geselle ich mich hungrig dazu und lasse mir ein schmackhaftes Frühstück, bestehend aus Rühreiern mit Speck, gerösteten Weissbrotscheiben (unlöblich: Toast) sowie delikater Himbeermarmelade munden - das tut richtig gut. 
08.30 Uhr Während ich einen Blick auf meine hochwertige ROLEX werfe, teilt mir Sandra plötzlich mit, dass unser Gast seinen Aufenthalt im schönen Bayern bis zum Mittwoch verlängern wird. Als ich mir weiterführende Informationen erbete, plappert Sandras Bekannter davon, dass er heute Vormittag die Werbeagentur "Dynamic Flow" (löblich: Dynamischer Fluss) aufsuchen und sich morgen Mittag beim "Bayerischen Rundfunk" in der Landeshauptstadt vorstellen wird - das soll mir auch Recht sein. 
09.00 Uhr Nachdem die Kinder mein Eigenheim verlassen haben, ziehe ich mich zufrieden ins Wohnzimmer zurück und widme mich dem Studium der Zeitung. Auf der bunten Seite stosse ich auf einen interessanten Artikel und lese, dass die neue ARD Vorabendserie "Bruce" bei den Kritikern gnadenlos durchgefallen ist. Erstaunt lerne ich, dass der abgetakelte PRO7 Choreograf Bruce Darnell die Leitung dieser zwielichtigen Reihe übernommen und es sich zur Aufgabe gemacht hat, in jeder Sendung einem grauen Mauerblümchen zu neuem Selbstvertrauen zu verhelfen - wie lächerlich. Mithilfe schlauer Lebensweisheiten wie zum Beispiel "Du brauchst keine Schönheitsoperation. Was zählt sind deine inneren Werte" baut der 51jährige die Protagonisten auf und spricht ihnen auf unglaublich voyeuristische Art und Weise Mut zu. Selbstverständlich wird Herr Darnell seinem Ruf als Kasper der Nation gerecht und sorgt mit unverständlichem Kauderwelsch viermal pro Woche für Kopfschütteln und Unverständnis in den Wohnstuben. An diesem Beispiel sieht man anschaulich, dass die Gosse mittlerweile nicht mehr bei Privatsendern zu Hause ist, sondern im Öffentlich Rechtlichen Staatsfernsehen eine neue Heimat gefunden hat. Die ARD-Redakteure wären gut beraten, billig produzierten Müll wie "Sturm der Liebe", "Brisant", "Verbotene Liebe", "Marienhof" und "Bruce" schnellstmöglich aus dem Programm zu nehmen und zu den eigentlichen Aufgaben des Fernsehstaatsvertrags zurückzukehren. Vielleicht wäre es doch besser, noch heute das Ränzlein zu schnüren und nach Amerika auszuwandern - dort kann man wenigstens noch aus unzähligen Qualitätsprogrammen auswählen. 
09.30 Uhr Just als ich die Zeitung kopfschüttelnd zur Seite lege und mir eigene Gedanken mache, stürzt ganz unerwartet Frau Mars zur Türe herein und macht mich aufgeregt darauf aufmerksam, dass draussen einige Stadtarbeiter damit beschäftigt sind, ein neues Strassenschild aufzustellen. Um diesem Treiben auf den Grund zu gehen, eile ich geschwind auf die Einfahrt und winke den Vorarbeiter heran. Der Heini steht mir Rede und Antwort und sagt, dass am Anfang sowie am Ende des Waldwegs ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Vorsicht Spielstrasse" installiert wird - das ist die beste Nachricht des ganzen Tages. Da Herr Rudolph ständig mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs ist, klopfe ich meinem Gegenüber zustimmend auf die Schulter und freue mich sehr, dass den garstigen Rasern endlich die rote Karte gezeigt wird. Um den löblichen Arbeiten nicht im Weg zu stehen, kehre ich zügig in mein bescheidenes Heim zurück und bemerke, dass Frau Mars in der Zwischenzeit mit dem Hausputz begonnen hat - wie schön. Um die Wartezeit bis zum Abflug sinnvoll zu gestalten, entschliesse ich mich, Prof. Kuhn einen Krankenbesuch abzustatten und dann zum Einkaufen zu fahren. 
10.00 Uhr Nachdem ich meine Zugehfrau beauftragt habe, die Kellertreppe zu wischen und den Wohnzimmerteppich zu saugen, zwänge ich mich in den PS-strotzenden JAGUAR und rase mit durchdrehenden Reifen los. Bevor ich ins Industriegebiet fahre, halte ich kurzerhand vor Edelberts Anwesen im Haselnussweg an und erkundige mich nach dem Befinden meines guten Freundes. Der Professor bittet mich laut hustend ins Wohnzimmer und erzählt, dass er immer noch unerträgliche Kopf- und Halsschmerzen hat und sich kaum auf den Beinen halten kann - wie schrecklich. Mein Bekannter kommt aus dem Jammern gar nicht mehr heraus und sagt, dass er definitiv nicht in der Lage ist, mich am Abend in die "ewige Stadt" zu begleiten - wie schade. Trotz allem wünscht mir der Gute einen schönen Aufenthalt und bittet mich, ihn wenigstens einmal aus Rom anzurufen - das ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit. 
10.30 Uhr Nun muss ich mich aber sputen. Da mich Amanda bereits in knapp fünf Stunden zum Franz Josef Strauss Flughafen kutschieren wird, wünsche ich Edelbert eine gute Besserung und beende meinen Krankenbesuch. Bei strahlendem Sonnenschein besteige ich erneut mein auf Hochglanz poliertes KFZ und presche als nächstes zum Konsumland. 
11.00 Uhr Radiohörend treffe ich auf dem Parkplatz ein und erkenne, dass die vielen Falschparker einen entspannten Einkaufsgang fast unmöglich machen. Da ich meine Zeit nicht gestohlen habe, stelle ich den Wagen kurzerhand auf der Feuerwehrzufahrt ab und schnappe einer besonders dumm dreinschauenden Hausfrau (39) den Einkaufswagen aus den Händen. Wild gestikulierend betrete ich den Saftladen und lade Wurstaufschnitt, Knetplastellin für den kleinen David (2), Bauernbrot, Katzenstreu, Bananen, Büroklammern, Coppenrath und Wiese Kuchenkreationen, saftige Fleischtomaten, Tiefkühlpizzas von RISTORANTE, Zucchini, Obstgärten Vanille, Ravioli in der praktischen Dose, Weissbrotscheiben, Heinz Ketchup, Sauerkraut, Schuhkreme, Schokoladenmüsli, Batterien, original Rosenmehl, Salatkopf, vitaminreiche Kartoffelchips, irische Landbutter, Fernsehzeitung, Erdbeermarmelade, Mango aus Peru, drei Flaschen Veuve Clicquot Schaumwein, Löwensenf, Walnüsse, Kaffee ONKO, Äpfel, rote Zwiebeln, Kartoffeln, Blutorangen, Snickers, Gurke, Flasche Obstler, Blendi Zahnpasta, 10 Eier, Bindfaden, Salami aus Italien, Bratfett, Zündhölzer, Cheddarkäse, Taschentücher, Birnen sowie Weisswein aus Kalifornien ein. Danach eile ich zum Ausgang und habe das Glück, ohne Wartezeit eine Kasse ansteuern zu dürfen - wie schön. 
11.30 Uhr Nachdem ich die Produkte mit einer druckfrischen 200 EURO Note bezahlt habe, suche ich die Getränkehalle in der Nachbarschaft auf und entscheide mich für einen Träger Weissbier, eine Kiste Sprudelwasser sowie gesundes Coca Cola Licht (unlöblich: Light) für meine unterbelichtete Mitbewohnerin. 
12.15 Uhr Pünktlich zum Zwölfuhrläuten treffe ich endlich wieder im Eigenheim ein. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, rufe ich Frau Mars herbei und trage ihr mit erhobenem Zeigefinger auf, die Lebensmittel in den Kühlschrank und die schweren Getränkekisten in den Keller zu räumen. Während sich die fleissige Dame ans Werk macht, schiebe ich eine schmackhafte Fertigpizza ins Rohr und bereite mir einen gesunden Tomatensalat mit Zwiebelringen und Olivenöl zu - Vitaminzufuhr ist während den kalten Wintermonaten ganz besonders wichtig.
12.45 Uhr Ich lasse mir das italienische Schmankerl mit einem Glas Weissbier in der Küche munden und plaudere nebenbei mit Frau Mars über dies und das. Natürlich komme ich bei dieser Gelegenheit auf meine anstehende Romreise zu sprechen und gebe meinem Gegenüber zu verstehen, dass ich in sechs Stunden einen Stahlvogel der CONDOR besteigen und für zwei Tage weg sein werde. Frau Mars will es kaum glauben und munkelt, dass diese Städtereise bestimmt einige Tausend EUROS verschlingen wird - papperlapapp. Um die Dame vom Gegenteil zu überzeugen, präsentiere ich ihr stolz meine Reiseunterlagen und informiere darüber, dass ich für den Flug nur 58 und für das "Astoria Garden Hotel" in der Via Bachelet Vittorio 8 nur 140 Euros ausgeben musste - welch ein Schnäppchen. Anstatt sich zu freuen, schlägt Frau Mars demonstrativ die Hände über dem Kopf zusammen und behauptet naserümpfend, dass diese Billigflüge für den Bau weiterer Lande- bzw. Starbahnen am Münchner Flughafen verantwortlich sind - selten habe ich grösseren Unsinn gehört. Vogelzeigend erwidere ich, dass sogenannte Touristenflüge lediglich 9% des weltweiten Flugaufkommens ausmachen und kaum ins Gewicht fallen. 
13.45 Uhr Nachdem ich das Mittagessen beendet und die Spülmaschine knopfdrückend in Betrieb genommen habe, mache ich es mir auf dem Sofa im Wohnzimmer bequem und lege die Füsse hoch - einer kleinen Ruhepause steht nun nichts mehr im Weg. Schon wenige Augenblicke später schlummere ich ein und träume von meinen Erlebnissen während meines letzten Amerikaaufenthalts - wie schön. 
14.45 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und greife spontan zum Telefon, um bei Amanda im Waldweg 5 anzurufen. Schon nach dem zweiten Klingeln habe ich die Maid in der Muschel und vernehme, dass sie sich gerade ein heisses Bad gönnt und mich gegen 16 Uhr zum Flughafen bringen wird - das kann mir nur Recht sein. Zufrieden beende ich das Gespräch und brühe vor der Abfahrt frischen Kaffee auf. 
15.15 Uhr Während ich mir den köstlichen Bohnentrunk schmecken lassen, gehe ich noch einmal Anschnur und erfahre auf der Heimseite des "Weather Underground" (löblich: Wetter Untergrund), dass es in Rom mit 12°C ganz angenehm und sonnig ist - das ist wirklich phantastisch. Zu guter Letzt rufe ich ausserdem elektronische Briefe ab und finde im Postkasten eine Depesche aus Florida vor. Herr Wang berichtet schier Unglaubliches und schreibt, dass er in Bonita Springs vor den Toren von Naples auf ein schickes Einfamilienhaus inklusive Aussenschwimmbecken gestossen ist. Neugierig rufe ich die Anlage ab und staune angesichts der Bilder nicht schlecht. HEUREKA - neben einem direkten Zugang zum Meer und einem eigenen Bootssteg, wartet die schicke Immobilie ausserdem mit einem Garten sowie einer geräumigen Doppelgarage auf. Leider wird es mir kaum möglich sein, insgesamt 749.000 US Dollars für diesen Luxus aufzubringen - wie schade. 
16.00 Uhr Während ich ungeduldig im Ohrensessel sitze und meine beiden Katzen streichle, klingeln Amanda und David (2) an der Türe. Völlig entnervt verfrachte ich mein Gepäckstück in den Kofferraum und nehme dann bequem auf dem Beifahrersitz des OPEL SIGNUM platz.
16.15 Uhr Nachdem Amanda endlich ihren Tratsch mit Frau Rudolph beendet hat, kann es losgehen und wir brausen mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Franz Josef Strauss Flughafen davon - da kommt Freude auf. Unterwegs fordere ich Amanda zur Löblichkeit auf und bitte sie, während meiner Abwesenheit ein Auge auf meine Villa bzw. auf Sandra zu werfen. Leider winkt meine ehemalige Untermieterin nur ab und sagt, dass Sandra erwachsen ist und keinen Aufpasser braucht - wie unlöblich.
16.45 Uhr Am sogenannten Terminal 1 angekommen, verabschiede ich mich redlichst von Amanda und David und greife nach meinem Delsey Rollkoffer, um dann schnellen Schrittes in Richtung CONDOR Schalter zu laufen. Glücklicherweise komme ich sofort an die Reihe und kann mein Gepäckstück bei einer gelangweilt dreinschauenden Mitarbeiterin abgeben. Die unfreundliche Maid überreicht mir die Einsteigekarte mit Sitzplatznummer 8 A und wünscht mir kaugummikauend eine schöne Reise.
17.00 Uhr Während ich däumchendrehend vor dem Abflugtor (unlöblich: Gate) sitze, beobachte ich die anderen Passagiere ganz genau und kann kaum glauben, dass heute Abend so viele Menschen unterwegs sind. Um mir etwas die Zeit zu vertreiben, plaudere ich mit einem bebrillten Anzugträger (40) und bringe in Erfahrung, dass der Mann für die renommierte Wirtschaftsprüfungsfirma "Ernst & Young" arbeitet und morgen eine wichtige Besprechung in Rom hat - wie aufregend. 
17.45 Uhr Kurz bevor der Flug DE 7372 aufgerufen wird, begebe ich mich zum Tor und schaffe es, als erster den Luftbus A320 zu betreten - wie schön. Ruckzuck setze ich mich auf meinen Platz am Fenster und warte ungeduldig auf den Abflug.
18.30 Uhr Endlich ist es soweit und der löbliche Flugkapitän steuert die südliche Startbahn an, um kurze Zeit später das Flugzeug mit lautem Gepolter in die Luft zu bringen - da kommt Freude auf. Ich lehne mich entspannt zurück und freue mich schon auf zwei entspannte Tage in der italienischen Hauptstadt.
19.00 Uhr Während der Luftbus mit hoher Geschwindigkeit über die Alpen rast, kommt plötzlich eine nette Flugbegleiterin daher und kredenzt nicht nur Getränke, sondern auch lustige Schokomuffins. Ich lasse mir ein kühles Coca Cola redlichst munden und komme nebenbei zu dem Schluss, dass die Muffins aus Amandas Laden viel besser schmecken.
19.45 Uhr Düdeldü - nach einem besonders ruhigen Flug setzt die Maschine sicher auf einer Landebahn des internationalen Flughafens Rom Fiumicino auf und steuert einen Stellplatz an. Dummerweise parkt das Flugzeug nicht direkt am Terminal, sondern auf einem Parkplatz auf dem Vorfeld - das hat gerade noch gefehlt. Verärgert steige ich mit den anderen Reisenden in einen wartenden Bus und lasse mich zum Ankunftsgebäude kutschieren. Bei dieser Gelegenheit bemerke ich, dass sämtliche Leute im Bus anscheinend handtelefonsüchtig sind und laut plappernd an ihren Mobiltelefonen hängen - wie unlöblich.
20.15 Uhr Nach kurzer Wartezeit kann ich meinen Rollkoffer vom Band wuchten und laut pfeifend in Richtung Ausgang laufen. Gerade als ich einen löblichen Drogensuchhund streicheln möchte, hüpft der Vierbeiner weg und streicht einem ruckbesackten Passagier wild schnuppernd um die Beine - wie aufregend. Während der Hundeführer den Drogenschmuggler (34) in einen abgetrennten Raum führt, komme ich aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und hoffe sehr, dass der Kreckkurier lebenslang hinter schwedische Gardinen wandert - wo soll das noch hinführen.
20.45 Uhr Trotz allem lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und finde mich kurze Zeit später im flughafeneigenen Bahnhof wieder, um mit dem sogenannten "Leonardo Da Vinci Express" in die Innenstadt zu fahren. Da leider sämtliche Fahrkartenschalter geschlossen sind, muss ich dummerweise mein unlöbliches Zahlungsmittel namens Meisterkarte zücken und ein Billett zum Preis von 11 EUROS an einem Automaten kaufen.
21.00 Uhr Endlich ist es soweit und der überfüllte Zug setzt sich in Bewegung. Beim Blick auf die nächtlichen Aussenbezirke der Millionenmetropole denke ich an Prof. Kuhn und bedauere sehr, dass der gute Mann nicht dabei sein kann und stattdessen krank das Bett hüten muss - wie schade.
21.45 Uhr Als mir schon langsam die Augen zufallen, kommt die Bahn mit quietschenden Bremsen zum Halten und ich schaffe es, als erster auszusteigen. Nachdem ich mich anhand meines "National Geographic Explorer" Reiseführers redlichst orientiert habe, mache ich mich über die Via Marsale und die Piazza Indipendenza auf den Weg zu meinem Hotel namens "Astoria Garden". Dort angekommen, werde ich von einem besonders freundlichen Portier herzlichst begrüsst und bekomme nicht nur meinen Zimmerschlüssel, sondern auch eine praktische Rom Landkarte sowie ein Gutscheinheft für diverse Sehenswürdigkeiten - das finde ich super trouper.
22.15 Uhr Nachdem ich das schöne Zimmer Nummer 309 im zweiten Stock bezogen habe, verlasse ich nochmals die Herberge und gehe zu einem kleinen Cafe an der Piazza Indipendenza hinüber, um mir eine Brotzeit, bestehend aus einem kühlen Bier sowie einem köstlichen Salami-Käse Sandwich (löblich: belegtes Brot) zu genehmigen - das tut nach der langen Reise gut.
22.45 Uhr Zufrieden treffe ich wieder in meinem Zimmer ein und mache mich daran, den Delsey Koffer auszupacken und die Kleidungsstücke ordentlich im Schrank zu verstauen. Danach nehme ich geschwind eine heisse Dusche und vergesse auch nicht, die Zimmertüre sicher zu verriegeln - in der heutigen Zeit kann man einfach nicht vorsichtig genug sein.
23.15 Uhr Laut gähnend lasse ich mich auf die viel zu harte Matratze fallen und schlafe schon bald ein. Gute Nacht.

20.02.2008 - Das Vatikanische Museum
07.15 Uhr Mein leistungsstarker Weltempfänger geht an und reisst mich mit einem dubiosen Rauschen aus meinem Traum - wie unlöblich. Schlaftrunken drehe ich am Frequenzrad und vernehme nach wenigen Augenblicken ein schönes Lied der italienischen Sängerin Gianna Nannini. Beschwingt von "Ragazzo Dell'Europa" hüpfe ich aus den Federn und bemerke, dass ich mich gar nicht im Waldweg, sondern in der italienischen Millionenmetropole Rom befinde - wie aufregend. Da Morgenstund' bekanntlich Gold im Mund hat, öffne ich unverzüglich das Fenster und führe an der frischen Luft die wichtige Morgengymnastik durch. Während ich Kniebeugen absolviere, blicke ich in den mit Palmen und Orangenbäumen bepflanzten Innenhof und sehe, wie ein Hotelangestellter laut pfeifend den Besen schwingt und die abgefallenen Blätter zusammenträgt. 
07.30 Uhr Bevor ich das wichtigste Mahl des ganzen Tages einnehme und mich auf den Weg zum Vatikan mache, entspanne ich mich bei einer erquickenden Dusche und lausche nebenher dem informativen Kurzwellenradioprogramm aus meiner weissblauen Heimat. Unter anderem höre ich, dass die sogenannte "Liechtenstein-Steueraffäre" auch ein dunkles Licht auf die unsägliche LINKSPARTEI.SED geworfen hat. Nach Informationen des Gesellschaftsmagazins "Cicero" waren auf verschiedenen Bankkonten in Liechtenstein auch Gelder aus dem verschwundenen SED-Vermögen gebunkert. Auf einem sichergestellten Konto, das auf den Namen einer Stiftung angelegt wurde, sollen sich bis zum Jahre 2006 insgesamt 2,6 Millionen Schweizer Franken befunden haben. Erst nach mehrtägigen Verhandlungen konnte der Fiskus die sofortige Herausgabe sämtlicher Gelder zugunsten der Bundesrepublik Deutschland erreichen. Max Stadler, seines Zeichens Rechtsexperte der redlichen FDP, erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Verbindungen der alten SED nach Liechtenstein lückenlos und schnellstmöglich aufgeklärt werden müssten. Um Steuerflüchtlingen in Zukunft das Handwerk zu legen, sollte ausserdem ein Rechtshilfeabkommen geschaffen werden, das es den Finanzämtern ermöglicht, Einblick auf die Konten von deutschen Staatsbürgern zu bekommen. HEUREKA - mich würde wirklich nicht wundern, wenn die Staatsanwaltschaft bald auch bei Gregor Gysi und Oscar Lafontaine vorfahren würde, um Hausdurchsuchungen durchzuführen und Akten zu beschlagnahmen. Mittlerweile ist es längst kein Geheimnis mehr, dass beide Politiker zu den Besserverdienenden im Deutschen Bundestag zählen. Dieses Beispiel zeigt anschaulich auf, dass das Sprichwort "Wer Wasser predigt, trinkt gerne Wein" doch nicht so abwegig ist. 
08.15 Uhr Nachdem ich mich redlichst in Schale geworfen und mehrere bunte Scheine in meinem praktischen Brustbeutel verstaut habe, verlasse ich das geschmackvolle Hotelzimmer und eile hungrig nach unten. Ein besonders zuvorkommender Knecht an der Rezeption teilt mir auf Anfrage mit, dass ich ein kostenloses Frühstück gerne in der hoteleigenen Gaststätte im Untergeschoss einnehmen kann - das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Ruckzuck nehme ich an einem kleinen Tisch platz und lasse mir eine Tasse Schaumkaffee sowie zwei Backhörnchen (unlöblich: Croissants), etwas Käse und Marmelade vom Büffet munden. Während ich kraftvoll zubeisse, beobachte ich die amerikanischen Touristen am Nebentisch und höre, dass die netten Menschen nach Italien gekommen sind, um auf den Spuren bekannter italienischen Filme zu wandern. Da ich mich selbst für die kunterbunte Kinowelt interessiere, spitze ich meine Ohren und erfahre weiter, dass das aus New York stammende Ehepaar nach dem Frühstück in den Stadtteil Lazio fahren und das Anwesen von Sophia Loren aufsuchen wird - wie aufregend. 
08.30 Uhr Neugierig greife ich zu einer ausgelegten Broschüre und bringe in Erfahrung, dass das schöne "Astoria Garden Hotel" nur wenige Meter von den antiken Mauern des "Castro Pretorio", einem knapp zweitausend Jahre alten Kasernenkomplex der Prätorianer entfernt liegt. Die bestens ausgebildete Kampftruppe fungierte bis zum Jahre 306 als Leichtwächtergarde der römischen Kaiser und machte es sich zur Aufgabe, die Belange des römischen Imperators zu schützen und die Bürger zu unterdrücken. In den folgenden Jahren wurde der schwerbewaffnete Soldatenverband von Flavius Valerius Severus bei der Schlacht an der Milvischen Brücke zerschlagen und die Soldaten in die verschiedensten Winkel des römischen Reiches versetzt. Trotz allem gehen Historiker aktuell davon aus, dass der Zirkel der Prätorianer noch immer im Untergrund die Fäden zieht und zahlreiche Mitglieder wichtige Ämter in den Parlamenten einnehmen - wie unlöblich. 
09.00 Uhr Nachdem ich Messer und Gabel zur Seite gelegt und noch einen Erdbeerjoghurt verzehrt habe, mache ich mich gutgelaunt auf den Weg und laufe zum Hauptbahnhof Termini in unmittelbarer Nachbarschaft meiner schicken Herberge. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, stelle ich einen Bahnangestellten zur Rede und erkundige mich wild gestikulierend nach einer geeigneten Verbindung zum Vatikan. Zu meiner Überraschung steht mir der Mann in perfektem Englisch Rede und Antwort und sagt, dass ich entweder mit der Buslinie 64 oder der U-Bahnlinie A fahren kann - wie schön. 
09.30 Uhr Bereits wenig später sitze ich mit einem praktischen Ganztagesbillett für 4 EUROS im richtigen Bus und komme während der kurzweiligen Fahrt in den Genuss, den eindrucksvollen Bau des "Teatro Costanzi" sowie das Parlamentsgebäude aus nächster Nähe bestaunen zu dürfen - diese altehrwürdigen Gemäuer muss man einfach gesehen haben. 
10.00 Uhr Nach knapp dreissig Minuten hält der Autobus in Sichtweite des Petersdoms an - das klappt wieder wie am Schnürchen. Während die anderen Touristen zum Vatikan wandern und aus dem Plappern gar nicht mehr herauskommen, gehe ich weiter und sehe ich mich auf einem einladenden Wochenmarkt auf der "Piazza del Risorgimento" um und werde Zeuge, wie die Verkäufer laut schreiend ihre Waren an den Mann bringen. Interessiert beäuge ich die feilgebotenen Produkte und entdecke, dass es hier neben Obst und Gemüse auch noch Antiquitäten, sündteure Weine und italienische Handwerkskunst zu kaufen gibt - das ist phantastisch. Um Prof. Kuhn eine kleine Freude zu bereiten, erwerbe ich einen künstlerisch gestalteten Weinflaschenverschluss sowie mehrere Ansichtskarten für meine Liebsten in der Heimat. 
10.15 Uhr Düdeldü - als nächstes folge ich den Menschenmassen zum Vatikanmuseum und staune angesichts der langen Warteschlange nicht schlecht. Obwohl ich meine Zeit nicht gestohlen habe, ordne ich mich in die Reihe ein und muss mir geschlagene dreissig Minuten die Beine in den Bauch stehen - was muss ich denn noch alles ertragen. Trotz allem lasse ich mir die gute Laune nicht verderben und blicke währenddessen auf die altertümlichen Sperrmauern des Vatikanstaates. In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass hier in der Antike der Zirkus des Kaisers Nero beheimatet war, in dem Martyrien und Hinrichtungen unzähliger Abtrünniger stattfanden. Erst im 4. Jahrhundert lies Kaiser Konstantin den Zirkus abreissen und die Grabeskirche St. Peter errichten. Da sich dieses Gotteshaus in Windeseile zu einem wichtigen Wallfahrtsort entwickelte, entschloss sich Leo IV. Mitte des 9. Jahrhunderts, das gesamte Areal mit einer unüberwindbaren Wehranlage zu umkreisen. Mit dem Zerfall des römischen Reiches beanspruchten die Vertreter des Christentums den Hügel als Dauersitz des Papstes und handelten mit dem Stadtverwalter die "Pippinische Schenkung" aus. Der vatikanische Hügel wurde letztendlich am Ende des 14. Jahrhunderts zum päpstlichen Regierungssitz und zum Zentrum des Kirchenstaates ernannt - wie aufregend. 
10.45 Uhr Endlich ist es soweit und ich kann die heiligen Hallen des Vatikans betreten. Da ich mich besonders für die weltweite Ausbreitung des Christentums interessiere, laufe ich als erstes in das "Museo Missionario Etnologico" (löblich: Museum der ethnologischen Missionierung) und bestaune interessante Relikte aus Asien, Ozeanien, Afrika und Amerika. Unter den vielen Gipsfiguren entdecke ich auch eine Reihe beeindruckender Statuen indianischen Ursprungs und lese auf einer Informationstafel, dass Papst Pius IX. diese Sammlung erstand, um der Nachwelt die grossen Verdienste der Ureinwohner Amerikas näher zu bringen. 
11.30 Uhr Nach diesem lehrreichen Ausflug zu den nordamerikanischen Indianern, finde ich mich in der "Pinakothek" ein und begutachte das Triptychon "Giotto di Bondone und Gehilfen" aus dem 14. Jahrhundert. Bei diesem Kunstwerk handelt es sich um drei zusammengefügte Laden, die beidseitig bemalt wurden und die Kreuzigung des heiligen Petrus, das Martyrium des Paulus und Christus auf dem Throne darstellen. Ferner stosse ich auf ein von Leonardo da Vinci geschaffenes Ölgemälde und lerne, dass dieses Bild einst in zwei Teile gerissen und von einem römischen Antiquitätenhändler als Abdeckung für eine Truhe missbraucht wurde - wie schrecklich. Gott sei Dank fand Kardinal Joseph Fesch dieses Meisterwerk um das Jahre 1800 und nahm es in seine reichhaltige Sammlung auf. Nach seinem Tod gingen sämtliche Kunstschätze in den Fundus der Vatikanischen Pinakothek über und erfreuen seitdem Millionen Besucher aus allen Teilen der Welt. 
12.15 Uhr Da ich noch viel mehr sehen will, verlasse ich die beeindruckenden Galerien und spaziere direkt in die Sixtinische Kapelle am anderen Ende des weitläufigen Museumskomplexes. Obgleich sich hier Hunderte Touristen drängeln, nehme ich die neun "Deckengemälde nach dem Buche Genesis" staunend in Augenschein und erfahre, dass der weltbekannte Maler Michelangelo dieses Weltwunder zwischen 1508 und 1512 im Auftrag von Papst Julius II. erschaffen hat. Der aus der Toskana stammende Künstler hat auf insgesamt 520 Quadratmetern 115 überlebensgrosse Charaktere aufgezeichnet und die "Scheidung von Licht und Finsternis", "die Erschaffung der Sonne, des Mondes und der Pflanzen", "die Scheidung von Himmel und Wasser", "die Erschaffung Adams und Evas", "der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies", das Opfer Noahs", "die Sintflut" sowie die "Trunkenheit Noahs" auf Stein verewigt - das ist wirklich wundervoll. Da die Arbeiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit und meistens während der Abend- und Nachtstunden durchgeführt wurden, fanden die Wissenschaftler erst zum Anfang des 19. Jahrhunderts heraus, dass Michelangelo sämtliche Zeichnungen am Boden anfertigen lies und diese anschliessend eigenhändig unter Zuhilfenahme von Schablonen an die Decke übertrug - wie aufregend. 
13.00 Uhr Während ich nach oben starre und mein Glück kaum fassen kann, steigt mir plötzlich ein deutscher Tourist (27) auf den Fuss und hält es nicht einmal für nötig, sich für sein freches Verhalten zu entschuldigen - wie unlöblich. Da man sich in der heutigen Zeit nicht alles gefallen lassen darf, stelle ich dem Heini ein Bein und werde Zeuge, wie er auf den harten Marmorboden stolpert. Um nicht in eine Schlägerei verwickelt zu werden, tauche ich sicherheitshalber im Trubel der Menschen unter und beschliesse meinen Besuch mit einem Abstecher zur "Stanze di Raffaello" im zweiten Stock. Wie jeder weiss, handelt es sich hierbei um die vier sogenannten Räume Raffaels, die sich Papst Julius II. einst als seinen Wohnsitz auswählte. Noch heute sind die Wände durch malerische Kunstwerke verziert, die aus der Schule des Baumeisters stammen sollen - da bleibt einem die Spucke weg. Der einflussreichste Künstler der Hochrenaissance hat keine Mühen gescheut und in jahrelanger Kleinarbeit die "Schule von Athen" mit den wichtigsten Wissenschaftler und Philosophen von der Antike bis zur Renaissance auf die Wände gepinselt. HEUREKA - dieses Gemälde würde hervorragend in mein Wohnzimmer passen. 
13.30 Uhr Nun habe ich aber wirklich genug gesehen. Da mir mittlerweile die Füsse weh tun, ziehe ich es vor, die Vatikanischen Museen zu verlassen und mir ein schönes Gasthaus in der näheren Umgebung auszuspähen. Redlichst informiert stapfe ich zum Ausgang und komme zu der Erkenntnis, dass sich der Abstecher zum Vatikan trotz des hohen Eintrittspreises von 14 EUROS wirklich gelohnt hat. 
14.00 Uhr Nach einem kurzen Fussmarsch werde ich auf eine einladende Wirtschaft aufmerksam und entschliesse mich, in das "Restaurant Il Franco" an der "Via della Conciliazione" einzukehren. Als ich mich an einen Tisch mit Ausblick auf die Engelsburg setze, gesellt sich ein Kellner an meine Seite und nimmt freundlichst die Bestellung auf. Zungeschnalzend überfliege ich die feilgebotenen Speisen auf der Tageskarte und gebe ein Menü, bestehend aus einem kleinen Vorspeisenteller, Schinkenpizza sowie einen halben Liter Rotwein in Auftrag - schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen. 
14.30 Uhr Während ich mir das wohlverdiente Mittagessen schmecken lasse und meine ausgetrocknete Kehle mit Wasser und Wein öle, studiere ich meinen schlauen Reiseführer und lese, dass die Engelsburg einst als Mausoleum für Kaiser Hadrian (76 bis 138) konzipiert war und erst später von verschiedenen Päpsten zur Fluchtburg umgebaut wurde. Den eigentlichen Namen erhielt das Bauwerk im Jahre 590, als Papst Gregor I. über dem Bau die Erscheinung des Erzengels Michael gesehen haben will - wie unheimlich. 
15.00 Uhr Nachdem ich die Rechnung in Bar bezahlt und mich über die gesalzenen Preise geärgert habe, kehre ich auf den trapezförmigen Petersplatz zurück und nehme auf einer Bank platz, um mich an den wärmenden Sonnenstrahlen zu erfreuen. Leider wird mein Müssiggang schon bald durch das Geplärre der Besucherscharen gestört - wie schade. Da man hier keine Ruhe finden kann, entscheide ich mich, den Petersdom zu besuchen und zu Ehren des Apostels Petrus ein Gebet zu sprechen. 
15.30 Uhr Nachdem ich die Sicherheitskontrollen unbehelligt hinter mich gebracht habe, lasse ich den 212 Meter langen, 138 Meter breiten und 133 Meter hohen Dom auf mich wirken und knipse sogar ein Foto von einem der Seitenschiffe, in dem ohne weiteres eine mittelgrosse Dorfkirche Platz finden würde. 
16.00 Uhr Da der Andrang in der Basilika immer grösser wird, bekreuze ich mich und laufe schnellstmöglich wieder hinaus. HEUREKA - diese Menschenmassen muss man gesehen haben. Zurück auf dem eindrucksvollen Petersplatz schaue ich mich genau um und entscheide mich, zur Engelsburg am Ufer des Tibers zu spazieren und dieses Bauwerk genauer in Augenschein zu nehmen.
16.30 Uhr Ich stelle fest, dass es auch in besagter Burg keine Rentnertarife gibt und löse verärgert ein Billett zum Preis von 8 EUROS. Danach betrete ich den Bau und laufe auf einer sich windenden Rampe im Halbdunkel nach oben - wie aufregend. Nach etwa 150 Metern erreiche ich laut schnaufend die zweite Ebene, in der früher das Gefängnis und die Lagerräume beheimatet waren. Nach weiteren Stufen komme ich endlich in die vierte Etage mit der Papstwohnung, die aus einer Raumfolge mit Fresken von Giulio Romano, Perino del Vaga und anderen Künstlern aus der Schule Raffaels besteht - wie schön.
17.00 Uhr Ich begebe mich noch weiter hinauf und finde mich schliesslich auf einer Aussenterrasse wieder, von der aus sich ein herrlicher Blick über die ganze Stadt bietet. Selbstverständlich knipse ich einige Bilder und zücke bei dieser Gelegenheit meine Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry), um bei Prof. Kuhn in der Heimat anzurufen. Der Gute meldet sich bereits nach dem ersten Klingeln und gibt zu Protokoll, dass er mit Husten und Halsschmerzen im Bett liegt und eben gerade zwei ASPIRIN Tabletten genommen hat - wie furchtbar. Trotzdem gebe ich einen kurzen Lagebericht ab und erzähle meinem Bekannten, dass ich mitten auf der Engelsburg stehe und auf den Petersdom hinüberschaue. Edelbert seufzt laut und sagt, dass er zu gerne mit von der Partie wäre - das glaube ich gerne.
17.15 Uhr Nachdem ich dem Professor gute Besserung gewünscht habe, beende ich das kostspielige Ferngespräch und sehe mich noch etwas in der Burg um. Ich bestaune weitere interessante Möbel, Waffen sowie Gebrauchsgegenstände aus längst vergangener Zeit und spaziere dann in Richtung Ausgang weiter.
17.30 Uhr Mit vielen anderen Touristen aus aller Welt überquere ich die sogenannte Engelsbrücke und werde Zeuge, wie mehrere schwarzafrikanische Migranten Sonnenbrillen, gefälschte Markenhandtaschen, Regenschirme und anderen Schnickschnack feilbieten - wie unlöblich. Ich gehe schnell weiter am Fluss entlang in Richtung Norden und stosse nach kurzer Zeit auf eine Haltestelle der Buslinie 70. Weil mir schon langsam die Füsse weh tun, setze ich mich auf eine Bank und warte auf die Ankunft des nächsten Omnibuses.
17.45 Uhr Schon nach wenigen Minuten ist es soweit und ich kann in den überfüllten Bus einsteigen, in dem mir ein Jugendlicher sogar freundlich einen Sitzplatz anbietet. HEUREKA - an diesem Verhalten sollten sich die egoistischen Jugendlichen in Deutschland ein Beispiel nehmen.
18.15 Uhr Nach einer interessanten Fahrt durch die pulsierende Metropole, springe ich an der Piazza Santa Maria Maggiore aus dem Gefährt und werfe einen Blick auf die gleichnamige Basilika. Wie jedes Kind weiss, ist dieses Gotteshaus die am besten erhaltene der vier frühchristlichen Kirchen Roms und weist Spuren aus allen Epochen der seit ihrem Bestehen über 1000jährigen Architekturgeschichte auf - wie aufregend.
18.45 Uhr Zielsicher lege ich die letzten Meter zu meinem löblichen Hotel "Astoria Garden" zurück und werde am Empfang freundlichst begrüsst - wie schön. Danach fahre ich im Aufzug in den zweiten Stock und betrete mein Zimmer, um mich erschöpft aufs Bett fallen zu lassen und die Nachrichten auf CNN zu verfolgen.
19.45 Uhr Nach dieser wohltuenden Verschnaufpause zeihe ich ein frisches Hemd sowie ein schickes Sakko an und verlasse die Herberge, um in der Nachbarschaft das löbliche Abendessen einzunehmen. Mit dem bekannten Gassenhauer "Azzuro" auf den Lippen biege ich um die Ecke und entdecke ein nettes Gasthaus namens "Florian`s Cafe" - wie schön. Ohne lange zu fackeln betrete ich das Lokal und werde von einem besonders höflichen Ober zu einem Tisch mit Blick auf den Pizzaofen geführt - da kommt Freude auf.
20.00 Uhr Hungrig studiere ich die Speisekarte und entscheide mich nach wenigen Augenblicken für einen halben Liter weissen Rebensaft sowie gemischten, aber keuschen Salat und ein Nudelgericht namens "Penne alla Puttanesca" mit schwarzen Oliven, Tomaten, rotem Pfeffer und Kapern - da läuft einem das Wasser im Munde zusammen.
20.30 Uhr Während ich mir die italienischen Schmankerln zungeschnalzend munden lasse, beobachte ich den Pizzabäcker und komme zu dem Schluss, dass der Mann ein wahrer Artist des Kochlöffels sein muss. Sollte ich morgen Abend wieder hier speisen, muss ich unbedingt eine dieser extraordinären Pizzas verköstigen.
21.00 Uhr Düdeldü - obwohl ich eigentlich auf meine Diät achten müsste, winke ich den Kellner erneut an den Tisch und bestelle ein gemischtes Eis mit Sahne. Da es in Italien bekanntlich das beste Eis überhaupt gibt, sollte man sich diese kühle Spezialität auf keinen Fall entgehen lassen. HEUREKA - wie schade, dass Edelbert dieses kulinarische Feuerwerk nicht miterleben kann.
21.15 Uhr Ich bezahle die gesalzene Rechnung mit einem druckfrischen 50 EURO Schein und mache mich dann gutgelaunt auf den Heimweg. Schon nach wenigen Metern erreiche ich das Hotel und gehe diesmal zu Fuss in den zweiten Stock hinauf - etwas Bewegung kann nach dem reichhaltigen Abendessen nicht schaden.
21.45 Ihr Bevor ich ins Bett falle, nehme ich eine heisse Dusche und mache mir schon einmal Gedanken, wie ich den morgigen Tag gestalten werde. Weil ich glücklicherweise erst gegen halb neun Uhr am Abend nach München abfliegen werde, habe ich fast den ganzen Tag zur Verfügung und kann mir noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit anschauen - das ist phantastisch.
22.30 Uhr Laut gähnend ziehe ich die Vorhänge zu und lasse mich dann auf die harte Matratze fallen. Schon sehr bald schlafe ich ein und träume von meinen spannenden Erlebnissen in der italienischen Hauptstadt. Gute Nacht.


21.02.2008 - Wandern auf den Spuren der Antike
07.00 Uhr Ein neuer Tag bricht an und ich hüpfe voller Vorfreude aus den Federn. Wie es sich für einen sportlichen Rentner gehört, öffne ich schnellstmöglich das Fenster und sauge die frische Luft tief in meine Lungen ein - das tut richtig gut. Zudem absolviere ich die wichtige Morgengymnastik und stähle meine Muskeln mit Dehn- und Streckübungen. 
07.30 Uhr Nachdem ich den Frühsport hinter mich gebracht habe, nehme ich eine ausgiebige Dusche und lausche nebenbei dem laut dröhnenden Kurzwellenradioprogramm aus meiner weissblauen Heimat. Unter anderem höre ich, dass Andrea Ypsilanti, ihres Zeichens Scheffin der hessischen SPD, aktuell mit dem Gedanken spielt, sich mit Hilfe der LINKSPARTEI.SED zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen - das ist ja wohl die Höhe. Renommierte Tageszeitungen berichteten gestern einhellig, dass sich die Dame im Laufe der vergangener Woche mehrfach mit Linkspartei-Funktionären getroffen haben soll, um eine Zusammenarbeit auf Landesebene auszuloten. Wie jeder weiss, herrscht nach der Landtagswahl Ende Januar ein Vakuum, da weder die CDU einer grossen Koalition beitreten, noch die FDP mit der SPD und den Grünen in ein Boot steigen will. Um die Wiederwahl Roland Kochs (CDU) zu verhindern, hat sich Ypsilanti angeblich dazu durchgerungen, sich durch die Stimmen der Linken-Abgeordneten zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen - wie unlöblich. Selbstverständlich hat sich umgehend der redliche CDU-Fraktionsscheff Christian Wagner skeptisch zu Wort gemeldet und in einer Zwischenschau (unlöblich: Interview) verlauten lassen, "dass Ypsilanti und Beck einen ungeheueren Wählerbetrug vorbereiten". "Es sei eine Katastrophe für Hessen, wenn hier - erstmals in einem westdeutschen Bundesland - bekennende Kommunisten, Marxisten und ehemalige SED-Genossen direkt an der Regierungspolitik beteiligt würden" - das sehe ich genauso. Auch die FDP forderte die SPD unmissverständlich auf, noch vor dem Hamburger Wahlsonntag für Klarheit zu sorgen und sich von den Linken zu distanzieren - dem ist nichts hinzuzufügen. Sollte sich Frau Ypsilanti wirklich zur Ministerpräsidentin wählen lassen, geht sie allerdings ein hohes Risiko ein. Nach der Verfassung müsste sie mindestens 56 von 110 Stimmen auf sich vereinen, um den Thron im hessischen Landtag besteigen zu können. Da SPD, Grüne und die Linken jedoch nur über 57 Mandate verfügen, ist davon auszugehen, dass einige anständige SPD Abgeordnete ihrer Anführerin die Gefolgschaft verweigern und sich gegen eine Zusammenarbeit mit den Mauermördern stellen werden. In diesem Fall hätte Ypsilanti ihre Glaubwürdigkeit endgültig verloren und müsste zurücktreten. Trotz allem zeigt dieses Beispiel anschaulich auf, dass man den Sozialdemokraten nicht mehr über den Weg trauen kann - wo soll das nur hinführen mit diesem Land. 
08.30 Uhr Kopfschüttelnd verlasse ich das Bad und mache mich daran, den Rollkoffer mit meinen Habseligkeiten zu befüllen und ihn neben die Türe zu stellen. Danach greife ich kurzerhand zu meiner Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) und lasse es mir nicht nehmen, noch einmal bei Prof. Kuhn in der Heimat anzurufen. Zu meiner Freude meldet sich Edelbert bereits nach dem zweiten Klingeln und teilt mir mit, dass er sich schon etwas besser fühlt und noch am Vormittag Dr. Rödlberg aufsuchen wird - wie schön. Natürlich komme ich während des Gesprächs auch auf meinen Aufenthalt in Rom zu sprechen und berichte, dass ich die kommenden Stunden dazu nutzen werde, um auf den Spuren der Antike zu wandern. Mein Bekannter ist ganz aus dem Häuschen und bedauert sehr, dass er mich wegen seiner garstigen Erkältung nicht begleiten konnte. 
09.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit. Um nicht im Hotel zu versauern, wünsche ich dem Professor gute Besserung und beende dann das Gespräch. Als nächstes eile ich gutgelaunt nach unten und überreiche dem Heini an der Rezeption meinen Koffer zur Aufbewahrung sowie ein kleines Trinkgeld. Bevor ich mich auf den Weg zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt mache, nehme ich hungrig im Frühstücksraum platz und führe mir eine kleine Mahlzeit, bestehend aus Honigbrot, Backhörnchen mit Käse, Himbeerjoghurt sowie mehreren Tassen Milchkaffee zu Gemüte - das schmeckt. Während ich mich an den frischen Lebensmitteln labe und aus dem Zungeschnalzen gar nicht mehr herauskomme, studiere ich meinen "National Geographic" Reiseführer und schmiede Pläne für den heutigen Tag - wie aufregend. 
09.45 Uhr Düdeldü - frisch gestärkt verlasse ich die löbliche Herberge und entschliesse mich, die weltbekannte "Piazza Bocca della Verità" im Süden der Stadt zu besichtigen. Ruckzuck überquere ich den grossen Bahnhofsvorplatz und finde mich nach knapp dreihundert Metern vor der altehrwürdigen "Santa Pudenziana" wieder, die zu den ältesten Gotteshäusern des ganzen Landes zählt. Wissbegierig überfliege ich die Bronzetafel über der Pforte und lese, dass diese frühchristliche Titelkirche um das Jahr 400 unserer Zeitrechnung eingeweiht und von unzähligen Päpsten besucht wurde. Besonders erwähnenswert sind auch die wertvollen Mosaiken, die den Kircheneingang sowie den Altar ausschmücken. Leider ist es auf Grund aufwändiger Renovierungsarbeiten nicht möglich, das Heiligtum zu betreten und von innen zu bestaunen - wie schade. 
10.30 Uhr Nachdem ich mir an einem mobilen Verkaufsstand ein viel zu teures Coca Cola gekauft habe, passiere ich die Piazza Venezia und werfe einen Blick auf das eindrucksvolle "Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II", das zu Ehren der italienischen Reichsgründungsbewegung während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Wie jedes Kind weiss, rief König Emanuel II. erstmals 1861 die unabhängige Republik Italien aus und vereinte das ganze Land unter seiner Herrschaft - das ist wirklich phantastisch. 
11.15 Uhr Nach kurzen Abstechern zum "Teatro di Marcello", einem von Julius Cäsar höchstpersönlich in Auftrag gegebenen Theaterbau und der Kirche "San Nicola in Carcere", treffe ich endlich am Tiber ein und staune angesichts der vielen Ausflügler nicht schlecht. Da es mittlerweile zu nieseln begonnen hat, eile ich wie der Wind zum kreisrunden "Tempel der Vesta" und suche unter dem Rondell Schutz vor dem Niederschlag. Bei dieser Gelegenheit komme ich mit einem Touristen (59) aus dem Schweizer Kanton Uri näher ins Gespräch und vernehme, dass der Gute vor wenigen Augenblicken die Kapelle "Santa Maria in Cosmedin" besucht und seine Hand in die "Bocca della Verità" (löblich: Mund der Wahrheit) gesteckt hat - wie aufregend. Mein Gegenüber ist bestens informiert und erzählt weiter, dass diese Sehenswürdigkeit schon viele Jahrhunderte auf dem Buckel hat und vor allem durch den im Jahre 1593 entstandenen Hollywoodfilm "Ein Herz und eine Krone" mit Gregory Peck und Audrey Hepburn grosse Bekanntheit erlangt hat. Um nichts zu verpassen, husche ich wieselflink über den Platz und suche ebenfalls die knapp 1.200 Jahre alte Kirche auf. 
11.45 Uhr Staunend betrete ich die Vorhalle und stehe plötzlich vor einem überdimensionalem Kopfabbild des Flussgottes Triton. Auf einer Informationstafel steht geschrieben, dass nach einer mittelalterlichen Legende ein jeder seiner Hand beraubt wird, der sie in die Öffnung besagter Maske legt und dabei nicht die Wahrheit spricht. Selbstverständlich gehe ich diesem Märchen genauer auf den Grund und lasse es mir nicht nehmen, meine rechte Hand vorsichtig in den Mund einzuführen. Als ich mir einige Sorgen mache, klopft mir plötzlich ein Aufseher auf die Schulter und meint augenzwinkernd, dass in der Vergangenheit viele Besucher bei diesem Versuch schwer verletzt und sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten - wie unlöblich. Um nicht als Invalide in die Heimat zurückkehren zu müssen, ziehe ich meine Hand heraus und verlasse das Gebäude schnellstmöglich. 
12.30 Uhr Kopfschüttelnd laufe ich gen Osten und bewundere den "Circus Maximus", der zur Blütezeit Roms die grösste Kampfbahn der ganzen Stadt war. Das Areal hatte in der Antike eine Gesamtlänge von zirka 600 Metern und ermöglichte es bis zu 350.000 Menschen, Gladiatorenkämpfen, Wagenrennen sowie blutigen Tierhetzen beizuwohnen - Gott sei Dank gehört dieses dunkle Kapitel längst der Vergangenheit an. 
13.00 Uhr Als die Kirchenglocken einmal schlagen, schlendere ich am "Konstantinsbogen" (unlöblich: Arco di Constantino) vorbei und erfahre beim Studium meines schlauen Rom Reiseführers, dass dieser dreitorige Triumphbogen zur Erinnerung an Kaiser Konstantins Sieg bei der "Milvischen Brücke" erbaut wurde. Bei besagtem Gemetzel anno 312 musste sich Konstantin gegen eine von Maxentius geführte Übermacht beweisen und schaffte es, seinen Widersacher in den Tiber zu stossen - das soll mir auch Recht sein. Da mir von der langen Wanderung die Füsse weh tun, lasse ich den heruntergekommenen Steinbogen links liegen und laufe geschwind zum Kolosseum hinüber, um mich nach einer einladenden Gaststätte umzusehen. Schon nach wenigen Minuten stosse ich auf das "Il Roma", und erinnere mich, dass mir Prof. Kuhn den Besuch dieser Wirtschaft ans Herz gelegt hat - wie schön. Erschöpft kehre ich in das noble Restaurant ein und nehme entspannt an einem Tisch mit Ausblick auf das Kolosseum platz. Ein netter Ober in einer nicht enden wollenden Schürze lässt nicht lange auf sich warten und überreicht mir zuvorkommend eine in Leder gebundene Speisekarte sowie ein Glas Sprudelwasser. Da sich mein Magen laut knurrend meldet und ein Mittagessen fordert, gebe ich ein schmackhaftes Pizzamenü, bestehend aus mehreren Bruchettis, Pizza mit Meeresfrüchten sowie ein gemischtes Eis mit Schlagsahne in Auftrag. Zudem bitte ich den Kellner, mir keinen Wein, sondern zur Abwechslung ein süffiges Moretti Bier zu kredenzen - schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen. 
13.30 Uhr Während ich mich an dem delikaten Menü labe, blättere ich im Reiseführer und lese, dass das gegenüberliegende Kolosseum in der Frühzeit zu den Aushängeschildern des römischen Reichs zählte und viele Besucher aus allen Teilen Europas in die Stadt lockte. Wenn man vorchristlichen Aufzeichnungen Glauben schenken kann, war es Neros Nachfolger Vespasian, der das sogenannte Marsfeld auswählte, um dort die grösste Freiluftarena aller Zeiten errichten zu lassen. Nach den neuesten Rekonstruktionen der Bauinschriften wurde die Errichtung des Kolosseums aus der stattlichen Beute des jüdischen Krieges und dem sagenumwobenen Schatz aus dem Tempel von Jerusalem finanziert - wie aufregend. Ausserdem gehen renommierte Archäologen davon aus, dass dieses Bauwerk um das Jahr 80 nach Christus mit hunderttägigen Spielen eröffnet wurde, bei denen unzählige Menschen und bis zu 5.000 Wildtiere ihr Leben lassen mussten - wie schrecklich. 
14.15 Uhr Um 35 EUROS erleichtert, setze ich meine Erkundungstour fort und suche zum Abschluss meines Rombesuchs die heilige Basilika "San Pietro in Vincoli" (löblich: St. Peter in Ketten) auf dem Esquilin-Hügel auf. Nachdem ich die Via Cavour überquert und rücksichtslose Rollbrettfahrer zur Ordnung gerufen habe, betrete ich den unscheinbaren Bau und finde im Vorraum eine der wichtigsten Reliquien der katholischen Kirche vor. Beeindruckt betrachte ich zwei verrostete Ketten und lese auf einer Informationstafel, dass es sich hierbei um das Fesselgeschirr handelt, mit dem Petrus einst im "Marmetinischen Kerker" in Eisen gelegt wurde - das ist ja allerhand. 
14.45 Uhr Ferner wartet das Gotteshaus mit dem von Michelangelo geschaffenen Grabmal für Papst Julius II. sowie mit den Statuen der Rachel, der Lea und des Mose auf. Diese Marmorfiguren werden noch heute als wichtigste Werke Michelangelos angesehen und dienten für viele Jahrhunderte als Vorlagen für unzählige Skulpturen anderer Meister. 
15.15 Uhr Ich kehre auf die Strasse zurück und kann gar nicht glauben, welch unbezahlbare Schätze ich gerade bestaunen durfte. Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich keine Sekunde zögern und mich ins antike Rom zurückversetzen. Trotz aller Sehenswürdigkeiten, die die "ewige Stadt" zu bietet hat, beende ich nun meinen Ausflug und kehre zum Hotel zurück. 
16.00 Uhr Nachdem ich mein Gepäckstück in Empfang genommen habe, laufe ich zum Hauptbahnhof Termini hinüber und löse für 11 EUROS eine Fahrkarte zum Flughafen Fiumicino. Da die Eisenbahn erst gegen halb fünf abfährt, statte ich einem kleinen Kaffeehaus einen Besuch ab und verköstige den letzten Schaumkaffee auf italienischem Boden - diesen köstlichen Bohnentrunk muss man einfach probiert haben. Um Edelbert eine kleine Freude zu bereiten, lasse ich mir zu guter Letzt von einer Bedienung ein typisch italienisches Gebäckstück in eine praktische Papiertüte einpacken - Prof. Kuhn wird Augen machen. 
16.30 Uhr Nun heisst es Abschied nehmen. Gutgelaunt besteige ich den "Leonardo da Vinci Express" auf Gleis 23 und nehme in einem Abteil neben einem turtelnden Liebespaar aus Bergamo platz. Während ich aus dem Fenster blicke und die Vorstädte an mir vorbeiziehen lasse, lecken sich die jungen Menschen unentwegt ab und versprechen sich auf italienisch ewige Liebe - darüber kann ich nur lachen. 
17.15 Uhr Nach einer knapp vierzigminütigen Hochgeschwindigkeitsfahrt in Richtung Südwesten treffe ich am Flughafen Fiumicino ein und halten nach dem Schalter der CONDOR im Terminal B Ausschau. Nach wenigen Augenblicken werde ich fündig und habe das Glück, ohne Wartezeit meinen löblichen Delsey Rollkoffer (unlöblich: Trolley) aufgeben zu können. Der italienische Heini am Schalter überreicht mir eine Einsteigekarte für meinen CONDOR Flug mit der Nummer 7373 und sagt, dass man das Flugzeug ab 20.15 Uhr betreten darf - wie schön.
18.00 Uhr Um mir etwas die Zeit zu vertreiben, wandere ich durch das Abfluggebäude und schau mich in den Geschäften um. Leider muss ich feststellen, dass die feilgebotenen Waren hier nicht billiger, sondern noch teurer als in den Läden ausserhalb sind - wie unlöblich. 
18.30 Uhr Laut seufzend lasse ich mich auf einem unbequemen Sessel vor meinem Abflugtor (unlöblich: Gate) nieder und ziehe die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) aus dem Sakko, um meine Untermieterin im Waldweg 11 anzurufen. Die Maid meldet sich erst nach dem vierten Klingeln und gibt zu Protokoll, dass sie gerade eine Pizza verzehrt und der Seifensendung Marienhof frönt - wie unlöblich. Selbstverständlich komme ich sogleich auf den Punkt und mache Sandra klar, dass sie mich heute Abend gefälligst am Flughafen abholen soll - immerhin kann ich mir als Rentner unmöglich ein kostspieliges Taxi leisten.
18.45 Uhr Nachdem ich meiner Untermieterin versprochen habe, ihr sogar ein Geschenk mitzubringen, willigt sie letztendlich ein und verspricht, mich um halb elf in Empfang zu nehmen - wie schön. Knopfdrückend beende ich das Ferngespräch und begeben mich dann schnell in eines der Andenkengeschäfte, um das besagte Präsent für meine Mitbewohnerin zu besorgen.
19.15 Uhr Nach langem Hin und Her habe ich mich endlich entschieden und kaufe ein original Trikot der italienischen Nationalmannschaft zum Wucherpreis von 69 EUROS in Grösse L sowie einen Zuckerlöffel mit ROMA Schriftzug für meine Zugehfrau Frau Mars - da kommt Freude auf.
19.45 Uhr Während ich ungeduldig auf den Abflug warte, bekomme ich langsam Hunger und öffne kurz die Papiertüte mit dem Gebäckstück für Prof. Kuhn. HEUREKA - dieses Backwerk duftet wirklich ganz ausgezeichnet. Nach wenigen Minuten komme ich zu dem Entschluss, dass diese Spezialität morgen ohnehin nicht mehr frisch ist und Edelbert bestimmt keine Freude daran haben würde. Ich beisse beherzt zu und lasse mir die mit Schokoladenkreme gefüllt Kreation zungeschnalzend munden - das tut gut.
20.15 Uhr Endlich ist es soweit und ich kann zusammen mir den anderen Passagieren in das Flugzeug der Marke Luftbus A320 einsteigen. Ich nehme geschwind auf meinem Platz 11A platz und stelle mit Freude fest, dass beide Sitze neben mir leer bleiben - das ist phantastisch.
20.45 Uhr Pünktlich auf die Minute bringt der Flugkapitän den Stahlvogel in die Luft und setzt zu einer Linkskurve an, um Kurs auf die bayerische Landeshauptstadt zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit lehne ich mich entspannt zurück und kann beim Blick aus dem Fenster tatsächlich einen letzten Blick auf die Innenstadt von Rom erhaschen - wie schön.
21.30 Uhr Just als ich mir eine Tasse Kaffee munden lasse, meldet sich der Pilot mit einer Sprechdurchsage zu Wort und gibt zu Protokoll, dass wir bereits um 22.15 Uhr in München landen werden und mit Temperaturen um die 8°C rechnen dürfen - das soll mir auch Recht sein.
22.15 Uhr Nachdem wir bereits über der norditalienischen Stadt Verona in den Sinkflug übergegangen sind, ist es nun soweit und die Maschine setzt problemlos auf der südlichen Landebahn des Franz Josef Strauss Flughafens auf. Während der Kapitän die A320 zielsicher in Richtung Terminal 1 steuert, meldet sich eine Flugbegleiterin zu Wort und wünscht uns einen schönen Abend in München bzw. eine sichere Weiterreise - wie freundlich.
22.30 Uhr Düdeldü - heute geht es ganz besonders geschwind und ich habe das Vergnügen, als erster meinen Koffer vom Gepäckband wuchten zu können. Laut pfeifend schlendere ich an den Zollbeamten vorbei und entdecke auch gleich meine Untermieterin in der Menge der Wartenden - wie schön. Sandra begrüsst mich herzlichst und fordert mich auf, schnell mit hinaus zu kommen, weil ihr JEEP im Halteverbot steht - das ist wieder einmal typisch. Ich folge dem Kind zum Wagen und fordere es laut gähnend auf, mich schnell, aber sicher nach Hause zu bringen.
23.00 Uhr Daheim im Waldweg betreten wir meine schmucke Villa und werden von meinen beiden Katzen laut schnurrend begrüsst - wie schön. Als kleines Dankeschön fürs Abholen überreiche ich Sandra das blaue Fussballtrikot und gebe ihr zu verstehen, dass dieses Teil nicht gerade billig war. Meine Mitbewohnerin ist begeistert und meint, dass sie das schöne Stück in Ehren halten und gleich am Sonntag in der Sportsbar anziehen wird.
23.30 Uhr Weil ich keine Lust mehr habe, meinen Koffer auszupacken, schenke ich mir noch schnell ein Gläschen Coca Cola ein und lasse es mir im Stehen schmecken. Nachdem ich sämtliche Fenster und Türen sicher verriegelt habe, gehe ich zufrieden ins Bett und schlafe auch schon bald ein. Gute Nacht.