30. Oktober 2013 – Día de los Muertos

pfaffenbergkl

07.45 Uhr Just als ich mich im Traum an den Cancún Beach (löblich: Cancun Strand) versetzt sehe, wird die himmlische Ruhe durch lautes Gepolter unterbrochen. Mit Hund Dixon im Schlepptau eile ich in die gute Stube und werde Zeuge, wie sich meine Zugehfrau an der Kaffeemaschine zu schaffen macht. Frau Gomez wünscht mir einen guten Morgen und sagt, dass sie heute etwas früher mit der Arbeit beginnen wird. Ich fühle der Perle auf den Zahn und bringe heraus, dass sie bis zum Abend nicht nur meine Villa, sondern auch noch drei luxuriöse Stadtwohnungen auf Vordermann bringen muss – das soll mir Recht sein.
08.15 Uhr Während mein Haustier Frau Gomez auf Schritt und Tritt folgt, gehe ich auf die Terrasse und führe bei angenehmen Temperaturen den Frühsport durch. Darüber hinaus winke ich meiner Nachbarin zu und lasse sie wissen, dass ich bald zum PUBLIX Supermarkt fahren werde. Frau Pontecorvo wird sogleich hellhörig und entgegnet, dass sie ihr Auto zur Inspektion bringen muss. Ich überlege nicht lange und biete meiner Bekannten an, sie von der Werkstatt abzuholen.
08.45 Uhr Bevor wir losfahren, läute ich den Morgen mit einem Wirbelbad sowie einem prima Frühstück ein. Bei dieser Gelegenheit plaudere ich mit Frau Gomez und erkundige mich, ob sie morgen Halloween feiert. Die fleissige Putzfrau bekreuzigt sich und antwortet, dass sie keine heidnischen Feste feiert. Stattdessen kommt die Gute auf den „Día de los Muertos“ (löblich: Tag der Toten) Feiertag am 2. November zu sprechen und meint, dass sie ihrer verstorbenen Verwandten gedenken und einen farbenprächtigen „Ofrendas“ (löblich: Gabentisch) aufbauen wird. Ich winke ab und ziehe es vor, die wichtigste Mahlzeit des Tages zu beenden.

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Die Mexikaner feiern Día de los Muertos / Bild: Thelmadatter

10.00 Uhr Anschliessend klingle ich an Frau Pontecorvos Villa und fordere die Dame auf, in die Gänge zu kommen. Meine Nachbarin folgt mir augenblicklich nach draussen und sagt, dass wir zuerst die „Tamiami Ford“ Vertretung an der Airport Pulling Road ansteuern und anschliessend zum Einkaufen fahren könnten – wie schön.
10.30 Uhr Nach einer kurzweiligen Reise, erreichen wir endlich unser Ziel. Frau Pontecorvo hüpft freudig aus ihrem schicken FORD MUSTANG und animiert einen ölverschmierten Handlanger, einen Ölwechsel durchzuführen und ausserdem die Reifen zu überprüfen.
11.00 Uhr Danach steigt die Frau bei mir zu und ich mache mich daran, den Supermarkt meines Vertrauens am Naples Plaza anzusteuern. Nebenbei frönen wir dem Qualitätsradioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und lernen, dass Gesangsstern Willie Nelson (80) ein Duettalbum mit namhaften Sängerinnen wie Dolly Parton, Carrie Underwood und Loretta Lynn eingespielt hat – wie aufregend.

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Willie Nelson – To All The Girls …

11.30 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten finden wir uns im klimatisierten PUBLIX Markt wieder und laden allerhand Waren in den Einkaufswagen. Weil Morgen bekanntlich Halloween gefeiert wird, verweile ich etwas länger in der Süssigkeitenabteilung und entschliesse mich, neben lustigen Zuckerstangen auch Bubblicious Cola Kaugummi, Hershey’s Schokolade, Hot Tamales Zimtbonbons sowie vitaminreiche Jelly Belly Orangendrops in den Wagen zu verfrachten. Frau Pontecorvo straft mich mit bösen Blicken und unkt, dass die Kinder einen Zuckerschock erleiden werden – papperlapapp.
12.45 Uhr Nach dem Bezahlvorgang schleppen wir die Einkaufstüten zum Auto und kehren kurzerhand in die benachbarten „ChickeNSour“ (löblich: Hühnchen Sauer) Chinagaststätte ein. Ein lächelnder Kellner mit Schlitzaugen führt uns an einen Fenstertisch mit Ausblick und legt uns nahe, das Tagesgericht zu wählen. Ich mustere den Asiaten skeptisch und frage nach, ob er uns eine frittierte Katze vorsetzen wird. Der Knecht schüttelt entschieden den Kopf und beteuert, dass im „ChickeNSour“ ausschliesslich Huhn in die Pfanne kommt.
13.30 Uhr Letztendlich bestellen wir doch und ordern „Lemon Chicken“ (löblich: Limonen Huhn) mit Reis und Gemüse – schmeckt gar nicht schlecht. Auch Frau Pontecorvo ist vom Essen sichtlich angetan und sagt, dass sie in der übernächsten Woche ihre Freundinnen in dieses Gasthaus einladen wird.
14.30 Uhr Nachdem wir die Rechnung beglichen haben, rasen wir zügig nach Hause. Ich seufze laut und erkläre meiner Begleiterin, dass ich sehr müde bin und am Nachmittag keinen Finger rühren werde.
14.45 Uhr Im Willoughby Drive angekommen, schleppe ich die Tüten ins Haus und sortiere die Lebensmittel ordnungsgemäss in den Kühlschrank ein. Anschliessend falle ich gähnend aufs Kanapee und döse schnell ein.
16.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und nutze die Nachmittagsstunden, um an die Leine zu gehen. Zuerst studiere ich Hilferufe besorgter Erziehungsberechtigter und helfe verzweifelten Eltern bei schwerwiegenden Problemen. Darüber hinaus sehe ich mich auf Amazon.com um und lade sämtliche Lieder des neuerschienenen Willie Nelson Albums „To All the Girls …“ (löblich: Für alle Mädchen …) herunter.
17.00 Uhr Nachdem ich mir etliche Kompositionen angehört habe, mache ich mich in der Küche nützlich und erwärme eine Portion tiefgefrorenen Spinat. Dazu gibt es Rühreier und Bratkartoffeln – wie gut das duftet.

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Lustige Bratkartoffeln

17.45 Uhr Nach der reichhaltigen Mahlzeit fülle ich gesundes Royal Canin Futter in Dixons Napf und mache es mir zur Aufgabe, das schmutze Geschirr in die Spülmaschine zu laden – Ordnung und Sauberkeit sind mir sehr wichtig.
18.30 Uhr Ein anstrengender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Ich schleppe mich mit letzter Kraft ins Wohnzimmer und schalte den neumodernen Farbfernseher ein.

http://www.youtube.com/watch?v=-IOzx3WJtkU

19.00 Uhr Nach den FOX Nachrichten wähle ich HBO aus und lasse die Seele beim Spionagefilm „Austin Powers: The Spy Who Shagged Me“ (auf Deutsch: Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung) baumeln. Ich komme aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und gebe Dixon zu verstehen, dass dieser Klamauk kaum zu ertragen ist – wo soll das noch hinführen.
21.00 Uhr Nach zwei Stunden beende ich den Fernsehabend und führe das Haustier noch einmal durch den Garten. Danach lösche ich das Licht und lege mich ins Bett. Gute Nacht.

2. April 2013 – In einer Woche geht’s los – Great Smoky Mountains, wir kommen

pfaffenbergkl

07.30 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und bemerke, dass mir die gestrige Wanderung durch den Botanischen Garten immer noch in den Knochen steckt. Mit leichten Rückenschmerzen rolle ich mich aus dem Bett und erkläre Dixon, dass der anstehende Ausflug in die Great Smoky Mountains bestimmt kein Zuckerschlecken werden wird.
08.00 Uhr Während ich mich bei einem Wirbelbad entspanne, rufe ich Edelbert an und erzähle, dass ich einen Muskelkater habe und mich kaum bewegen kann. Ferner gebe ich zu Protokoll, dass es keine gute Idee ist, in der kommenden Woche einen Teil des Appalachian Trails abzulaufen. Der Professor will nicht hören und entgegnet, dass es kein Zurück gibt. Darüber hinaus mutmasst der schlaue Mann, dass wir uns in der Wildnis bestens zu Recht finden und die 200 Kilometer innerhalb einer Woche stemmen werden – wie unlöblich.
09.00 Uhr Nach dem Badevergnügen lasse ich mich auf der Terrasse nieder und verzehre ein prima Frühstück. Leider wird die Ruhe bald durch lautes Gehupe unterbrochen. Ich renne wildgestikulierend auf die Strasse und werde Zeuge, wie Edelbert aus seinem JEEP hüpft und die komplette Wanderausrüstung in die Villa schleppt. Als ich nach dem Rechten frage, erhebt der gute Mann den Zeigefinger und unterbreitet, dass wir den Zeltaufbau üben sollten – papperlapapp.

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Die Great Smoky Mountains

09.45 Uhr Während der Professor plappert und mit einer Stabtaschenlampe vor meiner Nase herumfuchtelt, fülle ich mein Kaffeehaferl mit Bohnentrunk auf und erfahre, dass wir in sechs Tagen nach Robbinsville, NC krusen werden. Mein Tischnachbar ist bestens informiert und fährt fort, dass wir am Morgen des 10. Aprils die Rucksäcke schultern und zu Fuss die Grenze nach Tennessee überqueren werden. Ich seufze laut und denke daran, wie schön es doch wäre, die Wanderung kurzerhand abzusagen und stattdessen nach Puerto Rico zu fliegen.
10.30 Uhr Im weiteren Verlauf der Unterredung lerne ich, dass wir am übernächsten Sonntag den 2.000 Meter hohen Clingmans Dome besteigen und einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Wälder erhaschen werden – jaja.
11.00 Uhr Just als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 11 zeigt, kommt Edelbert auf die Übernachtungsmöglichkeiten zu sprechen und meint, dass wir die Nächte in romantisch gelegenen Holzhütten verbringen werden. Edelbert schwärmt in den höchsten Tönen und erörtert, dass wir vitaminreiche Hamburger über dem Lagerfeuer zubereiten und in den wolkenlosen Nachthimmel spähen werden.
11.30 Uhr Nun wird es mir zu bunt. Da mein Magen knurrt und nach einer Brotzeit verlangt, hüpfe ich vom Liegestuhl und mache es mir zur Aufgabe, zwei Tiefkühlpizzas aus dem Hause TOMBSTONE aufzubacken.

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Wir essen Pizza

12.15 Uhr Kurz nach dem Mittagsläuten serviere ich die Jause und kredenze bayerisches Weissbier. Edelbert löscht seinen Durst mit einem kräftigen Schluck und erinnert, dass wir während unserer Wanderung frisches Quellwasser trinken werden – gleich platzt mir der Kragen.
13.00 Uhr Nachdem ich Edelbert verabschiedet habe, breche ich zu einem kleinen Spaziergang auf. Ich schlendere mit dem Vierbeiner an meiner Seite durchs Wohngebiet und pfeife die Melodie von der launischen Forelle.
13.45 Uhr Auf dem Rückweg komme ich am Nachbarhaus vorbei und treffe Herrn Jeffrey Connor, der gerade damit beschäftigt ist, die Zündkerzen seines Motorrads zu wechseln. Der Langhaarige wünscht mir einen schönen Tag und erkundigt sich, warum ich so griesgrämig dreinschaue. Ich klage dem Rocker mein Leid und erwähne, dass ich in der nächsten Wochen der Zivilisation den Rücken kehren werde. Herr Jeffrey ist begeistert und antwortet, dass ich den Ausflug in die Great Smoky Mountains so schnell nicht vergessen werde.
14.15 Uhr Der Heini lotst mich zuvorkommend in die Garage und nimmt sich das Recht heraus, ein kühles Budweiser zu spendieren. Nebenher berichtet Herr Jeffrey von seiner Appalachian Trail Wanderung und macht mich auf den Umstand aufmerksam, dass er entlang des Weges unzählige Freundschaften geknüpft hat.
15.15 Uhr Nach der dritten Hopfenkaltschale lüfte ich meine NY YANKEES Kappe und laufe nach Hause, um mich im Wohnzimmer zur Ruhe zu betten. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meinem spannenden Mexikourlaub im vergangenen Jahr – das war eine Gaudi.
16.15 Uhr Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und nehme spornstreichs am Heimrechner Platz. Kaffeetrinkend rufe ich Depeschen besorgter Heimseitenbesucher ab und sehe mich genötigt, den Hilferuf einer Rentnerin (79) aus Aschaffenburg zu beantworten. Frau K. schreibt, dass ihr Enkel Wolfgang (18) seit Kurzem mit einer 26jährigen Theaterschauspielerin liiert ist. Ich schlage die Hände über dem Kopf zusammen und mache der alten Schachtel klar, dass sie gegen diese Verbindung vorgehen muss. Immerhin ist es kein Geheimnis, dass Schauspieler regelmässig Drogen konsumieren und der freien Liebe frönen.
17.00 Uhr Zu guter Letzt überfliege ich die Einträge im Gästebuch und ärgere mich, weil schon wieder unterbelichtete PISA Absolventen den Weg auf meine löbliche Internetzpräsenz gefunden haben.
17.30 Uhr Nachdem alles abgearbeitet ist, verabschiede ich mich in den wohlverdienten Feierabend. Ich mache mich in der Küche nützlich und richte eine kalte Wurst- und Käseplatte an. Danach beisse ich kraftvoll zu und öle meine ausgetrocknete Kehle mit einem weiteren Bier – das schmeckt.
18.15 Uhr Wenig später klingelt das Telefon und ich habe Frau Pontecorvos am Rohr. Meine Nachbarin begrüsst mich überschwänglich und kündigt an, erst Morgen aus Jacksonville zurück zu kommen. Ich zucke mit den Schultern und rate der Perle, grösste Vorsicht walten zu lassen und die Höchstgeschwindigkeit auf der Interstate 75 zu beachten. Anschliessend lege ich auf und gebe mich den Abendnachrichten auf FOX hin.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf den Bezahlsender HBO und fröne dem Spielfilm „Project X“, der von einer ausufernden Feier jugendlicher Rabauken erzählt. Ich mache grosse Augen und komme zu dem Schluss, dass man der jungen Generation nicht mehr über den Weg trauen kann – wo soll das noch hinführen.
21.00 Uhr Nach 120 Minuten beende ich den Fernsehabend und begleite den Rüden in den Garten hinaus. Im Anschluss reguliere ich die Klimaanlage und gehe zu Bett. Gute Nacht.

Ich schaue mir den Film „Project X“ an – wie unlöblich:

http://www.youtube.com/watch?v=356fvRB7kEg

25. Januar 2013 – Wir planen eine prima Abschiedsfeier

pfaffenbergkl

07.30 Uhr Ein neuer Tag im Sonnenscheinstaat beginnt und ich fühle mich blendend. Wie es sich für einen rüstigen Senior gehört, rolle ich mich schwungvoll aus dem Wasserbett und führe auf der Terrasse die Morgengymnastik durch. Zu meiner Freude winkt mir Frau Pontecorvo zu und bringt einen Ausflug zu Julies Restaurant ins Spiel. Ich nicke eifrig und verspreche, in 90 Minuten abfahrbereit zu sein.
08.00 Uhr Während Dixon im Garten bleibt, verabschiede ich mich ins Badezimmer und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Nebenbei lausche ich dem Radioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) und bringe in Erfahrung, dass Gesangsstern Gary Allan vor drei Tagen sein 9. Studioalbum veröffentlicht hat. Ich schnalze mit der Zunge und zögere nicht, das Badevergnügen zu beenden und am Schreibtisch Platz zu nehmen. Mit flinken Fingern navigiere ich durch das Amazon Empe 3 Angebot und brenne die zwölf brandneuen Stücke auf eine Kompaktscheibe – da kommt Freude auf.
09.15 Uhr Mit wenigen Minuten Verspätung klingle ich am Eigenheim meiner Nachbarin und rufe sie auf, endlich in die Gänge zu kommen. Frau Pontecorvo lässt sich nicht zweimal bitten und behauptet, dass sie mittlerweile meine Verwandten angerufen und sie ebenfalls in Julies Restaurant eingeladen hat – das ist phantastisch.
09.45 Uhr Kurz vor dem Zehnuhrläuten treffen wir im Gasthaus unseres Vertrauens ein. Wir leisten Georg und Maria Gesellschaft und ordern bei Bedienung Peggy vitaminreiche Frühstücke. Nebenbei tratschen wir mit meinen Verwandten und vernehmen, dass die zwei morgen eine Abschiedsfeier im Lowbank Drive planen. Mein Bruder überschlägt sich vor Freude und kündigt an, Herrn Wongler, Herrn Wang samt Tochter, Motelmitarbeiterin Jenna, Herrn Avanzatti und Familie Porello einladen zu wollen. Ich mache grosse Augen und biete Georg an, meine Grillkünste unter Beweis zu stellen. Maria ist begeistert und meint, dass ich meinen Bruder heute zu „Bob’s Liquor Store“ begleiten muss.
10.45 Uhr Nach der Mahlzeit händige ich Frau Pontecorvo den Autoschlüssel aus und bitte sie, Maria in den Lowbank Drive zu kutschieren. Anschliessend scheuche ich Dixon zu Georgs JEEP und animiere meinen Bruder, die Reifen rauchen zu lassen. Der gute Mann nickt eifrig und prescht hupend davon.
11.15 Uhr Herr Bob begrüsst uns freundlich und lotet aus, ob unser Biervorrat zur Neige gegangen ist. Georg winkt ab und sagt, dass er morgen Abend ein lustiges Barbecue (löblich: Grillfeier) veranstalten wird und Unmengen an Wein, Sekt und diversen anderen alkoholischen Getränken benötigen.
12.00 Uhr Nachdem wir neben 6 Flaschen Cristal Schaumwein auch eine Kiste kalifornischen Weisswein sowie fünf Sechserpacks Budweiser in den Kofferraum verladen haben, krusen wir zügig in Richtung Lowbank Drive weiter.
12.30 Uhr Im Feriendomizil angekommen, stellen wir fest, dass Maria Frau Pontecorvo zum Mittagessen eingeladen hat. Da unsere Mägen knurren, setzen wir uns dazu und lassen uns italienische Langnudeln mit Pesto schmecken.
13.15 Uhr Während die Frauen den Abwasch erledigen, geniesse ich das sonnige Wetter auf der Terrasse. Ich lehne mich zufrieden zurück und döse bald ein, um von meiner anstehenden Reise nach Kanada zu träumen.
14.15 Uhr Mein Bruder weckt mich und sagt, dass ich die selbstzubereiteten Muffins probieren muss. Ich hüpfe ruckzuck von der Liege und öle meine ausgetrocknete Kehle mit brühfrischem Kaffee. Nebenher erfahre ich, dass Frau Pontecorvo gestern eine Ansichtskarte aus San Jose erhalten hat. Die Gute bedankt sich und sagt, dass ich ihr am Wochenende unbedingt die Photografien zeigen muss, die ich in Puerto Rico geknipst habe.
15.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 3 deutet, leere ich die Kaffeetasse und gebe zu Protokoll, dass ich nun nach Hause fahren werde. Winkend lotse ich Frau Pontecorvo und Hund Dixon zum KFZ und trete zu prima Gary Allan Klängen die Heimfahrt an.

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Gary Allan – Set You Free

15.45 Uhr Zurück in der kleinen Villa, schalte ich den Heimrechner ein und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Ich rufe Depeschen besorgter Erziehungsberechtigter ab und bemerke, dass es die verlotterte Jugend derzeit besonders bunt treibt. HEUREKA – wo soll das noch hinführen.
16.30 Uhr Nachdem ich die Botschaften im Gästebuch überflogen habe, gehe ich von der Leine und unternehme mit dem Vierbeiner einen Spaziergang. Wir folgen der Lakeland Avenue nach Norden und werden bald auf die Nachbarskinder Emily (8) und Francis (12) aufmerksam, die mit ihren Rollbrettern (unlöblich: Skateboards) Kunststücke vorführen. Um schlimmeres Unheil abzuwenden, erhebe ich den Zeigefinger und rate den Zwergen, nach Hause zu gehen und für die Schule zu lernen.
17.15 Uhr Völlig verschwitzt stosse ich die Pforte zur Villa auf und fülle Dixons Napf mit gesundem Trockenfutter auf. Danach gebe ich tiefgefrorene Bratkartoffeln in eine Pfanne und bereite mir eine Brotzeit zu – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Nach dem Abendessen strecke ich in der guten Stube die Beine aus und gebe mich dem Abendprogramm von FOX hin. Unter anderem schaue ich mir die Nachrichten an und lerne, dass vor neun Jahren eine NASA Raumsonde auf dem Mars gelandet ist und Bilder zur Erde gesendet hat.
19.00 Uhr Redlichst informiert schalte ich auf HBO um und entspanne mich bei der Hollywoodproduktion „Dolphin Tale“ (auf deutsch: Mein Freund der Delfin). Während das Bier in Strömen fliesst, tauche ich in das Leben des jungen Sawyer ein, der am Strand von Clearwater, FL einen verletzten Delphin entdeckt. Der Bube kümmert sich liebevoll um das Tier und gewinnt einen Freund fürs Leben – wie schön.
21.00 Uhr Ein wunderschöner Fernsehabend geht zu Ende und ich reguliere die Klimaanlage. Anschliessend streiche ich Dixon über den Kopf und lege mich schlafen. Gute Nacht.

21. Januar 2013 – Martin Luther King Jr.’s Day

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimseitenbesucher,

aufgrund des heutigen Feiertags – dem Martin Luther King jr. Day – ist es mir eine Ehre, aus dem spannenden Leben des Baptistenpastors und Bürgerrechtlers zu erzählen. Herr King wurde vorgestern vor 82 Jahren in Atlanta, Georgia geboren und trat schon in frühester Jugend als Kämpfer gegen soziale Unterdrückung in Erscheinung. Er propagierte den sogenannten „Zivilen Ungehorsam“ und rief die schwarze Bevölkerung auf, friedlich gegen die vorherrschende Rassentrennung vorzugehen.
Die „Civil Rights Movement“ (löblich: Bürgerrechtsbewegung) entwickelte sich bald zu einer Massenbewegung und brachte ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft.

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Herrn Martin Luther King jr. war es zu verdanken, dass Schwarze in Gaststätten einkehren und ein schmackhaftes Mittagessen verzehren konnten. Kurz nach der Ermordung des beliebten Präsidenten John Fitzgerald Kennedy sorgte dessen Nachfolger, Lyndon B. Johnson, dafür, die Bürgerrechte der schwarzen Bevölkerung anzuerkennen und die Rassentrennung mit sofortiger Wirkung aufzuheben. Martin Luther King wurde für sein Wirken im Jahre 1964 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Leider wurde der Politiker vier Jahre später bei einer Rede auf dem Balkon des „Lorraine Motels“ in Memphis, TN niedergeschossen.

Zu seinen Ehren wurde erstmals am 20. Januar 1986 ein Gedenktag in wenigen Bundesstaaten begangen. Seit dem Jahr 2000 ist der „Martin Luther King jr. Day“ ein landesweiter Feiertag, der jährlich am dritten Montag am Januar gefeiert wird. Traditionell versammeln sich Mitglieder der Gewerkschaften und Sozialkassen in den amerikanischen Innenstädten, um dort zu feiern. Ausserdem finden in vielen Gemeindesälen Ausstellungen zur Bürgerrechtsbewegung statt – wie aufregend.

Ferner möchte ich Ihnen mitteilen, dass mein Puerto Rico Urlaub gestern zu Ende gegangen ist. Wir sind am späten Abend wohlbehalten in Miami gelandet. Nach einer zweistündigen Autofahrt traf ich kurz nach Mitternacht in Naples ein und konnte endlich ins Bett gehen. HEUREKA – diesen Stress hält nicht einmal der stärkste Rentner aus.

Ich wünsche ihnen einen gesegneten Feiertag
Reinhard Pfaffenberg

20. Januar 2013 – Sandra Corte besucht mit ihren Eltern die bayerische Landeshauptstadt

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Hallo Leute,

weil das Pensionszimmer von Herrn Löschnik belegt ist, mussten meine Eltern die Nacht bei Simone im Nachbarhaus verbringen. Mein Vater war schon ganz früh auf den Beinen und hat in der Bäckerei Semmeln geholt. Ausserdem hat er Simones und meine Einfahrt vom Schnee befreit und die Haustürscharniere geölt 🙂

Nach dem Frühstück sind wir dann mit dem Auto nach München gefahren.
Meine Eltern wollten unbedingt die Maximilianstrasse, Ludwigstrasse und die Prinzregentenstrasse besuchen. Ausserdem musste meine Mutter die St. Georgs Kirche und den Bogenhausener Friedhof mit seinen vielen Promigräbern (unter anderem Bernd Eichinger, Rainer Werner Fassbinder, Liesl Karlstadt, Siegfried Lowitz und Walter Sedlmayr) erkunden.

Danach ging’s ins überfüllte Hofbräuhaus zum Schweinebratenessen. Natürlich hab‘ ich kein Fleisch bestellt, sondern mir ein Emmentaler Schnitzel mit Preisselbeeren und Salat schmecken lassen. Das Gericht kostete 7,90 € und hat sehr lecker geschmeckt.

Meine Eltern waren von der alten Bausubstantz in der Münchner Innenstadt begeistert. Jetzt sind die zwei aber müde und sitzen bei Kaffee und Kuchen im Wohnzimmer. Bärbel ist auch da und muss meinen Eltern viele Fragen bezüglich ihrer Arbeit bei der Süddeutschen Zeitung und dem Zweitjob beim Malteser Hilfsdienst beantwortet :-/

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Mit Reinhard habe ich auch schon gesprochen. Er hat mich aus San Juan angerufen und mir von seinen gestrigen Erlebnissen in Ponce erzählt. Am Abend fliegt er nach Miami zurück und will sich in der kommenden Woche von den stressigen Tagen in Puerto Rico entspannen.  🙂

Mehr gibt es nicht zu berichten.
Ich wünsche euch allen eine supertolle Woche.
Sandra