22. Mai 2018 – Das weltgrösse Bierfest hat seine Reize verloren

08.00 Uhr Ich werde durch ohrenbetäubendes Telefonläuten geweckt. Zu allem Überfluss meldet sich Edelbert in der Leitung und lädt mich ein, ihm beim Frühstück Gesellschaft zu leisten. Als ich mir den Schlaf aus den Augen reibe, erfahre ich von meinem Bekannten, dass wir uns gegen halb Elf im “Bistro 821” treffen sollten. Ich zucke mit den Schultern und entgegne, dass ich pünktlich vor Ort sein werde.
08.15 Uhr Nach dem Telefonat werfe ich mir den Bademantel über und lasse es mir nicht nehmen, bei Frau Pontecorvo vorstellig zu werden und nachzufragen, ob sie mich begleiten möchte. Meine Nachbarin ist hellauf begeistert und beteuert, dass wir um 10 Uhr losfahren sollten – jaja.
09.00 Uhr Schlussendlich absolviere ich die Morgengymnastik an der frischen Luft und nehme mir das Recht heraus, einen kreischenden Pelikan von meinem Grundstück zu scheuchen. Anschliessend lasse ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln und wasche mich ordentlich heraus – da kommt Freude auf.


Eine fliegende Ratte

09.45 Uhr Nach Rosenblüten duftend, scheuche ich den Vierbeiner zum Chevrolet und freue mich, auch die Perle von Nebenan per Handkuss begrüssen zu können. Wie es sich gehört, helfe ich den Vierbeiner auf die Ladefläche und vergesse auch nicht, meiner Begleiterin die Beifahrertüre zu öffnen. Danach lasse ich den Wählhebel der Automatikschaltung in der “D” Stellung einrasten und brettere ruckzuck in Richtung Stadtmitte davon.
10.30 Uhr Pünktlich auf die Minute betreten wir das Familienrestaurant an der 5th Avenue und nehmen an Prof. Kuhns Tisch an der Glasfassade platz. Der schlaue Mann legt beste Laune an den Tag und winkt einen schneidigen Kellner herbei, um zwei weitere Frühstücke mit Kaffee und O-Saft zu ordern – wie aufregend.
11.00 Uhr Als ich mich über die Jause hermache, erzählt Frau Pontecorvo von ihrem gestrigen Ausflug nach Fort Myers und rechnet vor, dass sie ein kleines Vermögen im “Miromar Outlet Store” (löblich: Miromar Auslassgeschäft) gelassen hat. Unter anderem vernehme ich, dass sich die kleine Frau einen hellblauen Body (löblich: Körperanzug) für knapp 200 Dollars geleistet hat. Ich werfe Edelbert skeptische Blicke zu und merke an, dass ich mir solch kostspieligen Klamotten kaum leisten kann – immerhin habe ich keinen Goldesel im Vorgarten stehen.
11.30 Uhr Nach der Mahlzeit kehren wir zu den Autos zurück und kommen überein, dass wir nun zum Strand krusen und Dixon etwas Auslauf bescheren sollten. Ich reibe mir die Hände und klemme mich ruckzuck hinters Lenkrad des PS-strotzenden SUVs. Edelbert tut es mir gleich und gleitet hupend vom Kundenparkplatz.


Ich blicke auf den blauen Golf

12.15 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, stellen wir die Autos auf einem gebührenpflichtigen Stellplatz in Strandnähe ab und nehmen Dixon an die Leine. Im Anschluss streben wir tratschend zum azurblauen Ozean und zögern nicht, aus den Schuhen zu schlüpfen und unsere Füsse im kühlen Nass zu baden.
13.00 Uhr Während der Wanderung entlang des Golfs kommt Edelbert auf das Oktoberfest zu sprechen und meint, dass es ein Vergnügen wäre, Ende September nach Deutschland auszufliegen. Ich winke demonstrativ ab und stelle klar, dass das weltgrösste Bierfest längst seinen Reiz verloren hat. Um meinen Aussagen Nachdruck zu verleihen, verweise ich auf die Probleme in unserer alten Heimat und lege anschaulich dar, dass die staatlichen Organe angesichts drohender Terroranschläge genötigt sind, die Theresienwiese im Herzen Münchens hermetisch abzuriegeln – wo soll das noch hinführen.


Das Oktoberfest bei Nacht

13.45 Uhr Weil der Vierbeiner unentwegt hechelt, schlendern wir kurzerhand ins “Vanderbilt Beach Resort” und genehmigen uns an der “Poolbar” süffiges Budweiser. Da auch das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, nehme ich die Tageskarte zur Hand und bestelle drei Cheeseburger with Fries (löblich: Käseburger mit Kartoffelstäben). Darüber hinaus plaudern wir angeregt über den anstehenden Floridaurlaub meiner Verwandten und ich verrate, dass Georg und Maria womöglich bereits in der kommenden Woche im Rentnerparadies eintreffen werden. Frau Pontecorvo wird augenblicklich hellhörig und sagt, dass wir die lieben Leute mit einer Willkommensfeier überraschen sollten – das ist gar keine schlechte Idee.
14.45 Uhr Nach einer Stunde spüle ich meinen Hals mit einem letzten Schluck Hopfensaft durch und bemerke, dass wir langsam die Heimfahrt antreten sollten. Meine Nachbarin gibt mir Recht und unterbreitet, dass sie am Abend eine Freundin im Lichtspielhaus treffen wird – das soll mir auch Recht sein.
15.30 Uhr Nachdem ich mich von Edelbert verabschiedet habe, bringe ich Frau Pontecorvo sicher nach Hause und wünsche ihr einen angenehmen Abend. Anschliessend stosse ich die Haustüre auf und falle gähnend aufs Kanapee. Im Handumdrehen döse ich ein und sehe mich im Traum nach San Franzisko versetzt.


Fisherman’s Wharf, San Francisco, CA

16.30 Uhr Nach der Pause sehe ich im Garten nach dem Rechten und stelle mit grosser Sorge fest, dass die Wiese hinter meinem Zuhause braune Stellen aufweist. Da es seit einigen Tagen nicht mehr geregnet hat, nehme ich den Rasensprenger in Betrieb und mache es mir ausserdem zur Aufgabe, abgefallene Palmwedel aufzusammeln.
17.15 Uhr Fix und foxi kehre ich in die klimatisierte Stube zurück und koche Tortellini auf. Zudem schütte ich eine fertige Tomatensauce aus dem Glas in einen Kochtopf und verfeinere die Pampe mit Petersilie aus eigenem Anbau.
18.00 Uhr Nach den exquisiten Gaumenfreuden sorge ich in die Küche für Ordnung und lasse dann den langen Tag vor der Glotze ausklingen. Wie es sich gehört, fröne ich den FOX Nachrichten und informiere mich über die tagesaktuellen Geschehnisse in der Welt.
19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechsle ich auf HBO und gebe mich dem Filmklassiker “Die üblichen Verdächtigen” aus dem Jahre 1995 hin. Der Lichtspielhauserfolg von Bryan Singer erzählt aus dem Leben eines unterbelichteten Kleinkriminellen, der sich in einem Polizeibüro einem Verhör stellen muss – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Nach 100minütigem Hochgenuss beende ich den Fernsehabend und unternehme mit Hund Dixon einen letzten Rundgang durch den Garten. Zu guter Letzt lösche ich sämtliche Lichter und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.

14. und 15. April 2018 – Herr Löschnik ist zurück

Hi Leute,

Herr Löschnik von VORWERK hat sich nach langer Zeit gemeldet und das Gästezimmer für die kommende und übernächste Woche gebucht. Während des Telefonats hat der Kölner erzählt, dass er zum Jahresende einen Bandscheibenvorfall hatte und mehrere Monate nicht arbeiten konnte. Nun geht es meinem Lieblingsgast aber wieder gut und er wird vom 17. bis zum 26. April einen Einführungskurs für angehende Staubsaugervertreter in Freising leiten 🙂


Die Pension Waldblick

Übrigens trudeln jetzt schon die ersten Vorbestellungen für die Oktoberfestzeit ein. Ich denke, dass auch in diesem Jahr die “Pension Waldblick” während des weltgrössten Volksfestes restlos ausgebucht sein wird.

Derzeit bin ich damit beschäftigt, den Garten auf Vordermann zu bringen. Ihr glaubt ja gar nicht, wie anstrengend und zeitraubend das ist. Die Hecke hinter dem Haus muss schliesslich zwei Mal im Jahr gestutzt werden. Ausserdem war es nötig, etliche Äste vom Birnbaum abzusägen, neuen Rasensamen auszubringen und die Kletterrosen an der Vorderfassade zu schneiden. Nur gut, dass ich Hilfe hatte. Felix Rudolph von nebenan war so freundlich, mich bei der Arbeit tatkräftig zu unterstützen.

Heute Abend gehe ich übrigens ins Kino und werde mir das preisgekrönte Drama “The Florida Project” anschauen. Die sechste Regiearbeit von Sean Baker handelt von der kleinen Moonee, die gemeinsam mit ihrer Mutter in einem billigen Hotel vor den Toren Orlandos lebt.

Okay, jetzt wünsche ich euch chillige Tage und würde mich freuen, wenn wir uns am kommenden Wochenende wieder lesen könnten.

Eure Sandra

23. und 24. September 2017 – Auf der Wiesn steppt der Bär

Hi Fans,

auf dem Oktoberfest steppt noch immer der Bär.
Aber mich interessiert das grösste Volksfest der Welt kaum. Ich war während der Woche zur Mittagszeit auf der Wiesn und habe mir im Kreise einiger Kollegen einen Radler sowie eine Portion Emmentaler Käse gegönnt. Obwohl es kühl und regnerisch war, fiel es uns nicht leicht, drei Plätze in der Augustiner Festhalle zu ergattern. Ausserdem war es im Zelt unangenehm stickig und viel zu laut.


Das Münchner Oktoberfest / Bild: Asiano / CC BY-SA 3.0

Nur gut, dass ich bereits am kommenden Sonntag nach Florida fliegen werde!
Ich freue mich riesig auf den Urlaub und hoffe auf wunderschönes Wetter. Reinhard ist auch schon ganz aus dem Häuschen und hat mich beauftragt, zwei Flaschen bayerischen Bauernobstler, vier Pfund Dallmayr Kaffee sowie echten Händlmaier mitzubringen. Der Bitte komme ich natürlich sehr gerne nach. Immerhin muss er mich bis zum 18. Oktober in seiner “kleinen Villa unter Palmen” beherbergen.

Übrigens gehe ich heute noch ins Kino und werde mir die neue Filmumsetzung des Stephen King Romans “Es” anschauen. Ich habe als junges Mädchen die Geschichte rund um die sieben Hauptfiguren Bill Denbrough, Mike Hanlon, Ben Hanscom, Beverly Marsh, Stan Uris, Richie Tozier und Eddie Kaspbrak mit grossem Eifer verschlungen und natürlich auch den tollen Fernsehfilm aus dem Jahre 1990 gesehen. Nun bin ich gespannt, ob es Andrés Muschietti gelungen ist, den Horror einzufangen, der sich in der Kleinstadt Derry breitmacht.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende
Eure Sandra

16. und 17. September 2017 – Oans, zwoa, drei, gsuffa …

Oans, zwoa, drei, g’suffa …

Pünktlich um 12:00 Uhr wurde heute das 184. Münchner Oktoberfest eingeläutet. Oberbürgermeister Dieter Reiter hat traditionell das erste Wiesn Fass im Schottenhamel Zelt angestochen und die erste Mass dem bayerischen Ministerpräsident überreicht. Zeitgleich wurden die anderen Zelte für die Besucher geöffnet.


Oktoberfest / Bild: Asiano / CC BY-SA 3.0

Wem der Trubel in München zu gross ist, kann das Oktoberfest auch auf knapp 3.000 Meter erleben. Seit dem 16. September findet nämlich auf Deutschlands grösstem Berg das 9. Zugspitz-Oktoberfest statt. Aber ich denke, auf die Zugspitze werden sich nur wenige Besucher verirren 🙂


Es gibt neue Apps zum Oktoberfest

In diesem Jahr gibt es auf dem Münchner Oktoberfest viel Neues.
Unter anderem hat die Stadt zwei Apps vorgestellt, die für die Besucher vieles leichter machen. Mit der App “Blue Code” können Oktoberfestbummler bargeldlos bezahlen und sogar Trinkgeld geben. Die offizielle “Oktoberfest.de” App bietet einen vollständigen Geländeübersichtsplan sowie alle Termine rund um das weltgrösste Volksfest. Ausserdem kann man über eine Anbindung zu Facebook sehen, in welchen Zelten oder an welchen Fahrgeschäften sich die Freude gerade tummeln.

Wie schon in letzten Jahr, wird die Theresienwiese eingezäunt und nur über ausgewiesene Eingänge zu betreten sein. Grössere Taschen und Rucksäcke sind auf dem Areal ebenfalls verboten. Zudem wird auf dem Oktoberfest der Lieferverkehr rigoros kontrolliert. Fahrer und Mitfahrer mussten sich vor dem Fest einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen und beim Kreisverwaltungsreferat einen sogenannten Zufahrtskontrollbeleg beantragen.

Wer die Wiesn Live miterleben möchte, sollte ab 18:00 Uhr münchen.tv einschalten oder den Livestream im Internet verfolgen.

Ich wünsche euch viel Spass und hoffe auf eine friedliche Wiesn
Eure Sandra

9. und 10. September 2017 – Das Oktoberfest steht vor der Türe

Hallo Freunde,

in sechs Tagen öffnet das 184. Münchner Oktoberfest seine Pforten.
Natürlich fiel in den letzten Wochen viel Arbeit im Münchner Kreisverwaltungsreferat an. Unzählige Schausteller und Verkaufsbudenbesitzer benötigten auf die letzten Minuten noch Sondergenehmigen und Lizenzen. Wir KVR-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen musste reichlich Überstunden schieben und fast im Akkord Genehmigungen ausstellen.

Übrigens wurde nach langem Hin und Her die von übereifrigen Verbraucherschützern geforderte Bierpreisbremse vom Münchner Stadtrat abgelehnt. Trotzdem bleiben die Preise in diesem Jahr auf dem letztjährigen Stand. Die 11 € Marke für eine Mass Bier wird in diesem Jahr definitiv nicht fallen!


Die Bierpreise bleiben stabil

Durchschnittlich muss der Wiesnbesucher für eine Mass 10,70 € investieren. Weil die Stadt die Pächter und Wirte an den gestiegenen Sicherheitsmassnahmen beteiligen wird, ist jedoch davon auszugehen, dass die Preise für das Essen und besonders für alkoholfreie Getränke deutlich steigen werden. Angeblich wird der Wirt des Weinzelts an der Matthias-Pschorr-Strasse für einen Liter Mineralwasser knapp 12,– € veranschlagen. Trotz der hohen Preise und des neuen Sicherheitskonzepts werden auch in diesem Jahr wieder bis zu 6 Millionen Besucher auf dem weltgrössten Volksfest erwartet.


Florida … ich komme !!!

Vor einigen Wochen habe ich geschrieben, dass ich bald nach Florida fliegen und Reinhard besuchen werde. In der vergangenen Woche habe ich endlich gebucht. Ich düse am 1. Oktober nach Miami und werde bis zum 18. Oktober im Sunshine State abchillen. Ausserdem hoffe ich, dass der Hurrikan Irma nicht allzu grosse Schäden anrichten wird 🙁

So, jetzt ist aber Kino angesagt. Ich wünsche euch allen ein chilliges Wochenende.
Sandra