3. August 2017 – Eine Wanderung zum West Holland River

08.00 Uhr Ich werde pünktlich zum Achtuhrläuten von Georg geweckt. Mein Bruder tippt auf seine moderne Outdoor (löblich: Freiland) Uhr mit integriertem GPS Empfänger und erinnert, dass wir gleich zu einer Wanderung entlang des Lake Simcoe aufbrechen werden. Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und lasse meinen Bruder wissen, dass ich nur kurz duschen werde – was muss ich denn noch alles ertragen.
08.30 Uhr Dreissig Minuten später werde ich in der Küche vorstellig und sehe mich dem Gelächter der Anderen ausgesetzt. James tippt sich an die Stirn und wirft ein, dass ich mich der geplanten Wanderung zur Mündung des West Holland Flusses kaum in kurzen Hosen anschliessen kann. Mein Grossneffe schlägt in die gleiche Kerbe und ermutigt mich, lange Beinkleider anzuziehen und das Hawaiihemd gegen ein Multifunktions-Shirt auszutauschen. Missmutig mache ich kehrt und präsentiere mich nach wenigen Minuten in einer dunkelblauen Tschienshose und einem modischen Flanellhemd. Währenddessen füllt Maria meine Kaffeetasse mit brühfrischem Bohnentrunk auf und informiert, dass es eine Gaudi werden wird, den Keswick Marsh (löblich: Keswick Sumpf) zu sehen und die neuen Nachbarn an der Cook’s Bay (löblich: Cooks Bucht) zu besuchen – das kann ja heiter werden.


Maria brüht Kaffee auf / Bild: Nevit Dilmen / CC BY-SA 3.0

09.30 Uhr Sechzig Minuten später verfrachtet Georg etliche Getränkedosen, vitaminreiche Wurst- und Käsebrote sowie eine Tube mit Sonnenkreme in einen lindgrünen Rucksack. Selbstverständlich erhebe ich augenblicklich den Zeigefinger und stelle klar, dass ich den Ranzen ganz bestimmt nicht schultern werde. Mein Verwandter winkt demonstrativ ab und sagt, dass James das Gepäckstück schleppen wird – wie beruhigend.
10.00 Uhr Nachdem ich Dixon an die Leine genommen haben, brechen wir zu einem ausgedehnten Spaziergang entlang des Westufers des Lake Simcoe auf. Mit einem lustigen Lied auf den Lippen folge ich meinen Bekannten und nutze die Gelegenheit, um ausgiebig mit Edelbert zu tratschen. Der schlaue Mann legt beste Laune an den Tag und meint, dass er es kaum noch erwarten kann, Morgen nach Barrie zu krusen und sich auf dem „Kempenfest“ zu amüsieren. In diesem Zusammenhang erfahre ich, dass das alljährlich stattfindende Volksfest viele Besucher aus dem Umland anlockt – das hört sich verlockend an.
11.00 Uhr Nach einer Stunde nähern wir uns einer schäbigen Blockhütte und Georg erzählt, dass diese Bruchbude einer steinreichen Familie aus Toronto als Sommersitz dient. James lacht laut und beteuert, dass dieser Schuppen der Waldhütte aus dem Gruselfilm „Tanz der Teufel“ (auf englisch: The Evil Dead“ gleicht. Bevor ich Worte finde, gesellt sich ein rothaariger Heini an unsere Seite und stellt sich uns als Gail McMullond (65) vor. Der Angeber lädt uns auf seine morsche Veranda ein und zögert nicht, selbstzubereitete Holunderlimonade aufzufahren. Darüber hinaus lernen wir auch Frau McMullond (49) kennen und bringen heraus, dass die Beiden Mitte der 1990er Jahre mit zwielichtigen Börsenspekulationen Millionen verdient haben – wie unlöblich.


Der Lake Simcoe

11.30 Uhr Während wir unsere Kehlen ölen, redet der Hausbesitzer ohne Unterlass auf uns ein und verdeutlicht, dass er im Frühjahr zwei Hektar Land am Lake Simcoe gekauft hat und in Kürze eine stattliche Herrschaftsvilla erbauen wird. Natürlich verwickelt Georg den Rotschopf in ein Fachgespräch und vergisst auch nicht, auf seine Baufirma zu verweisen – gleich platzt mir der Kragen.
12.30 Uhr Nachdem wir die Wurstbrote verzehrt haben, setzen wir unsere Wanderung fort und finden uns bald an der Mündung des West Holland Rivers wieder. Während Edelbert seine Kamera zückt und Photos am laufenden Band knipst, wische ich mir mit der Hand über das schweissnasse Gesicht und weise auf die Tatsache hin, dass mich die Moskitos in den Wahnsinn treiben. Maria gibt mir Recht und schlägt vor, dass wir nun kehrt machen und den Heimweg antreten sollten – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.


Hilfe, die Moskitos kommen

13.00 Uhr Als wir durch den Keswick Sumpf trotten, meldet sich Georg zu Wort und belehrt, dass in dieser Gegend viele Dexter Rinder gezüchtet werden. Ich zucke mit den Schultern und erkundige mich bei James, wie es mit seiner Musikkarriere vorangeht. Mein löblicher Neffe schenkt mir ein Lächeln und entgegnet, dass er sich vor wenigen Wochen einer neuen Rockkapelle namens „FROG“ angeschlossen hat – das hört sich spannend an.
14.00 Uhr Als der Zeiger meiner ROLEX auf 2 zugeht, erreichen wir endlich das Ferienhaus. Ich lasse mich erschöpft auf der Terrasse nieder und gebe vor, dass ich heute keinen Finger mehr rühren werde. Zudem bitte ich Maria, mir ein kühles Bier aus dem Eiskasten zu holen – immerhin kann ich mich nicht um alles kümmern.
15.00 Uhr Just als mir die Augen zufallen, stürzt Dixon kläffend zum Seeufer und macht es sich zur Aufgabe, zwei freche Stockenten zu verjagen. Ich lache laut und nehme mir das Recht heraus, aus den verschwitzten Klamotten zu schlüpfen und mich in die kühlen Fluten zu stürzen – was kann es schöneres geben.


Hund Dixon ist brav

16.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, ein loderndes Grillfeuer zu entfachen und für ein nahrhaftes Abendessen zu sorgen. Mit vereinten Kräften füllen wir Holzkohle in den Grill und stecken die in Spiritus getränkten Grillbriketts in Brand. Im Anschluss nehmen wir die gestern gefangenen Fische aus und sorgen im Handumdrehen für ein perfektes Nachtmahl – wie gut das duftet.
17.00 Uhr Endlich können wir uns an den Esstisch setzen und die Jause in vollen Zügen geniessen. Unter anderem kommt meine Schwägerin auf Guido zu sprechen und mutmasst, dass das schwarze Schaf der Familie bestimmt bald am Lake Simcoe eintreffen wird. Georg schüttelt entschieden den Kopf und meint, dass er den Gammler im Fall der Fälle eigenhändig vom Hof jagen wird – das hört man gerne.
19.00 Uhr Nach der Mahlzeit lassen wir den Abend vor der Glotze ausklingen und folgen interessiert den Nachrichten. Nebenher nippe ich zufrieden an einer Labatt Bierflasche und erkläre Edelbert, dass ich es mir durchaus vorstellen könnte, für immer am Lake Simcoe zu leben.


Das Bier fliesst in Strömen

20.00 Uhr Nachdem sich David auf sein Zimmer zurückgezogen hat, schalten wir auf den „MysteryTV“ Sender um und geben uns der Schauerserie „The Living and the Dead“ (löblich: Die Lebenden und die Toten) hin. Wir amüsieren uns köstlich und tauchen in das Leben eines englischen Farmers ein, der zum Ende des 19. Jahrhunderts einen Bauernhof bewirtschaftet und gegen übernatürliche Phänomene ankämpfen muss.
21.00 Uhr Als die erste Episode zu Ende geht, strecke ich mich ausgiebig und rufe Dixon ins Haus. Völlig erschöpft schleppe ich mich ins Bad und dusche mich kalt ab. Zu guter Letzt lösche ich das Licht und lege mich schlafen. Gute Nacht.

24. Juli 2017 – Auf nach Charlotte

08.00 Uhr Während ich gähnend aufstehe und ins Bad schlendere, schnappt sich Hund Dixon eines seiner Spielzeuge und fabriziert Quietschlaute am laufenden Band. Angesichts dieser Kakophonie schlüpfe ich kopfschüttelnd aus dem Schlafanzug und nehme mir das Recht heraus, mich kalt abzuduschen – das tut gut.


Hund Dixon quietscht

08.30 Uhr Leider wird die himmlische Ruhe alsbald durch sehr aggressives Telefonläuten unterbrochen. Zu allem Überfluss wünscht mir meine Schwester einen guten Morgen und behauptet, dass sie in Begleitung ihres Sohnes am Wochenende in Naples eingetroffen ist. Elsbeth seufzt laut und unterbreitet, dass sie seitdem mehrmals an meiner Pforte geklingelt hat. Ich lache schelmisch und entgegne, dass ich kurzfristig verreisen musste und erst im September nach Florida zurückkehren werde. Darüber hinaus weise ich auf die Tatsache hin, dass ich keine Lust habe, mich mit Guido zu versöhnen. Bevor Elsbeth Widerworte findet, beende ich das Telefonat und werfe meine Habseligkeiten in den Rollkoffer.
09.30 Uhr Kurze Zeit später pocht Edelbert an meine Zimmertüre und vertellt, dass nun die Zeit gekommen ist, um der schönen Stadt Savannah Lebewohl zu sagen. Ich schlage in die gleiche Kerbe und schicke mich an, das Reisegepäck zum Aufzug zu schleppen. Während wir in die Tiefgarage fahren, schnalze ich mit der Zunge und stelle klar, dass ich mich im „Hilton Garden Inn“ pudelwohl gefühlt habe. Der Professor nickt eifrig und meint, dass wir nun im hauseigenen „John Ryans Bistro“ frühstücken sollten.


Savannah muss man gesehen haben

10.00 Uhr Während wir brühfrischen Bohnentrunk schlürfen und uns Leckereien vom Büfett schmecken lassen, komme ich auf Elsbeths Anruf zu sprechen und zeige auf, dass sich Guido seit dem Wochenende in Naples tummelt. Mein Tischnachbar tupft sich mit der Serviette den Mund ab und wirft ein, dass es eine hervorragende Entscheidung war, mit dem Wohnmobil nach Norden zu fahren – wie wahr.
10.30 Uhr Bevor wir Savannah hinter uns lassen, vertreten wir uns die Beine und unternehmen mit dem Vierbeiner einen Spaziergang zum Savannah River. Unter anderem nehmen wir einen vor Anker liegenden Schaufelraddampfer in Augenschein und erfahren anhand einer Informationstafel, dass der Strom im 18. Jahrhundert ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung von Georgia war – wie aufregend.
11.15 Uhr Wenig später sitzen wir im WINNEBAGO und gleiten zu den Klängen des lokalen Landmusiksenders KIX96 gen Norden davon. Um schneller voran zu kommen, folgen wir der Interstate 95 und fassen den Entschluss, bis zum Abend Charlotte in North Carolina zu erreichen.
11.00 Uhr Da der Savannah River auf knapp 300 Meilen die natürliche Grenze zu South Carolina bildet, finden wir uns im Handumdrehen im Nachbarstaat wieder. Mein Begleiter hält wissenswerte Fakten bereit und belehrt, dass der sogenannte „Palmetto State“ sehr ländlich geprägt ist und im nationalen Bruttoinlandsvergleich lediglich auf dem fünftletzten Platz rangiert – das soll mir auch Recht sein.


Meine GLOCK G32

12.45 Uhr Als wir die Kleinstadt Walterboro passieren, bitte ich Edelbert, mein Handtelefonladekabel aus dem Rollkoffer zu holen. Als sich der schlaue Mann an meinem Gepäckstück zu schaffen macht, fällt ihm plötzlich die GLOCK ins Auge. Edelbert schimpft wie verrückt und macht mich auf den Umstand aufmerksam, dass es nicht erlaubt ist, Schusswaffen über Staatsgrenzen zu transportieren. Der Professor rauft sich die Haare und sagt, dass wir bei einer Polizeikontrolle verhaftet werden könnten – papperlapapp.
13.30 Uhr Nachdem wir ein stattliches Autobahnkreuz hinter uns gelassen haben, nähern wir uns der Hauptstadt von South Carolina. Um dem Haustier etwas Gutes zu tun, verlassen wir die Schnellstrasse und parken das Gefährt vor dem Haupteingang des „Congaree National Park“. HEUREKA – diese Idylle muss man erlebt haben.


Der Congaree National Park

14.00 Uhr Während der Rüde durchs hohe Gras streift, hole ich das Schiesseisen hervor und erkläre Edelbert, dass ich die GLOCK im Badezimmer verstecken werde. Der Professor tippt sich an die Schläfe und macht es sich zur Aufgabe, zwei Dosen „Cheese Ravioli“ (löblich: Käseravioli) hervorzuholen und den Gasherd in Betrieb zu nehmen.
14.30 Uhr Just als ich zum Besteck greife und mich über die Mahlzeit hermache, fährt ein grimmig dreinschauender Parkwächter vor und plappert, dass das Lagern und Zelten auf dem Parkgelände unter Strafe steht. Wir winken demonstrativ ab und geben dem Knecht zu verstehen, dass wir in wenigen Minuten weiterfahren werden.
15.15 Uhr Im Anschluss preschen wir an der 140.000 Einwohner zählenden Grossstadt Columbia vorbei und kommen zu dem Schluss, dass wir unser Ziel in 90 Minuten erreichen werden. Edelbert freut sich und hält auf seinem Handtelefon nach einer bezahlbaren Bleibe Ausschau. Nach wenigen Augenblicken wird der schlaue Mann fündig und kündigt an, dass wir die Nacht im „Westin Hotel“ in Downtown verbringen werden – das ist phantastisch.
16.15 Uhr Nach 250 Meilen erblicken wir das Willkommensschild von Charlotte am rechten Strassenrand. Ich drossle die Geschwindigkeit und bitte meinen Begleiter, mich zum Hotel zu lotsen.
17.00 Uhr Nachdem wir am Empfang vorstellig geworden sind und die Koffer auf die Zimmer gebracht haben, erkunden wir mit Hund Dixon im Schlepptau die Umgebung. Unter anderem laufen wir am „Charlotte Convention Center“ vorbei und bemerken, dass die Stadt kaum Sehenswürdigkeiten bietet – wie schade.


Ich proste Edelbert redlichst zu

18.00 Uhr Trotz alledem lassen wir uns die gute Laune nicht verderben und kehren hungrig und durstig in „Moe’s Restaurant“ ein, um den langen Tag mit süffigen Hopfenkaltschalen und herzhaften Nachos ausklingen zu lassen. Nebenbei kontaktiere ich Frau Pontecorvo und vernehme, dass sie am Montag das Vergnügen hatte, meine Schwester und Guido kennen zu lernen. Die Alte redet ohne Unterlass auf mich ein und vertritt die Meinung, dass mein Neffe ein sehr freundlicher und umgänglicher Zeitgenossen ist – wie unlöblich.
19.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 7 deutet, treffen wir wieder im Hotel ein. Mit letzter Kraft schleppe ich mich aufs Zimmer und vergesse auch nicht, Dixon gesundes Trockenfutter und durstlöschendes Wasser zu kredenzen. Danach trotte ich ins Bad und entspanne mich bei einem Vollbad mit Schaum.
20.00 Uhr Zu guter Letzt ziehe ich die Vorhänge zu und animiere den Rüden, zu mir ins Bett zu hüpfen. Gute Nacht.

19. Juli 2017 – Auf der Flucht

07.00 Uhr Da ich während der Nacht kaum ein Auge schliessen konnte, rolle ich mich bereits um 7 Uhr aus dem Bett und begrüsse die aufgehende Sonne mit dem Frühsport. Nebenher zermartere ich mir den Kopf und kann es immer noch nicht glauben, dass meine Schwester samt ihres verlotterten Sohnes bald in Florida eintreffen wird.
08.00 Uhr Nachdem ich meine Glieder gestählt habe, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Unterdessen lege ich die Stirn in Falten und überlege, wie ich einem Treffen mit Guido entgehen kann. In meiner Verzweiflung tippe ich Scherriff Bradforts Nummer in die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) ein und frage nach, ob er mir Polizeischutz gewähren kann. Ich schildere meine Probleme in allen Einzelheiten und vernehme, dass dem Ordnungshüter in diesem Fall leider die Hände gebunden sind – wie unlöblich.


Ich greife besorgt zur Schwarzbeere

09.00 Uhr Als der Stundenzeiger meines Chronographens auf 9 zugeht, beende ich den Badespass und trotte deprimiert in die Küche, um Dixons Napf mit Futter aufzufüllen. Ausserdem kontaktiere ich meinen Bruder und erfahre, dass er den Alltag hinter sich gelassen hat und nun für sechs lange Wochen die Seele am Lake Gilford baumeln lassen wird. Natürlich komme ich ohne Umschweife auf meinen kriminellen Neffen zu sprechen und informiere, dass ich dem Ganoven unter keinen Umständen gegenübertreten werde. Mein Gesprächspartner beruhigt mich sofort und schlägt vor, dass ich mich jederzeit hinters Lenkrad des WINNEBAGO schwingen und nach Gilford Beach reisen könnte – das hört sich verlockend an.
10.00 Uhr Nach dem Frühstück laufe ich in der guten Stube auf und ab und rufe mir Guidos Vergehen der letzten Jahre ins Gedächtnis. Ich streichle Dixon über den Kopf und erinnere ich mich an die ausufernde Silvesterfeier, die der Gammler zum Ende des Jahres 2002 im Waldweg veranstaltet hat. Obendrein verrate ich dem Haustier, dass mich Guido zweimal ausgeraubt und sogar entführt hat – wie schrecklich.


Guido ist ein bösartiger Mensch

11.00 Uhr Verängstigt klatsche ich in die Hände und fasse den Entschluss, meine Zelte in Naples kurzerhand abzubrechen und zu verreisen. Schnaufend hüpfe ich vom Kanapee und mach mich daran, Anziehsachen, den Revolver inklusive Munition, Kulturtasche sowie Bargeld in meinen praktischen Rollkoffer zu verstauen.
12.00 Uhr Zu guter Letzt sortiere ich verderbliche Lebensmittel aus und lasse es mir nicht nehmen, die Waren zum Nachbaranwesen zu bringen. Bei dieser Gelegenheit setze ich Frau Pontecorvo über mein Vorhaben in Kenntnis und gebe bekannt, dass wir uns spätestens in einem Monat wiedersehen werden.
12.30 Uhr Nachdem mir die Dame versichert hat, regelmässig in der kleinen Villa nach dem Rechten zu sehen, rolle ich den Koffer zum Auto. Im Anschluss gleite ich in Richtung Innenstadt davon und freue mich, Edelbert zu überraschen. Um für gute Stimmung zu sorgen, stelle ich den Radio etwas lauter und unterbreite dem Rüden, dass wir auf grosse Reise gehen und bald kanadischen Boden unter unseren Füssen spüren werden – wie aufregend.
13.15 Uhr Kurz nach dem Einuhrläuten erreiche ich mein Ziel und betätige Edelberts Klingel. Der Professor heisst mich herzlich Willkommen und zeigt sich prompt einverstanden, mich auf meiner Reise gen Norden zu begleiten. Bevor ich mich versehe, holt der gute Mann seinen Koffer aus dem begehbaren Schrank und sagt, dass wir in dreissig Minuten losfahren können – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.
14.00 Uhr Beschwingt werfen wir Edelberts Gepäck in den Chevrolet und entschliessen uns, vor der Abfahrt ein Mittagessen in einem der umliegenden Restaurants einzunehmen. Während wir uns saftige Cheeseburger (löblich: Käseburger) schmecken lassen, berichte ich von meinem Telefonat mit Georg und erwähne, dass wir selbstverständlich mit dem Travato verreisen werden.


Wir beissen kraftvoll zu

15.00 Uhr Nachdem ich dem Kellner ein stattliches Trinkgeld beschert habe, scheuchen wir Hund Dixon zum PS-strotzenden SUV und gleiten zu stimmungsvoller Radiomusik stadtauswärts.
15.30 Uhr Wenig später treffen wir im Lowbank Drive ein und bemerken, dass Georg das Wohnmobil am Strassenrand abgestellt und mit einer Plane bedeckt hat. Um einen genauen Überblick zu bekommen, lasse wir den Motor aufheulen und registrieren, dass die Batterieanzeige im roten Bereich steht. Ich kratze mich nachdenklich an der Schläfe und stelle klar, dass wir unsere Abreise auf Morgen verschieben sollten.


Das Ferienhaus meiner Verwandten

16.30 Uhr Nachdem wir uns im Feriendomizil häuslich eingerichtet haben, schliesse ich die Batterie an das Stromnetz an und bringe beim Blick auf die Anzeige heraus, dass der Akkumulator mindestens 12 Stunden geladen werden muss. Prof. Kuhn wendet sich schulterzuckend ab und sagt, dass er nun mit dem Chevrolet zum „Publix“ Supermarkt am Pelican Strand fahren und Lebensmittel einkaufen wird – jaja.
17.30 Uhr Während Edelbert von Dannen prescht, fülle ich den Wassertank des Travatos auf und habe das Vergnügen, mit Herrn Wang plaudern zu können. Der Motelbesitzer freut sich sehr und lotet aus, ob wir mit dem WINNEBAGO ins Grüne fahren wollen. Ich stimme zu und berichte, dass ich einem Treffen mit Guido und meiner Schwester aus dem Weg gehen muss. Der nette Mann zeigt Verständnis und lässt es sich nicht nehmen, uns zu einem kleinen Umtrunk in sein Zuhause einzuladen – das hört man gerne.


Wir verreisen mit dem WINNEBAGO TRAVATO

18.30 Uhr Eine Stunde später kommt Edelbert vom Schoppen zurück und rechnet vor, dass er 100 Dollars in Weichgetränke (unlöblich: Softdrinks), Obst und Konservendosen investiert hat. Ich reibe mir die Hände und lasse den Professor wissen, dass wir bei Herrn Wang zum Essen eingeladen sind. Ruckzuck schleppen wir die Einkäufe ins Haus und nehmen uns dann das Recht heraus, mit knurrenden Mägen zum Nachbarhaus zu schlendern.
19.15 Uhr Während wir gemütlich zusammensitzen und Sandwiches verzehren, lasse ich Herrn Wang an meinen Problemen teilhaben und unke, dass Guido nichts Gutes im Schilde führt. Mein Tischnachbar rollt demonstrativ mit den Augen und wirft ein, dass es eine hervorragende Idee war, die Zelte im Willoughby Drive abzubrechen. Edelbert prostet Herrn Wang mit einem süffigen Budweiser zu und sagt, dass uns die morgige Tagesetappe durch den „Picayune Forest“ bis nach Fort Lauderdale an Floridas Ostküste führen wird – das wird eine Gaudi.
20.15 Uhr Ein schöner Abend neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Um Morgen fit zu sein, bedanken wir uns für Speis und Trank und wünschen Herrn Wang einen angenehmen Abend. Anschliessend kehren wir ins Ferienhaus meiner Familie zurück und legen uns schlafen. Gute Nacht.

18. Juli 2017 – Guido kommt am Wochenende!

08.00 Uhr Ich werde durch das Ruby Force Lied „Tender“ (löblich: Zärtlich) geweckt und erfahre, dass die Interpretin vor wenigen Tagen ihr Debütalbum „Evolutionary War“ (löblich: Evolutionskrieg) herausgebracht hat. Anerkennend schnalze ich mit der Zunge und erkläre Hund Dixon, dass die Polka prima ist. Danach rolle ich mich aus dem Wasserbett und ertüchtige mich auf der Terrasse – Morgenstund hat bekanntlich Gold im Mund.


Ruby Force – Evolutionary War

08.30 Uhr Just als ich ins Haus zurückkehre, bimmelt das Telefon besonders laut. Ich halte mir den Hörer ans Ohr und staune nicht schlecht, als sich ein vorlautes Frauenzimmer meldet. Die Dame gibt unverständliches Kauderwelsch von sich und legt mir nahe, einen neuen Internetzvertrag abzuschliessen. Natürlich lehne ich dankend ab und ermutige den Trampel, andere Leute auf die Nerven zu gehen – gleich platzt mir der Kragen.
09.15 Uhr Wie es sich gehört, entspanne ich mich nach dem Frühsport bei einem Wirbelbad und nehme mir das Recht heraus, in der Zeitung zu blättern. Unter anderem erfahre ich, dass das Gesundheitsamt die Empfehlung ausgegeben hat, nicht am „Naples Pier“ zu baden. Ich mache grosse Augen und lerne, dass städtische Angestellte eine hohe bakterielle Verschmutzung an der beliebten Anlegestelle festgestellt haben – wo soll das noch hinführen.
10.15 Uhr Nachdenklich steige ich aus der Wanne und kehre in die Küche zurück, um die wichtigste Mahlzeit des Tages vorzubereiten. Während ich fünf Eier aufschlage und die Hüften zum Phil Vassar Schlag „American Soul“ (löblich: amerikanische Seele) kreisen lasse, fährt plötzlich Edelberts JEEP vor. Ich winke meinen Bekannten sogleich herein und lasse es mir nicht nehmen, ihn zum Frühstück einzuladen. Der schlaue Mann reibt sich die Hände und erkundigt sich, ob ich eine Flasche A1 Sauce im Küchenschrank aufbewahre. Ich deute in Richtung der linken Anrichte und schmecke die Rühreier mit etwas Salz ab – wie gut das duftet.
10.45 Uhr Schlussendlich verfrachte ich zwei stattliche Portionen auf die Teller und wünsche Edelbert einen guten Appetit. Mein Tischnachbar greift zungeschnalzend zum Besteck und meint, dass die Jause hervorragend mundet. Ausserdem möchte der gute Mann wissen, ob ich den Jack Kerouacs Roman „On the Road“ (löblich: Auf der Strasse) bereits gelesen habe. Ich nicke eifrig und setze Edelbert darüber in Kenntnis, dass es grossen Spass bereitet, die Hauptfiguren bei ihrer spannenden Reise von New York bis nach Mexiko zu begleiten. Ferner merke ich an, dass der Kerouacs Schreibstil stark an Mark Twain erinnert. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und informiert, dass der Schriftsteller viele Jahre in St. Petersburg, FL gelebt hat und auch dort gestorben ist – jaja.


Dixon muss Gassi gehen

11.30 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten schenke ich meinem Hausgast Kaffee nach und stelle klar, dass wir nun mit Dixon Gassi gehen sollten. Edelbert zeigt sich prompt einverstanden und folgt mir plaudernd zum Golfplatz.
12.15 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, kehren wir ins Vereinsheim der „La Playa“ Golfanlage ein und ordern zwei süffige Hopfenkaltschalen sowie köstliche Thunfisch Sandwiches. Der Ober streichelt dem hechelnden Rüden über den Kopf und zögert nicht, auch eine Schüssel Wasser bereitzustellen – wie aufmerksam.
13.00 Uhr Wenig später surrt mein Handtelefon und ich habe das Vergnügen, mit meiner Schwester sprechen zu können. Elsbeth begrüsst mich herzlich und berichtet, dass sie gerade damit beschäftigt ist, ihren Reisekoffer zu packen. Als ich genauer nachfrage, rückt die Perle mit der Wahrheit heraus und beteuert, dass sie am Freitag mit ihrem verlotterten Sohn über den grossen Teich fliegen und mir einen Besuch abstatten wird. Bevor ich Worte finde, fährt meine Schwester fort, dass es langsam Zeit wird, mich mit Guido zu versöhnen – wie unlöblich.


Guido kommt mir nicht ins Haus!

13.30 Uhr Nachdem ich das Telefonat beendet habe, greife ich mit zitternder Hand zum Bierglas und gebe dem Professor zu verstehen, dass ich kurz vor einer Ohnmacht stehe. Zudem lasse ich das Gespräch Revue passieren und merke an, dass ich dem schwarzen Schaf der Familie ganz bestimmt nicht gegenüber treten werde.
14.15 Uhr Während des Heimweges machen wir uns eigene Gedanken und kommen überein, dass die Leute am Freitag Abend in Miami eintreffen und Tags darauf in Naples sein werden. Edelbert kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und unterbreitet, dass es angebracht wäre, unsere Zelte in Florida abzubrechen.
15.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, rufe ich augenblicklich in Kanada an und lasse meinen Bruder wissen, dass sich Guido angekündigt hat. Georg lacht laut auf und animiert mich, kurzerhand nach Kanada auszufliegen und die Seele am Lake Simcoe baumeln zu lassen – das ist gar keine schlechte Idee.


Ich verlasse die Vereinigten Staaten in Richtung Kanada

15.30 Uhr Entnervt werfe ich den Hörer auf die Basisstation und nehme einen kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche. Danach setze ich mich an den Heimrechner und halte auf Expedia.com nach preiswerten Flügen Ausschau. Da die Preise kaum erschwinglich sind, wende ich mich dem Professor zu und schlage vor, dass wir mit Georgs Winnebago verreisen sollten. Edelbert ist begeistert und sagt, dass wir der Küste bis nach Savannah folgen und dann quer durchs Land bis nach Cleveland in Ohio krusen könnten – das hört sich verlockend an.
16.15 Uhr Nachdem sich mein Bekannter verabschiedet hat, lasse ich mich seufzend auf dem Kanapee nieder und versuche mich zu entspannen – leider ohne Erfolg.
17.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner wertvollen ROLEX auf 5 zugeht, fülle ich nörgelnd Trockenfutter in Dixons Napf und verzehre eine mit Capocollo und Käse belegte Stulle. Nebenher lege ich meine Stirn in Falten und spiele mit der Idee, bei Scherriff Bradfort ein Kontaktverbot gegen Guido zu erwirken.


Ich ertränke meine Sorgen in Alkohol

18.00 Uhr Deprimiert stelle ich die Geschirrspülmaschine an und ziehe es vor, noch einmal mit Elsbeth zu telefonieren. Als ich der Dame meine Bedenken schildere, fällt sie mir ins Wort und meint, dass ich keine Angst vor ihrem Sohn haben muss. Meine Schwester wirkt beruhigend auf mich ein und behauptet, dass Guido längst auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt ist und bald seine langjährige Freundin Melanie heiraten wird.
19.00 Uhr Nach einer Stunde breche ich das Gespräch ab und giesse mir zwei weitere Biere hinter die Binde. Ausserdem laufe ich in der guten Stube auf und ab und ärgere mich masslos über Guidos Frechheiten.
21.00 Uhr Weil ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, rufe ich Dixon ins Haus und lege mich schlafen. Gute Nacht.

22. Juni 2017 – Ist Guido in der Stadt?

08.00 Uhr Ich werde durch sehr aggressives Telefonläuten geweckt. Augenreibend greife ich zum Hörer und freue mich, Georgs Stimme im Ohr zu haben. Mein Bruder ist ganz aus dem Häuschen und lässt mich wissen, dass er am gestrigen Abend Guido in der Innenstadt gesehen hat. Als mein Atem stockt, fährt der gute Mann fort, dass mein Neffe in Begleitung langhaariger Rocker war und besonders finster dreingeschaut hat – wie furchtbar.


Ist Guido in der Stadt?

08.15 Uhr Ruckzuck werfe ich das Telefon auf die Basisstation und mache es mir zur Aufgabe, meinen Revolver hervorzuholen und ihn durchzuladen. Danach renne ich mit dem Schiesseisen im Anschlag zur Haustüre und stelle sicher, dass die Pforte verschlossen ist – gleich trifft mich der Schlag.
09.00 Uhr Während ich zitternd durchs Fenster schiele und auf die Ankunft des Kriminellen warte, biegt Georgs nachtschwarzer JEEP um die Ecke und kommt mit quietschenden Bremsen vor der kleinen Villa zum stehen. Als ich die Türe öffne, brechen meine Verwandten in schallendes Gelächter aus und beteuern, dass sie mich nur ärgern wollten. Mein Bruder beruhigt mich sofort und sichert zu, dass Guido nicht in der Stadt ist. Ich atme tief durch und ziehe es vor, das Magazin aus der GLOCK zu nehmen. Danach lotse ich die Gäste in die gute Stube und gebe zu Protokoll, dass ich grosse Angst um mein Leben hatte. Meine Schwägerin spendet mir Trost und legt mir nahe, mich bei einem löblichen Vollbad zu entspannen – das ist eine hervorragende Idee.


Ich bringe Kimme und Korn in Einklang

10.00 Uhr Nach sechzig Minuten kehre ich frisch in Schale geworfen in die Küche zurück und bin überrascht, auch Edelbert am festlich gedeckten Esstisch anzutreffen. Der Professor legt beste Laune an den Tag und kündigt an, dass wir nach der Jause zum Strand krusen und einen Spaziergang mit dem Vierbeiner unternehmen werden. Ich stimme prompt zu und erwähne, dass ich sicherheitshalber meine Pistole mitnehmen werde. Georg klopft sich schmunzelnd auf die Schenkel und giesst brühfrischen Bohnentrunk in mein Haferl ein – wie schön.
10.30 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse, kommt Maria auf das Wochenende zu sprechen und informiert, dass Morgen der neue Sophia Coppola Film „The Beguiled“ (auf deutsch: Die Verführten) in den Lichtspielhäusern anlaufen wird. Georg nickt eifrig und unterbreitet, dass der achte Langfilm der weltbekannten Regisseurin zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs angesiedelt ist. Ich winke demonstrativ ab und stelle klar, dass ich mich am Wochenende ganz bestimmt in kein düsteres Kino setzen werde – wo kämen wir denn da hin.

11.00 Uhr Nachdem ich in der Küche für Sauberkeit gesorgt und ein vitaminreiches Snickers verzehrt habe, scheuchen wir Dixon nach draussen und schicken uns an, mit drei Autos ans Meer zu krusen.
11.45 Uhr Als der Minutenzeiger meiner Armbanduhr auf Viertel vor Zwölf zugeht, erreichen wir den „Vanderbilt Beach Park“ und können die Fahrzeuge auf einem bewachten Parkplatz abstellen. Ich überreiche dem dümmlich dreinschauenden Parkwächter etwas Kleingeld und bitte ihn, während unserer Abwesenheit ein Auge auf die Autos zu werfen. Im Anschluss schlendern wir zum azurblauen Ozean und schlüpfen aus den Schuhen, um unsere Füsse im wohlig warmen Salzwasser zu baden – das tut gut.


Ich bade meine Füsse im Golf

12.45 Uhr Nach einem beschwerlichen Marsch entlang eines der schönsten Strände im Süden Floridas, kehren wir kurzerhand in eine Gaststätte ein und ordern süffiges Coors Light (löblich: Leicht) sowie einen Korb Hühnerflügel (unlöblich: Chicken Wings). Die leichtbekleidete Barfrau fackelt nicht lange und nimmt sich sogar das Recht heraus, dem Rüden etwas Speck vorzusetzen – da kommt besonders grosse Freude auf.
13.15 Uhr Während ich meine staubtrockene Kehle mit kräftigen Schlucken öle, redet Georg ohne Unterlass auf mich ein und berichtet, dass sich sein Sohn einer neugegründeten Rockkapelle angeschlossen hat. Ich gebe mich verwundert und erinnere, dass der Bube in der Vergangenheit mit „Northstar“ beachtliche Erfolge gefeiert hat. Mein Bruder stimmt zu und erörtert, dass James neues Steckenpferd den Namen „FROG“ (löblich: Frosch) trägt und im Jam-Rock-Genre angesiedelt ist – wo soll das noch hinführen.
14.00 Uhr Nachdem wir der hübschen Kellnerin ein stattliches Trinkgeld beschert haben, verlassen wir die Wirtschaft und kehren plaudernd zu den Autos zurück. Prof. Kuhn schnippt zufrieden mit den Fingern und sagt, dass er es kaum noch erwarten kann, am Samstag den spannenden Film „The Beguiled“ im Kino zu sehen. Ich rolle entnervt mit den Augen und ringe mich dazu durch, die lieben Leute kurzerhand zu begleiten.
15.00 Uhr Verschwitzt erreichen wir den Parkplatz und verabschieden uns händeschüttelnd. Danach lasse ich den Motor aufheulen und presche mit durchdrehenden Pneus in Richtung Willoughby Drive davon.


Mein Zuhause unter Palmen

15.45 Uhr Endlich bin ich wieder zuhause und kann Dixons Napf mit köstlichem ROYAL CANIN Trockenfutter auffüllen. Weil ich mich wegen der grossen Hitze kaum noch auf den Beinen halten kann, ziehe ich mich ins Wohnzimmer zurück falle schnaufend aufs Kanapee.
17.00 Uhr Nach der Pause mache ich mich in der Küche nützlich und schwenke gesundes Butterschmalz in einer Pfanne mit Teflonbeschichtung. Im Handumdrehen brate ich ein gesundes Schnitzel heraus und zaubere dazu im Ofen aufgebackene Kartoffelspalten sowie einen farbenfrohen Beilagensalat – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Redlichst gestärkt verfrachte ich das Geschirr in die Spüle und setze mich dann ins Wohnzimmer, um die FOX Nachrichten zu sehen. Weil ausnahmsweise keine brechenden Neuigkeit (unlöblich: Breaking News) vorliegen, schalte ich zeitnah auf den Bezahlsender HBO um.
19.00 Uhr Um mir den Abend zu versüssen, gebe ich mich dem Spielfilm „Signs“ (auf deutsch: Zeichen) hin und werde Zeuge, wie die Familie eines Pfarrers von garstigen Ausserirdischen terrorisiert wird – so ein Schmarrn.
20.30 Uhr Zwei Stunden später flimmert der Abspann über die Mattscheibe und ich kratze mich nachdenklich an der Schläfe. Schlussendlich betätige ich den „OFF“ (löblich: AUS) Knopf auf der neumodernen Fernbedienung und lege mich schlafen. Gute Nacht.