29. November 2018 – Ein schmackhafter Quinoa Salat

08.00 Uhr Auch heute springt der Radiowecker pünktlich um Null-Achthundert an und weckt mich mit einem schönen Lied des aus Kentucky stammenden Sängers Dwight Yoakam. Ich schwinge mich spornstreichs aus dem Bett und läute den sonnigen Morgen mit dem Frühsport im Garten ein.


Der Radiowecker springt an

08.30 Uhr Just als ich ein Rad schlage, fällt mir auf, dass es unangenehm kühl geworden ist. Um keine Erkältung zu bekommen, mache ich schnell kehrt und entspanne mich bei einem Wirbelbad. Unterdessen rufe ich bei Georg in Kanada an. Mein Bruder meldet sich prompt und plappert, dass er gerade aufgestanden ist und den heutigen Vormittag mit Amanda und Maria im Eaton Schoppingzentrum verbringen wird – das hört man gerne.
09.30 Uhr Nach der Morgenwäsche trete ich vor den Spiegel und ringe mich wegen der mässigen Temperaturen dazu durch, ein langärmliges Hemd anzuziehen. Zudem schlüpfe ich in eine WRANGLER Tschiens und steige in die schweren Kuhnjungenstiefel (unlöblich: Cowboy Boots) – da kommt besonders grosse Freude auf.
10.00 Uhr Nachdem ich Kaffee aufgebrüht und vitaminreiche Donuts aus dem PUBLIX Supermarkt auf einem Porzellanteller angerichtet habe, setze ich mich an den Küchentisch und beisse kraftvoll zu. Leider wird mein Müssiggang alsbald durch Frau Pontecorvo gestört. Meine Nachbarin legt beste Laune an den Tag und erzählt, dass sie das Mittagessen im erst kürzlich eröffneten “The Bevy” Restaurant einnehmen wird. Die Gute kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und beteuert, dass dort herrliche Salate, Schnitzel (unlöblich: Steaks) sowie hausgemachte Waffeln serviert werden. Ich werde sogleich hellhörig und kündige an, mich diesem Ausflug kurzerhand anzuschliessen. Darüber hinaus nehme ich das Festnetztelefon zur Hand und lasse es mir nicht nehmen, den Professor über unsere Aktivitäten in Kenntnis zu setzen.
11.00 Uhr Wenig später nippe ich ein letztes Mal am Kaffeebecher und gebe zu Protokoll, dass wir Edelbert in eineinhalb Stunden vor dem besagten Gasthaus an der 12. Avenue treffen werden. Da noch etwas Zeit bleibt, rege ich einen Spaziergang mit dem Vierbeiner an. Meine Nachbarin zeigt sich einverstanden und folgt mir zum nahegelegenen “La Playa” Golfplatz.


Dixon spielt mit einem Tennisball

11.30 Uhr Als wir vor dem Haupteingang der Golfanlage eintreffen, tippt meine Nachbarin auf ihre protzige Armbanduhr und sagt, dass wir langsam den Heimweg antreten sollten. Ich pfeife augenblicklich auf den Fingern und fordere Dixon auf, sich den Tennisball zu schnappen und kehrt zu machen. Ferner plaudere ich mit meiner Bekannten über belanglose Dinge und merke an, dass ich noch immer keine Weihnachtsgeschenke eingekauft habe – wo soll das noch hinführen.
12.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, dem Rüden in den SUV zu helfen und zum “The Bevy” zu rasen. Als Kavalier der alten Schule halte ich Frau Pontecorvo die Beifahrertüre auf und informiere, dass sie in ihrem schicken Hosenanzug besonders schnieke aussieht. Danach trete ich das Gaspedal bis zum Anschlag durch und rase hupend auf dem beschaulichen Wohngebiet – was kann es schöneres geben.
12.30 Uhr Dreissig Minuten später erreichen wir unser Ziel und freuen uns, Edelbert begrüssen zu können. Um nicht vom Fleisch zu fallen, nehme ich Dixon an die Leine und laufe schnurstracks in die Wirtschaft, um einem Kellner wildgestikulierend klarzumachen, dass ich auf meinen treuen Blindenhund nicht verzichten kann. Der Knecht nickt eifrig und lotst uns zu einen schönen Tisch – wie aufmerksam.
13.00 Uhr Nachdem wir einen Aperitif gesoffen habe, werfe ich prüfende Blicke in die Tageskarte und wähle als Vorspeise einen “Quinoa Salat” mit griechischem Fetakäse und fangfrischen Golfkrabben. Zudem bitte ich den Kellner, als Hauptgang ein gut durchgebratenes Ribeye Steak sowie eine Schüssel Wasser für mein Haustier aufzufahren – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.


Ich beisse kraftvoll zu

13.30 Uhr Als der Hauptgang endlich serviert wird, nehme ich ruckzuck Messer und Gabel zur Hand und komme zu dem Schluss, dass das Fleisch perfekt gegrillt wurde. Edelbert schlägt in die gleiche Kerbe und mutmasst, dass der Küchenscheff ein Meister seines Fachs ist – das kann man laut sagen.
14.30 Uhr Nachdem wir die Mahlzeit mit Schaumkaffees und Käsekuchen abgeschlossen haben, vertreten wir uns die Beine und begleiten den Professor tratschend nach Hause. Währenddessen hebt Hund Dixon an jedem Blumenkübel sein Beinchen und kommt aus dem Markieren gar nicht mehr heraus – wie lustig
15.00 Uhr Nach einem kurzweiligen Fussmarsch verabschieden wir uns von Edelbert und vereinbaren, dass wir Morgen einen Supermarkt ansteuern und Lebensmittel besorgen sollten. Im Anschluss kehre ich zum Auto zurück und ich mache es mir zur Aufgabe, Frau Pontecorvo sicher in den Willoughby Drive zurück zu bringen.
16.00 Uhr Zuhause angekommen, wünsche ich meiner Nachbarin schöne Stunden und falle dann fix und foxi aufs Kanapee, um mich von den Strapazen des Vormittages zu entspannen – immerhin bin ich nicht mehr der Jüngste.
17.00 Uhr Ich erwache ausgeruht und mache mich in der Küche nützlich. Unter den fordernden Blicken meines Haustieres backe ich eine Fertigpizza im Backofen auf und zaubere dazu einen lustigen Tomatensalat mit perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen – das gibt ein Festessen.
17.45 Uhr Nach dem reichhaltigen Nachtmahl gehe ich zum gemütlichen Teil des Tages über. Als die Nachrichten über den Bildschirm flimmern, telefoniere ich erneut mit Georg und vernehme, dass er ein kleines Vermögen im Schoppingzentrum gelassen und mittlerweile sämtliche Weihnachtsgeschenke eingekauft hat. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und wünsche meinem Bruder einen ruhigen Abend.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit (unlöblich: Prime Time) wechsle ich auf AMC und erfreue mich am Kriminalfilm “Lost in the Sun” (löblich: Verloren in der Sonne). Die Erfolgsproduktion aus dem Jahre 2015 handelt von einem Jungen, der nach der Beerdigung seiner Mutter von einem Ganoven entführt wird – wie schrecklich.
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden beende ich den Fernsehabend und unternehme mit Dixon einen letzten Spaziergang durch den Garten. Zu guter Letzt verriegle ich die Haustüre besonders sicher und lege mich schlafen. Gute Nacht.