19. Oktober 2018 – Otfried Preußler

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Werte Damen und Herren,

heute möchte ich an den bekannten deutschen Schriftsteller Otfried Preußler erinnern.
Wie jeder wissen sollte, erblickte der gute Mann morgen vor 94 Jahren im tschechischen Reichenberg das Licht der Welt. Der Sohn eines Lehrers schrieb es sich bereits in jungen Jahren auf die Fahnen, gemeinsam mit seinen Eltern die böhmische Heimat zu erkunden und sich mit der Volkskunde vertraut zu machen. Ferner kraxelte er fröhlich durch das Isergebirge und liess sich von seinen Grosseltern Geschichten und uralte Sagen erzählen.

Unmittelbar nach seinem Abitur im Jahre 1942 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Der 19jährige diente an der Ostfront und geriet zwei Jahre später in sowjetische Gefangenschaft. Er musste in der Tatarischen Republik für die Russen schuften und erkrankte sogar an Malaria. Erst 1949 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen und traf im oberbayerischen Rosenheim seine heimatvertriebenen Angehörigen wieder. Herr Preußler wurde Lehrer und später Rektor an der Gemeindeschule in Stephanskirchen. Zeitgleich arbeitete er nebenberuflich als Schriftsteller und verfasste Hörspiele für den Rundfunk.

1956 erschien sein erster grosser Kinderroman unter dem Titel “Der kleine Wassermann”. Diese Erzählung war so erfolgreich, dass er in den Folgejahren seine Lehrertätigkeit aufgab und sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Jugendromane “Die kleine Hexe”, “Kater Mikesch”, “Der Räuber Hotzenplotz” oder “Das kleine Gespenst” entwickelten sich zu Verkaufsschlagern und machten Otfried Preußler zu einem der wichtigsten deutschen Autoren der 1960er Jahre.

Aus der Reihe seiner unzähligen Bücher sticht besonders die im Jahre 1971 im Arena-Verlag erschienene Erzählung “Krabat” heraus. Die Geschichte basiert auf einer sorbischen Sage und erzählt von einem Jungen, der als Lehrling eines mächtigen Zauberers Schreckliches erlebt. Das Buch wurde mittlerweile in 31 Sprachen übersetzt und damals mit dem “Deutschen Jugendbuchpreis” ausgezeichnet. Ferner wurde “Krabat” anno 2008 vom deutschen Filmschaffenden Marco Kreuzpaintner verfilmt und als abendfüllender Spielfilm in die Lichtspielhäuser gebracht – wie aufregend.

Otfried Preußler starb am 18. Februar 2014 in Prien am Chiemsee und hinterliess einen stattlichen Nachlass. Seine Korrespondenz wurde der Berliner Staatsbibliothek übergeben und kann seitdem in einer Sonderausstellung begutachtet werden.

Mit freundlichen Grüssen
Reinhard Pfaffenberg