6. April 2018 – Hausbrand und BLT Sandwiches

08.00 Uhr Der praktische Radiowecker springt an und verwöhnt mich mit wunderschöner Musik. Ich gähne ausgiebig und registriere, dass der WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) Moderator zur frühen Stunde besonders stimmungsvolle Schläge (unlöblich: Hits) ausgewählt hat – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Nach dem Frühsport rufe ich bei Prof. Kuhn an und lasse ihn wissen, dass mein Kühlschrank leergeräumt ist. Ferner kündige ich an, dass ich in zweieinhalb Stunden im PUBLIX Supermarkt sein und mich mit allerhand Lebensmittel eindecken werde. Edelbert ist hellauf begeistert und entgegnet, dass er mir beim Schoppingvergnügen Gesellschaft leisten wird – das hört man gerne.
09.00 Uhr Während Dixon durch die Gärten der Nachbarn stöbert, ziehe ich mich ins Bad zurück. Dummerweise schellt bald das Telefon und ich sehe mich genötigt, mit meiner Schwester tratschen zu müssen. Hildegard ist den Tränen nahe und erzählt, dass sie sich einen Schnupfen eingefangen hat. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und halte meine Verwandte an, wieder ins Bett zu gehen und Tee zu trinken. Bevor die Dame antworten kann, knalle ich den Hörer auf die Basisstation und entspanne mich bei einem erfrischenden Wirbelbad – das tut gut.
10.00 Uhr Pünktlich zum Zehnuhrläuten steige ich aus der Wanne und rufe den Vierbeiner ins Haus. Danach nehme ich die wichtigste Mahlzeit des Tages ein und blättere in der Tageszeitung. Auf Seite 3 lese ich, dass ein verheerender Wohnungsbrand in Fort Myers das Zuhause einer sechsköpfigen Familie zerstört hat. Ich lache laut und erfahre weiter, dass der Familienvater im Bett geraucht und das Feuer ausgelöst hat – das ist wieder typisch.


Rauchmelder retten Leben

10.45 Uhr Nach der Stärkung hüpfe ich in den PS-strotzenden Chevrolet Suburban und gleite zu prima Radiomusik gen Süden davon. Um schneller voran zu kommen, bringe ich in regelmässigen Abständen die Lichthupe zum Einsatz und schrecke auch nicht davor zurück, stetig zu hupen – da kommt Freude auf.
11.15 Uhr Pünktlich auf die Minute erreiche ich mein Ziel und kann den Professor per Handschlag begrüssen. Anschliessend machen wir einem Tattergreis am Krückstock einen Einkaufswagen streitig und schicken uns an, Produkte des täglichen Bedarfs auszuwählen. Nebenher berichtet mein Begleiter, dass er am Nachmittag bei Familie Satesh zu Kaffee und Kuchen eingeladen ist. Ich zucke gelangweit mit den Schultern und antworte, dass ich mich am Nachmittag entspannen und bestimmt nicht mitkommen werde – wo kämen wir denn da hin.
12.15 Uhr Da das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, schlendern wir nach dem Schoppingvergnügen in die benachbarte Dairy Queen (löblich: Molkereikönigin) Gaststätte und laben uns an vitaminreichen BLT Sandwiches (löblich: Schinken, Käse und Tomaten Brote). Dazu gibt es süffige 7Up (löblich: Sieben hinauf) Limonade sowie köstlichen Krautsalat – schmeckt gar nicht schlecht.


Ich beisse kraftvoll zu

13.00 Uhr Mit vollen Mägen verlassen wir die Schnellessgaststätte und schütteln Hände. Zu guter Letzt lade ich den Professor für Morgen zum Frühstück in die kleine Villa ein und beauftrage ihn, lustige Cannolis aus der Biscotti Farrugia Italienbäckerei mitzubringen – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
13.45 Uhr Endlich bin ich wieder zuhause und kann aus den schweren Kuhjungenstiefeln (unlöblich: Cowboyboots) schlüpfen. Weil ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, falle ich gähnend aufs Sofa und schliesse die Augen. Bereits nach wenigen Augenblicken döse ich ein und sehe mich im Traum an die vereisten Niagarafälle versetzt – das war ein Vergnügen.


Ich träume von den Niagarafällen

14.45 Uhr Ich erwache redlichst erholt und nutze die Nachmittagsstunden, um Anschnur zu gehen. Während ich mich am Schreibtisch niederlasse und Depeschen besorgter Heimseitenbesucher studiere, lausche ich stimmungsvollen Carpenters Klängen und komme zu dem Schluss, dass es eine prima Idee war, im vergangenem Jahr ein praktisches AMAZON ECHO Musikgerät zu erwerben.
15.45 Uhr Nach der schweisstreibenden Arbeit schalte ich den Heimrechner aus und genehmige mir ein kühles Budweiser aus dem Eiskasten. Darüber hinaus sehe ich im Garten nach dem Rechten und stelle mit grosser Sorge fest, dass die Mangroven gestutzt und die abgefallenen Palmblätter aufgesammelt werden müssen. Da ich mich nicht um alles kümmern kann, rufe ich kurzerhand bei Gärtner Leonardo an und beauftrage ihn, in der kommenden Woche im Willoughby Drive vorstellig zu werden.
16.30 Uhr Fix und foxi begebe ich mich in die Küche und mache mir Gedanken bezüglich des Nachtmahls. Um nicht stundenlang am heissen Herd zubringen zu müssen, hole ich eine Dose Thunfisch hervor und zaubere im Handumdrehen ein leckere Nudelsauce. Ferner koche ich italienische Teigwaren auf und richte mir ausserdem einen farbenfrohen Beilagensalat an – wie gut das duftet.


Es gibt leckere Langnudeln

17.30 Uhr Während ich die Seele auf der Terrasse baumeln lasse und kraftvoll zubeisse, kommt Herr Booth daher und lotet aus, wo Frau Pontecorvo abgeblieben ist. Weil ich nicht jedem Deppen Rechenschaft schuldig bin, zucke ich mit den Schultern und gebe bekannt, die Dame von nebenan seit einigen Wochen nicht mehr gesehen zu haben. Mein Nachbar blickt skeptisch drein und meint, dass er morgen mit Scherriff Bradfort telefonieren wird – jaja.
18.00 Uhr Nachdem ich die leistungsstarke Geschirrspülmaschine knopfdrückend in Betrieb genommen habe, verabschiede ich mich in den Feierabend und schaue mir die Nachrichten auf FOX an.
19.00 Uhr Zur Prime Time (löblich: Hauptfernsehzeit) wechsle ich auf den Filmkanal HBO und fröne dem Drama “Looking” aus dem Jahre 2016. Die abendfüllende Eigenproduktion erzählt aus dem Leben eines Homosexuellen, der nach einem Jahr in Denver zu seinen Freunden nach San Franzisko zurückkehrt – wie unlöblich.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Staunen beende ich den Fernsehabend und ziehe mich nachdenklich ins Schlafzimmer zurück. Gute Nacht.