16. März 2017 – Niagara Fälle

08.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und bemerke, dass sich Hund Dixon vor dem Bett postiert hat. Wie es sich gehört, schlage ich die Zudecke beiseite und animiere den Rüden, zu mir ins Bett zu hüpfen – das macht Spass.
08.30 Uhr Leider wird die himmlische Ruhe alsbald durch Edelbert gestört. Der Professor pocht an die Gästezimmertüre und erinnert, dass wir in Kürze zu den Niagara Fällen aufbrechen werden. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und ziehe es vor, augenblicklich aufzustehen und in der Nasszelle zu verschwinden.
09.30 Uhr Sechzig Minuten später werde ich im Esszimmer vorstellig und freue mich, nicht nur meine Verwandten und Prof. Kuhn, sondern auch James und Amanda anzutreffen. Natürlich wünsche ich den Kindern einen schönen Morgen und zögere nicht, neben meinem Bruder Platz zu nehmen. Mein löblicher Neffe plappert ohne Unterlass und erzählt, dass er die Vormittagsstunden mit seiner Frau im “Eaton Center” verbringen wird. Als ich genauer nachfrage, rückt der Bube mit der ganzen Wahrheit heraus und beteuert, dass sich Amanda neue Klamotten und Schuhe kaufen möchte. In meiner Funktion als Schuhexperte, versorge ich die Dame spornstreichs mit Ratschlägen und lege ihr Nahe, die Finger von unbequemen Stöckelschuhen zu lassen.
10.00 Uhr Just als ich mir etwas Kaffee nachschenke, deutet Edelbert auf seine TIMEX Armbanduhr und meint, dass nun die Zeit gekommen ist, um uns zu verabschieden. Ich stimme prompt zu und rechne vor, dass wir für die 130 Kilometer mindestens 3 Stunden auf der Autobahn zubringen werden. In diesem Zusammenhang verweise ich ausserdem auf den Ontario See und merke an, dass es eine Gaudi werden wird, entlang des Ufers zu fahren.


Der Ontariosee

10.30 Uhr Nachdem ich meine Reisetasche in den JEEP verladen und Dixon auf den Rücksitz geholfen habe, reiche ich meinen Verwandten zum Abschied die Hand und verspreche, dass wir am Montag zurück sein werden. Im Anschluss klemme ich mich winkend hinter das Lenkrad und presche hupend von dannen. Der Professor legt beste Laune an den Tag und rät, der Yonge Strasse gen Süden zu folgen und im Zentrum auf den Gardiner Expressway aufzufahren – wie aufregend.
11.00 Uhr Nach einer halben Stunde wechseln wir auf die Stadtautobahn, die uns blitzschnell in die westlichen Vororte bringt. Edelbert redet ohne Unterlass auf mich ein und berichtet, dass die Schnellstrasse nach dem Politiker Frederick Gardiner benannt wurde, der von 1953 bis 1961 erster Verwaltungspräsident von Toronto und der umliegenden Gemeinden war – das soll mir auch Recht sein.


Toronto muss man einfach gesehen haben

11.30 Uhr Kurz vor Hamilton drossle ich die Geschwindigkeit und lasse meinen Begleiter wissen, dass in dieser Kleinstadt Georgs Tochter Laura lebt. Der Professor schlägt in die gleiche Kerbe und zögert nicht, seinen Photoapparat hervorzuholen und den den Ontario See abzulichten – da kommt besonders grosse Freude auf.
12.00 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit finden wir uns am südlichen Ufer des flächenmässig kleinsten der fünf grossen Seen Nordamerikas wieder. Beeindruckt gleiten wir an diversen Weingütern vorbei und lernen anhand von Hinweistafeln, dass in dieser Gegend seit einem Vierteljahrhundert köstliche Rebensäfte produziert werden.
12.45 Uhr Nach 130 zurückgelegten Kilometern erreichen wir unser Ziel und passieren das Willkommensschild der 80.000 Einwohner zählenden Stadt “Niagara Falls”. Weil wir den weltbekannten Wasserfall sehen wollen, krusen wir kurzerhand zum Niagara River und parken das Auto unweit der sogenannten “Horseshoe Falls” (löblich: Hufeisenfälle). Anschliessend nehme ich den Vierbeiner an die Leine und registriere, dass wir nicht die einzigen Touristen sind. Trotz des Andrangs lassen wir uns die gute Laune nicht verderben und schlendern zu einer Aussichtsplattform, um prüfende Blicke auf die 820 Meter breiten Fälle zu werfen – das macht Spass.


Wir besuchen die Niagara Fälle – wie schön

13.15 Uhr Weil es unerträglich kalt ist, machen wir kehrt und fassen den Entschluss, das “Embassy Suites Hotel” anzusteuern und an der Rezeption nach den Übernachtungspreisen zu fragen. Eine blondierte Rezeptionistin begrüsst und herzlich und rechnet vor, dass sie uns pro Zimmer 93 kanadische Dollars in Rechung stellen wird.
14.30 Uhr Erschöpft schleppen wir das Gepäck zum Aufzug und erkennen, dass uns die Perle zwei nebeneinander liegende Räumlichkeiten im fünfzehnten Stock zugewiesen hat. Ruckzuck fahren wir nach oben und freuen und, herrliche Ausblicke auf die Fälle geniessen zu können. Da ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, verabschiede ich den Professor und merke an, dass ich mich nun etwas ausruhen muss. Hund Dixon folgt meinem Beispiel und hüpft ausgelassen aufs Bett, um ebenfalls die Beine auszustrecken – wie schön.
15.30 Uhr Wenig später pocht Edelbert an die Türe und schlägt vor, dass wir nun zur “Journey Behind the Falls” Aussichtsplattform spazieren und einen Blick hinter die Absturzkante der Fälle wagen sollten. Da ich keine Termine im Kalender verzeichnet habe, schlüpfe ich in meine Winterjacke und folge dem schlauen Mann ins Parterre.


Niagara Fälle – Ausflugsboot

16.15 Uhr Nach einem kurzweiligen Spaziergang stehen wir vor dem sogenannten “Table Rock Center” und lernen, dass der Aussichtspunkt nur über einen unterirdischen Stollen sowie einem Aufzug zu erreichen ist. Darüber hinaus sehen wir uns genötigt, 13 kanadische Dollars für den Eintritt zu bezahlen – wo soll das noch hinführen.
17.00 Uhr Schlussendlich stehen wir in gelben Regenmäntel eingehüllt auf der erstes Plattform und sehen aus nächster Nähe, wie das Wasser donnernd herunterrauscht – wie beeindruckend.
18.00 Uhr Da meine Schuhe nass geworden sind, beenden wir den Ausflug und wandern fröstelnd zum Hotel zurück. Zum Abschluss des langen Tages kehren wir in das hauseigene Schnitzelgasthaus ein und nehmen einen Tisch mit Aussicht in Beschlag. Ferner ordern wir bei einem beschürzten Kellner zwei Salate sowie vitaminreiche New York Steaks mit Kartoffeln und Gemüse – schon jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen.


Wir beissen kraftvoll zu

18.45 Uhr Während wir kraftvoll zubeissen, planen wir die nächsten Tage und kommen überein, dass wir morgen den 192 Meter hohen “Skylon Tower” (löblich: Skylon Turm) besichtigen und zudem zur kanadisch/amerikanischen Grenze in Süden krusen sollten – das hört sich verlockend an.
20.00 Uhr Nachdem wir dem Ober knapp 200 Dollars beschert haben, beschliessen wir den nervenaufreibenden Tag an der Bar. Ich spendiere Edelbert ein Langgetränk und informiere, dass ich morgen bis halb 9 schlafen werde.
21.00 Uhr Völlig übermüdet schliesse ich die Zimmertüre auf und nehme mir das Recht heraus, heiss zu duschen. Danach stelle ich dem Vierbeiner eine Schüssel Wasser bereit und falle fix und foxi ins Bett. Gute Nacht.