10. Oktober 2014 – Badespass mit Sandra

08.00 Uhr Ich rolle mich ausgeruht aus dem Wasserbett und animiere Hund Dixon, mir auf die Terrasse zu folgen. Während Hausgast Sandra noch im Reich der Träume verweilt, führe ich die Morgengymnastik durch und spiele mit dem Gedanken, heute eine ruhige Kugel am Strand zu schieben – was kann es schöneres geben.
08.30 Uhr Als ich ins Haus zurückkehre, stellt sich mir Sandra in den Weg und plappert, dass sie sich gestern bei WAL MART den Film “Alien: Covenant” (löblich: Ausserirdischer: Abkommen) gekauft hat. Ich winke gelangweilt ab und erwähne beiläufig, dass ich den Zukunftsfilm bereits in den 1980er Jahren gesehen habe. Meine Mieterin kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und beteuert, dass der Streifen im Mai 2017 seine Lichtspielhauspremiere feierte. Ich nicke eifrig und halte das Kind an, sich etwas überzuziehen und nicht halbnackt in der kleinen Villa herumzulaufen. Anschliessend verabschiede ich mich ins Bad und lasse lauwarmes Wasser in die Wanne laufen.


Mein Zuhause unter Palmen

09.00 Uhr Während ich mich ordentlich wasche und rasiere, bimmelt plötzlich die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry). Zu meiner Freude meldet sich der Professor im Rohr und sagt, dass er gleich mit Herrn Satesh die “Collier County Public Library” (löblich: Öffentliche Bibliothek) besuchen und das Angebot an Fachbüchern in Augenschein nehmen wird. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und rate, die Verabredung kurzerhand sausen zu lassen und stattdessen mit an den Strand zu kommen. Mein Bekannter seufzt laut und wirft ein, dass wir uns Morgen treffen sollten – das hört man gerne.
09.45 Uhr Nach dem Badespass leiste ich Sandra bei der wichtigsten Mahlzeit des Tages Gesellschaft und gebe bekannt, dass ich nach der Jause den Vanderbilt Strand ansteuern und Dixon etwas Auslauf bescheren werde. Meine Tischnachbarin wird augenblicklich hellhörig und sagt, dass sie mich selbstverständlich begleiten wird.


Dr. Pepper schmeckt prima

10.30 Uhr Nachdem wir die Geschirrspülmaschine in Betrieb genommen haben, flitzt Sandra ins Gästezimmer und kündigt an, gleich abfahrbereit zu sein. Ich reibe mir die Hände und schnappe mir zwei Dosen Dr. Pepper Limonade aus dem Eiskasten. Im Anschluss scheuche ich den Vierbeiner zum PS-strotzenden SUV und starte den Motor.
11.00 Uhr Dreissig Minuten später stapfe ich zum Haus zurück und registriere, dass die Maid immer noch vor dem Spiegel steht und sich aufbrezelt. Während Sandra mit einem Schminkpinsel hantiert, tippe ich auf meine wertvolle ROLEX und unterbreite, dass Dixon langsam ungeduldig wird. Mein Hausgast nölt in einer Tour und folgt mir dann zum Auto. Ich schwinge mich spornstreichs auf den Fahrersitz und mache es mir zur Aufgabe, den Wählhebel der Automatikschaltung in der D-Stellung einrasten zu lassen.
11.30 Uhr Kurz vor dem Mittagsläuten erreichen den besagten Strandabschnitt im Norden der Stadt und parken den Chevrolet vor dem “Ritz Carlton Hotel”. Danach streben wir tratschend zum Golf und freuen uns, nur wenige Badegäste anzutreffen. Bevor ich mich versehe, schlüpft meine Begleiterin aus ihrem Kleid und stürzt sich juchzend in die Fluten – das ist ja allerhand.


Sandra badet im Golf von Mexiko

12.00 Uhr Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, setzen wir uns auf eine Bank und Sandra reibt sich mit einem Handtuch trocken. Ausserdem erkundigt sich das Kind, wann meine Verwandten in Naples eintreffen werden. Ich zucke mit den Schultern und zögere nicht, meine Schwarzbeere hervorzuholen und bei meinem Bruder im fernen Toronto anzurufen. Schon bald meldet sich Georg und berichtet, dass wir am Monatsende Wiedersehen feiern werden. Darüber hinaus lerne ich, dass Robert Pfaffenberg Anfang November nach Florida ausfliegen und uns für eine Woche Gesellschaft leisten wird – das ist die beste Nachricht des ganzen Tages.
13.00 Uhr Nachdem wir Sonne getankt haben, deute ich zum Ritz Carlton und lasse Sandra wissen, dass mein knurrender Magen nach einer warmen Mahlzeit verlangt. Meine Begleiterin schlägt in die gleiche Kerbe und meint, dass sie mich zu Speis und Trank einladen wird – das kann mir nur Recht sein.


Wir beissen kraftvoll zu

13.30 Uhr Schlussendlich landen wir in der hoteleigenen “Gumbo Limbo” Strandbar und ordern vitaminreiche “Caesar Salads” (löblich: Cäsar Salaten) sowie lustige Sandwiches (löblich: Wurstbrote). Während ich kraftvoll in ein mit Schinken, Käse und Salat belegtes Brot beisse, nimmt Sandra mit einer veganen Schnitte Vorlieb und erzählt, dass sie am Abend mit Carol Wang verabredet ist. Ich werde sogleich hellhörig und bringe heraus, dass die Weibsbilder einen örtlichen Kleidermarkt besuchen und ordentlich abschoppen werden – wie unlöblich.
14.30 Uhr Nachdem Sandra dem Kellner knapp 60 Dollars beschert hat, spazieren wir zum Auto zurück. Ich überlasse der Maid die Schlüssel und fordere sie auf, während der Heimfahrt grösste Vorsicht an den Tag zu legen.
15.00 Uhr Zuhause angekommen, bette ich mich auf dem Sofa zur Ruhe und schliesse die Augen. Nach wenigen Augenblicken döse ich ein und sehe mich im Traum nach Toronto versetzt.


Ich träume von Toronto

16.00 Uhr Um nicht den Nachmittag zu vertrödeln, nehme ich am Schreibtisch Platz und gehe Anschnur. Im Rahmen der Internetzseelsorge studiere ich Hilferufe und rate den Eltern, sich von der Jugend nichts gefallen zu lassen.
17.00 Uhr Nach einer Stunde fahre ich das Fenster (unlöblich: Windows) Betriebssystem mausdrückend herunter und rufe Sandra auf, mir beim Kochen beizustehen. Natürlich hält das garstige Mädchen Maulaffen feil und sagt, dass sie nun ausgehen wird. Ich tippe mir an die Schläfe und zögere nicht, etwas Butterschmalz in eine Pfanne zu geben und ein gesundes T Knochen Schnitzel (unlöblich: T Bone Steak) herauszubraten. Dazu gibt es im Ofen aufgebackene Kartoffelstäbe sowie einen Tomatensalat mit perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen.


Ein leckeres Abendessen

17.30 Uhr Als ich zu Messer und Gabel greife, wünscht mir Sandra einen schönen Abend und verspricht, gegen Mitternacht zurück zu sein. Ich wünsche der Perle viel Vergnügen und lösche meinen Durst mit einem süffigen Budweiser – das tut gut.
18.30 Uhr Nachdem ich die Hausarbeit erledigt habe, schalte ich die Glotze ein und fröne den FOX Nachrichten. Ich informiere mich aus erster Hand über die tagesaktuellen Geschehnisse und gebe mich anschliessend einer aufschlussreichen Politiksendung mit der weltbekannten Journalistin Martha MacCallum hin.

19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechsle ich auf den Film- und Serienkanal HBO, um mich bei der Eigenproduktion “Room 104” (löblich: Raum 104) zu entspannen.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Nervenkitzel beende ich den Fernsehabend und begleite Dixon noch einmal in den Garten. Danach verschliesse ich Fenster und Türen sorgsam und lege mich schlafen. Gute Nacht.