9. August 2017 – Ein Ausflug nach Georgina

08.00 Uhr Ein neuer Morgen am Lake Simcoe bricht an und ich fühle mich blendend. Während aus dem Radiowecker ein schönes Lied der Sängerin Sara Evans dröhnt, stehe ich auf und stosse die Gästezimmertüre auf. Zu meiner Freude treffe ich Edelbert im Gang an und bringe heraus, dass er bereits geduscht und sich in Schale geworfen hat. Ferner vernehme ich, dass Hund Dixon zum See gelaufen ist, um etwas zu baden. Ich nicke eifrig und ziehe mich gähnend ins Bad zurück, um mich kalt abzuduschen – das tut gut.


Der Lake Simcoe

09.00 Uhr Sechzig Minuten später statte ich meinen Verwandten im Haupthaus einen Besuch ab und höre, dass die lieben Leute den Tag im „The ROC“ verbringen möchten. Als ich genauer nachfrage, erzählt mein Bruder, dass die Freizeitanlage in der Kleinstadt Georgina seinen Besuchern einen 12 Meter hohen Kletterturm bietet. David schlägt in die gleiche Kerbe und sagt, dass man dort auch Minigolf spielen kann.
09.30 Uhr Als ich kraftvoll in ein Honigbrot beisse und meine ausgetrocknete Kehle mit brühfrischen Bohnenkaffee spüle, überreicht mir Maria eine Hochglanzbroschüre aus dem hiesigen Tourismusbüro und beteuert, dass sie selbstverständlich nicht auf den Kletterturm steigen, sondern in Georgina etwas abschoppen wird. Da ich keine grosse Lust habe, alleine im Ferienhaus zu bleiben, ringe ich mich dazu durch, Maria kurzerhand zu begleiten. Auch Edelbert folgt meinem Beispiel und meint, dass er Zigaretten besorgen muss – wie unlöblich.


Bitte nicht qualmen

10.15 Uhr Kurz nach dem Zehnuhrläuten finden wir uns am JEEP meines Bruders ein und bemerken, dass wir im Geländewagen kaum Platz finden. Georg zuckt mit den Schultern und legt mir nahe, mit Edelbert und Maria im Winnebago zu reisen. Ich stimme zu und helfe meiner Schwägerin ins Wohnmobil. Danach scheuche Ich Dixon in den hinteren Teil des TRAVATOS und mache es mir zur Aufgabe, den PS-strotzenden Motor aufheulen zu lassen.
10.45 Uhr Während Georg mit den jungen Leute im JEEP vorausfährt, gleite ich am Seeufer entlang und erfahre von Maria, dass der weltbekannte Schauspieler Jim Carrey viele Jahre in Georgina gelebt hat – das ist mir Wurst.
11.30 Uhr Wenig später trudelt auf Marias I-Telefon (unlöblich: iPhone) eine Kurzdepesche ein und die Perle meldet, dass ihr Ehemann just im Moment am „The ROC“ angekommen ist. Ich setze fachmännisch den Blinker und entgegne, dass auch wir unser Ziel in wenigen Augenblicken erreichen werden – wie aufregend.
12.15 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit parken wir das Wohnmobil vor der „Sutton High School“ und stellen fest, dass Georgina eine einladende Gemeinde ist. Ich nehme den Vierbeiner an die Leine und schlendere an der Seite meiner Schwägerin und dem Professor an liebevoll restaurierten Einfamilienhäusern vorbei. Natürlich kommt Dixon aus dem Schnüffeln gar nicht mehr heraus und stöbert im Dickicht sogar einen lustigen Igel auf – das macht Spass.

13.00 Uhr Nach einem Spaziergang durch den beschaulichen Stadtkern finden wir uns alsbald im „Giant Tiger“ Kaufhaus wieder. Wir streben erheitert durch den Laden und freuen uns, nicht nur Anziehsachen und Zeitschriften sondern auch Lebensmittel sowie Autozubehörteile vorzufinden. Während Edelbert die feilgebotenen Hochglanzmagazine in Augenschein nimmt, wende ich mich den T Hemden zu und stosse auf ein preiswertes Hemd mit LAKE SIMCOE Aufdruck – wie schön.
13.45 Uhr Nachdem sich etliche Waren im Einkaufswagen angehäuft haben, begeben wir uns zur Kasse und begleichen die Rechnung mit Marias Kreditkarte. Im Anschluss vertreten wir uns auf der Hauptstrasse die Beine und kehren kurzerhand ins „Burger Bandit“ Gasthaus ein. Um nicht Hunger leiden zu müssen, winken wir einer Kellnerin zu und ordern saftige Baconburger (löblich: Schinkenburger) mit Kartoffelspalten und Krautsalat.


Wir beissen kraftvoll zu

14.30 Uhr Nach der feinen Mahlzeit lotst uns Maria zu „Steve’s No Frills“ und informiert, dass wir in diesem Lebensmittelgeschäft frisches Obst und Gemüse besorgen müssen. Ich schüttle entschieden den Kopf und gebe zu Protokoll, dass ich währenddessen mit Edelbert im benachbarten „Beer Store“ (löblich: Bier Geschäft) nach dem Rechten sehen werde. Bevor meine Schwägerin Widerworte findet, eile ich von dannen, um gesundes Labatt Blau Bier sowie zwei Flaschen „Canadian Club“ Whiskey einzukaufen.
15.15 Uhr Tütenbepackt laufen wir zum Wohnmobil zurück und plaudern über dies und das. Edelbert ist von Georgina sichtlich angetan und zögert nicht, am laufenden Band Photos zu knipsen – da kommt Freude auf.
15.45 Uhr Just als wir die Besorgungen in den Winnebago verladen, schrillt Marias Telefon. Die kleine Frau nimmt das Gespräch freudig an und verdeutlicht, dass ihr Ehemann und die Kinder nun nach Lake Gilford zurückfahren werden. Ich reibe mir die Hände und klemme mich augenblicklich hinters Lenkrad, um mit quietschenden Pneus davon zu rasen. Während der kurzweiligen Reise frönen wir dem Radioprogramm von KICX COUNTRY 106 und haben das Vergnügen, ein neues Lied aus Joe Nichols Feder zu hören.
16.45 Uhr Nach 50 zurückgelegten Kilometern kommen wir vor dem Ferienhaus zum halten und begrüssen Georg, David, James und Amanda herzlich. Selbstverständlich plappert mein Grossneffe ohne Unterlass und setzt uns darüber in Kenntnis, dass es eine Gaudi war, sich mit seinem Vater im Minigolf zu messen – das hört man gerne.
17.30 Uhr Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, finden wir uns zeitnah am Esstisch ein und laben uns an vitaminreichen Sandwiches (löblich: Wurstbroten). Nebenbei planen wir die anstehenden Tage und kommen überein, dass wir Morgen nach Gilford fahren und Brennholz für den Winter besorgen sollten – wie unlöblich.
18.15 Uhr Mit vollem Magen gehe ich den Frauen bei der Hausarbeit zur Hand und merke an, dass ich ganz erschöpft bin und bald zu Bett gehen werde. Maria gähnt ebenfalls ausgiebig und sagt, dass der Tag ganz schön anstrengend war – das kann man laut sagen.
19.00 Uhr Schlussendlich mache ich es mir in der guten Stube bequem und schaue mir an Georgs und Edelberts Seite die Nachrichten an. Unter anderem lernen wir, dass sich heute der Atombombenabwurf auf die japanische Hafenstadt Nagasaki zum 72 mal jährt – wie schrecklich.

19.30 Uhr Zur besten Sendezeit gesellen sich Maria und Amanda zu uns und wir lassen den lauen Sommerabend bei der seichten Sitzkomödie (unlöblich: Sitcom) „Modern Family“ ausklingen. Da mir langsam die Augen zufallen, stelle ich das Bierglas beiseite und ziehe mich ins Nebenhaus zurück. Gute Nacht.

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