6. Juli 2017 – Grosse Hitze und Gaumenfreuden

08.00 Uhr Ich hüpfe aus dem Bett und stelle fest, dass sich Dixon noch gar nicht an der Terrassentüre eingefunden hat. Stattdessen treffe ich den Rüden hechelnd in der Küche an und bemerke, dass er während der Nacht seinen Trinknapf geleert hat. Weil ich ein Tierfreund bin, fülle ich die Schüssel spornstreichs mit frischem Wasser auf und öffne dann die Pforte. Schnell wird mir jedoch klar, dass es viel zu heiss ist, um hinaus zu gehen.


Dixon schwitzt

08.30 Uhr Wegen der grossen Hitze absolviere ich den Frühsport in der klimatisierten Stube und ziehe es dann vor, schnellstmöglich im Badezimmer zu verschwinden.
09.00 Uhr Während ich die Seele bei einem Wirbelbad baumeln lasse, rufe ich kurzentschlossen bei meinen Verwandten im Lowbank Drive an und lasse sie wissen, dass ich mich heute ganz bestimmt keinem Ausflug anschliessen werde. Auch Georg jammert ohne Unterlass und vertellt, dass er gleich in seine Badehose schlüpfen und den Tag im hauseigenen Schwimmbecken verbringen wird – das ist eine hervorragende Idee.
10.00 Uhr Als der Stundenzeiger meiner ROLEX auf 10 zugeht, beende ich den Badespass und werfe mich in Schale. Danach schlendere ich in die Küche und nehme die futuristische DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb. Zudem schlage ich etliche Eier auf und zaubere im Handumdrehen ein gesundes Omelett.
10.30 Uhr Just als ich mich am Küchentisch niederlasse und kraftvoll zubeisse, rollt Edelberts schneeweisser JEEP vor meinem kultivierten Haus vor. Der schlaue Mann schleppt sich schnaufend ins Haus und meint, dass ihn gleich der Schlag treffen wird. Um dem Professor etwas Gutes zu tun, kredenze ich ihm eine Dose Root Beer (löblich: Wurzelbier) aus dem Hause A&W und gebe zu Protokoll, dass das Thermometer im Laufe des Tages die 100 F° Grenze überschreiten wird – wo soll das noch hinführen.
11.15 Uhr Nach der reichhaltigen Mahlzeit gönne ich mir ebenfalls ein Wurzelbier und deute schmunzelnd in Richtung des Nachbargartens. Edelbert späht neugierig nach nebenan und freut sich, Herrn Booths hübsche Nichte in einem knappen Bikini zu sehen. Der gute Mann schnalzt beeindruckt mit der Zunge und unterbreitet, dass Fräulein Melody eine saubere Figur hat – wie wahr.


Frau Melody ist aufreizend bekleidet

12.00 Uhr Pünktlich zur Mittagszeit kommt Dixon von seinem Gassigang zurück und lässt sich fiepend auf den kalten Fliesenboden fallen. Ich streichle dem Racker aufmunternd über den Kopf und lasse es mir nicht nehmen, ihm zwei lustige Kauknochen ins Maul zu stecken. Im Anschluss komme ich auf den neuwertigen WEBER Gasgrill zu sprechen und informiere, dass mir Georg das Gerät freundlicherweise überlassen hat. Der Professor wird augenblicklich hellhörig und sagt, dass es angebracht wäre, zwei köstliche Schnitzel herauszubraten. Ich lege prompt den Zeigefinger an die Unterlippe und weise auf die Tatsache hin, dass ich noch etliche T Bone Steaks in der Tiefkühltruhe aufbewahre. Ruckzuck flitze ich in die Küche und mache mich daran, vier köstliche Rindfleischstücke aus dem Kühlfach zu holen. Edelbert macht sich währenddessen am Grill zu schaffen und dreht den Gashahn bis zum Anschlag auf – da kommt besonders grosse Freude auf.
12.30 Uhr Während mein Bekannter bei schweisstreibenden Temperaturen am Grill steht, mache ich mich in der Küche nützlich und richte im Handumdrehen einen gesunden Salat mit Oliven an. Darüber hinaus backe ich Kartoffelspalten im Ofenrohr auf und vergesse auch nicht, das Haustier mit Trockenfutter zu verwöhnen.


Fleisch ist ein Stück Lebenskraft

13.00 Uhr Endlich können wir es uns im Wohnzimmer bequem machen und uns die Gaumenfreuden zu Gemüte führen. Natürlich lobe ich Edelberts Grillkünste über den Schellenkönig und registriere, dass er das Fleisch perfekt gebraten hat. Der Professor bedankt sich und versichert, dass auch die Kartoffelspalten hervorragend munden.
13.30 Uhr Als Nachspeise serviere ich Frozen Yoghurt (löblich: Gefrorenen Joghurt) aus dem PUBLIX Markt und merke an, dass ich morgen zu Bob’s Liquor Store krusen und Weissbier einkaufen muss. Mein Tischnachbar reibt sich die Hände und verspricht, mich zum Alkoholgeschäft unseres Vertrauens zu begleiten.
14.00 Uhr Nachdem sich der Professor verabschiedet hat, falle ich erschöpft aufs Kanapee und schliesse die Augen. Schon bald schlummere ich ein und sehe mich im Traum auf die Pfade des berüchtigten Zodiac Serienmörders versetzt. HEUREKA – diese Reise werde ich so schnell nicht vergessen.
15.00 Uhr Ich werde durch lautes Telefonschellen geweckt und sehe mich genötigt, mit Frau Pontecorvo sprechen zu müssen. Die Dame schimpft über das viel zu heisse Wetter in Jacksonville und erkundigt sich, ob ich regelmässig in ihrem Zuhause nach dem Rechten sehe. Ich zucke mit den Schultern und flunkere, dass ich täglich nach nebenan gehe, um den Briefkasten zu leeren und die Pflanzen zu bewässern. Meine Nachbarin gibt sich erleichtert und erinnert, dass wir uns am Sonntag wiedersehen werden.
15.30 Uhr Nach dem Telefonat gehe ich trotz der unerträglichen Hitze Anschnur und komme meinen Pflichten als staatlich anerkannter Internetzseelsorger nach. Wie es sich gehört, helfe ich verzweifelten Erziehungsberechtigten aus schier ausweglosen Situationen und rate dazu, mit der verlotterten Jugend nicht zu zimperlich umzugehen.


Die Petersilie wächst und gedeiht

16.30 Uhr Fix und foxi beende ich die Arbeit und begebe mich nach draussen, um nicht nur die Petersilie, sondern auch die Mangroven auf dem angrenzenden Grundstück zu bewässern – mir bleibt wirklich gar nichts erspart.
17.00 Uhr Um endlich zur Ruhe zu kommen, mache ich kehrt und bereite unter den fordernden Blicken meines Haustieres das Abendessen vor. Da ich auf meine schlanke Linie achten muss, nehme ich mit vier kleinen Sandwiches (löblich: Wurstbroten) und etlichen Gewürzgurken aus dem Glas Vorlieb – schmeckt gar nicht schlecht.
18.00 Uhr Nachdem ich die Geschirrspülmaschine eingestellt habe, schalte ich die Glotze ein und schaue mir die FOX Nachrichten an. Unter anderem lerne ich, dass in zwei Monaten die „National Football League“ (löblich: Nationale Fussball Liga) in die neue Saison starten wird – wie aufregend.
19.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf den Bezahlkanal HBO und fröne dem Märchenfilm „Big Friendly Giant“ (löblich: Grosser freundlicher Riese). Die abendfüllende Produktion aus Stephen Spielbergs Feder erzählt die haarsträubende Geschichte eines Waisenkindes, welches sich mit einem Riesen anfreundet.
21.00 Uhr Nach zweistündigem Dummsinn beende ich den Fernsehabend und rufe Dixon ins Haus. Zu guter Letzt reguliere ich die Klimaanlage und lege mich schlafen. Gute Nacht.