12. Juni 2017 – Honda HRX

08.00 Uhr Ich werde durch das Bimmeln meiner Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) geweckt. Missmutig halte ich mir das Schnurlostelefon ans Ohr und habe das zweifelhafte Vergnügen, mit meiner unterbelichteten Mieterin sprechen zu müssen. Sandra lässt den Besuch ihrer Eltern Revue passieren und erzählt, dass es keinen Spass gemacht hat, die Leute im Waldweg zu beherbergen. Darüber hinaus erfahre ich, dass die Maid ihren Vater und ihre Mutter in eine BMW Ausstellung sowie in die „FC Bayern Erlebniswelt“ begleiten musste – jaja.


Frl. Corte besuchte den FC Bayern

08.30 Uhr Nachdem wir ausgiebig getratscht haben, lege ich das Telefon beiseite und folge Dixon in den Garten. Wie es sich gehört, läute ich den Morgen mit dem Frühsport ein und bemerke nebenher, dass die Kletterrosen hinter dem Haus zugeschnitten werden müssen. Ich lege den Zeigefinger an die Unterlippe und fasse den Entschluss, den Gärtner mit dieser Aufgabe zu betrauen – immerhin kann ich mich nicht um alles kümmern.
09.00 Uhr Während ich mich bei einem Wirbelbad entspannt, werde ich abermals durch sehr lautes Telefonläuten gestört. Diesmal meldet sich mein Bruder im Rohr und kündigt an, dass er gleich zum HOME DEPOT Baumarkt krusen und einen Rasenmäher kaufen wird. Ich werde sogleich hellhörig und entgegne, dass ich mich diesem Ausflug anschliessen werde. Georg ist begeistert und verspricht, dass er mich in zwei Stunden abholen wird.
10.00 Uhr Nach dem Badespass werfe ich mich in Schale und vergesse auch nicht, mein Gesicht mit einer Sonnenschutzcreme einzureiben. Ferner träufle ich duftende Kokosnussmilch auf meine Arme und gebe meinem tierischen Mitbewohner zu verstehen, dass zu viel Sonneneinstrahlung zu Hautkrebs führen kann. Dixon legt prompt seinen Kopf schief und flitzt nach draussen, um seine Pfoten im Teich zu baden – wie schön.
10.15 Uhr Weil man nicht nüchtern aus dem Haus gehen sollte, finde ich mich am Küchentisch ein und verzehre im Beisein meines Haustieres eine stattliche Portion Kelloggs Froot Loops mit frischer Muh – das tut gut.
11.00 Uhr Wenig später kommt Georgs JEEP vor meinem Zuhause zum halten. Um den guten Mann nicht warten zu lassen, eile ich mit schnellen Schritten nach draussen und erkundige mich, wo Maria abgeblieben ist. Mein Bruder seufzt laut und setzt mich darüber in Kenntnis, dass sich die Perle mit Frau Porello zum Schoppen getroffen hat. Ich rolle mit den Augen und unke, dass die Weiber ein kleines Vermögen verprassen werden. Trotz aller Widrigkeiten lassen wir uns die gute Laune nicht verderben und krusen zügig zum Baumarkt an der Pine Ridge Road.
11.30 Uhr Am Ziel angekommen, nehme ich Dixon an die Leine und folge Georg in die klimatisierte Markthalle. Nebenbei kommt mein Bruder auf den „Barefoot Beach Club“ zu sprechen und berichtet, dass die Schnösel derzeit keine neuen Mitglieder aufnehmen. Ich zucke mit den Schultern und lotse Georg spornstreichs zur „Outdoor“ (löblich: Freiland) Abteilung, wo wir Dutzende Rasenmäher beäugen können.


Wir schoppen bei HOME DEPOT ab

12.00 Uhr Anstatt jedoch die günstigen Modelle in Augenschein zu nehmen, wendet sich Georg den teuren Geräten zu und ringt sich dazu durch, sich von einem Marktmitarbeiter die Vorzüge eines benzinbetriebenen HONDA Mähers näher bringen zu lassen. Der Neger plappert ohne Unterlass und beteuert, dass der HONDA HRX über eine fortschrittliche Technik verfügt und mit einer Schnittbreite von 21 Inch (53 Zentimeter) überzeugen kann. Bevor ich mich versehe, geht Georg auf den Handel ein und meint, dass die 599 Dollars sehr gut angelegt sind.
12.30 Uhr Nachdem wir einen 4 Gallonen fassenden Benzinkanister in den Einkaufswagen gelegt haben, schlendern wir zur Kasse und sehen uns genötigt, insgesamt 607 Dollars bezahlen zu müssen. Georg reibt sich die Hände und zögert nicht, mich im Anschluss in die benachbarte „Patrics Kitchen“ Gaststätte einzuladen.
13.15 Uhr Als wir uns „Grilled Steak Salads“ (löblich: Gegrillte Schnitzel Salate) sowie hausgemachte Linguini mit Fleischbällchen schmecken lassen, erinnert mein Tischnachbar daran, dass wir nun eine Tankstelle ansteuern und etliche Liter Premiumbenzin besorgen müssen. Ferner vernehme ich, dass der gute Mann den Nachmittag ausnutzen möchte, um die Wiese rund um das Schwimmbecken zu mähen – wie langweilig.
14.15 Uhr Redlichst gestärkt verlassen wir die Wirtschaft und krusen ohne Umwege zu einer COSCO Tankstelle, um den Kanister mit Premiumbenzin zu befüllen. Unterdessen nehme ich die Preistafeln ins Visier und bemerke, dass die Benzinkosten seit Jahresbeginn um gut 20 Zents gefallen sind – wie schön.


Hund Dixon hat Hunger

15.00 Uhr Endlich bin ich wieder zu Hause und kann Dixons Napf mit Trockenfutter auffüllen. Während sich der Rüde ausgehungert auf die Jause stürzt, schlüpfe ich aus den modischen Mokassins und gönne mir ein kühles Budweiser. Im Anschluss falle ich erschöpft aufs Wohnzimmersofa und schliesse die Augen – das tut gut.
16.00 Uhr Um nicht den ganzen Nachmittag zu vertrödeln, stehe ich auf und sehe im Garten nach Dixon. Nach kurzer Suche treffe ich den Vierbeiner im Garten von Familie Crane an und freue mich, mit der Dame des Hauses plaudern zu dürfen. Die ehemalige Olympiateilnehmerin lädt mich zu einem Kaffee ein und erzählt, dass sie am Wochenende eine Hundeausstellung in der Nachbargemeinde Fort Myers besucht hat. Zudem deutet die Perle auf ihren Hund Joey und meint, dass sie für 25 Dollars ein wunderschönes Halsband erstanden hat – das ist mir Wurst.
17.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, mache ich mich in der Küche nützlich und sorge für ein nahrhaftes Abendessen. Da Fleisch sehr gesund ist, brate ich ein Schnitzel im heissen Fett an und zaubere dazu einen leckeren Beilagensalat mit schmackhaften Oliven – da läuft einem schon jetzt das Wasser im Munde zusammen.
18.00 Uhr Nachdem ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb gesetzt habe, mache ich es mir vor der Glotze bequem und schaue mir die FOX Nachrichten an.

19.00 Uhr Zur besten Sendezeit schalte ich auf NBC um, wo just im Augenblick eine Episode der Sitzkomödie (unlöblich: Sitcom) „Superstore“ anläuft. Ich lehne mir schaumweinschlürfend zurück und tauche in das Leben einiger Angestellter des fiktiven Kaufhauses „Cloud 9“ ein – das macht Spass.
21.00 Uhr Nach drei weiteren Folgen beende ich den Fernsehabend und verabschiede mich ins Schlafzimmer. Hund Dixon folgt mir gähnend und macht es sich neben dem Wasserbett bequem. Gute Nacht.