11. April 2017 – She Is Tight

08.00 Uhr Die AMAZON ECHO Lautsprechersäule springt an und weckt mich mit einem Musikbeitrag der aus Illinois stammenden Combo „Cheap Trick“. Während „She is tight“ (löblich: Sie ist scharf) läuft, rolle ich mich aus dem Wasserbett und öffne das Schlafzimmerfenster. Danach schlendere ich auf die Terrasse und lockere meine eingerosteten Glieder. Nebenher spähe ich nach nebenan und werde Zeuge, wie Frau Booth im Morgenmantel durch den Garten stapft. Natürlich wende ich mich spornstreichs ab und lasse Hund Dixon wissen, dass die alte Schachtel ganz und gar nicht „tight“ ist.

08.30 Uhr Während der Rüde mit Nachbarshund Joey spielt, kehre ich in die kleine Villa zurück und lasse die Seele bei einem löblichen Wirbelbad baumeln. Ausserdem telefoniere ich mit meiner Schwägerin und bringe heraus, dass meine Verwandten gleich zum PUBLIX krusen und Ostereinkäufe tätigen werden. Ich nicke eifrig und entgegne, dass ich selbstverständlich mitkommen werde – das wird eine Gaudi.
09.30 Uhr Eine Stunde später nehme ich am Frühstückstisch Platz und führe mir die wichtigste Mahlzeit des Tages zu Gemüte. Darüber hinaus denke ich an die anstehende Forschungsreise ins kalifornische Berkeley und bemerke, dass der Abflugtag auf Amandas Geburtstag fällt. Ich mache mir eigene Gedanken und komme zu dem Schluss, dass James Ehefrau in diesem Jahr bereits ihr 44. Wiegenfest feiert – das ist ja allerhand.
10.00 Uhr Redlichst gestärkt nehme ich die Geschirrspülmaschine in Betrieb und eile mit Hund Dixon zum Chevrolet. Mit quietschenden Pneus rase ich aus dem Wohngebiet und lausche unterdessen dem Qualitätsradioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land). Wie jeden Tag, spielen die Verantwortlichen auch heute die grössten Hits (löblich: Schläge) angesehener Interpreten und verwöhnen ausserdem mit einem prima Dolly Parton Gassenhauer aus den 1970er Jahren – da kommt Freude auf.


Der WINNEBAGO TRAVAO

10.30 Uhr Endlich erreiche ich mein Ziel und stelle lachend fest, dass Georg und Maria im WINNEBAGO TRAVATO vorgefahren sind. Schmunzelnd hüpfe ich aus dem Auto und folge den lieben Leuten in die klimatisierte Markthalle. Als erstes streben wir zur Fleischtheke und verabreden, dass Maria am Ostersonntag einen Schweinebraten auf den Tisch bringen wird. Wir werfen neugierige Blicke in die Gefrierschränke und ringen uns dazu durch, vier Pfund „Pork Neck“ (löblich: Schweineschulter) in den Einkaufswagen zu laden. Im Anschluss schieben wir das Gefährt zur Gemüseabteilung und verfrachten lustige Zwiebeln, Paprika sowie etliche Zucchinis zu den anderen Waren.
11.30 Uhr Nachdem wir sechs Flaschen Silver Oak Cabernet Sauvignon dazugestellt haben, steuern wir die Kasse an und sehen uns genötigt, knapp 150 Dollars für die Lebensmittel bezahlen zu müssen. Ich rolle demonstrativ mit den Augen und weise meine Verwandten auf die Tatsache hin, dass ich mir ein solches Luxusessen nicht alle Tage leisten kann. Georg zuckt mit den Schultern und setzt mich darüber in Kenntnis, dass Maria als Vorspeise einen Gartensalat mit frischem Lachs auftischen wird – darauf freue ich mich jetzt schon.
12.30 Uhr Schlussendlich schleppen wir die Einkaufstüten zum TRAVATO und nehmen uns das Recht heraus, in der benachbarten SUBWAY Gaststätte das Mittagessen einzunehmen. Wir laben uns an frischzubereiteten Subs und mein Bruder erzählt, dass die Bezeichnung „Sub“ auf den Begriff „Submarine Sandwich“ (löblich: U Boot Brot zurückgeht – das soll mir auch Recht sein.


Wir beissen kraftvoll zu

13.15 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit, den Heimweg anzutreten. Ich verabschiede mich von meinen Verwandten und stelle klar, dass ich morgen das Frühstück in Julies Restaurant einnehmen werde.
14.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, falle ich erschöpft aufs Kanapee und strecke die Beine aus. Bereits nach wenigen Sekunden döse ich ein und sehe mich im Traum in den „grossen Apfel“ (unlöblich: Big Apple) versetzt.
15.00 Uhr Leider wird die Ruhe bald durch Frau Pontecorvo gestört. Die Perle pocht aufgeregt an die Terrassentüre und erzählt, dass sie sich einen Sonnenbrand eingefangen hat. Seufzend winke ich die Dame herein und hole eine Flasche mit Mandelblütenöl aus der Hausapotheke. Darüber hinaus informiere ich, dass dieses Öl Wunder wirkt. Meine Nachbarin atmet tief durch und nimmt sich das Recht heraus, mit der DeLonghi Kaffeemaschine brühfrischen Bohnentrunk aufzubrühen. Dazu essen wir schmackhafte Muffins aus dem PUBLIX Supermarkt – das tut gut.
16.00 Uhr Nachdem sich Frau Pontecorvo verabschiedet hat, setze ich mich an den Schreibtisch und kümmere mich um die Anschnurarbeit. Ich schufte hart und rate einer alleinerziehenden Mutter aus Cleve, ihre verlotterte Tochter Claudia (11) zur Adoption freizugeben. Immerhin kann es nicht sein, dass sich das Balg täglich schminkt und sogar rosaroten Lippenstift aufträgt.
17.00 Uhr Weil das kulinarische Wohl nicht zu kurz kommen darf, beende ich die Arbeit und fordere Dixon auf, mir in die Küche zu folgen. Unter den fordernden Blicken meines Haustieres backe ich eine Pizza auf und zaubere dazu einen farbenfrohen Beilagensalat mit perfekt aufgeschnittenen Zwiebelringen und Oliven..


Hund Dixon ist hungrig

18.00 Uhr Nach der Brotzeit mache ich es mir in der klimatisierten Stube bequem und folge interessiert den FOX Nachrichten. Ich informiere mich aus erster Hand und bringe heraus, dass just heute vor 72 Jahren das Konzentrationslager Buchenwald durch amerikanische Soldaten befreit wurde – wie furchtbar.
20.00 Uhr Zur besten Sendezeit wechsle ich auf HBO und erfreue mich am Zukunftsfilm „Independence Day“. Die Erfolgsproduktion aus dem Jahre 1996 erzählt vom Angriff ausserirdischer Raumschiffe auf unsere Erde. Ich amüsiere mich köstlich und verzehre eine ganze Packung Lay’s Kartoffelchips.
21.00 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung schalte ich den Flachbildschirm aus und unternehme mit dem Rüden einen Spaziergang durch den Garten. Zu guter Letzt wünsche ich dem Lausbuben angenehme Träume und verabschiede mich ins Schlafzimmer. Gute Nacht.