15. März 2017 – Berkeley und ein Schneesturm

08.00 Uhr Auch heute brennt die Sonne vom Himmel und lässt die Thermometeranzeige auf schwindelerregende 82°F (28°C) ansteigen. Um nicht aus den bequemen JOSEF SEIBEL Hausschuhen zu kippen, verzichte ich ausnahmsweise auf die Morgengymnastik. Stattdessen verabschiede ich mich ins Bad und nehme mit einem Wirbelbad Vorlieb – da kommt Freude auf.
08.45 Uhr Während meine alten Knochen vom Sprudelwasser umspült werden, studiere ich auf dem iPad die heutige Anschnurausgabe der „Naples Daily News“ und bringe heraus, dass im Norden ein Schneesturm gewütet und den Grossen Apfel (unlöblich: Big Apple) in ein Winterwunderland verwandelt hat. Wenig später schellt das Telefon und Edelbert wünscht mir einen guten Morgen. Der Professor berichtet von seinem gestrigen Treffen mit Dr. Satesh und merkt an, dass der Wissenschaftler viel um die Ohren hat und sich unserer geplanten Reise zur weltbekannten Berkeley Universität womöglich nicht anschliessen kann. Ich nicke eifrig und entgegne, dass wir unter diesen Umständen eben alleine nach Kalifornien ausfliegen werden. Mein Bekannter freut sich und meint, dass wir zeitnah buchen sollten – wie aufregend.


Wir wollen nach Berkeley ausreisen

09.45 Uhr Nach dem Badespass setze ich mich an den Frühstückstisch und verzehre in Dixons Beisein ein leckeres Frühstück. Nebenbei navigiere ich durchs Internetz und lerne, dass „American Airlines“ preisgünstige Verbindungen an die amerikanische Westküste feilbietet. Ich mache grosse Augen und lese, dass ein Direktflug von Miami nach San Francisco mit lediglich 277 Dollars zu Buche schlägt – das ist phantastisch.
10.30 Uhr Just als Frau Gomez die Haustüre aufstösst, kontaktiere ich erneut den Professor und erzähle, dass es eine Gaudi wäre, im April nach San Francisco zu fliegen. Als ich auf den spottbilligen Preis verweise, schnalzt Edelbert mit der Zunge und verspricht, noch einmal mit Dr. Satesh zu sprechen – wie schön.
11.15 Uhr Nachdem ich die mexikanische Putzperle gebeten habe, den Küchenboden zu wischen, schnappe ich mir den Einkaufskorb vom Küchenschrank und scheuche den Vierbeiner zum Auto. Dummerweise treffe ich auf der Einfahrt auf Frau Pontecorvo und erfahre, dass die Dame ebenfalls zum PUBLIX Supermarkt fahren möchte. Ich zucke mit den Schultern und biete der kleinen Frau an, dass sie mich gerne begleiten kann.


Wir schoppen ab

11.45 Uhr Nach einer Hochgeschwindigkeitsfahrt kommen wir mit quietschenden Bremsen vor der Markthalle zum Stehen. Frau Pontecorvo hüpft ausgelassen aus dem PS-strotzenden SUV und sagt, dass sie sich gestern Rabattmarken aus einem PUBLIX Reklameheftchen ausgeschnitten hat. Meine Begleiterin strahlt wie ein Honigkuchenpferd und rechnet vor, dass sie beim heutigen Einkauf gut und gerne 20 % einsparen wird.
12.30 Uhr Nachdem wir einer störrischen Kundin einen Einkaufswagen streitig gemacht haben, schlendern wir durch die breiten Gänge und laden allerhand Lebensmittel ein. Darüber hinaus verrate ich meiner Nachbarin, dass ich bald nach Kalifornien fliegen und die Berkeley Universität besuchen werde. Um der kleinen Frau einen genauen Einblick zu geben, komme ich auf Edelbert zu sprechen und lege anschaulich dar, dass der schlaue Mann viele Jahre an dieser Eliteuniversität gelehrt und auch geforscht hat.


Ein Erdinger Weissbier schmeckt prima

13.00 Uhr Um insgesamt 87 Dollars erleichtert, steuern wir „Bob’s Liquor Store“ an und erwerben süffiges Erdinger Weissbier, vitaminreiches Budweiser sowie mehrere Flaschen Schaumwein. Währenddessen plaudere ich angeregt mit Frau Pontecorvo und ermutige sie, uns in den goldenen Westen zu begleiten. Leider lehnt die Alte ab und meint, dass sie lieber in Florida bleiben will – das ist wieder typisch.
14.00 Uhr Völlig verschwitzt treffen wir wieder im Willoughby Drive ein. Ich verabschiede Frau Pontecorvo per Handkuss und mache es mir dann zur Aufgabe, die Einkäufe im Eiskasten zu verstauen. Danach fülle ich Dixons Napf mit Trockenfutter auf und falle erschöpft aufs Kanapee.
15.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und nutze die Nachmittagsstunden, um an die Leine (unlöblich: online) zu gehen. Unter anderem arbeite ich Hilferufe besorgter Heimseitenbesucher ab und mache mich auf Wikipedia über die Berkeley Universität schlau. Unter anderem erfahre ich, dass die Hochschule anno 1868 gegründet wurde und zu den renommiertesten Bildungseinrichtungen der USA zählt – das ist phantastisch.


Die Berkeley Universität ist weltbekannt

16.00 Uhr Nachdem ich die neuen Einträge im Gästebuch überflogen habe, leine ich den Vierbeiner an und breche zu einem Spaziergang auf. Zu meiner Freude treffe ich bald auf Fernsehkoch Wayne Gregor und vernehme, dass der Prominente im Mai ein neues Buch auf den Markt bringen und auch wieder landesweit im Fernsehen eine Kochschau präsentieren wird – wie schön.
17.00 Uhr Zurück in der kleinen Villa, beschalle ich die Wohnstube mit stimmungsvoller George Strait Musik und bereite das Abendessen vor. Weil ich keine Lust verspüre, stundenlang am heissen Herd zu stehen, koche ich kurzerhand italienische Langnudeln auf und verfeinere sie mit Pesto aus dem Glas – wie gut das duftet.
18.00 Uhr Ein nervenaufreibender Tag neigt sich langsam seinem Ende zu. Zu guter Letzt sorge ich in die Küche für Sauberkeit und gehe dann zum gemütlichen Teil über. Um auf den neuesten Stand zu kommen, schaue ich mir die FOX Nachrichten an und mache mich über das Wirken des amerikanischen Präsidenten Donald Trump schlau.

19.00 Uhr Zur Hauptfernsehzeit wechsle ich auf „Showtime“, um mir die ersten beiden Folgen des Serienerfolgs „Billions“ anzuschauen. Das zehnteilige Fernsehspiel ist in der New Yorker Finanzwelt angesiedelt und erzählt von den Ermittlungen des Richters Chuck Rhoades gegen den skrupellosen Menetscher Bobby Axelrod – da kommt Spannung auf.
21.00 Uhr Ein nervenaufreibender Fernsehabend geht zu Ende und ich drücke beherzt auf den „OFF“ (löblich: AUS) Knopf der Fernbedienung. Danach rufe ich Dixon ins Haus und falle erschöpft ins Bett. Gute Nacht.