13. März 2017 – Benjamin Harrison

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Sehr geehrter Leser,

im alten Europa geraten Politiker schnell in Vergessenheit.
Kaum noch jemand erinnert sich an die Amtszeiten des Bundespräsidenten Gustav Heinemann (1946 bis 1949) oder des Bundeskanzler Ludwig Erhard (1963 bis 1966) – wie traurig.

In den Vereinigten Staaten wird mit dem Erbe ehemaliger Volksvertreter ganz anders umgegangen. Allen Präsidenten kommt die Ehre zuteil, Namenspatron einer Hochschule und/oder einer Universität zu werden. Ferner ist es die Regel, dass Denkmäler errichtet, Briefmarken bedruckt und Strassen nach den Präsidenten benannt werden. Darüber hinaus erinnern Zeitungen mit spannenden Essays an verstorbene Präsidenten und informieren die Leser über ihre Taten.

Heute – am 13. März 2017 – jährt sich Benjamin Harrisons Tod zum 116sten Mal.
Wie jedes Kind weiss, bekleidete der aus Ohio stammende Politiker vom 4. März 1889 bis zum 4. März 1893 das höchste Amt im Staate.

Benjamin Harrison wuchs in North Bend, OH als Sohn eines wohlhabenden Farmers auf und hegte bereits in jungen Jahren den Wunsch, ein erfolgreicher Jurist zu werden. Nach seinem Studium arbeitete er als Rechtsanwalt und schrieb es sich auf die Fahnen, die Republikanische Partei und dessen Präsidentschaftskandidaten Charles Frémont sowie Abraham Lincoln zu unterstützen.

Während des Sezessionskriegs trat er ab 1862 der Unionsarmee bei und stieg bis zum Brigade General auf. Herr Harrison diente unter dem legendären General William T. Sherman und durfte als einer der ersten Soldaten ins besiegte Atlanta einziehen. Nach dem blutigen Krieg verschrie er sich ganz er Politik und versuchte erfolglos, als Gouverneur des Staates Indiana gewählt zu werden. Trotz dieser Niederlage wurde er 1888 ganz überraschend zum Präsidentschaftskandidaten ernannt. Benjamin Harrison konnte sich bei den Wahlen zum 23. Präsidenten gegen den demokratischen Amtsinhaber Grover Cleveland durchsetzen.

Während seiner vierjährigen Regierungszeit sagte er marktbeherrschenden Kartellen den Kampf an und schaffte es, den Mittelstand nachhaltig zu stärken. Auf seine Initiative wurde der sogenannte „Sherman Antitrust Act“ verabschiedet, der noch heute Monopole einschränkt und die Grundlage des amerikanischen Wettbewerbsrechts darstellt.

Nach seiner Präsidentschaft kehrte er nach Indianapolis zurück, um sich als Schriftsteller, Berater und Gastdozent an der renommierten Stanford University zu versuchen. Letztendlich starb Benjamin Harrison am 13. März 1901 im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.

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Benjamin Harrisons Grab auf dem Crown Hill National Cemetery

Heutzutage erinnert ein stattliches Denkmal in Indiana an das Wirken des beliebten Politikers. Ferner wurde eine im Jahre 1908 eröffnete Militärakademie in Lawrence, IN nach dem Präsidenten benannt. 1942 lief ausserdem das Versorgungsschiff „SS Benjamin Harrison“ vom Stapel und brachte Hilfsgüter nach Europa – da kommt Freude auf.

Hochachtungsvoll
Reinhard Pfaffenberg