Das Tagebuch von Reinhard Pfaffenberg
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02.09.2010
07.15 Uhr Ein neuer Sonnentag im Rentnerparadies beginnt und ich werde durch das stimmungsvolle Trace Adkins Lied "Brown Chicken, Brown Cow" (löblich: braunes Huhn, braune Kuh) aus einem schönen Traum gerissen. Augenreibend hüpfe ich aus den Federn und
Click for Naples, Florida Forecast erkenne beim Blick aus dem Fenster, dass Hund Dixon auch schon wach ist und sich mit Sandra am künstlich angelegten Teich tummelt.
07.30 Uhr Während ich meine eingerosteten Muskeln mit dem Hampelmann lockere, beobachte ich die zwei und werde Zeuge, wie sich mein Hausgast mit löblichen Dehnübungen in Form hält. Als ich Sandra einen guten Morgen wünsche, winkt sie mir zu und behauptet, dass sie vor fünfundvierzig Minuten aufgestanden ist und einen Spaziergang mit dem Vierbeiner unternommen hat - wie schön.
08.00 Uhr Nachdem ich die Klimaanlage reguliert und den futuristischen DeLonghi Vollautomaten in Betrieb genommen habe, entspanne ich mich bei einem löblichen Wirbelbad. Nebenbei lausche ich dem Radioprogramm eines örtlichen Senders und lerne, dass der erste Wirbelsturm der Saison auf dem Atlantik zunehmend an Stärke gewinnt. Hurrikane "Earl" wird nach Berechnungen der Meteorologen am Wochenende auf das Festland treffen und die Bundesstaaten Virginia, Nord Carolina und Maryland heimsuchen. Vorsorglich wurden auch schon die vorgelagerten Inseln Hatteras und Ocracoke evakuiert und alle Bürger aufgerufen, grösste Vorsicht walten zu lassen und Vorräte anzulegen - wie unlöblich. Ich kann wirklich froh sein, dass der Sturm um Südflorida einen grossen Bogen macht.
09.00 Uhr Nach dem Badevergnügen leiste ich Sandra beim wichtigsten Mahl des Tages Gesellschaft und höre, dass sie von Zahnschmerzen geplagt wird. Meine Mieterin schimpft wie ein Rohrspatz und berichtet, dass sie gestern Erdnüsse verzehrt und eine Plombe verloren hat. Natürlich mache ich mir die grössten Sorgen und lege Sandra nahe, noch während des Vormittags einen Zahnarzt aufzusuchen. Die Maid stiehlt sich gekonnt aus der Verantwortung und sagt, dass sie ihre Auslandsversicherungskarte zuhause vergessen hat - das ist wieder typisch. Trotz allem rede ich Sandra gut zu und biete an, dass ich sie zur Praxis von Dr. Johnson begleiten kann. Um für klare Verhältnisse zu sorgen, erhebe ich den Zeigefinger und stelle klar, dass der Arzt ein hervorragender Vertreter seiner Zunft ist und es wie kein anderer versteht, mit dem Bohrer umzugehen.
09.45 Uhr Nach einer geschlagenen Dreiviertelstunde habe ich Sandra endlich überzeugt. Erleichtert klatsche ich in die Hände und bugsiere Hund Dixon zum JEEP. In einer waghalsigen Hochgeschwindigkeitsfahrt bringe ich Sandra zur Praxis in die 1st Avenue und gebe zu Protokoll, dass der Mediziner spitze ist. 
10.15 Uhr Wenig später betreten wir das Ärztehaus und sehen uns am Empfang mit der 19jährigen Sprechstundenhilfe Monique konfrontiert. Die platinblonde Frau freut sich, Sandras Bekanntschaft zu machen und erläutert, dass wir vor der Behandlung ein Formular ausfüllen müssen. Meine Begleiterin macht sich spornstreichs ans Werk und gibt auch die Nummer ihrer Amazon.de VISA Kreditkarte preis. 
10.30 Uhr Bevor sich der Dentist Sandras Problemen annimmt, müssen wir uns etwas im Wartezimmer gedulden. Während Sandra aufgeregt mit dem Fuss wippt, studiere ich eine Heimwerkerzeitschrift und bringe in Erfahrung, dass BLACK&DECKER einen neuartigen Schwingschleifer auf den Markt gebracht hat. Beeindruckt reiche ich das Hochglanzmagazin an meine Begleiterin weiter und erkläre, dass ich mir dieses Werkzeug bald kaufen werde. Sandra wischt sich jedoch den Angstschweiss von der Stirn und erwidert, dass sie gleich in Ohnmacht fallen wird. 
10.45 Uhr Endlich ist es soweit und der Zahnarzt ruft Sandra ins Behandlungszimmer. Während das Kind mit schlotternden Knien aufsteht, komme ich mit der alten Schachtel (72) neben mir ins Gespräch. Die Frau stellt sich mir als Ruth Winters aus East-Naples vor und meint, dass meine Tochter grossen Respekt vor Zahnärzten hat. Ich nicke eifrig und belehre, dass das Kind nicht meine Tochter, sondern meine unterbelichtete Mieterin ist.
11.15 Uhr Kurz nach dem Elfuhrläuten ist die Prozedur auch schon zu Ende und Sandra kommt mit einem strahlenden Lächeln zurück. Das Mädchen gibt sich erleichtert und sagt, dass der Arzt sehr freundlich war und lediglich eine Plombe erneuern musste. Sandra überschlägt sich vor Freunde und berichtet, dass sie 75 Dollars löhnen muss und in einer Stunde in der Lage sein wird, feste Nahrung zu sich zu nehmen - das ist phantastisch. 
11.45 Uhr Gutgelaunt treffen wir daheim ein und setzen uns entspannt ins klimatisierte Wohnzimmer. Während Sandra an einer Diät Coca Cola Dose nippt, schrillt plötzlich das Telefon und ich habe Edelbert dran. Der Professor erinnert an unsere Treffen und sagt, dass er schon seit fünfzehn Minuten in Julies Restaurant sitzt. Selbstverständlich falle ich meinem Bekannten unverzüglich ins Wort und lege anschaulich dar, dass ich mich wegen eines Notfalles verspäten werde. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen, knalle ich den Hörer auf die Basisstation und verlasse fluchtartig die Villa. Während Sandra und der Vierbeiner zuhause bleiben, rase ich mit durchdrehenden Reifen vom Grundstück und freue mich auf ein reichhaltiges Mittagessen in Gesellschaft meines besten Freundes. 
12.30 Uhr Ich finde Edelbert an einem einladenden Fenstertisch in Julies Restaurant vor und winke sofort Bedienung Peggy herbei, um ein Glas Eistee sowie den "Fang des Tages" (unlöblich: Catch of the Day) zu bestellen. Während ich auf die wohlverdiente Mahlzeit warte, lasse ich meine Vormittagsaktivitäten Revue passieren und erzähle, dass ich Sandra zum Zahnarzt begleiten musste. Edelbert kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und entgegnet, dass die junge Generation auf Zahnhygiene keinen grossen Wert legt - wie wahr. Zudem kommt der gute Mann auf das anstehende Toby Keith Konzert in Tampa zu Sprechen und schlägt vor, dass wir morgen gegen 9 Uhr abfahren und uns einen schönen Tag in der 350.000 Einwohner zählenden Gemeinde machen sollten. Ich schlage in die gleiche Kerbe und informiere, dass ich mich bereits im Internetz schlau gemacht habe und wir unbedingt das örtliche "Firefighters Museum" (löblich: Feuerwehrmuseum) besuchen sollten. Edelbert reibt sich die Hände und kündigt an, dass wir vor dem Konzertereignis ins renommierte
"Seminole Hard Rock Hotel & Casino" eintschecken und eine opulentes Essen im hoteleigenen Restaurant geniessen werden - wie schön. 
13.00 Uhr Nach dem Hauptgericht fährt die Wirtin selbstzubereiteten Käsekuchen auf und bittet uns, die neue Kreation zu kosten. Ich nehme voller Vorfreude die Gabel zur Hand und registriere als Feinschmecker, dass sich Frau Julie selbst übertroffen hat. Die Meisterköchin schenkt mir ein Lächeln und erklärt, dass sie unter die Käsesahne nicht nur Mandelsplitter, sondern auch Rosinen gemischt hat. 
13.30 Uhr Nachdem wir Italienische Schaumkaffees (unlöblich: Cappuccinos) getrunken haben, wünschen wir der Wirtin gute Geschäfte. Im Anschluss klopfe ich Edelbert auf die Schulter und verspreche ihm, dass ich ihn morgen pünktlich um 9 Uhr abholen werde. Danach hüpfe ich in den JEEP und kruse ohne Umwege in den Willoughby Drive zurück.
14.00 Uhr Zuhause angekommen, traue ich meinen Augen nicht und ärgere mich sehr, weil sich Sandra schon wieder in einem knappen Bikini in der Sonne aalt. Natürlich fordere ich das Kind mit Nachdruck auf, sich ein Handtuch überzuwerfen und auf Herrn Rhodes (90) Rücksicht zu nehmen. Die Maid will nicht hören und sagt, dass sie gleich ihr Oberteil ablegen wird - das ist ja allerhand. Vogelzeigend mache ich kehrt und lege auf dem Wohnzimmersofa eine wohlverdiente Pause ein. Ich döse nach wenigen Augenblicken ein und träume von meiner nervenaufreibenden Geheimmission im grossen Apfel vor fünf Jahren - das war spannend.
15.00 Uhr Leider wird die himmlische Ruhe bald durch ohrenbetäubendes Hundegebell unterbrochen. Als ich nach draussen schaue, bemerke ich, dass sich Pudel Max und der Nachbarshund Joey vor der Villa eingefunden haben. Hund Dixon springt aufgeregt auf und ab und kann es gar nicht erwarten, mit seinen tierischen Freunden zu spielen. Ich öffne die Terrassentüre und fordere den Vierbeiner auf, nicht über die Stränge zu schlagen.
15.30 Uhr Nachdem ich meinen Becher mit Bohnentrunk aufgefüllt habe, setze ich mich an den Heimrechner. Ich segle direkt auf meine beliebte Internetzpräsenz und finde auch heute unzählige Fragen besorgter Erziehungsbereichtiger vor. Unter anderem lese ich den Hilferuf eines Frührentners (51) aus Eching, dessen Tochter Lieselotte (13) unbedingt ein Hartfelsenkonzert in München besuchen möchte. Selbstverständlich gebe ich qualifizierte Ratschläge und mache dem leidgeprüften Mann klar, dass er seine minderjährigen Tochter unter keinen Umständen eine Erlaubnis erteilen darf - wo kämen wir denn da hin.
16.00 Uhr Nachdem ich weitere Depeschen im Rahmen der Elternberatung abgeschickt habe, überprüfe ich die neuesten Einträge im Gästebuch und nutze die Gelegenheit, um auch die Rubrik mit den dümmsten Heimseitenbesuchern zu aktualisieren.
16.30 Uhr Zu guter Letzt drucke ich eine neue 84seitige Informationsbroschüre des Forschungsinstituts Kuschmelka (München) aus und animiere meinen Hausgast, sich über integrationsunwillige arabisch- und türkischstämmigen Migranten zu informieren. Sandra nimmt das Pamphlet interessiert entgegen und sagt, dass in Deutschland derzeit über das Thilo Sarrazin Buch "Deutschland schafft sich ab" gestritten wird. Ich winke demonstrativ ab und lasse das Kind wissen, dass sich meine alte Heimat sowieso auf dem absteigenden Ast befindet.
17.00 Uhr Bevor ich das Abendessen vorbereite, eile ich mit schnellen Schritten ins Schlafzimmer und mache es mir zur Aufgabe, zwei Garnituren Unterwäsche, WRANGLER Tschiens, farbenfrohe Hawaiihemden, Socken, Cowboystiefel sowie meinen Kulturbeutel in eine Reisetasche zu verfrachten. Sandra blickt mir währenddessen neugierig über die Schulter und lotet aus, ob es nicht doch möglich wäre, mit nach Tampa zu fahren. Ich rolle mit den Augen und mache dem Kind noch einmal klar, dass es in Naples bleiben und auf Dixon aufpassen muss. 
17.30 Uhr Nachdem ich das Gepäckstück neben der Pforte deponiert und die Eintrittskarten in meinem Brustbeutel verstaut habe, bereite ich im Handumdrehen eine kalte Brotzeitplatte mit hauchdünn aufgeschnittenem Cheddarkäse, Virginia Schinken, Gewürzgurken aus dem Glas und Tomatenscheiben zu. 
18.15 Uhr Ich lasse mir die feine Mahlzeit im Beisein meines Hundes und Sandra auf der schattigen Terrasse schmecken und freue mich schon darauf, morgen Abend zu Schlägen (unlöblich: Hits) wie "Beer for my Horses" (löblich: Bier für meine Pferde) oder "Taliban Song" (löblich: Taliban Lied) das Tanzbein zu schwingen.
19.00 Uhr Nach der schweren Hausarbeit gönne ich mir einen hunde- und rentnergerechten Fernsehabend in der guten Stube und informiere mich auf FOX über die aktuellen Meldungen aus aller Welt. Weil keine brechenden Neuigkeiten (unlöblich: Breaking News) vorliegen, schalte ich auf HBO um und schaue mir eine spannende Reportage über die Entstehung der nagelneuen HBO-Eigenproduktion "Boardwalk Empire" (löblich: Bürgersteig Imperium) an. Die Serie wird ab dem 19. September erstmals ausgestrahlt und erzählt aus dem Leben des halbseidenen Geschäftsmannes Enoch Thompson, der in Atlantic City zu Zeiten der Prohibition eine grosse Rolle spielte - da kommt Freude auf. 
21.00 Uhr Nach zwei nervenaufreibenden Stunden drücke ich auf den "OFF" (löblich: AUS) Knopf und unternehme einen Rundgang durch Haus und Garten. Nachdem ich sämtliche Türen und Fenster verriegelt habe, wünsche ich Sandra eine angenehme Nacht und lege mich schlafen. Gute Nacht.


01.09.2010
07.30 Uhr Ich erwache gähnend und bemerke beim Blick auf den Radiowecker, dass ich verschlafen habe - wie unlöblich. Um nicht noch mehr kostbare Zeit zu vertrödeln, werfe ich die Decke beiseite und hüpfe spornstreichs aus dem Bett. Ruckzuck eile ich in die Küche und 
erkläre Sandra, dass ich den Wecker überhört habe. Mein Gast zuckt nur mit den Schultern und sagt, dass ich sowieso nichts zu tun habe. Natürlich falle ich der Maid ins Wort und gebe bekannt, dass im Kühlschrank gähnende Leere herrscht. Sandra nippt genüsslich an einer Tasse Tee und erklärt frech, dass die meisten Supermärkte im Sonnenscheinstaat 24 Stunden geöffnet haben und ich nur hinzufahren brauche.
08.00 Uhr Weil mein Hausgast anscheinend mit dem falschen Fuss aufgestanden ist, mache ich kehrt und laufe in die Nasszelle, um mich bei einem löblichen Wirbelbad zu entspannen. Währenddessen fröne ich dem Internetzradioprogramm aus meiner weissblauen Heimat und bringe heraus, dass heute in Deutschland der sogenannte "Antikriegstag" begangen wird. Neugierig lausche ich den Aussagen des Moderators und lerne, dass dieser Gedenktag vom "Deutschen Gewerkschaftsbund" (DGB) im Jahre 1957 eingeführt wurde und an den Beginn des zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 erinnern soll. Leider sind die Wurzeln heutzutage längst in Vergessenheit geraten. Stattdessen rufen linksgerichtete Gruppierungen wie "Greenpeace" (löblich: Grünpiss), VERDI oder die kommunistische SED.LINKSPARTEI alle Bürger auf, die freiheitsliebenden Vereinigten Staaten zu verurteilen und gegen den Kriegseinsatz am Hindukusch zu protestieren. An diesem Beispiel sieht man anschaulich, dass in Deutschland längst der totale Wahnsinn herrscht.
09.00 Uhr Kurz nach dem Neunuhrläuten setze ich mich zu Sandra an den Küchentisch und führe mir ein vitaminreiches Frühstück in Form gerösteter Weissbrotscheiben (unlöblich: Toast) und Rühreier zu Gemüte. Bei dieser Gelegenheit beschwere ich mich über den uninspirierenden Mist, der aus dem Radio dröhnt. Sandra winkt ab und kontert, dass sie an der neuen Kompaktscheibe von Herrn Tom Petty Gefallen gefunden hat - papperlapapp. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen, stelle ich das Radioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land) ein. Ferner tippe ich auf meine wertvolle ROLEX und gebe bekannt, dass wir gleich zum PUBLIX Einkaufsmarkt fahren müssen, um Lebensmittel einzukaufen. Sandra nickt eifrig und setzt mich darüber in Kenntnis, dass Edelbert vor wenigen Minuten angerufen hat und auf meinen Rückruf wartet - wie schön. 
09.30 Uhr Ich spüle meine trockene Kehle mit einem kräftigen Schluck Bohnenkaffe durch und nehme dann die Schwarzbeere (unlöblich: Blackberry) zur Hand. Nach wenigen Augenblicken habe ich den Professor dran und erfahre, dass er mittlerweile Nägel mit Köpfen gemacht und zwei Einzelzimmer im renommierten "Seminole Hard Rock Hotel & Casino" gebucht hat. Edelbert ist begeistert und sagt, dass wir am Freitag nach dem Toby Keith Konzert das Vergnügen haben werden, in einer luxuriösen Juniorsuite zu nächtigen - das ist phantastisch. Ich schlage vor, dass wir am Freitag zeitig losfahren und den Nachmittag nutzen sollten, um einen Spaziergang durch Tampa zu unternehmen. Der schlaue Mann ist einverstanden und sagt, dass wir morgen weitere Einzelheiten beim Mittagessen besprechen können - wie schön.
10.15 Uhr Nachdem ich meinen Hunger gestillt habe, klatsche ich in die Hände und lotse Hund Dixon zum JEEP. Sandra folgt mir nörgelnd und meint, dass es gescheiter wäre, ihren Floridaaufenthalt um drei Wochen auszudehnen. Selbstverständlich erhebe ich sogleich den Zeigefinger und gebe zu Protokoll, dass sie in der alten Heimat gebraucht wird. Immerhin muss sich irgendwer um die Oktoberfestgäste in der Pension Waldblick kümmern. Sandra ist alles andere als begeistert und sagt, dass auch James die Arbeit übernehmen könnte - wie unlöblich. 
10.45 Uhr Dreissig Minuten später komme ich mit quietschenden Reifen auf einem Behindertenparkplatz zum Halten. Weil Hunde der Zutritt zum Supermarkt verwehrt ist, lassen wir den Vierbeiner bei laufendem Motor im Geländewagen zurück. Danach schnappen wir einer unterbelichteten Hausfrau mit roten Haaren einen Einkaufswagen vor der Nase weg und betreten den klimatisierten Flachbau am Strand Boulevard. Während ich Konserven und frisches Obst einlade, redet Sandra weiter auf mich ein und merkt an, dass sie keine Lust hat, am Dienstag ins kalte München auszufliegen. Ausserdem bringt die Maid ihr gestriges Telefonat mit James zur Sprache und bestätigt, dass das Thermometer in Bayern während der Nacht auf 5°C fällt. Kopfschüttelnd winke ich ab und stelle klar, dass eine Urlaubsverlängerung in meiner Villa nicht in Frage kommt - hier falle ich aus. 
11.15 Uhr Als wir an der Fleischtheke vorbeikommen, zeigt sich Sandra endlich einsichtig und gibt das Versprechen ab, wie geplant abzureisen und ihren Pflichten als Pensionsmenetscherin nachzukommen. Ich rede der Maid gut zu und lasse sie wissen, dass sie mich an Weihnachten gerne wieder in Naples besuchen darf.
11.45 Uhr Nachdem wir die Rechnung mit meiner praktischen Meisterkarte beglichen haben, schleppen wir die schweren Einkaufstüten zum Auto. Ich wische mir die Schweissperlen von der Stirn und lade Sandra ganz spontan zu einem opulenten Mittagessen in Julies Restaurant ein. Weil mein Magen laut knurrt, lasse ich den Wählhebel der Automatikschaltung gekonnt in der "D" Stellung einrasten und gleite zu stimmungsvollen Ryan Bingham Klängen vom Parkplatz. 
12.15 Uhr Kurz nach dem Mittagsläuten betreten wir das Gasthaus unseres Vertrauens und werden von Frau Julie an einen Fenstertisch mit Ausblick geführt. Die Wirtin serviert eine Karaffe mit köstlichem Mangoeistee und erkundigt sich, ob meiner Begleiterin eine Laus über die Leber gelaufen ist. Sandra steht der Wirtin Rede und Antwort und erklärt, dass ihr Urlaub in sechs Tagen zu Ende geht. Die Gaststättenbetreiterin behauptet, dass sie immer noch händeringend nach einer fleissigen Bedienung sucht und Sandra sofort einstellen würde. Das unterbelichtete Mädchen winkt jedoch ab und sagt, dass es eine gelernte Werbefachfrau ist und ausserdem keine Arbeitserlaubnis hat. 
12.45 Uhr Während ich mich an einem deftigen Cheeseburger (löblich: Käseburger) mit hausgemachten Kartoffelstäben labe, bringt Sandra ihren gestrigen Kinobesuch ins Gespräch und berichtet, dass sie im "Pavilion Cinema" meine Putzfrau in Begleitung ihrer vorlauten Kinder (13,15) getroffen hat. Meine Mieterin kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und erzählt, dass die Kinder herumgealbert und während der Vorstellung mit Knallmais (unlöblich: Popcorn) geworfen haben - das ist ja allerhand. 
13.30 Uhr Nach dem Bezahlvorgang steigen wir in den JEEP ein und fahren gemächlich in den Willoughby Drive zurück. Unterdessen versorge ich Sandra mit wissenswerten Infos und erkläre, dass sie am Freitag und Samstag ein Auge auf Hund Dixon werfen muss. Das Kind hat nichts dagegen und sagt, dass es sich bereits mit Herrn Wangs Tochter Carol verabredet hat und dem Vierbeiner einen super Tag am Strand ermöglichen wird - das ist prima. 
14.00 Uhr Daheim angekommen, sehen wir uns mit der Zugehfrau konfrontiert. Frau Gomez schleppt den Wäschekorb durchs Wohnzimmer und kündigt an, dass sie gleich die Waschmaschine in Betrieb nehmen und dann den Küchenboden wischen wird - wie schön. Weil ich mich vor Müdigkeit kaum mehr auf den Beinen halten kann, lege ich mich aufs Sofa und entspanne mich redlichst. Schon bald döse ich ein und träume vom bevorstehenden Toby Keith Konzert in Tampa - das wird eine Gaudi. 
15.00 Uhr Ich erwache ausgeschlafen und registriere, dass Frau Gomez die Hausarbeit mittlerweile erledigt und die Villa verlassen hat. Während sich Sandra auf der fliegenvergitterten Terrasse vergnügt und die Zeitung studiert, nehme ich die futuristische DeLonghi Kaffeemaschine in Betrieb. Im Anschluss lasse ich mich am Schreibtisch nieder und rufe Fragen besorgter Heimseitenbesucher ab. Unter anderem finde ich die Nachricht einer 47jährigen Dame aus Duisburg vor und lese, dass in ihrer direkten Nachbarschaft ein Tanzlokal eröffnet wurde. Die kleine Frau schildert mir alle Einzelheiten und berichtet, dass sich jeden Abend langhaarige Ganoven vor der Wirtschaft tummeln und Bierflaschen auf Passanten werfen - wie schrecklich. Weil es so nicht weitergehen kann, spreche ich der Dame Mut zu und animiere sie, den Rüpeln mit dem Nudelholz zu drohen. 
15.45 Uhr Nachdem ich einem alleinerziehenden Vater aus Rosenheim geraten habe, seiner Tochter Lisa (16) den Gang zum Tätowierstudio zu untersagen, lese ich die neuesten Einträge im Gästebuch durch. Ich komme angesichts der Botschaften aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus und wundere mich, dass immer mehr jugendliche PISA Absolventen den Weg auf meine Internetzpräsenz finden.
16.30 Uhr Endlich ist alles erledigt und ich kann von der Leine gehen. Als nächstes schenke ich mir als Belohung ein Budweiser ein und lasse es mir auf der fliegenvergitterten Terrasse munden. Nebenbei plaudere ich mit Sandra und bringe in Erfahrung, dass sie heute Abend ausgehen wird, um Herrn Wangs Tochter Carol in einer Wirtschaft am Hafen zu treffen - das soll mir Recht sein. Bei dieser Gelegenheit komme ich auf das anstehende Oktoberfest zu sprechen und schärfe Sandra ein, sich voll auf die Arbeit in der Pension Waldblick zu konzentrieren und randalierende Trunkenbolde sofort vor die Türe zu setzen. Die Maid beruhigt mich redlichst und erinnert daran, dass sie genug Erfahrung hat, um auch mit schwierigen Gästen klar zu kommen - das will ich hoffen.
17.00 Uhr Da meine Besucherin das Abendessen bekanntlich auswärts einnehmen wird, greife ich selbst zum Kochlöffel und entscheide mich, ein extraordinäres maritimes Schmankerl zuzubereiten. Ich hantiere gekonnt mit der Pfanne und schaffe es ohne Probleme, nebenbei einen knackigen Salat mit italienischem Olivenöl zu zaubern - wie gut das duftet.
17.45 Uhr Endlich ist es soweit und ich kann mir Stäbe vom Kabeljau mit belgischer Kartoffelkreation munden lassen. HEUREKA - diese Spezialität muss man einfach probiert haben. Just als ich kraftvoll zubeisse und aus dem Zungeschnalzen gar nicht mehr herauskomme, gesellt sich Sandra in eine Calvin Klein "Eternity" (löblich: Ewigkeit) Duftwolke gehüllt dazu und gibt zu Protokoll, dass sie jetzt in die Stadt fahren wird. Selbstverständlich ermahne ich die Maid zur Löblichkeit und fordere sie auf, keinen Alkohol zu trinken und nicht mit wildfremden Leuten zu reden. Leider will das Kind nicht hören und meint, dass es ganz gut auf sich selbst aufpassen kann - wie unlöblich.
18.30 Uhr Nachdem ich das Abendessen beendet habe, verfrachte ich das Geschirr in die Spülmaschine und vergesse auch nicht, den überquellenden Mülleimer zur Aschentonne zu tragen. Immerhin ist Sauberkeit und Ordnung in der heutigen Zeit ganz besonders wichtig.
19.00 Uhr Obwohl ich mich vor Erschöpfung kaum mehr auf den Beinen halten kann, rufe ich nach Hund Dixon und nehme ihn zu einem kleinen Gassigang mit. Der Vierbeiner freut sich ganz besonders und zerrt mich an der Leine den Willoughby Drive hinunter - wie schön.
19.30 Uhr Just als wir wieder zurück auf meinem Grundstück sind, schrillt die Schwarzbeere ganz besonders aggressiv. Ich nehme das Gespräch entgegen und bin überrascht, Prof. Kuhn dran zu haben. Der Professor kommt sofort auf den Grund seines Anrufs zu sprechen und erzählt, dass er vor einer Stunde mit Admiral Friedbert Bürstenbinder in der alten Heimat telefoniert hat - wie aufregend. Edelbert gibt zu Protokoll, dass in unserer Heimatgemeinde in dieser Woche das alljährliche Volksfest stattfindet und Friedbert täglich in der Bierzeltloge Nummer 7 anzutreffen ist. Ausserdem bringe ich in Erfahrung, dass es in Bayern fast täglich regnet und die Temperaturen in der Nacht bis auf 6°C fallen - wie unlöblich.
20.00 Uhr Nachdem ich das Telefonat beendet habe, falle ich fix und fertig auf das bequeme Sofa und bin froh, nicht im kalten Deutschland versauern zu müssen. Obwohl eine kühle Mass im Bierzelt nicht schlecht wäre, ziehe ich es doch vor, unter Palmen die Seele baumeln zu lassen.
20.30 Uhr Ich lasse mir einen erfrischenden Hopfentrunk aus dem Hause Anheuser Busch schmecken und schalte mich durch die unzähligen Fernsehprogramme. Schliesslich bleibe ich auf dem Nachrichtenkanal CNN hängen und lerne unter anderem, dass arabische Verbrecher vier Israelis erschossen haben, um die heute in Washington D.C. beginnenden Friedensgespräche zu torpedieren. HEUREKA - daran sieht man anschaulich, dass die sogenannten Palästinenser kein Interesse an einem dauerhaften Frieden bzw. einem eigenen Staat haben.
21.15 Uhr Als mir langsam die Augen zufallen, schalte ich das neumoderne Farbfernsehgerät knopfdrückend aus und unternehme mit Dixon einen kleinen Rundgang durch den Garten. Danach gehe ich zufrieden ins Bett und höre noch etwas Radio. Gute Nacht.


31.08.2010
07.15 Uhr Der letzte Augusttag beginnt und ich hüpfe mit Elan von der Matratze. Wie es sich für einen rüstigen Rentner gehört, eile ich mit schnellen
Schritten an die frische Luft und läute den Tag mit löblichen Kniebeugen ein - wer rastet, der rostet. 
07.45 Uhr Nachdem ich die Sitzgelegenheiten zurecht gerückt und Herrn Booth einen schönen guten Morgen gewünscht habe, sehe ich in der guten Stube nach dem Rechten. Ich treffe Sandra am Schreibtisch an und erfahre, dass sie gerade mit James telefoniert hat. Die Maid strahlt wie ein Honigkuchenpferd und erzählt, dass die Pension Waldblick während des Oktoberfests restlos ausgebucht ist. Sandra hält mir einen Heimrechnerausdruck unter die Nase und plappert davon, dass vom 16. bis 20. September ein Photograf aus Münster im Pensionszimmer logieren wird, der die Fahrgeschäfte auf der Wies'n ablichten will. Ferner behauptet Sandra, dass Tags darauf ein südkoreanischer Rucksacktourist eintschecken wird - das ist phantastisch.
08.00 Uhr Als meine Wanduhr achtmal schlägt, ziehe ich mich in die Nasszelle zurück und fröne dem Qualitätsradioprogramm von WCKT CAT COUNTRY (löblich: Katze Land). Das Morgenmoderatorenduo Bear & Stacy spielt just im Moment den neuen Hit (löblich: Schlag) von Kenny Chesney an und meldet, dass das Aushängeschild der amerikanischen Landmusik (unlöblich: Countrymusic) in drei Wochen ein neues Album auf den Markt bringen wird. Ausserdem lerne ich, dass im September auch Billy Currington, Randy Houser, The Zac Brown Band, Raul Malo und Montgomery Gentry nagelneue Kompaktscheiben veröffentlichen werden. Herr Bear überschlägt sich vor Freude und kündigt an, dass uns ein heisser Herbst bevorsteht - wie aufregend. Frau Stacy fällt ihrem Kollegen prompt ins Wort und unterbreitet, dass man in diesem Zusammenhang auch das neue Ryan Bingham Meisterwerk erwähnen sollte, das seit heute in den Fachgeschäften ausliegt. Selbstverständlich werde ich sofort hellhörig und finde heraus, dass sich der Oscargewinner mit "Junky Star" (löblich: Verramschter Stern) selbst übertroffen und zwölf hervorragende Lieder eingespielt hat. 
09.00 Uhr Nach dem Badespass setze ich mich zu Sandra an den Frühstückstisch und lasse sie wissen, dass ich nach dem wichtigsten Mahl des Tages zum WAL MART krusen werde, um mich mit guter Musik einzudecken. Das Kind beisst kraftvoll in eine mit Honig bestrichene Weissbrotscheibe (unlöblich: Toast) und berichtet, dass neben der "Orion Bank" an der Immokalee Road ein neuer Schallplattenmarkt eröffnet hat. Ich staune nicht schlecht und fordere meine Tischnachbarin auf, mir beim Schoppen Gesellschaft zu leisten. Das Mädchen nickt eifrig und sagt, dass wir uns schnellstmöglich auf den Weg machen sollten - wie schön.
09.30 Uhr Mit Hund Dixon im Schlepptau eilen wir zum JEEP und schicken uns an, vom Grundstück zu gleiten und das zwei Meilen entfernte Geschäft anzusteuern. Während ich mich hupend durch den Vormittagsverkehr schlängle, löchert mich meine Beifahrerin mit Fragen und erkundigt sich, wer dieser ominöse Ryan Bingham ist. Ich seufze laut und entgegne, dass besagter Künstler anno 1981 in New Mexico geboren wurde und schon in jungen Jahren das Gitarrespiel erlernt hat. Ausserdem gebe ich zu Protokoll, dass der junge Mann mit seiner letztjährigen Veröffentlichung "Roadhouse Sun" (löblich: Strassenhaus Sonne) einen Hitparadenerfolg feiern durfte und auch einen Oscar für die Filmmusik zu "Crazy Heart" (löblich: Verrücktes Herz) eingefahren hat. 
10.00 Uhr Wenig später betreten wir ein heruntergekommenes Musikgeschäft namens "Ragged Old Flag" (löblich: Abgerissene alte Fahne) und werden von einem bärtigen Heini herzlich Willkommen geheissen. Der Ladeninhaber drückt eine stinkende Zigarette in einem überquellenden Aschenbecher aus und möchte wissen, ob wir nach guter Musik Ausschau halten. Ich nicke eifrig und erwähne, dass wir vorbeigekommen sind, um Ryan Binghams neuestes Werk zu kaufen. Der Ladenbesitzer schnalzt mit der Zunge und sagt, dass er selbst ein glühender Anhänger althergebrachter Landmusikklänge ist und die besagte Scheibe empfehlen kann - wie schön. 
10.30 Uhr Nachdem wir 10 Dollars bezahlt haben, hüpfe ich voller Vorfreude hinters Lenkrad des PS-strotzenden Geländewagens und verfrachte die Scheibe in die Musikanlage. Zu stimmungsvoller Musikuntermalung kruse ich weiter gen Westen und schlage vor, dass wir jetzt einen erquickenden Strandspaziergang machen könnten. Sandra ist einverstanden und meint, dass Dixon etwas Auslauf nicht schaden kann - wie wahr. 
11.00 Uhr Wir parken das KFZ sicher in der Bluebill Avenue und schlendern entspannt zum azurblauen Golf von Mexiko. Sandra saugt die frische Luft tief in ihre Lungen ein und erklärt, dass sie das Leben unter Palmen vermissen wird. Ich stimme zu und erinnere Sandra, dass sie bereits in einer Woche ihre Koffer packen und nach Bayern fliegen muss. Um auf andere Gedanken zu kommen, schleudere ich ein Stöckchen ins kühle Nass und animiere Dixon, das Holz zu apportieren. 
11.45 Uhr Nach einem schweisstreibenden Gassigang entlang des Boardwalks (löblich: Strandwegs), fassen wir den Entschluss, in eine Strandgaststätte einzukehren und unsere ausgetrockneten Kehlen zu ölen. Weil Hunde in der Gaststube nicht gerne gesehen sind, lassen wir uns kurzerhand auf der Sonnenterasse nieder und ordern bei einer leichtbekleideten Kellnerin (19) zwei süffige Miller Light (löblich: Leicht). Die strohblonde Bedienung lässt nicht lange auf sich warten und sagt, dass der Gasherd ausgefallen ist und der Koch deswegen nur kalte Gerichte zubereiten kann. Um nicht verhungern zu müssen, entscheide ich mich für ein Truthahnsandwich mit Salat. Sandra folgt meinem Beispiel und trägt der kleinen Frau auf, ihr ein Käsebrot zu kredenzen. 
12.30 Uhr Während wir es uns schmecken lassen, blickt meine Begleiterin über das nicht enden wollende Blau des Ozeans und sichert zu, spätestens an Weihnachten wieder zu kommen. Ich schenke Sandra ein Lächeln und erläutere, dass sie jederzeit Willkommen ist und gerne im Gästezimmer nächtigen kann. 
13.00 Uhr Redlichst gestärkt setzen wir den Spaziergang fort und scheuchen den Vierbeiner stöckchenwerfend über den Sandstrand - da kommt Freude auf. Leider stellt sich uns nach wenigen Metern ein städtischer Angestellter in den Weg und weist uns auf die Tatsache hin, dass es im "Delnor Wiggins State Park" verboten ist, Hunde frei laufen zu lassen - wie unlöblich. Weil ich nicht auf den Kopf gefallen bin, rücke ich meine RAY BAN Sonnenbrille zurecht und erwidere, dass es blinde Menschen in der heutigen Zeit gar nicht leicht haben. Sandra schlägt in die gleiche Kerbe und sagt, dass ich am grauen Star leide und auf meinen Blindenhund Dixon angewiesen bin. Wie nicht anders zu erwarten, glaubt uns der Mann aufs Wort und bittet uns höflichst um Verzeihung. 
13.45 Uhr Weil das heisse Klima kaum auszuhalten ist, beschliessen wir unseren Strandbesuch und kehren ruckzuck zum Auto zurück. In einer nervenaufreibenden Hochgeschwindigkeit bringe ich Sandra und Hund Dixon nach Hause und freue mich auf angenehme Stunden in der klimatisierten Stube. Während es Sandra vorzieht, einen Schönheitsschlaf zu halten, fülle ich Dixons Napf mit köstlichem ROYAL CANIN Trockenfutter auf. 
14.30 Uhr Im Anschluss lege ich mich aufs Kanapee und strecke genüsslich die Beine aus. Schon bald döse ich ein und träume von einer kühlen Mass im Biergarten des Wilden Esel - wie schön. 
15.30 Uhr Leider wird mein Nickerchen nach wenigen Minuten durch ohrenbetäubendes Telefonbimmeln gestört. Zu allem Überfluss meldet sich meine Schwester aus Eichstätt und bittet mich, das Programm des Bayerischen Rundfunks einzuschalten. Als ich nachfrage, redet meine Verwandte ohne Unterlass auf mich ein und berichtet, dass in wenigen Minuten die sehenswerte Dokumentation "Traumhäuser - Ein Haus mit Wintergarten" ausgestrahlt wird. Lachend belehre ich Hildegard eines Besseren und erwidere, dass ich in Südflorida keine öffentlich rechtlichen Zwangsgebührensender aus Deutschland empfangen kann. Meine Schwester bricht augenblicklich in Tränen aus und sagt, dass die Amerikaner wohl keine Kultur kennen. Ferner fordert mich die Frau auf, noch heute mein Ränzlein zu schnüren und die Zelte in der Fremde abzubrechen - papperlapapp. Weil Hildegard anscheinend zu tief ins Weinglas geschaut hat, halte ich eine raschelnde Kartoffelchipstüte an den Sprechapparat und gebe bekannt, dass die Überseeverbindung sehr schlecht ist. 
16.00 Uhr Nachdem ich die Gute endlich abgewimmelt habe, nehme ich den Heimrechner in Betrieb und komme meinen Pflichten als Anschnurseelsorger nach. Auch heute finde ich unzählige Depeschen verzweifelter Heimseitenbesucher im Postkasten vor und registriere, dass es die junge Generation derzeit besonders bunt treibt. Unter anderem schildert Frau E. (44) aus Lüneburg schier Unglaubliches und schreibt, dass ihr frecher Sohn Hieronymus (15) vom Gymnasium abgehen will, um mit einem Zirkus über die Lande zu tingeln - das ist ja allerhand. Selbstverständlich verfasse ich sogleich ein Antwortschreiben und rate der Dame, härtere Saiten aufzuziehen und mit dem Produzent der beliebten Fernsehserie "Die strengsten Eltern der Welt" in Kontakt zu treten. Ich bin mir in diesem Zusammenhang ziemlich sicher, dass die KABEL 1 Diplom-Pädagogen die richtigen Schritte einleiten und den kleinen Hieronymus bald nach Namibia schicken werden. Dort wird man den Jungen bestimmt wieder zur Vernunft bringen.
16.45 Uhr Zu guter Letzt schalte ich die neuesten Einträge im Gästebuch frei und greife dann zum Staubwedel, um meine Antikmöbel abzustauben. Als ich schwitzend ein Spinnennetz von der Zimmerdecke wische, kommt Sandra gähnend dazu und sagt, dass sie am Abend Herrn Avanzatti treffen wird. Das Mädchen kratzt sich demonstrativ am Kopf und meint, dass es wohl besser wäre, vorher ausgiebig zu duschen - das soll mir auch Recht sein. 
17.15 Uhr Während Sandra Hunderte Liter kostbarstes Trinkwasser vergeudet, unternehme ich mit Hund Dixon einen kleinen Gassigang durchs Wohngebiet. Dabei treffen wir auf Fernsehkoch Wayne Gregor, der das schöne Wetter ausnutzt, um Pudel Max auszuführen. Während sich die Vierbeiner neugierig beschnüffeln, halte ich mit dem Kochprofi ein Kleingespräch (unlöblich: Smalltalk) und erfahre, dass er morgen nach Fort Myers fahren muss, um neue Folgen der Fernsehschau "Cooking with Wayne Gregor" (löblich: Kochen mit Wayne Gregor) abzudrehen - wie aufregend.
18.00 Uhr Nachdem ich auch noch mit Herrn Rhodes (90) von nebenan geplaudert habe, kehre ich verschwitzt in die klimatisierte Villa zurück. Ich treffe Sandra in der Küche an und werde Zeuge, wie die Maid köstliche Teigwaren in brodelndes Wasser gibt. Weil mein Magen knurrt, nehme ich spornstreichs am Küchentisch Platz und lasse mir dann eine stattliche Portion Langnudeln mit Pesto kredenzen.
18.30 Uhr Während des Abendessens fühle ich der Besucherin aus Bayern auf den Zahn und vernehme, dass sie sich abermals im Lichtspielhaus amüsieren und sich einen Gruselfilm anschauen wird - wie unlöblich.
19.00 Uhr Kurze Zeit später klingelt es an der Pforte und ich finde meinen kaugummikauenden Kollegen auf der Einfahrt vor. Herr Avanzatti hat sich heute besonders herausgeputzt und lotet aus, ob Sandra abfahrbereit ist. Bevor ich etwas erwidern kann, rennt die Maid an mir vorbei und wünscht mir einen schönen Abend.
19.30 Uhr Als endlich Ruhe und Frieden eingekehrt ist, falle ich erschöpft aufs Wohnzimmersofa und vertreibe mir die Zeit mit einem Spielfilm auf HBO. Die Programmmacher aus dem grossen Apfel strahlen zur besten Sendezeit einen oscarprämierten Hollywoodfilm aus und ich komme in den Genuss, den spannenden Kriegsfilm "Patton" aus dem Jahre 1970 frönen zu dürfen. Der Kinoerfolg von Regisseur Franklin J. Schaffner zeichnet das Leben des amerikanischen Generals George S. Patton nach, der während des zweiten Weltkriegs an der Invasion Siziliens beteiligt war - da kommt Spannung auf. 
22.30 Uhr Nach dreistündiger Spitzenunterhaltung beende ich den Fernsehabend und laufe durchs Haus, um sämtliche Fenster und Türen sicher zu verriegeln. Danach lösche ich das Licht und gehe ins Bett. Gute Nacht.


30.08.2010
07.15 Uhr Ich werde durch ein schönes Lied des Landmusiksängers Toby Keith geweckt und erfahre, dass besagter Künstler am kommenden Freitag in Tampa pörformen wird - wie aufregend. Weil Morgenstund' bekanntlich Gold im Mund hat, springe ich aus den 
Federn und freue mich, Toby Keith in vier Tagen auf der Bühne des "1-800-ASK-GARY Amphitheaters" erleben zu dürfen. 
07.45 Uhr Wie es sich gehört, führe ich den Frühsport auf der fliegenvergitterten Terrasse durch und komme dabei zu dem Schluss, dass es mir nicht möglich sein wird, nach dem Konzert nach Hause zurückzukehren. Weil zwischen Tampa und Naples knapp 200 Meilen liegen, schnappe ich mir das Telefon und rufe kurzerhand bei Edelbert an. Mein Bekannter nimmt das Gespräch nach dem zweiten Klingen an und bestätigt, dass es schlauer wäre, die Nacht in einem Motel zu verbringen. Der Professor ist voller Tatendrang und sagt, dass er sich gleich im Internetz schlau machen und zum Frühstück vorbeikommen wird - wie schön.
08.15 Uhr Nachdem ich Sandra beauftragt habe, den Küchentisch zu decken, entspanne ich mich bei einem löblichen Wirbelbad. Unterdessen informiere ich mich im Internetzradioprogramm des Bayerischen Rundfunks und vernehme, dass sich in den Streit um die Äusserungen des Berliner Senators Thilo Sarrazin nun auch der CDU Politiker Roland Koch eingeschaltet hat. Der gute Mann findet, dass die Integrationsdebatte nicht tabuisiert werden dürfe - wie wahr. In einer Zwischenschau (unlöblich: Interview) mit dem durch GEZ Zwangsgebühren finanzierten Hessischen Rundfunk sagte der scheidende Ministerpräsident, dass es wichtig sei, das Thema "Zuwanderer" in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Ferner stellte Koch klar, dass Herr Sarrazin über viel Lebenserfahrung verfüge und sich mit der Materie auskennt. Koch nannte Sarrazins Thesen aber auch "eine sehr rückwärtsgewandte, pessimistische Beschreibung der Zustände, ohne sich eigentlich ernsthaft mit den Optionen und Chancen zur Lösung zu beschäftigen".
09.15 Uhr Als ich aus der Wanne hüpfe und mich abtrockne, klingelt es an der Türe und Sandra heisst Edelbert recht herzlich Willkommen. Um den schlauen Mann nicht warten zu lassen, schlüpfe ich in bequeme Freizeitkleidung und setze mich spornstreichs an den Frühstückstisch. Während wir kraftvoll zubeissen, präsentiert Edelbert einen Heimrechnerausdruck und behauptet, dass es sich anbieten würde, im renommierten "Seminole Hard Rock Hotel & Casino" zu logieren. Selbstverständlich gebe ich mich skeptisch und erwidere, dass ich eigentlich nicht vorhabe, mein Erspartes in einem Casino aufs Spiel zu setzen. Edelbert winkt demonstrativ ab und unterbreitet, dass eine Übernachtung in einer luxuriösen Suite mit lediglich 149 Dollars zu Buche schlagen wird. Sandra wird sofort hellhörig und kündigt an, dass sie mitkommen und ihr Glück am Roulettetisch versuchen wird - papperlapapp. Ich erhebe Einspruch und stelle klar, dass sie im Willoughby Drive bleiben und ein Auge auf Hund Dixon werfen muss. 
09.45 Uhr Nach langem Hin und Her gebe ich mich geschlagen und lasse Edelbert wissen, dass er am Nachmittag zwei Einzelzimmer buchen soll. Ferner blättere ich 150 Dollars auf den Tisch und kann es nicht erwarten, am Freitag zu Liedern wie "Beer for my Horses" (löblich: Bier für meine Pferde) oder "American Soldier" (löblich: Amerikanischer Soldat) die Hüften kreisen zu lassen - das wird ein Vergnügen.
10.15 Uhr Nachdem ich Prof. Kuhn verabschiedet habe, lasse ich mich im Wohnzimmer nieder und schlage die Morgenzeitung auf. Sandra gesellt sich bald an meine Seite und meint, dass ich mich zum Konzertereignis standesgemäss in Schale werfen und auch meinen repräsentativen Cowboyhut aus Dallas aufsetzen sollte - wie wahr. Um eine gute Figur abzugeben, schnippe ich mit den Fingern und fasse den Entschluss, in die Stadt zu krusen und mir eine neue Tschiens zu kaufen. Sandra ist einverstanden und eilt mit Hund Dixon zum JEEP.
10.45 Uhr Dreissig Minuten später komme ich mit quietschenden Bremsen im Herzen von Naples zum Stehen und kann das Auto sicher parken. Gutgelaunt schlendern wir an den einladenden Geschäften vorbei und suchen die Filiale des weltbekannten Herrenausstatters "Island Trends" auf. Weil ich auch alleine zu Recht komme, wimmle ich einen aufdringlichen Verkäufer ab und mache es mir zur Aufgabe, eine schwarze SALTAIRE Baumwollhose anzuprobieren. Sandra ist jedoch gar nicht begeistert und meint, dass Schlaghosen aus der Mode sind. Als Modeikone hänge ich das Teil ins Regal zurück und wähle eine dunkelblaue WRANGLER "Cowboy Cut® Slim Fit" (löblich: Kuhjungenschnitt Schlankpass) aus. Weil das modische Beinkleid wie angegossen passt, zücke ich prompt meine praktische Meisterkarte und bezahle die 47,99 Dollars bei einer blonden Mitarbeiterin an der Kasse. 
11.30 Uhr Im Anschluss laufen wir mit dem Vierbeiner in ein neu eröffnetes Schuhgeschäft namens "Bill's Shoeshop" und nehmen die feilgebotenen Cowboystiefel in Augenschein. Als ich sündteure "Gold Cactus Boots" (löblich: Gold Kaktus Stiefel) anprobiere, deutet Sandra zur Frauenabteilung und sagt, dass ihr neue Schuhe ebenfalls gut stehen würden.
12.15 Uhr Kurz nach der Mittagszeit habe ich mich entschieden und erwerbe sogenannte Clarita Boots, die nach Auskunft des Verkäufers von fleissigen Mexikanern in Handarbeit hergestellt wurden. Weil man sich selten etwas Besonderes gönnt, gebe ich mich spendabel und belaste meine Kreditkarte mit weiteren 399 Dollars plus Steuer. HEUREKA - wenn sich die Preisschraube weiter in diesem Tempo dreht, muss ich bald ins Armenhaus umziehen.
12.15 Uhr Tütenbepackt verlassen wir das Geschäft und genehmigen uns zum Abschluss des Schoppingausflugs ein reichhaltiges Mittagessen im "Cafe Luna". Sandra lässt sich erschöpft an einem Ecktisch nieder und ordert bei einer langhaarigen Kellnerin (31) ein süffiges Rolling Rock Bier sowie eine vegetarische Lasagne. Weil mein Magen schon seit einer halben Stunde knurrt, bestelle ich ein vitaminreiches "Black Forest Ham Sandwich" (löblich: Belegtes Brot mit Schwarzwälder Schinken) sowie eine Schüssel Wasser für Dixon. 
12.45 Uhr Während wir es uns schmecken lassen, gibt sich Sandra deprimiert und erklärt, dass Cowboystiefel viel zu teuer sind. Ich zucke mit den Schultern und gebe zu Protokoll, dass man ab und zu über die Stränge schlagen und für Qualität etwas mehr ausgeben muss. Meine Tischnachbarin rümpft die Nase und erwidert, dass sie mit ihrem Arbeitslosensold kaum über die Runden kommt. Natürlich wirke ich beruhigend auf die Maid ein und stelle klar, dass sie ab Dezember wieder arbeiten und einen ordentlichen Lohn kassieren wird.
13.30 Uhr Nachdem ich meinen Gast zu Speis und Trank eingeladen habe, krusen wir in den Willoughby Drive zurück und lauschen währenddessen den Klängen der aktuellen Toby Keith Kompaktscheibe "American Ride" (löblich: Amerikanische Fahrt) - was kann es schöneres geben. 
14.00 Uhr Wieder zurück in der Villa, fülle ich den Fressnapf meines Vierbeiners mit ROYAL CANIN Trockenfutter auf und vergesse auch nicht, frisches Leitungswasser zu servieren. Danach falle ich erschöpft aufs Sofa und verschränke die Arme von der Brust. Schon nach wenigen Augenblicken döse ich ein und träume von meinem vielumjubelten Konzertauftritt in Dallas - wie schön. 
15.00 Uhr Ich werde durch lautes Stöhnen geweckt und registriere, dass Sandra auf der Gymnastikbank Platz genommen hat. Das Kind versorgt mich mit Fakten und sagt, dass es in der Lage ist, 60 Pfund zu stemmen. Weil ich mich nicht um alles kümmern kann, werfe ich die Gästezimmertüre ins Schloss und setze mich dann an den Schreibtisch. Kaffeetrinkend stehe ich leidgeprüften Heimseitenbesucher zur Seite und fordere Herrn Lars B. aus Köln auf, seiner Tochter Ludmilla (16) den Umgang mit sogenannten Grufties zu verbieten. Immerhin ist es kein Geheimnis, dass Mitglieder dieser schwarzgekleideten Subkultur Kreck in rauen Mengen konsumieren und ohrenbetäubender Todesmetallmusik frönen. Zudem rede ich einem HARTZ IV Empfänger (44) aus Thüringen gut zu und animiere ihn, sich endlich einen 1-Euro-Tschob zu suchen und sich nicht auf der sozialen Hängematte auszuruhen - wo kämen wir denn da hin.
15.45 Uhr Nachdem ich eine Depesche an meinen Bruder in Toronto verfasst habe, schalte ich die neuesten Einträge im beliebten Gästebuch frei. Im Anschluss beende ich die Anschnursitzung und genehmige mir eine eiskalte Dr. Pepper Brause im klimatisierten Wohnzimmer - das tut gut. 
16.15 Uhr Leider wird die himmlische Ruhe bald durch das ohrenbetäubende Schrillen der Schwarzbeere unterbrocken. Zu meiner Freude meldet sich James und erzählt, dass er sich mittlerweile schon wieder in Bayern eingelebt hat. Der Bube plaudert aus dem Nähkästchen und sagt, dass die Stadtverwaltung Unsummen aus dem Fenster wirft und in direkter Nachbarschaft des Donutladens einen Kreisverkehr baut. James kommt aus dem Schimpfen gar nicht mehr heraus und moniert, dass seit Baubeginn gar keine Kunden mehr ins Geschäft gelangen können - das ist wieder typisch. 
17.00 Uhr Nach dem kostspieligen Telefonat laufe ich in die Küche und mache mich daran, das Abendessen vorzubereiten. Um nicht stundenlang am Herd stehen zu müssen, verfrachte ich eine Pfanne aufs Kochfeld und zaubere in Minutenschnelle vitaminreiche Bratkartoffeln mit Ei - wie gut das duftet. 
17.30 Uhr Wenig später kann ich Sandra zu Tisch rufen und ihr die Mahlzeit kredenzen. Das Kind stochert mit der Gabel im Essen herum und kundschaftet aus, ob ich Speck unter die Erdäpfel gemischt habe. Lachend falle ich Sandra ins Wort und gebe bekannt, dass ich nicht jeden Tag Fleisch essen muss. Die Besucherin aus Bayern mustert mich skeptisch und zieht es letztendlich vor, mit einem Butterbrot Vorlieb zu nehmen. 
18.00 Uhr Als meine englische Wanduhr sechs Mal schlägt, erhebe ich mich vom Tisch und mache mich in der Küche nützlich. Weil Ordnung und Sauberkeit sehr wichtig sind, wische ich die Arbeitsplatte mit einem nassen Lappen ab und trage dann den Müll hinaus.
18.30 Uhr Nach getaner Arbeit setze ich mich zu Sandra ins Wohnzimmer und freue mich auf einen hunde- und rentnergerechten Fernsehabend. Wir drücken uns durch die unzähligen Satellitenprogramme und stellen nach langer Suche fest, dass heute keine sehenswerten Produktionen laufen - wie schade. Trotz allem lassen wir uns die gute Laune nicht verderben und schieben den DVD Film "Der letzte Scharfschütze" (auf englisch: The Shooter) mit John Wayne ins Abspielgerät. Die Produktion aus dem Jahre 1978 erzählt vom krebskranken Revolverhelden J.B. Books, der es ein letztes Mal wissen will und drei Ganoven zu einem Duell herausfordert - da kommt Spannung auf. 
20.30 Uhr Nach zweistündiger Spitzenunterhaltung wählen wir das Programm von FOX (löblich: Fuchs) aus und frönen eine neue Ausgabe der beliebten Kriminalserie "Cops". Unter anderem muss Sergeant Bonnafair hart durchgreifen und einen international agierenden Drogenring an der mexikanischen Grenze beschatten - wie aufregend.
21.15 Uhr Ein prima Fernsehabend geht zu Ende und ich schalte alle elektronischen Unterhaltungsgeräte aus. Nachdem ich die Fenster und Türen verriegelt und Hund Dixon gestreichelt habe, gehe ich zufrieden ins Bett und schlafe bald ein. Gute Nacht.


29.08.2010
Hi Fans,

wie ihr wisst, haben mich gestern Abend John und Carol zum Discodancing ausgeführt :-)
Vorher haben wir das neu eröffnete "Maximo's Italian Bar & Grill" besucht und toll zu Abend gegessen. Der Kellner war sehr freundlich und hat uns "Lobster Ravioli" empfohlen. Den Vorschlag haben wir gerne angenommen und waren hellauf begeistert. 
"Maximo's" am Tamiami Trail ist ein richtiger Geheimtipp !!!

Hinterher ging's dann ins "Hurricanes Jane", einer Musikkneipe am Davis Boulevard. Obwohl die Hausband für tolle Stimmung auf dem Dancefloor gesorgt und sämtliche Bon Jovi Hits performt hat, war mir die Location nicht geheuer. Da lobe ich mir doch das Münchner Nachtleben mit seinen tollen Bars, Night Clubs und Discos. Aber hier in Naples leben sowieso nur Rentner und abgehalfterte Gigolos, die es vorziehen, in langweiligen Kaffeehäusern oder piekfeinen Restaurants die heissen Nachmittage zu verbringen :-)

Heute ist Sonntag und alles geht seinen gewohnten Gang. Wir waren in der Kirche und haben anschliessend in Julies Restaurant gebruncht. Ausserdem hat mein Vermieter mit seinem Bruder telefoniert und erfahren, dass Georg im Oktober nach Florida kommen wird, um sich im Ferienhaus von den Strapazen des Arbeitslebens zu entspannen :-)
Was würde ich nur dafür geben, wenn ich noch länger in Naples bleiben könnte. Leider muss ich in 9 Tagen meinen Koffer packen und nach Hause fliegen. Die Vorstellung ist gar nicht nach meinem Geschmack ...

  Mehr gibt's nicht zu berichten. Aber keine Angst, am kommenden Wochenende lesen wir uns wieder.
  Alles Gute wünscht
  Sandra C.

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