Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

02.05.2005

02.05.2005
06.00 Uhr Ich erwache löblichst und stehe sofort auf. Da auch heute die Morgengymnastik nicht fehlen darf, gehe ich in den Garten hinaus und absolviere den Frühsport im Freien. Ich recke und strecke mich redlichst und absolviere sogar den Hampelmann - da kommt Freude auf.
06.30 Uhr Verschwitzt kehre ich ins klimatisierte Eigenheim zurück und gehe ins Bad. Ich nehme ein erfrischendes Vollbad in der Wirbelbadewanne und wasche mich ordentlich mit dem Schwamm. Nebenbei lausche ich mit meinem leistungsstarken Weltempfänger einer löbliche Radiosendung auf BAYERN 5. HEUREKA - als die Nachrichten gesendet werden, komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Noch immer scheint die dumme Kapitalismusdebatte mein Heimatland in Atem zu halten. Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz.
07.30 Uhr Nachdem ich eine moderne Tschiens und ein geschmackvolles Polo-Hemd angezogen habe, sehe ich nach meinem Bruder. HEUREKA - der gute Mann befindet sich immer noch im Land der Träume und sägt laut schnarchend ganze Wälder.
08.00 Uhr Kaffeetrinkend nehme ich am Heimrechner platz und gehe Anschnur. Ich segle auf die Heimseite von NTV.DE und informiere mich redlichst über die neuen Gemeinheiten der Rot-Günen Kaosregierung. HEUREKA - ich lese, dass unser rotlackierter Gutmensch und SPD-Scheff Franz Müntefering auf einer Maikundgebung in Duisburg von aufgebrachten Arbeitern und HARTZ IV Empfängern mit Eiern und Tomaten beworfen wurde. Verhaltener Beifall und "Münte"- Rufe wurden immer wieder von Trillerpfeifen und "Lügner, Hau ab"-Sprechchören übertönt - wie schön. Natürlich darf sich der Volksverhetzer nicht wundern, denn wer Wasser predigt und Wein trinkt, muss mit solchen Wutausbrüchen rechnen.
08.15 Uhr Gutgelaunt klicke ich mich durch das reichhaltige Internetzangebot und stosse auf eine Zwischenschau (unlöblich: Interview) mit dem ehemaligen SPD-Kanzlerkandidat Rudolf Scharping. Natürlich wurde der Mann auch zur aktuellen Kapitalismusdebatte befragt und antwortete folgendermassen: "Ja, es ist Wahlkampf - und viele Menschen haben ernste Sorgen. Meine Partei erfriert emotional, verhungert geistig und verliert immer mehr Mitglieder". Vergnügt lese ich weiter und stosse auf eine weiteren interessanten Satz zum Thema "Boykott von Firmen, die Personal entlassen": "Je kleiner Sekten werden, um so radikaler werden die Predigten. Politische Verantwortung erweist sich auch im praktischen Ergebnis. Boykott heißt: Arbeitsplätze zerstören." HEUREKA - das erste Mal bin ich einer Meinung mit Herrn Scharping. Seitdem der gute Mann nicht mehr aktiv an der Arbeitsplatzvernichtungspolitik der SPD beteiligt ist, scheint er die Wahrheit langsam zu erkennen - wie schön.
09.00 Uhr Georg klopft mir gähnend auf die Schulter und fragt nach dem Rechten. Ich erkläre ihm, dass ich gerade die Nachrichten aus der Heimat lese und für neue und investigative Berichte recherchiere. Georg lacht laut und meint, dass ich mich lieber entspannen sollte - wie recht er doch hat.
09.15 Uhr Gemeinsam bereiten wir das Frühstück vor. Während ich löbliche Rühreier mit Speckstreifen zubereite, deckt Georg den Tisch und brüht frischen Kaffee auf. Anschliessend lassen wir uns das löbliche Frühstück redlichst schmecken und plaudern über Dies und Das. Georg sagt, dass er heute aufräumen und das Schwimmbecken reinigen möchte. Obwohl ich ihm meine Hilfe anbiete, winkt er ab und meint, dass ich ruhig etwas unternehmen kann. Ich zucke mit den Schultern und greife zu einem Naples-Reiseführer. Schon kurze Zeit später habe ich ein löbliches Ausflugsziel entdeckt: "Caribbeans Garden & Zoo" (löblich: Karibischer Garten und Tierpark). Georg beglückwünscht mich zu meiner Wahl und erzählt, dass es in diesem Park jede Menge exotischer Pflanzen und Tiere zu bestaunen gibt - wie aufregend.
10.00 Uhr Nachdem ich mein Frühstück verzehrt habe, lasse ich mir von Georg die Autoschlüssel aushändigen und mache mich sofort auf den Weg. Gekonnt steuere ich den JEEP Karaoke auf der Pine Ridge Road in Richtung Westen. Anschliessend brause ich mit hoher Geschwindigkeit auf der Airport Road nach Süden.
10.30 Uhr Schon nach wenigen Meilen treffe ich vor den Karibischen Gärten ein - wie schön. Ich parke das Fahrzeug fachmännisch und strebe unaufhaltsam zum Eingang. HEUREKA - dort angekommen muss ich feststellen, dass der Eintritt 15,95 DOLLARS kostet. Als armer Rentner kann man sich diesen Luxus nicht alle Tage leisten - wie schade.
11.00 Uhr HEUREKA - als erstes besuche ich den "Safari Canyon" und verfolge einen interessanten Vortrag vom Zooleiter. Ferner sehe ich einen weissen und mehrere indische Tiger - wie aufregend.
11.30 Uhr Fröhlich wandere ich durch die einladende Anlage und bestaune seltene Pflanzen, Blumen und laut schreiende Papageie. Als ich einem sprechenden Vogel, der unentwegt "Hello, Hello" ruft, begegne, halte ich kurz inne und versuche dem Schnabelträger neue Wörter beizubringen - leider ohne Erfolg.
12.00 Uhr Am "Alligator Bay" (löblich Krokodils Bucht) trifft mich fast der Schlag. HEUREKA - mehrere ekelerregende Krokodile pelzen sich am Ufer und erschrecken löbliche Tierparkbesucher - vorsichtig schleiche ich an den Reptilien vorbei.
12.30 Uhr HEUREKA - nachdem ich mir ein schmackhaftes Eis gekauft habe, finde ich mich plötzlich an einem grossen See wieder. Ich folge der Promenade und treffe kurze Zeit später auf einen Anlegesteg - wie schön. Sofort frage ich einen Tierparkheini nach dem Rechten und erfahre, dass man hier auch an einer sogenannten "Primate Expeditions Cruise" (löblich: Primaten Expeditionsschiffreise) teilnehmen kann - wie aufregend.
12.45 Uhr Endlich trifft das Schiff ein. Schnell hüpfe ich hinein und lasse mich redlichst um die Inseln herumgondeln. Während der zwanzigminütigen Fahrt kann ich verschiedenste Affenarten, wie zum Beispiel Weisshandgibbons, Spinnenaffen, Kolumbusaffen und sogar Siamangs beobachten - wie aufregend.
13.15 Uhr Ich wandere entspannt durch den Park und beobachte Antilopen, afrikanische Wildhunde, Stachelschweine und Hyänen. Besonders interessant sind aber die löblichen Riesenschildkröten von den Galapagosinseln. HEUREKA - ich lese auf einer Informationstafel, dass diese Tiere mehr als Hundert Jahre alt werden können - wie aufregend. Beeindruckt spaziere ich weiter und mache mir meine eigenen Gedanken.
14.00 Uhr Nachdem ich afrikanische Rehe und sogar Kängurus direkt aus Australien gesehen habe, knurrt mir langsam der Magen. Ich folge einem Hinweisschild und kehre in ein Gasthaus namens "Subway" (löblich: Unterführung) ein. Sofort lasse ich mir ein kühles Koka Kola und ein belegtes Langbrot mit Truthahnschinken, Oliven, Tomaten und Käse kredenzen - schmeckt gar nicht schlecht, Herr Specht.
14.30 Uhr Zufrieden besuche ich noch den Andenkenladen und erwerbe schöne Salzstreuer für meine Freunde in der Heimat. Als ich den Tierpark verlassen will, entdecke ich ein Werbeplakat für das Teddybär Museum in Naples. Alle Zoobesucher dürfen bei Vorlage der Eintrittskarte das Bärenmuseum kostenlos besuchen - wie schön.
15.30 Uhr Erschöpft treffe ich wieder im Lowbank Drive ein und finde meinem Bruder schwimmbeckenputzend im Garten vor. Ich nehme bequem in einem Liegestuhl platz und lasse mir ein kühles Budweiser Bier munden - das habe ich mir auch redlichst verdient.
16.00 Uhr Jetzt gehe ich meinem Bruder redlichst zur Hand und schneide einige Sträucher ordentlich zurecht. Als Meister der Gartenschere ist das für mich ein reines Kinderspiel. Plötzlich wird Georg ganz wacklig auf den Beinen und setzt sich schnell in den Liegestuhl. HEUREKA - ich eile sofort hin und frage nach dem Rechten. Mein Bruder sagt, dass ihm ganz schwindelig ist und er sich wohl überarbeitet hat. Ich schimpfe redlichst und erkläre ihm, dass er nach seiner schweren Krankheit hätte kürzer treten sollen.
16.45 Uhr Nachdem Georg sich aufs Sofa gelegt hat, kredenze ich ihm ein grosses Glas Koka Kola und ein keusches Käsebrot. Ich ermahne meinen Bruder zur Vernunft und fordere ihn auf, besser ins Bett zu gehen. Ferner rufe ich meine Schwägerin Maria in Toronto an und erzähle ihr von Georgs Schwächeanfall. Die Gute plaudert kurz mit ihrem Mann und ermahnt ihn ebenfalls zur Vorsicht.
17.30 Uhr Während Georg duscht, um danach ins Bett zu gehen, segle ich auf meine löbliche Heimseite. Ich lese die elektronische Post und beantworte Fragen besorgter Eltern. Meine wertvollen Erziehungsratschläge sind auch heute wieder sehr gefragt.
18.45 Uhr Ich sehe nach meinem Bruder und frage nach dem Rechten. Er meint, dass es ihm schon etwas besser geht und er grosse Lust auf ein Eis hätte. HEUREKA - was tut man nicht alles für seinen kranken Bruder. Ich schnappe mir die Autoschlüssel und fahre schnurstracks zum Einkaufsmarkt.
19.00 Uhr Nachdem ich den Wagen sicher vor dem "Winn-Dixie Marketplace" (löblich: Winn-Dixie Marktplatz) an der Airport Road North abgestellt habe, betrete ich den Laden und suche nach löblichem Eis. HEUREKA - diese Auswahl muss man gesehen haben. Ich greife in den Tiefkühlschrank und nehme einen Eimer Schokoladeneis, sowie einen Eimer Vanilleeis mit - Georg wird Augen machen. Ferner lege ich eine Packung Waffeln und Dosensahne in den Einkaufswagen. Ich strebe unaufhaltsam in Richtung Kasse und nehme noch zwei Stück Tiefkühllasagne (löblich: Tiefkühlnudelschichtgericht) mit. Danach bezahle ich die Waren und verfrachte sie umgehend in den JEEP.
19.45 Uhr Zurück im Lowbank Drive renne ich schnell in die Küche und bereite meinem Bruder einen schönen Eisbecher zu. Ich garniere mit Waffeln und Sahne aus der Sprühdose und bringe die Köstlichkeit dann ins Schlafzimmer. Georg meint, dass es ihm schon besser geht und er sich redlichst auf das leckere Eis gefreut hat - wie schön.
20.00 Uhr Da mir jetzt der Magen knurrt, werde ich eine löbliche Lasagne aus dem Winn-Dixie ins Rohr schieben. Während die italienische Spezialität herausbruzzelt, bereite ich mir einen vitaminreichen Gurkensalat zu.
20.30 Uhr Löbliches Abendessen auf der Terrasse. Ich lasse mir das deftige Essen redlichst munden und trinke ein kühles Budweiser Bier dazu - das tut gut. Als Nachtisch genehmige ich mir ebenfalls ein schönes Eis. Da ich bekanntlich auf meine Diät achten muss, nehme ich aber nur eine kleine Portion mit wenig Sahne.
21.15 Uhr Nachdem ich die Küche sauber aufgeräumt habe, sehe ich nochmals nach meinem Bruder und wünsche ihm gute Besserung. Dann nehme ich hopfentrunkgeniessend im Garten platz und betrachte den faszinierenden Sternenhimmel. Ich mache mir meine eigenen Gedanken und hoffe, dass Georg schnell wieder gesund wird.
22.15 Uhr Ich kehre ins Haus zurück und verschliesse alle Fenster und Türen. Danach gehe ich ins Bett und lese noch etwas in der Bibel. Gute Nacht.

Ich fahre zum Winn Dixie Markt:

http://pfaffenberg.permuda.net/kartenaples.jpg

Die karibischen Gärten von Naples:

http://www.caribbeangardens.com/

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 02.05.2005
© Reinhard Pfaffenberg