Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

20.07.2007

07.00 Uhr Ein neuer Tag in Kanada beginnt und ich hüpfe mit Elan aus den Federn. Bevor ich jedoch ein erquickendes Wirbelbad nehme, schaue ich gespannt nach Draussen und werde Zeuge, wie ein nordamerikanisches Grauhörnchen durch den Garten hüpft und geschickt auf einen Tannenbaum klettert - diese Idylle muss man einfach gesehen haben.
07.15 Uhr Nachdem ich die wichtige Morgengymnastik absolviert und meine Muskeln mit Auf- und abhüpfen gelockert habe, entspanne ich mich bei einem Wirbelbad und lausche nebenbei den Radionachrichten aus meiner bayerischer Heimat. Dank keuscher Kurzwelle erfahre ich, dass Deutschlands Umweltminister Sigmar Gabriel als Reaktion auf die Pannen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel die Betreiber zu einem Zusammentreffen nach Berlin eingeladen hat. Der SPD-Heini möchte auf diesem Treffen dafür Sorge tragen, dass die Restlaufzeiten älterer Kraftwerke auf neuere übertragen werden und damit ein zeitnaher Atomausstieg zustande kommt. Ferner begrüsste Gabriel die Entlassung des Vorstandvorsitzenden besagter Atomkraftwerke und gab zu Protokoll, dass dies der erste Schritt in die richtige Richtung gewesen sei. Trotz allem forderte er die Betreibergesellschaft Vattenfall unmissverständlich auf, die technischen Fragen der am 28. Juni aufgetretenen Probleme genauer zu erläutern und für eine bessere Kommunikation zwischen der Bundesregierung und dem Stromanbieter zu sorgen - das ist ja allerhand. Anstatt zu erkennen, dass die Atomkraft die sauberste Energieform überhaupt ist, spielt der Minister wieder einmal mit dem Feuer und spricht sich für "umweltfreundlichere" Energieformen aus. Leider vergisst der Heini in diesem Zusammenhang, dass Stromalternativen nur spärlich gesät sind und ein vorschneller Ausstieg aus der Atomkraft womöglich zu weitreichenderen Problemen führen könnten. Sollte ein Umdenken in der Energieproduktion wirklich zustande kommen und Deutschland wie angekündigt sämtliche Meiler abstellen, wäre unser Land gezwungen, noch mehr Erdgas aus zwielichtigen Quellen zu beziehen - wie furchtbar. Mittlerweile ist es längst kein Geheimnis mehr, dass die Europäische Union grosse Mengen von der russischen Gasmafia "GAZPROM" bezieht und aktuell sogar mit dem Gedanken spielt, mit Herrn Ahmadinedschad in ein Boot zu steigen und eine neue Pipeline von Turkmenistan über den Iran und die Türkei nach Europa zu bauen - das ist wieder einmal typisch. Diese Verbindung würde dazu führen, dass sich die Türkei als zukünftiges EU-Mitglied unentbehrlich macht und gegebenenfalls am Gashahn drehen könnte, wenn weitere Zutrittsverhandlungen scheitern sollten. Ferner könnte auch der islamische Mullahstaat am persischen Golf enormen Druck auf Europa ausüben und unsere Gemeinschaft dazu missbrauchen, schneller an die Atombombe zu kommen - wie unlöblich. Anstatt nun Nägel mit Köpfen zu machen und die Restlaufzeiten der bundesdeutschen Atomkraftwerke zu verlängern, begeben sich die Gutmenschen der grossen Koalition lieber in die Hände von Erpressern und islamischen Terroristen - wo soll das nur hinführen mit dieser Welt.
08.15 Uhr Um mich nicht noch mehr ärgern zu müssen, steige ich aus der Badewanne und trete vor den Kleiderschrank, um mich in Schale zu werfen. Da heute mit angenehmen Temperaturen um die 23°C zu rechnen ist, schlüpfe ich kurzerhand in eine bequeme Blautschiens von WRANGLER und ein schickes Hemd. Anschliessend laufe ich geschwind nach unten und nehme hungrig am Frühstückstisch neben Georg und Maria platz.
08.30 Uhr Während ich kraftvoll zubeisse und mich an einem landestypischen Mahl in Form von gebutterten Weissbrotscheiben, Pfannkuchen mit Ahornsirup und köstlichen Virginia Schinken labe, erzählt mein Bruder nebenbei, dass er um 10 Uhr einen Arzttermin hat. Als ich genauer nachfrage, berichtet der Gute, dass die Behandlung ein weiteres Belastungs-EKG umfasst und womöglich eine ganze Stunde in Anspruch nehmen könnte - wie unlöblich. Als ich mich schon damit abfinde, den ganzen Vormittag gelangweilt im Eigenheim zu verbringen, macht Maria einen hervorragenden Vorschlag und sagt, dass wir Georg begleiten und während der Untersuchung den benachbarten St. Lawrence Market in der Front Street besuchen könnten - das ist eine hervorragende Idee. Auf Anfrage erfahre ich weiter, dass es sich hierbei um einen der ältesten Grossmärkte der ganzen Stadt handelt, auf dem die Landwirte der Umgebung am Wochenende frische Lebensmittel feilbieten - wie aufregend. Selbstverständlich nicke ich zustimmend und bringe ausserdem ein gepflegtes Mittagessen in einer schicken Stadtgaststätte ins Gespräch.
09.00 Uhr Als wir angeregt plaudern und über meinen Aufenthalt in Toronto sprechen, unterbreite ich meinen Verwandten noch einmal, dass ich gerne mit Georg nach Naples reisen und einige Wochen im schönen Ferienhäuschen verbringen würde. Obwohl mich Maria äusserst skeptisch mustert und meinem Vorschlag eine schnelle Absage erteilt, zeigt sich Georg interessiert und meint, dass er sich mit dem Arzt beratschlagen und mir am Abend die Entscheidung mitteilen wird – wie schön.
09.15 Uhr Um nicht zu spät zu kommen, brechen wir auf und brausen im luxuriösen Lincoln Stadtwagen davon. Während der erquickenden Fahrt durch die Altstadt von Toronto deutet Georg immer wieder auf verschiedene Häuser und weist mich stolz darauf hin, dass er besagte Gebäude vor vielen Jahren gekauft, anschliessend renoviert und dann für teures Geld an Investoren oder Geschäftsleute weiterverscherbelt hat - wie aufregend. Anstatt sich etwas Ruhe zu gönnen und auf andere Gedanken zu kommen, kündigt mein Bruder an, weitere Abbruchhäuser in der Gegend um Markham, im Norden der Stadt, erwerben zu wollen und sie redlichst auszubauen - das ist ja allerhand.
09.45 Uhr Nachdem wir meinen Bruder pünktlich vor der Arztpraxis in der Albert Street abgesetzt haben, fahren wir radiohörend weiter gen Süden und kommen nach knapp fünfzehn Minuten vor einem altertümlichen Steinbau zum Stehen. Als wir den Wagen sicher abstellen und Münzen in eine Parkuhr werfen, erzählt Maria interessantes über die Entstehungsgeschichte dieses Gebäudes und berichtet, dass im Jahre 1803 im Rathaus die Idee aufkam, eine Grossmarkthalle für die vielen Bauern in der Umgebung zu errichten. Da der St. Lawrence Market von den Bürgern der Stadt bald überrannt wurde, entschlossen sich die Stadtväter dazu, die Einkaufsmöglichkeit auf einen ganzen Häuserblock auszuweiten und die Halle in einen Süd- sowie einen Nordmarkt zu unterteilen. Während im sogenannten "North Market" ausschliesslich am Samstag Handel betrieben wird, haben die Bürger während der anderen Wochentage die Möglichkeit, im "South Market" fast rund um die Uhr abzuschoppen - wie interessant. Um keine Zeit zu verlieren, betreten wir umgehend den Gebäudekomplex und finden uns plötzlich zwischen Hunderten Verkaufsständen wieder - wie schön.
10.15 Uhr Während Maria nach frischem Obst Ausschau hält und köstliche Wurstwaren erwirbt, sehe ich mich gespannt um und kann es kaum fassen. Als wir staunend durch die engen Gassen wandern und verschiedenste Gerüche schnuppern, führt mich Maria zu einen einladenden Senfstand und behauptet, dass Herr Anton Kozlik einer der beste Senfmeister der ganzen Welt ist - das glaube ich kaum. Als ausgewiesener Senfkenner schüttle ich natürlich entschieden mit dem Kopf und teile meiner Schwägerin mit, dass nichts über den herzhaften Händlmaier Senf aus dem schönen Regensburg geht. Leider hat Maria nur ein Schmunzeln für mich übrig und fordert mich kurzerhand auf, die eine oder andere Senfsorte zu probieren. Herr Kozlik lässt sich nicht zweimal bitten und händigt mir einen Löffel aus. Als erstes koste ich eine besonders scharfe Kreation namens "Really Hot" (löblich: Wirklich heiss) und erfahre nebenbei, dass in besagter Pampe nicht nur Senfkörner, sondern auch Paprika sowie Cayennepfeffer verarbeitet wurden. Just als mir die Tränen kommen, reicht mit der gute Mann ein Gläschen Selters und meint, dass ich doch lieber mit dem milden "Honey Garlic" (löblich: Honig Knoblauch) Vorlieb nehmen sollte - wie unlöblich.
10.45 Uhr Nachdem ich mir ein Schälchen "Niagra Classic" (löblich: Niagara Klassisch) sowie ein französisches Langbrot geleistet haben, kommen wir an einem Kürbisstand vorbei und finden uns nach wenigen Metern in der Fischabteilung wieder. Maria kommt angesichts der vielen Spezialitäten aus dem Zungeschnalzen gar nicht mehr heraus und schlägt vor, dass wir uns zur Feier des Tages frische Austern und ein Gläschen Schaumwein der Marke "Crystal" (löblich: Kristall) gönnen sollten - dazu sage ich natürlich nicht nein. Gutgelaunt folge ich meiner Schwägerin zu einer einfachen Holzbar und komme in den Genuss, eisgekühlten Sprudelsekt aus amerikanischer Produktion sowie schmackhafte Meeresfrüchte kosten zu dürfen – einfach phantastisch.
11.15 Uhr Bevor wir zum Fahrzeug zurückkehren, zerrt mich meine Schwägerin zu einem weiteren Laden im hinteren Teil des Gebäudes und deutet auf eigenartig aussehende Fleischschwarten. Als ich mir einen Überblick verschaffe, stelle ich mit Schaudern fest, dass der Verkäufer nicht nur marinierte Krokodilschnitzel, sondern auch in Knoblauch eingelegte Schlangenfilets für viel Geld unter die Leute bringen möchte - wie ekelerregend. Bevor mir schlecht wird, eile ich in Marias Begleitung zum Lincoln zurück und nehme auf dem Beifahrersitz platz. HEUREKA - kaum zu glauben, was man im St. Lawrence Markt alles zu sehen bekommt. Just als Maria gekonnt aus der Parklücke ausschert und in Richtung Norden davon krust, klingelt auch schon das Handtelefon und Georg meldet sich direkt aus der Arztpraxis. Der Gute ist bester Laune und teilt uns mit, dass es seinem Herz mittlerweile schon wieder viel besser geht und er sogar vom Arzt die Erlaubnis erhalten hat, im Wagen nach Florida zu reisen - das ist wunderbar. Leider scheint Maria von dieser Idee immer noch nicht begeistert zu sein und kündigt an, dass wir am Nachmittag noch einmal ausführlich darüber sprechen sollten - wie unlöblich.
11.30 Uhr Kurze Zeit später treffen wir vor der Praxis ein und können Georg in Empfang nehmen. Da sich unsere Mägen mittlerweile laut knurrend zu Wort melden, entschliessen wir uns, nach Chinatown (löblich: China Stadt) zu fahren und das wohlverdiente Mittagessen in einem Fernost-Gasthaus einzunehmen. Obwohl ich mich skeptisch zeige und lieber in ein Schnitzelhaus (unlöblich: Steakhouse) einkehren würde, winkt Maria besserwisserisch ab und behauptet, dass man im neu eröffneten "Saigon Pearl Restaurant" in der Kensington Avenue ganz hervorragend zu Mittag essen kann – das soll mir auch Recht sein.
12.00 Uhr Nach wenigen Augenblicken kommen wir mit quietschenden Reifen vor besagter Lokalität zum Stehen und nehmen entspannt im klimatisierten Gastraum platz. Eine kleine Bedienung im Kimono lässt nicht lange auf sich warten und nimmt freundlichst unsere Bestellung auf. Während sich meine Schwägerin für eine Tom-Yum Suppe, Fried Fish Fillet with Curry, Onions, Mushrooms, Bamboo and Paprica (löblich Frittiertes Fischfilet mit Curry, Zwiebeln, Pilzen, Bambus und Paprika) entscheidet, folge ich Georgs Beispiel und wähle eine "Chop Suey" Suppe mit Huhn sowie Beef "Home Style" with Mushrooms, Morels, Red Paprika and Bamboo (löblich: Hausgemachtes Rindfleisch mit Pilzen, Morcheln, roten Paprikas und Bambus) - das klingt ganz schön exotisch.
12.30 Uhr Während wir auf das Essen warten und uns an köstlichem kalifornischen Rebensaft laben, lehnt sich Georg stolz zurück und erzählt, dass sich seine Werte weiter verbessert haben und er sogar einen neuen Rekord auf dem Ergo-Fahrrad aufgestellt hat – wie aufregend. Mein Bruder geht sogar noch weiter und meint, dass er vielleicht doch nach Florida reisen sollte, um im Ferienhaus ordentlich auszuspannen und erquickende Strandspaziergänge zu unternehmen – dem kann ich nur zustimmen.
13.00 Uhr Als endlich das Essen serviert wird, greife ich ordentlich zu und gebe meinen Verwandten zu verstehen, dass wir die knapp 2.500 Kilometer lange Reise ruhig angehen und uns dafür eine ganze Woche Zeit lassen sollten. Georg macht sich daraufhin eigene Gedanken und sagt, dass wir über New York, Washington, Richmond und Savannah ins Rentnerparadies fahren und uns die Sehenswürdigkeiten ansehen sollten - wie schön.
13.30 Uhr Nachdem mein Bruder die gesalzene Rechnung mit seinem unlöblichen Zahlungsmittel beglichen hat, machen wir uns auf den Heimweg und fahren gemächlich ins Wohngebiet zurück – da kommt Freude auf. Daheim angekommen, hüpfe ich schnell aus dem Fahrzeug und ziehe mich auf mein Zimmer zurück, um etwas zu entspannen.
14.30 Uhr Just als ich von meinem letzten Aufenthalt in der Musikstadt Nashville träume, werde ich durch lautes und besonders schrilles Telefonklingeln gestört – wie unlöblich. Trotzdem nehme ich den Hörer ab und habe meine Schwägerin in der Leitung. Die Gute gibt zu Protokoll, dass sie frischen Bohnenkaffee aufgebrüht hat und gleich einen Käsekuchen anschneiden wird. HEUREKA – ohne lange zu fackeln lege ich auf und eile geschwind nach unten.
15.00 Uhr Wir sitzen gemütlich auf der Veranda zusammen und lassen uns Kaffee und Kuchen redlichst schmecken. Bei dieser Gelegenheit erkundige ich mich nach James und erfahre, dass der Bube in der Stadt ist und gemeinsam mit Herrn Dietz versucht, die übrigen Bandenmitglieder zusammentrommeln. Angeblich planen die löblichen Musikanten ein Konzert am nächsten Freitag in einer bekannten Musikhalle in der Innenstadt – wie aufregend. Selbstverständlich werde ich meinem Neffen anbieten, als Sternengast auf die Bühne zu kommen und genau wie in Dallas ein stimmungsvolles Jimmy Buffet Lied zu pörformen – das wird ein Spass.
15.30 Uhr Beim dritten Stück Käsekuchen ziehe ich meinen Rand McNally Strassenatlas hervor und stelle fest, dass die Reise nach Florida ein richtiges Abenteuer werden könnte. Georg ist der gleichen Meinung und sagt, dass er das Häuschen in Naples schon seit 15 Jahren besitzt, aber noch niemals mit dem Wagen dort hin gefahren ist.
16.00 Uhr Als sich mein Bruder laut gähnend in den Liegestuhl legt, begebe ich mich pflichtbewusst zum Heimrechner und beginne mit der wichtigen Anschnurarbeit. Als erstes segle ich auf meine löbliche Heimseite und mache mich daran, Fragen besorgter Erziehungsberechtigter zu beantworten. Herr Horst K. aus Freiburg berichtet, dass sein Sohn Uli (14) ständig laute Krawallmusik auf seinem Empe 3 Spieler hört und laufend Widerworte gibt – wie schrecklich. Ich gebe qualifizierte Ratschläge und empfehle dem Mann, dem Bürschchen das Taschengeld zu streichen – das sollte ihm eine Lehre sein.
16.45 Uhr Im Rahmen der Anschnurrecherche lese ich ein streng geheimes Dossier des Forschungsinstituts Kuschmelka (München) mit dem Titel "Rentner im Weltall" und komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. HEUREKA – sollten die Kuschmelka Leute wirklich richtig liegen, könnte ich vielleicht doch noch den Sprung zum Mond schaffen.
17.30 Uhr Nachdem ich auch noch die Rubrik mit den beklopptesten Heimseitenbesuchern aktualisiert habe, fahre ich Georgs leistungsstarken Heimrechner herunter und begebe mich ruckzuck auf die Terrasse.
18.00 Uhr Labattblaubiertrinkend leiste ich meiner Schwägerin Gesellschaft und erlebe mit, wie sie James auf seinem Handtelefon anruft. Der gute Junge berichtet, dass er gegen sieben nach Hause kommen wird und uns zum Abendessen in eine Pizzeria in der Nähe einladen möchte – wie schön. Nachdem Maria aufgelegt hat, kommt auch mein Bruder dazu und sagt, dass er gerade mit seinem Geschäftsführer telefoniert und ihn über unsere Reisepläne informiert hat – wie aufregend. Ausserdem meint Georg, dass wir aufbrechen können, sobald er nächsten Donnerstag das Bauvorhaben am See unter Dach und Fach gebracht hat.
18.30 Uhr Da wir heute Abend auswärts speisen wollen, gehe ich nach oben und werfe mich ordentlich in Schale. Zur Feier des Tages ziehe ich meinen nagelneuen Sommeranzug an und vergesse auch nicht, etwas Duftwasser der Spitzenklasse aufzutragen – da kommt Freude auf.
19.00 Uhr Wie angekündigt kommt James pünktlich mit seinem alten Chevrolet Monte Carlo Baujahr 1997 um die Ecke gebraust und bringt den Wagen mit quietschenden Reifen zum Stehen – wie schön. Der Junge ist gutgelaunt und schlägt vor, gleich zur Pizzeria seines Vertrauens in der Nachbarschaft aufzubrechen. Wir lassen uns das nicht zweimal sagen und steigen alle in den Lincoln Stadtwagen, um zur wenige Kilometer entfernten Gaststätte namens "Alfredo" zu krusen.
19.30 Uhr Nachdem mein Neffe den italienischen Gastwirt mit Handschlag begrüsst hat, bekommen wir einen besonders schönen Tisch am Fenster zugewiesen und bestellen umgehend Bier, Wasser sowie spritzigen Weisswein. Nebenbei studiere ich die Speisekarte und erfahre von James, dass es in dieser Wirtschaft die besten Pizzas in ganz Toronto gibt – wie aufregend. Selbstverständlich vertraue ich meinem löblichen Neffen und bestelle bei einem Kellner namens Antonio eine Pizza mit Meeresfrüchten sowie einen gemischten, aber keuschen Salat.
20.00 Uhr Wir lassen uns die Köstlichkeiten redlichst munden und ich stelle fest, dass James nicht zu viel versprochen hat. HEUREKA – diese Holzofenpizzas muss man einfach gekostet haben. Bei dieser Gelegenheit erzählen wir James von unseren Reiseplänen und ernten ungläubiges Staunen. Der Junge sagt, dass er meine diesbezüglichen Andeutungen eigentlich als Scherz aufgefasst hat und nicht glauben kann, dass wir diese lange Fahrt wirklich auf uns nehmen wollen. Ich winke sofort ab und erkläre James, dass diese Strecke für einen versierten Fahrer meines Kalibers kein Problem darstellen sollte.
20.45 Uhr Bei weiteren Bieren und Schaumkaffees kommt mein Neffe auf den Rückflug nach München zu sprechen und sagt, dass er eigentlich Anfang August abreisen wollte. Natürlich mache ich dem Buben klar, dass er diese Reise wahrscheinlich alleine antreten muss, weil ich bestimmt länger in Florida verweilen werde. James macht mich ausserdem darauf aufmerksam, dass ich einen Arbeitsvertrag im Donutladen habe und zuerst bei Amanda einen Urlaubsantrag zu stellen habe – darüber kann ich nur noch lachen.
21.15 Uhr Nachdem mein Bruder die Rechnung mit seinem unlöblichen Zahlungsmittel beglichen hat, verabschieden wir uns redlichst von Herrn Alfredo und lassen uns dann von Maria zurück zur Villa kutschieren.
21.30 Uhr Zurück im Eigenheim gähne ich laut und erkläre meinen Verwandten, dass ich müde bin und gleich ins Bett gehen werde. Während Maria und Georg meinem Beispiel folgen, bleibt James noch im Wohnzimmer und kündigt an, heute noch zuhause bei Amanda und David (22 Monate) anzurufen – wie schön.
22.00 Uhr Ich nehme noch eine erfrischende Dusche und gehe dann zufrieden ins Bett. Bevor ich einschlafe, blättere ich noch etwas im Strassenatlas und freue mich schon auf die spannende Reise in den Süden. Gute Nacht.

James fährt in einem Chevrolet vor:

http://pfaffenberg.permuda.net/chevy.jpg

Reisebericht: Mein Ausflug in die Musikstadt Nashville:
http://pfaffenberg.permuda.net/nashville2005.html

Mein Neffe James:
http://pfaffenberg.permuda.net/guido.html#james

Ich beantworte Fragen besorgter Heimseitenbesucher:
http://pfaffenberg.permuda.net/kummerkasten.html

Bericht: Unlöbliche Musikanten:
http://pfaffenberg.permuda.net/musikanten.html

Bericht: Handtelefone sind unlöblich:
http://pfaffenberg.permuda.net/handtelefon.html

Bericht: Das Taschengeld:
http://pfaffenberg.permuda.net/taschengeld.html

Bericht: Unlöbliche Zahlungsmittel:
http://pfaffenberg.permuda.net/zahlen.html

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 20.07.2007
© Reinhard Pfaffenberg