Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

19.07.2005

19.07.2005
06.30 Uhr Ich erwache löblichst und verspüre ein unlöbliches Kratzen im Hals. Sofort greife ich zu einer Dose Koka Kola Licht und lösche meinen Durst redlichst - das tut gut.
07.00 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik am Fenster absolviert habe, nehme ich ein schönes Vollbad und wasche mich redlichst. Da ich morgen schon wieder zurück in die Heimat reisen werde, greife ich zum Reiseführer und informiere mich über die Sehenswürdigkeiten, die ich bisher ausgelassen habe. HEUREKA - schnell werde ich fündig und entschliesse mich zu einem Ausflug ins "Tennessee State Museum" - wie schön. Wie jedes Kind weiss, handelt es sich bei diesem Museum um den landesweit grössten Ausstellungsraum über die Entstehung des Landes. HEUREKA - als ich weiterlese, finde ich zwei weitere Ausflugsziele, die man einfach gesehen haben muss. Bevor ich das Staatsmuseum aufsuche, werde ich der "Upper House Chapel" (löblich: Obere Hauskapelle) und dem weltbekannten "Belmont Mansion" (löblich: Belmont Villa) einen Besuch abstatten - wie aufregend. .
08.00 Uhr Laut pfeifend ziehe ich mich an und verlasse mein Zimmer im 7. Stock. Als ich auf den Aufzug warte, kommt eine aufreizend geschminkte Maid daher und begrüsst mich handtascheschwingend. Ich sage natürlich kein Wort und rümpfe sofort die Nase - mit solch leichten Mädchen will ich nichts zu tun haben.
08.30 Uhr Nachdem ich mir an der Rezeption die neueste Ausgabe der "USA Today" (löblich: USA Heute) geschnappt habe, nehme ich im Frühstücksraum platz und lasse mir Kaffee und Orangensaft kredenzen. Ferner verspeise ich geröstete Weissbrotscheiben (unlöblich: Toast), Rühreier mit gesunden Speckstreifen, Frühstückskartoffeln und ein französisches Hörnchen (unlöblich: Croissant) - schmeckt gar nicht schlecht, Herr Specht.
09.00 Uhr HEUREKA - als ich mir die zweite Portion vom Büffet hole, sehe ich meinen Neffen James und Herrn Sam Dietz in den Frühstücksraum kommen - wie schön. Ich rufe sofort ganz laut und winke die beiden an meinen Tisch. James ist heute ganz besonders gut gelaunt und nimmt lachend am Tisch platz. Die Kinder lassen sich ebenfalls keusche Kaffees kredenzen und plappern unentwegt über die neue Kompaktscheibe. Ich erfahre, dass die Arbeiten sehr leicht von der Hand gegangen sind und die neue Scheibe ganz bestimmt grosse Erfolge feiern wird - wie aufregend. Vielleicht erreicht James mit seinen Musikkameraden sogar den ersten Platz in den sogenannten "Country Musik Billboard Charts" (löblich: Landmusik Anschlagtafel Hitparade). Dann könnten wir alle gemeinsam die Zelte im kalten Deutschland abbrechen und für immer in ein luxuriöses Strandhaus nach Florida umziehen. HEUREKA - ich sehe mich schon langgetränktrinkend im Liegestuhl am Strand.
09.30 Uhr Düdeldü - da James seine Musikkollegen heute Mittag zum Flughafen bringen wird, verlasse ich alleine das Hotel und strebe zu meinem Chevrolet Blazer hinüber. Gekonnt schwinge ich mich hinters Steuer und starte den Wagen fachmännisch. Ich fahre mit hoher Geschwindigkeit die West End Avenue entlang und biege nach wenigen Kilometern in Richtung Osten ab. Kurze Zeit später brause ich die Grand Avenue hinab und halte Ausschau nach der löblichen "Upper Room Kapelle".
10.00 Uhr HEUREKA - nachdem ich den Wagen direkt vor der Kirche geparkt habe, betrete ich andächtig das Gotteshaus und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. An der Wand befindet sich ein Holzschnitt des bekannten Leonardo da Vinci Wandgemäldes vom "Letzten Abendmahl" - wie aufregend. Wie jedes Kind weiss gehört das Original, dass in der Santa Maria delle Grazie in Mailand zu finden ist, zu den bekanntesten Werken des italienischen Meisters. Ich begutachte die aufwändige Schnitzerei von Ernest Pellegrini genau und stelle fest, dass der gute Mann ein löbliches Stück Lindenholz verwendet hat. An einer Wandtafel lese ich, dass Herr Pellegrini das gute Stück im Jahre 1953 entworfen und mit tatkräftiger Unterstützung von fünfzig weiteren Künstlern geschnitzt hat - wie aufregend.
10.30 Uhr Zum Abschluss spreche ich noch ein Gebet und brause dann in Richtung Süden weiter. Ich passiere das Gelände der Vanderbilt Universität und finde mich kurze Zeit später vor der Belmont Villa, die sich auf dem Campus der gleichnamigen Universität befindet, wieder.
11.00 Uhr HEUREKA - nachdem ich ganze sieben Dollars für den Eintritt bezahlt habe, darf ich das luxuriöse Anwesen von Adelicia Hayes Franklin Acklen Cheatham endlich betreten. Ich schliesse mich einer Führung an und erfahre, dass es sich bei diesem Gebäude um eine typische Südstaatenvilla aus dem 19. Jahrhundert handelt - wie aufregend. Der Reiseführer berichtet weiter, dass Frau Cheatham insgesamt sechs Kinder hatte und das Haus im Jahre 1849 im italienischen Stil erbauen lies.
11.30 Uhr Die Tour führt uns durch das einladende Wohnzimmer, das Esszimmer, sowie die extraordinären Bäder, die mit teuren Marmorböden ausgelegt sind. HEUREKA - ein armer Rentner mit einer bescheidenen Rente von nur 2.900 EUROS kann von solchem Luxus leider nur träumen.
12.00 Uhr Zum Abschluss sehen wir uns auch noch den Garten an und lernen, dass Frau Cheatham früher einen Privatzoo mit vielen exotischen Tieren ihr Eigen nannte - wie schön.
12.45 Uhr HEUREKA - schweissgebadet kehre ich zum Fahrzeug zurück und schalte die Klimaanlage auf die höchste Stufe - dieses schwülwarme Wetter hält nicht einmal der stärkste Rentner aus.
13.15 Uhr Ich brause in Richtung Innenstadt und halte Ausschau nach einem schönen Gasthaus. Auf dem Broadway werde ich endlich fündig und parke den Blazer sicher. Ich kehre in ein Lokal namens "Broadway Brewhouse" (löblich: Broadway Brauhaus) ein und nehme an einem schönen Tisch direkt am Fenster platz. HEUREKA - als ein Kellner die Speise- und Getränkekarte bringt, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. In diesem Gasthaus gibt es sage und schreibe 700 verschiedene Biere aus aller Welt. HEUREKA - natürlich lasse ich mir sofort ein kühles Erdinger Weissbier bringen und nehme einen grossen Schluck - das tut so richtig gut. Ausserdem wähle ich ein schönes T-Knochen Schnitzel (unlöblich: T-Bone Steak) mit Kartoffelstäben und Salat - ein deftiges Mittagessen habe ich mir heute redlichst verdient.
13.45 Uhr Ich lasse mir das zarte Fleisch redlichst schmecken und blicke nebenbei aus dem Fenster. Beim Anblick der vielen cowboybehüteten Passanten mache ich mir meine eigenen Gedanken. HEUREKA - schon morgen Mittag werde ich mit James zurück in die Heimat fliegen. Von amerikanischen T-Knochen Schnitzeln, Landmusik und Cowboyhüten kann ich dann nur noch träumen.
14.15 Uhr Nachdem ich die gesalzene Rechnung in bar bezahlt habe, eile ich zum Chevrolet Blazer, um zum "Tennessee State Museum" weiterzufahren.
15.00 Uhr HEUREKA - endlich betrete ich das schöne Museum, das im James K. Polk Kulturzentrum untergebracht ist. Mit grosser Freude stelle ich fest, dass der Eintritt frei ist - wie löblich. Ich fackle nicht lange und schaue mir die ständigen Ausstellungen an.
15.30 Uhr In der Abteilung über die ersten Menschen im Staat Tennessee lerne ich, dass prähistorische Indianerkulturen bereits vor etwa 15.000 Jahren hier waren - wie aufregend. Neben interessanten Ausstellungsstücken werden hier sogar die Knochen eines 10.000 Jahre alten Mastodon gezeigt. Gerade als ich einen Knochen des gigantischen Tiers als Andenken einstecken möchte, kommt ein Museumsheini und sagt, dass man das Ausstellungsstück nicht berühren darf - wie schade.
16.00 Uhr In einer anderen Abteilung erfahre ich alles über den Bürgerkrieg und den Wiederaufbau. Ab 1860 war die Sklaverei der Grund für die Trennung Amerikas in Nord und Süd. Viele Bewohner im Osten von Tennessee schlossen sich nicht den Südstaaten an, sondern kämpften für die Armee der Union im Norden - das war mir neu. Ferner lese ich, dass der Staat Tennessee das Hauptschlachtfeld des Bürgerkriegs war. Anscheinend fanden hier mehr als 400 Schlachten statt - wie aufregend.
16.15 Uhr Ausser aufschlussreichen Zeittafeln werden auch viele interessante Artefakte aus der Bürgerkriegszeit ausgestellt. Ich bestaune Schlachtfahnen, Waffen und sogar Uniformen. Bekanntlich gehört diese Sammlung zu den besten ihrer Art im ganzen Land - wie schön. Im Andenkenladen suche ich natürlich noch nach löblichen Schnäppchen. HEUREKA - ich werde auf wunderschöne Kunstdrucke mit Motiven aus dem Bürgerkrieg aufmerksam. Schliesslich entscheide ich mich für ein löbliches Poster mit den Bürgerkriegsgenerälen der Nordstaaten und einen Druck zur Entwicklung der amerikanischen Flagge.
16.45 Uhr Die Besichtigung ist beendet und ich mache mich auf den Weg zurück zum Marriott.
17.00 Uhr In der löblichen Hotelhalle treffe ich auf meinen Neffen James. Der gute Junge berichtet, dass er gerade Herrn Dietz und Herrn Tanner zum Flughafen gebracht hat. Ferner meint James, dass wir heute Abend gemeinsam Essen könnten - welch gute Idee. Ich verabrede mich mit meinem Neffen für 19.00 Uhr in der Halle und ziehe mich dann auf mein Zimmer im 7. Stock zurück.
17.30 Uhr Eine kalte Dusche habe ich mir nach den Anstrengungen des Tages redlichst verdient. Ich wasche und rasiere mich redlichst und ziehe danach eine moderne Tschiens und ein schwarzes Polohemd an. Ein gepflegtes Auftreten ist in der heutigen Zeit nämlich ganz besonders wichtig - viele Jugendliche scheinen das aber all zu oft zu vergessen.
18.15 Uhr Während im Fernsehen CNN läuft, sorge ich im Zimmer für Ordnung und stelle schon mal meinen löblichen Rollkoffer bereit - immerhin steht bereits morgen die Abreise auf dem Programm. Als geübter Reisender lege ich 15 DOLLARS auf die Kommode und beschwere sie redlichst mit einem Glas - schliesslich soll das löbliche Zimmermädchen morgen nicht auf ihr verdientes Trinkgeld verzichten.
19.00 Uhr Endlich treffe ich James in der Hotelhalle. Da mir schon der Magen knurrt, dränge ich den Jungen sofort zur Abfahrt. Mein Neffe meint, dass wir doch zu Fuss ein Gasthaus in der Nachbarschaft besuchen könnten - das soll mir ganz Recht sein. Ich erzähle James von "Parkers Bar & Grill" und berichte, dass ich dort schon mehrmals zu meiner Zufriedenheit eingekehrt bin.
19.30 Uhr Wir sitzen gemütlich in besagter Gaststätte und bestellen bei meiner Stammbedienung Jessica kühle, frischgezapfte Biere. Zum Essen entscheidet sich James für "Fish & Chips" (löblich: Fisch und Kartoffelspalten) und Gartensalat. Auf Empfehlung von Frau Jessica bestelle ich löblichen Hackbraten mit Kartoffelbrei und delikater Bratensosse - wie gut das duftet.
20.00 Uhr Wir lassen uns das köstliche Abendessen redlichst munden und lassen die letzten Tage nochmals Revue passieren. HEUREKA - James ist ganz meiner Meinung und sagt, dass die Reise nach Nashville ein voller Erfolg war. Wenn ich bedenke, dass ich für Flug und Hotel überhaupt gar nichts bezahlen musste, hat es mir gleich noch besser gefallen.
20.15 Uhr Mein Neffe ist hervorragend gelaunt und bestellt weitere Biere. Wir stehen auf und lassen uns den gesunden Hopfentrunk im hinteren Teil der Gaststätte am Tresen schmecken. Als ich James von meinem Ausflug zu Jack Daniels erzähle, sagt er, dass dies ein sehr gutes Stichwort ist und bestellt uns gleich zwei dieser Whiskeys - wie aufregend.
20.45 Uhr Mein Neffe berichtet, dass er heute mit Amanda telefoniert hat. Ich höre, dass es der Maid bestens geht und sie uns am Donnerstag vom Franz Josef Strauss Flughafen abholen wird - wie schön. Ein teures Taxi könnte ich mir als armer Rentner nämlich nicht leisten.
21.30 Uhr Nach einem weiteren Budweiser Bier verlassen wir gutgelaunt die Gaststätte und wandern zurück zum Hotel. Vorher habe ich mich allerdings noch von Frau Jessica redlichst verabschiedet - schliesslich bin ich ein Kavalier der alten Schule.
22.15 Uhr Ich gehe zufrieden ins Bett und informiere mich auf CNN über das aktuelle Weltgeschehen. HEUREKA - gerade als über die Börsenentwicklung an der New Yorker Wall Street berichtet wird, schlafe ich redlichst ein. Gute Nacht.

Ich erwerbe schöne Andenken im Tennessee Staatenmuseum:

http://pfaffenberg.permuda.net/generalsnord.jpg

http://pfaffenberg.permuda.net/usflaggen.jpg

Die Heimseite der Upper Room Kapelle:

http://www.upperroom.org/chapel

Die Heimseite der Belmont Villa:

http://www.belmontmansion.com/

Die Heimseite des Tennessee Staatenmuseums:

http://www.tnmuseum.org/

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 19.07.2005
© Reinhard Pfaffenberg