Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

18.07.2005

18.07.2005
06.30 Uhr Ich erwache löblichst und springe mit Elan aus den Federn. Als ich aus dem Fenster blicke, sehe ich, wie sich dicke schwarze Wolken am Horizont gebildet haben. HEUREKA - hoffentlich bleibt uns ein unlöbliches Gewitter erspart.
07.00 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik absolviert und meinen Körper redlichst gestählt habe, nehme ich ein schönes Vollbad und wasche mich redlichst. Nebenbei aktiviere ich meinen leistungsstarken Weltempfänger und lausche dem informativen Radioprogramm von BAYERN 5. Ich höre die Nachrichten und erfahre, dass Bayern im nationalen PISA Vergleich wieder einmal den ersten Platz erreichen konnte - wie schön. Auch der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider freut sich über das überragende Abschneiden und erklärt, "dass es sich als richtig erwiesen hat, gegen den Zeitgeist der Alt-68er an Werten wie Leistungsbereitschaft, Disziplin, Ordnung und Übernahme von Verantwortung festzuhalten". Auch andere CDU Länder, wie Sachsen, Baden-Württemberg und Thüringen konnten sich im PISA-Test von den SPD regierten Ländern mit grossem Vorsprung absetzen. HEUREKA - an diesem Beispiel sieht man, dass die redliche CDU/CSU die Geschicke Deutschlands besser im Griff hat als die unsägliche SPD. Hoffentlich erinnern sich die Wähler am 18. September an die Vorzüge der CDU/CSU und machen ihr Kreuzchen bei der richtigen Partei. Ich rechne ganz schnell nach und freue mich sehr - in 62 Tagen gehört die SPD-Regierung der Vergangenheit an - wie aufregend.
08.00 Uhr Düdeldü - ich springe mit Schwung aus der Wanne und ziehe mich sofort an. Ich wähle einen leichten Sommeranzug und eine schöne Krawatte in blau. Ein gepflegtes Auftreten ist mir nämlich ganz besonders wichtig.
08.30 Uhr Langsam knurrt mir der Magen. Ich greife gutgelaunt zum Telefonapparat und wähle die Nummer von Herrn Wangs Zimmer. Der gute Mann meldet sich auch sofort und erklärt, dass er gerade seinen Koffer packt und in fünfzehn Minuten im Frühstücksraum erscheinen wird - wie schön. Ich lege ganz schnell auf und fahre mit dem Aufzug in die Hotelhalle (unlöblich: Lobby).
08.45 Uhr Pünktlich auf die Minute trifft Herr Wang ein und begrüsst mich freundlichst. Wir wandern zur hoteleigenen Gaststätte hinüber und nehmen direkt neben dem reichhaltigen Büffet platz. Während wir ausgiebigst speisen, plaudern wir über die vergangenen Tage und schmieden Pläne für die Zukunft. Herr Wang freut sich schon auf seinen Besuch im September in Bayern und meint, dass er auch das Oktoberfest besuchen will - wie unlöblich. Ich ermahne den Herren natürlich sofort zur Löblichkeit und gebe ihm zu verstehen, dass dieses Bierfest äusserst unlöblich ist und die Besucher zum Drogenkonsum verleitet. Herr Wang winkt ab und will mir natürlich kein Wort glauben - wie schade. Ferner erfahre ich, dass eventuell Scherriff Bradford und Frau Goldsmith mitkommen werden - wie aufregend.
09.30 Uhr Nun ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen. Ich umarme Herrn Wang redlichst und wünsche ihm eine sichere Heimfahrt nach Florida. Der gute Mann wünscht mir noch einen schönen Aufenthalt in Nashville und meint, dass wir uns spätestens im September wiedersehen werden.
10.00 Uhr Nachdem Herr Wang seinen luxuriösen Mercedes bestiegen und in Richtung Autobahn davon gebraust ist, nehme ich entspannt in der Hotelhalle platz und mache mir meine eigenen Gedanken. Leider ist mir die Ruhe nicht lange gegönnt - mein Neffe James kommt mitsamt seiner Musikkombo daher und lädt mich zu einem Abstecher in die "Southern Tracks Studios" ein. Da ich nichts besseres zu tun habe, willige ich ein und begleite die Kinder redlichst. Um nicht den ganzen Tag im Aufnahmestudio zu verbringen, entschliesse ich mich dazu selbst mit dem Chevrolet Blazer zu fahren. HEUREKA - da James viel zu flott fährt, schaffe ich es gerade noch, die Kinder im dichten Stadtverkehr nicht aus den Augen zu verlieren.
10.45 Uhr Endlich treffen wir vor den Studios ein. Ich parke meinen Wagen gekonnt in einer Parkbucht und mache James anschliessend darauf aufmerksam, dass er die Höchstgeschwindigkeit mehrfach überschritten hat. James scheint das nicht zu interessieren und schiebt mich durch eine Drehtüre ins Studiogebäude hinein - wie unlöblich.
11.00 Uhr Ich sitze kokakolatrinkend mit einem pferdebeschwänzten Heini namens Alan im Technikraum und sehe durch die Glasscheibe, wie James seine Gitarre auspackt und sie redlichst in einen Lautsprecher einstöpselt. Herr Alan meint, dass heute das letzte Lied eingespielt wird und schlägt vor, dass ich doch die sogenannten "Background Vocals" (löblich: Hintergrundstimmen) singen könnte. HEUREKA - das kommt natürlich gar nicht in Frage.
11.30 Uhr Endlich beginnen die Aufnahmen. James spricht in sein Mikrofon und gibt uns zu verstehen, dass er nun das Lied "Guitar Work" (löblich: Gitarren Arbeit) einspielen wird - wie aufregend. HEUREKA - als mein Neffe seine Gitarre bearbeitet, droht mein keusches Trommelfell zu platzen - wie unlöblich. Diesen Krach hält nicht einmal der stärkste Rentner aus.
11.45 Uhr Herr Alan unterbricht die Aufnahmen immer wieder und erklärt Herr Sam Dietz, dass er einen ganz bestimmten Ton nicht richtig getroffen hat. HEUREKA - der gute Junge scheint nicht bei der Sache zu sein.
12.00 Uhr Nachdem mir Herr Alan löbliche Ohrstöpsel gegeben hat, kann ich den Krach endlich ertragen - ich lenke die Musiker ab und schneide lustige Grimmassen.
12.15 Uhr James findet das gar nicht witzig und ermahnt mich zur Vernunft - wie unlöblich.
12.45 Uhr Langsam knurrt mir der Magen. Ich verlasse verärgert das Studio und suche den Ausgang - leide ohne Erfolg. Als ich verzweifelt eine Türe öffne, steht plötzlich ein kleiner schwarzer Mann im Samtanzug vor mir. HEUREKA - ich erkläre diesem Hausmeister, dass ich Reinhard Pfaffenberg heisse und mein Mittagessen einnehmen möchte. Der kleine Heini blickt mich verdutzt an und meint, dass ich mich links halten und durch die dritte Türe mit der Aufschrift "EXIT" gehen sollte. Ferner sagt er mir, dass er nicht der Hausmeister, sondern James Brown, der "Godfather of Soul" (löblich: Gottvater der Seele) ist. HEUREKA - ich lache sehr und gebe dem Zwerg ganz Recht. Wie jedes Kind weiss, sollte man verwirrten Personen nicht wiedersprechen.
13.15 Uhr Nach langem Suchen finde ich endlich den Ausgang. Ich überquere die Strasse und kehre in ein schönes Bierlokal namens "Jacksons Bar & Grill" ein.
13.30 Uhr Ich nehme entspannt am Tresen platz und lasse mir von einer kleinen Frau ein frisches Budweiser Bier und einen schmackhaften Hamburger mit Kartoffelstäben und Kätschap kredenzen - riecht nicht schlecht, Herr Specht.
13.45 Uhr Während ich mir die Mahlzeit munden lasse, kommt plötzlich der Heini aus dem Plattenstudio ins Gasthaus. HEUREKA - als der Herr auch noch neben mir Platz nimmt, lässt die Kellnerin ihren Putzlappen fallen und macht grosse Augen. Herr Brown winkt redlichst ab und gibt mir zu verstehen, dass man als Superstar (löblich: Superstern) niemals seine Ruhe hat. Natürlich gebe ich dem Mann Recht und lasse mir unbeeindruckt meinen Hamburger weiter schmecken. Ich komme mit Herrn Brown ins Gespräch und erfahre, dass er sich mit einem Mitarbeiter seiner Plattenfirma hier im "Southern Tracks Studio" treffen wollte. Leider sitzt der betreffende Herr auf dem Flughafen in Detroit fest und kann den Termin nicht wahrnehmen - wie unlöblich. Ich tröste Herrn Brown redlichst und erzähle ihm alles über die Arbeit meines Neffen James.
14.15 Uhr Nachdem ich Herrn Brown auf ein weiteres Bier eingeladen habe, verlassen wir gemeinsam das nette Gasthaus und spazieren zum Aufnahmestudio hinüber. Während ich im Chevrolet Blazer zurück zum Hotel fahre, steigt Herr Brown in eine gedehnte Limousine ein und braust in Richtung Flughafen davon - wie aufregend.
15.00 Uhr Nach diesem spannenden Erlebnis habe ich mir einen kleinen Mittagsschlaf redlichst verdient. Ich ziehe mich auf mein luxuriöses Zimmer im 7. Stock zurück und lasse mich erschöpft aufs Bett fallen. Schnell schlafe ich ein und träume von meinem Eigenheim im Waldweg 7 - wie schön.
16.30 Uhr Ich erwache ausgeruht und nehme schnell eine kalte Dusche. Danach ziehe ich eine modische Tschiens, ein geschmackvolles Hawaiihemd, sowie meine löblichen Cowboystiefel an - immerhin bin ich heute Abend noch zu einer Grillfeier auf dem Land eingeladen. Auch heute darf der löbliche Anschnurgang nicht fehlen. Ich eile in den hoteleigenen Internetzraum und gehe gekonnt Anschnur.
17.00 Uhr Ich beantworte Fragen besorgter Eltern und gebe wertvolle Erziehungsratschläge. Ausserdem sorge ich im Gästebuch für Ordnung und schreibe einen elektronischen Brief an meinen Bruder Georg in Toronto. Nebenbei lasse ich mir eine Dose Koka Kola und einen gesunden SNICKERS Riegel aus dem Automaten schmecken.
17.45 Uhr Düdeldü - ich beende den Anschnurgang und begebe mich in die Hotelhalle. James und seine Kollegen sitzen bereits plaudernd herum und scheinen zur Abfahrt bereit zu sein - wie schön. Wir verlassen das Hotel und nehmen bequem im Ford Minibus platz. Der löbliche Fahrer fackelt nicht lange und lenkt den Wagen in Richtung Südwesten. Mein Neffe erklärt mir, dass wir zur Ranch (löblich: Bauernhof) seines Produzenten aufs Land fahren.
18.15 Uhr Endlich haben wir die Stadt hinter uns gelassen. Wir befinden uns in der Nähe eines Dorfes namens Fairview und biegen auf eine Nebenstrasse in Richtung Ranch ab - wie aufregend.
18.30 Uhr HEUREKA - welch stattliches Anwesen. Nach einem Bauernhof sieht das ganze aber überhaupt nicht aus. Ich steige aus dem Bus und sehe weder Schweine, Hühner noch Kühe. Lediglich einige Rösser stehen wiehernd auf einer schönen Weide - diese Idylle muss man einfach gesehen haben. James ruft mich zu sich und stellt mich seinem löblichen Produzenten, Herrn Armstrong, vor. Der gute Mann hat ein gutes Gedächtnis und kann sich sogar an unser Treffen im letzten Jahr in Atlanta erinnern - wie schön.
19.00 Uhr Ich sehe mich im Garten um und finde einen beeindruckenden Grill, löbliche Holzstühle- und Tische, sowie bunte Sonnenschirme vor. Da mir bereits der Magen knurrt, schnappe ich mir einen Teller und lasse mir von dem Knecht am Grill ein saftiges Schnitzel mit Bratkartoffeln, Maiskolben und Kätschap kredenzen. Ich nehme an einem Tisch neben Herrn Sam Dietz und Brian Tanner platz und lasse mir das deftige Essen schmecken. Herr Sam sagt, dass er und Herr Tanner bereits morgen Nachmittag abreisen werden.
19.45 Uhr Ich stelle mich biertrinkend zu James Produzenten und rede unaufhörlich auf den Mann ein. Natürlich fordere ich ihn auf, für James neue Kompaktscheibe sehr viel Werbung zu schalten - schliesslich will ich das löbliche Werk so bald wie möglich auf Nummer 1 der Hitparade sehen. Herr Armstrong beruhigt mich und meint, das er ganz gut weiss, wie man eine neue Kompaktscheibe zu "promoten" (löblich: fördern) hat - das hoffe ich sehr. Nun kommt mein Neffe dazu und zieht mich energisch von Herrn Armstrong weg. Er meint, dass ich mir vielleicht besser die netten Pferde auf der Koppel anschauen sollte. HEUREKA - die interessieren mich aber überhaupt nicht.
20.15 Uhr Ich nehme apfelkuchenverspeisend neben einem Herren namens Aaron Tippin platz und plaudere redlichst mit ihm. Der Gute sagt, dass er seit gestern in der Stadt ist und Werbung für eine Kompaktscheibe macht. Leider habe ich von seinem neuen Lied namens "Come Friday" (löblich: komm Freitag) noch nichts gehört. Herr Tippin meint, dass er die Arbeit meines Neffen gar nicht schlecht findet - wie aufregend.
21.00 Uhr Ich genehmige mir ein weiteres Bier direkt aus der Flasche und mache Kleingespräch (unlöblich: Smalltalk) mit einigen der etwa 50 Gäste. Unter anderem erzähle ich Geschichten vom Waldweg 7 und meiner Tätigkeit als Donutverkäufer in Amandas Laden. HEUREKA - die Leute sind wirklich freundlich und finden meine Ausführungen sehr interessant.
22.00 Uhr Ein netter Abend geht langsam zu Ende und wir verabschieden uns vom Gastgeber und seinen Freunden. Im Minibus geht es dann zurück nach Nashville. Während der Fahrt mache ich mir meine eigenen Gedanken und realisiere, dass wir schon übermorgen nach München zurückfliegen werden - wie schade.
23.00 Uhr Als wir endlich im Marriott Hotel eintreffen, wünsche ich den anderen eine gute Nacht und ziehe mich gleich auf mein Zimmer zurück. Erschöpft nehme ich noch schnell eine kalte Dusche und gehe dann ins Bett. Gute Nacht.

Herr James Brown und Ich:

http://pfaffenberg.permuda.net/herrbraunundich.jpg

Besuch auf der Ranch (löblich: Bauernhof):

http://pfaffenberg.permuda.net/ranch.jpg

Meine Freunde aus Naples:

http://pfaffenberg.permuda.net/freunde2.html

Bericht: Oktoberfest:

http://pfaffenberg.permuda.net/oktoberfest.html

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 18.07.2005
© Reinhard Pfaffenberg